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Europas erhalten und eine gesamtdeutsche Volks­wirtschaft würde ihrer Bestimmung, die Brücke nach dem Südosten Europas zu bilden, erfüllen können. Die Ausstrahlungen eines vernünftigen Wirtschafts­verkehrs würden nicht nur den beiden Ländern, sondern darüber hinaus ganz Südost-Europa und Europa zugute kommen und einen Beitrag zum Frieden der Welt bilden.

23. Musikalische Abendfeier in der Iohanneskirche.

In der am Sonntag, 19. Dezember, 17 Uhr, statt­findenden Musikalischen Abendfeier wird das Weih­nachtsoratorium in der originalen Vertonung von Heinrich Schütz aufgeführt. Diese Art der Darbie­tung ist eine Erstaufführung für unsere Stadt, und sie dürfte daher großem Interesse begegnen. Die Solopartien werden von G. Bley, R. Philipp, H. Undeutsch, Baß; F. Laun, Tenor; I. Stammler, E. Müller-Leutert, Alt; M. Nebeling, Sopran, die Chorpartien von dem Kirchenchor der Gefamtge- meinde gesungen. Das Orchester wird gebildet von Mitgliedern des Städtischen Orchesters und Gieße- ner Musiklehrern. Die Leitung hat Iohs. N e b e - fing. Auf die am 24. Dezember stattfindende 24. Musikalische Abendfeier sei bereits hingewiesen.

Der Odenwälder Pelznickel in Giehen.

Am Dienstagabend fanden sich wie man uns berichtet die gebürtigen Odenwälder unserer Stadt und ihrer Umgebung im Hotel Hopfeld zu­sammen, um in sinniger und heimatverbundener Weise Weihnachten miteinander zu feiern. Ein aus Landsleuten gebildetes Orchester spielte weihnacht­liche Weisen. DieDeutsche Weihnacht" von Her­mann Claudius leitete die Feier ein. Der stellver­tretende Vorsitzende, der eine stattliche Zahl Lands-

Gedenket der hungernden Vögel!

leute aus allen Teilen des Odenwalds begrüßen konnte, erinnerte in seiner Ansprache an Weih­nachten im Odenwälder Vaterhause und mahnte zur Treue zur angestammten Heimat.Weihnacht" von E. v. Wildenbrucb und derWeihnachtsbrief eines Abgewanderten^ von Jakob Kneip, unterm brennenden Chriftbaum gesprochen, hinterließen einen tiefen Eindruck. Und dann kam, wie es im Odenwald Brauch ist, der Pelznickel mit dem strah­lend weißen Christkindchen. Der reiche Gabensack öffnete sich, und jedes Glied der großen Odenwäl- der Familie erhielt vom Christkindchen seine Gäbe, während der Pelznickel manchem ins Gewissen sprach oder auch besonders treue Landsleute ehrte. Mit Ziehharmonika und mit Odenwälder Volks­liedern klang die heimatliche Weihnachtsfeier aus.

Hoherodskopf: Sportmöglichkeit gut bis sehr gut!

Die Wintersportverhältnisse im hohen Vogelsberg sind sehr günstig. Es liegen 40 cm Schnee, auf den Hängen leichter Bruchharsch, im Walde schöner Pul­verschnee. Temperatur3 Grad, herrlicher Rauh­reif. Sportmöglichkeit gut bis sehr gut!

Tödlicher Sturz von der Treppe.

Im Hause Nahrungsberg 32 ereignete sich gestern vormittag ein schwerer Unglücksfall. Die Eehefrau Henriette des Arbeiters Kuhn wurde auf der Treppe zu ihrer Wohnung plötzlich von einem Schwächezustand überfallen und stürzte die Treppe hinab. Mit einem schweren Schädelbruch mußte die 64jährige Frau in die Chirurgische Klinik gebracht werden, jedoch erlag sie bald nach der Einlieferung der erlittenen schweren Verletzung.

** Silberhochzeit. Am morgigen Samstag, 18. Dezember, können der Kaufmann Robert M ü l - I e r und Frau, geborene Eißfeller, wohnhaft Bahn­hofstraße 48, das Fest der silbernen Hochzeit feiern.

** Unfälle. Ein 25jähriger junger Mann aus dem Erdkauterweg schnitt sich, als er mit einem Messer hantierte und damit ausglitt, in den Unter­arm. Mit einer Schlagaderverletzung mußte er so­fort in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Ein Arbeiter aus dem Seltersweg zog sich bei einem Sturz von der Treppe erhebliche Gesichtsverletzungen zu. Auch er mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden.

** Freie Lehrer stelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule zu Flensungen (Kreis Alsfeld). Dienstwohnung ist vorhanden. Bewerber müssep das 27. Lebensjahr vollendet und die sonstigen nach dem Derschen Beamtengesetz erforderlichen Voraus­setzungen erfüllt haben.

LPD. Wann können Schneeschuhe in die Züge mitgenommen werden? Für den bevorstehenden Winterverkehr ist die Mitnahme von Schneeschuhen in die Abteile der Reisezüge wie folgt geregelt: 1. Wie im Vorjahre wird die Mit­nahme von Schneeschuhen in Schlaf- und Liege­wagen ausgeschlossen. 2. Sie ist allgemein zuge­lassen in Abteilen 2. Klasse der Personenzüge und in der 3. Wagenklasse aller Züge. 3. Soweit in den Seitengängen der Ö-Zugwagen und in den Vor- räumen der neuen Eilzugwaqen der hauptsächlich dem Wintersport dienenden Züge für die Unter­bringung von Schneeschuhen besondere Einrichtungen eingebaut sind, können Schneeschuhe in diese Wagen auch von Reisenden der 1. und 2. Klasse mitge­nommen werden.

Die Schlitzerländer Volkstracht

Vortragsabend im Oberhessischen Geschichtsverein.

Der Oberhessische Ges ch i chtsverein Hütte für seinen zweiten Vortragsabend dieses Win­ters Fräulein Dr. Hain, Assistentin am Germa­nischen Seminar der Universität Frankfurt a. M., gewonnen. Die Vortragende, die sich schon seit Jah­ren mit volkskundlichen Forschungen beschäftigt, hat im vergangenen Jahr ein Buch veröffentlicht bensbild eines oberhessischen Trachtendorfes , in dem sie das behandelte Dorf gewissermaßen als Typus eines Trachtendorfes herausstellte.

In der Einleitung ihres Vortrages, der mit fchö- nen Lichtbildern aus dem Schlitzerland geschmückt war, führte Fräulein Dr. Hain aus, daß die ein­zelnen Volksgüter wie Volkslied und -spräche, Sitte und Brauch, Sage und Märchen, selbst die Art der Häuser und Anlage der Gehöfte und nicht zuletzt die Tracht niemals allein und für sich betrachtet werden dürfen. Das alles zusammen erst kann gestatten, sich ein Bild vom Leben und Wesen des Volkes zu machen und zu erkennen, wie stark die Gemeinschaft in einem Dorf und weiter in einer Landschaft wie etwa dem Schlitzerland mit seinen sechzehn Dörfern um die Stadt Schlitz ist. Denn es ist die sozial- politische Aufgabe der deutschen Volkskundeforschung, die Kräfte aufzuzeigen, die sich als gemeinschasts- bildend darstellen.

Wenn man auf diesem Wege versucht, die Schlitzerländer Volkstracht in dem größeren nach­barlichen Kulturkreis darzustellen, und zwar die heute noch wirklich vorhandene Tracht, dann muß man notgedrungen zunächst einmal einen Blick in die Geschichte werfen. Rur von dort aus ist es möglich, die bis heute wirksamen Zusammenhänge der verschiedensten Art klarzulegen. Der Fürstabt von Fulda war der Lehnsherr der Grasen von Schlitz, und dieie rechtliche Bindung ist nodh heute Jo merkwürdig das klingen mag erkennbar in Neinen Besonderheiten der Tracht, die offenbar in jener alten Fuldaer Zeit ihren Ursprung haben. Als mit der Reformation auch die Grafschaft Schlitz zu einer größeren Selbständigkeit kam und später sogar ein souveränes Ländchen war, begann recht eigentlich die Ausbildung dessen, was man das Schlitzerland" nennt.

Der Mittelpunkt dieser sechzehn Dörfer wurde mehr und mehr die Stadt Schlitz, wo die Grafen nicht weniger als drei 23urgen errichteten. Immer fester wurden die Fäden zwischen dieser Stadt und den Dörfern sowie den Dörfern untereinander. Und gleichzeitig entstand so etwas wie eine Grenze

gegenüber den benachbarten Herrschaften und hessi­schen Aemtern.

Das so allmählich entstandene Eigenleben dieses kleinen Ländchens, das auch auf vielen anderen Gebieten des Volkslebens nachzuweisen wäre, hat besonders in der Tracht seinen Ausdruck gefunden. Und was die Schlitzer Tracht von den anderen hes­sischen Trachten unterscheidet, ist die auffallende Verwendung gestrickter Kleidungsstücke. Man ist überrascht, wieviel Wolle im Schlitzerland ver­braucht wird. Es wäre eine interessante Frage, ob die ganze Wolle aus dem Ländchen stammt, wie sie gefärbt wird usw. Es ist aber nicht die Herstellung wollener» Bekleidung allein, die die Schlitzerländer etwa von den Vogelsbergern abhebt, sondern vor allem die hochentwickelte Strickkunst. Die Motzen und kurzen Jacken der Frauen und Mädchen sind bunt verziert, das Halstuch erscheint als wahres Kunst­werk; an seine Stelle ist vielfach der Seelenwär­mer getreten, der viel einfacher, bescheidener ist. Fürwes" sind die ursprünglich nur aus einem Fuß" bestehenden Ueberstrümpfe, die in den Holz­pantoffeln getragen werden, lieber die Zwickel­strümpfe aus blauer Wolle, die mit besonderer Liebe gestrickt und verziert werden, ließe sich leicht ein ganzer Aufsatz schreiben. Immer wieder werden die ererbten Muster, die chre besonderen Namen tra­gen, verwendet und ihr Schmuck durch neue Vor­lagen vergrößert.

Mit Bedauern hört man, daß wie anderwärts auch die Schlitzer Volkstracht zurückgeht. Die frü­here Brautkrone ist schon verschwunden, und es wird wohl einmal eine Zeit kommen, da die Schlitzerländerinnen weder Fürwes noch Zwickel­strümpfe tragen, sondern Schuhe und Strümpfe, die man in der Stadt kaufen kann. Aber es sind nicht nur äußerliche Dinge, die dann entschwunden sein werden. Heute noch prägt sich In der Tracht der Ablauf des kirchlichen Jahres ab in der Aüvents- und Passionszeit trägt man Jacken mit dunkel­violett oder grünen Streifen an Stelle des sonst üblichen lebhaften Rot und die Feste und hohen Zeiten im Leben des einzelnen und der Dorfgemein­schaft finden im Schmuck der Kleidung ihren Aus­druck. Man kann, was vergehen will, nicht gewaltsam halten. Aber man kann und muß hoffen, daß die mit den Trachten einst gewachsenen inneren Werte erhal­ten bleiben: die gemeinschaftsbildenden Kräfte un­seres Volkstums!

Aus den Gießener Gerichtssälen.

Schöffengericht Gießen.

Gestern hatte sich die O. D. aus Friedberg vor dem Schöffengericht wegen Beleidigung und übler Nachrede zu verantworten. Die Angeklagte war bis vor kurzer Zeit Vormund ihres geistesgestörten Mannes. Nachdem ihr die Vormurü)schäft jedoch entzogen worden war, begann sie an alle möglichen Dienststellen Eingaben zu machen, die beleidigende Aeußerungen gegen das Dormundschaftsgericht und das Ortsgericht Friedberg, sowie gegen den ört­lichen Polizeidirektor enthielten. Obwohl cllle Vor­würfe vollkommen aus der Luft gegriffen waren, konnte sich die Angeklagte in der gestrigen Haupt- verhandlung nicht dazu bequemen, das Unrecht ihres Tuns einzusehen. Trotzdem hielt ihr das Ge­richt in weitestem Maße ihre schlechten häuslichen Verhältnisse zugute und sah daher noch einmal von einer Freiheitsstrafe ab. Das Urteil lautete auf ins­gesamt 2 0 0 Mark Geldstrafe.

Ebenfalls wegen Beleidigung und übler Nach­rede hatte sich der K. R. aus Lumda zu verant­worten. Der Angeklagte hatte am Amtsgericht -Grimberg mehrere Zivilprozesse geführt, gegen die er, soweit er sie verlor, Berufung verfolgte. Als der Angeklagte gelegentlich auf der Straße einen Beamten des Amtsgerichts Grünberg traf, der ihm persönlich bekannt war, kam er auch auf die lau­fenden Prozesse zu sprechen. Dabei verstieg er sich zu der Behauptung:Wenn ich die Prozesse ver­liere, so weiß ich ganz genau, daß dies eine ab­gekartete Sache ist. Ich habe in meinem ganzen Leben noch keine Butterwecke an das Gericht ge­schleppt." In der gestrigen Hauptoerhandlung be­stritt der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Aeußerungen, er wurde jedoch durch die Beweis­aufnahme einwandfrei überfuhrt. Mit Rücksicht darauf, daß der Vorwurf einer Bestechung der schwerste ist, dem man einem Gericht überhaupt nachsagen kann, hielt das Gericht eine exemplarische Freiheitsstrafe für notwendig und erkannte auf fünf Wochen Gefängnis.

Sodann stand der K. S. aus Staden wegen Er­regung öffentlichen Aergernisses vor dem Schöffen­gericht. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, sich einer Frau unsittlich genähert zu haben. In der Hauptverhandlung, die unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit stattfand, bestritt der Angeklagte die Tat, wurde aber, ebenso wie in dem vorhergehenden Falle, durch die eidliche Aussage der Zeugin über­führt. Da der Angeklagte wiederholt, auch ein­schlägig, vorbestraft ist, hatte das Gericht keine Veranlassung, Milde walten zu lassen, und es er­kannte auf eine Gefängnis st rafe von sechs Monaten.

Die nächste Anklage wegen schwerer Urkunden- fälschung richtete sich gegen I. M. aus Ilbeshausen und dessen Sohn. Der Sohn hatte den Pflug eines Nachbarn beschädigt und diesen Schaden bei der Versicherung angemeldet. Nach kurzer Zeit wurde

die Schadenssumme in Höhe von 62 Mark aus­gezahlt und den Angeklagten überwiesen. Der Vater nahm dos Geld an und quittierte auch. Als der Sohn hiervon erfuhr, beabsichtigte er, die Summe an den Geschädigten weiterzuleiten. Da er von dem Geschädigten aber selbst noch einen kleinen Betrag 3U beanspruchen hatte, vertrat der Vater die Auf­fassung, daß der Schaden nach Abzug von 10 Mark mit 52 Mark genügend abgegolten fei und er auf diese Weise wenigstens zu seinem Geld käme. Der Sohn willigte, wenn auch zögernd, ein. Daraufhin änderte der Vater die Zahl 62 auf dem Postab­schnitt in die Zahl 52 ab und ließ dem Geschädig­ten 52 Mark durch den Sohn aushändigen. Beide Angeklagten waren geständig und zeigten auch Reue über ihre Tat. Das Gericht billigte ihnen in weitem Maße mildernde Umstände zu und er­kannte auf eine Gefängnisstrafe von je drei Monaten.

Die .nächste Anklage, ebenfalls wegen schwerer Urkundenfälschung, richtete sich gegen die bereits einschlägig vorbestrafte L. K. aus Reichelsheim. Die Angeklagte war zusammen mit einer anderen Frau auf einem Gut beschäftigt, wo auch noch ein Knecht, der weder lesen noch schreiben kann, tätig war. Dieser hatte eine Freundin, die sich zur Zeit in Marburg in der Klinik befand. Die beioen Frauen kamen nun überein, den Knecht etwas zu schröpfen. Dies geschah auf die Weise, daß die An­geklagte an den Zeugen mehrere Briefe schrieb, die angeblich aus Marburg von der Freundin kamen und auch mit deren Namen unferzeichnet waren. In diesen Briefen wurde er aufgefordert, Kleider, Schuhe und Bargeld zu schicken. Dieser Trick ge­lang der Angeklagten mehrere Male. Sie verstand es, nach und nach ein Kleid, ein Paar Schuhe und 5 Mark Bargeld dem Knecht abzugaunern. In der gestrigen Haüptverhandlung gab die Angeklagte zu, die Briefe geschrieben zu haben. Sie versuchte aber, ihrer Freundin, die sich demnächst wegen der glei­chen Sache vor dem Gericht zu verantworten haben wird, die Schuld in die Schuhe zu schieben. Die Angeklagte behauptete auch, daß diese als die Haupttriebfeder den größten Teil der erbeuteten Gegenstände erhalten habe. Diese wiederum, die ebenfalls als Zeugin vernommen wurde, verwei­gerte zu den Hauptpunkten die Aussage. Sie blieb daher wegen des Verdachtes der Mittäterschaft auch unvereidigt. Bezüglich der 5 Mark verlegte sich die Angeklagte aufs Leugnen und behauptete, ihr Mann habe das Geld an die Freundin des Zeugen nach Marburg geschickt. Da diese das Geld nie erhalten hat, sah das Gericht auch in diesem Fall die Ange­klagte als überführt an. Trotz ihrer Vorstrafe billigte ihr das Gericht wegen der Geringfügigkeit der Gegenstände noch einmal mildernde Umstande zu und erkannte wegen fortgesetzter schwerer Ur­kundenfälschung in Tateinheit mit Betrug, sowie einer weiteren Unterschlagung auf eine Gefäng- nlsstrafe von 3 Monaten und 2 Wochen.

Aus der engeren Heimai.

Das Gießener Stadttheater in Alsfeld.

ch Alsfeld, 16. Dez. Nach längerer Pause gastierte wieder das Stadttheater Gießen in Alsfeld, und zwar mit Lortzings komischer Oper Der Wildschütz". Nach Auflösung der Deut­schen Musikbühne Berlin in der ll^.-Kulturge- meinde, die in den letzten Jahren regelmäßig in Alsfeld Operngastspiele gab, wird nunmehr das Stadttheater Gießen an deren Stelle treten und wieder regelmäßig Vorstellungen in unserer Stadt geben, und zwar im Rahmen der von der NSG. Kraft durch Freude" in Alsfeld gegründeten Kul- turgemeinschaft, die schon die stattliche Zahl von über 500 Platzmieten aufweist. Die Wiedereinfüh- rung des Gießener Stadttheaters mit der Lortzing- Oper war eine ausgezeichnete Empfehlung. Die ge- sanglichen Leistungen der Darsteller, unterstützt von dem Spiel des Städtischen Orchesters unter Leitung von Kapellmeister Paul Walter, brachten alle Schönheiten der volkstümlichen Musik Lortzings Aur Entfaltung. Die Spielleitung und die Bühnenbilder von Karl Löffler rundeten die Vorstellung ab. Die Zuhörer, die das Haus bis auf den letzten Platz füllten, dankten den Künstlern mit herzlichem Bei­fall. Als weitere Gastspiele des Gießener Stadt­theaters sind für die laufende Spielzeit die Strauß- fche OperetteEine Nacht in Venedig" und Pucci- nisLa Bohöme" vorgesehen.

Unfälle auf dem Lande.

Der 27jährige Landwirt Heinrich Bender ans Mainzlar erlitt, als er mit seinem Fuhrwerk unter­wegs war, einen Unfall, bei dem er sich erhebliche Brustquetschungen zuzog. Der Arbeiter Karl Schneider aus Watzenborn-Steinberg geriet mit einer Hand zwischen eine Schiebetüre und erlitt dabei eine schwere Quetschung und einen Knochenbruch. Durch ein Drahtseil zog sich der 28jährige Arbeiter Richard Balser aus Geiß- Nidda eine schwere Armverletzung zu. Der Landwirt Heinrich Kloß aus Beltershain wurde im Stall von einer Kuh heftig gegen die Wand gedrückt und mußte unter dem Verdacht auf innere Verletzungen in ärztliche Behandlung ge­bracht werden. Der bei der Reichsbahn beschäf­tigte Heinrich G ö r l a ch aus Lang-Göns erlitt durch einen Stoß gegen die rechte Brustseite eine Rippenquetschung. Der 20jährige Arbeiter Otto Stork aus Rodheim a. d. Bieber stieß beim Ran­gieren mit dem Kopf gegen einen Mast und zog sich eine schwere Wunde am Hinterkopf zu.

Landkreis Glesien

8 A l t e n - B u s e ck, 16. Dez. Wie in früheren Jah­ren, so wurde auch jetzt wieder in der hiesigen Volks­schule damit begonnen, den Kindern minderbemit­telter Eltern während des Winters zum Früh­stück warme Milch zu verabreichen. Die Un­kosten dieser Milchspeisung trägt zum größten Teil die NSV.

# ©taufenberg, 15. Dez. Dieser Tage drang nachts ein Marder oder ein Wiesel in den H ü h n e r st a l l des Einwohners Peter W a ck ein und tötete acht Hühner.

# Mainzlar, 15. Dez. Die NSDAP, ver- anstaltete im Saale von Müller einen V D A. - Abend. Der Saal war gut besetzt. Nach einem Liede der Schulkinder sprach Studienrat Sey- bold aus Gießen über die Not und den Kampf der Auslanddeutschen um ihre Selbstbehauptung. Seine Ausführungen fanden reichen Beifall. Sinn- fprüche und Lieder der Schuljugend, die eine gute Vorbereitung durch Lehrer Weisel bewiesen, ver­schönten den Abeicki.

# Saubringen, 15. Dez. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde u. a. auch, die Wasserversorgung des Dorfteiles jenseits der Bahn in Erwägung gezogen. Da sich dem Anschluß an die Dorfleitung erhebliche Schwierigkeiten entgegen­stellen, wurde erwogen, den unweit vorbeiziehenden Wasserstrang MainzlarLollar zur Wasserzufuhr in Anspruch zu nehmen.

O Saasen, 15. Dez. Unweit unseres Dorfes ereignete sich auf der Provinzialstraße ein 23er« kehrsunfall. Ein. Motorradfahrer fuhr von hin­ten gegen ein'Pferdefuhrwerk, stürzte und erlitt er­hebliche Kopfverletzungen, so daß er so­fort in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. Das Motorrad wurde sehr beschädigt. Aus unserer 580 Seelen zählenden Gemeinde befinden sich gegenwärtig acht Personen in Krankenhaus­behandlung zu Gießen. Der Gesangverein Eintracht" hat beschlossen, den Kranken am kommenden Sonntag mit einigen Liedern Freude zu bereiten.

* Hungen, 15. Dez. . Die NS. - Frauen­schaft, Ortsgruppe Hungen, konnte durch Sammlung dem WHW. 91 Weihnachtspakete zur Verfügung stellen. Auch in Hungen kamen die Mitglieder der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes zu einer frohen Nikolausfeier zusammen. Der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal des >,Solmser Hofes" war von unserer Jugendgruppe sinnvoll geschmückt. Die Jik- gendgruppe gestaltete den Abend mit gemeinsamen Liedern, Mundartgedichten und Liedern zur Laute aus. Auch der Nikolaus kam und brachte den Mit­gliedern ein gegenseitig gestiftetes Päckchen. Der frohe Abend war allen ein schönes Erlebnis.

gfs. Langd, 16. Dez. Die NS. -Frauen­schaf t hielt auch in unserer Zelle eine fröhliche Nikolausfeier ab. Außer den Mitgliedern erschienen auch die Männer als Gäste. Knecht Ruprecht er­schien mit lustigen Derschen und kleinen Geschenken. Danach blieben alle noch in froher Gemeinschaft einige Stunden beisammen.

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