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Oie Freiheit -esNationalsozialisien."

13 on Or. Gottfried Ileefse.

Copyright ,^)anseatendienst".

Zur Freiheit des Nationalsozialisten gehört die Verantwortung des Gei st es. Wer nicht redlich ist in sich selbst, wer sich nicht bemüht um Klarheit und um unerbittliche Erkenntnisse des eigenen Wertes und Wesens, der ist nicht frei. Die Lüge vor dem eigenen Gewissen ist die chlimmste Fessel, die es gibt, auch wenn man ie nicht fühlt. Hält sich doch mancher Knecht für »en Herrn seines Lebens, weil er ^u stumpf ist, um den Druck seiner Fesseln zu spüren. Der un­bedingte Wille zur Ehrlichkeit vor sich selbst ist überhaupt das Entscheidende, um einen Menschen zum Werden zu bringen: Wer sich vor sich selbst sein Ideal vorspielt und sein eigener Götze ist, verbaut sich selbst alle Wege zu wahrer Wirkung und zu echter Bedeutung auch jenen steilsten Weg, der vielleicht einmal zur Größe zu führen vermag. Und wie die -Redlichkeit vor sich selbst, so gehört auch die Redlichkeit vor den anderen Menschen zu der wahren Freiheit. Wer immer mehr zu scheinen sucht, als er in Wirklichkeit ist, wer mit viel Betriebsamkeit und Lärm seiner Umwelt ^Eindruck zu machen sucht, wer bei jedem Worte und jedem kleinen Erfolge auf den Nebenmann schielt, ist schlimmer gebunden als ein Mann, der harten Dienst willig und un­bekümmert erfüllt. Es gilt zu lernen, daß wir nicht durch Begeisterung und Förderung Anerkennung und Bewunderung anderer Menschen zu dem uns anbefohlenen Ziele gelangen. Unser Glück und unser Schmerz, unsere Erschütterung und unser Wille ist der Stoff, aus dem wir unser Leben formen und aus dem die Kraft zur Aufgabe er­wächst. Wie könnten wir je stolz und weit in die Höhe wachsen, wenn wir nicht zugleich die Wurzeln jo tief in den Boden hineinschlügen, daß wir zum Urgrunde unser aller Leben gelangen: zum B d l k e, aus dem wir entstanden sind?

Und zur Freiheit des Nationalsozialisten gehört weiterhin die Unabhängigkeit des Her­zens. Wer von Lob und Tadel anderer, verwirrt, in seinem Handeln beeinflußt, von seinem Wege abgebracht wird, ist nicht frei und brauchte er auch keinem Menschen zu gehorchen. Das Lob von Feinden, die wir achten, und der Tadel von Freun­den, die zu uns gehören, ist von Wert. Aber der Freie nimmt das Maß nur aus der Idee, die der Führer verkündet, und. verachtet den Wunsch, andern zu gefallen oder vor ihnen zu glänzen. Wie unnötig ist es doch, sich vor andern zu zeigen, wo es doch allein gilt, in s i ch zu wachsen, reifer, härter, tiefer und Lebendiger zu werden! Aber nicht nur von Menschen, auch von Dingen müssen wir uns in diesem tiefen Sinne lösen. Die großen Bin­dungen, in denen wir leben, sind höherer Art. Wer an den kleinen Bedürfnissen des Alltages hängt, an Bequemlichkeiten, Gewohnheiten, Genüssen, wer nicht sein Leben jeden Tag neu beginnen könnte, wenn es not täte, ist nicht frei. Der Kommunist predigt die Beseitigung und Vernichtung alles per­sönlichen Besitzes; der Nationalsozialist verlangt die Erhabenheit über olle Güter des äußeren Lebens Es wäre ein Krampf, Askese zu fordern, aber es wäre eine Unfreiheit, nicht in ihr leben zu kön­nen. Auf die Fähigkeit, entbehren zu können, ohne dabei bitter oder schwach zu wer­den, kommt es an für jeden Menschen, der zur Freiheit will.

Und noch etwas gehört zur Unabhängigkeit des Herzens und es ist wohl das Schwerste, was unsere Freiheit von uns fordert. Nur wenige find hart und ehrlich genug, um dieser Notwendigkeit^ gewachsen zu sein. Das Gesetz des eigenen Lebens können wir in der Gemeinschaft und für sie nur erfüllen, wenn wir uns zu bewahren wissen, und unsere Freiheit nicht an einen anderen Menschen hingeben und bände uns auch Großes und Edles in Liebe oder Freundschaft an ihn. Unsere schlimmsten Abhängigkeiten und gefährlichsten Fes­seln können gerade in dem uns nächsten Menschen

Oer heilige Josef.

(Sine Weihnachisgeschichie von (Sofie v llhde

Wannst di jetzt grah no an oanzigs Mal so sau­dumm hinsitzt, nacha fahr i auf und davo, na kannst da sitz'n und wart'n, bis der Heilige Josef timmt und die z'sammklaubt, vastehst?!"

Da war nichts mißzuoerstehen; diese Ansprache war in allen ihren Teilen deutlich, es sei denn, daß man gewisse Zweifel hegen wollte, ob denn der Heilige Josef überhaupt gewillt sei, sich in diesen Streitfall einzumischen. Aber sonst war die Sach­lage klar.

Der Kare, der also unumwunden gesprochen hatte, stand, die Skier gegrätscht, daß sie ihm auf der stei­len glatten Strotze nicht entlaufen sollten, auf seine Stöcke gestützt und schwitzte vor Wut.A so a dalkets Modi, a so a dalketsü"

Vor ihm im Schnee hockte heulend die also un­zart Apostrophierte. Ein sauberer kleiner Skihase, das Reserl, kein Zweifel, rund und rotbäckig; aber nun von Tranen überströmt unb, mit recht hörbaren kleinen Schnaubern ihres Himmelfahrtsnäschens be­müht, der zwiefachen Bedrängnis desselben durch die Winterkälte und durch die Tränenflut Herr zu werden. Längst lag das Taschentuch irgendwo oben im 5)ang. Dort, wo wohl auch der Wollhandschuh lag und der neue Bindunasriemen.

Ihre zornig-klägliche Reoeflut.war, von Weinen und Schnauben unterbrochen, nicht klar verständ­lich; aber soviel war immerhin deutlich, daß sie die neuen Weihnachtsskier, den gesamten Wintersport und zum Schluß auch noch den brutalen Kare zum Teufel zurückwünschte, von wannen sie ihr gekom­men schienen.

Stehst' jetzi auf oder stehst net auf?!"

Das Reserl entschied sich zum Aufstehen, obwohl dies nur ein vorübergehender Zustand sein konnte, wie sie wohl wußte, auf dieser Malefizstrahe, auf dieser glatten! Und wenige Meter tiefer nahm sie denn auch mit Gekrach und einem klagenden Schrei die ihr einzig möglich erscheinende horizontale Lage wieder ein.

Huuh, huuh!" heulte siewenn i nur grad schon g'storb'n war!"

Den Kare fachte dieses Beginnen zur Weißglut anSo", schrie er,jetzt langt' Jetzt ziehst deine Brettln aus und gehst z Fuß Und daß i di nimmer siech, beut', sonst gibt's a Unglück."

Und weg sauste er, fluchend und klappernd hin- ab die hart gefrorene Straße.

*

Verargen mir es dem Kare nicht; bedenken wir vielmehr, daß eine verdorbene Abfahrt noch zu

allen Zeiten die Klipps gewesen ist, an der jede Liebe scheitert. I e d e k An ihr konnte auch das berühmte goldene Münchener Herz zu schnödem Messing werden. Und bedenken wir ferner, daß das Reserl wahrhaftig nichts unterlassen hatte, um diese Skitour zu einem Wege der Hölle zu ge­stalten.

So saß sie also jetzt alleine da, und unferm ski- sportbegeisterten Herzen will dies als gerecht er­scheinen.

Ihre Tränen versiegten augenblicklich. Erstens war da kein Mann mehr, auf den sie hätten wir­ken können und zweitens war die Lage zu trau­rig. Sie nestelte schnell die Skier los, wobei der eine sich willig allein zu Tal begab. -

Fahr zu, Teifi!" sagte das Reserl. Und mit einem Schwung schickte sie den zweiten seinem ent­laufenen Bruder nach.

Also erleichtert lupfte sie das Rucksäcklein ein wenig höher auf die Schultern und machte sich an den Heimweg, ein sehr kleines Mädchen, das vom Wintersport zugrunde gerichtet und vom Kare oben­drein verlassen worden war.

*

Sind wir mit unserem skisportbegeisterten Herzen geneigt, Kares Partei zu ergreifen und dem Reserl diesen Heimweg zu gönnen, so schienen doch die himmlischen Mächte anderer Ansicht zu sein. Und es dauerte nicht lange, so brauste eine Gesellschaft von vier jungen Burschen die immer eisiger werdende Straße herab. Zu spät sah der eine das tippelnde Reserl; und mit gewaltigem Schwung landete er kopfüber neben ihr im Schneewall.

O mei, o mei, den heiligen Joses hat's g'schmiss'n!" schrien die andern lachend und sausten weiter; schon waren sie um die Kehre verschwunden.

Dos Reserl hatte die Ohren gespitzt wie ein rich­tiger Has'.Wie hab'n s'ihn g'hoassn?!" Sie tip­pelte zu dem Gestürzten, der klopfend und prustend eine Kaskade von Schnee aus feinen Kleidern schüttelte.Wie hab'n 's di g'hoassn?"

Der Bursche lachend dröhnend.An heiligen Jo­sef hoass'n 's mi, die Bande, die elendige, und 's hat fcho fein Grund. Aber zweng deiner, da fannf ma 's schier vergess'n, die Heiligkeit!" Und eh das Reserl sich 's versah, hatte es einen schneefeuchten Kuß mitten im Gesicht.

So war's recht! dachte das Reserl. Grad recht geschah's dem Kare! Hat er net g'sagt, der heilige Josef sollt kimma und mi z'samm klaub'n? Da hat er'n jetzt, sein' heiligen Josef!

Nicht länger tippelte das Reserl allein; von einem starken Arm umschlungen, begab es sich zu Tale. Zwei schußgewohnte und nun rühmlos geschulterte > Brettln wunderten sich.

Aber der Kare, kaum im Tale angelangt, hatte es mit der Reue bekommen. Eine sturzfreie Ab- sahrt und ein Schluck gutes Münchner Bier hatten chn weich gestimmt. Aus schnödem Messing rück- verwandelte sich das goldene Herz.

A so a kloans Maderl", sagte der Kare leise und gerührt vor sich hin,und a so alloan!" Und nachdem er eine weitere Maß genehmigt hatte, machte er sich an den Anstieg.

Was er da bald darauf vorfand, freute ihn nicht.

Ja, Saxendi, werft es wohl glei auslaff'n, mei Fräul'n Braut?"

Dös is der heilige Josef!" kicherte das Reserl recht frech,hast es net g'wunschn, er sollt kimma und mi z'sammklaubn? Alsdann da wär er jetzt!" Und sie schmiegte sich fester in den umschlingenden Arm.

Diese Rede und mehr noch die sie begleitende Geste wirkten sehr nachteilig auf den Kare ein. Und so wurde denn dieser Streitfall ausgetragen, wie eben solche Fälle ausgetragen zu werden pflegen, solange es bayerische Bauernburschen gibt.

Der heilige Josef blieb sogar Sieger. Und wir können, wiewohl unser skisportbegeistertes Herz nach wie vor Kares Partei nimmt, doch nicht umhin, dann eine gewisse ausgleichende Moral und Ge­rechtigkeit zu erkennen.

Beethoven improvisiert.

Der Name des Fürsten Joseph Franz Max LobkowiH, dessen Haus unter dem Hochadel von Böhmen und innerhalb der Habsburgischen Gesamtmonarchie eine erste Stelle einnahm, ist mit dem Beethovens für immer verbunden. Der : Ankömmlingaus dem Reiche" fand in Wien in I dem Fürsten sehr bald einen eifrigen Förderer seiner Kunst wie seiner materiellen Interessen, und | Beethoven ging in seinem Palais schließlich aus i und ein. Der Fürst sah bald einen Vorzug darin, jedes neue Werk Beethovens bei sich zuerst zur ! Aufführung bringen zu können; so kaufte er die 11803 vollendeteEroica" und ließ sie wiederholt, | bevor sie im Druck erschien, in seinem Palast spie- , len. Bei einem Konzert beim Fürsten ereignete sich, wie Stephan Ley in einem Aufsatz über die Be­ziehungen Beethovens zum Fürsten in der im Bibliographischen Institut, ßeipjifl, erscheinenden MonatsschriftAtlantis" nach der Schilderung eines Schülers des Meisters erzählt, ein merkwür- .öiger Zwischenfall mit dem Münchener Oboisten Ramm: Beethoven spielte fein Klavierquartett mit Blasinstrumenten, und Ramm begleitete ihn.

kommen.

Unb fd, W gehör, zu un'°-°r Freiheit nach

K. nm unb des Gegners erfvlgverfprechend erscheinen - auf

ein Drittes: Die Würde des Lebens,

Oie Welt an der Zeitenwende

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innere Würde, die unabhängig ist von Rang und Stand. Ehrfurcht vor aller echten Größe, vor den unbekannten Mächten, die unser Leben beftimmen und erfüllen, ist das oberste Gebot. Der Spötter und Verächter, der ehrfurchtslose Mensch hat keine Lebenswürde. Wer auf Berge steigt, muß nach

die Dauer siegt nur das Echte und Lau­tere, das, was die innere Kraft in sich trägst, die ein hohes überpersönliches Ziel verleiht. Wie oft ist schon die innere Macht an die äußere Stel­lung in manchem guten Streite verraten werden! Gehässigkeit macht jeden Mut unb jebes Opfer

klein Das ist das beste Teil unserer Freiheit: b^ mir uns nicht von einem Gegner die Art der Was. fen und des Kampfes anbefehlen lassen, daß wir den Gegner zu seiner blanksten, schärfsten Wajsi zwingen.

In solcher Weise als Nationalsozialist frei ju sein, vermag nur der Tapfere, der sich von Not und Gefahr nicht dazu verleiten läßt, fein Ge. setz zu verlassen unb bie Aufgabe an bie eigene Schwäche zu verraten Es geht im Leben um größere Dinge als um bas Leben. Verlieren mir über all ben Pflichten bes Tages nicht jene große innere Pflicht aus unserem Willen: Tapfer zu fein unb frei zu werben!

Streitigkeiten in ber.Form zu beseitigen, wie in demokratischen Länbern innerpolitische Schwierig, feiten gelöst werben, gescheitert ist unb alle l reiner Machtpolitik zurück.

obenschauen, unb wer bürste je glauben, oben zu sein! Solange mir lebenbig finb, manbern mir hinauf, und immer neue Gipfel steigen vor uns hoch. Wer nur in sich und seinesgleichen das Maß sucht, mit dem er zu messen hat, ist in sich selsst verstrickt und tut keinen Schritt zur Höhe hinauf. Der Mensch der vergangenen Zeit hatte die Sen­sation gegen bie Ehrfurcht, die Kenntnis gegen bie Offenbarung, den Kitzel gegen die Erschütterung eintauschen wollen, unb bie Welt mar dabei immer erbärmlicher geworden, sie hatte sich verlaufen in Zwecken ohne Sinn unb Feiern ohne Festlichkeit. In ber Ehrfurcht erst gewinnen wir auch ben Abstand zu uns, zu ben Menschen unb Dingen, der zur Freiheit gehört. Wir müssen in uns eine Verachtung aller billigen Gemeinsamkeiten groß­ziehen, in denen sich Menschen in all ihrer inneren Unaufgeräumtheit und Unfertiqkeit, mit all ihren Gedanken und Träumen und Gefühlen.zusammen- finden und alle Linien ihres Wesens verwischen. Abstand zu halten, schweigsam zu sein in allen innersten Dingen, die nur Angelegenheiten eines einzigen, Lebens sind, sparfdm mit Gefühlen unb Beteuerungen, bas ist bie große Forberung jeber Kameradschaft. Denn eine Gemeinschaft soll kein Brei sein, in bem alles unterschiebslos zusammen- fließt, fonbern ein Bau, rn bem sich Kamerad zu Kamerad wie Stein zu Stein fügtunterfchie- den, aber nicht getrennt, verbunden, aber nicht verschmolzen".

Zur Lebenswürde gehört noch wesentlich d i e Haltung hinzu, die nichts Aeußerliches allein ist, sondern der Ausdruck dafür, daß ein Mensch zur Einheit in sich gelangt ist und nicht mehr jedem Wunsche, jeder Begierde, jeder Freude und jedem Leide hemmungslos verfällt. Alles Große ist schwer zu bewegen, weil es in sich ruht. Wer sich nicht beugt und wenn auch alles sinkt, wer trotz aller Unruhe, allen Lärmes und Kampfes fein Herz hn Innersten freihält pon allem unruhvollen Zweiteln und Sorgen, ist vorbestimmt zur Freiheit. Man muß sich auf einiges wenige Große h i n sammeln und darf Kraft unb Zeit nicht verzetteln in hunderterlei wichtig scheinenden Dingen. Die höchste Kraft in uns wirft von allein, sie bedarf nur der Bereitschaft, des Dienstes, des ganzen Ein­satzes zur rechten Zeit, aber nicht ber Eilfertigfeit unb Heinen Eifrigkeit, die an allem Geschehen feil­zuhaben wünscht. Die kleinen Dinge tun, wenn sie notwendig sind, unb bie großen Dinge tun, wenn sie notmenbig sind, das eine nicht mißachten unb bas anbere nicht ersehnen, sich nicht gehen lassen und sich nicht abseits halten, fonbern auf Posten sein: bas ist bie Forberung jebes Tages.

Unb dazu muß man seines Herzens gewiß sein, unb man muß auch seiner Aufgabe gewiß fein in bem guten Glauben, baß ein Leben nicht von un­gefähr entsteht und vergeht, sondern einen Platz hat in dem unendlichen Geschehen ber Welt. Zur Ruhe wollen wir uns nicht erziehen. Das Leben ist stürmisch warum sollten wir es nicht auch fein? Aber Beherrschung tut not, Ueberlegen- heit über unsere Abneigungen unb Zuneigungen unb bie Leidenschaften in uns, damit wir nicht bie freie unb weite Sicht über unser Leben verlieren. Es ist nicht möglich, feinen Weg zäh unb beharr­lich zu verfolgen unb mit jedermann in Frieden zu leben. Keine Aufgabe wird erfüllt, ohne daß andere Anstoß nehmen, sich zurückgedrängt ober übergangen ober beleibigt fühlen. Der Kampf ge» hört zum Werke, unb ohne bas kämpferische Eie- ment kann fein Leben auf bie Dauer bestehen und Frucht tragen. Im Streite "auch im häß­lichsten und kleinsten Streite haben wir die Pflicht, nicht nur nach dem äußeren Siege, sondern

fern Aufsatz, dessen Verfasser einer der besten Kenner ber britischen Außenpolitik, ist, als zu. treffenbe Deutung ber augenblicklich in führenden Kreisen Englands gehegten außenpolitischen lieber. Regungen besondere Bedeutung zumessen. Der Auf. satz geht von der Erkenntnis aus, daß der nach dem Krieg unternommene Versuch, international

Im letzten Allegro ist einige Male ein Halt, eh« bas Thema wieder anfängt; bei einem berfelbtn fing Beethoven auf einmal an zu phantasieren nahm bas Rondo als Thema unb unterhielt fiä unb bie anbern eine geraume Zeit, Gas jebotÜ bei ben Begleitenden nicht ber Fall war. Diel« waren ungehalten unb Herr Ramm sogar sein aufgebracht. Wirklich sah es possierlich aus, wem biefe Herren, bie {eben Augenblick erwarteten, - wieder angefangen werde, die Instrumente un­aufhörlich an den Mund setzten und dann Mll ruhig wieder abnahmey. Endlich war Beethoven, befriedigt und fiel wieder ins Rondo ein. Die ganze: Gesellschaft war entzückt."

Wie zwanglos der junge Meister in den Kon­zerten bei Lobkowitz sich bewegen durfte, zeigt auch eine andere Schilderung einer seiner Improvisatio­nen aus dem Jahre 1805. In einem Konzert wur­den die neuesten Quartette von Ignaz Pleyel., der damals einer der populärsten Komponist^ war, vor einer großen und hohen Gesellschaft an­geführt. Zum Schluß wurde der anwesende Be^ thoven ersucht, etwas zu spielen.Wie gewöhnlich ließ er sich unendlich lange bitten und wurde end­lich fast mit Gewalt von ben Damen ans KlaviK gezogen Unwillig reißt er Dom Violinpult die noch aufgeschlagene zweite Violinstimme des Pleyel schen Quartetts, wirft sie auf das Pult des Fort«" piano und beginnt zu phantasieren. Noch nie halt'! man ihn ... großartiger improvisieren gehöll Aber durch die ganze Improvisation gingen wie ein Faden die an sich ganz unbedeutend Noten durch, welche auf der zufällig aittgeschB' nen Seite standen, während er die fünften tobien ... im brillantesten Conzertstyle bara- baute. Der alte Pleyel tonnte fein Staunen baburch zeigen, baß er ihm bie Hände füßte. solchen Improvisationen pflegte Beethoven in eN; laut schallendes vergnügtes Gelächter auszubrechen-

England zieht das Fazit.

Don unterem Londoner bg.-Äenchieritatter

London, Dezember 1937.

Don Lord Palmerston, Großbritanniens hochmütigen und von Bismarck bitter gehaßten Außenminister in der Zeit ber deutschen (Einigungs» friege, stammt das stolze Wort:Wir haben feine ständigen Verbündeten und wir haben feine stän­digen Feinde. Unsere Interessen sind ewig unb beständig, unb biefen unseren Interessen zu folgen, ist unsere Pflicht/' Es aibt heute noch eine nicht unwichtige unb vor allem propagandistisch unb publizistisch nicht einflußlose Gruppe britischer Poli- titer, bie dieses Wort Palmerstons auf ihre Fahne schreiben fönnten. Ihre Parole lautetsplendid Isolation unb bebautet praftisch: feinerlei Bünbnispolitif in Europa. Was Amerifa anbetrifft, fo finb sie geneigt, Abstriche von ihrem Programm zu machen. Aber bereif bas Zugeständ- nis an Amerifa, Das ja in ber Forberung nach engster Zusammenarbeit zwischen benbeiben angelsächsischen Dölfern" gipfelt, beweist, baß selbst ein Lord Beaverbrook nicht übersehen fann unb übersehen will, wie sehr bie Voraussetzungen für eine Politik bersplendid Isolation nach böm Muster Palmerstons nicht erst seit Versailles, sondern lange vorher dahingeschwunden sind. Die entscheidende Bresche wurde in diese Politik; deren Anhänger noch Lord Salisbury war, durch das Bündnis geschlagen, das Lord Lansdowne 1902 mit dem aufstrebenden Jnfelreich im Fernen Osten schloß. Japan wurde, wie es dieser Tage einmal treffend ausgedrückt wurde, zum Wächter der briti­schen Interessen in Ostasien gemacht. Bis dahin glaubte. sich Großbritannien ftarf genug, um mit eigenen Kräften, militärisch gesprochen mit seiner Flotte allein, seine Belange schützen und wahren zu fönnen. Es folgte die Entente - Politik. Aber entscheidend blieb, doch bas Jahr 1902. Denn seit- bem hat England lernen müssen, seine Interessen denen anderer Mächte anzupassen.

Der Weltkrieg und die Nachkriegszeit brachten hierin keine Aenderung. Versuche, zursplendid isolation zurückzukehren, blieben bei den ersten tastenden Schritten stecken. Aber auch die Polittf der sogenannten folleftiven Friedens­sicherung wurde nur halb, betrieben. Anstatt sich Der Genfer Liga der Nationen als Mittel der eigenen Jnteresfenpolittf zu bedienen, die ja immer stärker auf die Wünsche und Forderungen der Dominien Rücksicht nehmen mußte, überließ man Genf mehr ober weniger Frankreich und seinen Trabanten. Als dann plötzlich, im abessinischen Konflikt, Genf für Großbritannien einfpringen sollte, rächte sich die jahrelange Vernachlässigung, Nicht nur der Kollektivismus versagte, sondern auch Frankreich, dem man nach Kriegsende den ver­sprochenen Beistandspakt abgeschlagen hatte. Das Ende von Locarno hatte wohl England unb Frank­reich automatisch erneut in engste Freundschaft zu- sammengesührt. Reicht aber, mit englischen Augen gesehen, dieses Bündnis aus, um den Gefahren zu begegnen, bie wie bunkle Gewitterwolken Drohend am Horizont des britischen Imperiums auffteigen?

Auf diese Frage, um deren Verständnis willen wir jenen geschichtlichen Rückblick anstellten, ver­sucht ein Aufsatz in der VierteljahrsschriftThe Round Tadle" Antwort zu geben. Man muß bie»

kehrten. Die endgültige Probe aufs Exempel sei während bes abessinischen Konflikts gemacht roon ben. Weitere Probefälle seien jetzt Spanien, der Ferne Osten unb Osteuropa.' Wie tief sich bereits das Mißtrauen gegenüber ben Plänen Italiens in bie Dorstellungswelt politisch geschulter unb gr. bilbeter Engländer eingefressen hat, zeigen bie Au-, führunaen DesRound Tadle" über Spanien. Ohne sich mit ber törichten Auffassung völlig zu ibentiftzieren, baß Mussolini im Falle eines nicht balbigen unb entscheidenden Sieges General Francos in diesem Winter Unruhen in Nordafrika unb in den arabischen Staaten anzetteln werde, wird doch zu erkennen gegeben, daß es das Ziel der italie­nischen Politik sein könnte, das östliche Mittelmeer zu einemItalienischen <5ee* zu machen und den Suezfanal unter italienische Kontrolle zu bringen

Zu nicht, weniger beachtenswerten Ergebnissen kommt ber Aussatz aber auch gegenüber bem Kon. flikt im Fernen Osten. Er erinnert an ben Vor. schlag bes früheren amerifanifchen Außensekretärs Stirnson währenb der Besetzung der Man. bschurei burch bie Japaner, roeber Gold noch Seide von Japan zu kaufen, noch Del, Baumwolle ob« Gummi zu verkaufen. Dor die Frage gestellt, ent- weder sich zu ergeben ober bie wirtschaftliche Blockade zu durchbrechen, würdq sich Japan zim Letzteren entschlossen haben. Der Aufsatz fährt bann fort:Japan würbe nicht bie USA angreifen, dazu ist es nicht stark genug. Es würbe auch nicht ver­suchen, sich ber Philippinen zu bemächtigen, Mii diese für die Zwecke bes gegenwärtigen Krieges wenig Wert hätten. Was es zweifellv;. versuchen würbe, wäre bie Abriegelung jeber Zu­fuhr zur See nach China über Kanton, Kowloon (gegenüber Hongkong) unb Haifang. Es würde dann versuchen, sich der niederländischen Inseln im Ostasien zu bemächtigen, um bie Versorgung mi Oel, Gummi unb Zinn unter eigene Kontrolle ziu bringen. Bevor Großbritannten eine ausreichend Macht bei Singapore mobilisieren könnte, fonnte Japan selbst ben Angriff auf biefe lebenswichtige! Bastion ber Empire-Verteidigung in Betracht ge­zogen haben."

Weber wirtschaftliche Sanktionen, deren HauB last auf Englanb unb USA. fiele, noch eine mit« tärische Verteibigung, so fährt ber Aufsatz bann fort, könnten Japan mit Sicherheit auf bie ftnil zwingen, selbst wenn bie USA., Englanb unb Fron!-- reich unb bie Niederlande fest zusammenständ'n. Hongkong würbe ebenso wie Schanghai un­haltbar sei. Ein Eingreifen Rußlanbs wäre ohw große Wirkung, weil bie Sowjetunion im Fern-rn Osten über keine beträchtlichen Seestreitkräfte ver­füge. Der springenbe Punkt läge überhaupt nidrt im Fernen Osten allein, fonbern bei ber gleis- zeitigen Rücksichtnahme, bie bie britische Poliül auf bie Lage im Mittelmeer unb in btc 31 orbfee zu nehmen habe.

fein. Wir müssen auf ber Hut vor allem fein, was s nach ber inner e n U e ber le 8 enheit Zu uns unserer Aufgabe unserem Dienste entfremden uchen. In allen persönlichen Kämpfen ist nur dem will. Und vielleicht mu6 man vieles und viele Gigling jedes Mittel recht, der feine Selbstachtung opfern tonnen, um zur wahrhaften Freiheit zu verleugnen muh, um der «.rtctlage ju fteil m - Ein unanständiger Sieg kann oft verderblicher sein

als eine anständige Niederlage. Die Geschichte kennt V___________s hin STfriHuf

Heitschnffen.

Die prächtige ZeitschriftDer Bergste^ g e r" bringt in ihrem Dezemberheft gewiß jeb^ Naturfreund viel Neues Wintersportler lesen DOfi Schifahrten im Zahmen Kaiser, Felsgeher werd^ die Berichte über die Eigerwände und EisgeM die Ausführungen Walther Flaias über Bergung^ aus einer Gletscherspalte mit Interesse verfolgt Was denBergsteiger" im Laufe der Jahre P solcher Bedeutung gebracht hat, ist der Bilderieu ber allmonatlich 40 bis 50 herrliche AufnahnM bringt, bie zum Teil auf aanzleittgen Kunstdruck tafeln reproduziert finb. Verlag F. Bruckmau^ München. .

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