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kömmling nach Erlaß der Nürnberger Gesetze einen Juden oder ohne die erforderliche Ge­nehmigung einen jüdischen Mischling g e heiratet hat.

Die innere Vesrieoung Danzigs.

Danzig, 8. Nvv. (DNB.) Der Danziger Volks- tag behandelte das Amnestiegesetz, das eine Amnestie für politische Verfehlungen darstellt, die sich beson­ders auch zugunsten der Geistlichen bei­der Konfessionen auswirken wird. Das Gesetz soll eine allgemeine endgültige Befrie­dung der Danziger innerpolitischen Verhältnisse herbeizuführen. Das Gesetz, dem auch die polnische Gruppe zustimmte, wurde in allen drei Lesungen einstimmig angenommen. Namens der na­tionalsozialistischen Fraktion erklärte Abg Beyl: Ein Ausdruck des ehrlichen Willens zur Versöhnung mit den besiegten Gegnern und gleichzeitig ein Aus­druck einer großmütigen Gesinnung sei diese Am­nestievorlage. Ihre Annahme mit einer für diesen Volkstag bislang unerhörten Mehrheit sei ein Be­weis dafür, daß die große deutsche Front in Danzig st e h e, und daß sie in aller Zukunft unzerstörbar sein werde.

Der Volkstag befaßte sich dann noch mit den Ver­ordnung über die Bildung einer Danziger Staatsjugend sowie über das Verbot der Neugründung von politischen Par­teien. Der polnische Abgeordnete Budzinski er­klärte, daß die polnische Gruppe sich der Stimme enthalten werde, da das Staatsjugendgesetz nur die deutschstämmige Danziger Jugend umfassen werde, und die Neugründung von politischen Parteien eben­falls eine ausschließliche Anlegenheit der Deutschen in Danzig sei. Der Volkstag gab beiden Verordnun­gen mit einer weit über die Zwei-Drittel-Mehrheit hinausgehenden Stimmenzahl seine Zustimmung. Die Abgeordneten der ehemaligen Oppositionspar­teien haben durch ihre Stimmenthaltung die An­nahme dieses Antrages indirekt gefördert und da­mit zum Ausdruck gebracht, daß sie sich einer end- gültigen Liquidierung des Vielparteiensystems in Danzig nicht widersetzen. Abgeordneter Beyl er­klärte, daß auch Danzig nun die Auflösung des Parteienstaates erlebe. Daß die geschichtlich notwen­dige Entwickelung zuletzt doch noch ohne jede Bit­terkeit vor sich gegangen sei, verdanke man dem Gauleiter, der in den entscheidenden Stunden Tat­kraft mit Maß zu paaren verstanden und erreicht habe, daß der ganzen Entwicklung die versöhnende Note nicht fehle. Die Danziger Jugend stehe mit wenigen Ausnahmen fest in der Hitler-Jugend Wir hätten also seit langem eine Staatsjugend, ohne sie so zu nennen. Die Zeit sei gekommen, wo man eine schon längst praktisch vollzogene Tatsache nun auch gesetzlich festlege.

Agenten der GpLt.

Ein interessanter Fund der Pariser Kriminalpolizei.

Paris, 8. Nov. (DNB.) Die Pariser Kriminal­polizei scheint bei den Nachforschungen nach den verschwundenen russischen Generälen Miller und S k o b l i n einen glücklichen Fund gemacht zu haben. Die bereits' seit längerer Zeit verhaftete Frau des Generals Skoblin hatte immer wieder nach einer in Jerusalem gedruckten und in grünes Leder gebundenen Bibel gefragt. Jede andere Bi­bel, die man ihr auf der Polizeibibliothek gab, schlug sie aus. Ihr beharrlicher Wunsch kam den Kriminalbeamten jedoch verdächtig vor. Man fand das gewünschte Buch auf dem Schreibtisch m der Privatwohnung des Generals Skoblin. Bei einer eingehenden Untersuchung des Buches fiel einem der Beamten ein Zettel in die Hand, der eine chemische Formel enthielt und den Vermerk Johannes-Evangelium, Seite 20". Als man die betreffende Seite mit der chemischen Formel be­arbeitete, kam eine Geheimschrift zutage, die wahrscheinlich der Code gewesen ist. den Skoblin während seiner langjährigen Tätigkeit als GP U.- Geheimagent benutzt hatte. Die zahlreichen unverfänglichen Briefe und Postkarten, die der Frau Skoblin aus allen möglichen Ländern Europas in das Gefängnis zugingen, dürften damit auch eine neue Aufklärung finden.

Terrorist in Frankreich festgenommen.

Paris, 9. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Polizei von Dalenciennes nahm einen Ungarn Koloman B u d a y , wohnhaft in Marseille, in dem Augen­blick fest, als er in den Zug nach Donai steigen wollte. Es soll sich um einen seit langem gesuchten gefährlichen Terroristen handeln, der wegen seiner terroristischen Ideen bereits in Ungarn von der Advokatenliste gestrichen worden ist. 1930 gab er mehrere Revolverschüsse vor der ungarischen Gesandtschaft in Wien ab und verletzte dabei einen Attache. 1933 gab er in Genf im Völker­bund während einer Sitzung mehrere Schüsse ab. Er konnte damals entfliehen. Vor 15 Tagen war er aus Frankreich ausgewiesen worden, kam aber an einer anderen Grenzstelle anscheinend wieder in das Land herein. In seinem Gepäck fand man u. a. eine schwarze Maske sowie auf 34 verschiedene Namen lautende Personalpapiere, zahlreiche Stadtpläne großer französischer Städte, darunter auch von Marseille, mit geheimnisvollen Eintragungen. Koloman Buday steht in dem Ver­dacht, an der Ermordung des Königs Alexander von Jugoslawien und des französi­schen Außenministers B a r t o u in Marseille be­teiligt gewesen zu sein.

Erneute Erhöhung der Derkehrstarise in Frankreich.

Paris 9. Nov. (DNB. Funkspruch.) Neben der wahrscheinlich 2 5 p r o z e n t i g e n E r h o h u n g der französischen Ersenbahnta r r s e zu Beginn des kommenden Jahres werden für die Pariser Bevölkerung alsNeuiahrsgeschenk , wie es derPettt Parisien" bezeichnet, ab 1. Januar 1938 die Fahrkartenpreise der Pariser Ver- kehrsunternehmun gen heraufgesetzt wer­

den. So wird der Einzelfahrschein in der Unter­grundbahn in der 1. Klasse von 1,25 auf 1,60 Fran­ken und der der 2. Klasse von 1,00 auf 1,10 Fran­ken erhöht. Die städtischen Omnibusse schlagen mit dem Einzelfahrschein von 55 auf 60 Centimes und mit dem Einzelfahrschein aus den Fahrscheinheften von 40 auf 45 Centimes auf.

Aeichsminister Seldte in Holland.

Amsterdam, 8. Nov. (DNB.) Am Montag traf Reichsarbeitsminister S e l d t e zu einem mehr­tägigen Besuch in Holland ein, um die Arbeiten auf dem Gebiete der Urbarmachung, der Sied­lung und der Arbeitsbeschaffung kennen zu lernen

Die reichsdeutsche Kolonie im Haag beging die Gedächtnisfeier für die Gefallenen der Feldherrnhalle Reichsminister Seldte schilderte m einer Ansprache die ungeheure Not des deutschen Volkes nach dem Frieden. Dem 9. November 1918, wo sich die alten Frontkämpfer fragen mußten, ob denn ihr Opfer in den Schützengräben vergeblich gewesen sei, sei der 9. November 1923 und die Zeit des Kampfes um den deutschen Menschen gefolgt. Daß das deutsche Volk den Ruf des Führers hörte, sei der beste Beweis dafür, daß die Blutopfer der Bewegung nicht umsonst gewesen seien. Der Mi­nister wies dann auf die besonderen Aufgaben des

Auslanddeutschtums hin. Das nationalsozialistische Deutschland brauche die Erfahrungen der Ausland­deutschen, die einmal in die alte Heimat zurück­kehren, und im Stande seien, neue Anregungen für die Arbeit im Reich zu vermitteln

Die Erfassung und Verwertung des Altmaterials.

NSG. Der Reichskommissar für Altmaterialver­wertung hat den Aufgabenbereich und die Voll­machten der Gaubeauftragten für Alt- materialerfassung erweitert. Sie sind Be­auftragte des Reichskommissars auch auf dem Ge­biete der Altmaterialerfassung in allen gewerblichen Betrieben und auf dem Gebiete der Mülloerwer­tung. Gaubeauftragter für den Gau Hessen-Nassau ist der Gauwirtschaftsberater, dem in den Kreisen die Kreiswirtschaftsberater als Kreisbeauf­tragte unterstehen. Um die Erfassung der Alt- und Abfallstoffe künftig so erfolgreich wie möglid) zu gestalten, werden im Gau Hessen-Nassau für alle Ortsgruppen- und Stützpunktbereiche erfahrene Parteigenossen als Beauftragte einge­setzt. Sämtliche Beauftragte arbeiten ehrenamtlich. Ihre Maßnahmen sind von der gesamten Bevölke­rung insbesondere von den Haushaltungen, den gewerblichen Betrieben, Schulen und Sammlern verständnisvoll zu unterstützen.

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Die Deutsche Jägerschaft versammelte sich in Braunschweig und auf dem Hainberg zu ein­drucksvollen Feiern. Unser Bild zeigt rechts Generaloberst Göring im Gespräch mit dem britischen Botschafter Henderson. Zwischen beiden Staatssekretär Körner-, links den Reichsjägermeister während der Feier am Hainberg. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Neues Leben im Reiche des Glases

Von Or. Wolfgang Mejer

Seit Jahrtausenden ist die Herstellung des Gla­ses bekannt. Schon auf altägyptischen Bildern be­gegnen uns Glasmacher, die ihre Kunst im Grunde in der gleichen Weise ausübten, wie es das Hand­werk heute noch tut. Von jeher aber haftet dem W e r k st o f f Glas ein Hauch des Zauberhaften, des Geheimnisvollen an. Er läßt unseren Blick durch Dinge gleiten, die doch körperlich vor uns stehen. Farbiges Glas läßt uns eine wundersame,- fremde Umwelt erleben, wenn wir hindurchschauen. Und jäh zerspringt die schöne Form, wenn sie mit weni­ger zarten Gebilden zusammenstößt. Von gläsernen Herzen erzählt das Märchen, von gläsernen Schüh- lein, vorn gläsernen Berg und manch anderen seltsamen Wesen, deren zauberhaftes Walten sich aus den Eigenschaften des Glases erklärt

Wir Zeitgenossen einer weniger wundergläubi­gen, maschinenrasselnden Gegenwart aber lernen plötzlich an dem ehrwürdig alten Werkstoff Glas neue, erstaunliche Fähigkeiten kennen, die sich die Fabeldichter der Vergangenheit nicht hätten träu­men lassen. Dank den jüngsten Errungenschaften von Wissenschaft und Technik, und nicht zuletzt dem Wirken deutscher Forscher und Ingenieur, vermag Glas heute Eigenschaften zu entwickeln, die ihm mit einem Male ungeahnte Anwendungsge­biete erschließen. Wir stehen mitten in diesem Ge­schehen. Wir müssen den neuen Möglichkeiten des Glases nicht allein darum Beachtung schenken, weil die Werkstoff-Frage Deutschland höchst wichtig ist. Glas hat ganz beträchtliche Vorzüge, wie Sauber­keit, Unempfindlichkeit gegen Wasser und chemische Stoffe, es hat wertvolle optische und elektrische Eigenschaften und hervorragende künstlerische Eig­nung. Alle solche Vorteile des Glases werden nun immer weiteren Bereichen der Technik, Kunst und des Alltagslebens erschlossen. Noch vor wenigen Jahren hätte es die Hausfrau nicht wagen dürfen, etwa Spiegeleier über offener Gasflamme in einer Glaspfanne zu braten. Sie wäre auch gar nicht auf einen solchen Gedanken verfallen. Denn das wußte seit Urväter Zeiten jedes Kind: Glas zerspringt im Feuer sofort! Jetzt aber haben wir das feuer- f e st e Glas, das uns die seit Jahrhunderten in der Glasmacherkunst berühmte Universitätsstadt Jena beschert hat. Nun ist es eine Augenweide für Familie und Gäste, wenn die Hausfrau leckere Spei­sen gleich in dem appetitlichen Glasgefäß auftischt, in dem sie gebacken oder gebraten wurden!

Die von unserer Technik erreichte Widerstands­fähigkeit von Glas gegen hohe Hitzegrade verwertet die deutsche Glasindustrie neuerdings auch in der Herstellung von H e i ß w a f serspeichem für

Bad, Küche und andere Zwecke. Im Gaststätten­wesen werden Glasrohre für Getränkeleitungen und Kühlschlangen immer mehr beliebt, weil sie sauber sind und die Flüssigkeiten nicht chemisch beeinflussen. Auch im Hausbau setzt sich der Werkstoff Glas immer stärker durch. Neben den herkömmlichen Fen­stern, Wandteilen und Fußböden werden vielfach auch andere Einzelteile, beispielsweise Türgriffe, statt aus Holz oder Metall heute aus Glas ange­fertigt. Im Bauwesen bewähren sich auch Zwischen­schichten aus Glasgespinst,G l a s w a t t e" oder G l a s w o l l e", zum Schutz gegen Schall, Wärme und Kälte ausgezeichnet; sie werden auch in der Industrie zur Isolierung von Dampfleitungen und ähnliche Zwecke vorteilhaft verwendet. Das ist vor­läufig das Gebiet der Glasgespinste, da ihrer Mas­senherstellung für Kleiderstoffe oder Wäsche noch gewisse Schwierigkeiten im Wege stehen. Aber schon der Einsatz der Glasgespinste für die genannten Ver­wendungen ist außerordentlich wertvoll. Denn Glas­gespinste, die aus Glasfäden von nur zwei bis zehn Tausendstel Millimeter Stärke bestehen eine technische Leistung, die in hervorragendem Maße deutschem Fleiß zu danken ist! zeichnen sich durch Unbrennbarkeit und Unempfindlichkeit gegen chemische Einwirkungen aus und haben zudem einen schönen, seidigen Glanz.

Wie- bei den Metallerzeugnissen, so gründen sich auch bei den verschiedenen Glassorten die Eigen­schaften auf die Zusammensetzung, dieLegierung" verschiedenartiger Stoffe, Kieselsäure, Alkalien und die meisten Metalloxyde sind die Hauptbestandteile der meisten Gläser. Im ganzen kommen etwa 20 der 92 bekannten Elemente alsG l a s b i l d n e r" in Frage. Ihre Möglichkeiten zu ergründen, haben sich dieGlastechnischen Gesellschaften" zur Auf­gabe gesetzt. Nur zwei dieser wichtigen Forschungs­förderer gibt es auf der Erde: eine deutsche und eine englische. Aber auch Fachleute anderer Länder arbeiten eifrig mit beiden Gesellschaften zusammen. Denn das Reick des Glases ist noch weit weniger bekannt als das der Metalle.

Gerade die jüngste Zeit hat uns erstaunliche Er­gebnisse dieser Forscherarbeit gebracht, und wir dürfen freudig feststellen, daß sie zu gutem Teile in Deutschland geleistet wurde. Gläser werden heute in allen Farbtönen gefertigt. Es gibt Glas­arten, die für Ultraviolett oder Ultrarot durchlässig sind oder solche Strahlen absorbieren. Wir haben Sonderaläser für Glühlampen jeglicher Art, für Leuchtröhren, für Rundfunksender- und Empfänger­röhren, für Fernsehröhren, Röntgenröhren und Röntgenschutz, für Metalldampflampen, Gleichrichter

und viele andere Ausgaben. Ein einziges deutsches Unternehmen liefert an hundert verschiedene Glassorten für mannigfachste Verwendung!

Natürlich läßt sich die heute praktisch unbegrenzte Farbgebung für Glas auch hervorragend fünft e» rischen Wirkungen dienstbar machen. Das uralte deutsche G l a s k u n st h a n d w e r k, wie es vor allem in Thüringen und im Bayrischen Wald zu Hause ist, überrascht uns immer wieder durch rei­zende Neuheiten, in denen es sich auch die Fort­schritte der Glasindustrie wirksam nutzbar macht. Handwerk und Industrie sind gerade beim Schaf­fen in Glas untrennbar verschwistert. Es ist kein Zufall, daß beispielsweise das Thüringer Land nicht nur die Heimat des weltberühmten Christbaum­schmuckes, der Glasketten und Glasperlen, der wohl- aeftalteten Glasgefäße und anmutigen Glastier­figürchen ist, sondern auch eine optische I n - d u st r i e von Weltbedeutung hervorbrachte. Ihre Planetarien, Fernkameras, Mikroskope, Linsensätze und sonstigen Erzeugnisse werden feiten erreicht, nirgends übertroffen. Es ist das Können des alten Handwerks, oft durch Generationen vom Vater zum Sohn vererbt, das hier auch im Werksaale der Fabriken fortlebt!

Ein schon seit einer Reihe von Jahren herge­stelltes, jedoch noch verhältnismäßig wenig bekann­tes Erzeugnis der thünnger optischen Industrie sei um seiner Eigenart willen hier erwähnt: die soge­nanntenH a f t g l ä f e r" für Augenleidende. Es sind kleine, optische geschliffene Glasschalen, die un­mittelbar auf das Auge aufgelegt werden und in unsichtbarer Weise Sehsehler korrigieren. Für manche Berufe ein wesentlicher Vorteil!

Auch die sprichwörtliche Zerbrechlichkeit ist heute kein notwendiges Uebel des Glases mehr. Glas­scheiben, in versichedenen Schichten erstarrt, lassen sich stark biegen. Es gibt Sicherheitsglas, das sechsmal so biegsam ist wie gewöhnliches Fen­sterglas. Wird in einem Ausnahmefall solches Sicherheitsglas doch einmal über Vermögen be­ansprucht, so zerbröckelt es sofort in völlig unge­fährliche Krümchen. Fast unzerbrechliche und höchst biegsame Scheiben werden auch aus glasklarem Kunstharz hergestellt. Sie sind bedeutend leichter als eigentlichesSilikatglas" und eignen sich daher be­sonders für Luftfahrzeugbau.

Die Technik der Glasbearbeitung hat nicht nur die altüberlieferten Verfahren des Bla­sens, Schleifens und Aetzens zu höchster Vollendung entwickelt. Unsere heutigenHartmetalle" erlauben uns, Glas auch zu drehen, zu bohren, zu hobeln und zu fräsen. Rotationskörper mannigfachster Art, Stöpsel, Gewinde werden mit äußerster Genauig­keit sozusagen gedrechselt. Mit besonderem Werkzeug, der Schleifscheibe des Zahnarztes ähnlich, bearbei­ten Professor W. v. E i f f (Stuttgart) und seine Schüler Glasscheiben gleichsam in der Art des Holzschnitzers und erzielen ausgezeichnete künst­lerische Wirkung.

Auch die Verschmelzung von Glas mit Porzellan, lange Zeit ein schwieriges Problem, gelingt dank einer deutschen Erfindung heute ohne Schwierig­keit. Man hat erkannt, daß der Ausdehnungswert des Glases geringer fein muß als der des kerami­schen Stoffes. Unter dieser Bedingung können mas­sive Metalldrähte gasdicht und haltbar in kerami­sche Gefäße eingeschmolzen werden. So erleben wir in unseren Tagen einen gewaltigen Vorstoß des alten Werkstoffes Glas nach neuen Zielen, in neue Bereiche. Wir müssen diesen Vorgang durchaus be­grüßen. Denn die Rohstoffe des Glasmachers ent­stammen der Erde. Kaum eine andere Industrie, außer noch der keramischen, verarbeitet so gering­wertige Naturgaben. Erst durch die Bearbeitung, durch den Fleiß des Arbeiters, des Handwerkers, des Künstlers nach den Erkenntnissen des Forschers und den Erfahrungen der Vergangenheit erhalten die Erzeugnisse das Glasgewerbes einen Wert, der den der Ausgangsstoffe um ein Vielfaches über­steigt. An solchen wertschaffenden Fleiß aber ist Deutschland ebenso reich, wie an ehrwürdiger lieber« lieferung in der edlen Glasmacherkunst.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt.

Die Großwetterlage befindet sich in einer Um­gestaltung, die vor allem durch den Aufbau eines mächtigen Hochdruckgebietes im Raume England- Jvland gekennzeichnet ist. Dadurch werben kalte, aus arktischen Gebieten stammende Luftmassen in Richtung auf das europäische Festland verfrachtet, die vor allem späterhin sich bei uns in Abkühlung allswirken werden. Durch das Verschwinden der ausgedehnten Nebelfelder wird der Witterungs­charakter freundlicher.

Aussichten für Mittwoch: Stellenweise Frühnebel, sonst wolkig bis aufheiternd und im all­gemeinen trocken, Temperaturen im ganzen wenig geändert, doch nachts wieder kälter, über Wessi nach Nord drehende Winde.

Aussichten für Donnerstag: Im gan­zen freundlich, doch fortschreitende Abkühlung, Luft­zufuhr aus Nord.

Lufttemperaturen am 8. November: mittags 6,4 Gyad Celsius, abends 5,8 Grad; am 9. November: morgens 4,4 Grad. Maximum 6,8 Grad, Minimum heute nacht 3,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. November: abends 7,7 Grad; am 9. No­vember: morgens 6,8 Grad.

Haupkichriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigen­leiter Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K -G sämtlich in Gießen Monatsbezugs» preis RM 2,05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der

Illustrierten 5 Pf mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

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Helle Wohnraume und eine helle Küche machen das Leben der Hausfrau angenehmer, sie zufriedener und die Arbeit leichter. Feder kann sich heute mehr Licht leisten, denn die Osram-M-Lampen geben billiges Licht. Darum sollten die veralteten, verbrauchten und geschwärzten

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