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Militärgerichte in Palästina.

Die Nnruheli dauern an

Beirut, 10. Nov. (DNB.) In politischen Krei­sen Beiruts spricht man davon, daß der Groß- mufti, der vorläufig noch im Libanon bleiben wird, in wenigen Wochen in einen, dem französi- scken Mandatsgebiet benachbarten Araber st aat abreisen werde. Bon den Behörden ist ihm die Aus­reise überallhin mit Ausnahme von Syrien frei­gestellt worden.

Das von der englischen Mandatsregierung auf­gelöste arabische Komitee für Palästina, dessen Mitglieder nur teilweise auf einsame Inseln des Indischen Ozeans verbannt worden sind, wäh­rend andere fliehen konnten, soll sich in einem be­nachbarten Araberstaat wahrscheinlich in der Hauptstadt des Irak, Bagdad neu bilden. Es ist möglich, daß das Komitee wieder unter Führung des Großmufti steht.

Die Mandatsregierung kündigtim Hinblick auf die fortgesetzten Mordtaten und Sabotageakte" die Einrichtung von Militärgericht shöfen für ganz Palästina an. Unter ihre Zuständigkeit fallen das Schießen auf Personen sowie das Tra­gen von Waffen. Auf diese Vergehen steht Todes­strafe, während Sabotageakte und gewaltsame Be­einflussungen entsprechend bestraft werden. Die Ur­teilssprüche müssen vom Oberkommandierenden der britischen Streitkräfte in Palästina bestätigt werden. Seine Entscheidung ist endgültig. Aus dem ganzen Lande werden Schießereien und Sabotageakte an den Telephonleitungen gemeldet. In Jerusalem kam es ebenfalls zu Ausschreitungen, bei denen ein Ara­berscheich und ein Jude schwer verletzt wurden. Die Stimmung in der Bevölkerung ist sehr gedrückt. Im Zusammenhang mit der Erschießung von fünf Juden in der Nähe von Jerusalem sind 15 Araber verhaftet worden. Da es trotz der zahlreichen Blut­taten bisher noch nie gelungen ist, die Täter zu fassen, sieht die Bevölkerung den Erfolgen der jetzt in Kraft tretenden Militärgerichtsbarkeit mit einiger Skepsis entgegen.

polen

in seinen Entscheidungen selbständig.

Warschau, 10. Nov. (DNB.) Die Polnische Telegraphenagentur stellt zu der Meldung der fran­zösischen Havasagentur, daß der Geschäftsträger der Sowjetunion in Warschau bei Außenminister Beck interveniert" und erklärt habe, die Sowjet­union würde einen BeitrittPolens zu dem deutsch-italienisch-japanischen Ab­kommen als einen feindlichen Akt ihr ge­genüber betrachten, fest, daß diese Meldung d e r Wahrheit nicht entspreche, da eine der­artige Aktion bei Außenminister Beck gar nicht stattgefunden habe. Im übrigen wäre sie völ­lig gegenstandslos gewesen, da sich die polnische Re­gierung in ihren Entscheidungen allein von den Erfordernissen der polnischen Staatsraison leiten lasse.

In Rom wurde auf eine Anfrage, ob Italien auf den sowjetrussischen Protest antworten werde, in der Pressekonferenz erklärt, daß Italien keine Antwort erteilen werde.

Zulassung

neuer Baustoffe und Bauarten wird von Reichs wegen geregelt.

Berlin, 10. Nov. (DNB.) Neue Baustoffe und Bauarten, die noch nicht allgemein gebräuchlich oder bewährt sind, wurden bisher in den einzelnen Län- dern gesondert baupolizeilich zugelassen. Abge­

sehen davon, daß es sehr viele Derwaltungsarbeit erforderte, war es auch für die Industrie eine starke Belastung, sich diesen zahlreichen einzelnen Verfah­ren zu unterwerfen. Auch läßt es sich nicht mehr vertreten, daß Baustoffe und Bauarten in einem Lande zugelassen und in einem anderen verboten werden. Endlich ist es für die Durchführung des Vierjahresplanes unerläßlich, daß neue Baustoffe und Bauarten von einer Stelle für das ganze Reich nach denselben Grund­sätzen beurteilt werden. Zu diesem Zwecke wird der Reichsarbeitsminister künftig über die bau­polizeiliche Zulassung neuer Baustoffe und Bau­arten bestimmen, wenn diese allgemein für das ganze Reich oder für Teile des Reiches ausgespro­chen werden soll. So werden künftig die Zulassun­gen von Reichs wegen geregelt und durchgeführt und neue Baustoffe oder Bauarten nur diesem einen Verfahren unterworfen.

OieHochschulesürLehrerimien-Bildung in Koblenz.

Koblenz, 10. Nov. (DNB.) Die neue Hochschule für Lehrerinnenbildung in Koblenz wurde nach Be­grüßungsworten von Professor Dr. König, dem Leiter der Hochschule, und Gauleiter Staatsrat S i - m o n , von Reichserziehungsminister R u ft eröff­net. Die Arbeit der Hochschule werde sich nicht er­schöpfen in der Heranbildung junger Erzieherinnen und Lehrerinnen, sondern sie müsse bereits bei ihrer Arbeit hinausgreifen in Stadt und Land und spür­bar werden als Stärkung des Volkstumkampfes der Grenze. Jeder deutsche Erzieher müsse sich rückhalt­los zur Rassenlehre bekennen. Die Frau gehöre nicht nur an den Kochtopf und in den Haushalt, sondern ebenso wie der Mann in die Familie und damit in das Volk. Damit sei die besondere Mission der Lehrerinnen gekennzeichnet. Die Leh- rerinnen-Hochschule möge eine neue, frohe, an Leib und Leben gesunde Jugend erziehen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler hat Seiner Majestät dem KöniyvonJtalien und Kaiser von Aethiopien zum Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt.

Reichsminister Dr. G o e b b e l s besuchte die Kunst­ausstellungHilfswerk für deutsche bil­dende Kun st" in Berlin. Kunstmaler Koch-Zeu­then führte ihn in Vertretung des Leiters der Aus­stellung, Professor Schweitzer, durch die Räume.

Auf Grund der durch das Umsichgreifen der M.a ul - und Klauenseuche verstärkten Bean­spruchung der Dienststellen des Reichsnährstandes hat der Reichsbauernführer angeordnet, daß der für den 25. bis 28. November angesetzte Reichs- bauerntag nicht stattfindet, um mit allen Mitteln einer Weiteroerbreitung der Seuche vorzubeugen.

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In Berlin wurde von Staatssekretär von Mackensen und dem Gesandten Mastny ein deutsch - tschechisches Verrechnungs­abkommen unterzeichnet, das an die Stelle des alten Abkommens vom Jahre 1934 tritt. Die Wert­grenzen für die Einfuhr tschechoslowakischer Waren in Deutschland und die Kontingente für die Ein­fuhr deutscher Waren in die Tschechoslowakei sind in einem solchen Umfange erhöht worden, daß der Warenaustausch zwischen den beiden Ländern im Jahre 1938 erheblich größer sein wird als in den letzten vier Jahren, d. h. seit Einführung der De­visenbewirtschaftung. Diese günstige Entwicklung hat es ferner ermöglicht, auch für den Reisever­kehr aus Deutschland in die Tschechoslowakei einen höheren Betrag zur Verfügung zu stellen.

Bei einem Festabend derSektionA u st ri a" im Deutsch - Oefterreichischen Alpen­verein in der Wiener deutschen Gesandtschaft teilte Botschafter v. Papen mit, daß der Führer und Reichskanzler dem Obmann des Hauptaus­schusses des Deutschen und Oefterreichischen Alpen­vereins, Universitätsprofessor v. Klebelsberg (Innsbruck), dem Obmann der SektionAustria" Hofrat Pichl, sowie dem Geschäftsführer der Austria" Julius G a l l i a n , das Olympische Ehrenzeichen verliehen habe.

Der italienische Gesandte in Prag ist beim tschechoslowakischen Außenminister vorstellig ge­worden, um gegen kommunistische Angriffe im Par­lament auf den Faschismus und dessen Führer zu protestieren. Der Minister hat über die Haltung der kommunistischen Minderheit im Prager Abgeord­netenhaus seine Mißbilligung geäußert und dem ita­lienischen Gesandten sein lebhaftes Bedauern aus­gesprochen.

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Die Behörden von Santiago de Chile verboten am Dienstag die weitere Aufführung des Films De Regreso", der nach dem berüchtigten Buch von RemarqueDer Weg zurück" gedreht worden ist. Der Film wurde als antinational und

antipatriotisch bezeichnet und darf in ganz Ehile nicht mehr gezeigt werden.

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Der belgische Außenminister Spaak hat dem König den Auftrag zur Regierungsbildung zurück- gegeben, da von den Liberalen und Katholiken Be­denken geltend gemacht worden waren, die aus dem Wege zu räumen, ihm nicht gelungen ist. Unter Sozialisten, Katholiken und Liberalen besteht keine Einigkeit mehr.

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Der nationale spanische Heeresbe- r i ch t vom Mittwoch lautet: An der Aragon-Front führte der Feind im Abschnitt Sabinanigo mehrere Angriffe auf unsere Stellungen durch, die jedoch sämtlich energisch zurückgeschlagen wurden. An den anderen Fronten nichts neues.

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Das Rekrutierungsbüro für Frei­willige der Marinereserve in Belfast, der Hauptstadt Nordirlands (Ulster), wurde durch eine Minenexplosion zerstört, die in der ganzen Stadt gehört werden konnte. Mehrere Leute ent­kamen wie durch em Wunder schweren Verletzun­gen. Die Polizei erklärte, daß man Spuren eines Zeitzünders gefunden habe.

Elektrizität in der Landwirtschaft.

Die ländliche Bevölkerung ist an dem Gesamt- Verbrauch von Elektrizität in Deutschland nur mit 1,8 v. H. beteiligt, obwohl die Landwirtschaft noch immer 30 v. H. der gesamt-deutschen Bevölkerung umfaßt. Vieles mag zu diesem allzu geringen Ver­brauch beigetragen haben: Vor allem waren der Landwirtschaft seit der Inflation bis 1933 über­wiegend nur magere Jahre beschert, Jahre, in denen vielfach allein der Verkauf von Milch und Milch-Erzeugnissen Bargeld auf den Hof brachte. Unter solchen Umständen war die Neigung gering, für irgend etwas, was nicht unbedingt und ganz unerläßlich war, Geld vom Hofe hinausgehen zu lassen. Es ist nun einmal so, daß der Landwirt und wie gerade diese Krisenjahre gezeigt haben, nicht ganz mit Unrecht am liebsten im weitesten Umfang Selbstversorger ist. Nach diesen Gedanken­gängenrechnet" Holz aus eigenem Betrieb nicht, wohl aber Elektrizität, die von außerhalb bar ge­kauft werden muß.

Aber nun vollzieht sich ein Wandel. Die Arbeits­kräfte werden rar und insbesondere auf der Bäue­rin lastet eine oft allzu große Arbeit. Und auf der anderen Seite geschieht alles, um Brennstoffe wie Holz nicht verschwenderisch in Rauch aufgehen zu lassen, sondern für andere Zwecke zu guten Preisen zu nutzen. Unter diesen Umständen hat das Reichs­kuratorium für Technik in der Landwirtschaft einen interessanten Versuch gemacht, um auf praktischem Wege die Neigung der Landwirtschaft zu vermehr­tem Elektrizitätsoerbrauch zu prüfen. In verschiede­nen deutschen Landschaften wurden Elektroherde, Futterdämpfer und Heißwasser-Speicher leihweise zur Verfügung gestellt. Der Bauer hatte sich nur zu verpflichten, die Geräte normal auszunutzen und den Strom nach dem ortsüblichen Tarif zu bezah­len. Es wurden auch örtliche Verschiedenheiten be­rücksichtigt, indem sowohl Zuckerrübenbauern wie Weingärtnerbetriebe wie Hopfenbauern herangezo- gen wurden, also Betriebe, in denen es je nach ihrer Eigenart entweder kein oder etwas ober reichlich wirtschaftseigenes Holz gab.

Das Ergebnis war: Sämtliche Elektroherde wurden übernommen; 39 Futterdämpfer wurden behalten und 6 zurückgegeben, dagegen fanden nur 25 Heißwasser-Speicher Anklang, während 17 ab­gelehnt wurden. Weiter wurde festgestellt, daß ein Strompreis von 6 bis 10 Rpf. die Kilowatt-Stunde

am Tage und von höchstens 4 Rpf. in der Nacht als oberste Grenzen der Wirtschaftlichkeit anzu- sehen sind. Hier kommt eine Eigenart der Elektrizi­täts-Industrie der Landwirtschaft zu Hilfe. Seit Jahren sucht die Elektrizitätserzeugung, die auf die äußersten Spitzenleistungen für Höchstbedarf ein­gestellt sein muß, auch zu billigen Strompreisen einen erhöhten Stromabsatz zu nutzungsarmen Ta­geszeiten. Wenn sich hier ein Ausgleich zwischen landwirtschaftlichem Elektrizitätsbedarf und Elektri­zitätslieferung in nutzungsarmen Tageszeiten er­zielen läßt, so kann Strom zu recht billigen Prei­sen zur Verfügung gestellt werden. Es ist nicht ge­plant, die Elektrizitätsversorgung der Landwirtschaft gewaltsam voranzutreiben. Noch stellt der Dier- jahresplan vordringliche Ausgaben. Wohl aber soll eine künftige Entwicklung vorbereitet werden, die aus sich selbst werbende Kraft entfaltet und dabei auch das Rezept berücksichtigt, das schon in dem Märchen vom Wettlauf des Hasen und Igels feinen Niederschlag gefunden hat. B. R.

Aus aller Wett.

Fernsehen für Fernsprechteilnehmer.

Auf der 21. Post- und Telegraphenwissenschaft­lichen Woche in München teilte der Abteilungsdirek­tor im Reichspostministerium Dipl.-Jng. Ban­ne i tz mit, daß nach einer neunjährigen Entwick­lung des Fernsehens durch die Deutsche Reichspost nunmehr alle grundsätzlichen Fragen gelüst seien und dem praktischen Einsatz nichts mehr im Wege stehe. Die zur Zeit in Berlin im Aufbau begriffene Fernseh-Sendeanlage für 441- Zeilen-Fernfehbilder werde voraussichtlich Ostern 1938 in Betrieb genommen. Die Bauten für die Fernsehsender auf dem Brocken im Harz und auf dem Feldberg im Taunus seien fertiggestellt, mit dem Einbau der technischen Einrichtungen werde demnächst begonnen. Die Eigenart der Ultra­kurzwellen und die breiten Frequenzbänder gestatte­ten es nicht, ganz Deutschland drahtlos mit einem Fernseh-Rundfunk zu versehen. Hier werde eine drahtfunkmäßige Übertragung eingesetzt werden, bei der bis zu 2 Kilometer das Fernsehen jedem Teilnehmer über normale Fernsprech­leitungen zugeführt werden könne. Für größere

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