Ausgabe 
21.6.1937
 
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Auf Weisung des Führers wird Abt Schachleiter am Dienstag in München ein Staatsbegräb- n i s erhalten. In der Allerheiligften-Hofkirche fin­det ein Requiem statt. Im Anschluß hieran erfolgt die feierliche Ueberführung der Leiche auf den Mün­chener Waldfriedhof, wo um 11.45 Uhr das Staats­begräbnis stattfindet.

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Das Sans-Mllon-Shrenmal eingeiveiht.

Sonnenwendfeier der HI. auf Rügen.

Bergen auf Rügen, 21. Juni. (DNB.) 3m Fackelschein trugen Bannführer der HI. den Sarg ihres 1931 von Kommunisten ermordeten Kamera­den Hans Mallon in das Grabmal, das ihm zu Ehren als erstes großes Totenmal auf Rügen am Rugard errichtet wurde. Der Reichsjugendfüh­rer schritt mit Hans Mallons Mutter in den hohen Ehrenraum, wo er den Kranz des Führers am Sarg des jungen Märtyrers der Bewegung nieder­legte. Ein Vertreter des Bundesamtes vom Volks- b u nb deutsche K r i e g s g r ä b e r f ü r s 0 r ge sagt« in feiner Weiherede: Hans Mallon, in den Tagen der Sommersonnenwende geboren, auf dem Heimmarsch von einer Sonnenwendfeier gesteinigt und nun zur Sommersonnenwende in diesem Ehren­mal gebettet, du sollst nicht einsam in diesem Mal ruhen, sondern vereinigt werden mit allen denen, die von 1914 bis 1933 für Deutschland verbluteten. Don ihren Ehrenstätten werden wir sie alljährlich dutch blutgeweihte Ehre Heimbringen und gemein­sam mit der HI. in diesem Mal betten.

Am Grabmal entzündeten vier Hitlerjungen ihre Fackeln und geleiteten den Reichsjugendführer zur Feier st ätte am Rugard, wo Rügens Hit­ler-Jugend ihn zur Sonnenwendfeier erwartete. Baldur von Schirach entzündete den Feuerstoß und sagte in seiner Rede: Vor sechs Jahren brannte zur Sonnenwende auch so ein Feuer auf, und einer unserer besten Kameraden mußte sein Bekenntnis zu diesem Feuer, das die Jugend damals in allen Teilen des Reiches zu entzünden begann, mit sei­nem Leben bezahlen. Hans Mallon fiel, aber das Oeuer brannte weiter. Die Flamme seines ebens verlöschte, aber auf brannte das Feuer der Erhebung der Nation. Die Feuer der Jugend brennen nach ihrem Tode weiter bis heute, wo die im Namen des Führers geeinte junge Ge­neration in Zucht und Disziplin sich ihren Toten verpflichtet fühlt. Ein Unbekannter unter Millio- nen gewann Unsterblichkeit. Es will etwas heißen, wenn er in seinem Tode heute noch ganz Deutsch­land zwingt, sich seiner zu erinnern, und die Ju­gend aus Generationen verpflichtet, in Stolz und Freude seiner Tapferkeit zu gedenken. In Hans Mallon hat das idealistische Bekenntnis der Jugend den Tod überwunden. Zum Schluß seiner An­sprache verlieh der Reichsjugendführer dem Bann 42 der HI. von Rügen den NamenHans Mallon".

Abschluß der Ostpreußenfahrt der Alten Garde.

Marienburg, 19. Juni. (DNB.) Im großen Remter der Marienburg sammelt sich unter ihrer Fahne die Alte Garde zur Abschiedsfeier. Tau- send Wachskerzen erleuchten den Raum. Das Vor­spiel zu den Meistersingern leitet die Feier ein. Ostpreußens Gauleiter Erich Koch verabschiedet die

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des westfälischen rotbunten Niederungs-

Traditton des nattonalsozialisttschen Kämpfertums auf.

Reichsminister Dr. Gürtner wünschte sodann erfolgreiche Arbeit und betonte die Aufgabe, Dienst am Recht und damit Dienst am Volk zu leisten, da­bei die Haltung des neuen Reiches zu dokumentie­ren. Professor Dr. Graf G l e i s p a ch dankte für die Anerkennung, die die Arbeit der Rechtsforscher nunmehr gefunden habe, und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß es gelingen müsse, die Auffassung durchzusetzen, daß Rechtsforscher und Rechtswahrer in gleicher Weise deutschem Recht dienen.

Die neu ins Leben gerufene Abteilung für Rechts­forschung gliedert sich in drei Klassen: Klasse 1: Er­forschung der Geschichte und der Grundfragen des Rechts (Obmann Geheimrat Professor Hey­man n, Berlin). Klasse 2: Erforschung des Rechts von Reich und Volk (Obmann Staatsrat Pro­fessor Dr. Freiherr von Freytag-Lorin g- hoven, Breslau). Klasse 3: Erforschung des volksgenössischen Rechtslebens (Ob­mann Professor Dr. Hedemann, Berlin). Die Schaffung dieser Abteilung ist aus dem Bedürfnis heraus erfolgt, in der Akademie für Deutsches Recht alle geeigneten wissenschaftlichen Kräfte heranzu­ziehen, um zunächst die Geschichte des Rechts und der Wirtschaft, die philosophischen und methodischen Grundlagen der Rechtsdogmatik und endlich die justiz-technischen Einzelheiten auf den verschiedensten Gebieten des Rechts einer systematischen und ttef- gründigen Erforschung entgegenzuführen.

General Beck hat Paris verlassen.

Paris, 19. Juni. (DNB.) Der Chef des Gene­ralstabes des Heeres, General Beck, stattete am Samstagvormittag dem Haus der deutschen Gemeinschaft einen Besuch ab. General Beck unterrichtete sich über das Leben der deutschen Ko­lonie in Paris und trug sich in das goldene Buch des deutschen Hauses ein. General Beck stattete am Samstagmittag Marschall P 61 a i n einen Privat- besuch ab und war Mittags Gast des deutschen Bot­schafters Graf Welczek. An dem Essen nah­men u. a. teil der französische Generalissimus G a - m e Li n, der Kommandeur der 1. Kavalleriedivision, de la L a u r e n c i e, der früher als Kommandeur der Reichsschule die französischen Reiteroffiziere wie­derholt nach Berlin begleitet hatte, ferner der Kom­mandeur der 12. Division, General Leizeau, so­wie der Präsident des Empfangsausschusses für die internationale Ausstellung, Graf de la Castel- l a n e. General Beck hat am Sonntagabend die Rückreise nach Berlin angetreten. Neben dem Botschafter, Graf Welczeck, und dem deutschen Militärattache General Kühlenthal, war u. a. General Duron als Vertreter des französischen Generalstabes zum Abschied aus dem Bahnhof er­schienen.

Ein Sudetendeutscher von der tschechischen Folterjustiz in den Tod getrieben.

Prag, 19. Juni. (DNB.) Abgeordneter Karl Herman Frank hat folgendes Telegramm an den tschechoslowakischen Ministerpräsidenten gerichtet. Herr Ministerpräsident! Am Vortage der Enthüllung des Denkmales des ungarischen Dichters Jokai durch Sie stehen Sie im Begriff, nach der Geste vom 18. Februar eine weitere Geste gegenüber den u n - g a r i s ch e n Minderheitsangehdrigen zu tun. Ich darf Ihnen, Herr Ministerpräsident, mitteilen, daß im Untersuchungsgefängnis Prag-Pankratz der Land- wirt Anton Staubner aus Philipsberg nach 14monatiger Untersuchungshaft Selb ft mord ver-

alten Kämpfer Adolf Hitlers:Jahraus und jahr­ein werdet ihr durch einen deutschen Gau fahren, und die Fahne wird euch oorauswehen. Jahraus und jahrein werden es weniger werden und eines Tages wird die Fahne im Braunen Haus zu Mün­chen wohnen. Bleibt die alten glaubensstarken Mit­kämpfer und Kameraden des Führers, behaltet das heilige Vermächtnis der Bewegung, den Glauben an Adolf Hitler und unsere Weltanschauung im Herzen."

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley faßte das Er­gebnis der Oftpreußenfahrt in die Worte zusammen: Die Alte Garde sah keine Paraden und Kundgebun­gen, sie sah das Herz des Volkes und seine Liebe zum Führer! Ich glaube, es gibt keinen Teil Deutschlands, in dem wir Schö­neres sehen können, als wir hier gesehen haben. Man sagt, daß das Land und seine Menschen zwar arm sind, aber die Dinge, die wir erlebten, waren unendlicher Reichtum. Dr. Ley spricht dann von dem Erlebnis auf den Schlachtfeldern Tannenbergs. Er erinnert an die großen Leistungen des Deutschen Ordens, einer Füh­rerschicht von auch nur 500 bis 600 Männern, die zusammenbrach, als sie die Verbindung mit dem Volke verloren hatte. So verlangt er als die le­bendigste Erkenntnis aus dieser Oftpreußenfahrt das Bewußtsein von der Notwendigkeit einer tiefen und unlöslichen Verbundenheit mit der breiten Masse des Volkes, das in Treue und Dankbarkeit zum Führer steht.

In der Nacht zum Sonntag verließen die Sonder- züge Marienburg, um die alten Kämpfer nach Pi l- a u zu bringen, wo sie auf dem Seewege die Reife nach Stettin antreten. Durch ein Spalier von Fackel­trägern fuhr die Alte Garde von der Marienburg zum Bahnhof. Dort spielte ein verstärkter Musikzug des Reichsarbeitsdienstes zum ersten Male den Feierabend", eine Schöpfung des Reichs- mufikführers W i e l e b 0 ck. Vorher hatte die Alte Garde den Marienburg-Festspielen beigewohnt. Schirmherr dieser Spiele ist Reichsminister Dr. Goebbels. Gespielt wird derGötz" in der Urfas­sung mit Heinrich George in der Titelrolle.

Deutsche Uechisforschuug.

Berlin, 19. Juni. (DNB.) In der Universität fand durch Reichsminister Dr. Fr an k in Anwesen­heit von Reichsjustizminister Dr. Gürtner und Reichserziehungsminister Rust die konstituierende Sitzung der Abteilung für Rechtsfor­schung der Akademie für deutsches Recht statt. Reichsminister Dr. Frank führte aus, daß die Akademie stolz darauf sei, heute die Zentrale des rechtswissenschaftlichen Lebens unserer Nation in dem Rahmen aufbauen zu können, den der Führer bestimmt habe. Zum erstenmal in der Geschichte des deutschen wissenschaftlichen Lebens schließen sich die rechtswissenschaftlichen Forscher zu einer Einheit zusammen. Ihre Verpflichtung sei: dem Volk, dem Reich und der Bewegung gegenüber das Rechts­leben nach den Gesetzen unseres Wesens allein aufzubauen, die Rechtswissenschaft frei» zumachen von der Beharrung auf sogenannten a11 übernommenen Begrifssvorstel- langen", im Dienste der nationalsozialistischen Idee rechtswissenschaftlich jene Begriffe aufzu­stellen, die die Einheit der Rechtsord­nung unserer Volksgemeinschaft gewährleisten und den kommenden Geschlechtern ein geschlossenes und den Lebensbedürfnissen des Volkes unmittelbar dienendes Gebäude im Rechtsdenken und in der Rechtsprechung zu sichern. Dr. Frank rief die deut­schen Rechtsforscher zu stetem Bewußtsein der stolzen

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übt hat. Das ist ein weiterer Fall unter mehreren binnen kürzester Zeit. Bei allem Verständnis für Ihre persönlichen guten Absichten und die Schwere Ihrer Aufgabe, scheint mir gerade heute die Fest- ftellung notwendig, daß nicht mehr Gesten, sondern nur noch d i e grundsätzliche System­änderung dem Staate die notwendige Bestie- düng bringen kann. Angesichts der von uns seit Monaten und der nun auch im Auslande erhobenen schweren Vorwürfe gegen P 0 lizeiver­mal t u n g und Justiz erlaube ich mir, Ihnen die Einsetzung eines parlamentarischen Unter­suchungsausschusses unter Beiziehung der Opposition vorzuschlagen."

Eröffnung der Reichsaulobahnsirecke KasselGöttingen.

Am Sonntag wurde nach einer Eröffnungsfeier bei Heiligenroda durch Gauleiter Staatsrat W e i n» r i ch die Reichsautobahnteil st recke Kaf- selGöttingen offiziell dem Verkehr über­geben. Reichsbahndirektor Lieb etrau wies auf die Bedeutung der neuen Strecke hin und schloß mit einem Gedenken an die Arbeitskameraden, die bei der Arbeit verunglückten. Gauleiter Staatsrat Weinri ch ging auf die Schwierigkeiten ein, die dem Bau der 38 Kilometer langen Strecke infolge des zerklüfteten Geländes und des felsigen Bodens entgegenstanden. Es seien 18 Unterführungen, 18 Überführungen, 34 Durchlässe und eine Reihe Brücken notwendig gewesen. Besonders die Werra­brücke mit einer Höhe von 61 Meter und einer Länge von 416 Meter sei eine der größten Bauten der deutschen Autobahnen und ein gewaltiges Werk deutscher Technik. Man könne mit Freude feststellen,

Wetterbericht

de» Reichstvetterdiensles. Ausgabeorf JranffurL

Hinter einer Störungsfront kamen wir am Sonntag wieder in ein Bereich kälterer Meeresluft, die bei starker wechselhafter Bewölkung Anlaß zu gewittrigen Schauern gab. Die erneute Verlegung der Störungstätigkeit nach Südskandinavien läßt im Verein mit dem stationierten ostatlantischen Hoch- druckgebiet nach keine fortschreitende Witterungs­änderung erwarten.

Aussichten für Dienstag : Trotz häufiger Aufheiterung noch immer unbeständig und Auftreten einzelner meist schauerartiger Niederschläge, Mit­tagstemperaturen zwischen etwa 15 und 20 Grad, vorwiegend westliche Winde.

Aussicht en für Mittwoch: Wechselhaftes, zu einzelnen Niederschlägen geneigtes Wetter.

Lufttemperaturen am 20. Juni: mittags 20 Grad Celsius, am 20. Juni: abends 12,4 Grad, am 2L Juni: morgens 12,9 Grad, Maximum 20,1 Grad, Minimum 9,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Juni: abends 22,8 Grad, am 21. Junir morgens 16,3 Grad, Sonnenscheindauer 6,1 Std.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigen- leitet: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pst Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pst mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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