dem führt sie einen Lehrgang in der Frauenoberschule und im Seminar der Aliceschule durch. Sie wohnt in Gießen und ist jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr auf der Geschäftsstelle der Kreis- frauenschast, Frankfurter Straße 1, zu sprechen.
Bund Deutscher Mädel, Untergaullö.
Betr. VDIN.-Handballlraining.
Sonntag, 25. April, beginnt wieder unser Handballtraining auf dem Sportplatz am Trieb. Es werden neue Mannschaften aufgestellt. Antreten pünktlich um 9.30 Uhr auf dem Sportplatz.
Betr. BDM.-Leichtathleliktraining.
Samstag, 8. Mai, 15.30 Uhr, beginnt wieder das Training und die Abnahme des Leistungsabzeichens auf unserem Sportplatz.
Betr. Sportwartinnenschulung in Großen-Linden.
Am Sonntag, 25. April, ist in der Schule zu Großen-Linden BDM.-Scharsportwartinnen- und JM.-Gruppensportwartinnenschulung. Anreise bis 8.30 Uhr in der Schule Großen-Linden. Ende 16 Uhr.
Die dcutfthe Rrbcitefront 0.5.=0cmcinf(haft „Kraft öunh Freude
Letzte Aufführung der Oper „Zar und Zimmermann".
Am Samstag, 24. April, 19.30 Uhr, bringen wir als letzte Opernaufführung dieser Spielzeit die komische Oper von Lortzing „Zar und Zimmermann". Durch Ausfall eines Betriebes haben wir eine Anzahl Karten zu 1,— und 1,20 RM. zurückbekommen. Diese Karten sind auf der Kreisdienststelle und an der Abendkasse erhältlich.
OerButterbezug während derReisezeit.
DNB. Für die Reisezeit wird darauf hingewiesen, daß bei Verpflegung in Gastwirtschaften, Hotels, Pensionen, Speisewirtschaften und dergleichen Eintragung in Kundenlisten für den Butterbezug nicht notwendig ist. Diese Betriebe in Kur-, Badeorten oder Reisegebieten werden für die Dauer der Reisezeit entsprechend dem Mehrbedarf zusätzlich mit Butter beliefert.
Für Reisende, welche sich unterwegs selbst beköstigen und dafür Butter in den Butteroerkaufsstellen einkaufen, hat die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel durch Anweisung an ihre Mitglieder Erleichterungen im Butterbezug geschaffen. Die Reisenden erhalten auf den von den bisherigen Butter- lieseranten ausgestellten Bezugsausweisen eine Bescheinigung darüber, wieviel von den in der Kundenliste eingetragenen Personen vorübergehend wegen Abwesenheit nicht mit Butter beliefert werden. Die Dutterverkaufsgeschäfte geben auf diese Bescheinigung ohne Eintragung in die Kundenliste Butter ab und vermerken die abgegebenen Mengen unter Angabe des Abgabetages auf den Bescheinigungen.
Verreisen von einem Haushalt mehrere Personen nach verschiedenen Orten, so wird für jede eine gesonderte Bescheinigung auszustellen sein.
Wozu ist ein Knochen gut?
ZdR. Eine ganze Reihe von Haustieren stattet uns schon bei Lebzeiten gewissermaßen den Dank dafür ab, daß sie gut gefüttert und verpflegt werden. Sie liefern uns Milch und damit gleichzeitig Butter und Käse, Eier und auch Wolle. Werden die Haustiere dazu verurteilt, ihr Leben zu lassen, liefern sie uns je nachdem dann alle ein schönes Stück Fleisch, vielleicht auch Würste, aber auch noch ein Fell oder Federn und — nicht zu vergessen — Knochen, welche vor allem bei der Hausfrau meist nicht beliebt sind, falls sie ihr nicht noch eine schöne Suppe liefern. Höchstens bekommt sie noch der Hund, anderenfalls wandern sie in den Mülleimer. Knochen bilden aber noch wichtige Rohstoffe für verschiedene Industrien. Allein die Leimindustrie hat im letzten Jahr etwa 70 000 Tonnen Knochen verbraucht, die Futtermehlindustrie 40 000 Tonnen und die übrigen Industrien schätzungsweise 20 000 Tonnen. Große Tiere liefern uns eine ganze Menge von Knochen. Eine Kuh von 400 Kilogramm Lebendgewicht liefert z. B. 54 Kilogramm Knochen, aus denen 4,5 Kilogramm Knochenfett, 5 Kilogramm nicht entleimtes und 30 Kilogramm entleimtes Knochenmehl sowie 14 Kilogramm Leim und Gelatine gewonnen werden können. Jedenfalls ist jeder noch so kleine Knochen von Bedeutung, wenn wir sie auch in der Küche nicht immer schätzen.
polizeibericht.
Einbruchsdiebstähle.
In der Nacht zum 22. April zwischen 3 und 4 Uhr wurde in ein Anwesen im Wartweg eingebrochen. Der Täter stieg durch das Speisekammerfenster in die Wohnung ein, durchwühlte in mehreren Zimmern die Behältnisse und entwendete etwa 120 Mark Bargeld, eine goldene Herren-Sprungdeckel- uhr mit goldener Gliederkette, eine verchromte Herrenarmbanduhr mit schwarzem Lederarmband und für etwa 4 Mark Postwertzeichen, darunter einen Satz mit 4 Stück Hitler-Geburtstagbriefmarken. Der Täter verließ, nachdem er sich in der Küche gestärkt hatte, durch die Korridortüre, den Tatort.
In der gleichen Nacht gegen 0,30 Uhr wurde im Leihgesterner Weg ebenfalls ein Wohnungseinbruch verübt. In diesem Falle konnte der Täter infolge des offenstehenden Oberlichtfensters das Küchenfenster öffnen und einsteigen. Der Täter, der von der Ehefrau des Wohnungsinhabers gestört wurde, konnte nur in einem Zimmer Behältnisse durchsuchen. Seine Beute war nur eine gelbe Damenbörse mit 10 Mark Inhalt.
In den beiden Fällen handelt es sich um ein und denselben Täter, der in ganz raffinierter Weise vorgeht und nicht davor zurückschreckt, in die Schlafzimmer einzudringen.
Einfache Diebstähle.
In der Nacht zum 21. April wurden aus einem Garten in der Beethooenstraße 5 Paar zum Trock-
Memfrevel in oberhessischen Mgewäffern.
Eine ernste Warnung.
Von dem Bezirksführer des Bezirks VIII Gießen im Gau Hessen-Nassau des Reichsverbandes Deutscher Sportfischer wird uns geschrieben:
Es besteht Veranlassung, auf die verschärften Schutzbestimmungen für die Fischerei hinzuweisen, 3umal die in letzter Zeit durchgeführten Strafverfahren gegen Fischereifrevler nicht zur allgemeinen Kenntnis gelangt sind.
In den Fischgewässern Oberhessens und der angrenzenden Gebietsteile Preußens sind in der letzten Zeit, besonders in der Lahn und in den ihr zu- fließenden Bächen des Kreises Wetzlar — hier in erster Linie in den Waldbächen —, Spuren frisch ausgeführter Fischwilderei von den Fischereiberechtigten und den staatlichen Aufsicbtsorganen festgestellt worden. Diese Vorkommnisse veranlassen die staatlichen Aufsichtsorgane sowohl wie die Fischereiberechtigten, weitere Schutzmaßnahmen wirksamster Art zu treffen, die rücksichtsloses Vorgehen gegen die Fischwiloerer gewährleisten. Gerade die staatlichen Aufsichtsorgane wenden der weiteren Schutzsicherung der Fischerei, schon mit Rücksicht auf die ernährungspolitischen Maßnahmen zur Durchführung des Vierjahresplanes, erhöhte Aufmerksamkeit zu, und sie sind gehalten, mit allem Nachdruck gegen Fischwilderer einzuschreiten.
Der Fischerei, und zwar Berufs- wie Sportfischerei, als wichtigem Glied des Reichsnährstandes, ist durch die verschärften Bestimmungen des Reichsstrafgesetzbuches mit deren Inkrafttreten am 1. September 1935 erhöhter Schutz zuteil geworden, allein schon dadurch, daß Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der §§ 293 ff. RStGB. nicht mehr, wie die bisherigen strafrechtlichen Bestimmungen es vorschrieben, als Uebertretungen, sondern als Ver
gehen geahndet werden. Dementsprechend werden derartige Straftaten auch mit recht erheblichen Freiheits- (Gefängnis-) strafen belegt. Gewerbs- und gewohnheitsmäßige Fischwilderei — darunter fällt auch das von Fischwilderern besonders beliebte Greisen der Fische (Forellen) mit der Hand — wird mit einer Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis bestraft. Diese Art der Fischwilderei wird leider auch häufig von Kindern betrieben, zum Teil mit oder auch ohne Wissen ihrer Eltern oder Erziehungsberechtigten. Dadurch wird nicht unerheblicher Schaden angerichtet. Eltern und Erziehungsberechtigte seien besonders auf ihre Verantwortung für die Straftaten ihrer Kinder hingewiesen.
Fischereigeräte aller Art, auch den Fischwilderern nicht gehörende, werden eingezogen. Schon der Aufenthalt auf oder an fremdem Fischgewässer mit gebrauchsfertigem Fischereigerät (Angelruten, Reusen, Netze, Stellangeln, Leaschnüre und Schleppangeln auch an Booten) außerhalb der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege ist strafbar. Der Geschädigte kann auch Schadenersatz in Form von Naturalersatz an Fischen verlangen. Als schwerere Fälle werden Fischwildereien zur Nachtzeit oder während der Schon- und Laichzeit angesehen. Hierfür ist als Mindeststrafe ein Monat Gefängnis bestimmt.
Es ergeht daher an die Fischfrevler, insbesondere an die gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Fisch- wilderer, aber auch an die Eltern und Erziehungsberechtigten ernsteste Warnung. Vorsicht sei auch angeraten beim Kauf von Fischen bei Nichthändlern und unbekannten Personen.
Lst das Papier knapp?
Bringen Sie die Tüte mit! — Auf jeden Deutschen 30 kg Papier im Lahr. Papier gehört nicht in den Ofen!
V. A. Wir sind einmal den Erzählungen und Gerüchten nachgegangen, daß in Bälde mit einer erheblichen Papierknappheit zu rechnen sei. Bei der großen Sachkenntnis, die selbstverständlich jeder Laie auf dem Gebiet der Papierproduktion hat, ist es für jeden ja selbstverständlich, daß bei dem erhöhten Bedatf an Zellulose, den Deutschland jetzt infolge der steigenden Kunstseiden- und Zellwollproduktion hat, die Papierindustrie ihren Rohstoffbedarf halbieren, vierteln, achteln, sechzehnteln, vielleicht auch zweiunddreißigsteln müßte. So jedenfalls mein Freund Fritz Meier, den ich fragte, woher er denn wüßte, daß eine Papierknappheit käme. Ja, aber nicht nur mein Freund Fritz Meier wußte um die kommende Papierknappheit, auch meine Frau steckte mir das. Der Bäcker hatte sie nämlich aufgefordert, in Zukunft doch immer die alte Tüte weder mitzubringen, denn jetzt würde doch das Papier knapp und da müßte man sparen.
Dieser Tütenfall und die „sinnvolle" Ueberlegung von Fritz Meier zeigt uns, wie die „Papierknappheit" in Deutschland entsteht. Beim Tütenfall liegen die Dinge nämlich sehr klar zutage: Der Fleischermeister wird seine Kundin nicht auffordern, das Pergamentpapier vom letzten Wurstkauf wieder mitzubringen, denn einmal müßte er eine komische Antwort erwarten, zum anderen hat er auch gar kein Interesse daran, denn das Papier gehört ja selbstverständlich auf die Waage. Der Bäcker verkauft aber seine Brötchen nach Stückzahl, die Tüte gibt er also zu. Mehr brauchen wir wohl zu dem Fall nicht zu sagen!
Und mit der Fachkenntnis meines Freundes Fritz Meier ist es ebenfalls nur sehr kümmerlich bestellt. Wenn nämlich tatsächlich Papier nur aus Zellstoff hergestellt werden könnte, dann müßten wir allerdings für die ganze Welt, nicht etwa nur für Deutschland, mit einer katastrophalen Papierknappheit in Zukunft rechnen, denn die Produktion von Kunstseide und Zellwolle läuft in der ganzen Welt erst an und wird in einem Jahrzehnt einen Umfang erreicht haben, von dem wir uns heute noch keine Vorstellung machen. Wir können unseren Freund Meier aber beruhigen. Außer Zellstoff sind nämlich
die wichtigsten Rohstoffe der Pavier- und Pappenerzeugung Holzschliff, Stroh, Altpapier, Lumpen. Der hochwertige Zellstoff hat also nur einen bestimmten Anteil an der Rohstoffmenge bei der Papiererzeugung.
Und zugegeben, daß hier beim Zellstoff zur Zeit ein Zwang zu einer gewissen Einschränkung für die Papierindustrie gegeben ist. Durch Intensivierung der Arbeit, d. h. durch Verwendung von mehr Arbeit auf dasselbe Produkt aus einer wesentlich kleineren Rohstoffmenge durch Verfeinerung des Papiers und die dadurch mögliche Verringerung der Papierftärke, kann aber dieselbe Quadratmeterzahl Papierfläche gewonnen werden. Diesen Weg geht die Papierindustrie mit großem Erfolg.
Ein weiteres großes Ersparnismoment liegt in der Vereinheitlichung der Sorten und der Vereinheitlichung der Formate, die den Verschnitt usw. möglichst verhindern sollen. Hinzu kommt, daß durch die Aktion „Kampf dem Verderb" und durch die verschiedentlich durchgeführten Entrümpelungsaktionen immer wieder an Rohstoffmengen für das Papiergewerbe zusammengeholt wird, was irgendwie vorhanden ist.
Hier sollte die Sorge der bekümmerten Leute einsetzen, damit nichts an wertvollen Rohstoffen verloren geht! Alte Briefe und Akten gehören nicht in den Ofen, Zeitungspapier nicht in den Müllkasten, sondern beides gehört der Papierindustrie. In Deutschland werden jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen, das sind 50 Millionen Zentner Papier, und 550 000 Tonnen, das sind 11 Millionen Zentner Pappe erzeugt. Aus den Kopf entfällt damit in Deutschland pro Jahr ein Papierquantum von 30 Kilogramm! Auf den Kopf, d. h. gleichgültig, ob Baby, Kind oder Erwachsener! Ueberlege sich jeder Leser, wo dieses Papier, das als Altpapier zu mindestens 50 v. H. wieder in die Papierfabrikation mrückwandern könnte, heute vielfach bleibt? Nach dieser Richtung hin muß noch vieles besser werden in den bisherigen täglichen Gewohnheiten der Altpapier- verwendung! Helfe jeder auch hierbei mit im „Kampf dem Verderb!"
nen aufgehängte Herrenstrümpfe entwendet. Weiter wurde am 17. April in der Höheren Mädchenschule eine hellbraune BDM.-Jacke mit Steinusknöpfen gestohlen. In der Jacke war die Nummer 6009 ein»
theater beschäftigt. Sie hatten ihr Geschäft im Hause Lahnstraße 3 eröffnet, wo es heute noch betrieben wird. Zur Zeit der Geschäftsgründung mar das Stukkateurhandwerk sehr aut beschäftigt, dann kam
genäht.
Fahrraddiebstähle.
Am 20. und 21. April wurden in unserer Stadt 3 Herrenfahrräder, Marke „Stern", „Viktoria" und „Fels", entwendet.
Festnahmen.
Wegen Vergehens gegen § 175 RStGB. wurden am 21. April zwei hiesige junge Leute im Alter von 26 und 17 Jahren feftgenommen, die nach längerem Leugnen überführt werden konnten. Der Jugendliche wurde nach Vernehmung auf freiem Fuß gefetzt, während der ältere dem Amtsgericht zugeführt und unter Haftbefehl gestellt wurde.
Am gleichen Tage wurde ein 26jähriaer Mann wegen Erregung öffentlichen Aergernifses festgenommen.
*
** Geschäftsjubiläum. Am morgigen Samstag, 24. April, kann die Firma A u f d e r - mauer & Laberenz in Gießen auf ihr 30jäh- riaes Bestehen zurückblicken. Die beiden Firmeninhaber waren vor dreißig Jahren als erstes Spezialgeschäft in der Branche der Stuck- und Rabitz- arbeiten am Platze bei Arbeiten im Gießener Stadt-
für dieses Kunsthandwerk leider eine Zeit des Rückganges, dem aber jetzt wieder ein Aufschwung der Branche gefolgt ist.
** Arbeitsjubiläen. Am 12. April bzw. 19. April konnten folgende Arbeitskameraden auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Poppe & C o., Gießener Gummiwarenfabrik, Gießen, Zurückblicken: Heinrich Schardt, Gießen, Karl Schmid, Gießen. Sie wurden von der Belegschaft der Firma am Samstag, 10. April, anläßlich eines Betriebsappells gefeiert. Der Betriebsführer der Firma überreichte beiden eine Urkunde und dankte ihnen für ihre treuen Dienste in diesen 25 Jahren. Auch von der Belegschaft wurde den beiden Jubilaren ein Geschenk überreicht. Anschließend sprach der stellvertretende Kreiswalter der DAF., Pg. Jung, einige eindrucksvolle Worte. — Heute konnte Herr Wilhelm Mulch aus Annerod als Dreher der Werk- zeugmacherei bei der Firma Bänninger G. m. b. H. auf eine 25jährige Tätigkeit zurückschauen. Wie üblich, versammelten sich um 8.30 Uhr vormittags der Leiter der Firma und die Arbeits- kameraden an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars zu einer schlichten Feier. Hierbei wurden Herrn Mulch durch den Betriebsführer Herrn
Carl Bänninger Dank und Anerkennung für die in 25 Jahren der Firma geleisteten Dienste ausgesprochen. Ferner mürben noch von vier Vertretern der Gefolgschaft in schönen Worten Glückwünsche dargebracht. Dem Jubilar wurden sowohl von der Firma, als auch von der Gefolgschaft wertvolle Geschenke überreicht.
Schöffengericht Gießen.
In seiner gestrigen Sitzung hatte sich das Schöffengericht mit dem H. L. aus Winnerod 3u befassen, der wegen fahrlässiger Transportgefährdung angeklagt war. Als Führer eines Personenkraftwagens hat er am 27. 12. 1936 in Allendorf am Ortsausgang nach Climbach an einem unbewachten Bahnübergang der Strecke Lollar—Grünberg einen Zusammenstoß mit einem Eisenbahnzug verursacht. Der Angeklagte hatte es versäumt, mit der nötigen Sorgfalt auf den herannahenden Zug zu achten, ob- wohl der Lokomotivführer deutlich Signal gegeben hatte. L. fuhr auf die Maschine des Zuges auf, wurde zurückgefchleudert und fuhr nochmals gegen einen Personenwagen auf, wobei ein Fenster in Trümmer ging und eine Reisende im Gesicht unerheblich durch Glassplitter verletzt wurde. Der Per- sonenkraftwagen wurde von dem Zuge 17 Meter weit mityefchleift. Der Angeklagte selbst hat nur geringfügige Verletzungen erlitten. Mit Rücksicht darauf, daß er schon feit 1925 im Besitze des Führerscheins, noch unvorbestraft und auch bewiesenermaßen sehr langsam gefahren ist, verurteilte ihn das Gericht wegen fahrlässiger Eisenbahntransportgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat zu einer Geldstrafe von 150 Mark. Außerdem wurden ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt.
Aus der engeren Heimat.
Oie ersten Landdienstgruppen des BOM.
NSG. Am 25. April wird auf dem Graf Görtzschen Gut in Schlitz eine Landdienstgruppe von 13 Mädeln und 2 BDM.-Führerinnen eingesetzt. Noch werden Helle freundliche Schlaf- und Aufenthaltsräume hergerichtet, damit die Mädel sich wohlfühlen und ihre Freizeit in froher Kameradschaft verbringen können. Es ist dies die erste Betriebsgruppe in unserem Obergau, während im benachbarten Hartershausen bereits seit Februar eine Dorfgruppe von 8 Mädeln auf einzelnen Höfen tätig ist. Die Mädel kommen aus allen Berufen und stellen sich freiwillig 9 bis 12 Monate dem Land zur Verfügung.
Zuchthäusler entflohen.
LPD. Rockenberg, 22.April. Einem Insassen des Zuchthauses „M a r i e n s ch l o ß", der in der Dienstwohnung eines Beamten eine Arbeit ausführte, gelang es, bei dieser Gelegenheit zu entfliehen. Durch den Garten gelangte er auf die Straße und gewann unbeachtet den Dorfausgang, von dem aus er in den Wald gelaufen sein muß. Obwohl die Aufsichtsbeamten sofort die Verfolgung aufnahmen, konnten sie ihn nicht mehr erreichen.
Kreis Schotten.
Hü Laubach, 21. April. Am Sonntagabend fand im „Schützenhof" die Jahreshauptversammlung des Schützenvereins Laubach statt. Der Vereinsführer O. H ö g y gedachte nach feiner Begrüßungsansprache der im abgelaufenen Vereins- fahr verstorbenen vier Kameraden. 'Aus dem Jahresbericht war ersichtlich, daß bei den letztjährigen Veranstaltungen gute Schießergebnisse erzielt worden waren. Der Vorsitzende wies sodann auf die Eingliederung des Deutschen Schützenbundes in den Reichsbund für Leibesübungen und auf die neue Bezirkseinteilung der Schützenvereine hin. Die von Georg Tröller vorgetragene Rechnung zeigte eine Einnahme von 420 Mark und eine Ausgabe von 352 Mark. Sodann wurden die Schießtage für 1937 festgesetzt. Das Eröffnungsschießen findet am 9. Mai, das Hauptschießen am 29. August statt.
Auf der Spur der Mörder des Jagdaufsehers Hoffmann.
Eine elfköpfige Familie verhaftet.
LPD. Frankfurt a. M., 22. April. Die Er- rnrttlungen der Frankfurter Kriminalpolizei zur Aufklärung des Mordes an dem Jagdaufseher Ernst Hoffmann aus Köppem haben am Donnerstag auf eine greifbare Spur geführt. Die Polizei hat. am Donnerstag die elf köpfige Familie Stürtz aus Köppern verhaftet. Die Poli- zei hat Grund zu der Annahme, daß sich unter den Festgenommenen auch der oder d i e Täter be- finden. Es steht bereits fest, daß eines der Familienmitglieder, nämlich W i l h e l m S t ü r tz , der seiner Arbeitsstätte in der letzten Woche schon „wegen Krankheit" ferngeblieben ist, am Freitag seinen Vater in Köppern besuchte. Es interessiert die Polizei vor allem zu erfahren, wo sich der Vater Emil Stürtz und sein Sohn Wilhelm Stürtz, der in Frankfurt-Heddernheim wohnt, zur Stunde der Tat aufgehalten haben. Die Polizei hat durch Zeugen einwandfrei festgestellt, daß die Tat zwischen 6,13 und 6.15 Uhr am Freitagmorgen der vergangenen Woche ausgeführt worden ist.
Oie Bergstraße in voller Blüte.
Lpd. Bensheim, 22. April. Das am Mitt- rvoch niebergegangene Unwetter an der Bergstraße hat, wie der Gebietsausschuß Bergstraße- Odenwald im Landesfremdenverkehrs - Verband Rhein-Main mitteilt, glücklicherweise keine nen« nensroerte Beschädigung der Baum-


