Nr. 67 vierter Matt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)
Somstag, 20. März 1957
Die oberhessischen Karioffelzüchter bei der Saatgutauslese.
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Saatgut wird sorgfältig nach Sorten getrennt gelagert.
Maschinell werden die Kartoffeln nach Größen sortiert.
Mit Ungeduld wartet der Bauer auf den Frühling, aus trockenes Wetter, damit er mit feinen Feldarbeiten beginnen kann. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als alles vochubereiten, um bei gegebener Zeit mit voller Kraft anzufangen.
Zu den Vorbereitungen gehört auch der Erwerb von gutem Kartoffelsaatgut. Längst haben die Bauern erkannt, daß es nur dann zufriedenstellende Erträge, sog. Vollernten, gibt, wenn sie erstklassige Saatkartoffeln verwenden. Und gerade in unserer Heimat, in Oberhessen, wirken ja zahlreiche Kartoffelzüchter. Es sind mehrere Hundert, so in Holzheim, in Kirch-Göns, Lang-Göns, in vielen Dörfern der Wetterau, zum Teil auch schon im Vogelsberg.
Diese Kartoffelzüchter sind jetzt in der stärksten Tätigkeit, denn sie lesen das Saatgut aus, füllen es in Säcke und versenden es. Man sieht auf den Straßen nach den Dörfern um Gießen, wie Heuchelheim und Wieseck, immer wieder hochbeladene Wagen mit Saatkartoffeln. Auch die kleinen Landwirte haben die Vorteile eingesehen, die ihnen daraus erwachsen, wenn sie jedes Jahr neues Saatgut beziehen. Die Landwirte, die ihre Saatkartoffeln einfach dem Bestand im Keller entnehmen, sind sehr selten geworden; sie sind nicht mit der Zeit gegangen und haben den Anschluß verpaßt.
In den folgenden Zeilen seien einige von den Arbeiten des Saatzüchters geschildert:
Schon vor dem Kriege wurden von der Ackerbauschule in Friedberg in verschiedenen Gemeinden Probeanpflanzungen von bestimmten Kartoffelsorten vorgenommen. Dabei ergaben sich ganz vorzügliche Erträge. Anschließend daran wurde der Rat gegeben, es doch auch mit Kartoffelsaatgut zu versuchen. So kam es, daß in vielen Gemeinden von Oberhessen Saatkartoffelbaustellen entstanden.
Aber nicht jeder Bauer ist zu gleicher Zeit Züchter. Da müssen zunächst allerhand Vorbedingungen erfüllt werden. Einige vom Reichsnährstand herausgegebene Grundregeln lauten: Die Anerkennung bezweckt:
1. Die Versorgung der heimischen Scholle mit bestem Saatgut.
2. Förderung der Saatzucht und des Saatbaues durch Beschränkung auf Wirtschaften, die durch die Person ihres Betriebsleiters und ihre Einrichten Gewähr für Lieferung besten Saatgutes geben.
3. Vereinheitlichung der Anerkennungs- und Lieferungsbedingungen für das ganze Reichsgebiet.
Zur Anerkennung müssen gemeldet werden sämtliche landwirtschaftlich genutzten Feldfrüchte, deren Aufwuchs teilweise oder ganz als Saatgut Verwendung finden oder gehandelt werden soll. Für die Kartoffelzüchter gilt der folgende Satz:
„Wird in einem Betriebe eine Kartoffelsorte zum ersten Male zur Anerkennung als „anerkannte Saatware" vorgestellt, dann muß der Aufwuchs aus .Hochzucht' erwachsen sein. Ein entsprechender Nachweis ist der Anerkennungsstelle zu erbringen."
„Hochzucht" wird in Oberhessen unseres Wissens nirgends getrieben. Man versteht darunter die Züchtung neuer Sorten oder sog. „Originalsorten". Die Aufgabe unserer oberhessischen Züchter" erstreckt sich auf die sog. „anerkannte Saatware".
Die Anmeldung zur Anerkennung erfolgt bei der zuständigen Landesbauernschaft. Darauf erfolgt eine Besichtigung, die sich auf Einrichtungen des Betriebes erstreckt.
Die Kartoffelzüchter beziehen ihr eigentliches Saatgut aus Noeddeutschland, viele aber auch von dem bekannten Züchter Böhm (Odenwald). Be
kanntlich gab es früher über 900 Kartoffelsorten, jetzt dagegen kennt man nur noch 68, sog. Reichssorten. In der Hauptsache werden in den oberhessischen Betrieben gelbfleischige Speisekartoffeln gezüchtet. Es sollen hier nur einige Namen stehen: „Industrie" (die vom Jahre 1940 ab verschwinden soll, da sie nicht krebsfest ist), Böhms „Ackersegen", „Edelgard", „Sieglinde", Böhms „Mittelfrühe" (Neuzüchtung, die sehr gut zu werden verspricht), „Ackersegen", „Nord-Ost-Gold-Gelb", „Erdgold", „Radatz Voran", „Pohls Priska" u. a. Auch die letzte Sorte scheint viel Aussicht zu haben, besonders aus dem Grunde, weil „Industrie" in dem vergangenen feuchten Sommer ziemlich stark versagte.
Die „Hochzucht", die oft schon im Herbst bezogen wird, muß vorschriftmäßig gelagert werden. Das Land wird bearbeitet, im Frühjahr erfolgt das Setzen.
Zur Zeit der Blüte kommt die erste Besichtigung durch Fachmänner. Dabei wird besonders darauf geachtet, daß alle Stöcke gesund sind. Bei einer
zweiten Besichtigung kurz vor der Ernte mir# genau geprüft, ob alle Stauden gleichmäßig stehen, ob keine Erkrankung vorliegt usw. Es kommt oft vor, daß nach solchen Besichtigungen einzelne Aecker nicht „anerkannt" werden, wenn z. B. mehr alq zehn Prozent „schwarzbeinig" (Pilzkrankheit) sind, oder starken Schorfbefall zeigen usw. Auch die Fehl« stellen müssen sich in bestimmten Grenzen halten (15 v.H.).
Im Winter besteht die Haupttätigkeit der Züchter, im Sortieren. Hierbei bedient man sich bestimmter, Maschinen. Aber auch hierbei muß oft noch eine Lese durch die Hand nachfolgen, da die Maschinen nicht immer vorschriftsmäßig arbeiten. Die ganz dicken Knollen und die kleinen können nicht als Saatgut angesprochen werden.
Das ausgesuchte Saatgut kommt nun in Säcke, Diese werden vorschriftsmäßig plombiert. Außerdem wird darüber gewacht, daß kein Züchter etwa mehr Kartoffeln als Saatgut verkauft, als er tatsächlich geerntet hat. Von jeder Sendung durch die Bahn muß ein Einlieferungsschein an die Landesbauernschaft eingesandt werden. Von jedem Frachtbrief muß eine Zweitschrift vorliegen.
Der Preis für Saatkartoffeln liegt natürlich etwas höher als der für Speisekartoffeln. Das ist auch ganz berechtigt, denn der Züchter hat neben seiner Mehrarbeit (Lagerung, Sortierung usw.) auch zahlreiche Abgaben zu leisten. Zunächst muß die teure „Hochzucht" bezahlt werden. Ferner ist der Ertrag im ersten Jahr nicht so groß, wie bei der Zucht mit dem darauffolgenden Saatgut. Den Minderertrag schätzt man im ersten Jahr aus 15 Zentner für den Morgen. Den eigentlichen Gewinn hat der Bauer, der das „anerkannte" Saatgut kaust. Die Besichtigungen müssen ebenfalls bezahlt werden, auch die Lizenzgebühren an die Züchter neuer Sorten.
Wenn im Rahmen des Vierjahresplanes der Einsatz aller Kräfte gefordert wird, um Höchsternten zu erzielen, dann gehören nicht in letzter Linie unsere Kartoffelzüchter mit in die vorderste Linie, die mithelfen, daß ihre Berufskameraden mit bestem Saatgut versorgt werden, zu ihrem Vorteil, zugleich aber auch zum Vorteil des ganzen deutschen Volkes. Je mehr wir erzeugen, desto eher werden wir unabhängig vom Auslande.
Und daß gerade in Oberhessen so viele Kartoffelzüchter tätig sind, zeugt von dem fortschrittlichen Geist, der die hessische Bauernschaft beseelt. Die Nachfrage nach oberhessischem Saatgut ist immer sehr gut, und die meisten Züchter werden zur Zeit wohl schon ausverkauft haben.
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Genaues Gewicht darf der Saatgutkäufer ohne weiteres erwarten.
Der volle Sack wird plombiert. — (Aufnahmen [4]: Neuner.)
Kristall, Goldkäfer und Afnlabohne.
Von Friedrich Schnack.
Auf sonderliche Art bin ich zu einer kleinen Naturaliensammlung gekommen, die ich fast jeden Monat um eine Kuriosität bereichere. Der Zufall hat sie beigebracht. Ich lernte einen Ingenieur kennen, dessen Aufgabe es ist, in einer Fabrik, die sich mit der Herstellung von Trockenbatterien für elektrische Taschenlampen befaßt, Graphit zu „enteisen", wie der technische Ausdruck lautet, d. h. der Ingenieur entfernte durch ein von ihm erfundenes Verfahren das dem Rohgraphit beigemengte feinverteilte Metall. Es muß eine ziemlich umständliche und schwierige Sache sein, der Ingenieur hat lange Zeit an der Ausbildung seines 'Verfahrens gearbeitet, bis es ihm zur Zufriedenheit gelang: er hat mir eine Glasröhre voll silbern glitzernden Staubes feines ausgeschiedenen Eisens gezeigt. Die Fabrik bezieht das uns allen durch den Faberbleistift wohlbekannte Minersl aus Ceylon und von einer afrikanischen Jnsel/wo es im Tagbau gewonnen wird.
Als ich vor längerer Zeit meinen Bekannten in feinem Laboratorium besuchte, wurden gerade im Fabrikhof an ein Dutzend schmutziger Graphitsäcke vom Güterbahnhof angerollt und im Lagerschuppen I entleert. Große, schwärzlich glänzende Klötze und Brocken polterten in die Vorratskisten. Wie ich von der Schule her wußte, ist Graphit ein „in hexagonalen Tafeln kristallisierendes, bleigraues, metall- glänzendes, weiches abfärbendes Mineral, das im reinen Zustand nur aus Kohlenstoff besteht" — ich war also im Bilde; so dicke Klötze aber hatte ich noch nie gesehen: die Schulsammlung enchielt damals nur ein kleines Stück, das von Jahr zu Jahr unansehnlicher wurde, weil wir damit einander die Heftseiten und verstohlen auch die Wände des Chemiesaals beschmierten. Inzwischen wird es sicherlich völlig aufgebraucht und längst durch ein anderes Stück ersetzt sein.
Mein Ingenieur schenkte mir von der Sendung einen tüchtigen Brocken, und dieser bildete den Ur- und Eckstein meiner Naturaliensammlung. Aber damit war es an diesem Tag nicht genug. Aus einem der Säcke rollte ein blitzender Körper, ein helles, kantiges Ding, das beim Herauskollern nicht sogleich zu unterscheiden war. Der Ingenieur fischte es flink aus dem Kasten, ehe es der Schutt des nachstürzenden Graphits zudeckte. Der Körper blinkte gläsern, und als der Ingenieur ihn mit Putzbaumwolle sauber und blank gerieben hatte, lag in seiner Hand ein großer Bergkristall.
Ein wunderbarer Kristall, so prächtig chn keine Schülersammlung aufzuweisen hatte. Es war wohl ein sehr alter Kristall, der fern in feinen afrikanischen Jnselbergen auf unterirdischen Quarzwiesen herangewachsen war, fein glatt und knapp geschliffen, mit einer rauhen Bruchstelle am Sockel, die jedoch feiner Schönheit wenig Einbuße tat. Der Ingenieur legte den wassechellen Glasstein, der wie ein Pilz von seinem Mutterort abgebrochen war, zu meinem Graphitbrocken, und nun bestand die kleine Sammlung aus zwei Stücken.
Nach Wochen wiederholte ich den Besuch, und da wurde wieder Graphit abgeladen. Wir stocherten in dem Mineral, neugierig auf weitere Funde, aber diesmal war der Sendung nur eine Handvoll harter, grauer Saubohnen beigemischt. Es waren fremdartige, plattgedrückte Kerne. Ich verachtete sie nicht, wenn sie auch nicht dem Mineralreich, dem ich einen so glänzenden Kristall verdankte, angehörten, und nahm sie mit. Fünf Kerne säte ich in einen Blumentopf, doch gingen sie nicht auf. Sie hatten ihre Keimfähigkeit verloren, was mich arg betrübte, ich hätte so gern afrikanische Saubohnen gezüchtet — oder waren es gar welche von der schönen Insel Ceylon? Ich hatte sie fleißig begossen und in die Wärme gestellt, meine Bemühungen um sie fruchteten leider nicht. Und so war es denn nicht verwunderlich, daß ich, enttäuscht, jener Legende nicht mehr glauben mochte, die von den in Pyramiden und Königsgräbern gefundenen Weizenkörnern erzählt, sie hätten, ausgesät, noch nach tausend Jahren Wurzel geschlagen und Aehren hervorgebracht. Ich fügte die Kerne meiner Sammlung ein und brachte ein Schildchen an: Saubohnen von der Insel Madagaskar, und dahinter schrieb ich ein kleines Kreuz ...
Ob es dort auch Amechyste, meine Lieblingskristalle) gab oder Rauchtopase? Wie leicht mochte einmal aus den Felsenspalten des Bergwerks in eine Graphitladung ein noch schönerer Stein geraten als jener Bergkristall. Man mußte sich gedulden.
Ich mußte indessen recht lange auf eine neue Fracht warten. Es war Sommer, die Batterien wurden jetzt nicht so fleißig beansprucht. Als dann doch wieder neuer Graphit sich einstellte, enthielten die Säcke keine Ueberraschungen. Aber das nun einmal begonnene Museum sollte erweitert werden, und so gab ich die Hoffnung auf bessere Tage nicht auf. Da' hatte ich denn auch bei der neuen Ladung die Freude, einen reizenden Fund zu tun, und diesmal aus dem Tierreich: einen toten Goldkäfer, der von leuchtendem Metallgrün umfchildet mar.
Ihn hatte die Sonne Ceylons ausgebrütet und mit Schillerglanz geschmückt. Nicht größer und nicht unansehnlicher war er als einer der ägyptischen Totenkäfer auf meinem Schreibtisch, in der kleinen grünen Tonschale aus dem Grabe des Prinzen Ephrem, die mir ein Begleiter des Afrikareisenden Georg Schweinfurth verehrt hatte: mit dem Forscher war er damals auf „unbetretenen Wegen in Aegypten" gewesen. .
Der Goldkäfer erhielt seinen Platz bei Kristall und Saubohne. Trefflich sahen sie aus, diese Zeugen aus den drei Naturreichen. Zwar waren diese Saubohnen nicht die würdigsten Vertreter aus der Welt der Pflanzen, man wird es zugeben, aber ihre Dürftigkeit wurde alsbald gehoben durch die Hin- zukunft zweier wunderlicher Wurzeln, brauner Mandiokaknollen. Halloh, Mandioka, was ist das? Es ist die Wurzel eines Wolfsmilchstrauchs, der Kaffave, die man in Afrika anpflanzt. Die Wurzeln werden dort zu Mehl vermahlen, die Negerweiber backen daraus Brot. Zuvor aber, wohlweislich, müssen die Knollen gekocht werden, oder geröstet, damit die Wurzeln ihr gefährliches Blausäuregift verlieren. Ein interessantes Gewächs! Es verlieh der Sammlung einen neuen exotischen Reiz. Eine zerteilte ich durch einen glatten Schnitt, ihr Inneres war weiß wie Stärkemehl. Es war Stärkemehl.
Wie es nun aber ist: die Pflanzennatur ist ver- schenderisch und sie schickte mir aus Afrika eine dritte Frucht zu Saubohnen und Mandioka: Steinnüsse. Vielleicht war das Graphitschiff am Ufer hingezogen, und die Nüsse waren aus den Wipfeln der Dschungelpalmen auf Deck und in die Ladung geprasselt. So kamen sie zu mir. Aber die Fruchte, vegetabilisches Elfenbein, sind ungenießbar, hart wie Eisenholz und taugen nur zur Herstellung von Knöpfen. Dennoch waren mir die rehbraunen, eigroßen Nüsse, mit dem ebenholzschwarzen Keimauge, lieb und teuer. Eine von ihnen gab ich in ein Treibhaus. Ob mir dort in der künstlichen Tropenwärme vielleicht eine kleine Elfenbeinnußpalme aufwächst?
Nun aber hatte sich sicherlich einer der Bergarbeiter in den fernen Graphitgruben einen Scherz mit uns geleistet. Gestern läutete der Ingenieur an und meldete hastig eine große Ueberraschung. Er sei neugierig auf mein Gesicht. Ich kam und sah: auf feinem chemischen Tisch, zwischen Gläsern, Tiegeln, Kolben und Gasflammen streckte sich starr ein totes Reptil. Es war lang wie ein Arm, grünlichgrau, ledern, ebenso anziehend wie abstoßend, ein junges umgekommenes Krokodil. Seine spitze, vertrocknete Schnauze und dis eingefniffenen Augen
lider sahen höhnisch listig aus. Ihm war fast nicht zu trauen, wie es da steif und unheimlich auf dem Werktisch lauerte. Der Ingenieur lachte über meine erstaunte Miene: Krokodile hatte ich nicht erwartet. Und er klopft der Mumie lachend mit einem kleinen Holzhammer einigemale auf den gepanzerten Rücken und auf den runzligen Lederkopf: es gab einen dumpfen, stumpfen Ton, der sich anhörte wie das Getrommel einer morsenden Negerpauke.
Das kleine Krokodil, vom mutwilligen Afrika eingeschmuggelt, war nun freilich eine große lieber« raschung, ein aufsehenerregendes Ding. Nicht viels Leute erhalten kleine Krokodile zugeschickt, nicht viele werden mit Negerscherzen bedacht. Obwohl ein Arbeiterulk, war es doch für mich eine ernsthafte Sache. Und dann: vom Goldkäfer aus Ceylon bis zum Krokodil aus Madagaskar ist ein weiter Weg, die Brüderlichkeit aller Wesen hat ihn leicht und geheimnisvoll überwunden. Wie zuversichtlich? Insekt und Reptil schlafen nun nebeneinander in meiner kleinen, gewiß nicht alltäglichen Sammlung.
Mein Bekannter schob mir die steife Bestie in die Manteltasche. Der Schwanz ragte heraus, der An- blick verursachte unterwegs in der Straßenbahn Aufsehen, und der Schaffner war einen Augenblick tief erschrocken.
Neugierig bin ich, was Afrika künftig plant, seine Möglichkeiten sind groß, was Ceylon an neuer Merkwürdigkeit aushecken wird, sein Reichtum ist unerschöpflich. Die Sammlung braucht neue Zufuhr.
Dos älteste Aeisebureau.
Schon im 15. Jahrhundert ist in Venedig das älteste Reisebüro entstanden, während man doch im allgemeinen geneiegt ist, diese Einrichtung als eine Errungenschaft unserer Zeit anzusehen.' Es diente als Vermittler bei den Pilgerfahrten nach dem Heiligen Land, die von Venedig ausgingen. Zweimal im Jahre fanden diese Reisen statt, und es gab zwei im Preis verschiedene Klassen Die Fahrzeuge gehörten den Reiseunternehmern, die sich gegenseitig Konkurrenz machten. Mit jedem Teilnehmer mußte, wie in der Leipziger „Jllustrir- ten Zeitung" ausgeführt wird, ein besonderer, vom Notar zu bestätigender Vertrag abgeschlossen werden, in dem auch die Verpflegung, das sogenannte Freßgeld, die Anzahl der Mahlzeiten und vor allem der Preis festgesetzt wurden Die Bezahlung erfolgte in Raten, ein Drittel vor Antritt der Reise, ein Drittel in Palästina und ein Drittel nach der Heimkehr.


