Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. HI 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Manatsbezugspreis NM. 2,05 einfchließlick 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist ^relslifte Nr. 4 vom 1. Aziril 1937 ftiUtifr
Der 1. Mai in der Reichshauptstadt.
Das Programm für den Nationalfeiertag in Berlin.
gekauft, es ist d e r g r ö ß t e Z u ck e r k ä u f e r und neben der Wehrmacht der grüßte Käufer auf dem Gebiet der Textil» und Schuhwaren. Hil- genfeldt nahm auch Stellung zu dem dummen und törichten Gerede, daß die Aufrüstung aus den Mitteln des WHW. mit finanziert werde, und wies zahlenmäßig nach, daß der Durchschnittssatz bei der Betreuung einer bedürftigen Fami- l i e zwischen 100 bis 120 Mark liegt. Bei 3,5 Millionen Familien ergibt sich schon bei einem Durchschnittssatz von 100 Mark eine Summe von 350 Millionen. Zum erstenmal kann das WHW. jetzt Ueberschüsse für allgemeine Aufgaben der deutschen Wohlfahrtspflege verwenden. Es ent- l a st e t das deutsche Volk dadurch in den Sommermonaten von Sammlungen des Roten Kreuzes, der Caritas, der Inneren Mission und des Reichsmüttsr- dienstes. Hervorzuheben ist, daß an die Stelle der Massengüter des ersten WHW., insbesondere der Kartoffel- und Mehlzuteilung, die Verteilung von hochwertigen Gütern getreten ist. So ist beim Fleisch die Zuteilung von 3,5 Millionen Kilogramm im ersten Jahre auf 8,4 Millionen Kilogramm gestiegen, bei Fisch von 1,9 Millionen auf 10 Millionen Kilogramm, bei Zucker von 3,2 auf 7,1 Millionen Kilogramm und bei Gemüse von 3,8 auf fast 26 Millionen Kilogramm. Besonders klar teilte der Redner heraus, daß die Fürsorgearbeit der nationalsozialistischen Wohlfahrtspflege die Wirt- chaft, die heute bereits vor der Frage steht, wo ie gesunde und kräftige Arbeiter hernimmt, in )ohem Maße angeht. Don dieser Arbeit hängt für die Nation selbst und für die Wirtschaft unendlich viel ab.
Berlin, 23. April. (DRV.) Zum fünften Mal begeht am 1. Mai 1937 das deutsche Volk seinen 31 a t i o n a l f e i e;T f a g im nationalsozialistischen Reich. 3m Mittelpunkt der Feiern stehen wiederum die Veranstaltungen in der Reichshauptstadl. Die Hauptkundgebung findet wieder im Lustgarten statt. Dagegen erfolgt die Iugendkundgebung im Olympiastadion, bei der mit einer Teilnehmer- Zahl von 150 000, also fast der doppelten Zahl des Vorjahres, gerechnet wird. Sie wird durch eine An- prache des Reichsjugendführers eröffnet. Rach einer Rede des Reichsministers Dr. Goebbels spricht dann der Führer zur deutschen Jugend. Um 10 Uhr beginnt die Festsitzung der Reichskulturkammer im Deutschen Opernhaus, in deren, Mittelpunkt die Rede des Präsidenten der Reict^kulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, steht, der die Verkündung des Buch- und Filmpreises 1 9 3 7 vernimmt 3m Anschluß an die Festsitzung fährt der Führer durch die Spalierstrahe, an der die Schaffenden Berlins Aus
stellung genommen haben, zum Lu st garten, wo um 12 Uhr der Staatsakt seinen Anfang nimmt Der Aufmarsch der Fahnen erfolgt um 11.30 Uhr auf dem Schloßhof. Rach Ansprachen des Reichsministers Lr. Goebbels und des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley spricht der Führer zu den Schassenden Deutschlands.
Am Rachmittag um 17 Uhr werden die Arbeiterabordnungen aus allen deutschen Gauen und die Sieger des Reichsberufswett- kampfes vom Führer empfangen. Die Abend- kundgebung im Lustgarten leitet ein Fackelzug ein, an dem rund 12 000 Angehörige der drei wehrmachtsteile, der Kampfformationen und der Gliederungen der Bewegung sowie Abordnungen der verschiedensten Organisationen teilnehmen. 3m Mittelpunkt der Abendkundgebung steht die Rede des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring. Den Abschluß bildet der von vier Musikkorps der । Wehrmacht ausgeführte Große Zapfenstreich.
Dresdner 3ahresschau 1937 „Garten und heim".
Die Dresdener Jahresschau 1937 „Garten und Heim" wurde durch ihren Schirmherr», den Reichsminister und Leiter der Reichsstelle für
Raumordnung, Kerrl, feierlich eröffnet. Der Reichsminister wies darauf hin, daß der große
Erfolg der Reichsgartenschau im vergangenen Jahre gezeigt habe, wie tief im völkischen Leben der
Grundsatz von Blut und Boden schon heute wur
zelt. Das Volk, das durch die gesteigerte Jndustrieali- sierung und Technisierung des Lebens mehr und mehr von der Natur abgedrängt worden sei, er- zwinge sich den Weg zur Natur zurück. Es habe erkannt, daß die Loslösung vom deutschen Boden den Volkstod bedeuten wurde. Der Minister kennzeichnete die Raumnot, unter der das deutsche Volk zu leiden hat; deshalb müsse mit dem knappen Raum auf das sorgfältigste umgegangen werden. Der F ü hr e r habe die Reichsstelle für Rgmnord- nung eingerichtet, die darüber zu wachen habe, daß nirgends planlos mit diesem kostbaren Raum verfahren wird. Die Jahresschau „Garten und Heim" gebe den Volksgenossen die Möglichkeit, sachliche und notwendige Anregungen auf dem lebenswichtigen Gebiet von Garten und Heim zu erhalten; deshalb finde sie auch das Interesse des Führers. Generalmusikdirektor Leo Blech in den Ruhestand getreten.
Generalmusikdirektor Staatskapellmeister Leo Blech hat nach 31jähriger Tätigkeit an der Berliner Staatsoper die Altersgrenze erreicht und tritt in den Ruhestand.
Reuschnee im Allgäu.
NG-Bund deutsche Technik.
Generalinspettor Or. Todt fordert größte Beachtung der Nachwuchsfrage
d Luxemburg auf dem Abschieds- m. Sie sollen, ebenso wie ihre noch
Aus aller Well
feier
General von Kuhlwein f.
Der Stellvertreter des Bundesführers des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhöu- e r b u n b) E. V., Generalmajor a. D. vonKuhl - wein, ist am Freitagabend nach längerer Krank- beit verschieden. Generalmajor Horst Kuhlwein vonRathenow entstammt einer alten Soldaten
schon eingetroffenen etwa 30 Gesellen aus Ungarn uni
Das Haus der Deutschen Kunst ist vollendet.
Der Bau des Hauses der deutschen Kunst in München ist vollendet. Die Vorarbeiten für die große deutsche Kunstausstellung sind in vollem Gange. Dom 16. bis 18. Juli findet der Tag der deutschen Kunst mit der Eröffnung des Hauses statt. Das nationalsozialistische Deutschland wird sich der Welt in seinem ureigensten Kunstschaffen offenbaren, dem vom F üh r e r die Wege gewiesen worden sind. Der Tag der deutschen Kunst wird der Höhepunkt der für dieses Jahr in Deutschland geplanten kulturellen Veranstaltung sein. Vom 16. bis 18. Juli wird München Schauplatz des Festes sein. Nicht nur die Gäste aus dem Reich und dem Auslande, sondern die ganze Bevölkerung Münchens soll an den Veranstaltungen Anteil haben. Die Eröffnungsfeier findet im Kongreßsaal des deutschen Museums statt. Am 17. Juli findet die Jahresversammlung der Anstalt des öffentlichen Rechts „Haus der deutschen Kunst" und die zweite Jahresversammlung der Reichskammer der bildenden Künste statt. Am Abend wird die Reichsregierung einen Empfang geben. Höhepunkt ist die Einweihung des Hauses der deutschen Kunst am 18. Juli. Der große Festzug wird unter dem Titel „Zweitausend Jahre deutsche Kultur" stehen. So wird alles dazu angetan sein, den Tag der deutschen Kunst zu einem Fest zu gestalten, wie es selbst München in diesem Ausmaß noch nicht erlebt hat.
Muffotini
an Bord eines deutschen Schiffes.
58 e n e b i g, 23. April. (DNB.) Mussolini zeichnete bas in Venedig liegende Vergnügungsreiseschiff der Hamburg-Amerika-Linie „M i l w a u k e e" durch einen Besuch aus. Zu seinem Empfang war Generaldirektor Dr. Hoffmann aus Hamburg erschienen. Außerdem hatte sich die Deutsche Kolonie Venedigs an Bord eingefunden. Auf eine Begrüßungsan- prache, die mit Ueberreidjung einer Erinnerungsgabe verbunden war, dankte Mussolini in deutscher Sprache mit den Worten: .E s lebe die neue deutsche Marin e". Auf seinen Wunsch schloß ich eine eingehende Schiffsbesichtigung an, wobei der Duce sein besonderes Interesse der Maschinenanlage zuwandte. Unter den Klängen der Giovinezza und des Horst-Wessel-Liedes schritt Mussolini die Front der Besatzung ab. Das Motorschiff „Milwaukee" hatte über die Toppen geflaggt und führte im Vortopp die Standarte des Duce.
Die Beisetzung
des Generals von Gattwitz.
5000 Handwerksburschen gehen auf Wanderschaft.
Berlin, 23. April. (DNB.) Im Lustgarten konnte am Freitagnachmittag Reichsorganisationsleiter Dr. Ley eine große Zahl von Handwerksburschen zur Wanderung durch die deutschen Gaue verabschieden und damit das diesjährige Ge- fellenwandern in Deutschland eröffnen. Rund 200 Berliner und kurmärkische Gesellen wurden auf Fahrt geschickt, darunter erstmalig 50 Austauschhandwerker, die ins Ausland, und zwar nach Italien, Ungarn und Luxemburg, gehen. Gleichzeitig konnte Dr. Ley neben Vertretern des ungarischen Jndustrieministeriums und des luxemburgischen Arbeitsministeriums die inzwischen
zugelassen.
Volk ohne Raum.
General von EPP aus der Kölner Tagung des Reichskolonialbundes.
Köln, 24. April. (DNB.) Im Rahmen der Gau- oerbandstagung des Reichskolonialbundes in Köln fand in der Rheinlandhalle eine koloniale Gedenkstunde statt, auf der der Reichsleiter des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP, und Bundesführer des Reichskolonialbundes, Reichsstatthalter Ritter von Epp, sprach. Ritter von Epp wies auf die Verdreifachung der deutschen Bevölkerung während der letzten 100 Jahre hin, was einer Verknappung des deutschen Lebensraumes um zwei Drittel gleich- komrne, sowie auf die außerordentliche Entwicklung der Technik. Als Folge dieser Entwicklung habe sich der deutsche Industriestaat gebildet, der mehr Menschen auf seinem Boden beherberge, als er durch die Erzeugnisse des eigenen Bodens ernähren konnte, während der außerordentliche Bedarf an Roh- und Werkstoffen nicht im deutschen Lebensraum zu finden war, also eingeführt werden mußte.
appell begrüßen. Sie sollen, ebenso wie ihre noch unterwegs befindlichen italienischen Kameraden, im Austausch gleichfalls ein Jahr durch Deutschland wandern. Insgesamt werden im Lause dieses Jahres im ganzen Reich etwa 5000 Gesellen den Wanderstock in die Hand nehmen. Dr. Ley richtete herzliche Abschiedsworte an die angetretenen Handwerksburschen und setzte sich an die Spitze des Zuges, der nun mit Musik bis vor den Reichstag marschierte, wo ein Vorbeimarsch aller Wandergesellen vor Dr. Ley und abschließend die Verteilung der Wegzehrung erfolgte. Jeder Geselle erhalt für die Dauer der Wanderschaft ein Gutschein h e f t mit 60 Scheinen zu je einer Mark, von denen täglich nur einer, höchstens zwei eingelöst werden Dürfen. Zu dem Auslandsaustausch wurden natürlich nur fachlich besonders bewährte, charakterlich und politisch einwandfreie Handwerker
südwärts erstreckendes kräftiges Hochdruckgebiet hat sich auch für Deutschland mit lebhaften nördlichen Winden eine Zufuhr kühler Meeresluft eingestellt. Sie bedingt besonders in Mittel- und Ostdeutschland Unfreundlichkeiten des Wetters mit Regen, im Gebirge auch Schneeschauer, und macht sich in abschwächendem Maße auch bis zu uns hin bemerkbar. Der Hochdruckeinfluß wird sich nach Westen weiter verstärken.
Aussicht en für Sonntag: Häufig aufheiternd und besonders nach Norden und Osten hin vereinzelte Schauer, im ganzen jedoch fortschreitende Besserung, nachts frisch, tagsüber nur mäßig warm, überwiegend nördliche Winde.
AussichtenfürMontag: Weiter fortschreitende Besserung und Erwärmung.
Lufttemperaturen am 23. April: mittags 11,7 Grad Celsius, abends 8,4 Grad ; am 24. April: morgens 5,7 Grad. Maximum 12,1 Grad, Minimum heute nacht 4,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. April: abends 9,2 Grad; am 24. April: morgens 6,7 Grad. — Niederschläge 0,7 mm. — Sonnenscheindauer 0,6 Stunden.
Aus Kempten wird gemeldet: Während es im Tal seit 24 Stunden ununterbrochen regnet, herrscht in den Bergen lebhafter Schneefall. Die Schneegrenze geht fast bis zur Talzone herab.
Vierfacher Mörder zum Tode verurteilt.
Das Schwurgericht Rottweil (Württbg.) verurteilte den Josef Schäfer aus Beira m Hohen- zollern wegen vier Verbrechen des Mordes viermal zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Verbrecher, der wäh- rend der Verhandlung ein zynisches Wesen zur Schau getragen hatte, nahm das Urteil mit Gleichgültigkeit aus. — Schäfer kam schon mit 16 Jahren zum ersten Male mit dem Strafgesetz in Konflikt. Mit 17 Jahren beging er seinen ersten Einbruchsdiebstahl, 1935 begann die furchtbare Kette seiner Mordtaten. Den Hausierer Paul Kaiser ermordete er, nahm die Ausweispapiere an sich und verscharrte die Leiche. Einige Tage später traf er den Tagelöhner Johann Widmann. In einem Heuschlippen, wo beide übernachteten, erschlug er den schlafenden Widmann mit einem Schraubenschlüssel. Die Leiche vergrub er, nachdem er sich der Ausweispapiere bemächtigt hatte. Unter dem Namen Widmann begann er ein Liebesverhältnis mit der 21 Jahre alten Luise Spieß, entführte und ermordete sie bald darauf. Sein viertes Opfer, Franz R o t h f u ß , tötete er mit 52 Messerstichen, nahm ihm Ausweispapiere sowie Bargeld ab und verscharrte sein Opfer wie die früheren.
Zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.
Das Schwurgericht Traunstein verurteilte den Heinrich Leimer von Nieder-Reißbach bei Dingolfing wegen zweier Verbrechen des Totschlags zu lebenslänglichem Zuchthaus. Leimer war, wie gemeldet, beschuldigt, bei einem Einbruch 1919 die Bauerntöchter Rosa und Katherina S t e r f • Unger in Geberting bei Trostberg durch Kopf- schüsse getötet zu haben. Das Verfahren gegen den Mitangeklagten Otto Tafelmeier, der bei dem Einbruch Spähe gestanden hatte, wurde eingestellt. Der Staatsanwalt hatte wegen Mordes die Todesstrafe beantragt.
3 Millionen Mark Geldstrafe für ungeheuerliche Steuerhinterziehung.
Der Kieler Margarinefabrikant Ludwig Harder ist wegen fortgesetzter Steuerhinterziehung für rund 1 Million Kilogramm steuerpflichtiger Fette mit insgesamt 3 Millionen Mark Geldstrafe belegt worden.
Meuterei in einem chinesischen Gefängnis.
Von Kommunisten aufgehetzt, meuterten 80 Insassen des Gefängnisses Fuschun bei Tschungking (Szetschuan). Die Sträflinge überwältigten die Wachtposten und griffen darauf unter Benutzung der erbeuteten Waffen eine in der Nähe liegende Kaserne an. Bei dem Kampf zwischen Militär und den Verbrechern wurden 20 Sträflinge getötet und 10 Soldaten verwundet. Die übrigen 60 Sträsinge konnten flüchten. Bei den Gefallenen wurden Papiere gesunden, aus denen heroorgeht, daß eine gemeinsame Aktion in der Nähe befindlicher Kommunistenbanden mit den Sträflingen geplant war. Das vorzeitige Losschlagen der Gefängnisinsassen verhinderte jedoch die Durchführung des kommunistischen Planes.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt
Begünstigt durch tiefen Luftdruck über Nordeuropa und ein von Grönland über Island und England sich
Die Stadt Freiburg stand im Zeichen der . lichen Beisetzung des Generals von Gallwitz, der der Ehrenbürger der Stadt war. Nach der kirchlichen Feier wurde der Sarg vor dem Gefallenendenkmal des ehemaligen J.-R. 113 aufgebahrt, won der Staatsakt vor sich ging, und wo die Truppen zur Trauerparade angetreten waren. General der Infanterie Geyer legte im Namen des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehr- macht und für den Reichskriegsminister zwei große Lorbeerkränze an? Sarge nieder. Den letzten Gruß des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst Freiherrn von Fritsch, überbrachte Generalleutnant Hahn. Dann trat General Geyer vor den Sarg, um dem toten General einen herzlichen Nach» ruf zu widmen. Er führte u. a. aus, daß das deutsche Volk heute mehr denn je die Soldaten des großen Krieges geehrt wissen wolle, den einfachen Soldaten ebenso wie den großen Heerführer. Darum habe der Führer des deutschen Volkes, Adolf Hitler, angeordnet, daß General von Gallwitz ein Staatsbegräbnis bereitet werde. Er bringe damit -um Ausdruck, daß der Soldat von Gallwitz in feinem Leben und Wirken über das Soldatentum hinausgewachsen sei. Er habe staatliche Bedeutung gewonnen und solle vom Staat geehrt werden.
familie. Er trat 1893 in das Königs-Grenadier-Regi- ment in Liegnitz ein. 1902 bis 1905 nahm er an der Ostasien-Expedition teil. 1914 rückte von Kuhlwein mit dem 4. Garde-Regiment ins Feld und führte als Kommandeur des I. Bataillons erfolgreiche Gefechte durch. Er erhielt bereits im September 1914 das E. K. I. 1915 wurde von Kuhlwein zum Major befördert und als Adjutant dem Generalkommando des Gardekorps zugeteilt. 1917 wurde er wieder Bataillonskommandeur des 4. Garde-Regiments und nahm unter dem Befehl des jetzigen Bundesführers des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund) Oberst Reinhardt, an der Märzoffensive 1918 teil.
1918 übernahm er die Führung des Reserve-Jn- fanterie-Regiments 202, das in schweren Kämpfen an der Somme stand und wurde dann Kommandeur des Infanterie-Regiments 396. das er in mustergültiger Ordnung von Valenciennes nach Neuruppin zurückführte. Bei der Eroberung des roten Berlins führte er das mobile 4. Garde-Regiment zur Fuß der Brigade Reinhardt. 1922 wurde er Oberst beim Stabe des Infanterie-Regiments 9 der Reichswehr in Potsdam und drei Jahre später Kommandeur des 5. preußischen Infanterie-Regiments (Stettin). 1928 trat er als Generalmajor in den Ruhestand. Generalmajor von Kuhlwein wurde nach dem Kriege als hervorragender Turnierreiter bekannt.
Eine der wichtigsten Aufgaben sei die Frage des Nachwuchses. Wissenschaft und Praxis seien seit Jahren besorgt, daß der Bedarf an technischem Nachwuchs nicht gedeckt werden könnte. Die Mittelschulen Münchens hätten z. B. in den letzten Jahren jährlich nur 3 bis 5 v. H. der abgehenden Schüler für den technischen Beruf zur Verfügung gestellt, in den Technischen Hochschulen sei die Zahl der Studierenden von 6000 auf 1500 zurückgeaan- gen. Das Hauptamt für Technik habe deshalb Maßnahmen veranlaßt, mit denen die ungünstige Entwicklung der Nachwuchsfrage entgegengewirkt werden solle. Es müsse weiter dafür gesorgt werden, daß die Werke der Technik unserer Zeit nicht nur wirtschaftlich rentabel, sondern kulturell hochwertig seien. Schließlich sei es Aufgabe der deutschen Technik, den Ingenieur a l 's nationalsozialistischen Führer im Betrieb zu erziehen, denn kein Berufstreibender sei in solchem Maße dauernd mit arbeitenden Volksgenossen, wie der deutsche Ingenieur, umgeben. Die übergeordneten kulturellen Aufgaben der deutschen Technik zu erkennen, die Aufgaben zu stellen und sie zu lösen, sei die Aufgabe der in unserer Zett lebenden technischen Generation. „Lösen wir diese Aufgabe, so erfüllt die Technik damit die Sendung, die ihr im Zuge der nationalsozialistischen Revolution zufällt."
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley gab in großen Zügen ein Bild des nationalsozialistischen Ideengutes, in dessen Mittelpunkt der schaffende deutsche Mensch steht. Sinn unserer Zeit sei es, den Menschen in den Mittelpunkt alles Wollens zu stellen, um ihm alles zu vermitteln, was Technik, Natur, Kultur und alle Errungenschaften der Jahrhunderte gebracht haben. Alle Einrichtungen und Verbände sollten nicht den Menschen beherrschen, sondern ihm dienen. Die Fähigkeiten der deutschen Ingenieure und Wissenschaftler gehörten nicht dem einzelnen, sondern dem gesamten deutschen Volk. Aufgabe des neuen Bundes sei es auch, darüber zu wachen, was dem Volk nütze, und alles fernzuhalten, was ihm schaden könnte. Dor aller Leistung stehe die Gemeinschaft.
Während die übrigen Kolonialmächte bereits im 16., 17. und 18. Jahrhundert dazu übergegangen seien, sich einen großen überseeischen Besitz zu verschaffen, sei Deutschland erst im 19. Jahrhundert zum Erwerb von Kolonien geschritten, als die b e ft e n Teile der Welt bereits ihre B e - sitzer gefunden hatten. Den eigentlichen Wert eines Kolonialbesitzes habe Deutschland erst während des Krieges und in den darauf folgenden Jahren einschätzen gelernt, da ihm früher der Weltmarkt offenstand und somit ein unmittelbares Bedürfnis für Kolonien nicht in dem Maße bestand, wie es später der Fall war und das weltwirtschaftliche Gleichgewicht der Welt nicht mehr bestand.
Ritter von Epp wandte sich dann der Frage der Verteilung der Welt zu, die durch Räume ohne Volk charakterisiert sei, und stellte fest, daß eine Bevölkerung von nicht zwei Millionen Weißen a I s südafrikanische Union ein Gebiet von nahezu der dreifachen Große Deutschlands besitze und da ferner nur der zehnte Teil der Einwohnerzahl Deutschlands auf dem zwanzigfachen Lebensraum unseres Volkes in Australien lebe, um damit darzutun, wie berechtigt die deutsche Forderung auf Erweiterung des deutschen Lebensrau- ^Jm^übrigen sei nicht einzusehen, warum allein das Deutsche Reich darauf angewiesen sein solle, nur indirekt an den Reichtümern dieser Erde teilzuhaben. Es gebe keine Begründung dafür, daß man einem Volk die Erzeugnisse aus seinem eigenen Besitz vorenthalte, um sich selbst den Gewinn aus ihrem Verkauf nicht entgehen zu lassen. Die Kolonien gehörten in den Bereich der eigenen Währung, so daß die Rohstoffe mü eigenem Seide bezahlt und di- Industrie mit Mitteln der heimischen Währung finanziert werden könne ohne daß dabei die Beschaffung„ausland.s^ mittel notwendig wäre. Unter lebhaftem Beifall her Zuhörer zitierte der Redner em Wort des Führers daß das deutsche Volk mcht aufhoren werde, feine gerechte Forderung auf Rückgabe ferner Kolonien immer wieder zu stellen, undi gab bet Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen werde die e Frage einer befriedigenden Losung auf friedlichem Wege zuzuführen.
Berlin, 23. April. (DNB.) Im Berliner Sport- palast fand aus Anlaß des Zusammenschlusses der technisch-wissenschaftlichen Verbände und Vereine aller Fachrichtung zu einem einzigen großen die gesamte deutsche Technik umfassenden nationalsozia- 1'tischen Bund deutscher Technik, der dem Hauptamt für Technik in der Reichsleitung der NSDAP, angeschlosien ist, eine Kundgebung statt. Neben dem Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmü 1- l e r und dem Reichspoftminister Dr. O h n e s o r g e ah man Vertreter aller Reichsministerien mit den ührenden Männern der verschiedensten Partei- iienststellen, zahlreiche Offiziere, Führer der SA., SS., des NSKK., des Arbeitsdienstes, der Techni- chen Nochilfe, des NS.-Rechtswahrerbundes sowie Rektoren der deutschen Universitäten und technischen Hochschulen.
Generalinspchor Or. Todt
führte u. a. aus: „Auch das materielle Gebiet der Technik kann seine übergeordneten Aufgaben nicht in der Lösung technischer Einzelfragen erschöpft sehen. Auch dieses Gebiet wird erfaßt von der nationalsozialistischen Idee und ist nach ihr auszurichten. Ueber die nationalsozialistische Haltung der deutschen Technik zu wachen, die Vielheit der im Berufsleben tätigen Techniker in diesem Sinne zu erziehen und zu führen, und die wichtigsten über- geordneten Aufgaben herauszustellen, ist die Aufgabe der technischen Organisationen, die mit dem heutigen Tage ihre endgültige äußere Form gefunden haben." Um eine Vereinfachung herbeizu- ühren, seien im nationalsozialistischen Bund deutscher Technik zunächst fünf Fachgruppen gebildet worden, in denen sich die Vereine, die verwandte Sondergebiete bearbeiteten, ordnen sollten. Zwei weitere organisatorische Maßnahmen, die Erklärung des Amtes für Technik zum Hauptamt in der Reichsleitung der NSDAP, und die Bildung des Amtes für technische Wissenschaften in der DAF. und im Zusammenhang damit das Beitragsabkommen zwi- chen der DÄF. und dem NSDBT. ergänzt die Bildung des NSDBT.


