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Sühne im Köpperner Mordprozeß.

Skipflege im Sommer.

' Vom Ski-Klub Gießen wird uns ge­schrieben:

Nun haben die Skiläufer längst die Bretter mit dem Faltboot, mit dem Tennisschläger oder sonst einem Sommersportgerät vertauscht, denn für den ernsten Wintersportler ist es selbstverständlich, daß er sich im Sommer nicht auf die faule Haut legt, sondern seinen Körper in und auf dem Hasser oder auf der Aschenbahn geschmeidig und leistungsfähig hält. Da ist es nun an der Zeit, einige Ratschlage für eine gute Sommerpflege der Wintersportaus­rüstung zu geben.

Die Bretter werden mit Glas oder einer Zieh- klinge auf der Lauffläche von vorne nach hinten abgezogen und durch Abreiben eines in Benzin oder Terpentin getauchten Tuches vollkommen von allen Wachsresten gereinigt. Alsdann werden sie mehrere Tage hintereinander mit Ski-Oel getränkt, bis das Holz kein Oel mehr aufnimmt. Nun werden die Bretter gut eingespannt und auf die gespannte aufgebogene Spitze in einem kühlen aber trockenen Raum bis zum Winter aufgestellt.

Die Skistiefel werden auf einen Schuhleisten ge­spannt und das Oberleder sowie das Lederwerk der Skibindung mit einem guten Lederöl eingerieben. Die Schuhsohlen werden mehrmals hintereinander mit Sohlenöl getränkt.

Die Seehundefelle werden am besten in einer runden Blechdose, deren Deckel mit Leukoplast um­klebt ist, aufgehoben, da sie so gegen Motten ge­schützt sind.

* Frankfurt a. M., 9. Juni. Dieser Tage wurde hier der Prozeß gegen den Mörder des Jagdaufsehers Hofmann aus Köppern geführt und abgeschlossen. Der Angeklagte wurde zum Tode verurteilt. Damit findet eine Tat ihre Sühne, die im vorderen Taunus große EEregung ausge­löst hat.

Das Urteil.

Der Angeklagte wird wegen Mordes zum Tode verurteilt, ferner wegen Wilderns und verbotenen Waffentragens zu einer Gesamt­zuchthausstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten, auch werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer aberkannt. Ferner werden die bei der Tat benutzte Schußwaffe nebst den an­dern bei ihm vorgefundenen eingezogen, ferner der bei der Tat benutzte Dolch mit Scheide und eine Fuchsfalle.

Die Urteilsbegründung.

Bei der Urteilsfindung, so erklärte der Vorsitzende, müßten alle Gefühle ausscheiden; das Gericht habe objektiv nur auf Täter und Tat zu blicken. Zu den schlimmsten Wilderern nicht nur der Köpperner Gegend, sondern wohl überhaupt, gehöre zuerst ein­mal der Vater des Angeklagten. Er und sein Sohn waren es, denen die dortige Landschaft in erster Linie den traurigen Ruf verdankte, ein Wilderer­paradies zu sein. ____________________________

Den stärksten Schuldbeweis hole sich das Gericht, da es über einen direkten Tatzeugen nicht verfüge, aus dem Geständnis des Angeklagten selbst: Er trug die Waffe, er ging zum Wildern in der Frühe aus. Und er war es, der den ersten Schuß im Karabiner trug und löste. Allerdings finden sich in der Aussage des Sohnes wie seines Vaters er­hebliche, auch heute noch nicht völlig geklärte Wider­sprüche. Aber eines stehe für das Gericht fest: der Sohn ging nicht allein, sein Vater begleitete ihn, denn nie ging einer von ihnen allein auf die Jagd.

Der Ermordete war ein älterer schwächlicher Mann, der als Kriegsverletzter keine schwerere Ar­beit mehr zu leisten vermochte. So stellte ihn sein Chef, der Jagdbesitzer, als Waldhüter an, ein Be­ruf, bei dem sich der halbinvalide Mann, dem man große Tierliebe nachsagte, in freier Waldluft erho­len sollte. Er machte im fast undurchdringlichen Walde ohne Waffe seine einsamen Kontrollgänge. Man versuchte ihm eine Pistole geradezu aufzu­drängen. Sich mit einem Wilderer, der ihm be­gegnete, handgreiflich einzulassen, das wäre von vornherein aussichtslos gewesen.

Nein, es war ganz anders: Hofmann hatte in der Näße des Tatorts seine Notdurft verrichtet, da tauchte der Angeklagte plötzlich neben ihm auf. Durch die noch ungeordnete Kleidung stark behin­dert, vermochte sich der Erschreckte kaum zu bewe­gen, sonst wäre er wahrscheinlich geflohen. Ander­seits kann der Schuß, der die Schulter des Getöteten

streifte, niemals ein Nahschuß gewesen sein, denn es wurde weder in der Kleidung, noch im Wund­oerlauf die geringste Spur von Pulverschmauch oder -schleim gefunden. Also ist es ausgeschlossen, daß sich beim angeblichen Ringen der beiden Män­ner der Schuß gelöst haben soll. Hofmann ist, wie alle Sachverständigen übereinstimmend dartun, aus einer Entfernung von mindestens 50 bis 60 Meter getroffen worden.

Eins war dem Gericht klar: ein solcher Mord war nicht nur aus Vorsatz ausgeführt worden, sondern hier trieb eiskalte Ueberlegung. Man habe von An­fang an den Eindruck einer grauenhaften Kalt­blütigkeit gehabt und fei ihn nicht wieder losge­worden. Das Gericht habe sich bei einem solchen Verbrechen, wenn auch mit Widerstreben, den harten Grundsatz des Alten TestamentsAuge um Auge, Zahn um Zahn" zur Richtschnur machen müssen- Die Tat wäre weder aus Abwehr begangen worden, noch erscheine sie als Totschlag; sie stelle sich dem Gericht als reiner Mord dar.

Zum Schluß sprach der Vorsitzende den Beam­ten der Kriminalpolizei für ihre vorbildliche Mit­arbeit bei der Aufdeckung des Verbrechens den besonderen Dank des Gerichtes aus.

Die Zahl der Rundfunkteilnehmer am 1. Juni.

Die Gesamtzahl der Rundfunkteil­nehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Juni 1937 8 3 7 2 81 8 gegenüber 8 470 562 am 1. Mai. Jrn Laufe des Monats Mai ist mithin ein Abgang von 97 744 Teilnehmern (1,1 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. Juni befanden sich 589 392 gebührenfreie Anlagen.

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Niederdeutsch, Mundart in Nord­deutschland, nördlich der Linie von Kassel bis Posen. Nieder­deutsch zerfällt in mehrere sich unterscheidende Mundarten.

Niedergeschlagenheit, eine Ge­fühlsstimmung, bte meist nach Mißerfolgen auftritt, bekämpft man bei andern mit vernünfti­gem Zureden durch Ablenkung oder das Erwecken neuer Hoff­nungen.

Niederschlag. Wasserausscheidun­gen der Luft. Man rechnet dazu, Tau, Regen, Reif, Schnee, Grau­peln und Hagel.

Niednagel, Neidnagel, meist durch ungenügende Pflege der Fingernägel verursachte Absplit­terung des seitlichen Nagelran­des, die zu eitrigen Entzündun­gen führen kann. Der Niednagel darf nicht herausgerissen, sondern muß nach gründlichem Aufwei­chen des Nagels vorsichtig mit der Schere herausgeschnitten werden.

Niere. Die Nieren sind bohnen­förmige Gebilde, welche in der Lendengegend beiderseits von der Wirbelsäule in reichlich Fett ein­gehüllt liegen. Sie sind etwa 10 cm lang. Die Nieren bestehen aus Mark- und Rindensubstanz und aus dem Nierenbecken, von dem der Harnleiter abgeht. Die Hauptaufgabe der Nieren ist die Absonderung des Harnstoffes und des Harnes Erkrankungen der Niere lassen sich durch Unter­suchung des Harnes feststellen.

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meist durch Fortleitung von der Blase aus (s. Blasenkatarrh), aber auch durch Reizung bei Nie­rensteinen. Geht einher mit Fie­ber. Schmerzen in der Nieren­gegend. im Harn findet sich Euer.

Nierenentzündung. Man unter­scheidet akute und chronische Nie­renentzündung. Die akute Nie­renentzündung tritt auf nach Infektionen (Angina, Scharlach, Typhus usw.) und geht einher mit Steigerung des Blutdruckes, Ödemen (besonders an den Au­genlidern). Schmerzen in der Nierengegend. Verminderung der Harnmenge. Die Unter­suchung des Harnes zeigt Eiweiß im Harn an, bei der mikroskopi­schen Untersuchung finden sich rote Blutkörperchen und Zylin­der. Bei der chronischen Nieren­entzündung kommt noch dazu eine Schädigung des Nierengewebes, die Niere geht allmählich in Schrumpfung über, kann die Stoffwechselendprodukte nicht mehr aus dem Körper entfernen, der Körper geht schließlich an ei­ner allgemeinen Harnvergiftung zugrunde. Behandlung der aku­ten Nierenentzündung: vor allem Bettruhe, salzlose, fleischlose Kost, wenig Flüssigkeit. Dagegen möglichst viel Obst, grüne Ge­müse, womöglich Rohkost, Grieß-, Reis-, Hafer-. Sagoschleim. Die Behandlung gehört in die Hand eines Arztes

Nierensteine. Ablagerungen von Salzen in der Niere, die eigent­lich im Harn gelöst ausgeschie­den werden sollten. Im Urin findet sich Harngrieß und viel-

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