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vertretenen ßänber, ihre für fponifche HcUen be­stimmten Handelsschiffe Qhjuba.ten, in einem der nn Plan cargefebenen Kvntrvllhöfen Seouftragte d?s ausfcfiufts -n Bord zu nehmen, die die Aus­ladung d-s Schisses in den spanischen Bestimmungs­hafen ubcrwamen. Für die oon Deutschland auslau« senden Schiffe werden wohl in der Hauptsache die britischen Kar.alhafen Downs und Dover und das französische Cherbourg in Betracht kommen. Die Kommandanten der die spanische Küste überwachen­den Kriegsschiffe dürfen die spanische Häfen an« steuernden Handelsschiffe anhalten, um ihre Po­kere zu prüfen und festzustellen, ob sie vorschrifts- mäßia einen Kontrollhosen angelaufen haben, jedoch nicht durchsuchen. Die Kontrolle der Ladung ist den dort an Bord genommenen internationalen Beob­achtern vorbehalten. Man sieht also: ein recht kom­pliziertes System, dos von allen Beteiligten guten Willen und große Aufmerksamkeit verlangt, wenn es seinen Zweck erreichen soll, und das noch dazu recht kostspielig ist, denn der Aufwand für die Kon­trolle ist vorerst auf . die Dauer eines Jahres auf 11 Millionen Reichsmark veranschlagt worden, von denen 1,8 Millionen RM. auf Deutschland entfallen.

Inzwischen ist der Krieg an den verschiedenen spanischen Fronten, namentlich im Nordosten der Hauptstadt wieder in Bewegung gekommen Im nordspanischen Küstengebiet verteidigt Oberst A r a n d a das altertümliche Oviedo, den Mittel­punkt des afturisch-kantabrischen Bergbaus, gegen immer wieder vorgetragene Angriffe der Bolsche­wisten, die schon erhebliche Geländestreifen den na­tionalen Truppen preisgeben mußten. Im Süden,

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Die Kriegslage vor Madrid. (Schirner-M.)

in Andalusien sind nach dem Fall Malagas Cor­doba und die wichtige Hasen- und Industriestadt Almeria im Brennpunkt der Kämpfe. Wichtiger aber als diese Einzelaktionen find die neuen Opera­tionen um Madrid. Hier war der von den natio­nalen Truppen von Westen her über den Manza­nares vorgetragene Angriff vor drei Monaten in den Vorstädten Madrids zum Stehen gekommen. Die Führung der nationalen Truppen mußte daran gehen, in systematisch angelegten Operationen den Ring um Madrid zu schließen versuchen. Im Nord­westen wurde die Straße von Escorial nach der Hauptstadt durch die Kämpfe bei Las Rozas gesperrt und durch einen Vorstoß am Jarama im Süden Ma­drids die Verbindung mit Valencia bedroht. Der neue nationale Angriff ist nun im Nordosten von Sigu- enza aus auf Guadalajara erfolgt, um die Bolsche­wisten auch von der letzten Ausfallstraße ab^uschnei- den. Nach den letzten nationalen Heeresberichten scheint es, als ob die auf die Straße Sacedon Guadalajara vorrückenden Truppen nicht mehr weit von dem Ziel entfernt feien, ihren bei Arganda am Jarama, der Hauptverteidigungssront der Bolsche­wisten im Südosten Madrids, stehenden nationalen Kampfgenossen die Hand zu reichen und damit den Ring um die Hauptstadt zu schließen. Gleichzeitig wird auch an der aragonesischen Front in der Linie SaragossaBelchiteMontalban gekämpft. Gelingt hier den nationalen Truppen der Vorstoß auf die Hafenstadt Tarragona, so würde damit die Ver­bindung zwischen Katalonien und Valencia, dem Sitz der aus Madrid rechtzeitig geflohenen Bolsche- wistenhäuptlinge, unterbrochen werden, ein politisch wie strategisch gleich bedeutsamer Erfolg.

Auch im Seekrieg ist ein bedeutsames Er­eignis zu verzeichnen. Die nationale Flotte hat zum erstenmal bolschewistische Streitkräfte zum offenen Kampf gestellt. Der nationalspanische KreuzerC a - narias" und das TorpedobootVelasco" haben im Golf von Biscaya einen bolschewistischen Geleit­zug, der aus dem HandelsdampferGaldames", dem Flottillenführer ,Hos6 Louis Diaz" und den beiden bewaffneten DampfernNavarra" undTre- montana" bestand, aufgebracht und zersprengt. Jass Louis Diaz", ein moderner Zerstörer von 1553 Tonnen Wasserverdrängung und mit einer Geschwindigkeit von 36 Knoten, konnte sich allein in schwer bedrängtem Zustand in französische Hoheitsgewässer retten, die übrigen Schiffe wurden versenkt, also ein voller Erfolg der nationalen See­streitkräfte. Beim Ausbruch des Bürgerkrieges ver­fügte Spanien über zwei ältere Linien- fchiffe von je 14 200 Tonnen Wasserverdrängung, die über eine Geschwindigkeit von etwa 20 Knoten verfügten. und je acht 30,5-Zentimeter-Geschütze an Bord hatten. Von ihnen warJaime I." in die Hände der Bolschewisten gefallen, die die Offiziere ermordet hatten. Das Schiff lief sehr bald auf eine Mine und befindet sich zur Reparatur im roten Kriegshafen von Cartagena. Das Schwesterschiff, dieE s p a n a", ist in Händen der nationalen Re­gierung. Kampfkräftiger als diese beiden veralteten Linienschiffe sind die modernen schweren Kreu­zer. DieCanaria s", die soeben am Gefecht in der Biscaya beteiligt war, und dieB a l e a r e s" sind beide im nationalen Besitz, sie haben 10 000 Tonnen Wasserverdrängung, eine Geschwindigkeit von 33 Knoten, sind mit je acht 20,3-Zentimeter- Geschützen ausgerüstet und haben auch Flugabwehr­kanonen an Bord. Von den modernen leichten Kreuzern befindet sich der 7500-Tonnen-Kreuzer A l m i r a n t c Cervera" im Besitz der Regie­rung Franco, die beiden SchwesterschifseLiber- tad" undMiguel de Cervantes" waren den Bolschewisten in die Hände gefallen, sind jedoch im November vorigen Jahres durch nationale Streitkräfte gefechtsunsähig gemacht worden. Auch der 4500-Tonnen-KreuzerMendez N u n e z" ist wie die zwölf Einheiten umfassende Zerstörer­flottille in Händen der Bolschewisten, aber nach den gemachten Erfahrungen haben sich die bolsche­wistischen Streitkräfte meist in den Mittelmeerhäfen verborgen gehalten. An der Nordküste, wo die Bolschewisten ohnehin mir schwach waren, werden sie nach den letzten Verlusten nicht mehr viel zu bestellen haben. Fr. W. L.

Mißbrauch der Danziger"

esterplatte.

Eaffengeschäste mit den spanischen Bolschewiken.

Danzig, 12. März. (DNB.) DerDanziger Vorposten" stellt fest, daß ein Agent eines fran­zösischen Aufkaufkomitees nicht nur in dem pol­nischen Hafen Gdingen tätig war, sondern daß man diesen Agenten gelegentlich auch von Gdingen nach Danzig entsandt habe, um Munitions­verladungen auf der Westerplatte für die spanischen Bolschewisten au organisieren. Es stehe fest, daß die für das Hafenbecken Westerplatte zu­ständigen staatlichen polnischen Kon­trollstellen die finsteren Geschäfte dieser inter­nationalen Waffenscheiber nicht verhindert hätten. Am 3. September 1936 lief der DampferA z t e f a" hier unter mexikanischer Flagge ein. Er hieß vorherSebastian" und war spanischer Nationalität. Er lud an der Westerplatte 1200 Ton­nen Kriegsmaterial. Die Kisten wurden hier mit dem Aufdruck versehenMade in Mexiko". Dabei erschien der sonst in ©hingen stationierte Agent Jose Sanz, dessen Hintermänner in Paris sitzen und der über erhebliche Barmittel verfügt. Am 9. September 1936 lief das Schiff aus, das am 2. Oktober an der spanischen Küste in die Lust ge­sprengt wurde. Nach Aufzählung von neun weite­ren Fällen aus der Zeit vom 10. September bis 17. November bemerkt derDanziger Vorposten": Mit diesem Zeitpunkt hören die Verladungen von Kriegsgerät an der Westerplatte auf, anscheinend, weil die hier abgefertigten Schiffe unter einem so ungünstigen Stern standen, daß f a st d i e H ä l f t e von ihnen vor der spanischen Küste in die Luft ging. Vom Dezember ab trat Gdingen allein für diese Waffengeschäfte als Handels- und Umschlage­platz auf. Die Waffentransaktionen waren nämlich ein sehr gewinnbringendes Geschäft, so einträglich, daß manches Schiff mit Verdienst mehrmals verkauft wurde, also noch während des Beladens seinen Besitzer wechselte. Es wurde in guten Devisen bezahlt und es soll Interessenten ge­ben, die verstaubte und veraltete Waffenbestände, die schon mehr als ein Jahrzehnt lagern und zum Teil unbrauchbar geworden sind, auf diese Weise an den Mann bringen."

Der aufsehenerregende Bericht über die Benutzung der Westerplatte zu Kriegsmaterialverschiffungen für die spanischen Bolschewisten unter Wissen und Dulden der zuständigen polnischen Kontrollstellen gibt Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die Westerplatte an der alten Mündung der Weichsel nicht etwa polnisches, sondern Danziger Ho­heitsgebiet ist. Ursprünglich war den Polen

auf diesem Stück des Danziger Hafengebietes nur eine einfache Anlegestelle zugestanden, ein point dattache, wie sich der maßgebliche fran­zösische Text vollkommen eindeutig ausdrückte. Im Januar 1926 wußte Polen dort die Errichtung eines ständigen Lagers für Munition und hochexplosive Stoffe durchzusetzen, obwohl die bis dahin entstan­denen Anlagen in dem polnischen Hafen Gdingen dafür bereits vollkommen ausreichend gewesen wären und obwohl die Ausladung, Lagerung und Umladung oon Munition und Sprengstoffen nicht nur den Danziger Hafen, sondern auch das nahe Neufahrwasser ständig in ernste Gefahr bringen mußte. 1927 nahm Polen d i e ganze Wester- platte für sich in Anspruch. Im Dezember des gleichen Jahres stand der Fall Westerplatte zum 17. Mal auf der Genfer Tagesordnung und wurde wieder vertagt. Nachdem bann am 4. August 1928 zwischen Danzig und Polen ein Sonderabkom­men über die Westerplatte unterzeichnet war, raffte sich der Völkerbund mit Hilfe dieser Krücke endlich auf und entschied, daß Polen die militärisch besetzte Westerplatte wieder zu räumen habe Selbst dann, als das ganz nahe Gdingen längst zu einem großen Seehafen mit den modernsten Lade- und Löschvorrichtungen ausgebaut worden war, hat Polen auf diese Munitionsbasis auf der Wester- platte nicht verzichtet.

Die Enthüllungen über die umfangreichen Ver­schiffungen und Verschiebungen von Kriegsmaterial für die Bolschewiken auf der Westerplatte sind um so bemerkenswerter, als dieser schwere Mißbrauch der Westerplatte durch das eigenmächtige Vorgehen polnischer Behörden eben auf Danziger H o - h e i t s g e b i e t erfolgt. Wollten jene Behörden durchaus dem polnischen Staat die erheblichen De­visengeschäfte sichern, so wäre das nahe Gdingen als polnisches Hoheitsgebiet der einzig mögliche Ort gewesen. Der Vertrag von 1928 enthält sehr ge­naue Einzelbestimmungen über die Benutzung der Munitionsschuppen auf der Westerplatte durch Po­len. Die Verschiffung hochexplosiven Kriegsmate­rials für nichtpolnische Zwecke überschreitet auf jeden Fall den Rahmen des Vertrages. Der Fall bedarf der Aufklärung. Bis dahin können wir nur an­nehmen, daß Nachgeordnete polnische Behörden eigenmächtig vorgegangen sind und daß die War­schauer Regierung jene Dienststellen inzwischen nicht nur auf die Vertragsbestimmungen, sondern auch darauf hingewiesen hat, daß man Polen einen dop­pelt schlechten Dienst erwiesen hat.

Vor einer Verständigung zwischen Vom und Belgrad.

Anscheinend auf einen Wink des Pariser Außen­ministeriums hin beschäftigt sich die Pariser Presse mit einem Abkommen, daß zwischen Rom und Belgrad geschlossen werden soll. Sie er­zählt, Jugoslawien wolle aus der Kleinen Entente ausbrechen. Der deutsche und der italienische Einfluß im Donauraum würde gestärkt werden und die Tschechoslowakei in eine isolierte Stellung gedrängt. Daß innerhalb der Kleinen Entente nicht alles nach den Wünschen der französischen Volksfrontleute ge­schieht und die Tschechoslowakei durch ihren Pakt mit Sowjetrußland, der in seinen Anfängen schon auf die Besprechungen des damaligen Außenministers Benesch mit Litwinow in Genua zurückgeht, sich von den Kommunistenfeinden in Bukarest und Belgrad deutlich absetzte, ist eine auch in Paris seit langem bekannte Tatsache. Seitdem Italien sich Deutschland wieder näherte und einen Ausgleich der Politik der beiden Mächte erzielte, ist die Pariser Presse beson­ders eifrig gewesen, die Achse BerlinRom als friedensgefährdend hinzustellen, und unzweifelhaft hat sie sich bemüht, die Gegenachse MoskauPrag ParisMadrid zu verstärken, wenn auch in Spa­nien nicht gerade die bolschewistischen Frühlings­träume reifen werden.

Aus dieser Volksfront-Einstellung heraus hat man in Paris die Bemühungen des jugoslawischen Ministerpräsidenten Stojadinowitsch um die Sicherung seines Landes mit saurer Miene betrach­tet. Schon als sich die beiden bisherigen Gegner Bulgarien und Jugoslawien versöhnten und einen ewigen Freundschaftspakt schlossen, machte die Pariser Presse sehr bekümmerte Glossen. Eine An­näherung Jugoslawiens und Italiens aber bringt sie gerckdezu aus dem Häuschen. Doch ist ge­rade diese Annäherung zweier Nachbarn durchaus im Interesse des Friedens, da die veralteten Geg­nerschaften durch die neu sich abzeichnende euro­päische Konstellation verdorren. Noch im Dezember 1934 kam es in Belgrad zu erregten Kundgebun­gen gegen Italien und Ungarn. Auch die Bulgaren galten damals als die Feinde des südslawischen Königreiches. Aber Mussolini schickte im März 1935

den italienischen Gesandten Guido Viola Comte d i Campalto nach Belgrad, der dem Prinzregen­ten Paul erklärte, sein Staat hege gegenüber Juo- slawienkeine unfreundlichen Absichten und wünsche nicht, seine Entwicklung oder territoriale Integrität zu stören". Damals begrüßte es die französische Presse, daß nach seiner Unterredung mit Laval Mussolini auf seinen angeblichen Plan, die separa­tistischen Elemente in Jugoslawien zu fördern, ver­zichtet habe. Man war also damals in Paris für eine Freundschaft zwischen Rom und Belgrad. In­zwischen ist die italienische Freundschaft mit Frank­reich erheblich abgekühlt. Die Eroberung Abessiniens gab den Italienern Gelegenheit, ihre Politik neu zu orientieren, und schon während des Völkerbunds­krieges gegen Italien hielt sich Jugoslawien sehr zurück. Diesen Dienst hat das italienische Volk den Jugoslawen nicht vergessen, er hat wesentlich zur Entspannung im Adria-Raum beigetragen. Zwi­schen Italien und Jugoslawien wurden verschiedene Wirtschaftsabkommen getroffen, ebenso mit Deutsch­land. Wirtschaftlich hat Jugoslawien in diesen Län­dern seinen Hauptabnehmerkreis.

Ob über die Adria ein italienisch-jugoslawisches Gentlemens agrement zustande kommt, wie die Pariser Presse versichert, ist noch nicht bekannt, jedenfalls hat sich das italienisch-südslawische Ver­hältnis ohne Zutun von Paris fehr günstig ent­wickelt, und nachdem Stojadinowitsch die jugoslawi­schen Grenzen gegen Bulgarien gesichert hat, wäre es wohl verständlich, wenn auch "bk ffinrte, die im März 1935 der italienische Gesandte zum jugoslawi­schen Regenten sprach, sich in ein Abkommen ver­wandelten. Die französische Presse spricht jetzt da­von, daß durch diesen Pakt Italien im Mittelmeer weitgehend freie Hand erhalte. In der Tat be­deutet diese neue Rückendeckung für die Italiener eine sehr erhebliche Festigung, ihrer Mittelmeer­stellung. Zugleich aber wird dadurch eine Gefahren­zone beseitigt, die der früheren an der deutschen Ostgrenze und der jugoslawisch-bulgarischen in nichts nachstand.

Hilfe für die englischen Notstandsgebiete.

Llohd George fordert Agrarpolitik nach deutschem Borbild.

London, 12. März. (DNB.) Die Regierungs­entschließung, durch die eine Summe von zwei Millionen Pfund (rund 25 Millionen RM.) für b i e englischen Notstandsgebiete bereit- gestellt wird, wurde vom Unterhaus angenommen. Lord George erklärte, daß die Notstandsmaß­nahmen völlig ungenügend seien. Auf der einen Seite gebe die Regierung 1,5 Milliarden Pfund für die Rüstungen aus, während sie auf der anderen Seite kaum etwas tue, um die wich­tigste Front, nämlich die H e i m a t f r o n t, zu stärken. Wenn es zu einem Kriege käme, dann könnte das Problem der Nahrungsmittel­erzeugung den Sieg Ober die Niederlage ent­scheiden. Ein Beispiel dafür habe der Weltkrieg geliefert. Lord George wies auf die deutsche Ernährungspolitik hin. In Deutschland lebten heute wieder zehn Millionen Men­schen auf dem Lande, während in England gegenwärtig nur noch eine Million in der Landwirtschaft beschäftigt seien.

Der Schatzkanzler Neville Chamberlain führte zur Verteidigung der Regierungsoorschläge aus, daß bas neue Aufrüstungsprogramm ein sehr beträchtliches Hilfsmittel für die Besserung der wirtschaftlichen Zustände in den Elendsgebieten sei. Die Regierung beabsichtige, verschiedenartige In­

dustrien zu veranlassen, neue Werke in den Notstandsgebieten zu errichten. Die land­wirtschaftlichen Vorschläge von Lloyd George seien undurchführbar. Die Regierung habe schon 1935 nachgewiesen, daß es unmöglich fei, 500000 Menschen zusätzlich in der Landwirtschaft zu beschäf­tigen ohne eine sehr beträchtliche Steigerung der landwirtschaftlichen Preise. Die Pläne Lloyd Georges würden auch zu einer Stö­rung der Abmachungen mit den Dominions und anderen Staaten führen, aus denen ein großer Teil der englischen Lebensmitteleinfuhr bezogen werde. Die Regierung tue alles, um der Arbeits­losigkeit abzuhelfen. Man dürfe aber niemals glau­ben, daß die Zeit kommen werde, wo es überhaupt keine Arbeitslosigkeit mehr in England geben werde.

Die rumänische K'rche

geaen Freimaurerei und Judentum.

Bukarest, 12. März. <DNB.) Die heilige Synode der rumänischen Kirche hat die Freimaurerei als eine Lehre verdammt, die den Gottesglauben und die christliche Religion un­tergräbt, den Unglauben verbreitet und die Be­kämpfung des Christentums zum Ziele hat. Auch die überragende Stellung des Judentums in der Freimaurerei wird gebrandmarkt. Die Heilige Synode erklärt, daß die internationale Ein« ftellung der Logen dem gottgewollten Grund­satz der Teilung der Menschheit in Nationen ent­gegengesetzt sei. Die orthodoxe Kirche, die immer den Sieg für die Nation gefordert habe, könne nie­mals die Verleugnung des nationalen Gedankens

durch die Freimaurerei zugeben. Die Bekämpfung der Freimaurerei, dieserFeindin Gottes, der so­zialen Ordnung und der Nation" durch Wort und Schrift, die Entlarvung ihrer Zwecke und ihrer ver- hängnisvollen Tätigkeit wird dem gesamten Kirchen- volk zur Pflicht gemacht Ferner soll die Kirche den Logenangehörigen das christliche Begräb« n i s versagen und sie aus den kirchlichen Kör­perschaften ausschließen. Die Geistlichkeit soll das Volk auffordern, seine Stimme Logenangehörigen zu versagen. Schließlich will die Heilige Synode alles tun, damit ein Gesetz zur völligen Abschaf­fung der Freimaurerei in Rumänien vom Par­lament angenommen wird.

Das neue finnische Kabinett.

Helsinki, 12. März. (DNB.) Präsident K a I I i o hat den Generaldirektor der finnischen Forst­verwaltung Professor E. C a j a n d e r mit der Re- gierungsneubilbung beauftragt Cajander gehört der demokratischen Fortschrittspartei an, die im gegen­wärtigen Reichstag nur über sieben Sitze verfügt, und war schon zweimal, nämlich 1922 und 1924, Staatsminister. Präsident Ka 11 io hat die ihm oon Cajander vorgelegte M i n i ft e r I i ft e an­genommen. Das neue Kabinett besteht aus zwei Fortschrittlern, dem Ministerpräsi­denten Cajander und dem Außenminister Holsti, fünf Sozialdemokraten, darunter dem ehern. Ministerpräsidenten Jänner als Finanzmini­ster, und fünf Agrariern, darunter den Kriegsminister Niukkanen. Das Justizministerium, das zunächst vom Innenminister Kekkonen mitver­waltet wird, soll erst später endgültig besetzt wer­den. Die Hereinnahme von Schweden in das Ka­binett stieß auf den Widerstand der Agrarier. Die neue Regierung verfügt im Reichstag über eine Mehrheit von 143 Stimmen von insgesamt 200.

Die Landjugend im Neichsberufswettkamvs.

Berlin, 12. März. (DNB.) Arn 13. März tritt im ganzen Reich die Landjugend zum Leistunos- wettkampf im Reichsberufswettkampf an. Aus be­ruflichen Gründen führt die Landjugend erst jetzt ihre Ortswettkämpfe durch, nachdem die Jugend der übrigen Berufsgruppen bereits Anfang Februar die Aufgaben der ersten Etappe des Reichsberufs­wettkampfes erledigt hat. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Teilnehmer der Wettkampfgruppe Nähr st a n b" von 207 940 auf 359 056 gestiegen. Die Zahl ber Wettkampforte hat sich um 5185 auf 9462 erhöht. Im Vordergrund ber berufstheoreti- fchen unb weltanschaulichen Aufgaben steht natur­gemäß bie Behanblung ber Erzeugungs­schlacht in allen ihren Auswirkungen, während bie berufspraktischen Arbeiten davon Zeugnis ob­legen sollen, was der Landarbeiterlehrling und ber Jungbauer in ihrer Lehrzeit gelernt haben.

Der Reichsbauernführer Reichsminister Darre hat zum Reichsberufswettkampf ber Landjugend folgenden Aufruf erlassen:Die deutsche Jugend hat feit drei Jahren in den Reichsberufswettkämp­fen einen überzeugenden Beweis für ihre natio­nalsozialistische Lebensauffassung gegeben. Ich er­warte, daß sich die gesamte Landjugend 1937 zum vierten Reichsberufswettkampf der deut­schen Jugend meldet. Die kommende Zeit verlangt äußerste Kraftanstrengung von allen. Der Reichsberufswettkampf ist ein wichtiger Bei­trag für.bie Erzeugunasschlacht. Unser wertvollster Besitz, unser größter Stolz ist eine tüchtige und st a r k e junge Generation."

Schwindel mit Crd- und Höbensirahten. Eine Warnung des Reichsjustizministers.

Berlin, 12. März. (DNB.) Immer wieder hört man, daß von Wasseradern oder bestimmter Be­schaffenheit des Untergrundes sogenannte Erdstrah­len ausgehen sollen, die imstande seien, beim le­bendigen Organismus Krankheiten heroorzurufen. Sie sollen in Wohnungen Krankheit, besonders Krebs ober Schlaflosigkeit, verbreiten. Der Reichs­justiz m i n i st e r stellt fest, baß zahlreiche wis­senschaftliche Untersuchungen ergeben haben, baß die Behauptungen über bas Vorhandensein derartiger Erdstrahlen auf einer ganz willkürlichen Annahme beruhen. Die Vermutung, daß diese Strahlen der Gesundheit von Mensch und Tier etwas anhaben können, habe sich als gänzlich haltlos erwiesen. Auch die Nachprüfungen des Reichsgefundheitsamtes hätten ergeben, daß es für bie von den Wünschelrutengängern behauptete Eri- stenz sogenannter Krebshäuser an jedem Be­weis fehle. Es fei bedauerlich, daß durch diese Märchen unnötige Furcht in bie Bevölkerung ge­tragen worben sei, umsomehr, als bies dazu aus­genutzt werde, Personen zum AnkaufvonEnt- strahlungsapparaten, Abschirmgeräten ufm. zu bewegen. Ein deutscher Gelehrter sei zu dem Ergebnis gekommen, daß eine leere Konser­venbüchse, in den Boden eingegraben, die g l e i- ch e n Dienste leisten würde. Von den Herstellern ber wertlosen Apparate werbe deshalb auch immer wieder gewarnt, den Kasten zu öffnen. Auch die Empfehlung sogenannter Funkschmuckketten zum Schutze aegenHöhenstrahlen" sei eine ver­werfliche Irreführung. Der Minister be- zeichnet als die Pflicht eines jeden Volksgenossen, beim Auftreten derartiger Verkäufer sofort die Polizenbehorde zu verständigen, damit diese nygen Betrugs und anderer Delikte einschreiten könne. Nicht anders seien Anpreisungen zu bewer­ten, die durch ein sogenanntes Erdmagneto- Ku l tu r v e r s a b r e n das Erzielen einer größe­ren ober gar dreifachen Ernte versprechen.

Die Beränberutwn bei ber Aeichsbahribirektion Mairn. Mit der am 1. April erfolgenden Auflösung der Reichsbahndirektion Ludwigs- Hafen, die an bie Reichsbahndirektionen Saar- Mainz aufgeteilt wird, erhält die Reichsbahnbirektion Mainz die Betriebsämter Landau, Ludwigshafen und Neustadt. Das Betriebsamt Kaiserslautern 2 wird aufgelöst. Auch das Maschinenamt Ludwigshafen kommt zu Mainz, ebenso die Verkehrsämter Ludwigshafen und Kaiserslautern 2, Aobei das letztere nach Kreuznach verlegt wird. Die Reichsbahndirektion Saarbrücken gibt das Be- tnebsamt Bad Münster am Stein an Mainz ^b, das als Betriebsamt 2 nach Bad Kreuznach ver­legt wird, das künftig amei Betriebsämter hat. Einen Ersatz für die aufgelöste Reichsbahndirektion erhält Ludwigshafen durch Errichtung von zwei großen Verkehrskontrollen, in denen die feitheri«