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Donnerstag, l8.Sebruoil957

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

'r.4l Zweites Blatt

bewerben des Bäckerhandwerks eingejchlckt werden, I machen mujjen dah die Menschen im Dor, auch ftänhifl auf ihre Qualität. Gerade diese Brotwett- nach (Entfernung von 20 i>i>er 30!Be lamefdfilöcrn, bewerbe sind lehr wichtig denn durch sie wird un- die um die Tur und das Fechter je n

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seltsame Hochzeiten

Von Hermann Eckerle

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Der Führer und Reichskanzler hat zenten Dr. Hellfried Dahlmann von versität Marburg unter Berufung in

Regie führt Frank W y s b a r , was schon um ^swillen hervorzuheben ist, weil dieser ausgespro- und eigenwillig begabte Regisseur hier sehr Örtlich von dem Wege abweicht, den er von den »Sieben Aufrechten" über denFährmann Maria"

Dorfverschonerungsaktion! Mancher Bauer wird sich fragen, was ist darunter zu verstehen, und ist denn das notwendig? Die Antwort darauf lautet: Es gibt viele Dörfer in Deutschland, die immer schön waren und auch schön geblieben sind. Aber nicht alle Dörfer sind es Diele Dörfer haben ihr schönes altes und doch ewig junges Gesicht ver­loren. Sie sind krank geworden! Die Zeit des Libe­ralismus und Marxismus, die Zeit des Materia­lismus und der Verstädterung hat auch ihnen den Stempel aufgedrückt. Sehr viele Dörfer haben so ihre Schönheit verloren und bieten ein kaltes, allzu nüchternes, lebensunfrohes und sogar verwahr­lostes Bild. In vielen deutschen Dörfern ist heute noch die Not der vergangenen Jahrzehnte zu sehen. Viele deutsche schaffende Menschen auf dem Lande, denen sowohl ihre Arbeit wie auch ihr Dorf nicht mehr gefielen, sind in die Stadt geflüchtet. Wieder andere sehnen sich nach der Stadt. Das darf nicht mehr sein. Seit der Machtübernahme durch unse­ren Führer hat sich schon unendlich viel zum Bes­seren gewandelt. Die Menschen sind wieder froh und zufriedener geworden und vieles Unschöne wurde schon beseitigt. Der Bauer kann wieder ruhig in die Zukunft schauen, und der deutsche Land-

bis zurUnbekannten" hin eingeschlagen hat: hier findet man nichts von der dort gepflegten Symbol- Einkleidung, sondern einen klaren, in guten und scharfen Bildern sich äußernden Realismus, der dem Stoff und den Vorgängen völlig angemessen ist; Wysbar unterstreicht auch die natürlich ge­gebene Spannung, ohne ins Sensationelle abzuglei­ten, und erfaßt die hier noch einmal und eindring­lich zum Leben erweckte Welt weit vor dem Kriege owohl im großen Ensemble wie in liebevoll ausge­arbeiteten Einzelszenen mit plastischer Schärfe.

Die Musik von Walter Kollo betont die Ab­sichten der Spielführung nicht nur mit damals sehr bekannten, heute ganz und gar verschollenen Schla­gern, sondern auch mit einer zarten und zeit­lich nicht gebundenen Melodie, welche die entschei­denden Stationen der Liebesgeschichte leitmotimsch

Qualität laufend verbessert, werden Fehler nicht nur festgestellt, sondern auch beseitigt.

Wenn wir schließlich noch erfahren, daß seitens des Reichsinnungsverbandes alle zwei Jahre eine große Fachausstellung durchgeführt wird, die jedesmal in einem anderen Teil des Deutschen Rei­ches stattfindet und auf der den einzelnen Bäcker­meistern die neuesten technischen Verbesserungen vorgeführt werden, dann erhalten wir erst ein Bild von'der Leistung dieses Handwerkszweiges, der schon am frühen Morgen für uns zur Verfügung steht und der sich alle Mühe gibt, uns nicht nur zufrie­denzustellen, sondern uns das Leben auchschmack­haft" zu machen. Daran werden wir denken, wenn wir das nächste Mal unsere Bäckerrechnung gleich bezahlen, statt den Meister warten zu lassen, denn auch er braucht sein Geld vielleicht kann er da­durch eine neue Maschine anschaffen, besseres Mehl kaufen oder dergleichen. Gerade der Bäckermeister klagt nämlich darüber, daß die Hausfrauen ihn oft­mals erst nach langer Wartezeit bezahlen, trotzdem er die paar Groschen doch so dringend braucht.

Ein mutiges Mädchen fand ein englischer Kano­nier, der schon seit Jahren auf der einsamen im In­dischen Ozean gelegenen Insel Mauritius stationiert war und das Alleinsein satt hatte. Er richtete an den Bürgermeister seines Heimatortes in England die Bitte, für ihn eine Heiratsanzeige in den Zei­tungen aufzugeben. Dieses Mittel hatte einen uner­warteten Erfolg, denn nicht weniger als 400 Mäd­chen meldeten sich auf das Inserat und erklärten sich bereit, die Einsamkeit des Soldaten zu teilen. Aus den 400 schriftlichenAngeboten" wählte der Kanonier seine Zukünftige und heiratete sie gleich nach ihrer Ankunft auf Mauritius.

als Verkäufer usw. arbeiten. Diese 107 400 Bäcke­reien verbrauchen zusammen jährlich rund 1,25 Mil­liarden Reichsmark Rohstoffe, d. h. 100 Millionen Zentner Mehl, wovon etwa 60 Millionen Zentner Roggen- und 40 Millionen Zentner Weizenmehl sind. Der Milchoerbrauch kann mit rund 225 Mil­lionen Liter angesetzt werden, Fett und Zucker wer­den zusammen wohl 4 Millionen Zentner ver­braucht. Darüber hinaus benötigt das gesamte Bäckerhandwerk jährlich etwa 600 Millionen Eier und zur Heizung der Backöfen rund 50 Millionen Zentner Kohlen.

Nun soll aber schließlich das Brot nicht nur ge­backen fein, sondern es soll uns auch schmecken. Zu diesem Zweck hat das Bäckerhandwerk zusammen mit allen an der Brotherstellung interessierten Krei­sen einInstitut für Bäckerei" geschaffen, welches ständig mit wissenschaftlicher Genauigkeit die Zusammensetzung der einzelnen Brot- und Gebäck­sorten prüft, Gutachten erstattet und neue Back­methoden ausarbeitet und prüft. Es prüft eben­falls die Proben, die bei den zahlreichen Brotwett-

Seltfam darf man wohl auch eine Hochzeitsfeier nennen, die in Ankara in der Türkei stattfand. Es ist schon eine Seltenheit, wenn in einer Familie neun Söhne oder neun Töchter vorhanden sind. Daß aber die neun (söhne einer Familie die neun Töchter einer anderen Familie heiraten, wie es in diesem Falle geschah, und zwar alle am gleichen Tage das dürfte wohl noch nie dagewesen fein und sich auch so schnell kaum wiederholen.

Eine dreifache Heirat am gleichen Tage, die auch bemerkenswert ist, gab es in Warschau. Es heira­tete dort vor etwa zwei Jahren die 19jährige Nähe- rin Maria Plodzinsky gleichzeitig aber auch zum troeit-m Mole ihre oeschiedene Mutter und, um .das Werk" zu krönen, außerdem noch die 64jährige Groß­mutter des Mädchens, die seit fünf Jahren Witwe war.

In die Reihe dieser seltsamen Hochzeiten gehört auch die Ehe die kürzlich in der kleinen Stadt Wise in USA. zwischen dem 78iährigen George Blakley und der 76 Jahre alten Isabella Stallard geschlossen wurde; beide Ehepartner waren vorher schon fünf­mal verheiratet gewesen.

arbeitet weiß, daß feine Kinder im Dritten Reich es besser haben werden als er es gehabt hat.

Die NS.-GemeinfchaftKraft durch Freude" hat im Frühjahr vergangenen Jahres mit der Dorf­verschönerungsaktion begonnen und in beispielloser Zusammenarbeit der gesamten Dors­gemeinschaft, der Gliederungen der Partei, des Staates und des Reichsnährstandes viele Dörfer so schön gestaltet, wie es vorher nicht für mög­lich gehalten wurde. Zuerst wurde gesäubert und aufgeräumt. Und dann sahen die Dorfbewohner mit anderen Augen als sonst sich ihr Dorf, ihre Häuser, Scheunen und Ställe, ihren Hof, ihre Straßen und Plätze an und stellten selber fest, was daran besser werden müßte. Da wurde festgestellt, daß bei dem einen d e r Zaun schon Jahr und Tag kaputt war und erneuert werden mußte. Beim anderen klebten an den Haus- und Scheunenwänden so viele Reklameschllder und Plakate, daß von der Schönheit der Häuser nicht sehr viel übrig blieb Bei einem anderen wieder wuchsen die Hecken wohl oben in die Höhe, aber unten be­kamen sie immer größere Löcher: er hatte zur rech­ten Zeit das Schneiden vergessen. Daß an vielen Stellen der Wände oder im Fachwerk der Ver­putz fehlte und abgefallen war, ist jahrzehntelang nicht aufgefallen. Man sah plötzlich, daß die Straße an vielen Stellen ausbesserungsbedürs- tig war, daß die Straßengräben, die Dorfteiche und -bäche auch einmal eine Säuberung nötig hatten, daß viele Ortsschilder nach aus kaiserlich­königlicher Zeit stammten und nicht mehr lesbar waren. Aehnlich war es mit den Wegweisern.

Im G a st h v f hat man plötzlich entdeckt, daß eine Beleuchtungsanlage zu den Aborten eigentlich kein Luxus ist, und man erinnerte sich auf einmal, daß es schon öfters passierte, daß jemand beim Gang über den dunklen Hof sich plötzlich in der Düngergrube befand. Mancher Gastwirt hat einge­sehen, daß sich die Gäste in seiner Gaststube Wäh­ler fühlten und Fremde gern bei ihm Einkehr hielten, wenn das Gasthaus außen und innen einen freund­lichen und sauberen Eindruck machte. Mancher Orts­bauernführer hat mit Schrecken festgestellt, daß nicht nur bei manchem benachbarten Bauern, son­dern auch bei ihm selbst d i e Jauche über die Straße lief und er also schleunigst dafür sorgen mußte, daß er mit gutem Beispiel ooranging. Viele Düngerstätten und Jauchegruben wurden neu an­gelegt und damit der Wirtschaft viel Geld erspart. Mancher D o r f k a u f l a d e n hat die Feststellung

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doch der Laden auf einmal einen besseren und wür­digeren Eindruck machte als vordem.

Die Dorfjugend hat es verstanden, zusammen mit dem Bauern sich in den arbeitsstillen Zeiten einen chänen Dorfanger, einen Sportplatz und ein Schwimmbad anzulegen. In denjenigen Gegenden Deutschlands, m denen der Fachwerkbau üblich ist, hat es sich manches Bauernhaus in der ver­gangenen Zeit gefallen lassen müssen, daß em schönes, oft kunstvolles Fachwerk total überputzt ober übertüncht wurde und seine Schönheit so nicht mehr zum Ausdruck kam. Jetzt sind sie wieder frei» gelegt, dunkel oder farbig gestrichen und zeugen wieder von dem Geschmack und Kunstsinn unserer Väter. Ueberall dort, wo der Groß­grundbesitz vorherrscht und wo der Landarbeiter oft in ärmlichen Katen wohnte, haben einsichtsvolle Be­triebsführer neue Landarbeiterhäuser und -Wohnungen gebaut, die in ihrer Art vorbild­lich sind. Anderswo hat der BDM. zusammen mit der NS.-Frauenschast und HI. viele Landarbeiter­wohnungen sauber, schön und behaglich herge­richtet. Es wurden Wände und Decken geweißt, Tür und Fenster gestrichen, gute bäuerliche Fenster­vorhänge genäht und Kissen für Stühle und Bänke

kerade".) Sehr gut endlich Franz Schafheit - (in. Der sowohl den korrekten preußischen Beamten als auch den korrekten, mißtrauischen und eifer­süchtigen Ehemann mit Schärfe, aber ohne kari­kierende Uebertreibung zu verkörpern versteht. (Terra.) ' Hans Thyriot.

amtenverhältnis zum außerordentlichen Professor im preußischen Landesdienst ernannt. Der Reichs­und Preußische Minister für Wissenschaft. Er­ziehung und Volksbildung hat dem Dozenten Dahl­mann in der Philosophischen Fakultät der Univer­sität Marburg eine planmäßige außerordentliche Professur verliehen, mit der Verpflichtung, die klas­sische Philologie in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Gleichzeitig wurde er zum Direktor des Philologischen Seminars und Proseminars er­nannt.

Durch Hunger und durch Liebe erhält die ihr Getriebe, wie bei Schiller zu lesen ist. Und um diese Liebe und ihre Erfüllung in der Ehe rankten und ranken sich von jeher die seltsamsten Geschich­ten, wie sie keines Dichters Phantasie spannender und ausgefallener erfinden könnte. Wie Menschen zum Ehebund zusammenkamen ein schier uner­schöpfliches Thema, lieber einige der merkwürdig­sten Hochzeitsfeiern und Eheschließungen der jüng­sten Gegenwart soll hier berichtet werden

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gearbeitet.

Selbst Reichspost, Reichsbahn und Elektrizitäts­werke haben sich von der Aktion nicht ausgeschlossen. So mancher kleine Bahnhof bietet heute ein freundliches Bild. Telephon- und Telegraphen­leitungen wurden verlegt oder in die Erde ver­kabelt', Transformatorenhäuser, die vor­her den Dorfplatz verschandelten, haben einen ande­ren Platz bekommen. In manchen Dörfern gibt es fein Fenster mehr, das nicht das ganze Jahr hin­durch herrlichen Blumenschmuck aufzuweisen hat. Handwerker haben dafür gesorgt, daß genügend Blumenkästen angefertigt wurden. Sehr oft wurde das hierfür notwendige Holz kostenlos von der Ge­meinde ober von Privatwaldbesitzern gestiftet.

Es hat sich auch gezeigt, daß die Dörfer bei der äußeren Verschönerung nicht stehenblieben, sondern versuchten, die Schönheit auch in das Innere der Häuser zu bringen. Erfreulich war es zu hören, daß Dörfer, die über besonders gute Organisatoren verfügten, einen außerordentlich stark ausgeprägten Gemeinschaftsgeist zeigten, auch das kulturelle Leben des Dorfes fördern wollten durch vorbildliche Dorfgemeinschaftsabende und Dorffeste, in denen heimatliches Brauchtum gezeigt wurde. Diele haben sich nicht nur vorbildliche Dorfgemein­schafts-, Sport- und Schwimmplätze geschaffen, sondern darüber hinaus damit begonnen, Dorf­gemeinschaftshäuser zu bauen. Andere Dörfer sind dabei, Jugendheime, NSV.-Kindergärten, NS.- Schwesternstationen und Warmbadeeinrichtungen zu schaffen. Diese Dörfer streben mit allen Mitteln darauf hin, daß sich die darin lebenden Menschen wohlfühlen, und man kann wohl sagen, daß sie dieses Ziel auf diesem Wege bestimmt erreichen werden. Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" will mit den Dienststellen des Reichsnährstandes, der Partei mit ihren Gliederungen sowie des Staates dafür sorgen, daß das deutsche Dorf zu einem wahren Kraftquell der Nation wird, daß der schaffende Mensch auf dem Lande an sich selber Kraft durch Freude erlebt und das deutsche Dorf das schön st e der Welt wird.

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ir durch sein eigenes hnen einmal einen Po- k Mehl oder Dgl. bil- Itr einfaitfen kann. Daß h, kein Brot verdirbt, U er seine Kunden und ~ ' gut kennt

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Eine schweDische Streichholzpackerin gab einem schon verschiedentlich unternommenen Versuch, Durch einen Heiratsantrag an einenUnbekannten" einen Ehepartner zu bekommen, eine neue Variation. Eines Tages legte sie in eine Der Packungen einen Zettel mit foIgenDem Seufzer:

Ich bin 19 Jahre alt unD von angenehmem Aeußeren. Ich fühle mich einsam unD möchte gerne hinaus in Die große Welt. Wer erlöst mich aus meinem armseligen Packraum, in Dem ich mein Leben vertrauern muß? Else FreDericksen, HoetlanDe, Schweben."

Was nun folgte, klingt sehr nach Roman unD ist Dennoch wahr: Die Schachtel gelangte in Die HänDe eines Kopenhagener Fabrikanten, Der mit Der Packerin einen Briefwechsel anspann, aus Dem schließlich ein EhebunD mürbe.

Auf ganz ähnliche Weise fanb bie junge Labo­rantin eines technischen Institutes in Warschau einen Mann. Sie hatte ben Auftrag, einen Ver­suchsballon steigen zu lassen, an bem in üblicher Weise eine Karte befestigt war, bie bem Finber bes Ballons eine Belohnung versprach. Das Mädchen aber kam auf ben Gebauten, bem Ballon noch eine zweite Karte anzufügen, bie ein Heiratsgesuch ent­hielt. Unb siehe ba nach einiger Zeit melbete sich ein Weingutsbesitzer aus bem Tokaier Weingebiet, der sich bald mit der erfinderischen Laborantin ver­lobte.

Endlich ist der FilmBall im Metropol" um einiger darstellerischen Leistungen willen bemer­kenswert und anziehend. Da ist vor allem Staats­schauspieler Heinrich George zu nennen, der hier einen sehr konservativen preußischen Kammerherrn und Landebelmann zu spielen hat: kein Zweifel, daß er mit wenigen, festen Strichen und dabei mit einem wohltuend verhaltenen und trockenen Hu­mor einen Typus zu gestalten vermag, der uns geläufig ist; die Einführung eines berühmt gewor­denen geflügelten Wortes weist überdies geradezu auf einen Mann, der noch in letzter Zeit wieder m der Oeffentlichkeit von sich reden machte. Aber George gibt mehr als den Typus: er gibt aus dem Vollen seiner eigenen Persönlichkeit heraus einen ganzen, prachtvollen Menschen, der sehr über Den Durchschnitt seiner Kaste hinauswächst; Das kommt in zwei großen Szenen, in Denen sich Dar­stellerisch Das ganze Schwergewicht Des tfilms ver­sammelt, auf eine überzeugenDe unD erroärmenDe Weise zum Ausbruck.

Viktoria von B alias ko, Die wir zuletzt im KinDerarzt Dr. Engel" sahen, gibt hier eine wun­dervoll klare unb beseelte Darstellung, bie bei aller behutsamen Zurückhaltung ben ganzen Gefuhls- reichtum bieses starken, tapferen unb opferbereiten Menschen empfinben läßt, ber hier gezeigt werben sollte.

Heinz von Cleve (wir kennen ihn aus ber Insel") ist ihr Gegenspieler: einfach, natürlich, jugendlich-männlich, sympathisch. Hübe Meißner, sehr geschickt, elegant, abgestuft unb geschmelbig in ber Ausbeutung bes, Frauentyps, ber hier gemeint war. (Hübe v. Stolz spielte Aehnliches inMas-

IV.

Der Bäckermeister.

x. A. Manche Hausfrau meint, bem Bäcker könne .< doch eigentlich nie schlecht gehen, benn Brot lrDe immer gebraucht, auf Brötchen verzichte

auch nur im schlimmsten Falle. Der Bäcker Ag also sehr viel zu tun haben, bei ihm ist es . auch immer voll, "er wirb baher auch wohl gut 'dienen. Daß es sich aber gerabe beim Bäcker (tider als bei allen anberen Hanbwerkern um L reines Pfenniggeschäft hanbelt, baß sehr viele «nben dagewesen sein müssen, ehe er eine Mark urbient hat, gerade das wissen die wenigsten Haus- iiiuen und Mütter, die ihren Sohn gern Bäcker [prben lassen möchten. Auch hier ist wie überall Mit nötig, um Geld zu verdienen.

Zehen wir uns die Zusammensetzung Des Brot- ises etwas genauer an. Angenommen ein Lt kostetet 0,50 RM., Dann muß Der Bäcker hier- um 30 Pfennige (60 v. H.) für Mehl, Hefe, Milch i also für Die benötigten Rohstoffe ausgeben; 8^ Pfennige, D. h. 17 v. H., ist Der Anteil Der bdne unD Gehälter, Die Der Bäckermeister seinen ß feilen unD Angestellten zahlen muß. Dabei ist sei eigener Lohn unD Der Lohn, Den er eigentlich g seine Frau oDer Tochter, Die im ßaDen Das jet verkaufen, zahlen müßte, natürlich mitgerech- B-, 3 Pfennige oDer 6 v. H. Des Brotpreises muß c für Miete einkalkulieren, 2 Pfennige oDer 4 v. H. jgen für Die Heizung Des Backofens weg, eben- Kiel muß er für Steuern unD Abgaben rechnen; Mich muß er noch 3 v. H., Das wären in un- , cm Falle IV2 Pfennige, anfetzen, Die ihm für {3 Altwerben unD Verberben nicht verkaufter s-ote verlorengehen Es bleiben also von Dem frotgetreiDe noch 6 0. H. Das wären also 3 Pfen- m * übrig, von Denen er jeDoch noch sein Ein- rfelpapier, Licht, Werbungskosten usw. bestreiten

! rH.

ßir sehen schon, Daß Dem Bäckermeister außer incm selbst oerDienten Lohn nicht allzuviel übrig Übt, so Daß man von einem großen VerDienst cht sprechen kann. Allerdings handelt es sich hier- ir um Durchschnittszahlen für Das ge- nte Reichsgebiet unD auch nur um Die Zusam- insetzung Des Brotpreises, währenD am Kuchen

an Den Brötchen mehr oerDient roirD Dafür . aber auch geraDe bei Diesen Waren Das Risiko te Altwerbens wesentlich größer. Es wirD natür- 5 immer von Dem hanDwerklichen unD Dem kauf- nnnischen Können Des einzelnen Bäckermeisters Rängen, wie er seinen Reingewinn steigern kann, es Daß er Durch seine Einkaufsgenossenschaften

Im Lange.

die Silber: ans Thyriot; 1 Anzeigen- n Lnhalt ber 37: 11 250. Ns- Sudj- ßmtlich in einschließlich erten 15 Ps. d Eamstagz , mehr.

i 1935 gültig.

Was will dieSorlverschönerungsaklivn"?

Bon $. Gutsmiedl, Beauftragtem für Landwirtschaft bei der IIS -GemeinschaftKraft durch Freude".

Ball im Metropol."

Lichtspielhaus.

Dieser Film entrollt vor unfern Augen Bilber 1 einer Dorkriegswelt, welche wir heute bereits k völlig historisch zu betrachten gewohnt find, ob- i Ml manche unter uns jene Zeit noch bewußt als \ 8 genmart miterlebt haben. Einzelheiten Der HanD- 1 ingsführung unD Der Motivwahl erinnern an Lilly ForstsMaskeraDe", aber alles, was Dort 7 etwa um Die gleiche Zeit fpielenb typisch Nreichisch unD wienerisch wirkte, ist hier ebenso tsgeprägt preußisch unD berlinerisch. Man könnte tr die Welt unD auch an einzelne Motive in Den ^-manen Fontanes Denken, womit natürlich beiDer- ids fein Werturteil ausgesprochen werben soll unD kinn schon Deshalb nicht, weil Spielregeln unD 2isdrucksmöglichkeiten im Roman unD im Film ssundsätzlich von einanDer verschieDen sinD.

*

3s hanDelt sich hier um einen kleinen SkanDal, ui eine Ehe- und Eifersuchtsgeschichte, bei welcher bi? Vertauschung eines kostbaren Damenmantels eine ähnliche Rolle spielt wie inMaskeraDe" jener dinöse Muff, an Den sich jeDer erinnern wirD, den Film gesehen hat. Das Motiv ist gut und 3' chickt, weil es die Vertauschung von Personen ii r Trägerinnen des Kleidungsstücks nämlich) auf ein-e filmisch überzeugende, übrigens große Span- Ang vermittelnde Art einführt. Der Skandal selbst 7 ob er nun, wie inMaskerade", auf einen tat» IHlichen Vorfall zurückgeht oder nicht ist heute Erlich belanglos, und zwar sowohl als Vorfall : a sich wie auch um deswillen, weil dieser Skan-

auf eine ganz einleuchtende Weise zu einer ^besgeschichte führt, die recht eigentlich Den schönen uib bemegenDen Mittelpunkt Des Geschehens aus- Mt. UnD eben hierbei muß man, ohne Daß über |?tn Motioanklang hinaus Vergleiche gezogen werben tilen, bie ungerecht unb untragbar wären, an Fon- ,£ie denken: diese Liebe zwischen zwei jungen Men­gen, welche für einander bestimmt sind, od- lDhl sie durch mehr als eine soziale Welt von- tiianber geschieden scheinen, gibt dem Geschehen leinen eigentlichen Inhalt und hebt es auch aus i£mer Zeltgebundenheit heraus

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