Nr.19 Erstes Blatt
187. Jahrgang
Samstag, 23. Januar 1937
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Grundsätze deutscher Wirtschaftspolitik.
Neichsbankprasident Dr. Schacht spricht auf der Geburtstagsfestsitzung der Neichs- wirtfchastskammer über die treibenden Kräfte deutschen Ausstiegs.
Berlin, 23. Januar. (DNB.) Anläßlich des 60. Geburtstages des Reichsbankpräsidenten Dr. Echacht veranstaltete die Reichswirtschaftskammer eine Festsitzung, an der die Reichsminister Freiherr von Eltz-Rübenach, Seldte, Graf LchwerinvonKrosigk und Dr. Frank teil» nahmen. In Vertretung des erkrankten Generalfeldmarschalls von Blomberg war Generalleutnant leite! erschienen. Weiter waren Reichsleiter Dr. Set), Reichsstatthalter General Ritter v. Epp, lorpsführer Hühnlein sowie weitere Vertreter des Staates, der Partei, der Wehrmacht, der Deutschen Arbeitsfront, des Reichsnährstandes und der Wirtschaft anwesend.
Der Leiter der Reichswirtschaftskammer Albert P i e tz s ch überbrachte Dr. Schacht die Glückwünsche der gewerblichen Wirtschaft. Anschließend sprach ;rof. Dr. Z e n n e ck von der Technischen Hoch- chule München über das Thema: „Wirtschaft und Lissenschaft". Außerordentlich zahlreich seien die Zeispiele, in denen eine einfache wissenschaftliche Entdeckung der Ausgangspunkt für eine große Jn- luftrie geworden sei und damit die Wirtschaft nach- altig beeinflußt habe. Die Wirtschaft, die neue Wege zu gehen und neue Betätigungen zu erschlie- >en suche, habe demnach das größte Interesse an iner möglchst kräftigen Entwicklung der Wissen- chaft. Diese Auffassung sei schon lange von der Virtschaft geteilt worden. Sie habe auch die prak- ischen Folgerungen daraus gezogen, und nicht nur iie Wissenschaft stets unterstützt, sondern auch igene Forschungslaboratorien einge- Irichtet, die nicht nur die technische Entwicklung, sondern auch die Wissenschaft selbst gefördert hätten. Daburd) würde die Bedeutung der Hochschulin - litute in keiner Weise vermindert. Diese seien idle Stellen, an denen die Chemiker, Physiker und Ingenieure ausgebildet würden, die die Industrie mb Wirtschaft für ihre Fabriken und ihre For- Ichungsinstitute brauchten. Die Sorge um den Nachwuchs an Dozenten und Studenten müsse demnach auch eine Sorge der Wirtschaft sein.
Reichsbanlpräfidenl Dr. Schacht ergriff zum Schluß selbst das Wort. Er gab einen Rückblick über die vergangenen vier Jahre und einen Ausblick auf die nächsten Jahre. Er zeigte »ier bestimmende Faktoren auf, deren erfolgreiche Anwendung er als den grundlegenden Gewinn der ätzten vier Jahre bezeichnete. Unter diesen Faktoren der Wirtschaftspolitik sei als erster die Finanzierung all dessen zu nennen, was in den letz- len vier Jahren geschaffen wurde und was ur- iprünglid) unter dem Begriff des Arbeitsbe- lchaffungsprogramms zusammengefaßt war. Daß all die großen Leistungen im Zuge der wiedererstandenen Wehrhoheit mit einer derartigen Schnelligkeit und einem derartigen Umfang Dor sich gegangen sind und voll finanziert werden konnten, ohne daß Störungen auf dem Geldmarkt oder in der Währungslage eintraten, das erkenne das Ausland heute staunend an. Diese Finanzierung aus eigener Kraft war nur möglich, weil alles, was an den Geld- und Kapitalmarkt herangetragen wurde, einer Kontrolle und strengen Disziplin unterworfen wurde.
Als zweiter bestimmender Faktor der Wirtschafts- geftaltung fei der Fortschritt in der Entschuldungspolitik zu werten. Das Ausland erkenne an, daß zwangsläufig der Unsinn, der in der Derschuldungspolitik des deutschen Marxismus und ausländischen Kapitalismus lag, sich eines Tages rächen müßte und daß von bösen Absichten Deutschlands keine Rede sein könne. Daher sei es gelungen, sich in den letzten Jahren mit dem Auslande in der Schuldenfrage stets zu verständigen.
Die Aufrechterhaltung der Goldparität unserer Währung habe dazu beigetragen, daß wir die ganzen Vorteile der Abwertungen der anderen Währungen mit in unsere Entschuldung hineinrechnen konnten, so fei es gekommen, daß wir heute als den Gewinn der Entschuldung der letzten vier Jahre die runde Summe von acht W i l - llarden Reichsmark buchen können. Es fei felbstverständ, daß hinsichtlich der 11 Milliarden Mark, die wir zurzeit noch dem Auslande schulden, immer wieder verhandelt werden müsse, denn wir können uns wirtschaftlich nicht vom Auslande lösen.
Als dritter Faktor sei die Umgeftaltung der deutschen Handelspolitik zu nennen, wie sie im Neuen Plan ihren Ausdruck gefunden habe. Im Jahre 1933 und teilweise auch noch 1934 sei Deutschland trotz der großen Verschuldung an das Ausland in eine passive Handelsbilanz hinein- gedrückt worden, die uns einen Devisenoerluft brachte. Damit kam Deutschland in den Zustand hinein, in dem es nicht mehr Herr seiner Einkäufe war. Damals habe er nach Rücksprache mit dem Führer es unternommen, die gesamte Handelspolitik gewissermaßen auf einen einfachen Nenner zu bringen, indem nunmehr der Grundsatz verfolgt wurde, nie mehr zu kaufen, als man bezahlen kann, und nur d a s zu kaufen, was man braucht und nicht das, was der andere gerade verkaufen will. Diese Umstellung habe einerseits gestattet, Deutschlands Rohstoffbezüge (Rohstoffe und Halbzeug) von etwa
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Der Adjutant des Führers, Oberführer Wiedemann, übermittelt Dr. Schacht die Glückwünsche Adolf Hitlers. Ganz links die Gattin Dr. Schachts. — (Scherl-Bilderdienft-M.)
26 Millionen Tonnen auf 42 Millionen jährlich zu steigern und andererseits den Import von Fer- tigfabrifaten auf ein Minimum herabzusetzen. Hätten wir diese Linie nicht verfolgt, so würden z. B. die gesamtwirtschaftlichen Beziehungen zum S ü d- osten Europas und zu Südamerika nicht jene glückliche Richtung genommen haben, wie sie tatsächlich zu verzeichnen ist. Sv würde, aufbauend auf dem Neuen Plan, ein System entwickelt, das darauf hinausläuft, gegenüber dem Ausland auch da in Konkurrenz zu treten, wo das Ausland durch Währungsdumping einen großen Vorsprung in den Preisen zu haben scheint.
Als vierter Faktor der Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre stellte Dr. Schacht das F e st h a l - t e n an der Parität unserer Währung heraus. Die ganze Frage des Geld- und Währungsproblems sei darauf abzustellen, ob man die umlaufende Geldmenge in einem solchen engen Kreis halten könne, daß jederzeit für den gleichen Geldschein die gleiche Menge Güter gekauft werden fanm In den vergangenen vier Jahren sei der Steigerung der Produktion die Steigerung des Geldumlaufes überlegt angepaßt worden. Die Frage fei, ob es möglich ist, die Gütererzeugung noch weiter zu steigern oder ob wir auf einem Beharrungszustand angekommen sind. Davon werde die zukünftige Geldpolitik abhängen. Es komme eben darauf an, das Verhältnis von Produktion und Geldumlauf in einem abgewogenen Verhältnis zu hatten.
Die von Deutschland verfolgte Währungsstabi- tität liege in der Notwendigkeit begründet, d i e Preise stabit zu halten. Es sei klar, daß sich jeder Preisauftrieb, der auf einem Spezialgebiet auftritt, auch auf die Nachbargebiete sich auswirke. Wan könne nicht die einzelnen Produktionsgebiete für sich behandeln, da eine Wirtschaftspolitik nicht in Stückwerk gemacht werden könne, ohne daß Rückwirkungen auf die gesamte Wirtschaft zu beobachten sind. Dr. Schacht wandle sich auch gegen das unwirtschaftliche Produzieren. Wer unwirtschaftlich arbeitet, vermindert die Substanz des deutschen Volksvermögens. Es gebe in der Wirtschaft eine kostenfrage, d. h. eine Wirtschaftlichkeilsgrenze, die unter allen Umständen eingehallen werden mülle. Die Substanz des deutschen Volkes sei noch nicht so groß, daß wir sie nach Belieben opfern können. Daher sei ä u ß e r st e Wirtschaftlichkeit der Produktion geboten.
Es sei selbstverständlich, daß der Wirtschaftler und Unternehmer keinen anderen Gedanken haben dürfe, als seinen Betrieb so zu führen, daß sich dies zum Nutzen des deutschen Volkes auswirkt. Man dürfe den Wirtschaftlern dann nicht gewinnsüchtigen Eigennutz vorwerfen. Dr. Schacht sprach den versammelten Wirtschaftlern den Dank für ihre bisher geleistete Arbeit im Dienste des Volkes und Staates aus und forderte von ihnen das Gelöbnis, diese Leistungen noch mehr zu steigern und alles einzusetzen, um das Werk unseres Führers und Reichskanzlers zu fördern, der allein die Zukunft und Sicherheit des deutschen Lebens verbürgen kann.
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Berlin, 22. Jan. (DNB.) Aus Anlaß des 60 Geburtstages des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht haben die in der Neichsgruppe Banken zu
sammengeschlossenen Kreditinstitute einen Betrag von 250 000 Mark zur Verfügung gestellt, der unter dem Namen „D r. - H j a l rn a r - S ch a ch t- Studienfonds" der bankberuflichen Ausbildung der Gefolgschaftsmitglieder aller deutschen Kreditinstitute dienen soll. Der Leiter der Reichsgruppe hat Herrn Dr. Schacht gebeten, den Vorsitz in dem mit der Verwaltung dieses Fonds betrauten Kuratorium zu übernehmen und ihm die Glückwünsche der Reichsgruppe unter Überreichung einer Dankadresse ausgesprochen.
Empfang in Oer Reichsbank.
Berlin, 22. Jan. (DNB.) Aus Anlaß seines 60. Geburtstages empfing Reichsbankpräsident Dr. Schacht in der Reichsbank die zahlreichen Gratulanten. Gegen 11 Uhr erschien der Adjutant des Führers, Oberführer Wiedemann, der Dr. Schacht die persönlichen Glückwünsche des Führers sowie ein kostbares Spitzweg-Gemälde überreichte. Unter den vielen hundert Gratulanten seien weiter genannt: Generaloberst Freiherr v. Fritsch, Generalleutnant Keitel, Dr. Ley mit einigen Arbeitern aus lebenswichtigen Betrieben, Staatssekretär Dr. Meißner, Generaldirektor Dr. Dorpmüller, der Leiter der Neichsgruppe Banken, Fischer, zahlreiche deutsche Wirtschaftsführer, die Leiter der deutschen Großbanken und der verschiedenen Reichsgruppen.
Informaüonssahrl des Gauleiters
NSG. Die Zusammenarbeit von Partei und Staat bewies eine Jnformationsfahrt des Gauleiters über Hanau, Mittelgrünbau, Stockheim, Lauterbach und Schliß. In Hanau begann die Fahrt mit einer Besicytigung der Heräus-Werke, man erfuhr die Verarbeitung von Edelmetallen, besonders von Platin. Das Walzwerk gilt als das modernste der Welt. Vorbildlich zeigt dieser Betrieb eine restlose Verwendung von Abfallprodukten. Das Pachtgut Mittelgründau hat einen der größten Schweinezuchtbetriebe. Ein Gang durch die modernen Stallungen zeugt vom Fleiß und Eifer des deutschen Bauern, aus seinem Hof den höchstmöglichen Ertrag herauszuwirtschaften. In Stockheim wurde die Flachsröste der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft in Augenschein genommen. Einen Begriff von der gewaltigen Arbeitsleistung gibt die Zahl von 100 000 Zentner Flachs, die hier im letzten Jahr ihre Verarbeitung vom Halm bis zur spinnfertigen Faser erfuhren. Ein kurzer Gang durch die Kreisleitung Lauterbach folgte.
Die Fahrt endete mit einer Kundgebung in Schlitz, bei der Hunderte von Volksgenossen in der Turnhalle versammelt waren. Der Gauleiter verwies auf die Gebundenheit der Wirtschaft an die jeweiligen Bedürfnisse des deutschen Volkes und erklärte aus dieser Verpflichtung die Notwendigkeiten ihres unbedingten Einsatzes bei der Lösung des Vierjahresplanes. Mit eiserner Konsequenz würden wir alles das, was uns fehlt und nur irgend möglich im Inland zu beschaffen sei, ergreifen. Er behandelte in diesem Zusammenhang die auf feiner Jnformationsfahrt besichtigten Arbeiten für die Erfüllung dieser Aufgaben und schloß seine Rede mit dem begeistert aufgenommenen Appell: „Wir wollen fein und bleiben ein Volk von Soldaten und mit unserem Führer in eine neue Zukunft marschieren!"
Senf am Lande der großen MM.
In Genf ist der D ö l k e r b u n ö s r a t zu seiner 96. Tagung zusammengetreten. Wenn nicht eine Reihe von Außenministern diese Gelegenheit zu einer Zwiesprache hinter den Kulissen über die großen schwebenden politischen Probleme benutzen würde, bestünde kaum Anlaß, von dieser Tagung überhaupt Nottz zu nehmen. Das Arbeitsprogramm weist Punkte auf, in denen entweder zwischen den Beteiligten bereits in direkten Verhandlungen außerhalb der Atmosphäre von Genf eine Verständigung erzielt worden ist oder die, wenn diese direkte Verständigung noch nicht erreicht werden konnte, auch auf der Ratstagung keinerlei Aussicht haben, einer brauchbaren Lösung entgegengeführt zu werden. Zu der ersteren Kategorie gehörte die Danziger Angelegenheit. Hier hatte Polen vom Völkerbund den Auftrag erhalten, die verfassungsmäßige Stellung der Freien Stadt zum Völkerbund, die durch völlig einseitige, von der innerpolitischen Opposition in Danzig beeinflußte Berichte des verflossenen Völkerbundskommissars Lester berührt zu sein schien, in direkter Aussprache mit dem Danziger Senat zu klären. Das ist geschehen und das Ergebnis, das der polnische Außenminister Beck dem Völkerbundsrat unterbreiten wird, gereicht weniger dem vermittelnden Auftreten des Völkerbundes zum Ruhm als vielmehr dem nun fo oft schon bekundeten Verständigungswillen der beiden Beteiligten.
Zur zweiten Kategorie der mit und ohne Genf noch ungelösten Probleme gehört die Zukunft des vorderasiatischen Sandschaks Alexandrette. Wir haben hier schon ausführlich bargelegt, daß die Türkei die Ablösung des französischen Dölkerbunds- mandats Syrien durch einen freien syrischen Staat benützen möchte, um die im Sandschak Alexandrette lebende starke türkische Minderheit entweder ganz aus der Verbindung mit Syrien zu lösen, zum wenigsten aber ihr eine gegenüber den befkbpnh-'rt Verhältnissen stark erweiterte Autonomie un^er türkischer Aufsicht zu verschaffen. Eine Kommission des Völkerbundes hat an Ort und Stelle mit der Bevölkerung Fühlung genommen, ihr Bericht wird Gegenstand der Erörterungen in Genf fein, aber der Dölkerbundsrat wird zu keiner Entscheidung kommen, ehe nicht auch hier wieder die beiden Hauptinteressenten Frankreich und die Türkei in direkten Verhandlungen sich geeinigt haben. Das ist vorerst nicht der, Fall, da die Franzosen sich scheuen, durch ein Eingehen auf die türkischen Forderungen einen Präzedenzfall für die Behandlung völkischer Minderheiten auch in anderen Kolonien und Mandatsgebieten zu schaffen, und darin von den Engländern sekundiert werden, die im Hinblick auf die lebhafte Erörterung des Kolonialproblems an der Verteilung der Mandate, wie man sie in den Pariser Vorortverträgen für gut befunden hat, nicht rütteln lassen möchten
Problemen von weltpolitischer Bedeutung geht man in Genf am liebsten aus dem Wege. Man kennt aus Erfahrung die äußerst geringe Bela- stungsfähigkeit der Völkerbundsinstitution zu genau, um sich noch irgendwelchen Illusionen darüber hinzugeben, daß etwa durch Initiative des Völkerbundes ein Krieg verhütet werden ober ber Wett ein Ausweg aus einer gefährlichen politischen Krisis gezeigt werben könnte? Seitbem Japan, als ber BöPp’-bunh Miene machte, ihm bei ber Besetzung Manbschukuos in ben Arm zu fallen, Gens einfach ben Rücken gekehrt hat unb Italien ohne Rücksicht auf die Völkerbundssanktionen seinen ostafrikanischen Feldzug siegreich zu Ende geführt hat, täuscht man sich in Genf nicht mehr darüber, daß der Völkerbund in seiner ihm in Versailles gegebenen, auf die Bedürfnisse der Siegermächte zuge- schnittenen Gestatt unter der seitdem gänzlich veränderten wettvolitischen Konstellation seine Rolle als hoher politischer Areopag gründlich ausgespiett hat und sie ohne durchgreifende Reform unter Mitwirkung ber inzwischen ausgeschiebenen ober sich ihm fernhaltenben Großmächte niemals wieber er« lanaen wirb.
So geschieht es heute auch nur noch mit größter Vorsicht, wenn in Genf eine Frage angeschnitten wirb, bie wie z. B. ber spanische Bürgerkrieg selbst innerhalb bes Völkerbunbes Anlaß zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten geben könnte. Ganz umgehen, wie es bie Völkerbunds- bürofratie wohl möchte, läßt sich eine Aussprache darüber nicht, so sucht man wenigstens nicht zum Kern des Problems durchzudringen, gibt damit aber, da weder die spanische Nationalregieruna des Generals Franco noch von den interessierten Mächten Deutschland oder Italien in Genf vertreten sind, •'"frin einseitig bpm Delegierten der bolschewistischen Machthaber von Valencia und seinen sowjetrussischen Hintermännern willkommene Gelegenheit, sich mit ihren kommunistischen Provagandavhrasen zu spreizen. Chile, bas auf biefer Ratstagung ben Vorsitz führt, hatte ben Antrag gestellt, den vor dem bolschewistischen Terror in Madrid in bie aus» länbilchen Gesandtschaften gevflüchteten Spaniern bas Asylrecht zuzubilligen unb ihren Abtransport aus ber belagerten Hauptstabt unter bem Schutz ber biplomatischen Missionen zuzulassen. Valencia hatte bies bereits zugesagt, sich aber nicht baran gehalten unb macht nun in Genf burch feinen Delegierten bei Vayo alle Anstrengungen, bie Annahme bes chilenischen Antrags zu hintertreiben. Die Bolschewisten wollen bie in bie Mabrider Gesandtschaften Geflüchteten als Geiseln zurückbehalten und möchten mit diesem Faustpfand auch bie in dieser Frage anscheinend völlig einig gehenden südameri- kanischen Staaten unter Druck setzen, um sie von einer Anerkennung der spanischen Nationalregierung des Generals Franco abzuhalten, die man in Valencia offenbar befürchtet. Daß bei Vayo bei feinen


