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Samstag, 13. WruarlM

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

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Dem Pferd wird der Puls gefühlt. (Aufn. [7]: Neuner, Gießener Anzeiger.,

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Altersbestimmung der Pferde nach den Zähnen.

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Fleischbeschau durch den Tierarzt im Dienst der Volksgesundheit.

selbst.

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Tuberkulin-Augenprobe zur Feststellung der Tuberkulose,

Hormon-Einspritzung für Tiere, die nicht rindern.

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Wie oben bereits erkrankter Tiere mit

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Verkehrs mit Lebensmit­teln, soweit sie von Tieren stammen. Durch diese Tä­tigkeit ist den Tierärzten in Deutschland die gesund- heitliche Betreuung der Menschen auf einem wich­tigen Teilgebiet anvertraut und eine Aufgabe von größter Bedeutung übertragen worden. Es wurde zu weit führen, die Aufgaben der deutschen Tier­ärzte als Hygieniker im einzelnen zu besprechen, nur soviel sei gesagt, daß die Schlachtvieh- und Fleischbeschau in den Städten (Schlachthofe) und auf dem Lande, sowie die Ueberwachung des Ver­kehrs mit Lebensmitteln tierischer Herkunft be­wirkt, daß Erkrankungen von Menschen nach dem Genuß von Fleisch ordnungsmäßig untersuchter Tiere zu den seltensten Ausnahmen gehören.

zuletzt wird er dem Bauer empfehlen, dem Tuber­kulose-Schutzverband beizutreten, durch den jedes Tier im Großviehstall zweimal im Jahre gründlich untersucht wird. Noch ist die Mitgliedschaft im Tu­berkulose-Schutzverband nicht Gesetz, der zeitgemäße und verantwortungsbewußt denkende Bauer wird aber längst Mitglied sein, in wohlverstandenem eigenen Interesse!

Im nächsten Haus beklagt sich ein Bauer darüber, daß sein Rind nicht brünstig wird. So mancher Bauer weiß sich in einem solchen Falle keinen Rat. Der Tierarzt hilft auch hier. Durch eine Hormon- Einspritzung ist der Mangel zu beheben. In manchem Bauernhause ist noch die Meinung verbreitet, daß die Ferkel in ihrer frühen Jugend zu ihrem Vorteil den

Mehr und mehr wird der Bauer erkennen müssen, daß der Tierarzt nicht deshalb ein teures Studium hinter sich gebracht hat, um eines Tages den Bauern möglichst viel Geld aus der Tasche zu lotsen, sondern daß er aus der Liebe zum Tier und aus der Erkennt­nis dieser volkswirtschaftlichen Notwendigkeit genau so Diener an der Volksgemeinschaft ist, wie ®

Beim Pips der Hühner darf die weiße Epithelschicht der Zunge nie herausgerissen werden. Der Tierarzt hilft sachgemäß.

Die deutschen Tierärzte stellen als Standesgruppe die kleinste in Deutschland dar. Dessen ungeachtet tragen sie eine gewaltige Verantwortung, die jeder

bei Erkrankung der Ein­zeltiere als gut zu be­zeichnen, während die Be­kämpfung der Tierseuchen keine großen Erfolge auf- wies. Erst als das Wesen und dieUrsachen derSeu- chen näher erkannt wa­ren, änderte sich das Bild auch hier in positivem Sinne. Infolge der Stei­gerung des Wertes des einzelnen Tieres und da­mit des Gesamtbestandes werden jetzt Erkrankungs­fälle einer tierärztlichen Behandlung zugeführt, während dies früher kaum der Fall war. Neben der Behandlung der Groß­tiere wirdheuteSchweine-, Schaf-, Ziegen- und Ge­flügelkrankheiten erfolg­reich entgegengetreten.

Die Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind verfeinert und aus­gebaut worden. Die mo­dernen Errungenschaften der Chirurgie, Narkose, Röntgendiagnostik usw.

sind auch in der Veterinär­

zucht besteht die verant­wortungsreichste Aufgabe für die Tierärzte, das deutsche Volk vor Gefah­ren zu schützen, die ihm von krankenTieren, sowie von krankhaft veränder­ten oder nachträglich ver­dorbenen tierischen Le­bensmitteln, Erzeugnissen usw. drohen.

Eine weitere tierärztliche Aufgabe ist die Schlacht­vieh- und Fleischbeschau und die Ueberwachung des

Mung des § 1 der Reichstierärzteordnung richtig ( «ervorgehoben, daß der Tierarzt eine durch das : Äejetz geregelte öffentliche Aufgabe erfüllt. Diese ' Aufgaben können nur von charakterlich gefestigten und fachlich gut ausgebildeten Tierärzten geleistet werden. n ,

Bis weit in die zweite Hälfte des 18. Jahrhun­derts hinein gab es wissenschaftlich und fachlich gut ausgebildete Tierärzte überhaupt nicht. Die Ursache !hg darin, daß es in fast allen Ländern Ausbll- tiungsftätten für Tierärzte nicht gab. Alle Perso­nen, die sich damals mit der Ausübung der Tier- «eilkunde befaßten, erwarben ihre Kenntnisse rein landwerksmäßig ohne jede wissenschaftliche Grund­ige, gestützt auf Beobachtungen und Erfahrungen, «nd versuchten mit mehr oder weniger Erfolg, kranke Tiere zu heilen, wobei sie mehr schadeten als Mtzten. Mit dem Deterinärwesen war es zu dieser Leit in Deutschland sehr übel bestellt. Die Behandlung -«er erkrankten Tiere mußte sich zwangsläufig infolge Unkenntnis der Ursachen und des Wesens der Krank­et auf reine Erfahrungsmaßnahmen gründen. Wenn »ie Erfolge beim Einzeltier als kaum gering in Erscheinung traten, wie mußten dann die Ergeb­ne bei übertragbaren Tierseuchen ausfallen, wo :*on einer wirksamen Bekämpfung überhaupt nicht gesprochen werden konnte Es ist daher nicht ver­wunderlich, daß im 18. Jahrhundert in Deutschland und Europa Tierseuchen schlimmsten Ausmaßes wu­ßten, die die Viehbestände bedenklich lichteten. So wurden im 18. Jahrhundert allein durch die Rin- 'erpeft eine heute längst erloschene Seuche

Millionen Rinder hinweggerafft. Es ist erklär- >ch. daß sich damals die Erkenntnis von der Be­deutung und Notwendigkeit eines leistungsfähigen ^eterinörwefens durchsetzte und daß zur Beseiti­gung der durch die Tierseuchen verursachten Schä- en zur Gründung tierärzlicher Forschungs- und llusbildungsstätten geschritten wurde. Im Vorder­grund stand allerdings zunächst die Heilung des er- uankten Tieres, während die Wichtigkeit der 23or= cuge der Erkrankung, die heute in der Veterinär­medizin die Hauptrolle spielt, noch nicht ganz er- 'annt wurde. Dementsprechend waren die Erfolge

uchte laschinen irteilhaft 5, an bei tgtSCo. tltersweg " 2464 990 A

ser Schaufenster!

erhalten bleibt. Dazu kann ihm in vielen Fäl­len nur der Tierarzt ver­helfen.

Es ist sehr aufschluß­reich, einmal den Tier­arzt auf seiner Praxis­fahrt zu begleiten. Pon seinem Wohnsitz aus ist er nach allen Richtungen unterwegs, und er fragt dabei nicht nach dem Wet­ter. Auf vielen Fahrten besucht er seine vierfüßi­gen Patienten ober die Kranken des Geflügel­hofes. Mit allen mög­lichen Medikamenten ist er ausgerüstet, und im­mer führt er auch eine Anzahl Instrumente mit sich. In den meisten Bau­ernhöfen der Dörfer rings um feinen Wohn­sitz ist er bekannt, und jedes Kind kennt das Auto, in dem der Helfer der Tiere feine lieber» landfahrten macht. Mit vielen Bauern verbindet ihn herzliche Kamerad­schaft in der Sorge um das Tier. Nur dann fällt ein Schatten auf das Verhältnis zwischen Tier­arzt und Bauer, wenn dieser bei kritischen Um­ständen in seinen Ställen glaubt (z. B. bei Gebur­ten), daß esauch so geht" und erst dann der Tierarzt gerufen wird, . wenn man sich nicht mehr

zu helfen weiß. Wer den Tierarzt einmal zu be­gleiten die Möglichkeit hat, wird bald erkennen, wie vielseitig dessen Tätigkeit ist. Wir nahmen Gelegen­heit, mit einem Tierarzt im Kreise Gießen von Haus

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Durch die neue Reichstierärzteordnung sind .je besonderen Aufgaben, die der tierärztliche Beruf m Organismus des Volksganzen zu erfüllen hat, vlqendermaßen umritten:Der Tierarzt ift beru= cn für die Gesundheit des deutschen Tierbestanbes zu ,rgen, an der Hebung seiner Zucht- und Leistungs- ihigteit mitzuwirken und das deutsche Volk vor efatjren und Schädigungen durch Tierkrankheiten, wie durch Lebensrnittel und Erzeugnisse tierischer r.erfunft zu schützen" In dieser Bestimmung ist 2r Tatsache Rechnung getragen, daß die Aufgaben $5 Tierarztes im Laufe der Entwicklung des tter» Etlichen Berufs weit über den ursprünglichen rb engeren Begriff des WortesTierarzt" hinaus- ^wachsen find. Seine Tätigkeit erstreckt sich heute oenso auf wichtige, ihm durch Gesetze und dank üner Eignung vorbehaltene Gebiete der Volksge­sundheit, wie auf feine ursprünglichen Arbeitsge- Lete der Tierheilkunde, der Tierzucht, der Tier- -irtschaft und des Tierschutzes im weitesten Sinne. as Berufs- und Wirkungsgebiet des Tierarztes I'-zieht sich fowohl auf ideelle, als auf materielle «Berte, in etwa gleichem Ausmaß. Die große Be- Lutung der tierärztlichen Tätigkeit für das Leben les getarnten Volkes wird durch die weitere Fest-

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medizinlange inGebrauch. erwähnt, ift die Behandlung ........... .......... die hauptsächlichste Tätigkeit der Tierärzte. Die gewissenhafte ärztliche Betreu­ung unserer Haustiere gehört zu den vornehmsten und verantwortungsvollsten Aufgaben der deutfchen Tierärzte. Darüber hinaus besteht die weitere Aus­gabe darin, die deutschen Haustierbestände vor Ein­wirkungen und Einflüssen zu schützen, die Krank­heiten zur Folge haben können. Schmerzhafte Ein­griffe dürfen auf Grund der Bestimmungen des Tierschutzgesetzes nur unter Anwendung von Be­täubung ausgeführt werden. Auf Grund der Fach- kenntniffe find die Tierärzte berufene Sachwalter eines vernunftgemäßen Tierschutzes. Die wichtigste Aufgabe der deutschen Tierärzte ist der Schutz der Haustierbestände vor Tierseuchen und bei deren Ausbruch die Tilgung auf schnellstem Wege, um schwere volkswirtschaftliche Schäden zu vermeiden. Diese Aufgabe hat die deutsche Tierärzteschaft nahezu gelöst. Mit Ausnahme der Rindertuberkulose sind alle anzeige- und bekämpfungspflichtigen Tierseu­chen in Deutschland heute entweder getilgt oder in ihrer Ausbreitung so eingedämmt, daß sich der durch sie der Volkswirtschaft zugefügte Schaden in bescheidenen Grenzen hält. Auch der Bekämpfung der Jungtier- und Aufzuchtkrankheiten widmen die deutschen Tierärzte ihre größte Aufmerksamkeit.

deutsche Tierarzt im In­teresse der Volksgemein­schaft gern auf sich nimmt.

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Der Bauer spart am falschen Ende, wenn er beim Tierarzt sparen will. Der Tierbestand ist nun einmal ein wichtiger Teil des bäuerlichen Ver­mögens. Deshalb muß der Bauer dafür sorgen, daß es in seinem Werte

Durchfall gehabt haben müßten. Dieser Gedanke ist grotesk. Die Tierchen können sehr wohl davor be­wahrt werden. Der Tierarzt vermag eine Ein- spritzung zu geben, die die Ferkel vor dieser häufig auftretenden schwächenden Krankheit schützt. Ein Serum vermittelt ihnen Abwehrkräfte, die ihnen in zartem Alter noch nicht zu eigen sein können. Selbst- verständlich nimmt der Tierarzt auch Schutzimpfun­gen gegen Rotlauf vor. Manchen guten Rat vermag der Tierarzt auch in der Geflügelhaltung zu geben. Die Jungbäuerin tut gut, zu fragen, wenn ihr an ihren gefieberten Schützlingen einmal etwas nicht gefällt. *

Und was nun gar das Pferd anbetrifft, da wird der Bauer sicherlich nicht zögern, den Doktor zu rufen, wenn einmal etwas amHans" oder amBraunen nicht stimmt. Dem Pferd den Puls zu fühlen (in der linken Hand die Uhr), dem Tiere Herzton und Lunge abzuhorchen, dem Pferde ins Maul und nach den Zähnen zu sehen, sind fast selbstverständliche Untersuchungen über das Allgemeinbefinden. Der Arzt wird aber auch immer noch dann Bescheid wissen und helfen können, wenn die Erfahrungen des Bauern längst nicht mehr ausreichen, wenn es sich bei dem treuesten Helfer des Landmanns um ernstere Erkrankungen handelt und Sorge um das Tier das ganze Haus erfüllt.

Der Tierarzt widmet alle feine Kraft dem Tiere und damit der Volksgemeinschaft. Immer ist er be­strebt, den Erkenntnissen der Wissenschaften zu folgen und ihnen zur praktischen Auswirkung bis in den letzten Bauernhof zu verhelfen. Das ist gerade in unserer Heimat um so eher möglich, als in Gießen die umfangreichen Lehr- und Forschungsinstitute eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Tierarzt und der Wissenschaft gestatten, die im letzten Sinne beide in erster Linie für den Bauer und feine Viehhaltung wirken. In den Veterinärkliniken kann noch manchem Tiere geholfen werden, wenn der Bauer rechtzeitig zum Tierarzt findet -und dieser die notwendigen Maßnahmen treffen kann. So manches Tier braucht nicht verloren zu fein, sofern der Landmann nicht die Augen schließt und Tatsachen geflissentlich über­sieht.

Der Tierarzt wacht.

Seine Aufgaben im Dienste der deutschen Dolksernährung.

Die Tätigkeit der Tierärzte auf dem Gebiet der Tierzucht hat in manchen Gauen besonders in Süddeutschland große Erfolge zu verzeichnen. Gerade auf diesem Gebiete kann die Mitwirkung des Tierarztes auf Grund der engen Verbunden- . heit der Tierzucht und der Veterinärmedlzm nicht I Untersuchung nach entbehrt werden. Neben der Verhütung und Be­kämpfung der Tierkrank­heiten, dem Tierschutz und der Mitarbeit in der Tier-

W Ir.5T vierter Blatt

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Schutzimpfung

gegen den sehr verbreiteten Ferkeldurchfall.

zu Haus zu gehen.

Hier will z. B. ein fortschrittlich gesinnter Bauer darüber Bescheid wissen, ob sich vielleicht in seinem Stalle die Tuberkulose eingeschlichen hat. Der Arzt nimmt die Tuberkulin-Augenprobe beim Rind oder der Kuh vor und nach acht Stunden zeigt es sich, ob die gestellte Frage mitJa" oderNein zu beantworten ift. Oder aber, der Tierarzt nimmt eine Milchprobe aus dem Euter der Kuh in ein besonderes Gläschen, bas bann zur wissenschaftlichen I Untersuchung nach Gießen gesandt wird. Und nicht

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