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Er. 94 Erster Blatt

Zreitag, 25. April 1957

187. Zahrgang

Europäische Staatsmänner auf Reisen

Der französische ßnegsminifler in London

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111937

27900

merg zu verarbeiten, für das die Juteindustrie als den kleineren Städte und Bergmannsdorser ab- Abnehmer auf den Markt trat. Da die vorhandenen , gelöst, als die Entwicklung geradezu amerikanische vier Rösten für die Ernte des Jahres 1936 nicht Verhältnisse annahm und aus kleinen Flecken ausreichten, muhten noch zwei weitere Rösten er-1 Großstädte wurden. Der Bergbau hat sich immer

sel erwarteten Erklärung Frankreichs und lands über die Entbindung Belgiens von

Rom, 22. Generaloberst 11.25 Uhr im

gen Schnellzug BerlinRom in der italieni­schen Hauptstadt eingetroffen und hat zu­sammen mit seiner Gemahlin nach einer kurzen Besichtigungsfahrt durch die Stadt eine Stunde später die Weiterreise nach Neapel ange-

Eng- seinen

Die Ministerkonferenz stellt ferner mit Zufrieden­heit fest, daß die Sachverständigenkonferenz der der Oslo-Konvention angehörigen Staaten eine Me­thodenachgewiesen habe, um gegenseitige Zugeständ­nisse zu erreichen, um den nordischen Außenhandel und ein nordisches Zusammenwirken bei handels­politischen Vereinbarungen zu fördern. Die Außen­minister nahmen ferner Kenntnis von dem von Sachverständigen ausgearbeiteten Vorschlag für die Warenversorgung der nordischen Länder bei außer­gewöhnlichen Zuständen und einigten sich, diese Ar­beiten zu beenden.

Ministerpräsident Göring auf der Reise

chum, Langendreher, Wanne, Eickel, Gelsenkirchen haben die ursprünglich direkt an der Ruhr liegen­den kleineren Städte und Bergmannsdörfer ab-

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Laufe her Dölf Jahren ts mündig, zu erheben den Hof zn >ie sie etwa ht? Keines- seistige id nteressanter der frühen ugenb" im d Rasse' W.) Woher )ld Schlösser Grundlagen indern und Sippschafis- i Allgäuer ie Möglich- iner Aehn>

treten. Zum Empfang des Ministerpräsidenten, des­sen Aufenthalt in Italien rein privaten Cha­rakter trägt, hatten sich Staatssekretär B a - st i a n i n i mit mehreren Beamten des italienischen Außenministeriums, Botschafter von Hassel mit Gemahlin, Landesgruppenleiter Ettel sowie-ver­schiedene Vertreter der deutschen Botschaft auf dem Bahnhof eingefunden.

Oer polnische Außenminister in Bukarest.

Bukarest, 22. April. (DNB.) Der polnische Außenminister Beck und seine Frau trafen am Donnerstagnachmittag in Bukarest ein. Sie wurden auf dem Bahnhof, der mit polnischen und rumä­nischen Flaggen reich geschmückt war, von Außen­minister Antonescu und seiner Frau, anderen hohen Beamten des Außenministeriums und dem polnischen Gesandten in Bukarest empfangen. Gleich nach feiner Ankunst begab sich Außenminister Beck in den königlichen Palast, wo er sich in die Besuchs­liste eintrug. Hierauf machte er seinen Antritts­besuch beim Außenminister.

London, 22. April. (DNB.) Der englische Außenminister, Eden, gab am Donnerstag zu Ehren des in London weilenden französischen Kriegsministers D a l a d i e r im Savoy-Hotel ein Frühstück. An dem Essen nahmen u. a. der Schatz­kanzler, Neville Chamberlain, der Innenmini­ster, Sir John Si m o n, der Luftfahrtminister, Lord Swinton, der Botschafter Englands in Paris, Sir Eric Phipps, der Chef des Generalstabes, Feldmarschall D e v e r e l l, der Erste Seelord Sir Ernley C h a t f i e l d, Sir Robert Van- s i t t a r t, der ständige Unterstaat'ssekretär im Foreign Office, und Winston Churchill teil. Auch die Führer der Oppositionsparteien, Major Attlee und Sir Archibald Sinclair, waren geladen.

Kriegsminister Daladier sprach als Ehrengast bei der Jahresversammlung derEnglisch-französischen Vereinigung" in Manche st er. Daladier führte u. a. aus, daß Frankreich ebenso wie England kei­nen Krieg mehr wünsche. Ebenso wie England gebe sich Frankreich keinen Eroberungsträumen hin, aber es habe das Recht, die Sicherstellung der Freiheit zu erhoffen, Frankreich würde es wünschen, daß alle Menschen in Einigkeit lebten. Frankreich und England hätten das Recht, der Demokratie treu zu bleiben, die die Größe Frankreichs und Großbritanniens herbeigeführt habe. Beide Länder sähen alle Probleme als wahre Freunde an, und sie hofften den Triumph des ge­funden Menschenverstandes in der Welt zu erleben. Es bestehe Hoffnung auf den Frieden für Europa, wenn Frankreich und Englandin brüder­licher Einigkeit zum Nutzen der Menschheit" blieben. Dann würde kein Raum für Haß und Krieg mehr sein.

Bor der Reise Edens nach Vrüffel.

London, 23. April. (DNB. Funkspruch.) Außen­minister Eden wurde am Donnerstagabend von König Georg auf Schloß Windsor empfangen. Die Audienz wird mit dem bevorstehenden B e - such Edens in Brüssel in Zusammenhang gebracht.Morning Post" schreibt, voraussichtlich würden in Brüssel keine neuen Entscheidungen ge- ttoffen, da die Frage der belgischen Neutralität geregelt sei. In den Verhand­lungen sei die Frage der General st absabrna- ch u n g e n absichtlich beiseite gelassen wor­den. Das bedeute aber nicht, daß Belgien bereit sei, im Notfall bei Verteidigungsmaßnahmen mitzu­arbeiten. Tatsächlich sei das Gegenteil der Fall. Zwischen England und Frankreich bestehe anderseits engste militärische Ver­

nach Neapel.

April. (DNB.) Ministerpräsident Göring ist am Donnerstag um Salonwagen mit dem fahrplanmäßi-

mehr nach Norden verschoben und ist immer inten­siver geworden. Nach dem Kriege, als der Hunger nach Kohle einsetzte und wir infolge der Repara­tionsleistungen nicht in der Lage waren, den eige­nen Bedarf zu decken, hat die Organisation des Ruhrkohlensyndikats, hauptsächlich ein Werk des greisen Kirdorf, trotz aller marxistischen Verhetzung der Belegschaften es doch verstanden, den Ruhrbergbau zusammenzuhalten. Allerdings befand sich der Ruhrbergbau selbst jahrelang in einer schweren Krise, die jetzt überwunden ist. Die gute Beschäftigung in der Eisenindustrie wirkt auch in dem langsamer folgenden Bergbau nach.

Der Bericht des Rheinisch-Westfälischen Kohlen­syndikats über die Marktlage von April 1 9 3 6 bis 1937 kann eine Zunahme des Absatzes um 14,2 v. H. feststellen, wobei allerdings der Ab­satz noch unter 6 v. H. des Geschäftsjakstes 1929/30 liegt. Immerhin liegt der Absatz um rund 48 v. H. höher als in den schlechtesten Jahren 1932/33, als die Zechen vielfach gezwungen waren, auf Halde zu arbeiten. Zum erstenmal seit 1930 hat die Ge­samtförderung im Ruhrbergbau über 100 Millio­nen Tonnen Kohle betragen, gegenüber 37,2 Mil­lionen Tonnen im Jahre 1932. Der Tagesdurch­schnitt betrug im Vorjahre um 25 v. H. mehr als noch 1935 und ist seitdem ständig gewachsen, zumal im letzten halben Jahr.

Mit der zunehmenden Fördermenge hat sich auch die Belegschaft vermehrt, und zwar wird sie

Nie sieht es in der Wirtschaft ans.

TA. Der deutsche Außenhandel hat sich irr März günstig entwickelt In der Ein- und Aus- sriiir wurden erheblich höhere Wertumsätze erzielt ili im Februar Die Einfuhr belief sich auf 408,5 VNionen RM., die Ausfuhr auf 462,1 Mill. RM. Öaad) ergibt sich ein Ausfuhrüberschuß von 53,5 Billionen RM. Die Einfuhr liegt um 61,5 Millio- nc RM. oder 17,7 v. H. höher als im Vormonat. Ctje Steigerung geht über etwaige jahreszeitliche Lifflüsie hinaus. Zu einem kleinen Teil ist sie auf tau Anziehen der Preise zurückzuführen; ibnoiegenb hat die Erhöhung der Mengen )<l< Einfuhrmehr verursacht. Der Umfang der Ein- lUt" ist gegenüber dem Vormonat um 14,8 v. H. Megen. Die Steigerung der Einfuhr entfällt zu stechen Teilen auf Waren der Ernährungswirt- ch^t und der gewerblichen Wirtschaft. Die Ausfuhr st, mach der leichten Minderung im Februar, wie- )er und zw-ar um 56,3 Mill. RM. oder 14 v. H. Mögen. Preisveränderungen spielen hierbei im jargen keine große Rolle. Die Steigerung gegen- ibi" dem Vormonat dürfte allerdings größtenteils ah«szeitlicher Natur fein. Doch liegt die Ausfuhr av^hl wert- als auch mengenmäßig im März um >tnn ein Fünftel höher als im März 1936. An der Str gerung der Ausfuhr sind in erster Linie Fer- iiroaren, in geringem Maße auch Rohstoffe, taoroaren und Lebensrnittel beteiligt. Der Aus- üi Überschuß der Handelsbilanz (53,5 Mill. RM.) jai sich gegenüber den Vormonaten etwas verrin- ]6r_ Er belief sich im Februar 1937 auf 58,8 Mil- ioisn RM. und im Januar 1937 auf 79 Mill. RM. Ihr immerhin ist der Ueberschuß noch erheblich jirger als zur gleichen Zeit des Vorjahres, wo er uu 23,3 Millionen RM. betrug.

Locarnoverpflichtungen veröffentlichenLe Pays Räel", das Organ der Rexbewegung, und die katho­lische ZeitungDingtieme Siede" Kommentare, in denen es als unzulässig bezeichnet wird, daß diese Erklärung offenbar mit der Verpflichtung Belgiens verknüpft wird, die geeigneten Mittel f ü r die Landesverteidigung jederzeit zu un­terhalten, und daß außerdem von Belgien ein er­neutes Bekenntnis zu seiner Völkerbundstreue ge­fordert wird. Beide Blätter sehen darin eine Ein­schränkung der belgischen Unabhängigkeit.Le Pays Reel" schreibt, man erkennt darin erneut die unheil­vollen Irrtümer des Quay d'Orsay wieder, der nie­mals einen Irrtum freiwillig einsehen will und der sich immer bemüht, ein Abkommen, das fehlgeschla­gen ist, durch neue Verpflichtungen zu ersetzen.Vingtieme Siede" sagt, der Wille Bel­giens, sein Gebiet zu verteidigen, könne nicht Ge­genstand einer internationalen Konvention werden. Eine solche Erklärung hätte die Bedeutung, daß die Garanten ein Recht erhielten, sich um die belgische Landesverteidigung zu kümmern. Das sei aber noch schlimmer als d i e General st abs- reden, die dies seit langem wünschten. Eine solche Erklärung würde bedeuten, daß England und Frankreich von dem Willen Belgiens Kenntnis nähmen, sich gegen den Feind, den sie selbst nicht darstellten, also gegen Deutschland, zu ver­teidigen. Es liege in niemandem Interesse, daß Bel­gien eine solche Haltung hinausschreie.

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jtanffurt am Main llßse vruck und Verlag: vrühl sche Univerfitatr Vuch- und Zteindruckerei R. Lange ln Gießen. Bchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüsse staffel 8

Mr rund 3 Milliarden Mark wird im Einzel- Mel noch aufStottern" gekauft, das sind uic^sähr 12 v. H. aller Einzelhandelsumsätze. Da- mr sind etwa Umsätze in Höhe von 1 Milliarde Dlcrf wahllose Kreditverkäufe, die zum Lei zu unlauteren Wettbewerbsmethvden Anlaß ach n. Man ist, wie aus den Beratungen auf der sknährigen Tagung des Reichsverbandes des kredit- Mmden Einzelhandels hervorgeht, bestrebt, dieses Boigunroefen zu beseittgen und es in den o r g a n i - fletrte n Kreditverkauf überzuführen. Der l deHitverkauf ist nicht auf reine Teilzahlungs- IM äste beschränkt, sondern wird auch von Geschäf- I i.lfen ggetätigt, die in der Hauptsache gegen Kasse ver­lausen. Er bedeutet eine zusätzliche Leistung des 'kw.elhändlers, die auch besonders in Rechnung ge- 1 teil' werden muß, insbesondere weil zur Kredit- .seunhrung zusätzliche Betriebsmittel ge- j jür.m, die der Kasseeinzelhändler nicht zur Verfu- iWn hat. Er ist deshalb einem Finanzierungsinstitut , mc-schloffen, das ihm auch die Kreditprüfung der : Men und die Einziehung der Raten abnimmt. :)ek nfalls gehen die Bestrebungen dahin, die Kredit- i leviihrung als Mittel der Preiskonkurrenz auszu- i chciten und auf Grund der in Vorbereitung befind­liche Kreditrichtlinien je nach den Verhältnissen der dn/dnen Branchen in Ordnung zu bringen. Durch > in Kreditrichtlinien soll auch eine Begrenzung der dSa en, die auf Kredit verkauft werden können, er- Eßidt werden. Ferner soll durch eine Begrenzung der 'M» und Laufzeit der Kredite den vorhandenen UllMänden gesteuert werden. Der Reichsverband j>k kreditgebenden Einzelhandels, der hauptsächlich !iik elbstfinanzierenden Teilzahlungshändler betreut, Iso! -ingehende Erhebungen für die Ordnung der zu loses den Aufgaben vorbereitet.

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Lne wichtige Neuregelung ist im H o t elg e - wbe erfolgt. Der Leiter der Fachgruppe Be- Iseibsrgungsgewerbe hat eine neue marktregelnde llüorbnung mit dem Ziel eines klaren Preis- ciHf e b o t e s über den im Hotelgewerbe üblichen Zreistungsinhalt erlassen, der die bisherige Slno'-bnung über bie Einheitlichkeit bes Bebienungs- ^uMages und über die Bestimmungen zum klaren ?ifce:sangebot in wichtigen Punkten ergänzt. Die um- Anorbnung regelt vier wichtige Begriffe, näm- dos Zimmerangebvt, das Frühstücksangebvt, bie SSillpenfion unb bie Halbpension. Das Zimmer- vlicebot umfaßt banach bas Ein-Gastzimmer eiricvließlich Licht, Heizung unb Putzen ber Schuhe, ^ilh' in ben Zimmerpreis eingefchlofsen sind be- ssv^re Leistungen wie Gepäckbeförberung von unb Bahnhof, Behanblung von Sportgeräten usw. das Frühstück nicht im Hause eingenommen, Zlarf ein Zuschlag bis zur Hälfte des Frühstücks- erhoben werden. Das Frühstücksange­blot bisher einer der Hauptstreitpunkte im ganzen (Srir-rbe darf grundsätzlich außer warmen Ge- iritten nach Wahl, reichlich Auswahl an Brot, S3uti»r ferner Honig oder Marmelade, keinen Auf- f bntt 'unb keine Eier enthalten.^ Die Vollpen- bezieht sich bei ortsüblicher Aufenthaltsbauer ctui Zimmerleistung, Frühstück unb zwei (kleine ober c*) Hauptmahlzeiten, bie Halbpension ä dieser Form jetzt enbgültig in bie wichtigen (foir bbeariffe ausgenommen auf Zimmer- H«Itung, Frühstück unb eine kleine oder große äM>tmahlzeit. Bei beiden Leistungen ist die Liefe- rung von Nachmittagskaffee grundsätzlich ausge- shlchen Die neue Regelung tritt mit dem l.Mai IM in Kraft. Verstöße gegen sie werden als um Wks ige Preiserhöhungen angesehen und verfolgt 2)i- Neuregelung ist deshalb bedeutungsvoll weil f le lie bisherigen Teilanordnungen nunmehr zu eirn Marktordnung zusammenfaßt, die leden Gast i n bm Stand setzt, sich vor Betreten eines Hauses «fan genauen Ueberschlag zu machen, was er für f eire Ansprüche erhält und was er bezahlen mutz.

ben Aufgaben ber beutfchen R°hst°ffverbrei- titig gehört auch die Pflege des deutschen Hans-

richtet werden. Durch praktische Vorführungen wur­den die Hanfbauern mit der Ernte des Hanfes bei den einzelnen Rösten vertraut bemacht. Ein neu= zeitiger Hanflehrfilm wird jetzt hergestellt, der den Landesbauernschaften bei der Propaganda und der Werbung zur Verfügung gestellt wird. Die Frage der Züchtung ist für den Hanfanbau von ausschlaggebender Bedeutung; sie wird von Reichs­und privaten Stellen mit aller Energie weiterge­trieben, so daß wichtige Erfolge zu erhoffen sind. Im laufenden Jahr werden neue große Aufgaben zu erfüllen sein. So wird der Ausbau der Hanf­rösten weiter vorwärtsgetrieben werden, um die Rösten in die Möglichkeit zu versetzen, unter wirt­schaftlichen Bedingungen der Industrie den geeigne­ten Rohstoff zur Verfügung zu stellen und die ihr im Rahmen des Vierjahresplans gestellten Auf­gaben zu erfüllen.

Die Zone des deutschen Bergbaues liegt in Rheinland und Westfalen, hauptsächlich auf west­fälischem Boden, während die Hüttenwerke mehr im Rheinland sich befinden, um Duisburg- Ruhrort herum. Die alten Bergmannsstädte Bo-

Der öfterreichischedundeskanzler in Venedig.

Erste Besprechung mit Mussolini.

Mailand, 22. April. (DNB.) Mussolini traf am Donnerstagvormittag in Begleitung des italienischen Außenministers Graf C i a n o und des Fliegergenerals Valle auf dem Flughafen i n V e nedig ein, wo er vom italienischen Presse­minister Alsieri und dem österreichischen Ge­sandten in Rom Berger-Walbenegg begrüßt würbe. Mussolini fuhr bann zum Bahnhof, um ben österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg zu empfangen. In ber Begleitung des Bundeskanzlers befanden sich u. a. Staatssekretär des Aeußeren Schmidt und Oberst A b a m. Nachdem Mussolini ben österreichischen Bunbeskanzler freunbschastlich begrüßt hatte, schritt Dr. Schuschnigg bie Ehren­kompanien ab und begab sich bann mit Mussolini nach bem Hotel Danieli, wo die österreichische Ab­ordnung Wohnung genommen hat. Auf der Fahrt wurden den beiden Staatsmännern von der Be­völkerung Begrüßungskundgebungen zuteil.

Am Nachmittag sand im Palazzo Corner bie erste Zusammenkunft zwischen Mussolini und Bun­deskanzler Schuschnigg statt, an der auch die beiden Außenminister teilnahmen. Die Unterhaltung dauerte etwa drei Stunden. Ueber ben Inhalt der Be­sprechungen sind keine amtlichen Mitteilungen aus­gegeben worden. Am Abend nahm ber österreichische Bundeskanzler im Palazzo Rezzonico an einem Festessen teil, das Mussolini zu Ehren Schuschniggs veranstaltete. Während des Mahls bevölkerte sich der Canale Grande mit zahlreichen bunt geschmück­ten Gondeln. Eine Musikkapelle brachte ben Staats­männern ein Konzert von ausgesuchten klassischen Musikstücken dar, dem Mussolini und Schuschnigg vom Balkon des Palastes beiwohnten.

Die römischen Blätter heben besonders die be­geisterten Kundgebungen hervor, mit denen ber italienische Regierungschef in Venedig begrüßt wurde.Tribuna" betont, baß bie Besprechung keinerlei versteckten Absichten diene, sondern ledig­lich einer Prüfung der italienisch-österreichischen Be­ziehungen im Hinblick auf die jüngsten internatio­nalen Ereignisse. Man müsse untersuchen, wie sich das Abkommen vom 11. Juli 1 9 3 6 voll­kommen verwirklichen lasse. Die Achse Berlin R o m sei einer der wenigen Stützpfeiler der un­sicheren europäischen Lage, und auch Oesterreich er­kenne deren augenblickliche und künftige Bedeutung. Schließlich erleichterten die italienisch-jugo­slawischen Verträge es Oesterreich, seine Be­ziehungen zu Belgrad freundlicher zu gestalten. Die nordische Minifterkonserenz

Initiative zu einem Rüstungsabkommen kleiner Staaten.

Helsinki, 22. April. (DNB.) Die Außen­minister der nordischen Länder haben auf ihrer Tagung in Helsinki vom 20. bis 22 April die Mög­lichkeiten erwogen, die sich bei der Zusammenkunft des Büros der Abrüstungskonferenz im Mai hin­sichtlich eines Zustandekommens einer Vereinbarung über Rüstungskontrolle ergeben könnten. Die Beratung über ein Abkommen zwischen einer Gruppe von kleineren Staaten das Oeffentlichkeit ber Staatshaushalte, Kon­trolle über den Waffenhandel und die Waffenher- fteöung sowie Einsetzung eines gemeinsamen Or­gans für die gegenseitige Kontrollausübung um­fassen soll soll im Einverständnis mit anderen kleineren Staaten, die Interesse zeigen würden, an diesem Abkommen teilzunehmen, zum Abschluß gebracht werden, falls ein allgemeines Abkom­men über diese Frage nicht Zustandekommen sollte. Ferner wurde im Anschluß an das Londoner Abkommen von 1936 über Flottenrüstungen ge­sprochen.

ft ä n b i g u n g. Der zur Zeit in London anwesende Kriegsminister Daladier habe ohne Zweifel mili­tärische Fragen mit dem englischen Kriegsminister und den Stabsoffizieren erörtert, mit denen er zusammengetroffen sei.

AuchDaily Expreß" meldet, daß man in fran­zösischen Diplomatenkreisen damit rechne, daß Da­ladier während seines Besuches den Weg für eng­lisch-französische Generalstabsbesprechungen ebnen werde.Daily Telegraph" weist darauf hin, daß es keine dringenden Verteidigungsfragen seien, die zwi­schen Daladier und der britischen Regierung bespro­chen werden müßten. Mlitärische Besprechungen, die während des gestrigen Frühstücks oder bei dem vom französischen Botschafter veranstalte'ten Essen stattgefunden hätten, seien auf allgemeinere Fragen beschränkt gewesen.

Velgien wünscht keine neuen Veipflichtungen.

Brüssel, 22. April. (DNB.) Zu der in Brüs.

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an baue 5. Während früher in Deutschland in größerem Umfange Hanf angebaut wurde, ging der Anbau dieser Pflanze zu Beginn dieses Jahrhun­derts immer mehr zurück. Erft im Jahre 1935 wurde der deutsche Hanfanbau wieder zu neuem Leben erweckt. Die Anbaufläche von Hanf, die sich im Jahre 1935 von 308 Hektar auf 3636 Hektar ver­größert hatte, erweiterte sich, wie die Deutsche Hanf­bau-Gesellschaft mitteilt, im Jahre 1936 auf 5872 Hektar, wovon etwa 75 v. H. auf F a s e r h a n f entfielen. Diese Steigerung einer für die meisten Anbauer vollkommen neuen Kulturpflanze war nur durchzuführen mit der tatkräftigen Unterstützung des Reichsernährungsministeriums und der groß­zügigen Organisation und Propaganda des Reichs­nährstandes, der auch dem letzten Luchbauer die nötige Beratung in den Anbaumethoden vermittelte. Diese Arbeit ist um so beachtenswerter, wenn man bedenkt, daß 46,2 v. H. der Anbauer eine Fläche bis zu einem Morgen und 76,8 v. H. eine solche bis zu einem Hektar bestellen. Die für das Jahr 1935 geplanten Aufbereitungsanstalten konnten im Jahre 1936 so weit fertiggestellt werden, daß vier Rosten jetzt ihren Betrieb eröffnet haben. Im abge­laufenen Jahre haben die Rosten auch erstmalig S a m e n h a n f Musgenommen, um ihn als Grün- merg zu verarbeiten, für das die Juteindustrie als