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Die Dorschronik

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Kapaun

Aus -er engeren Heimat

allen Als weitere wichtige

keinen

fünft Ie= Bronze

flocken. Während der dürfen Kanarienvögel Zug bekommen.

Kandelaber, lat., meist

mögensvorteil konnte er also nicht erlangen und mutzte daher freigesprochen werden.

Straßenlaternen werden als K. bezeichnet.

Kandieren, das Überziehen ein­gemachter Früchte oder Wurzeln (Ingwer) mit Zucker.

Landkreis Gießen.

Lollar, 11. Aug. In anerkennenswerter Weise bemüht sich die Gemeinde immer wieder um die Verschönerung des Straßenbildes. Nachdem man vor einiger Zeit einen recht verwahr­losten Platz am Bahnübergang durch eine Grün­fläche ersetzte und an einer anderen Stelle Mauer und Zaun als Abschluß gegen die verkehrsreiche Adolf-Hitler-Straße aufführte, wurden nun vor einigen Tagen in derselben Straße verschiedene Bänke aufgestellt. Besonders nach Feierabend ruht sich hier mancher von der Arbeit des Tages aus. Das neue Stellwerk am hiesigen Bahn­hof, welches sich seit längerer Zeit im Bau befand, wurde in Betrieb genommen. Technische Vervoll­kommnung und weitaus bessere Uebersicht über die Geleisanlage bilden seine Vorzüge gegenüber dem alten Stellwerk. Gleichzeitig wurden auch verschie­dene Signale ausgewechselt. ,

# Daubringen, 11. Aug. Die hiesige Krie­ger- und Schützenkameradschaft veran­staltete am Sonntyg ein Uebungsschießen. Die höch­sten Ringzahlen erreichten Heinrich Bl er au und L. Mohr II. mit je 106 Ringen bei zehn Schuß freihändig. Am kommenden Sonntag findet ein Bezirkswettschießen statt.

gfs Allendorf a. d. Lda., 11. Aug. Unsere Frauen sch ast fuhr am Sonntag nach Bad- Nauheim. Die Leiterin der dortigen Frauenschaft, Frau Kerber, empfing die Teilnehmerinnen, und unter ihrer Führung betrachteten die Frauen die Sehenswürdigkeiten und das rege Kurleben Bad- Nauheims. Dollbefriedigt kehrten alle am Abend

Großen-Buseck, 11. Aug. Der neue Entsaftungsapparat der Frauen schäft wurde an mehrere Frauen zum Geleekochen verliehen. Die Sachbearbeiterin für Volkswirtschaft-Hauswirt- schaft zeigt gern seine Verwendung und beantwor­tet alle Fragen über Einkochen und über jede Der- wertungsart von Gemüse und Obst.

gfs. Annerod, 11. Aug. Zu der Jugendgruppe, die hier im Frauenwerk aufgestellt wurde, haben sich bis jetzt acht Mitglieder gemeldet. Die

Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63

Reinigung von Mänteln, Anzügen, Uniformen

V. A. Nur zum kleinsten Teil sind Brände durch elementare Katastrophen wie Blitzeinschlag verur­sacht und nur in kleinem Umfang Folge von Brand­stiftungen. Im letzten Jahre z. B. wurden etwa 600 Brandstifter dahin gesteckt, wohin sie gehören, hin­ter Schloß und Riegel. Am meisten brennt es, well eine Gedankenlosigkeit zur Unachtsamkeit und zur fahrlässigen Brandstiftung geführt hat. Vier Fünf­tel aller Brände sind die Folge eines leichtsinnigen und fahrlässigen Verhaltens. Aus dem Schatz der praktischen Erfahrungen haben wir hier für je­dermann 10 Regeln zusammengestellt, die jeder­mann beachten sollte.

1. Brand zerstört die Volksgemein­schaft. Was die einen aufbauen, lassen die an­dern abbrennen. Jede dritte Stunde findet ein Volksgenosse durch Brandunglück den Feuertod. Jährlich entsteht ein Brandschaden von 400 Millio­nen RM. Damit könnte man 40 000 Siedlungs­häuser errichten.

2. Brand erschwert d i e deutsche Nah­rungsfreiheit. Zwei Drittel aller Brand fälle ereignen sich auf dem Lande. Dem Werte nach brennt jeden Tag ein Dorf ab. Von den verbrannten Le­bensmitteln könnte man laufend 200 000 Volks­genossen ernähren? .

3. Brände können zum großen Teil vermieden werden! 75 v. H. aller Brände sind auf das Verhalten der Menschen der möglichen Gefahr gegenüber zurückzuführen, sind fahrlässige Brandstiftung, also zu vermeiden!

4. Ordnung ist die halbe Brandver­hütung. Ordnung in Haus und Hof erzieht zur Umsicht, bedeutet Vorbeugung, läßt feuergefährliche Zustände rechtzeitig erkennen. Benzin, Petroleum

oder andere feuergefährliche Stoffe gehören unter besonderen Verschluß.Eintritt verboten!" Holz, Kohlen oder andere leicht brennbare Dinge gehö­ren nicht in die Nähe von Feuerstätten, Badeöfen und dürfen nicht unter Txeppen aufgestapelt wer­den. An die Tür zum Hof, zur Werkstatt, zu Stall und Scheuer:Rauchen verboten!". Stube, Küche und Hof sind keine Aschenbecher, Scheuern keine Garagen, Speisekammern keine geeigneten Räume für Benzin.

5. Beseitige das Gerümpel, bevor es brennt! Altes, verstaubtes, ausgedörrtes Ge­rümpel brennt wie Zunder und ist die beste Nah­rung für herumfliegende Funken. Der Funke eines benachbarten Schornsteins, ein achtlos fortgeworfe­nes Streichholz genügen zur Brandstiftung!

6. Bewacht das Feuer! Haltet die Feuer­stätten in Ordnung! Klapprige Türen, undichte Ofenrohre und Schornsteine, Aschenkasten aus Holz oder Pappe, eine Schaufel, die Glut verstreut, sind gefährliche Brandstifter! Kohle, Holz hinter Dren und Herd gestapelt, Wäsche, Kleider an den Ofen gehängt, Bügeleisen allein gelassen sind feuer­gefährliche Zustände! Oefen mit Petroleum oder gar Benzin anmachen, den Gashahn des Nachts offen lassen grenzt genau so wie im Bett rau­chen oder in der Nähe einer offenen Flamme mit Benzin umgehen an Selbstmord!

7. Bjewacht das Licht! Offene Lampen und Lichte in Werkstatt, Stall oder Scheuer, elektrische Anlagen, die bereits elektrisieren, Sicherungen, die mit Nägeln ober Draht selbst geflickt werden, erhöhen die Brandgefahr! Elektrische Beleuchtung überall, zumindest elektrische Taschenlampen zum

Muß es denn brennen?

Oie Hauptursache: Dummheit und Fahrlässigkeit. Zehn gute Regeln zur Brandverhütung.

rische Kerzenhalter aus oder Marmor. Aber auch große

Ei, Vogelbiskuits oder Hafer- ' ....... Mauser

Hier abschneiden! I

mundartliche Lieder sollen nach Möglichkeit mit

~ ......... ' Die

grüßungsworten des Landesverbandsleiters Rei­del erstattete Kassenwart Kaufmann die Rech­nungsablage. Landesoerbandsleiter Reidel stellte nach einem Rückblick auf die rege Tätigkeit im ab- gelaufenen Jahre fest, daß ab 1. Oktober a u ch ämtliche Haus chlachtungen unter die Fleischbeschau allen Als weitere wichtige Maßnahme wurde die Ueberführung der Fleisch- oeschauer in die Angestelltenoersicherung bekannt- fiegehen. Die "bisher bestehenden kleineren Bezirke «ollen demnächst zu größeren Gruppen zusammen- zefaht werden. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten sprach Oberoeterinärrat Dr. Stein überFleischbeschau und Hausschlachtungen."

Tagung der hessischen Fleischbeschauer.

Lpd. Friedberg, 11. Aug. Die diesjährige Landestagung der Landesgruppe Hessen des Neichs- oerbandes deutscher Fleischbeschauer und Trichinen- chauer fand in Anwesenheit des -Reichsoerbands- eiters Bode (Berlin) hier statt. Nach den Be-

Kandis, Kristalle von raffinier­tem Zucker, die leicht husten- lösend wirken und daher für die Kinder als Süßigkeit zu empfeh­len sind. Mit Kandiszucker wird auch Brusttee gesüßt.

Kaneel, aus Ceylon stammender weißer Zimt, in manchen Gegen­den übliche Bezeichnung für jede Zimtsorte.

Kanevas, franz, gitterartig ge­webter, steifer Stoff, der als Unterlage für Kreuzstichstickerei oder Eobelinarbeiten dient.

Kaninchen, dem Hasen verwand­tes Nagetier, das seines Fleisches und Felles wegen gezüchtet wird. Die Haare der Angorakaninchen werden zu Wolle verarbeitet. Das Fleisch hat einen süßlichen Geschmack, es wird wie Hase ober als Gulasch zubereitet. Kanin­chen tragen etwa 30 Tage und werfen von März bis Oktober jede fünfte Woche vier bis zwölf Junge, von denen man nicht mehr als sechs aufziehen läßt. In dieser Zeit erhält die Häsin Haferschleimsuppe, Brennesieln und Löwenzahn. Als Futter die­nen sonst Eemifteabfälle Rüben, Mais, Gras und Heu. Kanin­chen müssen in sauberen, trocke­nen und lichten Stallungen ge­halten werden, es genügt eine große Kiste mit Draytgitter und Strohbelag der häufig erneuert werden muß.

Kanna, s. (Sanna.

Kaolin, Porzellanerbe, aus der Porzellan hergestellt wird.

Kapaun, kastrierter und gemäste­ter Hahn.

ihn daher mangels Beweises frei. Die Kosten des Verfahrens fallen der Reichskasse zur Last.

Der H. K. W. aus Gießen war wegen Betrugs angeklagt. Er sollte im Januar 1937 eine Bestellung bei einer Sauerländer Firma aufgegeben und von vornherein nicht die Absicht gehabt haben, die gelie­ferten Waren zu bezhlen. Auf eine Offerte hin, bei der die Lieferungsbedingungen n. A.Nachnahme ober bar im voraus" aufgebrucft waren, hatte er ' Waren in Höhe von rund 30 Mark bestellt. Die an­gekommene Nachnahmesendung hatte er wieder zu­rückgehen lassen, da er nicht in der Lage war, auf einmal zu bezahlen und auch geglaubt hatte, die Firma würde ihm, wie andere Firmen dies tun, die Ware auf Kredit liefern. Die Lieferfirma hat die Ware auch wieder zurückgenommen. Die für die Bestrafung wegen Betrugs erforderliche Absicht der Verschaffung eines rechtswidrigen VermögenSvor- teils konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden. Er hat gleich nach Ankunft die Sendung wieder zu­rückgehen lassen, und hätte die Sendung auch ohne Bezahlung nie erhalten. Einen rechtswidrigen Ver-

niebergelegt werben, baß eine größere Anzahl, etwa 30 bis 40 Sätze, zunächst in bet Aussprache ber alten Leute unb bann in ber Form ber jüngeren Generationen in möglichst genauer Mundarttreue aufgeschrieben werben. Auch bas Bauernhaus muß in ber Chronik seinen Platz finden, Grund- riffe ber ältesten Höfe, Art unb Architektur bes Hausbaues, Fachwerk, Schmuck, Inschriften. Das noch tätige Hanbwerk im Dorf muß ebenso erwähnt werben, wie bas ausaestorbene Dorfhand- werk. Das gleiche gilt für bie für bie Dorfwirtschaft in Frage tommenben Industriezweige.

Den Hauptteil ber Dorfchronik nehmen bie Hausblätter ein, die die Grundlage eriner Bevölkerungsforschung auf örtlichem Bo­den bilden. Sie sind bie Grundlage der Fami- l i e n f o r s ch u n g. Die Kenntnis von der Geschichte aller Familien eines Dorfes ergibt ein lückenloses Bild der Geschichte der Bevölkerung. Meist wird die Bevölkerung eines Dorfes auf wenige Wurzel­familien zurückgehen, so daß praktisch das ganze Dorf verwandt ist? Die Wurzelfamilien sind fast im­mer jene Bauernfamilien, die heute noch auf dem alten Dätererbe sitzen. Jedes Haus des Dorfes er­hält ein Hausblatt, in dem Straße, Hausnummer, Hausname, Hauswappen, der heutige Besitzer, die Namen der früheren Besitzer, Angaben über Bau­jahr, Bauzeit, Bauherr unb Bauhanbwerker ver­zeichnet finb. Auch bie Geschichte bes Hauses unb seiner Bewohner, sowie Einzeldarstellungen sollen auf bem Hausblatt niebergeschrieben werben. Unb schließlich soll ber Chronik auch noch eine genaue Aufstellung ber Einwohner- unb Schulkinberzahl beigegeben werben. Alle Teile ber Cyronik sollen nach Möglichkeit burch Lichtbilder ober Zeich­nungen eine wertvolle Ergänzung erfahren.

Wenn auf biefe Weise bas volks- unb kultur- kunbliche Material zussmmengetragen unb von kun­diger Hand sachgemäß geordnet ist, wird man überrascht fein, wie viele Wege zur Heimatkunde sich öffnen. Den größten Nutzen wird das Dor selbst haben. Für die Dorfschule ist die Chronik eine unerschöpfliche Duelle der Heimat- und Volks­kunde. Für den Dorfgemeinschastsabend bietet die Chronik eine wertvolle Materialsammlung, die auszuarbeiten und allen zur Kenntnis zu bringen eigentliche Aufgabe des Dorfgemeinschaftsabends für lange Zeit bilden wird. So ist die D o r f ch r o- n i k schönster Dienst ber D o l k s t u m s p f l e g e unb bamit wertvoller Sau ft ein beim Bau bes Dritten Reiches.

LPD. Nach einer Vereinbarung zwischen Reichs­minister 2) a r r 6 unb Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wirb nun in allen beutschen Dorf­gemeinden eine Dorfchronik angelegt. Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" hat es übernommen, in einer großen Aktion die Dorfchro­nik in den Gemeinden einzuführen. Es wird in ber Hauptsache zunächst bie Aufgabe bes Lehrers sein, bas vorhandene Material zu sammeln unb zu sichten. Bürgermeister, Ortsgruppenleiter unb ber Beauftragte bes Volksbilbungswerkes sollen zu­sammen mit bem Dorfchronisten eine Arbeitsge­meinschaft bilben, bie alles volkskunbliche unb hei­matliche Gut zur Dorfchronik zusammenstellt.

Die Dorfchronik soll nicht allein die Geschichte des Dorfes enthalten, sondern auch Schilderungen der Gegenwart. Sie soll zunächst den Leser mit dem Dorf in seinem heutigen Zustand bekannt machen. Die ersten Seiten sollen Lichtbilder des Dorfes, wie es heute ist, zeigen. Daran schließt sich alles wichttge über die Lage des Dorfes, Grund­buchblatt, Meßtischblatt, Luftbild usw.

Einen weitaus größeren Raum erfordert bann bie eigentliche Dorfgeschichte. Sie beginnt mit .ber Vorgeschichte, soweit sie aus alten Straßen, Flurteilen, Schanzen, Gräben ober Erbfunben fest- bestellt werben kann. Die Frühgeschichte wirb sich in ber Hauptsache mit ber Entstehung bes Dorfes :unb ben ersten geschichtlichen Duellen, sowie bem Manien beschäftigen. Das Mittelalter bringt bann für viele Dörfer bas Lehnswesen, bas in seiner be- jonberen Art zu schildern ist. Aus ber Ritter^eit iwirb es in allen beutschen Dörfern viel zu berich- tten geben, Besitzoerhältnisse, Gerechtsame, Bauern- abcl, Kreuzzüge usw. Das Dorf im Dreißigjährigen :Krieg wirb sicherlich in vielen Chroniken ein eige­nes Kapitel einnehmen. Heber bie nachfolgenbe «Pest, Seuchen, Verheerungen wirb bei alten Bauern inoch manches in mündlicher Überlieferung von «Geschlecht zu Geschlecht erhalten sein. Heber bie er» sschreckenbe Bevölkerungsbewegung werben bie Kir- ichenbücher Auskunft geben.

Die Dorfgeschichte ber Neuzeit wird wohl lkaum Schwierigkeiten bieten. Hier wird ber Besitz- ovechsel zu schilbern fein, Bauernbefreiung, Bevöl­kerungsbewegung, Teilnahme bes Dorfes an ben deutschen Einigungskämpfen. Wiederum ein beson­deres Kapitel wirbdas Dorf im Weltkrieg" ein» nehmen. Teilnehmerzahl, Kriegswirtschaft, Heimkehr mnb Einzelerlebnisse von Kriegsteilnehmern werden chier Platz finden. In keiner Dorfchronik darf die »Ehrentafel des Dorfes fehlen, in der bie Helden bes Weltkrieges, ber Bewegung und die Opfer der Ar- Ibeit einen Ehrenplatz finden.

Die Schilderung der jüngsten Zeit wird sich imit der Neuordnung im Dorf beschäftigen, der Be- tfämpfung der Arbeitslosigkeit, bem Winterhilfswerk, Der Entwicklung ber NSDAP, im Dorfe, Gründung Der Ortsgruppe, erste Kämpfer, Entwicklung ber >SA., SS., HI., BDM. unb ber NS.-Verbände. Wilder von nationalen Feiern werden für die kom­menden Geschlechter eine wertvolle Ergänzung des Textes bilden.

Erweitert unb vervollstänbigt wirb die Dorfge- sschichte durch die Schul- unb Kirchenge- schichte. Von befonberer Bebeutung ist bie sorg­fältige Erforschung ber Flurnamen, bie oft genug ibie wichtigsten kulturkunblichen Aufschlüsse bieten.

Hier ist nicht allein die gebräuchliche Form, son­dern vor allem die alte und mundartliche Form wichttg.

Der Geist des Volkes offenbart sich am deutlich­sten in den Heberlieferungen von Glauben, alten Bräuchen, Sagen, Sitten, Märchen, Liedern, Tän­zen, Spielen, Sprichwörtern, Bauernregeln und besonders in der Volkssprache. Dieses weite Gebiet der Volkskunde muß mit besonderer Liebe durch­forscht werden. Die Bräuche zu den hohen Festen, Neujahr, Ostern, Pfingsten, Erntefest usw. sind hier aufzuzeichnen. Alte Inschriften, Zaubersprüche, Sa­gen, Märchen und Rätsel sind zu sammeln.

Alte Volkslieder, auch Kinderlieber und

Jahren gepflanzten Lindenbäume gut, daß sie bald den nötigen Schatten spenden können.

A Htphe, 11. Aug. Zu dem gestern schon kurz gemeldeten Tode des 96jährigen Landwirts Georg Friedrich Beltz er ist noch zu berichten: Er war nicht nur der älteste Einwohner unseres Dorfes, sondern bes ganzen Kirchspiels Trais-Horloff-Htphe- Jnheiben unb der ganzen Umgebung. Auch in ber weiteren Umgegenb war er bekannt als bera 11 e Drehe r". Denn als in ber Nachkriegszeit bie Spinnräder roieber zu Ehren kamen, brachte man sie ihm von weither zur Instandsetzung: gab es doch bamals kaum noch Drechsler, bie bavon etwas verstauben. Er war bis in sein hohes Alter sehr lesefreudig, es gab kaum noch einen Band unserer Volksbücherei, ben er nicht kannte. Erstaunlich war auch sein Erinnerungsvermögen, so baß man ihm wertvolle Kenntnisse aus ber Ortsgeschichte ver- banft. Bis in seine letzten Jahre hatte er sich eine berounbernsroerte Gesundheit und Frische bewahrt, obwohl er schon von schweren Schicksalsschlägen be­troffen wurde und mehrere erwachsene Enkelkinder vor sich ins Grab sinken sah.

Kreis Alsfeld.

Homberg, 11. Aug. Der Betriebsführer der Mitteldeutschen Hartsteinindustrie AG., Werk Nieder-Osleiden, hatte die 240 Mann starke Gefolgschaft am Samstag zu einer Kameradschaftsfeier in ihrer Gemein­schaftshalle eingeladen. Nachdem Betriebsführer H a g e n m e y e r die Gefolgschaft begrüßt hatte, gab Gefolgschaftsmitglied Pfeil, Homberg, einen Rückblick über den im verflossenen Jahr gemachten Bettiebsausflug an den Rhein. Die Darbietungen, der aus der Gefolgschaft zusammengestellten Kapelle und Vorträge einiger Betriebsangehörigen trugen zur Ausschmückung der in allen Teilen kamerad­schaftlich verlaufenen Feierabendveranftaltung bei. Essen und Getränke standen reichlich zur Verfügung.

Text und Melodie aufgezeichnet werden.

Volkssprache soll in der Weise in der Chronik

Ein Treuhänder, wie er nicht sein soll.

Lpd. Frankfurt a. M., 11. Aug. Das Schöf­fengericht befaßte sich mit Veruntreuungen, die von dem vierzigjährigen Jakob Schott began« aen worden waren. Der Angeklagte war Geschäfts­führer der Revisions-Treuhand- und Steuerbe­ratung G. m. b. H.,Treuha n b" unb verwaltete ein Haus in ber Sckweizerstraße, dessen Eigen­tümer auswärts woynt. Er unterschlug oem Besitzer eingegangene Mietbeträge, unb zwar nach Schätzung eines Sachverständigen 2900 Mark. Die Verhandlung ergab, daß bei dem Angeklagten in höchst lässiger Weise Buch geführt wurde. Das Ge­richt erkannte auf eine Gefängnis st rafe von 1 Jahr, 2000 Mark Geldstrafe und erließ ein dreijähriges Berufsverbot. Der Angeklagte wurde sofort in Haft genommen.

200 Zentner Stroh verbrannt.

Kinder spielten mit Streichhölzern!

' Homberg, 11. Aug. Auf einem Acker m der Nähe des Bahnhofs Neuhaus bei Homberg waren ungefähr 200 Zentner Stroh, ie dem Landwirt Fett aus Homberg gehörten, umfgefchichtet. Gestern spielten Kinder mit Streichhölzern an diesem Strohhaufen, ber m Branb geriet. Das ganze Stroh würbe ver­nichtet.

Unfälle auf dem Lande.

Die Ehefrau Elisabeth bes Schuhmachermeisters Wggner von Stumpertenrob zog sich burch Änön unglücklichen Sturz einen Dberarnwrud) zu Das breijährige Söhnchen bes Bergmanns Zchneibmüller von Nieder-Ohmen erlitt Hwere Verletzungen am linken Bein, sowie Prel» ungen unb einen Bluterguß. Die Frau unb bas -ind mußten in die Chirurgische Klinik nach Gießen (»bracht werden.

jungen Mädchen werben sich gemeinsam üben im Singkreis, beim Volkstanz unb bei Leibesübungen, um die Pflichtabende ber Frauenschaft zu verschö­nern. /

= Steinbach, 11. Aug. Arn Montag geriet der Landwirt Karl Horn VII. unter sein Fuhrwerk und wurde ein Stück rnitgeschleist. Friedrich Schmitt hielt das Fuhrwerk an und zog den wie durch ein Wunder unverletzten Mann heraus.

Q] Großen-Linden, 11. Aug. Am Sonntag besichtigten die Mitglieder des Obst- und Gar­tenbauoereins die Obstanlagen, an denen die Winterspritzung, die Vorblüten-, Nachblüten- unb Sommerspritzung vorgenommen worben war. Der Erfolg ist sehr gut. Die Aepfel finb gesund, die Bäume haben ein frisches Aussehen. Es wäre ehr zu wünschen, toenn bie Spritzungen an allen Bäumen in ber Gemarkung vorgenommen würben. Besonbers hervorzuheben finb bie Obstanlagen bes C. Dem, bem keine Arbeit zuviel ist, unb der ba= ür in biefem Jahre reichlich belohnt wirb. Die Ernte ist, außer Hafer, bereits eingefahren. Die Dreschmaschinen laufen seit 14 Tagen, so daß schon ein Teil Roggen qebroschen ist.

A Großen-Linben, 11. Aug. Vor einiger Zeit würbe ber größte Teil ber Bahnhofstraße zwischen Moltkestraße und Frankfurter Straße, so­wie bie Berg st raße burch bie Gemeinde gründlich erneuert unb mittels Teer-Kalt- verfahrens gebeckt. Es war dies durch bie Aus­besserung vieler Wasserleitungshausanschlüsse not­wendig geworben. Besonbers begrüßt wirb, baß burch dieses Verfahren bie Staubplage st a r k geminbert worben ist. Aus bemselben Grunbe würbe nunmehr auch ber große Schulplatz v o r bem neuen Schulgebäude mittels des glei­chen Teerverfahrens gebeckt und gewalzt, so baß er jetzt einen gesunbheitlich einroanbfreien Aufent­haltsort unserer Schüler während ber Pausen bie­tet. Hoffentlich entwickeln sich auch bie vor einigen

Kammgarn

Kammgarn, langfädiges Woll­garn, bei dem die kurzen Fäden ausgekämmt sind. Es ist beson­ders haltbar, Kammgarnstoffe sind daher sehr dankbar.

Kampfer, kristallinischer Stoff, aus dem Holz des Kampferbau­mes gewonnen aber auch che­misch hergestellt, wird im Haus­halt hauptsächlich zur Motten­bekämpfung verwendet, in der Medizin bei Schwächeanfällen

Kampferspiritus, Lösung von Kampfer Ht Spiritus und Was­ser, dient zu Einreibungen bei Hexenschuß und Muskelschmer­zen.

Kanarienvogel, Finkenart von den Kanarischen Inseln, die durch Züchtung gelb geworden ist. Bekannte Sänger sind die Harzer voller. Kanarienvögel können 20 Jahre alt werden. Zur Zucht kann man ein Pärchen, aber auch einen Hahn und drei Weibchen zusammensetzen. Als Futter gibt man Kanarien- samen, Rübsamen, Hanfsamen, grüne Salatblättchen Apfelschei­ben sowie ab und zu gekochtes