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Dienstag, 15.3uni 1957

UrJ56 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Auf dem Wege zum deutschen Nationaltheater.

Eine grundlegendeRede von Or. Goebbels während derReichsiheaierfestwoche in Düsseldorf.

Rückblick und Programm.

Die Rede von Reichsminister Dr. Goebbels während der großen Kundgebung der Reichstheater­kammer in Düsseldorf darf als der Höhepunkt der vierten Reichstheaterfestwoche an Rhein und Ruhr gewertet werden. Sie war von grundlegender Be­deutung sowohl in ihrer Rückschau auf das bisher in kultureller Hinsicht insbesondere auf dem Ge­biet des deutschen Theaters Erreichte als auch im Ausblick auf die kommenden Aufgaben, von denen ein sehr wesentlicher Teil bereits in Angriff genommen ist und der Verwirklichung entgegen­geht. Was mit den bisherigen Theaterfestwochen in Dresden, Hamburg und München, mit den Fest­spielen in Bayreuth und Heidelberg und der Grabbe- Woche in Detmold begonnen wurde, wird in diesen Tagen in sechs Städten im Westen des Reiches folgerichtig, erfolgreich und zielstrebig fortgeführt und ausgebaut. Die alljährlich stattfindenden Thea­terfestwochen sind als die Rechenschaftsberichte über den künstlerischen und sozialen Stand der neuen deutschen Theaterkultur aufzufassen, und es ist be­merkenswert und von tieferer Bedeutung, daß diese Rechenschaftsberichte nicht von der Reichshauptstadt aus erfolgen, sondern in der deutschen Provinz abgelegt werden: das mag ein Sinnbild sein für den landschaftlichen Reichtum, die Vielgestaltigkeit und die Leistungshöhe des deutschen Theaters und der deutschen Schauspielkunst auch außerhalb von Berlin: die oft geschmähteProvinz" ist im deut­schen Bühnenleben wieder zu einem respektablen Begriff, ja zu einem Ehrennamen geworden, auf den wir stolz sein dürfen, weil er bedeutende und nachhaltig wirkende Kraftfelder unseres kulturellen Lebens bezeichnet.

Die Düsseldorfer Rede von Dr. Goebbels ent­hielt eine Reihe von Gesichtspunkten, auf die im­mer wieder hingewiesen worden ist und hin­gewiesen werden muß, weil in ihnen die Grundpfeiler unseres gesamten völkisch - kultu­rellen Denkens und Schaffens zu begreifen sind. Die Neuordnung unseres gesamten Lebens seit der Machtergreifung hat auch die Beziehungen der Na­tion zur Kunst im weitesten Sinn grundsätzlich um­gestaltet. Kunst kommt von Können, und die Kunst wurzelt im Volke. Sie muß daher notwendig Aus­druck eines Volkstums sein und ebenso notwendig immer wieder zum Volke zurückkehren und an das Volk sich wenden, wenn sie nicht den Boden unter sich verlieren will.Ihre Wirkungen", so führte der Minister aus,können international sein, ihr Ur­sprung aber liegt im Volkstum." Wie weit wir uns

in Deutschland von diesen Grundeinsichten hat­ten entfernen können, wurde in einem Rückblick auf die Zustände vor der Machtergreifung in Erinne­rung gebracht. Es wurde aber auch an die große, verpflichtende Theateroergangenheit unseres Volkes erinnert: ein Deutscher war es, der uns dieHam­burgische Dramaturgie" schenkte, und die Deutschen sind von jeherein theaterbesessenes Volk" gewesen. Die Aufgaben, die sich aus solcher Besinnung er­geben, liegen nicht allein auf künstlerischem, son­dern ebenso sehr auch auf einem im weitesten Sinne sozialen Gebiete. Wir haben, wie der Minister aus­führte, in den hinter uns liegenden Jahren die breiten Massen dem Theater gewonnen und dem Theater damit den Widerhall verschafft, ohne den es nicht leben kann; dem Volk aber den Weg zu seiner eigensten Kunst und Kultur gewiesen und geebnet.

Eine kulturelle Tat von hoher nationaler und so­zialer Bedeutung ist endlich mit der auf breiteste Grundlagen gestellten Altersversorbung der Kunstschaffenden unseres Volkes in Angriff genom­men worden. Gerade die Künstler haben immer unter dem Mangel einer ausreichenden Versorgung ihres Lebensabends bitter zu leiden gehabt, und es ist viel Jammer und unverschuldetes Elend bei den altgewordenen deutschen Künstlern zu finden ge­wesen. Dergleichen ist einer großen, ihrer kulturel­len Rufes bewußten Nation unwürdig: deshalb find die von Dr. Goebbels in Düsseldorf verkündeten Maßnahmen auf das herzlichste begrüßt worden. Was mit der Zwei-Millionen-StiftungKünstler­dank" im Herbst begonnen wurde, wird fortgeführt und ausgebaut. Und was für das Theater erreicht ist, wird sinngemäß und gerechterweise auf alle Kunstzweige und alle Kunstschaffenden in Deutsch­land ausgedehnt werden. Hand in Hand mit der Al­tersversorgung wird, wie der Minister weiter aus­führte, auch eine Neugestaltung des Ver­mittlungswesens gehen, eines Gebietes, auf dem manches im Argen lag und vieles bereinigt und gebessert werden kann und muß. Nächst dem deut­schen Theater ist dann der deutsche Film als Arbeits­feld der neugefchaffcnen Altersversorgung in Aus­sicht genommen.

So ist neben dem künstlerischen ein soziales Pro­gramm errichtet und zum Teil schon verwirklicht worden, das für unser kulturelles Leben von außer­ordentlicher Tragweite ist. Mit seiner endgültigen Durchführung werden wir einen entscheidenden Ab­schnitt auf dem Wege zum deutschen Nationaltheater erreicht haben. hth.

Dr. Goebbels wies nach, daß es mit Hilfe einer weitgespannten Organisation und vor allem durch die NS.-G.KdF." und die NS.-Kulturgemeinde in kaum geahntem Umfange gelungen ist, die breiten Massen ins Theater ^urück- zuführen und sie nach langer Zeit wieder mit ihm zu befreunden. Er fand stürmischen Beifall, als er dabei unter witzigen und schlagenden Ver­gleichen betonte, daß mit dieser Heranführung der Massen an die Kunst keineswegs eine Sen­kung des Niveaus verbunden war. Es sind für die Volkstheater, die ganz und gar nicht eine Konkurrenz für die anderen Theaterunternehmen bedeuten, Besuchermassen gewonnen worden, die bis dahin ein Theater überhaupt noch nicht von innen gesehen hatten,fiat das Theater vielleicht gelit­ten", so fragte der Minister unter allgemeiner Hei­terkeit,seitdem die sogenannte Theaterkritik verschwunden ist? Sind deshalb die Darsteller schlechter und die Dichter besser geworden?" Und noch ein anderer Gesichtspunkt ist in diesem Zu­sammenhang von Bedeutung. Mit der Heranfüh­rung der breiten Massen an das Theater hat die Bühne ihren bisherigen asozialen Charakter ver­loren. Denn man kann nicht auf di? Dauer von den breiten Massen erwarten, daß sie durch ihre Steuern Theater mitsuboentionieren sollten, wenn sie niemals die Möglichkeit haben, das Theater auch zu besuchen.Wenn es einer Staatsführung ge­lingt", so sagte Dr. Goebbels unter stürmischer Zu­stimmung,die Massen des Volkes mit den für sie bis dahin unerreichbaren Errungenschaften der Kultur und Zivilisation zu versöhnen, indem sie sich selbst daran beteiligen, dann verliert der Staat seinen kapitalistischen Einschlag und er wird im höchsten Sinn des Wortes s o z i g l i st i s ch."

Sehr nachdrücklich verwies der Minister auf die Notwendigkeit, zur rechten Zeit auch im Theater durch leichtere Ko st Erholung und Ent­spannung zu bieten und in diesen Dienst auch die moderne Technik zu stellen, ohne die Millionen überhaupt nicht an die Kunst herangeführt werden können. Eine Sorge bereite indirekt die Frage des Nachwuchses, vor allem deshalb, weil sich ge­zeigt habe, daß die angehenden Künstler oft nicht den rechten Willen zum Lernen mit­brächten. Lernen sei aber eine wichtige Voraus­setzung und die dafür aufgewendete Zeit sei nicht vergebens für spätere Jahre. Es könne nicht Auf­gabe der Reichstheaterkammer sein, als Schutzengel hinter jedem angeblich verhinderten Genie zu stehen, das sich lediglich auf seinen guten Willen und auf sein Gefühl beruft.

Dann wandte sich Dr. Goebbels dem großen und ernsten Problem einer ausreichenden Al­tersversorgung des kunstschaffenden Men­schen überhaupt und des Bühnenkünstlers im beson­deren zu. Er führte in diesem Zusammenhang aus: Mehr als jeder andere Beruf leidet der der Kulturschaffenden, besonders aber der der Bühnen­schaffenden darunter, daß für den Künstler, der seine Fähigkeiten meist nur kurze Zeit aus­nutzen kann, im Alter keine ausreichende Sicherung und Versorgung vorhanden ist. Es ist eigentlich wunderbar, im Zauber der Büh­nen von ergriffenen Zuschauern bejubelt zu wer­den undder Gottheit nahe" zu sein; aber hinter diesem Glanz stehen später allzu oft Jammer und Elend und das erschütternde Bild des alternden, in Not versinkenden, auf die allgemeine Mildtätigkeit angewiesenen Künstlers. Die Altersversor­gung ist dabei nicht nur ein wirtschaftliches, son­dern auch ein kulturelles und soziales Problem von höchster Bedeutung, dessen Lösung dazu beitragen muß, den Bühnenschaffenden den Abgang von der Bühne zu erleichtern und der nachdrangenden Jugend den Weg frei zu machen.

Bei der Machtübernahme fanden wir über den Altersschutz im Rahmen der Angestelltenoersicherung nur Ansätze zu einer Versorgung, die der be­sonders gelagerten Berufsunfähigkeit bei den Bühnen­schaffenden gerecht zu werden versuchten. Ich habe daher vor etwa einem halben Jahr dem Schau- rungspieldirektor Ludwig Körner die Ausgabe gestellt, geeignete Vorschläge zu einer Altersversor­gung und ihrer weiteren Sicherung zu machen. Um die schwerste Not zu lindern, habe ich im Herbst aus den zur Verfügung stehenden Mitteln eine Summe von 2 Millionen Mark alsKünst­le r d a n k" bereitgestellt, mit dessen Leitung und Durchführung ich . den Generalintendanten Staats­schauspieler Eugen Klöpfer beauftragte. (Beifall.) Die Anträge beimKünstlerdank" haben ein über­aus trauriges Bild von der Notlage der alternden und berufsunfähigen deutschen Künstler aufgezeigt, so daß ich mit allem Nachdruck die Errichtung einer ausreichenden Altersversor­gung verlangt habe.

Ich habe den deutschen Bühnenschaffenden heute folgendes bekannt zu geben:

1. Die Altersversorgung der kul- turschaffenden wird durchgeführt! Für das Theater steht sie! (Lang an­haltender, stürmischer Beifall begleitet diese Mitteilung.)

2. Zur Durchführung der Altersversorgung der Bühnenschaffenden habe ich veranlaßt, daß die Pflichtversicherung aller am deut­schen Theater Bühnenschaffenden beschleunigt durch eine bereits im Entwurf vorliegende

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Eine soziale Kulturtat ersten Ranges.

Düsseldorf, 14. Juni. (DRV.) Die Reichs­theaterfestwoche, die am Sonntag in Köln ihren Anfang nahm und an der sechs Städte des We­stens mit Aufführungen und Kundgebungen teil­nehmen, wurde am Montagnachmittag in Düs­seldorf mit der großen Kundgebung der Reichstheaterkammer fortgesetzt, auf der, nachdem die Klänge desFestlichen Ausklanges" von Ludwig L ü r m a n n , gespielt vom städtischen Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Balzer, verklungen wartzn, mit begeistertem Bei­fall begrüßt, Reichsminister Dr. Goebbels das Wort ergriff. Er wies darauf hin, wie sehr der nationalsozialistische Staat zu den durch die Kunst aufgeworfenen Problemen eine ganz andere Stel­lung einnehme, als die Vergangenheit das tun konnte und wollte. Der Staat Adolf Hitlers habe eine revolutionäre Umgestaltung unseres Denkens auch insofern gebracht, als er bewußt nicht primär vom Einzelnen, sondern von der Gesamtheit ausgehe und alle Dinge des öffentlichen und privaten Lebens nach ihrem Nutzen oder ihrem Schaden für das Dolksganze werte. Es sei im nationalsozialistischen Staat eine der ersten Auf­gaben der Kulturführung gewesen und diese Auf­gabe sei mit allergrößtem Erfolg gelöst worden Kunst und Künstler wieder in die unumgäng­lich notwendige enge Beziehung zur Na­tion und zur Dolksgesamtheit zu brin­gen und den unmodernen, reaktionären lart-pour- llart-Standpunkt zu überwinden.

Worin sich aber keine Zeit von der anderen unterscheide, das sei die tiefe Erkenntnis, daß der Künstler gewissermaßen ein Liebling der Götter fei, ein Wensch, dem das Schick­sal die Gnade geschenkt habe, dem Ausdruck zu verleihen, was Millionen nur dumpf ahnten und fühlten. Schließlich habe er zu den Bahn­brechern einer neuen Zeit gehört. Begnadet durch feinen Instinkt und mehr von Herzen als vom Verstand geleitet, eite er der Zeit um Jahrzehnte voraus. Darum auch hätten große Teile des deutschen Künstlertums kämpfend mit an der Spitze der nationalfoziatistifchen Bewe­gung gestanden. Der Künstler fei gewissermaßen der berufene Sprecher der Volks­seele und die Kunst selbst sei dadurch sowohl für den, der sie ausübe, wie aber auch für den, der sie genieße, etwas heiliges und Verpflichtendes. Man könne ihr nur

ganz dienen oder gar nicht, und wer ihr mit Eifer folge, gehorche einem dämonischen Ur- trieb.

Dr. Goebbels legte dar, daß die Kunst, in der sich der tiefste Wesensausdruck eines Volkes wider­spiegele, im Grunde nicht international sein könne.Ihre Wirkungen können international sein, ihr Ursprung aber liege im Volkstum. Immer entspringt der Künstler tiefstem und echtestem Volkstum, und nur unter dieser Voraussetzung hat die Kunst als solche die Nation in ihrer Gesamt­heit anzusprechen vermocht, und ihre materielle wie ideelle Existenzgrundlage und Existenzberechtigung erwiesen."

Der Minister erinnerte an die Zustände, die in den Jahren von 1918 bis 1933 im deutschen Thea­ter herrschten, weil man diesem Grundsatz nicht Rechnung trug, wie die Massen vom Theater in die Varietes und Kinos abwanderten, wie so das Theater sein tragendes Fundament verlor und sich mehr und mehr von dem Ideal entfernte, eine moralische Anstalt" im Sinne Schillers zu sein, wie die Dramen öde und die Theater leer wurden, wie die Juden sich des Theaters als eines durch­schlagenden Propagandamittels in der Produktion wie in der Kritik bemächtigten und wie fo ein allgemeiner Verfall einsetzte.

Die Probleme des Theaters waren längst nicht mehr die des Volkes. And dabei sollte es doch gerade den Menschen suchen und in ihm die Ration darstellen, die große 3Uu- sions- und Phantasiegestalterin sein, die die Menschen zu erheben und zu erschüttern weih und sie zum Lachen und Weinen bringt. Ls wird ewig ein stolzer Ruhmestitel für uns blei­ben, daß es ein Deutscher war, der dieham­burgische Dramaturgie" schrieb und damit erst dem Theater fein Wesensgefüge gegeben hat. Darum sind wir auch auf dem Gebiete des Theaters anderen Völkern weit voraus. Wir find ein theaterbefefsenes Volk und haben als solches einen Vorsprung erreicht, den es zu hatten gilt. Mit stolzer Befriedigung kön­nen wir fefffteUen, daß uns auf dem Wege zum deutschen Rationaltheater in vierjähriger Auf­bauarbeit der äußere Erfolg bereits recht gege­ben hat. Der innere Erfolg wird uns in abseh­

barer Zeit ebenso recht geben müssen."

Tarifordnung eingeführt und ein Sonder­treuhänder dafür bestimmt wird.

3. Ich werde weiterhin im Verordnungswege veranlassen, daß zur wirtschaftlichen Sicherung dieser Altersversorgung alle deutschen Theater der Altersversorgung eine Kulturabgabe von durchschnittlich je fünf P f en- n i g für die verkaufte Karte zuführen. Es ist Vorsorge getroffen, fo erklärte der Mini­ster unter lebhaftem Beifall, daß die Etats der Theater durch diese Abgabe nicht belastet werden, und die Eintrittspreise, ins­besondere die niedrig st en Preise, keine irgendwie spürbare Verteuerung erfahren.

4. Der Ergänzung der Altersversorgung dient die Schaffung von weiteren Alters­und Erholungsheimen, die im Gange ist und in einem Falle bereits in kürzester Zeit durchgeführt werden dürfte.

Damit hat der nationalsozialistische Staat eine Kulturtat vollbracht, die in keinem Lande der Welt ein auch nur annäherndes Vorbild (stürmischer, immer wieder aufbrausen­der Beifall) besitzt. Nachdem jetzt die Sehnsucht der Besten einer traditionsreichen deutschen Kunst ihre Erfüllung gefunden hat, die ausreichende vom Staat garantierte Altersversorgung aller bühnen­schaffenden deutschen Menschen, schließt sich der Ring zwischen Volk und Künstler. Damit gibt das Volk dem Schauspieler an seinem Lebensabend zu­rück, was er mit seinem Herzen und Können dem Volk gegeben hat, als Dank für ein Leben, das der Kunst gedient hat. (Starker Beifall.) Was ein Jahr­hundert nicht erreichte, was Verständnislosigkeit der Systemzeit und Unzulänglichkeit der Maßnahmen nicht schafften, das wurde in knapp einem halben Jahr für das Gebiet der Reichstheaterkammer Voll­endung.

Aber wir werden auf dem einmal beschrittenen Wege weitergehen! Wenn die Altersversorgung der Bühnenschaffenden vollendet ist, wird die Alters­versorgung sämtlicher anderer Kultur­schaffenden mit Energie in Angriff genommen werden, obwohl ich weiß, daß hier die Schwierig­keiten besonders groß sind. Ebenso wie dem Schau­spieler soll die Nation auch dem Dichter, dem Musiker und dem bildenden Künstler ihren Dank für das Große und Schöne, das sie dem Volke gegeben haben, dadurch abftatten, daß olle Künstler mit Hilfe eines kleinen, im einzelnen kaum sichtbaren nationalen Opfers vor unver­schuldeter Not und Sorgen des Alters bewahrt werden, die gerade in diesem Beruf eben aus Berufsgründen besonders oft zu finden und besonders schwer zu tragen sind.

Die gleiche Sorge und Aufmerksamkeit wie der Altersversorgung wurde von mir der Arbeits­vermittlung zugewendet. In dem abgelaufenen Jahre erwies es sich als richtig, von der zentrali­sierten Monopolstellung des Bühnennachweises ab­zugehen. Unter beschränkter Beibehaltung der bis­herigen Vermittlungsform wird die Reichstheater­kammer eine größere Anzahl freier provisionsbe­rechtigter und von der Reichstheaterkammer auf das genaueste kontrollierter Einzelvermitt- l e r zulassen, so daß damit der wirtschaftliche Erfolg durch die Vermittlung auf das Können und auf die Leistung gestellt ist. (Beifall.)

Der Minister teilte mit, daß als nächstes Gebiet der Altersversorgung der Film in Aussicht ge­nommen sei.

Es ist vielleicht das beglückendste Gefühl für jeden, künstlerisch empfindenden Menschen, zu wis­sen, daß an der Spitze des nationalsozialistischen Reiches ein Mann steht, der ebenso Künstler wie Staatsmann ist. Er hat dieser Zeit den dynamischen Schwung gegeben, und von seinem Geist und seiner Haltung müssen die Stücke getragen sein, die in Deutschland vor die Oeffent- lichkeit kommen. Höchste Aufgabe der deutschen Bühne wird es sein, dem Nationalsozialismus in dem großen historischen Werk der Umformung und Erziehung unseres Volkes, in dem wir begriffen sind, zu helfen. Dann wird die Bühne auch in Wahrheit wieder eine Tribüne der Zeit sein." Ich möchte die Gelegenheit nicht vorübergehen las­sen", so schloß Dr. Goebbels,ohne im Namen des ganzen deutschen Theaterpublikums den Büh­nenschaffenden dafür zu danken, daß sie auf ungezählten Abenden und auf ungezählten Bühnen auch im vergangenen arbeitsreichen Jahr unsere Herzen immer aufs neue entzündet haben. Sie sind für uns alle Freudenbringer und Kraftspender gewesen. Auch ich selbst möchte dem aus tiefstem Herzen meinen eigenen Dank hinzufügen. Wir wollen auch im kommenden Arbeitsjahr wiederum das Ziel ins Auge fassen es bleibt ewig dasselbe, dieses alte und doch im­mer wieder neue Ziel: Das deutsche Volks­und Nationaltheater!"

Dr. (Goebbels spricht in Worms.

RSG. Am kommenden Samstag, dem 19. Juni, spricht der Reichspropagandaleiter der RSDAP., Reichsminister Dr. Goebbels, auf einer Riesenkundgebung in Worms. Worms ist bereits dadurch in den Wittelpunkt des Interesses gerückt, weil die Aufführung der von der Gau­leitung Hessen - Rassau vorbereiteten Ribelun - gen-Fe st woche am Samstag, dem 20. Juni, in die Reichstheaterfestspielwoche eingegliedert wurde und deren machtvoller Abschluß fein wird. Durch die Kundgebung am 19. und die Aufführung am 20. Juni soll die große geschichtliche und kultur­geschichtliche Bedeutung der uralten Stadt Worms mit allem Rachdruck unterstrichen werden.