Ausgabe 
24.4.1937
 
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Samstag, 24. April 1937

Ur. 95 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Zrantturt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Universtlats Such- und Zteindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8

klang gebracht werden.

Dos Echo der Besprechungen von Venedig

Irarung:

Der Duce

das be-

recht günstig. Zwischen Oesterreich und Rumä­nien seien lediglich gewisse Schwierigkeiten wirt­schaftlicher Natur vorhanden, die wedel" ernster Na­tur, noch unüberwindlich erschienen.

Diplomatie aus weisen.

Die europäische Diplomatie ist in Bewegung ge­raten. Früher allerdings war Genf, der Sitz des Völkerbundes, das Ziel der meisten Diplomaten­reisen. Hier hofften die Außenminister gelegentlich der Sitzungen der einen oder andern Völterbunds- institution in vertraulicher Aussprache mit Kollegen nicht nur allgemeine Probleme zu klären, sondern auch nationale Interessen zu fördern. Die meisten Minister des Ostens scheuten nicht den Umweg über Paris, um vor dem großen Dölkerpalaver am Gen­fer See die Meinung des französischen Verbündeten zu erforschen und selbst bei den Engländern hatte sich die Gepflogenheit herausgebildet, auf der Reise nach Süden, wenigstens einige Stunden in Paris Station zu machen, um mit dem Quai d'Orsay Fühlung zu nehmen und die übliche Einheitsfront der Großen herzustellen, bevor man in Genf als arbiter mundi austrat. Das waren während des ersten Jahrzehnts nach dem Versailler Diktat, das ja die Geburtsurkunde des Völkerbundes in sich schließt, Genfs große Tage. Es war die Zeit der Briand, Herriot und Paul Boncour, die als Frankreichs redegewaltige Delegierte hinter dem Pathos der großen Worte von Verständigung und Zusammenarbeit die in Versailles begründete Vorherrschaft Frankreichs auf dem Kontinent mit allen Mitteln der Diplomatie zu sichern suchten und dazu auch den großen Besiegten des Welt­krieges, das ihnen trotz Entwaffnung und wirt­schaftlicher Auspowerung, ja trotz demokratisch­parlamentarischen Regimes und immer wieder be­kundeter Verständigungsbereitschaft immer noch un­heimliche Deutschland an die Leine von Genf legen wollten. Es war die Zeit der Austen Chamberlain, der Macdonald und ßoti) Cecil, für die als Vertre­ter Englands sich das Interesse am Völkerbund als Mittel derBefriedung" Europas im englischen Sinne ein-"' mechanistischen Niederhaltung aller auf eine moralische Sanierung der Politik und eine orga­nische Neuordnung hindrängenden nationalen Kräfte durch den französischen Gendarm, den man wie Chamberlain vorgab, liebte wie seine Braut, mehr und mehr verband mit dem Wunsch, im Völker­bund ein Mittel zur Festlegung einer gemeinsamen Außenpolitik des engeren britischen Völker­bundes zu gewinnen, der das Britische Weltreich, die British Commonwealth of Nations, nach der

Lockerung der Bande zwischen Mutterland und Dominions durch das von Balfour vorbereitete be­rühmte Statut von Westminster vom 11. Dezember 1931 geworden war. Es war die Zeit d-r Benesch und Titulescu, die als Delegierte der Kleinen Entente die eifrigsten Verfechter des starren Grundsatzes der Aufrechterhaltung des Status quo von Versailles waren, weil mit ihm die Eristenz ihrer dort neu gebackenen oder um ein mehrfaches vergrößerten Länder stand und siel, die aber auch durch ein geschicktes Lavieren zwilchen den rivali­sierenden Großmächten sich in die Rolle einer dritten Großmacht" zu erheben suchten, um na­mentlich die Geschicke des europäischen Südostens in die eigene» Faust zu nehmen, nur noch gedeckt durch die Westmächte und die Genfer Institution. Es war schließlich die Zeit, als Deutschland und die kleineren Besiegten des Weltkrieges so gut wie die sogenannten Neutralen noch hoff­ten, durch ihre Mitarbeit im Völkerbunde langsam zu einem wahren Frieden auf dem Boden einer den nationalen Bedürfnissen der Völker Rechnung tränenden Neuordnung zu gelangen.

Seitdem hat Genf viel von seinem Nimbus ver- loren. Der Völkerbund ist nur noch ein Schatten feiner selbst. Keine der genannten Gruvven ist vor bitteren Enttäuschungen bewahrt geblieben. Das völlige Versagen der Genfer Institution vor ihren wichttasten Aufgaben der Friedenserhaltung und der Abrüstung hat auch die Gefühle derer merklich abgekühlt, die' in dem Völkerbund Wilsonlcher Prä­gung das ideale Werkzeug der Völk-'rverständigiing und desewigen Friedens" erblickt hatten. Die Realisten sahen bald die Zwiespälttgkeit im Wesen dieses Völkerbundes, dessen idealer Mantel nicht den Mißbrauch zu verdecken vermochte, den ge­wandte und skrupellose Politiker führender Völker­bundsmächte. an ihrer Spitze Frankreich und Eng­land, mit ihnen trieben, indem sie ihn zu einem Instrument ihrer machtvolitischen Interessen er­niedrigten, Die Folaen waren auch für diese Sa­boteure des eigentlichen Dölkerbundsgedankens selbst beklagenswert. Der Austritt Japans und Deutsch­lands, das Fernbleiben Italiens, die Begründung eiv"s nanawerikanischen Kankurrenzunternebmens, dessen Umrisse sich auf der Konferenz von Buenos Aires unter Führung der Vereinigten Staaten ab- zuzeichnen begannen, waren Schläge für den Grund­satz der weltumspannenden Totalität des Völker­bundes, die durch das Hineinlotsen des weltrevo­lutionären, den Keim der Zerstörung jeder Einheit mit sich bringenden Bolschewismus durch den Bei­tritt der Sowjetunion eher verstärkt, aber aewiß nicht gut gemacht worden sind. So hat Genf nach der Demaskierung dieses Völkerbundes, dem die unehrlichen Hintergedanken seiner, Versailler Ge­burtshelfer zum Fluch geworden sind, seine Rolle als clearing-house der großen Politik langsam aus­gespielt. Es ist nur noch eine Grupve von Mäch­ten. die sich vom Genfer Forum aus Gehör zu ver­schaffen sucht. Aber wie sie selbst damit begonnen hat unter Führung Frankreichs und Sowietruß- lands. durch ein handfestes System von Militär­bündnissen das immer lockerer werdende Gerüst ide­ologischer Verstrebungen zu ersetzen, so kann sie auch nicht hindern, daß Querverbindungen sich ab­zeichnen, die durch zweiseitige Abkommen nationale Reibungsflächen zu vermindern trachten und da­mit gleichzeitig den Boden für eine ehrliche Frie­densordnung zu schaffen suchen. Im Zeichen dieser vielfältigen Strömungen und Gegenströmung

unb der Bundeskanzler haben mit die völlige lleberelnsllm-

DerPopolo d'Italia" stellt fest, daß Venedig nach Belgrad für Frankreich eine neue bittere Enttäuschung bedeute, weil aus der Zusammenkunft Mussolinis mit Schuschnigg der Wille der beiden Regierungen, die allgemeine Ord­nung des Donauraumes als eine Frage der italie­nisch-österreichischen Abmachungen unter täti­ger Mitwirkung Deutschlands zu be­trachten, gestärkt hervorgehe. Oesterreich ver­einige, nicht aber trenne e s Rom und Berlin. Aus der Zusammenkunft von Venedig gehe der klare und feste Entschluß der österreichi­schen Regierung hervor, sich an das System der römischen Protokolle zu halten und seine eigene Führung auf die mit Deutschland und Italien ge­schlossenen Verträge zu stützen. Man sei also sehr weit von den französisch-sowjetrussischen Planen entfernt.

Dagegen feien die Fragen, die Oesterreich von der Tschechoslowakei trennen, grundsätz­lich politischer Jlafur. Diese Gegensätze lägen in der streng antideutschen Ein­stellung der tschechoslowakischen Politik, die durch den Pakt mit Sowjetrußland eryeut bekräftigt worden sei und die darauf hinziele, Oesterreich in ein neues Bündnissystem zu verstricken, das nach und nach die Kleine Entente ersehen solle. Oesterreich aber sei ein deutscher Staat und habe mit Deutschland am 11. Juli 1936 ein Abkommen geschlossen. Außerdem sei Oesterreich an die römischen Pro­tokolle gebunden, die ihre Grundlage in der Zusammenarbeit mit Italien haben, das sich seinerseits durch die Achse RomBerlin ver­pflichtet fühle, die Interessen und Rechte Deutsch­lands ehrlich anzuerkennen. Sowohl nationale wie vertragliche Interessen, als auch die realen Lebensinteressen Oesterreichs bestimmten eindeu­tig seine politische Linie und machten jedes Slch- Linlassen auf neue politische Experimente un­möglich. Oesterreich könne sehr wohl auf wirt­schaftlichem Gebiet seine Beziehungen mit der Tschechoslowakei verbessern, ohne deshalb den politischen Lockungen Prags Folge zu leisten.

bin sicherlich sehr nahe der objektiven Wahrheit', sagte er,wenn ich feststelle, daß das polnisch-ru­mänische Bündnis in hervorragender Weise diesen Bedingungen entspricht. In unserer Zusammen­arbeit ist nichts enthalten, was der internationalen Entspannung hinderlich sein könnte."

Gazeta Polska" teilt mit, Außenminister Beck und die rumänischen Staatsmänner hätten gemein­sam die internationale Lage durchgesprochen und dann die beide Länder unmittelbar berührenden Fragen behandelt. Die Aussprache mit König Carol habe über eine Stunde gedauert und werde heute fortgesetzt. Der Verlauf der bisherigen Besprechun­gen sei g ü n st i g und ertragreich. In rumä­nischen Kreisen habe der Trinkspruch Becks großen Eindruck gemacht, in dem die Revision der bisherigen diplomatischen Me­thoden hervorgehoben und auf die neuen Me­thoden der Friedenssicherung und die Notwendig­keit der Wahrung des Gleichgewichts zwischen der Idee der internationalen Zu­sammenarbeit und dem Gefühl für die Wirklichkeit hingewiesen wurde. Die Gestal­tung des polnisch-rumänischen Bündnisses auf der Grundlage der Zweiseitigkeit sei zweifellos eine der grundsätzlichen Ursachen, die nach den Worten des Ministers Beck dafür verantwortlich seien, daß die polnisch-rumänischen Beziehungen unter der allge­meinen Vertrauenskrise in keiner Weise gelitten hätten und auch weiterhin ein dauer­haftes und solides Element darstellten. Diese bis zu einem gewissen Grade evolutionistische Politik enthalte kein Moment, das eine internatio­nale Entspannung erschweren könnte.

t>cn sie erneut die günstigen Resultate der r ö m i - ichen Protokolle, die sich in völliger Ueber- ninstimmung mit Ungarn auswirken, feftgefteUt und (jaben die Zuversicht zum Ausdruck gebracht, daß ihre Zusammenarbeit dazu dienen wird, die freund- ichastlichen Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich zu verstärken.

Sie haben weiter die Ueberzeugung zum Ausdruck gebracht, daß diese Zusammenarbeit zu dem ge - meinfamen Ziele führen werde, das darin besteht, die Vorbedingungen für eine vollkommene Ordnung im Donau­raum zu schassen. Sie sind davon überzeugt, daß eine solche Ordnung ohne die aktive Teil­nahme Deutschlands undenkbar und undurchführbar ist.

Sie sind überzeugt, daß die römischen Protokolle, die auch anderen Donaustaaten unter gewissen Bedingungen, die von Fall zu Fall festzusehen sind, zur Teilnahme offen sind, wie auch die im vergan­genen Jahre von Oesterreich und Italien m i f Deutschland abgeschlossenen Abkommen sowie schließlich das jüngste italienisch - jugosla­wische Abkommen sowohl im Interesse der daran teilnehmenden Länder als auch im allgemei­nen Interesse des europäischen Friedens eine gün­stige Entwicklung der Lage in Mittel­europa zu garantieren im Stande sind.

Der österreichische Bundeskanzler hat diese Gele­genheit benutzt, um mit dem Duce die italienisch- österreichischen Wirtschaftsbeziehungen eingehend zu prüfen und den bedeutsamen Beitrag, den Italien dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Oesterreichs durch einen intensiven italienisch-öster­reichischen Warenaustausch geliefert hat, zu unterstreichen. Die beiden Regierungschefs sind über­eingekommen, auf diesem Wege fortzuschreiten.

Giornale d'Italia" erklärt, die beiden Stäatsmäner hätten die ganze europäische Lage von Spanien bis Sowjetrußland geprüft und habet sest- gestellt, daß eine grundsätzliche Uebereinstimmung der Ansichten der beiden Regierungen m bezug aut LieAbwehrdesKommunismus unb feine unbewußten, aber nichtsdestoweniger gefährlichen Verbündeten bestehe. Naturgemäß habe man besonders die Beziehungen zu Oesterreichs Nach­barländern eingehend untersucht, wobei das deutsche Programm iyi Vordergrund gestan­den habe. Die österreichischen Beziehungen zu Deutschland seien durch das A bk o mm e n v o m 11 Juli 1936, das dem deutschen Charakter des österreichischen Staates und die Achtung.seiner be- ffonderen Eigenart durch Deutschland bestätigt, sest- gelegt worden. Es handle sich nun darum, dieses Prinzip in ein praktisches Sy st em a k 1 t - ver Beziehungen zu verwandeln. Italien wünsche, daß diese Beziehungen sich auf breiter und vertrauensvoller Grundlage entwickeln und sich dadurch den Geist und Ziel der römischen Proto­kolle und der Achse RomBerlin harmonisch ern-

DieZusammenkunst von Venedig.

Keine Neuordnung im Donauraum ohne Deutschland.

Rom, 23. April. (DRV.) lieber die Besprechun­gen zwischen Mussolini und dem österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg in Venedig, veröf­fentlicht die Agenzia Stefani folgende Verlaut-

IBefriebigung

mung der Meinungen zwischen den beiden Ländern festgeslellt und haben bei dieser Gelegen­heit die Prinzipien bestimmt, auf denen ihre freund- Ichaftlichen Beziehungen beruhen. 3m einzelnen ha-

JmAeichenderAKseVerlin-Aom

Französische Feststellungen.

Revision der diplomatischen Methoden."

Oer polnische Außenminister in Bukarest.

Vor neuen Entwicklungen in Oesterreich?

Giornale d'Fialia" kündigt neuen Schritt zur innerpolitischen Verständigung an

Bukarest, 24. April. (DNBH Der polnische Außenminister Beck wurde vom König Karol in Audienz empfangen und hatte anschließend lange Aussprachen mit dem Ministerpräsidenten und dem Außenminister. Ferner fand im Außenministerium ein Festessen statt, wobei der rumänische Außen­minister Antonescu hervorhob, baß das pol­nisch-rumänische Bündnis in einer tiefen Liebe zum Frieden und in der Achtung der unverletzbaren Grenzen und der legitimen Interessen ruhe Es sei rein defensiv und gegen niemanden gerichtet, schließe keine Freundschaft aus und seibeseelt von dem Wunsch nach breiter internationaler Zusammen­arbeit und von den Gefühlen der Treue für den Völkerbund"...

Während sich also Antonescu ausdrücklich zum Völkerbund bekannte, sagte der polnische Außen­minister Beck u. a.:Wenn wir unsere gegen- wärttgen Besprechungen rechtfertigen sollten, konn e ich auch den Grund ans uhren, daß wir heute in Europa eine Entwicklung z u n e u e n p o litt - schen Methoden fsir die Erhaltung des Frie­dens beobachten. Ich wäre sogar versucht zu sagen, daß es sich hierbei um die Revision der be­stehenden diplomatischen Methoden handelt. Ich meine daß unsere Generation, die aus eigener schmerzlicher Erfahrung den Weltkrieg kennenge­lernt hat und gerade deswegen besonders dem Frieden zugetan ist, vielleicht einen allzu- großen Optimismus gegenüber den verschie- denen internationalen Systemen gezeigt hat" Der polnische Außenminister schloß mit der Feststellung, daß in allen internationalen Abkom­men vor allem die tatsächliche Absicht der vertragsschließenden Teile von Bedeutung sei.Ich

Befriedigung in Ungarn.

Budapest, 24. April. (DNB.) Wie das Nach­richtenbüro MTI. schreibt, hat das Kommunique über die Ergebnisse der Begegnung in Venedig in ungarischen Kreisen Befriedigung hervorgerufen. Man stellt fest, daß die Gerüchte, die davon wis­sen wollten, Oesterreich werde sich von dem römi­schen Block lossagen und statt mit Italien und Ungarn mit der Tschechoslowakei Zusammen­gehen, sich als unwahr erwiesen haben. Das Phan­tom einer neuen Staatengruppe im Donautal, an der Prag, Wien und Budapest beteiligt wären, sei in ein Nichts zerflat- t e r t. Die Zusammengehörigkeit der Staaten des römischen Blocks, die in Mitteleuropa die friedliche Entwicklung sichern und dadurch ein starkes Boll­werk das ganzen europäischen Friedens bildet, sei noch fester geschmiedet worden. Das gehe nun auch aus der Stelle des Venediger Kommunique hervor, worin die Hoffnung zum Ausdruck gebracht wird, daß das Zusammenwirken Italiens und Oester­reichs eine allgemeine Regelung der Ver­hältnisse im Donautal fördern werde. Welche Be­dingungen U n g a r n an das Zusammenwirken aller Staaten im Donautal knüpft, sei aus häufig wie­derholten Erklärungen hinlänglich bekannt gewor­den: Dolle Gleichberechtigung Ungarns und erträgliche Behandlung der ungarischen Min­derheit in den Nachfolgestaaten. Die Schaffung dieser Bedingungen liege jedoch mcht bei Ungarn, sondern auf der anderen Seite.

Die Unterredungen in Venedig, so schließt halbamtliche Blatt, hätten nochmals eindeutig stätigt, daß sich an den italienisch-österreichischen Beziehungen nichts geändert habe, daß aber gewisse Möglichkefen, ja sogar Notwendigkeiten neuer Entwicklungen und harmonischer Anpassungen bestehen. Der Aufbau und die Funk­tion der römischen Protokolle könnten nach und nach nützlich erweitert werden. Die römischen Pro­tokolle müssen mehr und mehr mit dem deutsch- österreichischen Abkommen vom 11. Juli 1936 und mit der Achse RomBerlin in harmonischen Ein-

gliebere. .

IHan könne annehmen, daß man sich durch die 217if wirf ung Stallen sauf dem Vegeeiner offenen Verständigung befinde. Die Nationalsozialisten roür- den demnächst aufgeforöerf werden. >n Oester- reich die Verantwortung mit der valerländisch-n $tonl Z" «eilen, was den ersten Schrill für eine direkie Teil­nahme an der Sst-rreichifch-n R-- aiernn g d-rst-llen würde.Siarnale d 31a- tia" alanbl, dast die Ernennung eines n a l l o- ua,sozialistischenHtferenfen für die valerlandische 5ronl nahe beuor- Nebe der zusammen mit Bundeskanzler Schuschnigg und Staatssekretär I-rnallo über sämtliche Probleme der beiden natwnalcn Be- roegungen verhandeln werbe.

(Brnfeo Bedeutung komme aber auch den Beziehum Große Veveulu g Nachbarländern zu. Oesterreich ^"^»n ^aoslawien weder durch politische.

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Paris, 24. April. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse stellt fest, daß die Besprechungen in Venedig vollkommen im Zeichen der Achse Berlin Rom gestanden hätten.Petit Pari- sien" erklärt, daß man aus der amtlichen Verlaut­barung nicht deutlich ersehen könne, wer der haupt­sächlichste Nutznießer der Besprechungen ge­wesen sei. Man dürfe nicht annehmen, daß der Hin­weis auf die notwendige Beteiligung Deutsch- lands an der Organisierung des Do­na u b e cf e n s lediglich eine Höflichkeitsformel dar- stelle. Deutschland sei vielmehr voll und ganz in das Spiel an der Donau eingeschaltet und seine Beteiligung stelle sogar eine conditio sine qua non dar. Wenn Worte überhaupt einen Sinn hätten, so bedeute dieser Teil der Verlautbarung die Verkettung des Gleichgewichtes im Donau decken mit der Achse Berlin Rom.

Für dasJournal" stellen die Beschlüsse von Venedig die unvermeidliche Folge des Druckes der Sttesa-Front dar. Italien arbeite in voller Ueber­einstimmung mit Deutschland an der Stabilisierung Mitteleuropas um die Achse BerlinRom.Oeuvre" behauptet, Schuschnigg habe in Venedig einen Miß­erfolg erlitten. Der gleichen Ansicht ist auch der Jour".