Gaulagung des Volksbundes deutsche Knegsgräber- fürsorge.
Der Gau Westfalen-Ruhrgebiet und Hessen- Nassau im Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge versammelte seine Amtsträger zu einer Arbeitstagung in Wiesbaden. Der Gauführer Stadtbaurat Arendt (Essen) wies auf die Gleichgültigkeit hin, mit der man sogar in Kreisen von Front- und Kriegskameraden der Frage der Pflege und Erhaltung der im Auslande gelegenen deutschen Solüatengräber gegenüberstehe, während in der Heimat so viel geschehe, um das Andenken der toten Kameraden wachzuhalten. Die unsichtbare und unerreichbare Lage dieser Stätten im Auslande, die dem deutschen Volk heilig sein sollten, sei keine ausreichende Erklärung, vielmehr bestehe wohl allgemein die Ansicht, daß es eine Selbstverständlichkeit sei, daß diese Gräber von amtlicher Stelle betreut würden. Warum hier in den meisten Fällen nichts geschehen kann, wies der Vortragende, ausgehend von den Bestimmungen des Versailler Vertrages, nach. Die rückhaltlose Anerkennung, die der Führer wie auch der Oberbefehlshaber der Wehrmacht der Arbeit des Volksbundes ausgesprochen haben, bewiesen dagegen, daß die nationalsozialistische Regierung die Uebernahme dieser Ehrenpflicht des deutschen Volkes durch eine Privatorganisation billige und wünsche. Wie das soziale Winterhilfswerk des deutschen Volkes, so diene auch die Fürsorge für die toten Kameraden der Erziehung zur Volksgemeinschaft.
Ein Alter Kämpfer an den Folgen einer kommunistischen Untat verschieden.
Magdeburg, 11. Okt. (DRV.) Arn Samstag, 9. Oktober, verschied in Magdeburg der SA.-Ober- sturmführer Martin Rosenburg an einer Verletzung, die ihm imJahre 19 3 0 ein kommunistischer Untermensch beigebracht hatte. Damals wurde Rosenburg auf dem Nachhauseweg vom SA.-Dienst in der Magdeburger Altstadt überfallen und niedergeschlagen. Er erhielt einige schwere Tritte gegen den Leib, die ein schweres Magenleiden zur Folge hatten, von dem er sich nicht mehr erholen konnte.
Die Tagung der Luther-Akademie in Sondershausen.
Der Züricher Literarhistoriker Professor Dr. E r - matinger sprach auf der Tagung des Apologetischen Seminars der Luther-Akademie über „Goethes Religionsbekenntnis im .Wilhelm Meister'." Dann hielt der Physiker Geheimrat Professor Max Planck über das Thema „Religion und Naturwissenschaft" einen Vortrag.
Gestohlenes Cranach-Gemälde auf dem Bahnhof wiedergefunden.
In Leipzig wurde im Stadtgeschichtlichen Museum des alten Rathauses ein sehr kostbares Gemälde von Lucas Cranach, das Moses in Halbfigur mit den zehn Gesetzestafeln zeigt, gestohlen. Das Kunstwerk, 33 Zentimeter hoch und 21 Zentimeter breit, auf Birkenholz gemalt, ist wahrscheinlich ein Ausschnitt aus einem größeren Gemälde. Am nächsten Tage wurde das gestohlene Gemälde, verpackt, aber ohne Aufschrift, in einem Korb für abzugebende Päckchen im Schalterraum des Postamtes auf dem Hauptbahnhof wiedergefunden. Der Täter ist noch nicht bekannt.
Mcdersehensfeier der Feldeisenbahner.
Im Rahmen des Reichstreffens des „Reichs- verbandes der Kriegsteilnehmer 1914
b is 1918 der Deutschen Reichsbahn" fanden sich 1200 Feldeisenbahner aus dem ganzen Reich mit ihren Angehörigen zu einer großen Wiedersehensfeier in Berlin - Pankow zusammen. Darbietungen des Musikzuges des Reichsbahnschutzes Berlin leiteten über zu der Ansprache des Verbandsführers Hermsdorf (Dresden). Der Präsident der Reichsbahndirektion Dresden Dr. Schmidt, der namens des Schirmherrn des Reichsoerbandes, des Staatssekretärs Klein- mann, sprach, rief die Erinnerung an die schwere Zeit der Kameradschaft deutscher Eisenbahner im Felde wach und stellte sie als Vorbild für die Arbeit in der Nation und auch in den eigenen Reihen hin. Dem Führer wurde ein Grußtelegramm gesandt.
Das Augusleum-Orchester konzertiert vor „KdF."
Bernardino Molinari und das Augusteum- Orchester aus Rom gaben in der Berliner
Philharmonie ein zweites Konzert mit neuer Dor- tragsfolge aus leichteren Werken deutscher und italienischer Meister. Die Hörerschaft bestand aus Mitgliedern der NSG. „KdF.", die den italienischen Künsllern mit immer erneuten Beifallsstürmen dankten.
Lastwagen-Anhänger rast in eine Kindergruppe.
Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich in Köln, lieber 150 Jungen und Mädchen aus einem Kölner Vorort unternahmen zu Fuß einen Ausflug. Von einem in derselben Richtung mitfahrenden Lastzug brach plötzlich ein Verbindungsstück zwischen Triebwagen und Anhänger. Der Anhänger geriet ins Schleudern und raste seitwärts in eine Mädchengruppe. Ein lljähriges Mädchen aus Köln wurde auf der Stelle getötet, vier Mädchen im Alter von 11 bis 16 Jahren erlitten schwere, zwei weitere leichtere Verletzungen. Die Schwerverletzten wurden einem Krankenhause zugeführt.
Eine Million gefüllte Maßkrüge!
!lnd andere Riesenzahlen vom Münchener Oktoberfest.
Von unserem -ur-Mitarbeiter.
München, im Oktober.
Das ewig-alte, ewig-junge Münchener Okto berfe st auf der Theresienwiese hat wieder für 16 kurze Tage seine Pforten geöffnet. Für 16 kurze Tage ist „auf der Wies'n" eine regelrechte Budenstadt entstanden, die ein schönes Stück Dolksver- rnögen repräsentiert. Die Zahlen aber, die uns hier aus dem Soll und Haben auf der Wiese in die Augen springen, sind so unvorstellbar hoch, daß sie uns fast den Atem verschlagen.
Es ist selbstverständlich, daß man bei allen angeführten Zahlen nur geschätzte Werte geben kann, allerdings von Leuten geschätzt, die schon seit Jahren hinter die Kulisse des Oktoberfestes sehen können.
Sechzehn Tage dauert die Wiesenherrlichkeit. Darunter zählen sechs Haupttage, nämlich drei Samstage und drei Sonntage, und zehn Wochentage. An den Haupttagen werden täglich bis zu 1 0 0 0 0 0 Besucher und mehr gezählt, an den Wochentagen sind es immerhin noch zwischen 40 000 bis 80 000 täglich. Setzt man diese Ziffern als Durchschnitte für die 16 Tage ein, so kommt man aus einen Gesamtbesuch, der eine Million beträchtlich übersteigt und bei günstiger Witterung bis nahe an 1,5 Millionen Besucher heranreichen dürfte. Der größte Teil dieser Massen kommt natürlich aus München und aus dem unmittelbaren Hinterland. Ein nicht geringer Prozentsatz wird indes mit Sonder- z ü g e n herangebracht, deren, insgesamt 123 in diesem Jahr fahren und die sogar von Dresden, Wiesbaden, Salzburg, Eger (Tschechoslowakei), Stuttgart, Bamberg, Nürnberg und Lindau am Bodensee ihren Ausgang nehmen.
Was nun wird dieser gewaltigen Völkerwanderung auf der Wies'n von den 1128 Fe st beziehe r n von Ständen, Buden und Bierhallen und deren nahezu 3 0 0 0 Ange st eilten geboten? Da sind allen voran die sechs gewaltigen Bierpa l ä st e der größten Münchener Brauereien, dessen größter über 4000 Personen faßt. Es folgt eine im In- und Ausland gleich bekannte Ochsenbraterei, die täglich mehrere ganze Ochsen am Spieß brät, die Weinburg, 11 große Hühnerbratereien, die zusammen mehrere hundert Brathühner täglich ausgeben, 13 Wurst- und Spanferkelbratereien, 9 Fisch
bratereien, einschließlich den Heringsbratereien, 5 Kaffeebuden, 6 kleinere Ausschankstellen von Most, Heidelbeerwein, Limonade, Coca Cola ufro., 62 Verkaufsbuden und Kioske mit Lebens- und Genußmitteln sowie den unentbehrlichen Oktoberfest-Postkarten.
An Lustbarkeitsbetrieben sind vorhanden: 76 Fahrgeschäfte aller Art, 47 Schaugeschäfte, 20 Geschicklichkeitsspiele, 4 Kasperletheater, 3 Photobuden und ein Glückshafen. Dazu kommt noch eine große Anzahl von Kleinhändlern und Hausierern, und zwar in 239 stadteigenen Ständen und Buden, auf 102 Plätzen an Beleuchtungsmasten, 14 mit Schlagmaschinen von der Art des beliebten „Haut den Luka s", und mehrere mit Personenwaagen. Vor den Bierpalästen sind auf den Straßen ferner nicht weniger als 120 Straßenhausierer verteilt mit den unvermeidlichen Salzstangerln, Brezen, römischen Weckerln, „Maurerloaberln", und 70 Hausierer, die die zur Wies'n-Maß gehörigen Radis und Radieserln, neue „Nüssen" (Nüsse) und Schokoladenherzen verkaufen. Dies Heer der „Brotzeit"- Feilbieter wird in den Festhallen noch vermehrt durch 280 Wirtsbudenhausierer, die dort die gleichen Genüsse feilbieten.
Welch ungeheure Werte in den großen Schaustellerunternehmen, die ja alle der Fachgruppe „Ambulantes Gewerbe" angehören, investiert sind, mag allein die Tatsache beweisen, daß die auf der Oktoberwiese ausgestellten Fahrgeschäfte, Schaubuden, Verkaufsstände und fliegenden Händler ein Kapital im Werte von insgesamt 5 Millionen Mark darstellen.
Noch immer wird der Bierausschank auf über 10 000 Hektoliter geschätzt, das aber sind eine Million vollgesühlte Maßkrüge! Eine „Wies'n-Maß" kostet 90 Pfennig; ein schönes Geschäft also, wird man sagen. Und doch präsentieren die Wirte eine Rechnung, die meist noch mit einem Verlustgeschäft abschließt. Denn: der Aufbau einer der großen Bierpaläste dauert rund zwei Monate, der Abbruch sechs Wochen und kostet einschließlich Platzgeld rund 80 000 Mark. Noch^viel hoher sind die Betriebskosten, so daß die Gesamtsumme der Aufwendungen für einen einzigen Bierpalast —'
ohne Anschaffung der Halle, für die nochmals 60 000 bis 100 000 Mark eingesetzt werden — mit 200 000 Mark und sogar noch etwas darüber nicht zu hoch gegriffen erscheint. Don den etwa 10 000 Maß- grügen, die in einer Bierhalle gebraucht werden, gehen jedes Jahr auf der Wiesm zwischen zwei- und dreitausend durch Bruch in Verlust oder wer- den als „Erinnerungsstück" mitgenommen. Aehn- lich ist es bei den Schaubuden und Vergnügungsstätten, bei denen Platzmiete, Auf- und Abbau sowie Unterhaltung Riefensummen verschlingen, die durch Pfennigbeträge erst wieder hereingeholt werden müssen, ehe ein Reingewinn entsteht. Aber auch hier sind die Zeiten längst vorbei, wo ein Schausteller von dem Verdienst eines Oktoberfestes ein ganzes Jahr lang leben konnte.
Zum Schluß seien auch die städtischen Gas- und Elektrizitätswerke nicht vergessen. Zwei unter« irdische Transformationshäuser versorgen allein die Wiese mit Licht und elektrischer Kraft zum Antrieb von über 200 Motoren in den- verschiedensten Größen. Neben den zahlreichen far- - bigen Leuchtröhren hüllen weit über 60 000 Glühlampen verschiedenster Stärke die Wiesenstadt während der Dunkelheit in ein funkelndes Lichterkleid. Der tägliche Strom bedarf der Oktoberfestwiese ist so groß, daß er ausreichen würde, um den durchschnittlichen täglichen Strombedarf einer nordbayerischen Industriestadt von 44 000 Einwohnern zu decken. Und beim Gas rechnet man mit einem Verbrauch von rund 50 000 Kubikmeter.
Wetterbericht
des Reichswellerdienstes, Ausgabeort Frankfurt.
Deutschland liegt noch immer zwischen dem Hochdruckgebiet und der über Skandinavien südostwärts führenden Wirbeltätigkeit. Mit der herrschenden West- bis Nordströmung wird teils kalte, teils mildere Meeresluft zu uns verfrachtet, die trotz zeitweiliger Aufheiterung keine volle Beständigkeit aufkommen läßt. Die vergangene Nacht brachte vor allem in den südlicheren Teilen des Reiches starke Abkühlung, die vereinzelt bis zu leichtem Frost führte.
Aussichten für Mittwoch: Morgens vielfach dunstig, sonst bewölkt bis aufheiternd, aber immer noch einzelne Regenfälle, im ganzen etwas milder, Winde meist um Nord.
Aussichten für Donnerstag: Zeitweise aufheiternd, aber nicht durchaus beständig.
Lufttemperaturen am 11. Oktober: mittags 12,9 Grad Celsius, abends 6 Grad; am 12. Oktober: morgens 6,9 Grad. Maximum 13 Grad, Minimum heute nacht 5,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Oktober: abends 9,8 Grad; am 12. Oktober: morgens 8,6 Grad. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 4,9 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
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infolge seines als Polizeiwachtmeister in Deutsch-Südwestafrika zugezogenen, viele Jahre mit grober Geduld ertragenen Leidens für immer von uns gegangen.
Es lag im Sinne des Verstorbenen, dab die Beisetzung in aller Stille stattfand. — Für die herzliche Anteilnahme und Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
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