Dienstag, 9. November 1957
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesstn)
Nr. 262 Zweites Blatt
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-«Male eine yern]ei)]iraße. oiejer tfernieyiuuße -- sind mehrere Apparate aufgebaut, die die Dar- tt bietungen einer in der Ausstellung aufgebauten
Z.
der Brust eines jeden Menschen lebt.
das am
Das Gießener Stadttheater im Frankfurter Sender.
des Programm bringen:
1. Querschnitt durch „Wildschütz", Oper von Lortzing. Musikalische Leitung: Paul Walter. Mitwirkende: Friedel Fornallaz, $)ilbe Jachnow, Margarethe Merian, Gustav Bley, Wilhelm Greif, Jupp Müller und der Chor des Stadttheaters.
2. Aus den Gießener Morgenfeiern. „Die Windsbraut" von Billinger. Sprecher: Hermann Schultze- Griesheim. Mitwirkende: Ruth-Ines Eckermann, Emmy Güngerich, Peter Schorn. „Liebesliederwalzer" von Johann Brahms. Am Flügel: Joachim Popelka, Heinz Markwardt. Mitwirkende: Hilde Jachnow, Margarethe Merian: Gustav Bley, E. A. Waltz. 1. und 2. Satz aus „Respighi", Konzert für fünf Soloinstrumente und Streichorchester. Musikalische Leitung: Hein/Z Markwardt. Mitwirkende: Ewald Lassen (Violine), Georg Thomas (Kontrabaß), Wilhelm Heer (Oboe), Adam Schöffel (Trompete), Joachim Popelka (Klavier).
3. Aus „Eine Nacht in Venedig", Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Joachim Popelka. Mitwirkende: Gustav Bley, Wilhelm Greif, Alfons Forstner, Jupp Müller, Ernst-August Waltz: Friedel Fornallaz, Elfriede Grell, Hilde Jachnow, Margarethe Merian.__________________
Lichtspielhaus: „Wolgaschiffer".
Die berühmte Melodie des Wplgaliedes, die uns an den das gleiche Motiv behandelnden stummen Film aus Hollywood und an mancherlei Begegnungen mit den Kosaken-Chören erinnert, bildet das musikalische Leitmotiv auch in dieser französischen Produktion, die hier in deutscher Sprache erscheint: es ist die gleiche schwermütig-volkstümliche Musik, die gleiche melancholische Landschaft, das gleiche Bild der mühselig und gebückt unter ihrer Last am Ufer des riesigen Stromes hinziehenden Schlepper. Einen unter diesen zahllosen und namenlosen Galeerensklaven im alten Rußland greift die Fabel heraus, und indem die Kamera mit geschickten und kontrastreichen Ueberblendungen den Blick von der Wolga weg in eine ganz andere Welt öffnet, erlebt der Beschauer wie in einer Rahmenerzählung die merkwürdige und traurige Geschichte eines jungen, hochbegabten und eleganten Offiziers, den das Schicksal aus einer glänzenden Laufbahn gerissen und unter die Ausgestoßenen der menschlichen Gesellschaft versetzt hat, denen die Melodie „Wolga, Wolga" die tägliche Begleitmusik eines verlorenen und hoffnungslosen Lebens ist: der Leutnant, den eine leidenschaftliche Neigung zu der Gemahlin seines Obersten ergriffen hat, wird unschuldig eines schimpflichen militärischen Vergehens angeklagt, degradiert unb. verurteilt, da er sich weigert, durch eine Kompromittierung der Geliebten das ihm drohende Verhängnis abzuwenden. Die Spielleiter Vladimir Strichowsky und Jun V a n k o e ck e haben in diesen Szenen die natürliche Spannung der Kriminalhandlung mit den Reizen einer Liebesgeschichte zu verbinden verstanden: Paul Portier (an der Kamera) unterstützte Regieführung und Darsteller mit guten, klaren Aufnahmen. Pierre Blanchar und Dera Korene, die unglücklich Liebenden, bei uns bisher kaum bekannt, ergänzen einander in einem sympathischen Zusammenspiel. Vom übrigen Ensemble beben sich der von Charles V a n e l mit taktvoller Zurückhaltung gegebene Oberst und Valery Inkijinoff heraus, dessen man sich wohl noch aus dem Film „Friesennot" erinnern wird. —
Langemarck Feier
der Gießener Studentenschaft.
Am kommenden Donnerstag, 11. November, pünktlich um 11.15 Uhr, veranstaltet die Gießener Studentenschaft in der Neuen Aula der Universität eine Feier der Erinnerung zu Ehren der bei
Gottes Auge ruht — o Volk, tapfer und fromm und stark wie kein zweites, gesegnet seist du in Zeit und Ewigkeit!
Die Messe ist aus; zwischen den kleinen, bäuerlichen Ministranten schreitet der alte Pfarrer über’s Feld der Kirche zu. Durch die Wiesen zerstreut sich der Zug: nach allen Seiten rattern die geschmückten Wagen auseinander in ihre Heimatdörfer, über die Stoppeläcker galoppieren ein paar Fahnenreiter auf den jungen Hengsten, die nicht mehr zu halten sind, vor dem Dorfwirtshaus unter den alten Linden hat sich die Blechmusik aufgestellt, zu weltlicheren Liedern nun und über die erntemüden Felder, auf denen die leuchtende Sonne des Spätherbstes wie Segen aus den Himmeln liegt, fährt der schwere, geschmückte, vierspännige Leiterwagen mit den geputzten Jungfrauen zum Tanz in den fahnengeschmückten Marktflecken zurück.
Ruhe über den Feldern. Nur der alte Meßner wandert noch bedächtigen Schrittes vom Altar zurück über die Wiese und trägt die schwere, altersgraue Barockfigur des guten Heiligen in die kühle Stille des Leonhardkirchleins heim.
geschmückte Wagen und unruhige Pferde und der umjauchzte Wagen mit den Jungfrauen in den goldenen Flitterkrönlein und seidenen Miedern. Nun wird es still: die weltlich frohe Musik schlägt um zum Choral und entblößten Hauptes zieht der Zug vorbei vor dem schlichten Altar, auf dem die Kerzen im Herbstwind wehen. Weihrauch steigt auf aus den silbernen Behältern, die die kleinen, weißgekleideten Ministranten schwingen: im großen Ornat, den Weihwasserwedel in der Hand, steht der alte Geistliche auf den Stufen und segnet die Tiere, die stumm an ihm vorüberzieben, mit Mühsal beladen auch sie, wie alles Erschaffene und des Segens bedürftig. Mit schweren, langsamen Schritten stapfen die schweren Arbeitspferde vorbei und die müden Tragtiere aus den Bergen und ein paar alte Kriegspferde, Ehrennarben auf den mageren Kruppen: nur die jungen Hengste aus dem Bauerngestüt und ein paar Fohlen machen sich einen Spaß aus dem Weg und geben ihren Führern zu schaffen, die, das Hütt fromm in der Hand, ein Kreuz schlagen wollen unter der Weihe und doch beide Hände brauchen für die ungebärdigen Jungen, die das harte Leben noch nicht gebrochen hat.
Und nun stehen sie alle im Kreise um den Altar, die gold- und seideschimmernden Jungfrauen kmen vor seinen Stufen, die arbeitsgebeugten Gestalten der alten Bauern stehen dunkel in der lichtübergossenen Wiese, überall drängen die geschmückten Pferdeköpfe sich zwischen Schultern und rosenkranzumwundenen Händen hindurch und die Fahnenreiter halten prächtig und schwer hinter den knienden Jungfrauen vor dem Altar, eine gute Schildwache.
Die Messe beginnt. Segen zu erflehen für Bauern- (ebcn und Bauernarbeit, für Bauernflur und Bauernställe, das ist ihr Sinn, lieber die Stoppelfelder und Wiesen, die im Schmuck der letzten Herbstzeitlosen prangen, schallt der fromme Gesang und das viel zu wenig gehörte und viel zu wenig nachgelebte Wart: Der Gerechte erbarmt sich auch seines Viehes!
Wie sie da stehen und knien, in den gichtigen Händen das abgegriffene Gebetbuch, auf den gesenkten Häuptern den Schnee eines langen Lebens und auf den krummen Rücken die Last vieler Arbeitsjahre, neben ihnen die schweren Kopfe ihrer Pferde, müde, krumm und verbraucht auch sie! Und hinter ihnen die Jungen voll derber Kraft und derber Lebenslust, in den braunen Fausten Die Zügel der unruhigen Hengste — aber nun auch sie die trotzigen Köpfe gebeugt vor dem Segen den wir alle brauchen, wenn unser Leben köstlich gewesen sein soll, den Segen der Arbeit, auf der
77SG. „Kraft durch Ireude".
Spottamf.
Am Dienstag, dem 9. November, fallen sämtliche Sportkurse in Gießen aus. 7331D
Beförderungen zum 9 November.
Anläßlich des 9. November erfolgten in der SA. wieder zahlreiche Beförderungen. Darunter befinden sich aus unserer engeren Heimat folgende: In der Brigade 147 (Gießen) wurden zu Sturmfüh- rern befördert die Obertruppführer Erasmus Pauly, Heinz Barth und Wilhelm Hahn.
In der HI. Hessen-Nassaus erfolgten gleichfalls zahlreiche Beförderungen. Darunter befinden sich aus unserer engeren Heimat folgende: zum Bann- führ er wurde befördert der Führer des Bannes 116 (Gießen) Unterbannführer Heinrich Rohrbach; zu Jungbannführern befördert wurden die Führer des Jungbannes 116 (Gießen) Stammführer Sigurd T a e s l e r und der Führer des Jung- banns 88 (Wetzlar) Stammführer Walter Schreiber.
Der 9. November in Gießen.
Am heutigen 9. November zeigen die Straßen unserer Stadt reichen Flaggenschmuck. Die Gießener Gedenkfeier zum 9. November beginnt am heutigen Abend pünktlich um 20.30 Uhr auf dem Brandplatz bzw. Landgraf- Philipp-Platz. Ansprachen werden dabei Kreisleiter Backhaus und Brlgadeführer Schwarz halten. Die Feier, zu der alle Volksgenossen eingeladen sind, wird etwa eine Stunde dauern.
Dornotizen.
Tageskatender für Dienstag.
NSDAP.: Feier des 9. November pünktlich 2 0.3 0 Uhr auf dem Brandplatz bzw. Landgraf-Philipp-Platz. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Frauenliebe — Frauenleid". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Wolgaschiffer".
3ungorfsgruppe des VDA.
Die Jungortsgruppe Gießen des VDA. veranstaltet am Donnerstag, 11. November, 20.15 Uhr, im Studentenheim einen Gemeinschaftsabend. Studienrat Seybold spricht über das Thema: „Warum VDA.?" Mit der Veranstaltung wird eine Ausstellung der Halbjahresarbeit verbunden sein; auch Handarbeiten auslandsdeutscher Volksgenossen werden gezeigt. ____________________
tzockWnrnachncbten
Der ordentliche Professor der Musikwissenschaft in Frankfurt, Dr. Joseph Müller-Blattau, hat vom 1. November ab die Professur für Musikwissenschaft an der Universität Freiburg i. Br. vertretungsweise übernommen. Mit der Vertretung des Frankfurter Lehrstuhls ist für das Wintersemester 1937/38 der Dozent Dr. Hellmuth Osthoss (Berlin) beauftragt worden.
Der ao. Professor an der Universität Berlin Dr. Marianus Czerny hat den freien Lehrstuhl für Experimental-Physik an der Universität Frankfurt und die Leitung des Physikalischen Instituts vertretungsweise übernommen.
Professor D. Friedrich Baumgärtel an der Universität Greifswald wurde als Nachfolger des nach Berlin berufenen Professors D. H e m P e l zum Ordinarius für Altes Testament an die Universität Göttingen berufen.
Professor Dr. Ernst Philipp, Ordinarius für Geburtshilfe und Gynäkologie in Greifswald, wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Kiel versetzt. f _ r
Der ao. Professor Dr. Wilhelm Hasenack ist zum Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Freiburg ernannt worden.
Professor Dr. Erich Kamke, Extraordinarius für Mathematik an der Universität Tübingen, ist auf Grund des Paragraphen 6 des Berufsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt worden.
Im Beiprogramm sieht man die neue Fox- Wochenschau, einen Vorspann zum „Großen Abenteuer", und vom Boxkampf um die Halbschwer- gewichtsmeisterschait zwischen Heuser und Witt einen genauen Bildbericht, der die sachverständigen Sportfreunds in Wallung bringt. Hans Thyriot.
Langemarck gefallenen Studenten. Im Mittelpunkt der Feier wird eine Ansprache des Studentensüh- rers Frank stehen, der über das große Opfer der Helden von Langemarck und über die Verpflichtung der deutschen Studentenschaft der Gegenwart sprechen wird. Am Nachmittag wird von einer Abordnung des NSDStB. am Ehrenmal der 116er auf dem Landgraf-Philipp-Platz ein Kranz niedergelegt.
Die Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldaten- Kameradschaften fordert die angeschloffenen Kameradschaften auf, an der Langemarck-Feier der Gießener Studentenschaft teilzunehmen. Antreten 11 Uhr vor der Universität.
lieber 11000 M.
WHW.-Sammelergebnis.
Die Winterhilfesammlung des vergangenen Sonntags, die von den Kameraden der SA., ff, NSKK. durchgeführt wurde, erbrachte im Kreise Wetterau der NSDAP, einen Betrag von über 11 000 Mark. Insgesamt wurden etwa 60 000 Stück der schönen Elektron-Abzeichen mit den Symbolen der Monate und dem Schmuck der Halbedelsteine verkauft. In unserer Stadt wurden allein 20 000 Stück abgesetzt.
WHW. Ortsgruppe Süd.
Am Montag, 8., Dienstag, 9., und Mittwoch, 10. November, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Kleidersammlung durch die NS.- Frauenschast statt. Es werden auch nicht mehr tragfähige Kleidungsstücke entgegengenommen. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Sachen zur Abholung bereitzuhalten.
Aus der Stadl Gießen.
Herbstliche Pracht.
Selten wurde uns ein so schöner Herbst geschenkt wie heuer. Es tarnen keine starken Stürme, und auch die ersten Nachtfröste stellten sich noch nicht ein. Die Wälder stehen in ihrer golbnen Schönheit.
Wenn auch die Nächte kühl sind und am Morgen die Welt im Nebel liegt, um so schöner ist dann alles, wenn die Sonne durch die Wolken dringt. Wald und Flur sind dann wie verzaubert. Kein Lüstchen regt sich, Stille herrscht überall.
In den Gärten aber blühen in einer überreichen Pracht die Winterastern und Dahlien. Die meisten Sommerblumen sind verwelkt. Die Nächte sind ihnen zu kühl, der Nebel drückt sie. Aber Dahlien und Astern, sogar noch einzelne Nelken und Veilchen leuchten in allen Farben. Ja, hier und da kommen einzelne Maikäfer aus der Erde hervor. So werden sie von dem warmen Wetter getäuscht.
Die Blüten der Dahlien und Astern geben den Gärten einen eigenen Reiz. Sie strömen wohl keinen Duft aus, aber ihre Farben und ihre Formen erfreuen uns. Erwartungsvoll stehen sie in der Herbstsonne. Die meisten Blüten der Astern sind weiß, doch auch goldgelbe, violette, dunkelrote sehen wir. In allen Größen, in allen Farben und Formen, so füllen sie die Gärten mit ihrer Pracht.
Ihre Schönheit verleiht dem späten Herbst noch einen Abglanz von Freude und Zuversicht. Kein Zeichen vom Vergehen ist bei ihnen sichtbar. Draußen liegen die Wiesen still und leer, die Aecker zeigen ihre braunen Schollen, im Garten aber leuchten Dahlien und Astern.
Das Laub fällt von den Bäumen, auf allen Wegen raschelt es. Doch die Astern und letzten Blumen grüßen und erinnern an sonnige Tage. Sie täuschen uns noch einmal die Sommerherrlichkeit vor, lassen uns für Augenblicke vergessen, daß nun auch der Herbst bald vorüber ist.
Wie schnell verblühen die Blumen im Sommer! Am Morgen noch kleine Knospen, und am Abend fallen schon die Blütenblätter ab. Die Herbstblumen aber sind gehärtet durch die kühlen Nächte, sie bleiben lange in der Knospe und erfreuen uns noch für Wochen mit ihren herrlichen Blüten. Es ist, als ob sie die Schönheit des Sommers in sich aufgespeichert hätten.
Wir lieben diese letzten Grüße des Herbstes. Sie zeigen aber zugleich hinüber nach dem kommenden Frühling. Sie sind uns wohl ein Sinnbild des Abschieds, aber auch Träger einer Hoffnung, die in
von nur 0,50 Mark.
Melde sich jeder sofort bei der zuständigen Dienststelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu den Sonderzügen an!
Die Züge ab Gießen.
21 b Gießen werden an den beiden kommenden Sonntagen, 14. und 21. November (für 1,45 Mark nach Frankfurt und zurück), folgende Züge gefahren: 9.05 Uhr ab. Gießen, 9.28 ab Butzbach, 9.40 ab Bad-Nauheim, 9.48 ab Friedberg, 10.06 ab Vilbel-Nord, 10.24 an Frankfurt a. M. Zu diesen Zügen werden Anschlußzüge gefahren: 7.59 Uhr ab Dillenburg, 8.40 ab Wetzlar, 8.53 an Gießen; 7.17 Uhr ab Biedenkopf, 8.22 ab Marburg, 8.57 an Gießen; 9.01 Uhr ab Hungen, 9.40 an Friedberg.
Die Rückfahrt dieser Züge ab Frankfurt am Main erfolgt um 21.10 Uhr mit Anschlußzügen nach Hungen (ab Friedberg), an 23.15 Uhr, ferner nach Marburg und Biedenkopf bzw. Wetzlar und Dillenburg.
Außer den Sonderzügen gibt die Reichsbahn am Donnerstag, 18., und Freitag, 19. November, Sonntagsrückfahrkarten aus, die jeweils von 0 Uhr bis 3 Uhr des nächsten Tages gelten. Diese Sonntagsrückfahrkarten berechtigen nur dann zur Rückfahrt, wenn sie von der Geschäftsstelle der Ausstellung abgestempelt sind. Die Fahrkarten sind von allen Babnbölen erhältlich, die normalerweise Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt a. M. ausgeben.
Die Feensehsiraße
auf der Gaukutturausstellung.
NSG. Auf der Gaukulturausstellung Hessen- Nassau, die vom 13. bis 21. November durchgeführt wird, errichtet die Deutsche Reichspost zum ersten
genossen, die aus irgendwelchen geschäftlichen oder persönlichen Gründen während des Ablaufs einer Hebung in einer Gemeinde zu tun haben, oder diese passieren müssen. Insbesondere sind die Ortspolizeibehörden berechtigt, von auswärts kommende Fahrzeugbesitzer — Kraftfahrer, Radfahrer, Fuhrleute usw. — beim Eintritt in eine unter Verdunkelung stehende Ortschaft an der Weiterfahrt zu hindern, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Fahrzeuge vorschriftsmäßig abzublenden (wobei bemerkt wird, daß ein Fahren völlig ohne Licht verboten ist). Es liegt daher im eigensten Interesse der Fahrzeugbesitzer, für die Folge das erforderliche Abblende material, insbesondere die vorgeschriebenen Schlitzkappen, ständig mit sich zu führen, um sich eintretendenfalls „luftschutz- mäßig" verhalten zu können und auf diese Weise unliebsamen Aufenthalten oder Verzögerungen bei der Abwicklung ihrer Geschäfte vorzubeugen.
Anläßlich der Gaukulturwoche 1937 wird Stadttheater Gießen im Frankfurter Sender Montag, 15. November, von 16 bis 18 Uhr, folgern
Fernfehbühne übertragen. Niemand sollte versäumen, diese Fernsehstraße aufzusuchen, die zum ersten Male in Frankfurt gezeigt wird. Wo diese Fernsehstraße bisher gezeigt wurde, hatte sie einen unübertrefflichen Besuch zu verzeichnen. Durch ihren Einbau in die Gaukulturausstellung wird sie mit zu einem Hauptanziehungspunkt der Ausstellung. Zum ersten Male haben damit die Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau die Möglichkeit, in der Gauhauptstadt diese Höchstleistung deutscher Funktechnik zu sehen. Da in unserem Gau auf dem Feldberg ein Fernsehsender errichtet wird, dessen Modell ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist, haben die Fernsehvorführungen besondere Bedeutung.
Sonderzüge zur Gaukuliurausstellung
Für 1.45 Mk. von Gießen nach Frankfurt und zurück.
Unvermutete Alarm- und Verdunkelungsübungen
Fahrzeugbesitzer „lustschutzmäßig" einrichten.
Vorn Kreisamt Gießen wird uns folgendes geschrieben:
Im Rahmen der planmäßig fortschreitenden Schulung der Bevölkerung im zivilen Luftschutz muß im Laufe der kommenden Wintermonate auch mit der Veranstaltung unvermuteter Alarm- und Verdunkelungsübungen gerechnet werden. Zuständig für die Anordnung derartiger Uebungen sind die Ortspolizeibehörden, deren Befehlsbereich jeweils der gesamte Gemarkungsbezirk unterliegt. Nachdem die Erkenntnis von der Notwendigkeit des Luftschutzes angesichts der weltpolitischen Ereignisse und dank der Aufklärungsarbeit des Reichsluftschutzbundes und der sonst berufenen Stellen immer mehr zum Gemeingut des Volkes geworden ist, darf erwartet werden, daß sich jedermann — unbeschadet seiner gesetzlichen Verpflichtung — in freiwilliger Selbstdisziplin den jeweils getroffenen Anordnungen fügt und damit zum erstrebten Erfolg beiträgt. Das gilt im Einzelfalle selbstverständlich auch für solche nichtortsansäfsigen Volks-
NSG. Um den Besuch der großen Gaukultur-< Male eine Fernsehstraße. In dieser Fernsehstraße ausstellung, die in einer einmaligen, vorher nie ge- r:“x u*"**"* >>.« >l'fl
zeigten Zusammenfassung einen Leistungsquerschnitt durch das gesamte kulturelle Schaffen des Rhein- Main-Gebietes gibt, jedem Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau zu ermöglichen, läßt die Gaupropagandaleitung in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" 12 Sonderzüge nach Frankfurt a. M. fahren. Der Fahrpreis der Züge ist um 75 v. H. ermäßigt, so daß jeder Volksgenosse sich an der Fahrt beteiligen kann. Außerdem zahlen die Teilnehmer an den Sonderzügen einen verbilligten Eintrittspreis in die Ausstellung
Der Tag der Pferde.
Von Sofie von Uhde.
1 Herbstliche Nebel dampfen aus dem braunen Moos und ziehen wie Schleier vor den blauen Bergen hin. Weiße Gipfel steigen in blasses Fruh- licht- noch ist die Natur abgewandt und stumm. Aber in der fahnenbunten, altersgrauen, stellen Dorfstraße ist es schon lebendig genug. Ländliche Blasmusik schmettert in die kalte Morgenluft, auf schweren Ackergäulen, deren Mähnen und Schweife mit Stroh und Bändern eingeflochten sind, reiten Burschen im Sonntagsstaat, die Fahnenstange im Bügel und das Fahnentuch flatternd über der Schulter wie nochmal ein heiliger Georg. Geschmückte Leiterwagen folgen, einer hinter dem andern, vier Pferde vor jedem, wehende Bänder am Kopfzeua und hinter dem Tannengrün die Vertreter der Gemeinden und Zünfte, Flößer und Holzfäller in alter Tracht, ihren Heiligen zuoberst auf den schweren Holzstämmen, die Schäfer mit den jungen Lämmern, die ländlichen Rot-Kreuz-Der- eine, die Tragtiere von den Berghütten ringsum und zum Schluß ein Wagen voll Jungfrauen, der in der inzwischen aus den Nebeln getauchten Herbstsonne hellauf strahlt vor Seide und Gold und Flitterschmuck der Trachten. Und nun P^rde m lanaen Reihen junge, kecke, die wiehern und aus- S alte, mübe, in' bedächtigem Schritt Stuten das Fohlen zur Seite. Sie sind alle geschmückt denn es ist ihr Tag: sie gehen zur Benebikhon 3u ihrem guten Heiligen, dem Sankt Leonhard der die Pferde liebt. Aus der engen, sollen Straße aewinnt der Festzug das freie Feld und zieht 1nnter Fahnenreitern und Musik über die ^bfthdjen Wiesen den Bergen zu, wo an den Ufern emes dunklen moorigen Sees, unter uralten JBaumen und im' Schuhe der dunkelbewaldeten Wände das kleine Barock-Kirchlein liegt, das dem Schutzpatron der Pferde geweiht ist.
Hier geht's schon fröhlich zu; von allen Setten ist öie Landbevölkerung herbeigestromt sonntäglich geputzt und harrt vor dem Dorfwirtshaue.desZuges. Schon ist das erste Faß angestochen, und d e W Würsteln tun gut nach dem langen Mar ch, aver -noch lieat eine gewisse Gehaltenheit über allem und die Alten machen sich rasch wieder auf nach dem Trunk hinaus auf die große Wiese, wo der Alta für die Feldmesse errichtet ist; nur den Jungen ge- fäüt’s noch zu gut hier, um chon gleich wieder zu gehen das Bier ist frisch und die Kellnerin auch. 9 Doch da schmettert's heran den schmalen Flurweg, Musik und Fahnen und festliches Peitschenknallen,
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