gas die Bolschewisten sich unter der Maske der Nationalen versteckt hatten, gelang es ihnen zunächst größere Fortschritte zu erzielen. Dabei bedienten sie sich der „Allianza Nacional Libertadora", die das Auslandkapital bekämpfte. Viele Mitglieder der Vereinigung waren sich nicht bewußt, daß sie nur Marionetten Moskaus waren. Es kam zu schweren kommunistischen Unruhen, die nur mühsam gedämpft werden konnten. Im Bundesstaate Sao Paulo, einem der hauptsächlichsten Kaffeeproduzen- ten, unterstützten die Bolschewisten separatistische Bestrebungen, während sie im Bundesstaate Rio de Janeiro sich gegen die Autonomie der Bundesstaaten wandten. Der Hauptsöldling Moskaus war das Kominternmitglied und ehemalige Oberst der brasilianischen Armee, P re st es, der mit einem von den Kommunisten gewonnenen General C a s - cardo gemeinsame Sache machte und im Jahre 1935 in einem Manifest die Brasilianer aufforderte, sich ein Beispiel an „dem Staate der Freiheit", an Somjetrußland, zu nehmen und die Waffen gegen die „Unterdrücker" zu wenden. Nur dem rechtzeitigen Zugreifen der Polizei ist es zu verdanken, daß das sowjetrussische Komplott in Brasilien scheiterte. Darauf erfolgte das erwähnte Rundschreiben an die südamerikanischen Staaten, und es wurde nachgewiesen, daß der rote Gesandte in Montevideo, Minkin, die Seele des brasilianischen Aufstandes gewesen und überhaupt der Chef sämtlicher bolsche- wistiscken Zellen in Südamerika war. Minkin wurde daraufhin ausgewiesen, Uruguay brach seine diplomatischen Beziehungen au Moskau ab, alle südamerikanischen Staaten schlossen sich dem brasilianischen Vorgehen gegen den Bolschewismus an, und da der Kommunismus trotzdem die Versuche nicht aufgab, in Brasilien Zellen zu bilden und weiterwühlte, wurde jetzt in Brasilien ein autoritärer Staat errichtet, der noch die Bestätigung durch ein Volksbegehren, also durch eine demokratische Befragung des ganzen Volkes, nötig hat.
So haben die amerikanischen Staaten sich auf sich selbst besonnen, und zwar gegenüber dem Dollarkapitalismus und dem Bolschewismus, die sich gegenseitig in die Hände arbeiten. Sie wollen durch Reformen, durch einen nationalen Sozialismus, nach und nach die Staaten aus dem etwas wirren Werdeprozeß lösen und ihre Völker zufriedenstellen. Dieser Prozeß hat deshalb Aussicht auf Erfolg, weil in den Kernstaaten, also in Chile, Argentinien, den Südstaaten von Brasilien und in Urugay die rote Farbe fast völlig von der weißen aufgesogen worden ist. D. S.
Volksführung ohne Illusionen
Reichsleiter Dr. Goebbels
sprach auf der Ordensburg Sonthofen.
Sonthofen, 21. Nov. (DNB.) Reichsleiter Dr. Goebbels sprach auf der Ordensburg Sonthofen vor den Kreis- und Gauamtsleitern. Er stellte in den Mittelpunkt seiner Ausführungen das Prinzip nationalsozialistischer Volksführung, daß man nämlich eine um die Zukunft ringende Nation nicht mit Illusionen leiten kann, sondern nur aus der genauen Kenntnis des Volkes und mit klaren Grundsätzen führend. Ein wahrer Sozialismus habe dafür Sorge zu tragen, daß allen wahrhaft wertvollen Kräften der Nation der Weg nach oben eröffnet würde. Und er müsse vor allem in den Erkenntnissen rassischer Bedingtheit und im Prinzip von Leistung, Fähigkeit und persönlichem Willen des einzelnen begründet sein. Dr. Goebbels ging auf die Verbesserung der Lebenshaltung des Arbeiters, die Tätigkeit von Kraft durch Freude, auf die Erfordernisse des Vierjahresplanes, auf die Volksernährung und die kulturelle Entwicklung ein. Ueberall wäre es die erste Aufgabe der Volksfüh- r.tng, an das einzelne Problem durch klare Einstellung des ganzen Volkes auf die Notwendigkeiten heranzugehen. Darin läge schon die halbe Lösung. Die Bedeutung der Erziehungsarbeit und der Dolksaufklärung der Partei sei deshalb von ausschlaggebender Bedeutung. z
Das Ejniglmgswerk in der deutschen Studentenschaft.
Stuttgart, 20. Nov. (DNB.) Auf einer gemeinsamen Kundgebung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes und des Altherrenbundes der deutschen Studenten sprach Reichs- studentensührer ^-Standartenführer Dr. Scheel über das große Einigungswerk der deutschen Studentenschaft. Der Reichsstudentenführer erinnerte daran, daß er gerade vor einem Jahr von dem Stellvertreter des Führers den Auftrag erhalten habe, die Einigung innerhalb der deutschen Studentenschaft durchzuführen. Das Vorhaben, alle ausbaufähigen Kräfte zusammenzuführen, sei geglückt. Ein neues Lebensgefühl durchdringe wieder das Studenten- und das Altherrentum. Alte und junge Studenten hätten sich in den Kameradschaften und Altherrenschaften wieder zusammengefunden. Die schönste Belohnung für alle Arbeit sei nun die Anerkennung und das Vertrauen von Partei und Staat.
Hierauf zeigte der Reichsstudentenführer die Selbstverantwortung, Selbsterziehung und Selbstverwaltung des neuen deutschen Studententums, dessen Grundlage die Kameradschaft, höchste Aufgabe aber die Erhaltung der blutgebundenen Art des deutschen Volkes sei. In einem zündenden Appell an seine studentischen Kameraden erinnerte er an die zehn Gebote des deutschen Studenten, der die Gesetze der Ehre, des Charakters, der Ehrfurcht, der Selbsterziehung, des Mutes, der Zucht, der Pflichterfüllung und der Ritterlichkeit zu den seinen machen müsse. Der vollste politische Einsatz und die wissenschaftliche Leistung seien heute die beiden Ideale, die dem deutschen Studenten voranschweben müßten. Die studentische Jungmannschaft habe zu Beginn dieses Semesters die Fahne, die ihr einst der Führer in die Hand gab, über allen Hoch- und Fachschulen aufgepflanzt zum Zeichen, daß der Studentenbund die Gestaltung und das Schicksal der deutschen Hoch- und Fachschulen mit in die Hand genommen habe. Hinter der studentischen Jugend aber stünden die Alten Herren, bereit und entschlossen, es den Jungen an Begeisterung und Einsatzfreudigkeit gleich-
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Anläßlich der feierlichen Immatrikulation sprach Reichsstudentenführer Dr. Schee! in Heidel- berg. Er dankte, übergab die Führung der Studentenschaft Heidelberg an cand. med. Erich Eitze und übernahm folgende Häuser früherer Korporationen, die nunmehr mit Kameradschaften des Studentenbundes belegt werden: Haus des Corps i. M. R. „Leonensia", Haus der Turnerschaft „Ghibellinia", Haus der Akad. Verbindung „Wartburg", Haus der Burschenschaft „Allemannia" und das Haus des V. d. St.
Ein Regime des Vertrauens und der Kameradschaft.
Oer Führer beim Fest des dSjährigen Bestehens der Ortsgruppe Augsburg der NGOAp.
Augsburg, 21. Nov. (DNB.) Zur Feier des 15jährigen Bestehens der Ortsgruppe Augsburg der NSDAP, kam der Führer selbst nach Augsburg. Oberbürgermeister Mayr geleitet den Führer durch ein Spalier von BDM.- Mädeln, vorbei an den Hoheits-, Partei- und Sturmfahnen des Gaues zunächst auf den Altan des Rathauses, wo der Führer die herzlichsten Huldigungen der Bevölkerung entgegennimmt. Dann begibt sich der Führer, begleitet von Gauleiter Wahl und Oberbürgermeister Mayr in ben Goldenen Saal zu den alten Kämpfern des Gaues Schwaben. Gauleiter Wahl schildert die wunderbare Wandlung in Deutschland nach der Machtübernahme durch den Führer und stellt fest, daß das neue Deutsche Reich der Größe und Ehre,
der Kraft, der Herrlichkeit und Gerechtigkeit heute in Europa wie ein Fels in brandendem Meere stehe, und daß in seinem Führer heute das Volk den Schöpfer dieses Reiches sehe. Der Gauleiter gab seinem Stolz Ausdruck, im Namen der alten Garde heute sagen zu können, daß sie in den 15 Jahren in ihrem Glauben an den Führer niemals wankend geworden sei. Der Glaube dieser einstigen kleinen Minderheit sei heute zum Glauben des ganzen deutschen Volkes geworden. Sein heißer Dank sei die hingebungsvolle Arbeit für das nationalsozialistische Deutschland, solange ein Atemzug unsere Brust bewegt. Nachdem die nationalen Lieder verklungen waren, begrüßte der Führer die alten Kämpfer und verließ hierauf wieder den Goldenen Saal.
Der Führer spricht zu feinen altenschwäbischenparteigenoffen.
Der große Saalbau Herrle war schon seit den Mittagsstunden das Ziel der alten Kämpfer des Gaues Schwaben und vieler anderer Volksgenossen. Um 15 Uhr marschierten die Standarten und Fahnen in den Saal, voran die Augsburger Standarte, die zu den sieben ältesten des Reiches gehört. Stürmische Heilrufe zeigen an. daß der Führer den Saal betrat. Unbeschreiblich ist die Begeisterung der Massen, als d e r F ü h r e r zu den alten Kämpfern spricht. In überaus anschaulicher Weise legte der Führer dar, wie durch die Nationalsozialistische Partei, durch ihr Prinzip der absoluten Autorität der Führung dem Volke ganz neue organisatorische Grundlagen seines politischen Lebens gegeben wurden. Den Einwand: „Wo bleibt die Freiheit der Kritik?" erledigte der Führer unter stürmischer Zustimmung mit den treffenden Worten: „Wir haben auch Kritik, nur kritisieren bei uns die Vorgesetzten die Untergebenen und nicht die Untergebenen'die Vorgesetzten!" Brausende Beifallsstürme begleiteten seine Feststellung, daß die Nationalsozialistische Partei die größte Organisation sei, die jemals Menschen aufgebaut haben. Noch niemals sei in Deutschland eine so ungeheure Zahl politisch befähigter Menschen tätig gewesen wie jetzt. Millionen deutscher Volksgenossen, denen ihr Beruf harte und auch wenig freudige Arbeit auferlegt, habe die Partei eine neue Lebensaufgabe gegeben und ein neuesLebensziel gesteckt. Wie glücklich seien heute ungezählte Parteigenossen, wenn
nach ihrer Arbeit in den Betriebe ihr eigentliches freudiges Leben beginne, wenn sie als Blockwalter oder als Ortsgruppenwalter an der Volksgemeinschaft arbeiten. Das fei die Arbeit, die sie mit ganzer Zufriedenheit und innerem Glück erfülle.
Der Führer sprach — immer wieder von bewegtem Beifall unterbrochen — von der großen entscheidenden Erziehungsaufgabe, die die Nationalsozialistische Partei am deutschen Volke zu erfüllen habe, und von dem einigenden Band, das die Volksgemeinschaft um alle knüpfe entgegen dem Trennenden der Herkunft, der Geburt, des Vermögens, der Stellung, der sogenannten Bildung und des Wissens. Das Volk allein trägt das Reich! Das Reich ist aber nur stark, wenn das Volk in seiner Führung und seinem Gefüge stark und einheitlich ist. (Begeisterte Zustimmung.) Es ist doch etwas Wunderbares, wenn das Schicksal Menschen ausersehen hat, für ihr Volk sich einsetzen zu dürfen. Wir können von uns sagen, daß wir nicht umsonst gelebt haben, sondern daß wir mithalfen, in der schwersten Stunde unseres Volkes die Fahne des neuen Glaubens aufzupflanzen und aus diesem Glauben die ganze Nation wiederaufzurichten.
Heute stehen uns neue Aufgaben bevor. Denn der Lebensraum unseres Volkes ist zu eng. Die Welt versucht sich von der Prüfung dieser Probleme und Beantwortung dieser Fragen frei zu machen. Aber es wird ihr nicht gelingen! (Minutenlange donnernde Heil-Rufe!) Die Welt wird eines
Tages unsere Forderungen berücksich. t i g e n müssen. Ich zweifele keine Sekunde daran, daß wir genau so, wie es uns möglich war, die Nation im Innern emporzuführen, auch die äußeren gleichen Lebensrechte w i e die a n • deren Völker uns verschaffen werden. (Erneute brausende Zustimmung.) Ich zweifle nicht daran, daß auch dieses Lebensrecht des deutschen Volkes eines Tages von der ganzen Welt wird verstanden werden! (Die Heil-Rufe branden erneut zum Führer empor.) Ich bin der Heben zeugung, daß d i e schwer ft en Vorarbeiten bereits geleistet wurden. Was jetzt notwendig ist, ist nur immer wieder Zurückbesinnung aller Nationalsozialisten auf die Prinzipien, durch die wir groß geworden sind. Wenn die ganze Partei und damit die ganze Nation geschlossen hinter der Füh- rung steht, dann wird es dieser Führung, gestützt auf diese gemeinsame Kraft eines 68-Millionen-Vol, kes, ausgeprägt zum Letzten in seiner Wehrmacht, möglich sein, die Interessen der Nation auch erfolgreich zu verteidigen und die Aufgaben, die uns gestellt sind, auch erfolgreich zu lösen!
Es ist so schön, daß in unserer Partei eine unzerstörbare Gemeinschaft besteht. Andere glauben, es sei ein Regime der Knute. Nein! Es ist ein Regime des Vertrauens und tief- st er Kameradschaft, ein gläubiges Band, das die Millionen zusammenkettet. So wird es weiter wachsen: Die Jugend wird einmal ein ganz anderes Deutschland erleben, als wir es vorfanden. Sie wird die Früchte dessen ernten, was wir in diesen Jahren an Sorgen hatten und an Blutopfern auf uns nahmen. Jeder von uns wird sterben: Aber Deutschland muß leben, und es wird leben!
Der Gauleiter hatte für Sonntag abend die alten Kämpfern mit ihren Frauen in das Stadttheater zu einer Festaufführung von Verdis Oper „Aida" em« geladen. Der Führer wurde bei ferner Fahrt zum Theater wieder mit begeisterten Huldigungen begrüßt und ihm am Eingang ein großer Strauß Blumen überreicht. BDM.-Mädchen bildeten in der Treppenhalle Spalier. Unabsehbare Menschenmassen grüßten den Führer wieder, als er zum Hotel „Drei Mohren" zurückfuhr. Immer wieder brauste nun der Jubel zum Balkon des Hotels empor, bis der Führer, begleitet von Gauleiter Wahl und Divisionskommandeur Generalmajor Bergmann, heraustrat. In die Heil!-Rufe mischten sich die Klänge der zum Zapfen st reich anmarschierenden Truppen, die am Führer im Paradeschritt vorbeizogen und vor dem Hotel Aufstellung nahmen. Die Lieder der Nation beschlossen die eindrucksvolle nächtliche Feierstunde.
Oie Kulturtagung der NGOAp. in Mainz.
Einführung des Gaukulturwarts Conrad durch stellv. Gauleiter Linder.
Im Festsaal der Kreisleitung Mainz fand am Samstagnachmittag als letzte große repräsentative Veranstaltung der Gaukulturwoche Hessen-Nassau eine Kulturtagung statt, in deren Verlaufe der Gaukulturwart Conrad durch den stellvertretenden Gauleiter Linder in sein Amt eingeführt wurde. Der in lichtem Grau und Silber gehaltene Festsaal, mit Fahnen, dunklem Grün und Blumen geschmückt, wurde von der wuchtigen Führerbüste an der Rückwand beherrscht. Nach einem Orchester- Vorspiel des Peter-Cornelius-Konservatoriums und dem Vortrag zweier Gedichte — „Soldaten der braunen Armee" von Heinrich Lersch und „An die Gegenwärtigen" von Eberhard Klas — hieß Gaupropagandaleiter Stöhrdie zur Kulturtagung versammelten Amtsträger der Partei, an ihrer Spitze stellv. Gauleiter Linder, herzlich willkommen und gab einen kurzen Rückblick auf die Leistungen der hinter uns liegenden, auch einen Ausblick auf die kommenden Gaukulturwochen. Hierauf erhob sich
stellv. Gauleiter Linder
zu einer längeren Ansprache, in der er etwa folgendes ausführte:
Kultur fei nichts anderes, als der innere Ausdruck des gesamten geistig-seelischen Lebens eines Volkes, das aus dem Blut wachse. Das deutsche Volk habe den Kampf um seine Kultur seit dem Bestehen deutscher Menschen in allen Formen der Kultur:- künstlerisch, wissenschaftlich, religiös, sittlich, sozial und politisch durchgekämpft. Von der Schlacht im Teutoburger Wald an hätten die deutschen Menschen nur eine Sehnsucht gekannt: die Sehnsucht nach dem Reich. In dieser Sehnsucht hätten unsere großen Deutschen gelebt und geschaffen. Adolf H i t- ler sei es vorbehalten geblieben, eine wahre und wirkliche Kultur zu schaffen. Deutsche Kultur aber könne nie von deutscher Politik gelöst werden. Die Partei werde dafür sorgen, daß der kulturrevolutionäre Geist der nationalszoialistischen Weltanschauung sich auf alle Gebieten durchsetzen werde. Wenn aber die Kultur eines Volkes politischen Geistes sei, müsse die Partei in der Kultur führen, da von ihr auch das Volk geführt werde. Zum ersten Male sei es m»glich, daß der Kunstschaffende durch die enge Verbindung zum Volk die feinen Regungen der deutsche Seele verspüre und ihnen Ausdruck geben könne. Ziel des kulturpolitischen Einsatzes sei, die Kulturschaffenden zu Nativ n a l s o z i a l i'st e n zu gestalten, damit sie aus der nationalsozialistischen Weltanschauung schaffen. Ausschließlich Sache der Partei sei es, durch ihre Einrichtungen auf diese Erziehung des Kulturschaffenden einzuwirken.
Der stellv. Gauleiter berichtete anschließend über die Zusammenfassung der in unserem Gebiete bestehenden Wanderbühnen zu einem rhein-mai- nifdjen Gemeindekulturverband, der im Frühjahr nächsten Jahres seine Tätigkeit aufnehmen soll, und führte den bisherigen Gau-Studentenführer Pg. Conrad als Gaukulturwart in fein Amt ein.
Gaukulturwart Conrad
legte zunächst das Gelöbnis ab, in feinem neuen Amte feine Pflicht zu erfüllen, und gab anschließend einen Aufriß der Organisation und des weitschichtigen Arbeitsgebietes der von ihm geleiteten Haupt- stelle für Kultur. Seinen Ausführungen war u. a. folgendes zu entnehmen:
Der Auftrag einer Kulturdienststelle in der Gau- leiiung sei umfaßend und könne keinen Bezirk aus-
nehmen, weil er sich aus dem totalen Anspruch der Partei auf die Beobachtungen des gesamten kulturellen Lebens herleite. Die Hauptstelle Kultur betrachte es als ihre Pflicht, in gemeinsamer Arbeit mit den Leitern der Berufsorganisationen den schöpferischen Kräften im künstlerischen Leben ihre Hilfe angedeihen zu lassen. Die Kulturdienststelle sei keine Zensureinrichtung, sondern ihre Aufgabe fei positiv. Sie bleibe auch dann positiv, wenn bas Mittel der Ablehnung oder jier radikalen Ausmerzung notwendig werde. Diese Mittel würden un- nachsichtlich dann angewandt werden, wenn weltanschauliche Gegner auf dem Wege kultureller und künstlerischer Dunkelmännerarbeit das Gefüge unserer Weltanschauung brüchig zu machen suchten. Die Partei müsse mit noch größerer Anteilnahme die Entwicklung des kulturpolitischen Schaffenswillens in der Bewegung selbst verfolgen. In der Fest- und. Feiergestaltung werde sich in erster Linie die stilbildende Kraft unserer Idee ausdrücken. Es fei geplant, auf dem Wege eines Meinungs- und Erfahrungsaustausches eine Gauarbeitsgemeinschaft für nationalsozialistische Feier- und Freizeitgestaltung zu errichten. Es sei weiter Aufgabe der Hauptstelle K"Uur, den kulturpolitischen Auftrag der Partei bis in den Kreisen und Ortsgruppen zum Durchbruch zu bringen, was von der Auswahl geeigneter Persönlichkeiten abhängig sei. Die Hauptstellenleiter Kultur in den Kreisen hätten vornehmlich eine Zusammenarbeit aller Gliederungen herbeizuführen und die gemeinsamen Wege für die Fest- und Feiergestaltung zu bereiten. Die Tätigkeit der Kreisdienststellen umfasse auch eine Ueberwachung des gesamten Veranstaltungswesens, um Geschmacksverirrungen und Verfälschungen zu verhindern. Dorfgemeinschaftsabende und die Breitenarbeit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" seien als weitere Arbeitsgebiete genannt. Was für die Kreise gelte habe zum Teil entsprechende Geltung für die Ortsgruppen, wo ebenfalls geeignete Persönlichkeiten durch Beispiel
und Belehrung helfen müßten, die richtigen Formen für Fest, Feier und ernsten Appell zu finden. Die Hauptstelle Kultur in der Gauleitung wolle helfend und beratend allen zur Seite stehen und eine klare Linie aufzeigen, wie die Partei richtungweisend in Erscheinung treten könne.
Nach einem Schlußwort von Gaupropagandaleiter S t ö h r wurde die Kulturtagung mit dem Gruß an den Führer und den Liedern der Nation geschlossen. —
„Bunt ist die Welt der Bühne/"
Im Anschluß an die Kulturtagung fand abends vor einem festlich gestimmten Publikum im Mainzer Stadttheater unter dem Motto „Bunt ist die Welt der Bühne" eine fröhliche Veranstaltung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Rahmen und als Ausklang der Gaukulturwoche statt. Die Gesamtleitung hatte Intendant Hans T e ß m e r, Mainz, die musikalische Leitung des ersten Teils Kapellmeister Theo Mölich, Mainz, des zweiten Teils Kapellmeister H. Blümer, Mainz. Mitwirkende waren Musiker und Solisten aus Orchestern und Bühnen des Gaues Hessen-Nassau. Das umfangreiche Programm, das Ausschnitte aus einer Reihe der bekanntesten und beliebtesten Opern und Operetten umfaßte, wurde ein geleitet mit der vom Mainzer Städtischen Orchester schwungvoll gespielten Ouvertüre zu Webers „Euryanthe". W. Vogt-Vilseck, Mainz, sang die Arie des Max aus „Freischütz", E. A. Pfeil und F. Stefan, Mainz, ein Duett aus „Boheme". Das übrige Programm, das von Mainzer, Wiesbadener, Darmstädter und Hanauer Kräften bestritten wurde, brachte u. a. Ballettftücke aus „Aida", die Agathen- Arie, den „Rosenkavalier"-Walzer, die großen Fi» nales aus „Aida" und „Zigeunerbaron", Lieder von Richard Strauß und den Musette-Walzer aus „Boheme".
Die schöpferische Persönlichkeit im deutschen Schrifttum.
Alfred Bosenberg über Wertung und Förderung durch Partei und Staat.
Berlin, 20. Nov. (DNB.) Die Reichsarbeitstagung des Amtes für Schrifttumspflege beim Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP, und der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums veranstaltete eine Kundgebung in der Krolloper, auf der Reichsleiter Alfred Rosenberg sprach. Wenn auch, so führte er aus, die Tätigkeit des Amtes für Schrifttums- Pflege und der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttumes aufs engste Zusammenhänge, so seien doch gewisse Aufgaben vorwiegend von der einen ober anderen Stelle durchzuführen. Die Aufgabe des Parteiamtes fei die Wertung, die Aufgabe der Reichsstelle vorwiegend die Förderung jener bei der Wertung heroorgehobener Schriftsteller. Die Arbeit fer nun bis ins einzelne ausgerichtet worden. So würde die Tätigkeit von über 20 000 Schrift st ellern in Deutschland heute verfolgt, die Begutachtung ihrer Werke und die Besprechungen der verschiedensten Zeitungen und Zeitschriften über sie vermerkt, Hand in Hand damit gehe die Wertung der.
in Frage kommenden Verlage. Monatlich würden bei Aussonderung aller nicht notwendigen etwa 1500 Bücher bewertet und 900 Zeitschriften gelesen. Aus dieser Gesamtarbeit ergebe sich die fortlaufende Fertigstellung der nationalsozialistischen Büchereien; soeben seien die vierten hundert Bücher tyv ausgegeben. Monatlich gebe die nunmehr parteiamtliche Bücherkunde einen Querschnitt durch die Buchproduktion, und ein Jahrbuch der Gutachten ermögliche es allen Parteidienststellen und den Verlegern, ein Bild über die Wertung des deutschen Schrifttums durch die NSDAP, zu erhalten.
Die Reichs stelle ihrerseits habe sich auch im vergangenen Jahre aktiv an zahlreichen Stellen beteiligt. Ihre Ausstelungen hätten jetzt rund eine Million Besucher zu verzeichnen. Im Unterschied zu früheren Zeiten, die gleichsam sich gegen jedes aus' kommende Talent sträubten, sei heute so freie Bahn vorhanden, daß man manchmal vielleicht sogar sagen könnte, die bereitwillige Zustimmung zu einem Talent sei diesem nicht immer förderlich gewesen. Ein begeistertes Wort nach einer guten Erstlings' arbeit hätte jo manchem die Stetigkeit genommen«


