Susannes Tochter.
Vornan von Hedda Westenberger.
Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35.
22 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Mich interessiert viel mehr, wie dir der gestrige Ausritt mit Fräulein Lorenz bekommen ist."
„Weißt du das auch schon wieder? — Danke, er ist mir ausgezeichnet bekommen. Aber ich habe dich schon einmal gewarnt, mir nicht nachzustellen!"
„Warum wunderst du dich, wo du mir gegenüber nicht ehrlich bist? Was soll ich denn sonst tun? Warum sagst du mir nicht, daß du die Kleine liebst, daß du alles daran setzt, sie für dich zu gewinnen, so wie du damals alles daran gesetzt hast, mich zu gewinnen? Würdest du es offen zugeben — nun gut, so gäbe es eben wieder einmal einen Kampf, wie letztes Jahr mit der Engländerin, aber mir wäre dabei wohler als bei diesem stummen, hinterhältigen Abwarten und Lauern und nicht wissen, woran man ist. Außerdem: Wenn ich schon trotz der drei Jahre, die wir uns kennen und — lieben — nicht auf deine Treue bauen kann, möchte ich es doch wenigstens auf deine Ehrlichkeit können. Aber mir scheint —"
„Erlaube, Irina, ich bin durchaus ehrlich. Von Liebe ist zwischen mir und der Kleinen gar keine Rede, wir haben nur einen kleinen Flirt miteinander —"
Irina lacht bitter auf: „Deine Flirts kenne ich! Mit mir hast du auch geflirtet!"
Michailow stampft leise mit dem Fuß auf: „Jawohl!" sagt er fast erbittert, „mit dir habe ich auch geflirtet, und es wäre auch dabei geblieben, wenn du dich nicht —"
„--mir an den Hals geworfen hättest, wolltest
du sagen, nicht wahr, Igor? Sag's ruhig! Ich weiß es ja ohnehin, daß du es denkst. Obwohl es nicht wahr ist, obwohl ich die Beweise in der Hand habe, wie du mich bedrängt hast. Oder willst du nicht mehr wissen, daß ich meine Stellung in Riga deinetwegen aufgeben mußte? Und bist du mir vielleicht nicht nachgefahren, nein? Hast du mir nicht in Budapest Szene über Szene gemacht, bis ich vom guten Kemsky abließ und mit dir ging? Nun gut, es wäre ja auch möglich, daß es von deiner Seite nur Hunger auf ein Abenteuer mit einer Frau war, die dich leider, leider vom ersten Tag an geliebt hat und — noch heute — liebt. Aber selbst wenn es so gewesen wäre, nur so: dann bleibt doch die Tatsache bestehen, daß ich dir damals
von Mustergrößen.
?"
Eßt Seefische auch im Sommer!
„Also gut, ich, gebe 31 pflichtet bin. Ich hab«
iß das auch nie abgestritten!
Wespen- 20.30 Uhr
Auf- Wir-
„Haben Sie gut geschlafen —
Obst; Brotaufstrich aller Art wird eingekocht. Diele Volksgenossen jedoch sind noch nicht in der Lage, sich so für den Winter einzudecken, wie es wohl notwendig wäre.
Hier greift die NSV. wieder ein und trifft Vorsorge für den Winter. Schon seit mehreren Jahren wird in diesen Monaten eine Gemüse- und Obstsammlung durchgeführt, die auch in diesem Jahre wieder lebhaft im Gange ist. Das gute Ergebnis des vorigen Jahres war auf die schöne Zusammenarbeit der NS.-Volkswohlfahrt mit der NS.- Frauenschast zurückzuführen. Ueberall werden in diesen Wochen Früchte und Gemüse gesammelt und von der NS.-Frauenschast eingekocht. In den waldreichen Gegenden, vor allem des Westerwaldes, werden und wurden Waldbeeren gesammelt, dazu kommen Spenden, aber die NSV kauft auch Gemüse und Obst für diese Aktion an. In den Dörfern ist die Frauenschaft unablässig tätig, um einzukochen, was die NSV. dann im Winter an Konserven verteilen kann. Wo die NS.-Frauenschaft nicht crusreicht, werden auch noch die Konservenfabriken herangezogen.
Schließlich ist doch der Schlaf das halbe Leben. Für die Gesundheit ist es von größter Wichtigkeit, daß genügend geschlafen wird. Wer das nicht kann, gefährdet sich. Schlaf ist Ausspannung für den ganzenKörper, Erholung für Nerven und Sinne, Zeit des Wiederaufbaues. Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste. Kinder sollen zumindest zehn Stunden, Erwachsene sechs bis acht Stunden schlafen. Der Schlaf soll möglichst ruhig und tief sein. Deshalb nicht zu dicht vor dem Schlafengehen das Abendessen einnehmen, nicht zu schwer und zu fett essen. Die völlige Entspannung wird am besten erreicht, wenn man möglichst flach liegt, ohne Keilkissen, mit einem kleinen Kopfkissen. Man soll ja nicht sitzen, sondern eben liegen! Mit Federbetten soll man nicht verschwenderisch fein. Am besten ist es, sie als Unterlage auch im Winter zu vermeiden. Sie Hitzen zu sehr. Gut ist eine warme Matratze, als Zudecke Wolldecken. Sehr wichtig, daß ein Fenster offen und immer frische Luft im Schlafzimmer ist. Aber keine Zugluft. Bei sehr feuchtem Wetter, oder Nordostwind Vorsicht mit dem offenen Fenster.
Wer an Schlafsosigkeit oder schlechtem Einschlafen leidet, der kontrolliere sich, ob die Füße warm sind. Dann soll er ein heißes Fußbad nehmen. Vielleicht aber liegt es auch am zu schweren Essen. Alle, die nicht gut einschlafen, sollen vor dem Schlafen ein wenig spazieren laufen. Das tut gut. Wasche dich kalt ab und lege dich ohne abzutrocknen ins Bett. Es muß einerfi dabei aber ganz warm sein. Oder man lege einen Wadenwickel an. Ein Handtuch wird zu einem Drittel naß gemacht und gut ausgewrungen, dann fest um die Wade gelegt, daß die trockene Hälfte die feuchte vollkommen bedeckt. Dann geht es gut mit dem Schlafen, es drückt kein Alp, und kein Traum wird schrecken! Hilft aber all das nicht, dann ist irgend etwas nicht in Ordnung, dann soll man sich mit einem Arzt unterhalten. H.S.
Gießener Wochenmorklpreise.
* Gießen, 12. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 9 bis 12, Weißkraut 8, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 22, gelb 15 bis 22, Erbsen 20 bis 35, Tomaten 12 bis 22, Zwiebeln 10 bis 12, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, neue, % kg 5 Pf., 5 kg 50 Pf., 50 kg 4,50 bis 5 Mk., Frühäpfel, kg 15 bis 30 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 35 bis 45, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 30 bis 38, Dörrobst 20 bis 35, Pflaumen, 15 bis 20, Zwetschen 12 bis 15, Mirabellen 25 bis 35, Renekloden 20 bis 30 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 47, Salat 8 bis 9, Salatgurken 4 bis 20, Einmachgurken Wi bis 2, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10 Pf.
Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 625: Umsatzsteuerumrechnungssätze für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zah-
ZdR. Noch ist die Aufgabe für die Hausfrau, den Haushalt volkswirtschaftlich verantwortungsbewußt zu führen, verhältnismäßig jung. Jede Hausfrau muß wissen, daß sie ein Peil der gesamten Rädergruppe Haushalt ist und daß die große Rädergruppe Haushalt wiederum zusammen mit den anderen Rädergruppen, wie Landwirtschaft, Handwerk, Industrie usw. erst das gesamte Räderwerk der Volkswirtschaft ausmacht.
Die Anforderungen, die an das Verhallen der Frau gestellt werden, beschränken sich jedoch nicht allein auf ihre Tätigkeit als Käuferin der Nahrungsmittel, es kommt auch sehr viel darauf an, in welcher Weife die Güter, die sie in ihren haushalt hereinholt, behandelt und verbraucht werden.
** Feuerwehr beseitigt ein n e st. Arn gestrigen Mittwoch gegen
Albert Lyk gehört nicht zu den Menschen, die etwas auf die lange Bank schieben; auch nicht einen Entschluß wie die Ueberschreibung des Gutes auf Sabine. Obwohl ihm doch der Trumpf, den er damit in der Hand zu haben glaubte, schon während des nächtlichen Gesprächs mit Renz ein wenig zwi» schen den Fingern zerronnen ist.
Ihm sind inzwischen auch leise Zweifel an sich selbst gekommen: narrt er sich nicht nur, wenn er sich emredet, er überschreibe das Gut nur, um damit Renz endgültig oder doch in Sabinetz ent- scheidenden Jugendjahren von chr fern zu halten? Ast es nicht vielmehr so, daß er sich nun noch sicht, barer, stärker, machtvoller in Sabines Leben ein» schalten möchte? Ja, hat er nicht schon, wenn er stch diese Zukunft vorstellte, gleich neben Sabine, der Gutsherrin, sich selbst vorgestellt, den väterlichen Freund, den stets willkommenen Gast, den Gönner, den unentbehrlichen Ratgeber, den nun wirklich ge- meinsame Interessen mit ihr verbinden? Den, wenn schon nicht mehr, so doch Sabines nie versiegelnder Dank beglücken wird?
Ja, Lyk macht sich nichts vor, Lyk sieht nicht nur durch andere hindurch, wie ihm so oft nachgesagt wird, sondern auch in der eigenen Brust kennt er sich erstaunlich gut aus, und er ist mutig genug, oor sich selbst Farbe zu bekennen. Aber das heißt in diesem Fall durchaus nicht, daß ihn die Erkenntnis der allerinnersten Motive seiner Handlungsweise nun etwa zurückschrecken ließ — oh, nein, der Entschluß, Sabine das Gut zu überschreiben, ist da und wird ausgeführt.
Sv setzt er sich denn, wenige Tage nach der nächtlichen Unterredung mit Renz, hin und schreibt an seinen Anwalt und Notar Doktor Conrad Wünsch. Wieder zwei Tage danach hat er ein langes Tele- pbongefpräd) mit Berlin, und dann taucht Wün ch plötzlich selbst auf.
Sabine ist die erste, die ihm begegnet. Sie sitzt gerade auf der Wiese neben dem Weg und hat den Svitz in Behandlung, der sich einen Dorn in die Bfote gezogen hat. Wünsch, der sie nur einmal flüchtig in Lyks Haus gesehen hat, bleibt verblüfft stehen: ist das blühend ausfehende Mädchen wirklich Sabine Lorenz? Wenn Lyk sich da nicht verliebt hat ...
Sabine sieht auf, und ihr geht dunkel durch den Sinn, daß sie diesen Menschen schon gesehen hat. Aber wo? Da jedoch Wünsch jetzt liebenswürdig den Hut zieht und etwas von „glänzend erholt haben" murmelt, fällt es ihr plötzlich ein: er ist Lyks Rechtsanwalt. Und kindlich und enttäuscht fügt sie still für sich hin: Noch ein Mann!
Fortsetzung folgt
mußte die Feuerwache nach der Dolkshalle ausrücken. Glücklicherweise handelte es sich nicht um einen Brand, sondern um die Beseitigung eines Wespennestes. Die angriffs- und stechlustige Wespen-
Hausfrau und Schädlingsbekämpfung
Allgemeine Schulung im pflanzen, und Dorratsschutz.
aesellschaft machte sich für die Spaziergänger und für die Anwohner sehr unliebsam bemerkbar, und sie konnte nur dadurch beseitigt werden, daß die Feuerwache mit ihren Apparaten gegen sie vorging. Nach etwa viertelstündiger Arbeit konnte die Wache zum Depot zurückkehren.
** Unfälle. Das achtjährige Söhnchen des hiesigen Friseurs Meißner, Neustadt 36, erlitt einen Bruch des rechten Oberarms. — Der 16 Jahre alte Lehrling Wilhelm Werner, Kleine Mühl- gaffe wohnhaft, trug bei einem Sturz in eine Glasscheibe schwere Schnittverletzungen am linken Unterarm davon. Die Verunglückten mußten zur Behandlung in die Klinik gebracht werden.
Von der Landesbauernschaft Hessen- Nassau gehen uns die folgenden Ausführungen zu:
Von einem gewissen Vorurteil befangen, schränkt die Hausfrau in den heißen Sommermonaten den Seefi schverbrauch ein. lieber das „Warum" ist sie sich selbst nicht ganz klar. Einmal hört man die Ansicht, daß Fisch im Sommer leicht verdirbt und deshalb fein Genuß nicht ratsam sei; eine andere Auslegung geht dahin, der im Sommer gefangene Fisch fei überhaupt nicht bekömmlich. Beide Gründe sind nicht stichhaltig.
Gerade in den Sommermonaten befinden sich die Fische im besten Ernährungszustand und bieten demgemäß in ihrem Fleisch eine besondere hochwertige Nahrung. Seefisch ist einweißreicher als Fleisch und dazu so leicht verdaulich, daß er sogar von magenschwachen Personen und Kranken sehr gut vertragen wird. Außerdem enthält sein Fleisch das für die Wiederherstellung und den Aufbau der Nerven so wichtige Lecithin.
Es ist wohl richtig, daß Fisch in ungekühltem Zustand — wie auch anderes Fleisch — nicht lange haltbar ist. Jede Besorgnis aber, deshalb beim Händler in der Stadt nicht mehr ganz einwandfreie Ware zu bekommen, ist vollkommen unbe-
immer mit meinem ersparten Geld geholfen habe und daß du auch deine jetzige Existenz mir verdankst, Igor Michailow, mir! Verzeih', wenn ich es sage. Wo wärest du wohl, wenn ich dich nicht hierher geholt hätte?"
Michailow windet sich unter dieser Anklagerede: ' )u, daß ich dir zu Dank ver-
Jrina läßt von ihm ab, sie hält den Kopf gesenkt, wie in tiefem Nachdenken. Dann hebt sie den Blick, ihre blauen Augen glühen wie bei einer Fieberkranken, ihr großer, schöner Mund zuckt schmerzhaft: „Küsse mich, Igor."
Mickailow legt gehorsam, aber nicht übermäßig leidenschaftlich die Arme um Irina, zieht sie an sich und küßt sie.
Aber mitten im Kuß stößt Irina ihn hefttg von sich und wendet sich mit einer zornigen Gebärde voll Abscheu und Schmerz von ihm ab: „Du Schuft!" zischt sie, „selbst deine Küsse schmecken nach Lüge!"
„Aber Irina!"
„Schweig', ober ich schlage dich mitten in dein lächelndes Gesicht, du! Und das sage ich dir, wenn du etwa falsch geschworen hast, wenn du---"
Da tut sich die Tür auf, und Exzellenz Caselli wird von dem Stubenmädchen in ihrem Wagen hereingefahren.
Die alten klaren Augen sehen sekundenlang forschend von einem zum anderen. Dann sagt sie lächelnd: „Hat es wieder einmal Meinungsverschiedenheiten zwischen Ihnen gegeben? Ja? Guten Abend, Michailow, ich freue mich, daß Sie gekommen sind — — wir haben ja neuerdings ziemlich selten das Vergnügen. Sollte Ihnen etwa Inna deswegen die Meinung gesagt haben, so gestehe ich, daß sie es in meinem Auftrag getan hat. Ich komme nämlich sehr ungern um mein Spielchen. Und ohne Sie..."
Michailow beugt sich über die Greisenhand und küßt sie demütig: „Leider hat mir Irina über viel Schlimmeres die Leviten gelesen, verehrteste Exzellenz!"
Er wirft einen spöttischen Blick zu Irina hin, die sich am Tisch zu schaffen macht.
„So, so? lieber Schlimmeres?"
„Ja", sagt Mickailow laut und anzüglich; er richtet sich auf und schiebt den Krankenwagen an den Tisch heran, „ja, Exzellenz, Irina wünscht nicht, daß ich sie ein klein wenig mehr verehre, als es zwischen Detter und Kusine üblich ist. Wie finden Sie bas?"
Aber das Lachen der alten Dame, auf das er gerechnet hat, bleibt aus. Es entsteht vielmehr zwischen diesen drei Menschen eine lange peinliche Stille, während der die Exzellenz mit instinktiver Herzlichkeit nach Irinas Hand greift und sanft darüber hinstreicht.
Irina lächelt sie tapfer an, obwohl ihr die Augen voll Tränen stehen.
„Spielen wir doch ..sagt sie heiser.
Es ist geradezu unverständlich, wie wenig Wert man früher auf positive Kenntnisse in der Haushaltsführung legte. Während man von dem letzten Arbeiter eine gewisse Vorbildung verlangte, hielt man eine gründliche, den Ergebnissen neuzeitlicher Ernährungs- und Haushaltslehre entsprechende Ausbildung der Mädchen für ihren künftigen Hausfrauenberuf im allgemeinen nicht füx erforderlich. Das hat sich heute geändert. Man erkennt jetzt, wie wichtig gerade der sparsame, sachgemäße Verbrauch die durchdachte Vorratshaltung und der Vorratsschutz sind. In mancher Hinsicht verstanden sich unsere Großeltern besser als wir auf diese Dinge, lebte in ihnen doch noch mehr Achtung vor dem Wert, der in den Nahrungsmitteln steckt.
Unsere Zeit lehrt uns wieder, in jeder Ware das Erzeugnis unserer Heimaterde und die Arbeit unserer Bauern und Landwirte zu ehren. Wit der Dankbarkeit für alles, was wir auf unserem kleinen, uns von der geschichtlichen I
Amtsgericht Gießen.
Der H. O. aus Gießen war durch Strafbefehl zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen verurteilt worden, weil er wiederholt seine Ehe- frau beleidigt hatte. Im Beisein von anderen Leuten hatte er ihr den Vorwurf gemacht, sie habe von einem anderen ein Kind. Zwei Zeugen konnten in der gestrigen Verhandlung auf seinen Einspruch hm unter Eid aussagen, daß der Angeklagte die Aeußerungen gemacht hatte. Das Gericht verurteilte ihn daher unter Kostenbelastung zu der gleichen Strafe, wie im Strafbefehl.
Der F. M. aus Beuern war durch Strafbefehl an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von acht Tagen zu einer Geldstra fe von 40 Mark verurteilt worden, weil er am 23. März in der Waldgemarkung Allendorf eine einem anderen gehörige Rodhacke weggenommen haben sollte. Gegen den Strafbefehl hatte er Einspruch eingelegt und die ihm zur Last gelegte Tat bestritten. Auf Grund der Beweisaufnahme konnte das Gericht ihm die strafbare Handlung nicht nachweifen. Die Aussage eines Waldarbeiters reichte zur Uebersührung des Angeklagten nicht aus, da der Zeuge noch nicht einmal genau angeben konnte, daß er den Angeklagten mit einer Hacke gesehen hatte. Auch der als Zeuge vernommene Bürgermeister hält es für nicht möglich, daß der Angeklagte, der in guten Verhält- nissen lebt, eine Hacke im Werte von 4 Mark stiehlt. Außerdem hatte ein Geselle den Angeklagten ohne Hacke nach Hause kommen sehen. Das Gericht sprach
rinnen praktische Hilfe und Anregung durch Lehrgänge zu geben. Zunächst werden die Lehrerinnen der Landwirtschaftsschulen, die Siedlerberaterinnen usw. geschult. Wer sich bewährt, wird zur Weiterschulung ins Land geschickt. Man versucht, in den Dörfern die geschicktesten Bäuerinnen ausfindig zu machen, um ihren Nachbarinnen zu helfen und praktisch zu beweisen, was geändert und gespart werden kann. Die vielen kleinen Mühen des ' baues werden ihre große volkswirtschaftliche
1 hing nicht verfehlen.
„Ich Pfeife aber auf dies Zugeben! Ich will das dafür, was mir zukommt, die Sicherheit und das Gefühl, zu dir zu gehören! Was bliebe mir denn sonst in meinem Leben, wenn nicht das, Igor Michailow? Sag' doch selbst: was bliebe mir noch? 5)ab’ ich nicht um deinetwillen mit meiner Mutter gebrochen und mit allen Menschen, die mir nahe- ftanben, Schluß gemacht? Halte ich es hier nicht nur aus, weil du hier dein Unterkommen hast?"
Michailow hält sich wütend die Ohren zu: „Nun gut, nun güt, ja, das alles hast du getan, aber habe ich dich je darum gebeten?"
Irina lehnt sich fester gegen den Tisch. Sie erblaßt, ihre schmalgeschnittenen Augen werden noch schmaler: „Nein, das hast du allerdings nicht."
Michailow atmet tief auf: „Was willst du also?" Irina sind die Tränen nahe, als sie dann fragt: "Ach will nur wissen, ob ich noch zu dir gehöre? Warum gibst du nicht zu, daß du meiner überdrüssig bist, daß du die andere liebst? Ich spüre es doch! Ich sehe es! Was soll nun geschehen? Soll ich wieder die Augen zumachen und beiseite stehen und warten, bis bas Strohfeuer in dir erloschen ist. und du zu mir zurückkornrnst, oder---"
Arina packt ihn bei den Schultern und schüttelt ihn heftig, die Finger in den Stoff seiner Jacke gekrallt. „So rede doch, Igor! Laß dies alberne kacheln sein, mir ist wirklich nicht zum Lächeln zumute!
Aber Michailow zuckt nur die Achseln: „Ich kann nur immer dasselbe sagen, daß ich überhaupt kein Wort von dem, was du da redest, verstehe. Was geht dich der kleine Flirt mit der kleinen Lorenz an? Was hat er mit uns zu tun?"
• 3rLnr ÄTt D°r Aufregung: ,Jst es denn nur em Flirt? Kannst du mir dein Ehrenwort geben, daß es nicht mehr ist? Schwörst du mir’s?"
„Täubchen, ich schwöre bir’s. Bei allem, was mir heilig ist.'
"Und wir bleiben beieinander? Immer? Was auch kommen mag?"
Michailows Augen gleiten gelangweilt über Irinas aufgelöstes, bebendes Gesicht hin: „Solange das Schicksal es nicht anders bestimmt..."
„Liebst du mich denn noch ehr wenig, Igor?" „3rina, habe ich je etwas anderes behauptet?"
gründet. Unsere Seefischflotte ist mit den aller- modernsten Kühleinrichtungen ausgerüstet. Der einkommende Fang wird sofort fachmännisch behandelt und in den Kühlräumen untergebracht. Eigens für den Fischtransport gebaute Kühlwaggons, eingerichtet für eine Geschwindigkeit von 90 Kilometer je Stunde, nehmen die Fracht auf und bringen sie in kurzer Zeit bis in die entlegensten Städte. Es wird also alles getan, um den Verbraucher auch im Sommer mit bester frischer Ware zu versorgen. Die Hausfrau in der Stadt braucht deshalb nicht zu verzichten, sondern sie kann sorglos den beliebten und billigen Seefisch weiterhin auf den Tisch bringen.
Seefisch, besonders mariniert, in verschiedenster Zubereitung, mit Gemüse oder gemischten Salaten angerichtet, gibt ein herrliches, gut schmeckendes und gesundes Essen. — Wir wollen nachstehend einige empfehlenswerte Zubereitungsarten nennen:
Einige Beizen zum Marinieren von Seefisch: Am besten bereitet man die Beize immer am Abend vorher und legt den Fisch über Nacht hinein. Ist der Fisch für den Abend bestimmt, so genügt es, wenn er am Vormittag in die Beize gelegt wird. Durch das Beizen verliert der Fisch etwas den Geruch. Rote Rübenbeize: Zu Saft von ein-
vorsehung bestimmten Stück Erde an Schätzen hervorbringen können, muh eine bis ins Letzte erfahte und durchdachte Betreuung der Nah- rungsmittel Hand in Hand gehen.
Durch Kampf dem Verderb und Schädlingsbekämpfung bei unseren Nahrungsgütern müssen mit Hilfe einer geeigneten Schulung der Frauen die jährlichen Milliardenoerluste an Nahrungsmitteln gestoppt werden Diele Wege sind hier bereits erfolgreich beschritten worden. Nun hat der Reichsnährstand in Zusammenarbeit mit der Reichsfrauensührung angefangen, die Erfahrungen des Pflanzen- und V 0 r r a t s s ch u tz e s gemeinsam auszuwerten und auch die Frauen mit ihrer Anwendung zu betreuen.
Seit Jahrzehnten arbeiten schon die Biologische Reichsanstalt und mit ihr verschiedene landwirtschaftliche Versuchsanstalten im Reich an der Bekämpfung der Schädlinge. Die Helfer und Laboranten dieser Stationen sind vorwiegend Frauen. Diesen erprobten Kräften wurde jetzt die Einrichtung der
allgemeinen Schulung der Frauen im Pflanzen- und Vorraksschuh
übertragen. Hierdurch ist es möglich geworden, weitesten Kreisen der Stadtfrauen und der Bäue-
gelegten Rüben gibt man etwas Essig oder Zitro- nensaft ober Weißwein und gießt die Brühe kalt über den Fisch. — Saure Milchbeize (auch von Buttermilch): In saure Magermilch gibt man zwei Nelken, ein Lorbeerblatt, eine feingeschnittene Zwiebel, etwas Pfefferkraut und Basilikum. — Wurzel- ober Rotweinbeize: Billigen Rotwein, Wasser unb Essig mischt man zu gleichen Teilen, bazu gibt man eine kleine Sellerie- und Pastinakwurzel, eine Petersilienwurzel, Zwiebel, gelbe Rübe, alles fein geschnitten, bann etwas Cor- beer, Thymian, Pfefferkraut, Zitronenschale und Basilikum. Das Ganze kocht man zehn Minuten langsam, läßt es erkalten und gibt es über den Fisch-
M urinierter Seelachs: Den vorgerichteten Fisch legt man mindestens fünf Stunden in Wurzelbeize, reibt ihn bann mit etwas Salz unb Pfeffer ein, legt ihn in eine Kasserolle in etwas heiße Milch unb bünftet ihn unter Zugabe von Beize langsam auf, gibt unter beständigem Schla- gen etwas glatt gerührten Weichkäse dazu unb gibt bie Sauce über ben angerichteten Fisch. Dazu Salz- kartoffeln ober Gerstengraupen.
Schellfisch mit Meerrettig: Den geputzten Fisch legt man über Nacht in saure Milch- beize, würzt ihn mit Salz, gibt ihn bann in eine Kasserolle mit etwas heißer Milch unb bünftet ihn unter Zugabe von Beize fertig. Dann nimmt man ihn heraus, passiert bie Sauce, binbet sie mit etwas Mehl, gibt fein gehackte Küchenkräuter dazu, schüttet bie Sauce über ben Fisch unb streut geriebenen Meerrettig barüber. Man kann ben Meerrettig auch in bie Sauce geben.
Kabeliau auf Jägerart: Den mit etwas Senf eingeriebenen Fisch legt man über Nacht in Wurzelbeize, gibt noch einige Wacholberbeeren dazu. Dann gibt man ihn auf ein Sieb zum Abtropfen, bann in eine Kasserolle in etwas heiße Milch unb bünftet ihn unter öfterem Begießen mit der Beize fertig. Dann nimmt man ihn heraus, legt ihn auf eine Platte, passiert bie Sauce, gibt etwas Tomatenmark bazu unb etwas glatt gerührten Weichkäse. Man gibt die Sauce über den Fisch unb reicht Kartoffeln dazu.
Mit grüner Sauce: Man gibt den geputzten Fisch in Rote-Rüben-Beize und macht ihn fertig wie angegeben. Dann bereitet man folgende Sauce. 250 Gramm Weichkäse drückt man durch ein Sieb, gibt bann Salz, Pfeffer unb soviel saure Milch dazu, als man bie Sauce dick haben will, rührt glatt, fügt sehr reichlich feingehackte Kräuter, Kapern, Essig- ober Gewürzgürkchen unb nach belieben noch etwas Zitronensaft ober Essig bazu. — Diese Sauce schmeckt sehr ersrischenb und ist sehr bekömmlich.
lungsmrttel für Juli 1937. — 626: Anordnung 36 der Ueberwachungsstelle für Leberwirtschaft (Ver- roenbung von Leber als Werkstoff) vom 10. August 1937. — 627: Anorbnung ber Fachgruppe Polsterer- und Sattlerbedarf der Wirtschaftsgruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel betr. Festsetzung


