Ausgabe 
24.7.1937
 
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nr.170 Drittes Blatt

Samstag, 24. Juli (937

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Der städtische Haushalt.

Seine Entstehung und seine Durchführung.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gut aufbauende Arbeit der öffentlichen Verwaltung ist ein mit aller Gründlichkeit und mit sorgsam­ster sachlicher Umsicht aufgestellter Haushalts­plan. Von einer derartigen gediegenen Grund­lage hängt für das Wohl der Gemeinschaft weit mehr ab, als viele gemeinhin annehmen. Daher ist es denn auch verständlich, daß die Auf­stellung des Haushallsplanes im Reich, in den Gemeinden und in den anderen öffentlichen Körper­schaften eine der bedeutsamsten Handlungen dar­stellt. Ebenso verständlich ist es, daß die Aufsichts­behörde, die Regierung, mit größter Sorgfalt die Haushaltsaufstellung und -durchführung der un­terstellten Selbstverwaltungs-Körperschaften prüft und überwacht und zu diesem Zweck sehr strenge Richtlinien an der Hand hat. Bei alledem ist ja der oberste Gesichtspunkt sämtlicher Handlungen, daß es sich um die Gelder der Allgemeinheit, um öie von den Steuerzahlern geleisteten Opfer für das Gemeinwohl handelt, die den Verwaltungs- und Aufsichtsorganen die Verpflichtung auferlegen, mit diesem wertvollen Gut so haushälterisch wie nur irgend möglich umzugehen. Aus diesem Sachverhalt erklärt sich auch die große Bedeutung, die der Haus­haltsgestaltung der öffentlichen Hand allenthalben beigemessen wirtz. Allerdings ist leider! vielen Volksgenossen der Haushaltsplan einer öffentlichen Verwaltung immer noch ein unbekanntes Ding. Und wenn ein derartiges Dokument durch Zufall einem Volksgenossen zu Gesicht kommt, so weiß er meist nichts oder nur wenig damit anzufangen, ist ihm das ganze Haushaltswerk gewissermaßen ein Buch mit sieben Siegeln". Wer aber in einem solchen Verwaltungsdokument zu lesen versteht, dem ist es eine fesselnde Angelegenheit. Denn in den vielfältigen Positionen mit ihren Zahlenkolonnen spiegelt sich das Gemeinschaftsleben der öffentlichen

setzt, nachdem inzwischen eine monatelange gründ­liche Vorarbeit geleistet war.

Nunmehr beginnt die Durchführung des neuen Haushalts Auf Grund der vom Oberbürger­meister als Gemeindeleiter genehmigten Arbelts- und Kostenplanungen vergeben die Dienststellen bzw. Betriebe nach den Richtlinien der Reichsver- dingungsordnuna ihre Aufträge an Industrie, Handwerk und Gewerbe. Die Ausführung der Ar­beiten bzw. die Qualität der Lieferungen ist von den Aemtern mit aller Gründlichkeit zu überwachen, damit auch hier wieder mit dem Gut der Allgemein­heit in sorgsamster Weise gewirtschaftet wird Zu jedem Auftrag ist von der Dienststelle ein Bestell­schein zu erteilen, der von dem Auftragnehmer bei der Rechnungslegung als Unterlage für seine Ar­beitsausführung wieder an diese Dienststelle mit einzureichen ist. Danach haben die Aemter die Rech­nungen zu prüfen und evtl, zu berichtigen. Sind sie von den Dienststellen als einwandfrei festgestellt, so werden sie dem städtischen Rechnungsamt zugeleitet, das nunmehr als zentrale Kontrollstelle im Auf­trage des Oberbürgermeisters die Rechnungen dar­aufhin prüft, inwieweit sie mit den im Haushalte genehmigten Planungen und Kostenanschlägen in Uebereinstimmung stehen. Wird eine Rechnung in dieser Uebereinstimmung befunden, so erhält sie den Genehmigungsvermerk, dann die Zahlungsanwei­sung des Leiters der Stadtverwaltung und kann nun von der Stadtkasse bezahlt werden. Falls sich jedoch Differenzen zwischen den Arbeiten und dem Haushaltsplan ergeben, ist zunächst die Beseitigung der Unstimmigkeit vorzunehmen, da eine peinlich genaue Haushaltsführung als Grundlage jeder ord­nungsmäßigen öffentlichen Verwaltung gewähr­leistet sein muß. Das Rechnungsamt übt also im Auftrage des Oberbürgermeisters eine Kontrolle

nach der Richtung aus, daß die Grundsätze des Haushalts von den einzelnen Dienststellen und Be­trieben genau eingehalten werden. Darüber hinaus hat das Rechnungsamt aber noch die weitere be­deutsame Funktion zu erfüllen, jederzeit eine klare Uebersicht über die Durchführung des Haushalts in den Einnahmen und den Ausgaben zur Verfügung zu halten, damit der Leiter der Gemeinde bei je­dem Haushaltskapitcl in jedem Augenblick feststellen kann, wie es im einzelnen um die Einnahmen bzw. die Ausgaben des Haushalts der Stadt bestellt ist. Aus dieser fortlaufenden Buchführung des Rech­nungsamtes ist zu jeder Zeit zu erkennen, in wel­chen Kapiteln des Haushalts noch Geldvorräte, größere oder geringere, vorhanden bzw. wo die Einnahmen fast verbraucht, oder gar durch die Auf­wendungen überschritten sind, damit hier gegebenen­falls durch Nachbewilliguna auf dem Gebiete des Dermögenshaushaltes sogar durch die Aufstel­lung eines besonderen Nachtragshaushaltsplans weitere Mittel verfügbar gemacht werden, oder aber die Arbeiten auf dem fraglichen Haushalts­gebiet rechtzeitig ihre Begrenzung erfahren. Die Erkenntnisse bei diesem Dienst des Rechnungsamtes sind ferner wertvolle Grundlagen für den nächst­folgenden Haushalt und werden dadurch über die Zett ihrer unmittelbaren Wirksamkeit hinaus fruchtbar.

Aus dieser Betrachtung des Zustandekommens und der Durchführung des städtischen Haushaltes ist ersichtlich, daß es sich bei diesem Teil der städti­schen Verwaltungsarbeit um die Schaffung und Er­haltung einer der wichtigsten Grundlagen des öffent­lichen Wohls handelt. Mancher Volksgenosse, der bisher vielleicht der Meinung war, ein öffentlicher Haushalt fei eine Angelegenheit, die weiter kein Kopfzerbrechen verursache, die gewissermaßen mehr nur eine Formalität darstelle, wird nun wohl er­kannt haben, daß jene Ansicht ein Irrtum ist und daß gerade die Haushalts-Abteilung der Stadtver­waltung einen der wichtigsten Träger in dem Ge­bäude unserer Verwaltung darstellt. B.

Körperschaft so überaus interessant wider, wie man ''es in dieser Konzentration aller öffentlichen Ge­schehnisse sonst nicht anzutreffen vermag. Zudem sind die öffentlichen Haushalte Dokumente von hohem geschichtlichen Wert, anhand deren man noch nach vielen Jahren die Entwicklung eines Gemein­wesens in aufschlußreicher Weise verfolgen kann. Von diesem Bewußtsein geleitet, werden die Haus­haltsdrucke der öffentlichen Körperschaften auch den Bibliotheken oder sonstigen amtlichen Archiven ein- verleibt, damit künftige Generationen für die Ge­schichtsschreibung einen guten Teil der erforderlichen 'Unterlagen an die Hand bekommen.

Die Entstehung des öffentlichen Haushalts­plans wollen wir heute einmal bei unserer Stadt Gießen betrachten. Wie alles Sein organisch aus dem vorhergehenden Bestand entsteht, so wächst auch der jeweilige Haushaltsplan der öffentlichen Hand zum größten Teile aus seinen Vorgängern heraus. Das Haushaltsjahr läuft vom 1. April jedes Jahres bis zum 31. März des folgenden Jahres. Diese Fristsetzung bedingt an sich, daß der Haushalt für das neue Rechnungsjahr noch vor bem ersten Tage seines Beginns rechtsgültig fest- bestellt fein muß. Aus mancherlei Gründen die After in den Haushaltsarbeiten und -Richtlinien des Reiches zu suchen sind kann es aber auch Vor­kommen, daß der städtische Haushalt oder auch der Haushalt eines Kreises erst einige Wochen nach dem 1. April festgesetzt werden kann, jedoch gilt er auch in diesem Falle mit Wirkung vom 1. April ab. Wenige Monate nach dem Inkraft­treten des neuen Haushalts beginnen in den ein­zelnen städtischen Dienststellen und Betrieben schon die Vorarbeiten für den folgenden Haushalt. Die Aemter bzw. Betriebe haben ihre Aufstellungen über die geplanten Arbeiten und Anschaffungen bzw. über die sonstigen wirtschaftlichen Notwendig- leiien ihres Dienstbereichs möglichst genau festzu­legen und mit den voraussichtlichen Kostenbeträgen zu versehen. Bei dieser Arbeit spielt der Ablauf der unmittelbar im Vordergründe stehenden Wirtschafts- Vorgänge natürlich eine große Rolle, ferner sind die Vorgänge und Preisgestaltungen auf den ver­schiedensten Gebieten der Marktoersorgung und die ! sonstigen Gestehungskosten von großer Bedeutung. Wenn alle Arbeits- und Kostenanschläge für das kommende Haushaltsjahr von den Dienststellen bzw. Betrieben ausgearbeitet sind, müssen sie, etwa bis zum Herbst des laufenden Haushaltsjahres, der städtischen Hauptverwaltung zur Prüfung und zur Genehmigung durch den Oberbürgermeister einge- teicht werden. Zunächst gehen diese Kostenanschläge an das städtische Rechnungsamt, das feststellt, in- vieweit im neuen Haushaltsjahre die finanziellen Möglichkeiten für die Durchführung der Planungen gegeben sein dürften. Dabei hat das Rechnungsamt in erster Linie zu ermitteln, über welche Einnahme­quellen aus Reichssteuerüberweisungen und Ge­meindesteuern, aus Gebühren und sonstigen Quellen ber Leiter der Stadtverwaltung im künftigen Haus- altsjahre verfügen kann. In diesem Zusammen- ang ist auch immer die sehr wichtige Frage zu [ären, ob die Stadtverwaltung bei der Verwirk- ichung der Planungen ihrer Dienststellen bzw. Be- riebe mit den bisherigen Steuerausschlagssätzen zw. mit den derzeit geltenden Werktarifen aus- ommen kann, ob Erhöhungen erforderlich sein »erden oder aber wenn die voraussichtlichen 1 innahmen höher sein würden, als die geplanten Ausgaben eine Senkung der Steuersätze oder Tarife gewährt werden kann. Bei allen diesen lieberlegungen kann sich das Rechnungsamt jedoch richt auf die Erscheinungen des zu dieser Zeit ge­rade laufenden Haushalts stützen wenn es dessen wirtschaftlichen Ergebnisse natürlich auch mit in betracht ziehen wird, sondern es muß als maß­geblicheren Gesichtspunkt die Tatsachen des um ein Jahr älteren Haushalts zugrunde legen, weil es erst dadurch zu den richtigeren Maßstäben kommt. Beispielsweise werden also zur Prüfung der Kosten­anschläge für den Haushalt 1938 die Ergebnisse des Haushalts von 1936 herangezogen werden. Nach­dem das Rechnungsamt seine Ermittlungen abge- sihlossen hat, werden sämtliche Unterlagen dem Leiter der Stadtverwaltung, dem Oberbürgermeister, Dargelegt, der nunmehr entscheidet, welche Planun­gen der Dienststellen bzw. Betriebe in den neuen haushalt aufzunehmen sind. Ist auch dieser Teil der Vorarbeit abgeschlossen, so setzt sich der Leiter der Stadtverwaltung mit der Aufsichtsbehörde, also mit der Regierung, ins Benehmen, um deren Zu- st mmung zu dem neuen Haushaltsplan terbei3ii« führen. Hat die Regierung dieses Einverstandms erflärt, so wird der Haushaltsplan in Druck ge- g den und schließlich nach der Beratung des Ober­bürgermeisters mit den Ratsherren in Kraft ge-

Finger weg von Volkseigentum?

Die Küchenabfälle gehören dem EHW.!

Das Amt für Dolkswohl fahrt (Kreis­amtsleitung Wetterau, Gießen) teilt uns mit:

Die Dienststelle für das EHW. bei der Kreisamts­leitung der NSV. Wetterau hat in letzter Zeit die Feststellung machen müssen, daß die von den Volks­genossen vor die Häuser und in die Hauseingänge gestellten Küchenabfälle für das Ernährungshilfs­werk schon vor Erscheinen der Sammler von unbe­fugten Personen fortgenommen worden sind, die sie wahrscheinlich entweder für sich selbst aber für Dritte gestohlen haben.

Unsere Gießener Hausfrauen, die, dem Rufe des Ernährungshilfswerkes folgend, ihre Küchenabfälle

zur Abholung durch die Sammler bereitgestellt haben, tun dieses nur in der Gewißheit, daß die Abfälle auch dem gedachten Zwecke zugeführt wer­den. Es handelt sich also nicht um besitzloses Gut, das jeder glaubt sich aneignen zu dürfen, sondern die Abfälle gehören, laut des durch das Heraus­stellen von den Hausfrauen zum Ausdruck gebrach­ten Willens, der NSV.

Wer sich an diesen Sachen vergreist, macht sich strafbar!

Wir werden auf diese nichtswürdigen Elemente in Zukunft ganz besondere Obacht geben.

Weiteres aus -er Stadt Gießen.

Hund und Katze.

Die äußere Fensterbank war der Lieblingsplatz der schwarzen Katze. Da saß sie, den schönen Schweif wie eine Fessel um die Vorderbeine gelegt und blinzelte, von der Sonne schläfrig gemacht, in die Straßen. Doch entging den schmälsten Augen­schlitzen nichts, so teilnahmslos sie auch gewöhnlich tat. Sie wußte, daß die heraufreichende Hand schmeicheln wollte, und schnurrte, noch ehe sie die zärtlichen Striche über ihr Fell hin spürte. Sie erhob sich, wenn sie fühlte, daß die Liebkosung keine flüchtige war, stemmte den Rücken gegen die Hand und streifte, nicht genug bekommend, unter ihrem sanften Druck her und hin, den Schweif hoch wie eine Fahne schwenkend. Dabei wurden ihre bern­steingelben Augen rund und leuchteten.

Das taten sie auch, wenn sie das Gekläff des jungen drahthaarigen Foxterriers von gegenüber vernahm. Es regte sie keineswegs auf. Weder buckelte sie, noch sträubte sie ihr Fell, sie blieb nur wachsam. Sie kannte den lauten Nachbar zur Ge­nüge. Er schimpfte über alles, was ihn ärgerte. Wenn jemand am Hause vorbeiging und ihn nicht beachtete, obschon er mit heftigem Gew edel des kurzen Schwanzes zu freundschaftlichem Geplauder eingeladen hatte. Aber er bellte auch vor Freude, wenn er bekannten.Schritten entgegenstürmte oder gar geliebte Stimmen ihn beim Namen riefen. Das feine Ohr der Katze unterschied die einzelnen Arten der Gefühlsausbrüche sehr genau, ohne sich die Vor­gänge von ihren Augen bestätigen zu lassen. Um jo weniger konnte sie begreifen, warum er sie gelegentlich belästigte und mit feinem Gekläff ver­folgte, wo sie ihm doch nie Anlaß dazu gab. Sie. spazierte nie auf seinem Bürgersteig. Warum also erlaubte er sich diese unfeinen Anrempelungen? Er stoppte zwar immer, so, oft er über die Straße herüberstürzte, zwei Schritte vor ihr und beschränkte sich darauf, seinen Zorn in komischen Luftsprüngen und Scheinangriffen zu verpuffen, aber er schimpfte so unermüdlich, daß man nicht zu Worte kam, und zu Tätlichkeiten wollte sie sich nicht hinreißen lassen. Der Kleine tat ihr im Grunde leid, und so zog sie sich jedesmal mit einem geschmeidigen Satz auf die Fensterbank zurück, bis dem Kläffer die Zunge lang hing und er abtrollte.

Auch diesmal hatte sie wieder ihren Lieblings- platz eingenommen. Aber der lärmende Fox be­nahm sich so ungewöhnlich angriffslustig, daß es sie reizte, sein Ungestüm zu steigern. Sie stellte sich an den Rand der Fensterbank und ließ spielerisch bald diese, bald jene Pfote Überhängen. Gutmütig und ein wenig mitleidig sah sie auf den Springen­den herab, der sich erfolglos erschöpfte und zu guter Letzt nur noch die Vorderbeine hochbrachte.

Da stellte sie mit einem Blick nach dem alten Fliederstrauch im Vorgarten fest, daß dessen Ast­gabel eine Spanne niederer war, als das Fenster, und schon schnellte sie mit einem lautlosen Satz hinüber. Fox wurde im Augenblick sprachlos und wich unsicher zurück. Als aber die Katze in der Gabel stehen blieb und mit der rechten Vorderpfote immerzu lockte und winkte, begann der Hund von neuem wider sie Sturm zu laufen, mit dem gleichen Mißerfolg jedoch wie zuvor.

Enttäuscht gab die Katze plötzlich die Spielereien aus. Sie hatte nur noch einen verachtungsvollen Blick für den lächerlichen Lärmer. Das war kein Gegner, ihrer würdig. Und er sollte es wissen und einen Denkzettel haben. Sie rutschte, mit dem Kopf nach vorn, vorsichtig tiefer und blieb an den ein- geschlagenen Krallen wie an Steigeisen hängen.

Wäre der Fox ein scharfer Beobachter gewesen, hätte ihm der veränderte Blick der Katze auffallen müssen. Ein böses Funkeln glühte in ihm, der Schnurrbart spreizte sich mit Ieifern Zittern, das Fell wurde dicker. Der ganze Tierkörper war ge­laden mit gefährlicher Spannung.

Und nun, da Fox wieder kläffend hochsprang, ge­schah es, daß blitzschnell die krallenbewehrte Pfote ausholte und ihm auf die Schnauze hieb. Mit gellendem Wehlaut und eingezogenem Hinterteil schlich der Drahthaarige heim, während die Katze, ihn keines Blickes mehr würdigend, sich zur wohl­verdienten Ruhe auf der Fensterbank ausstreckte.

P. B.

Dornotizen.

Tageskalender für Samstag.

Deutsches Reichssportabzeichen: 17 bis 18.30 Uhr Universitäts-Sportplatz, Dorbereitungskursus. Gloria-Palast (Seltersweg):Land der Liebe."

Tageskalender für Sonntag.

RAD. Abteilung 5/222 Gießen: Sommerfest im Philosophenwald. Bei ungünstiger Witterung findet die Veranstaltung im Saale statt. Gloria-Palast (Seltersweg):Land der Liebe." Gießener Rad­fahrer-Verein 1885: Großer Straßenpreis von Gie­ßen, Start 6 Uhr: 16 Uhr, Waldsportplatz, 2. Bahn- Radrennen. Oberhessischer Gebirgsoerein: Wan­derung.

Die teutfdtt Arbeitsfront

r IL9.=Üemcinfthaftflraft durch freute"

Deutsches Reichssporlabzeichen.

Dorbereitungskursus für Männer und Frauen gemeinsam. 4908D

Heute, Samstag, den 24. Juli, beginnt in der Zeit von 17 bis 18.30 Uhr auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg eine neuer Dorbereitungskurs für die Erwerbung des Reichssportabzeichens. Gebühren für DAF.-Mitglieder, 6 Unterrichtsstunden, 1,80 Mark.

Rollschuhlauf.

Das Sportamt eröffnet auf der Rollfchuhbahn an der Schlageteranlage Kurse für Anfänger. Rollschuh­laufen ist dem Eisläufen nahe verwandt. Es ist ein schönes Vergnügen, in Bogen, Schwingen und Keh­ren auf dem Asphalt oder Zement anmutsvoll da­hinzugleiten. Die Uebungszeiten wurden auf Diens­tag und Donnerstag in der Zeit von 20 bis 21.30 Uhr angesetzt. Die Gebühren betragen pro Unter­richtsstunde 30 Pf. Rollschuhe werden vom Sportamt gestellt. Anmeldungen nimmt das Sportamt, Schan­zenstraße 18, entgegen. 4946D

Herbstverbandstag

des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen.

Am 8. August findet in Nieder-Befsingen der Herbstoerbandstag des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen statt. Auf der Tagesordnung stehen Be­richterstattung, Rechnungsangelegenheiten, Wahl der Rechnungsprüfer, Anttäge, Verschiedenes und Hebung.

Wegegeld für mittellose Wehrpflichtige.

NSG. Bei der (Einberufung von Wehrpflichtigen zur Ableistung des Wehrdienstes ergeben sich Fälle, in denen die (Einberufenen nicht über die notwendi­gen Geldmittel zur Bestreitung der Fahrtkosten

verfügen. Solche Wehrpftichttge können für die Reise vom Aufenthaltsort bis zum Gestellungsort ein Wegegeld erhalten. Dieses Wegegeld ist unter Vorlegung des Gestellungsbefehls möglichst früh- zeittg bei der Gemeinde des Wohnortes zu bean« tragen.

Gießener lvochenmorktpreife.

* Gießen, 24. Juli. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, (Eier, deutsche, Klasse A 10%, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, Wirsing, % kg 12 bis 18, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 12 bis 18, gelb 15 bis 18, Erbsen 20 bis 35, Tomaten 25 bis 40, Zwiebeln 10 bis 12, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, % kg 30 bis 45 Pf., Falläpfel 5 bis 8, Pfirsiche 30 bis 40, Himbeeren 25 bis 30, Brom­beeren 35 bis 40, Birnen 25 bis 40, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 15 bis 30, Johannisbeeren 15 bis 20, Pflaumen 30 bis 45, Mirabellen 40 bis 45,

Das \ \

Schönheifsrtez&pf

Renekloden 40 bis 50, Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 1 bis 1,16 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumen­kohl 20 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 2 bis 4, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf., Weißkraut, 50 kg 8 Mark.

*

** A u f dem Wege der Besserung. Wie wir auf Anfrage bei der Chiruraijchen Klinik er­fahren, ist das Befinden des Unterbannführers V ö l s i n g , der am Donnerstagabend in der Lud» wigstraße schwer verunglückte, erfreulicherweise be­friedigend. Unterbannführer Völsing ist wieder bei Bewußtsein. Man hofft zuversichtlich, sofern keine Komplikationen eintreten, ihn am Leben erhalten zu können.

** Fahrplanänderung auf der Lumda­talbahn. Vom Bahnhof Gießen wird uns mit­geteilt: Ab Montag, 16. August 1937, wird der Per­sonenzug Nr. 2563 W GießenLollarGrünberg, Abfahrt in Gießen 13.16 Uhr, Grünberg an 14.17 Uhr, für den Schülerverkehr später gelegt. Er ver­kehrt von diesem Tage ab wie folgt: Gießen ab 13.26 Uhr, Lollar an 13.34 ab 13.35, Daubringen an 13.40 ab 13.41, Mainzlar an 13.43 ab 13.44, Treis an 13.49 ab 13.50, Allendorf an 13.54 ab 13.58, Londorf an 14.05, ab 14.06, Kesselbach an 14.09 ab 14.10, Odenhausen an 14.12 ab 14.13, Geilshausen an 14.16 ab 14.17, Lumda an 14.22 ab 14.23, Beltershain an 14.25 ab 14.26, Grünberg an 14.32 Uhr. Durch diese Fahrplanänderung wird ab 16. August der Anschluß in Grünberg an den Personenzug Nr. 573 GießenFulda, Gießen ab 13.48, Grünberg ab 14.26 Uhr nicht mehr erreicht.

** Schweinemarkt in Gießen. In der Diehversteigerungshalle Rhein-Main am Güter­bahnhof findet am nächsten Mittwoch, 28. Juli, Schweinemarkt statt.

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

+ Grünberg, 23. Juli. Bei den Schwimm­prüfungen an der Volksschule, die vor den Sommerferien unter Leitung von Schulamtsanwär- ter Wenzel durchgeführt wurden, waren im gan­zen 47 Schüler erfolgreich. Die Urkunde im Frei­schwimmen (15 Minuten ununterbrochen schwim­men) errangen 16 Knaben und 13 Mädchen. Die Prüfung im Fahrtenschwimmen (40 Minu­ten ununterbrochen schwimmen) bestanden 10 Kna- ben und 8 Mädchen. Die Urkunden wurden den Schülern an den beiden letzten Schultagen vor den Ferien im Anschluß an den Frühsport überreicht. An der Volksschule Grünberg sind in den Jahren 1935, 1936 und 1937 im ganzen 110 Urkunden im Frei- und Fahrtenschwimmen ausgeteilt worden.

ch Lauter, 23. Juli. Durch das gute Wetter dieser Woche begünstigt, ist das Korn schneiden allgemein beendet worden. Hafer und Weizen haben bei dem günstigen Wetter gut gereift, und so ist mit dem Schnitt des Weizens begonnen worden. Die ersten hochbeladenen Erntewagen werden in die Scheuer eingebracht. In diesen Tagen trafen nun Angehörige des Reichsheeres ein, die den Bauern zur Hilfe bei den (Erntearbeiten zugeteilt wurden.

co Eberstadt, 23. Juli. Im Saal der alten Schule fand eine Bauernoersammlung statt, in der Ortsbauernführer Gärlach die neuen Bestimmungen und Preise im Getreidewirffchafts- jahr 1937/38 bekanntgab. Er wies ferner darauf hin, daß es auch für die Herbstarbeiten möglich sei, die Männer vom Arbeitsdienst in Anspruch zu nehmen. Im Verlaufe der Versammlung wurde über die Einbringung des Flachses, der hier gemein« schaftlich angebaut wird, Beschluß gefaßt. Zum Schluß der Versammlung wies der Ortsbauernffih- rer darauf hin, daß vom Reich auch weiterhin für die Erstellung von neuzeitlichen Jauchegruben und Düngerstätten Zuschüsse gegeben werden.

Kreis Bübingen.

8 Nidda, 23. Juli. Wie im Vorjahr, so herrscht auch in diesem Jahre eine äußerst rege Bau­tätigkeit. In erster Linie wurden die an der neu errichteten Beundestraße erstellten Häuser be­zugsfertig hergestellt ober werden es noch bis zum Herbst. Außerdem führte man an zahlreichen Wohn- und Geschäftshäusern, sowie Wirtschaftsgebäuden, umfangreiche Erweiterungs - und Umbau- t e n aus. Für die auf 450 Stück gestiegene Schaf­herde errichtet man zur Zeit auf der Gänswiefe eine freitragende Halle von fast 500 Quadrat­meter Bodenfläche als Aufenthaltsort bei ungün­stiger Witterung. Ein Wohnhaus für den Schäfer soll in der Nähe später folgen. Die Milchgenossen- schaft ersetzt ihren unzureichenden Sammelraum durch einen nur dafür bestimmten Neubau in der Gerbergasse.