Einzelbild herunterladen

Itr.15 (Elftes Blatt

i£r|d)eirti tLgltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Vie Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

Monatr-Vezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM.L.VS Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

.^ernsprechanschlüffe

unter Sammelnummer 2251

Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Gießen

Postscheckkonto:

zrantfurl am Main 11686

187. Jahrgang

Dienstag, 19. Januar 1937

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfttStrVvch' und Zteindruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text­anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/ mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf, Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabfchlüffe Staffel B

Müller und Mütter.

Wenn man Sartorius oder Mußgnug oder Zar- bpck heißt wird es wahrscheinlich kaum passieren, doß bei einer Vorstellungsförmlichkeit beide Partner bin gleichen Namen nennen. Und sollte es doch einmal vorkommen, so werden die beiden Träger des gleichen seltenen Namens ihre Ueberraschung kaum verbergen können. Die Vermutung liegt nahe, deß hier der gleiche Name auf gleiche Herkunft zu­rück geht. Wenn dies auch nicht notwendigerweise br Fall zu sein braucht, so wird es doch oft genug M reffen.

Wie aber, wenn bei einer Vorstellung Müller utb Müller aufeinandertreffen? Mein Freund Al- bjnt, der einer der ungezählten Träger des Namens Müller ist, rechnet mit 50 v. H. Wahrscheinlichkeit bc-auf, daß irgendeine neue Bekanntschaft, die er nncht, sich als ein Müller entpuppt. Hierin hat Abert nun bestimmt nicht recht; hier übertreibt Adert. Ueberhaupt nimmt Albert dem Träger sei- ni5 Namens gegenüber eine sonderbare Stellung eh. Sobald irgendein Müller neu in seinen Ge- fiptsfreis tritt, nimmt er mit fast hörbarem Ruck Din ihm Abstand. Das ist fast eine Schwäche. Denn mch hier übertreibt Albert. Er erklärt es für aus- gechlosien, daß irgend einer der ungezählten Müller, foneit sie von ihm noch nicht sippenkundlich ver­kacket sind, mit seiner Sippe etwas zu tun hätte. Ackert nimmt es mit der Familienforschung ernst. Ei hat 137 Träger seines Namens als zu seiner Cope gehörig sestgestellt und damit basta. Alle an- bren Müller gehören anderen Sippen an, so meint er und daher nimmt er Abstand, mit fast hörbarem H^k.

j5o war es bis gestern. Gestern hatte Albert ein Elebnis, das seine Grundeinstellung zu den Mül­len von Grund auf geändert hat. Es fing genau sh an wie in Hunderten von Fällen vorher.Ge­stalten, Müller." Zwei Worte, die auch in diesem File wieder meinen Freund Albert veranlaßten, nt: fast hörbarem Ruck Abstand zu nehmen. Aber nv: für einen Augenblick. Dann wurde plötzlich Aaerts Anteilnahme rege. Der neue Müller hatte ehas an sich, das Albert sichtlich angenehm be- rimrte. Er war ihm sympathisch, ja, er fühlte sich ip sogar auf irgendeine Weise ver- idi n b t. Sollte ihm etwa doch ein Müller feiner Sape entgangen sein? Im Interesse der Vollstän- Liilkeit seiner Sippenkartei mußte Albert der Sache unbedingt auf den Grund gehen.

Der neue Müller kannte seine Sippe auch gut. Dir beiden Familienkundigen hatten daher bald Hei aus, daß der gemeinsame Name nicht auf ge- minfamer Abstammung beruht. Familienforscher find hartnäckig; sie werfen die Flinte nicht so leicht im Korn. Außerdem waren unsere beiden Müller durchaus auf der Höhe. Sie begnügten sich nicht rii bloßer Stammbaumforschung, die nur die männ- liÜ«n Namensträger in Betracht zieht. Sie waren [in, durchaus bewußt, daß Familienforschung erst dem Sinn und Wert erhält, wenn sie die Sippe in ihrem ganzen Umfange erfaßt. Erst dann können die verschlungenen Pfade, kann der W. g unseres Blutes aufgedeckt werden, um uns die nrfroüröigen, die kaum geahnten blutmäßigen SJiiöungen innerhalb unserer Volksgemeinschaft zvienthüllen. Im Jahre 1787 hatte im Kreise Lüben bei Bauer Gottlieb Franke die Jungfrau Dorothea Krappe geehelicht. Diese Tatsache war in Alberts Familiengeschichte wohl vermerkt, denn dieses Ehe- jPpir war eines der acht Ururgroßelternpaare Al- beits. Und nun stellte es sich heraus: Des neuen iM^ller Mutter war zwar keine Knappe, aber im­merhin eine Knapp. Indessen was hat ein im Laufe so Langer Jahre verlorengegangenese" zu bedeu­tet Jedenfalls war dieses sicher: Müllers Mutter, geborene Knapp, leitete sich in direkter Linie von b"i Vater jener Dorothea Knappe her, die im 9fi*re 1787 in den heiligen Stand der Ehe getreten mar.

Die wunderbar sind doch die Wege. Zwar hat hie- Müller mit Müller an sich nichts zu tun. Und dennoch sind sie versippt, dennoch kreisen gleiche Blntsteile in ihren Adern. Man möchte fast die Fevge aufwerfen: Gibt es überhaupt einen Volks­genossen, mit dem wir nicht alle auf ähnliche Weise irgendwie versippt sind? Volksgemeinschaft i s! B l u t s g e m e i n s ch a f t. Zu dieser Erkenntnis vir) wesentlich beitragen der WettbewerbVolks- Meinschaft Blutsgemeinschaft", den der Natio- ick'ozialistische Lehrerbund in seiner Schülerzeit- WiftHilf mit!" im Einvernehmen mit dem Mf)sminifterium für Volksaufklärung und Propa­ganda und dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, ür die gesamte deutsche Jugend ausgeschrieben hat.

Dr. Fr.

Der Rubrer

beim Richtfest in Berchtesgaden.

Berchtesgaden, 18. Jan. (DNB.) Der Füh­le: wohnte in Berchtesgaden dem Richtfest des Öienftgebäubes für Zwecke der Reichs- cknzlei bei. Nach dem launigen Richtspruch des Miers hielt Staatssekretär Dr. Lammers eine iurfle Ansprache, in der er auf den Sinn des Baues 'oinöies, der dazu bestimmt ist, bei Aufenthalten des stihrers in Berchtesgaden eine Verbindungs- iejle der Reichskanzlei aufzunehmen, da ckei Führer immer im Dienst ist, ob werktags Mittags oder im Urlaub. In der anschließenden Feierstunde im HotelZum goldenen Bären" sprach hr Führer s e l b st zu den Bauarbeitern als ein elbft aus ihren Reihen Hervorgegangener über Sinn und Inhalt unseres Schaffens für die deutsche Rohon. Alle, gleichviel an welcher Stelle sie stehen, liimten dem großen Werk, ob sie an diesem Bau Wbeiten ober in ihm wirken. Eine Stunde engster Ämiradschaftlicher Zusammengehörigkeit vereinigte iten Führer mit den Männern vom Bau bei dieser fier der Arbeit.

Adols-Hiiler-Gchulen die Erziehungsstäiten des nationalsozialistischen Iührernachwuchses.

München, 18. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat folgende Verfügung erlassen:

Nach Vortrag des Reichsorganisationsleiters der NSDAP, und des Jugendführers des Deutschen Reiches genehmige ich, daß die neu zu errichtenden nationalsoziali­stischen Schulen, die gleichzeitig a l s Vorschulen für die nationalsozia­listischen Ordensburgen gelten sollen, meinen Namen tragen.

Berlin, den 15. Januar 1937.

Gez. Adolf Hiller."

Zu der Verfügung des Führers geben die beiden Reichsleiter Dr. Ley und Baldur von Schirach folgende Erklärung ab:

Der Führer hat auf Grund eines von uns ge­meinsam ausgearbeiteten Planes die obige Ver­fügung über die Adolf-Hitler-Schulen der NSDAP, erlassen. NSDAP, und Hitler-Jugend haben damit einen neuen gewaltigen Auftrag er­halten, der weit über diese Zeit hinaus in die ferne Zukunft reicht. Nähere Einzelheiten über die Adolf- Hitler-Schulen werden heute noch nicht veröffent­licht. Wir teilen jedoch, um Unklarheiten zu ver­meiden, die nachfolgenden Grundsätze mit:

1. Die Adolf-hiller-Schulen sind Einheiten der Hitler-Jugend und werden von dieser verantwortlich geführt. Lehrstoff. Lehr­plan und Lehrkörper werden von den unter­zeichneten Reichsleitern reichseinheitlich be­stimmt.

2. Die Adolf-Hitler-Schute umfaßt sechs Klassen. Die Aufnahme erfolgt im all­gemeinen mit dem vollendeten 12. Lebensjahr.

3. Aufnahme in die Adolf-Hitler-Schule finden solche Jungen, die sich im Deutschen Jungvolk hervorragend bewährt haben und von den zuständigen hoheits- trägern in Vorschlag gebracht werden.

4. Der Schulbesuch in den Adols-Hitler- Schulen ist unentgeltlich.

5. Die Schulaufsicht gehört zu den hoheits­rechten des Gauleiters der NSDAP. Er übt sie entweder selbst aus oder übergibt die Ausübung dem Gauschulungsamt.

6. Nach erfolgter Reifeprüfung steht dem Adotf-Hitler-Schüler jede Laufbahn der Partei und des Staates offen.

Die Einrichtung der Adolf-Hitler-Schulen, wie sie der Führer in feiner Verfügung vom 15. Januar gebilligt hat, stellt einen neuen wichtigen Abschnitt in der Vollendung der nationalsozialistischen Revo­lution dar. Jede Zeit schafft sich das ihr ge­mäße E r z i e h u n g s s y st e m , und es ist da­her selbstverständlich, daß der Erziehungsaufgabe des Dritten Reiches mit den alten Schulformen allein nicht mehr Genüge getan werden konnte. Wenn die Partei als staatstragende Bewegung auch in ferner Zukunft noch ihre Mission erfüllen soll, so muß sie aus den Reihen der nachwachsenden Generation auch diejenigen jungen Menschen aus­wählen und erziehen können, die befähigt sind, späterhin die geistige und politische Führung der Nation zu übernehmen. So sind die neuen Schulen Einheiten der HI. und wer­den von ihr verantwortlich geführt. So werden auch die Angehörigen dieser Schulen ausschließlich der HI. entnommen, und zwar nach den Grundsätzen einer strengen Auslese. Nur die Jungen, die sich im Jungvolk hervorragend bewährt haben, kommen in den Genuß dieser besonderen Ausbildung.

Das Auslese-Prinzip hat zur Folge, daß beim Unterricht auf die weniger begabten Schüler keine Rücksicht genommen zu werden braucht und daß daher eine erhöhte geistige Ausbildung in einer sechsjährigen Schulzeit erzielt wird. Den jungen Menschen, die so nach dem Ideal der vollen geistigen und körperlichen Harmonie er­zogen werden, stehen nach Verlassen der Schule alle Laufbahnen in Partei und Staat offen. Sie können u. a. dann auch die Ordensburgen der NSDAP, besuchen, um hier als Nachwuchs für das Führer­korps der Partei ihren letzten polittschen und welt­anschaulichen Schliff zu erhalten. Das Aufgaben­gebiet der Hitler-Jugend bat sich damit stark ver­breitert. War die HI. schon bisher für die all­gemeine nationalsozialistische Erziehung der deut­schen Jugend verantwortlich, stellte sie bisher schon den Nachwuchs für die Partei überhaupt, so hat sie nun auch das alleinige Recht erhalten, die kommende Führerschaft der Bewe­gung aus ihren Reihen hervorgehen zu lassen.

Wie die Adolf-Hitler-Schulen im einzelnen aus- gebaut werden, ist noch nicht bekannt. Die Zusam­menarbeit zwischen Baldur von Schirach und Dr. Ley gibt aber die Gewähr dafür, daß die Richt­linien, die für den Stundenplan und Lehrkörper einheitlich für das ganze Reich aufgestellt werden, sehr bald ihre Wirksamkeit erproben können. Die Auswahl der Lehrkräfte und Schüler ist bereits im Gange, ebenso die Vorbereitung für den Bau der Schulen. Der Unterricht soll noch vor Ablauf dieses Jahres beginnen. Damit werden dann endlich jene

Erziehungsgrundsätze verwirklicht werden, die einst Adolf Hitler in seinem Kampfbuch für den völki­schen Staat bestimmt hat. Die sehr ausführlichen Anweisungen, die der Führer damals niederlegte, beziehen sich sowohl auf die körperliche und charakterliche als auch auf die wissen­schaftliche Ausbildung des jungen Deut­schen. Er verlangt vor allem das Heranzüchten kern­gesunder Körper, weil der junge Deutsche in feiner körperlichen Kraft und Gewandtheit auch den Glau­ben an die Unbesiegbarkeit feines ganzen Volks­tums wiedergewinnen wird. Die Bildung des Cha­rakters soll vor allem die Eigenschaften der Treue, Opferwilligkeit und Verschwie­genheit fördern. Als Aufgabe von höchster Wich­tigkeit bezeichnet der Führer ferner die Ausbildung der Willens- und Entschlußkraft sowie die Pflege der Verantwortungsfreudig­keit. Für die wissenschaftliche Schulbildung for­derte der Führer eine Aenderung auf drei Gebieten. Erstens soll das jugendliche Gehirn im allgemeinen nicht mit einem unnötigen Wissens-Ballast beladen werden, zweitens soll ein scharfer Unterschied zwi­schen hoher allgemeiner Bildung und b e -

fonberem Fachwissen gemacht werden, und drittens soll der völkische Staat auch in der Wissen­schaft ein Hilfsmittel zur Förderung des Ra­tio n a l st o l z e s erblicken. Daher mußdie ge­samte Bildungs- und Erziehungsarbeit des völki­schen Staates ihre Krönung darin finden, daß sie den Rassesinn und das Rassegefühl instink- und verstandesmäßig in Herz und Gehirn der ihr anoertrauten Jugend hineinbrennt. Es soll kein Knabe und kein Mädchen die Schule verlassen, ohne zur letzten Erkenntnis über die Notwendigkeit und das Wesen der Blutreinheit geführt worden zu sein".

In diesem Sinne werden die Adols-Httler-Schulen tätig sein. Sie vollziehen damit eine grundlegende Wandlung gegenüber den früheren Schulsystemen. Ihr Zweck ist es nicht mehr, wie der Führer es einmal ausgesprochen hat, einer bestimmten Gesell­schaftsklasse den maßgenden Einfluß zu wahren, sondern vielmehr aus der Summe aller Volks­genossen die fähigsten Köpfe herauszuholen und zu Amt und Würden zu bringen. So wird sich in allen nachwachsenden Geschlechtern der Sieg der deutschen Revolution erneuern. Ev.

Die tzeimbeschaffung der Hitler-Ingen» Hessen-Nassaus.

Der Gauleiter seht sich nachdrücklich für die Aktion der HZ. ein

LPD. Frankfurt a. M., 18. Jan. Im Rahmen einer Pressekonferenz der Landesstelle Hessen-Nas­sau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda sprachen Gauleiter Sprenger und der Gebietsführer Oberbannführer Brandt über die Heimbeschaffungsaktion der Hitler-Jugend. Das Ziel der Heimbeschaffungsaktion ist, wie der Gebietsführer zunächst ausführte, daß jede Schar und jeder Jungzug über ein eigenes Heim verfügt. Das Heim solle eine Stätte neuer deutscher Kultur und ein Heim fein, in dem die Jungen und Mädel sich heimisch fühlen. Der Ge­bietsführer teilte dann weiter mit, daß im Gau Hessen-Nassau rund 6 2 0 0 Heimräume beschafft werden müssen. Das bedeutet, daß 1550 Häuser erforderlich sind, wenn man annimmt, daß jedes Haus durchschnittlich vier Heimräume enthält.

Bis jetzt sind insgesamt erst 50 Heimhäuser vorhanden, und von den 6 2 0 0 benötig- t e n Heimräumen gibt es heute er st 5 9 2. Alle übrigen Einheiten der HI.» des Jung­volks, des BDM. und der Jungmädet müssen sich mit Schulräumen, Gasthäusern usw. be­gnügen. Seit der Machtübernahme sind im Gau Hessen-Nassau insgesamt 19 heimhäuser erbaut worden, geplant und finan­ziell sichergestellt sind weitere 27 Häuser.

Der Gebietsführer verbreitete sich dann über die Ausgestaltung der einzelnen Heime. Jedes Heim soll vier bis fünf Räume haben für je eine Einheit von 40 bis 50 Jungen und Mädel, außer­dem ein kleineres Führer- oder Verwaltungszimmer und wenn irgend möglich noch einen Waschraum. Im Kellergeschoß sollen Bastelräume unterge­bracht werden. Die Frage, wie Raum geschaffen werden kann für die Zusammenkünfte von größe­ren Einheiten, soll dadurch gelost werden, daß man verschiebbare Wände errichtet. Jedes Heim soll entsprechens dem nationalsozialistischen Bau­willen außen und innen schlicht und würdig sein.

Für die Ausgestaltung der Heime werden die Jungen und Madel nach eigenem Geschmack selbst sorgen. Träger der Planung und des Baues eines

Heims wird, abgesehen von Einzelfällen, die Ge­meinde sein, die auch für die Unterhaltung ver­antwortlich ist. Der Gebietsführer empfahl die Gründung von Zweckverbänden für Heimbeschaffung. Auch sei es für solche Ge­meinden, die nicht in der Lage sind, in zwei bis drei Jahren ein Heim zu beschaffen, ratsam, Rück­lagen für die Erstellung eines Heims anzusammeln. Das Ziel, die große Zahl der im Gau Hessen-Nassau erforderlichen Heime zu beschaffen, werde, so betonte der Gebietsführer zum Schluß, dank der Unterstützung der Partei und des Gau­leiters erreicht werden.

Sauleiter Sprenger

wies auf die grundlegende Erklärung des Füh­rers hin, daß die Erziehung der Jugend eine der wichtigsten Aufgaben des nationalsozialistischen Staates sei, und daß er erwarte, daß alle zustän­digen Stellen der Bewegung und des Staates die HI. in ihrem Bestreben, unserer Jugend zweck­mäßige Heime zu beschaffen, unterstützen. Wenn der Führer hier klar ausspreche, was geschehen solle, so sei es selbstverständlich, daß alle beteilig­ten Stellen dieses Programm in kürze­ster Zeit durchführen. So, wie z. B. bei der Zeltlageraktion, bei der der Gau Hessen- Nassau mit führend in Deutschland gewesen sei, stände die Partei und ihre Hoheitsträger auch in der Heimbefchaffungsaktion auf dem Boden, daß diese vom Führer gestellte Aufgabe eine feststehende Aufgabe sei. Die Beschaffung der Mittel dürfe keine Schwierigkeiten machen. Er sehe kein Hinder­nis, in der Heimbeschaffung kurz treten zu müssen. Sie werde allmählich erfolgen, sie werde allmählich zur Tat werden, aber sie werde und müsse es wer­den. Er, der Gauleiter, werde sich mit den Hoheits­trägern der Partei, mit allen Behörden des Staa­tes und der Selbstverwaltung in Verbindung setzen, um gemeinsam das hohe Ziel zu erreichen, daß unsere Jugend Heime bekommt, in denen sie sich daheim fühlt und in denen sie die Unterlagen be­kommt, um dereinst das große Erbe Adolf Hitlers übernehmen zu können.

Versierter Empfang Görings in Neapel.

Gast des Kronprinzen.-Großartiges Feuerwerk im Hafen -Fahrt nach Capri.

Rom, 18. Jan. (DNB.) Neapel stand am Mon- tagoormittag ganz im Zeichen des Besuches des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring. Gö­ring und seine Gemahlin, sowie Prinz Philipp von Hessen wurden auf dem Bahnsteig vom Oberbür­germeister sowie von den Spitzen der Zivil- und Militärbehörden empfangen und fuhren, immer wieder jubelnd begrüßt, längs der prachtvollen Meerpromenade zum Hotel Excelsior. Beim Denk­mal des Generals Diaz, wo Militär, Miliz und Kriegsteilnehmer mit ihren Fahnen und Musikzügen Aufstellung genommen hatten, grüßte Göring den großen italienischen Heerführer mit erhobener Rech­ten. Die Kundgebungen verstärkten sich noch, als sich der Ministerpräsident zur Piazza Piebiscito be­gab, wo ihn der Kronprinz und die Kron­prinzessin im Königspalast zum Essen erwar­teten.

Zu Ehren ©Örings hatte der Kronprinz, der während der Olympischen Spiele Gast des Führers gewesen war, das Olympische Ehrenzei­chen angelegt. Nach dem Frühstück zeigte der Kronprinz seinen Gästen persönlich die Oper, die durch einen Gang mit dem Schloß verbunden ist. Beim Eintritt in die Königsloge brachten die

Künstter, die zu einer Probe versammelt waren, dem Ministerpräsidenten Ovationen dar, und das Orchester stimmte das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-Lied an. Danach führte der Kronprinz seine Gäste durch die Gemälde- und die Skulp­turensammlungen der königlichen Residenz. Sprechchöre ließen unablässig die Rufe erklingen Hitler, Hitler",Duce, Duce",Göring, Göring", bis der Generaloberst schließlich mit seiner Gemah­lin in Begleitung des Kronprinzen und der Kron­prinzessin auf dem Balkon erschien. Unter den un­ermüdlichen Zurufen mußten sie nicht weniger als fünfmal auf den Balkon treten, um erhobenen Ar­mes und sichtlich ergriffen für die Ovationen zu danken, während die Nationalhymnen Deutschlands und Italiens immer wieder über den weiten Platz erklangen.

Nach dem Frühstück machten die deutschen Ehren­gäste eine Rundfahrt durch Neapel und Umgebung, um sich dann um 18 Uhr auf den von der italienischen Regierung zur Verfügung ge­stellten Torpedobootsjäger Nach Capri einzu­schiffen. Am Landungskai erwies ein Marinebatail- lon die militärischen Ehren, während der Kom­mandierende General von Neapel, der Kommandie-