Ur. 2’0 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 0. September IM
Aufruf an das Kulturgewiffen der deutschen Nation.
Deutschland und mit ihm ein sehr erheblicher Teil der gesamten kultivierten Welt steht in diesen Tagen unter dem nachhallenden Eindruck der großen Rede, die der Führer und Reichskanzler auf der Kulturtaguna des Reichspartei- tages 1937 in Nürnberg gehalten hat. Diese Rede ist allein ihrem äußeren Umfang nach von einem olchen Ausmaß, daß es nicht leicht, ja unmöglich scheint, die hier mit vorbildlicher Klarheit und Folgerichtigkeit entwickelten Gedankengänge in einem oder auch in mehreren Sätzen schlagwortmäßig zu- sammensassen zu wollen. Es kommt vielmehr darauf an, daß jeder einzelne sich bemüht, das in sich aufzunehmen, zu verarbeiten und zum eignen gei- stlgen Besitz und Erlebnis werden zu lassen, was der Führer m seiner Nürnberger Rede über Kultur, Volk und Rasse im allgemeinen und über die jahrtausendealte Kultur des deutschen Volkes im besonderen dargelegt hat. Das Thema dieser Rede entspricht ohne Zweifel der von Jugend auf bewährten und bewiesenen Leidenschaft des Führers für alle Dinge der Kultur, zumal für alle Fragen der bildenden Kunst. Und es ist von grundsätzlicher Bedeutung und wie eine Sinngebung der nationalsozialistischen Aufbauarbeit, wenn der alljährlich wiederkehrende große Parteikongreß nächst der politischen Proklamation eine weithin vernehmbare kulturelle Willenskundgebung erläßt: sie bezeichnet aufs deutlichste und unmißverständlichste den Weg, den das deutsche Volk in naher und ferner Zukunft zu beschreiten aufgefordert wird und gewillt ist. Der Nationalsozialismus kann seine Aufgaben nicht im politischen Raume allein erschöpfen — so weit er sich vom Herzen des Reiches über die deutschen Grenzen hinaus erstrecken mag —, sondern er fühlt sich mit der gleichen Hingabe und dem gleichen Ernst vor der Nation für das kulturelle Leben, die ewigen kulturellen Besitztümer und das kulturelle Gewissen des deutschen Volkes verantwortlich. Die Gedankengänge der großen Rede des Führers konnten nach innen und nach außen hin nicht eindringlicher und sinnvoller unterstrichen und erhellt werden als durch die Verleihung des Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft, der nach dem Willen des Führers an die Stelle des für uns entwerteten Nobelpreises getreten und in diesem Jahre zum ersten Male in höchst feierlicher Form verteilt worden ist: die Namen der Preisträger zeugen vor aller Welt für die Arbeit, die Leistung und den Kulturwillen, wie sie in unferm Volke tätig lebendig sind und begriffen sein wollen.
Was nun der Führer, wie immer vom historisch Gegebenen ausgehend, entwickelte darf als ein ganz persönliches Glaubensbekenntnis und als ein deutscher Kultur-Katechismus zugleich gewertet werden. Aus der Anordnung und Gliederung der mancherlei sich ergebenden, ja sich aufdrängenden Probleme heben sich, oft mit schneidender Schärfe und überall mit einer auch außerhalb unserer Grenzen eingängigen Klarheit umrissen und formuliert, eine Reihe von Leitsätzen heraus die gleichsam den Grundriß der Rede bilden und wert sind, der Nation, über den Parteitag hinaus, stets vor Augen gehalten zu werden Aus einer Parallele zwischen politischer und kultureller Staatslenkung ergibt sich als primäre Aufgabe jeder Kulturpolitik die Führung zur kulturellen L e i st u n g. Auch im kulturellen Raum gilt immer zuerst und allein die schöpferische Tat — nicht die unverbindliche, an den Tag gebundene, vergängliche und fragwürdige theoretische Betrachtung. Nur die große künstlerische Leistung ist ewig, sie ist geboren aus der Begnadung eines Volkes und einer Rasse Der einzelne aber, das Genie, erhebt sich als Träger allen kulturellen Schaffens über die Masse, seiner Zeit vorauseilend, ein Wegbereiter der Zukunft. Das Volk wird unterscheiden lernen zwischen wahrer und falscher, zwischer echter und entarteter Kunst, aber niemals kann das Genie in seinem schöpferischen Impuls, in seinem Gestaltungswillen und seiner Gestaltungskraft durch eine Massenleistung ersetzt werden.
Es sind ja in den letzten Wochen diese und manche andere, eng damit zusammenhängende Fragen aufgeworfen und von höchst autoritativer Seite auf das Nachdrücklichste in Fluß gebracht worden: das Volk selber ist — in München — aufgerufen worden. Rede und Antwort zu stehen, vor die Werke der Kunst hinzutreten und fein Urteil abzugeben: es ist sehr wichtig, daß jeder einzelne, der sich als Deutscher im Sinne einer großen und ehrwürdigalten, deutschen Kulturgemeinschaft fühlt, die Ge- dankengäng der Führerrede, soweit sie von diesen Problemen handelt, auf sich wirken läßt, darüber nachdenkt und, vor allen Dingen, aus immer neuer, eigener Anschauung erlebt und bekräftigt. So scheint uns eine der wichtigsten Verpflichtungen aus dieser Rede sich für jeden einzelnen Hörer oder Leser darin auszudrücken, daß er — Künstler oder ßate — sich persönlich angesprochen und aufgefordert fühlt, teilzunehmen an den kulturellen Fragen und Aufgaben seines Volkes, sich mit verantwortlich zu fühlen für das künstlerische Leben der Nation, der er anzugehören die Ehre hat: die Ehre und den Stolz: aus der Besinnung auf eine große, ruhmvolle, bis in unsere Tage lebendig ausstrahlende Vergangenheit. Jedermann soll sich allezeit bewußt fein, daß auch er, als winziges Glied einer großen Gemeinschaft, Teil hat an den unvergänglichen Schöpfungen vergangener Jahrhunderte. Aus solcher Besinnung wächst das Gefühl des Stolzes wie der Ehrfurcht von selbst, ergibt sich tue '^P’ucht der größten Toleranz", von welcher der Führer sprach, und das Gefühl der Verantwortung vor Gegenwart und Zukunft. Wir wissen nicht, wieviele Genies unter den zwei Millionen Gefallenen gewesen sind, wir können nur ahnen, wieviele unter uns heute „das Leben von Helden selbst gewählt haben, statt es zu besingen", aber wir wissen genau und Werk für Werk, was wir unfern Vatern und Urvätern zu danken haben an kulturellen Werten, die den deutschen Namen in alle Welt trugen. Diese alte Kultur muß dem Volke wirklicher, lebendiger, geliebter Besitz werden. Denn die Dokumente dieser Kultur allein sind „ein wahrhaft ruhender Pol in der Flucht all der anderen Erscheinungen
Dr. Hans Thyriot
Der Bruder Francos in Nürnberg.
N ü r n b e r g , 8. Sept (DNB.) Der Bruder des Generals Franco, Staatssekretär Franco, ist in Nürnberg eingetroffen In feiner Begle'tung befinden sich Oberstleutnant Diaz Varela und Herr Serrano R u n e r. Sie sind Ehrengäste des Führers auf dem Reichsparteitag.
„Oer Sieg -es Aufbaus über das Chaos."
Reichsleiter Alfred Rosenberg spricht vor dem Parteikongreß über Wegbereiter und Mitläufer des Bolschewismus.
Der zweite Tag.
Nürnberg, 8. Sept. (DNB.) Am Mittwoch fand der Parteikongreß in der festlich geschmückten LuitpoldHalle seine Fortsetzung. Bereits lange vor Beainn war die große Halle, Die das eindrucksvolle Bild des Vortages bot, von den Zehntausenden bis auf den letzten Platz besetzt. Punkt 18 Uhr betrat ber Führer, gefolgt von dem gesamten Führerkorps der Partei, die LuitpoldHalle, wiederum von nicht endenwollendem Jubel begrüßt. Nach dem Einmarsch der Standarten und dem Verklingen der „Freischütz"-Ouvertüre von Carl Maria von Weber, gespielt vom Reichssinfonieorchester, erteilte der Stellvertreter des Führers dem Beauftragten des Führers für die geistige und weltanschauliche Schulung der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, das Wort. Rosenberg, einer der Träger des Deutschen Nationalpreises, wurde von lebhaftem Beifall empfangen.
Alfred Rosenbergs Rede.
Als die ersten Kämpfer des Nationalsozialismus sich unter Adolf Hitler Aufammenfanben, war in ihnen allen unb bei ben später Hinzustoßenben das Gefühl bestimmend, daß wir nach 1918 nicht inmitten einer Revolution unter vielen anderen lebten, sondern uns in einer entscheidenden Welten- wende befanden. Unter dem furchtbaren Druck von Hunger, Elend und Versailler Schmachdiktat wäre ein anderes Volk vielleicht zerbrochen. Deutschland fand aber in sich noch jene Kräfte, um in einer kurzen Zeitspanne von 15 Jahren den tiefsten Zusammenbruch in eine große Wiederauf- erstehung zu verwandeln Ich glaube, das ist neben anderen Bedingungen möglich gewesen, well im Urteil und im Handeln der nationalsozialistischen Bewegung die innere Wahrhaftigkeit gegenüber den Tatsächlichkeiten des Lebens entscheidend gewesen ist in der Geschichte unseres Kampfes.
Weltgeschichtlich betrachtet, steht heute die Demokratie dem Bolschewismus genau so innerlich hilflos gegenüber wie einst die Heilige Allianz gegenüber der demokratischen Revolution Erbarmungswürdig kurzsichtig und verängstigt wie Kaninchen vor der Klapperschlange blicken die sogenannten Demokratien auf den bolschewistischen Weltbrand Sie können gegen den Bolschewismus, ebensowenig wie die Heilige Allianz gegen die französische Revolution, nicht wirklich kämpfen, weil die Bolschewisten in vielen Dingen die letzten Folgerungen aus ihren eigenen Ideologien ziehen Das demokratische Sich- gehenlassen gegenüber einer angreifenden konzentrierten Kraft muß eben charakterlich und politisch unfähig fein, die Mächte der Zeit zu bändigen Die Losung „weder Bolschewismus noch Faschismus" ist die kürzeste Formel für die mnere Haltlosigkeit. Das Verhalten so vieler Demokraten gegenüber der bolschewistischen Weltgefahr ist nicht ein Zeichen einer vorsichtigen Überlegenheit, wie man uns glauben machen will, sondern das Aeußere einer inneren Unzulänglichkeit, die Probleme unserer Zeit überhaupt zu schauen Wenn heute schon unzählige Zeugen europäischer Nationalkulturen im Osten und Südosten Europas dahingesunken sind, wenn das beste Blut schon zweier Völker der Ausrottung nahe entgegengeführt worden ist, so ist das das furchtbare Gleichnis dafür, wie Völker untergehen können
Die kommenden Jahrzehnte werden darüber entscheiden, ob unser alter Kontinent noch stark genug ist, um Kutturgestatten der Ueberliefe- rung zu verteidigen und neue widerstandsfähige Gebilde des Lebens für unser Jahrhundert zu schaffen. So ringen gestaltende Kräfte gegen blutiges Chaos, schöpferische Arbeit gegen schillernde und unschöpferische Demagogie, ein Wille zur Neugestaltung des Daseins gegen das System parasitärer Ueberkrustung unseres Lebens.
Aus dem Machtkampf unserer Epoche aber ragen immer deutlicher zwei Pole hervor, in denen diese beiden Tendenzen ihre sichtbarste Vertretung gefunden haben. Auf der einen Seite steht der Nationalsozialismus, in feinen Antrieben als Schirmer nicht nur großer deutscher Geschichte und Werte — in gemeinsamer Froni mit ihm wesens- verwandten Weltanschauungen anderer Volker sondern als der Schirmer Europas schlechthin, und auf der anderen der Bolschewismus als Verkörperung aller niederziehenden Triebe, aller Haß- instinkte gegen große Form und große Werte. Es ist geradezu grotesk, wenn von einer Seite her gefordert wird, Europa dürfe nicht zu Blockbildungen erstarren, wo doch eine solche Blockbildung gegen Europa schon blutig am Werke ist'
Die Kirchen haben es nirgends vermocht, die Völker zur befreienden Tat gegen den blutigen atheistischen Bolschewismus aufzurufen. Darüber hinaus bringen es Kirchenführer fertig, in diesem Bolschewismus gar christliche Ideen hineinzudichten. Von der Kanzel' herab erklärte der Dekan von Canterbury er bemühe sich, die Herren in Moskau aufzuklären, daß sie „eine bewußte Religion" hatten, die in einer Linie mit der christlichen Religion liege Und als er auf diese unglaublichen Aus
führungen hin angegriffen wurde, schrieb er im Organ' der Salonbolschewisten Englands, (im News Chronicle"), es sei ein Fehler, zu leugnen, daß in Spanien und Rußland, unter vielen Dingen, bie zu bedauern wären, auch Bestandteile vorhanden seien, die im Ursprung christlich erschienen. Ein sehr bekannter römisch-katholischer Schriftsteller in Deutschland hat in einem großen Werk Der Vatikan als Thron der Welt" die ©tel- jung feiner Kirche dahin umschrieben, daß er wörtlich erklärte: „Er (der Antichrist) lebt in der Form des Bolschewismus mit der Gebärde der Erlösung, in der Form des Faschismus als Staatsanbetung heidnischen Schnittes. Die römisch-katholische Kirche muß nach ihrem Wesen zu dieser zweiten Gebärde des Antichrist noch unversöhnlicher stehen als zum radikalen Sozialismus Denn dort ist ein Wille 3um Menschen, hier nur ein Wille zur Macht." Und aus evangelischen Kirchenkreisen in Deutschland hat er folgendes Echo gezeitigt: „Die Berichte las-
'.v
M M. f j' i
W.<
W
18 "MW
v-\ '
Nach der Verteilung der „Nationalpreise für Kunst und Wissenschaft" beglückwünschte der Führer Geheimrat Professor Dr. Bie r; halbverdeckt Professor Dr. Sauerbruch: in ber ersten Reihe von rechts: Reichsminister Rudolf Heß, Reichsleiter Rosenberg, Frau Professor T r o o ft — (Scherl-Bilderdienst-M.)
fen keinen Zweifel darüber, daß der neue Feind (Neuheidentum) weitaus gefährlicher ist, als es der alte (Gottlosenbewegung) war..." Diese Vertreter der geistigen Mächte der Vergangenheit hassen zwar den Marxismus, aber sie verfolgen ihn lange nicht so, wie die nationalsozialistische Bewegung, weil sie im Liberalismus, Logentum und Marxismus einen Gegner erblicken, der keine tiefen form- bildenden Kräfte aufweist Sie wollen einen Staat bejahen, der ihr Einkommen schützt, sie vor Einbrechern bewahrt, der Verbrecher bestraft und sichere Verbindungsmöglichkeiten für ihre Reisen und Konferenzen schafft. Aber sie wollen nicht einen Staat haben, der Träger einer Weltanschauung ist, die ein gesamtes Volk sich zum Schutz seiner Art geprägt hat Sie befehden die neue Bewegung also nicht vom Standpunkt eines christlichen Glaubens aus, sondern bewerten die Dinge nur vom Standpunkt ihrer Herrschaft inmitten der Nation
3m Kampf um eine Neugestaltung des Lebens hat die nationalsozialistische Bewegung einem zerrissenen und glaubenslos gewordenen Volke wieder einen Glauben an sich selbst und damit den Sinn f ü r feine Arbeit auf dieser Welt gegeben. Die Symbole dieser neuen inneren Haltung des deutschen Volkes, die dem Dillen des Führers gemäß hier in Nürnberg, in München und überall in Deutschland entstehen, sind die Zeichen dieser großen, neue Millionen Einzelwesen innerlich ausrichtenden Kraft — und gerade das wollen viele Vertreter der geistigen Vergangenheit nicht haben’ Sie wollen, in vielen ihrer Vertreter, also nicht nur den neuen politischen Staat treffen, sondern sie wollen der deutschen Nation den schwer erkämpften Sinn einer Lebensarbeit wieder zerstörens Dir wollen es an dieser Stelle aussprechen. Dieses Ankämpfen gegen den Sinn unserer Lebensarbeit scheint uns ebenso verbrecherisch wie die jüdisch-marxistische Sabotage der Delt. Die Haltung der Träger dieses Kampfes erscheint uns aber zudem noch mehr als kurzsichtig. Die nationalsozialistische Bewegung, die ohne sie sich den Sieg erkämpfte und ohne sie dem Deutschen einen tiefen Sinn der Arbeit erftritt, sie kann deshalb nicht nur die politischen Fragen, sondern auch die ganze geistige Erziehung der deutschen Nation nicht jenen anvertrauen, die im Kamps gegen das Chaos sich als unfähig erwiesen haben oder die zum Teil sich gar auf jene Seite gestellt haben.
die einst die unmittelbare Zerstörung des Deutschen Reiches herbeizuführen hals.
Wenn wir diesen Reichsparteitag in bas Zeichen schöpferischer Arbeit stellen, so sehen wir ebenso nvtwenb'g ben Gegenpol bieses Gestaltungswillens am Werk. Eine Arbeit, vom Staate geleitet, kann Repräsentation eines neuen Sinns bes Lebens vieler Millionen sein. Eine andere sogenannte Arbeit, aber auch vom Staat geführt, erweist sich nicht selten als eine Form menschlich unwürdiger Sklaverei. Wenn in Deutschland die Straßen Adolf Hitlers entstehen, so ist das ein Zeichen neuer Schöpfung und Schönheitswillens. Wenn die Riesenmauern des Stadions und die Kongreßhalle in den kommenden Jahren hier in Nünberg emporwachsen werden, so sind sie Symbole höchster Selbstachtung einer Nation und Darstellung einer unbändigen Arbeitskraft. Dagegen, wenn im bolschewistischen Staate unter der Führung von Moses Berman, Salomon Firin und Konsorten die Kanäle zum Weißen Meer, zur Wolga, die Ostbahnen entstehen, so ist ihre Ausführung ein Zeichen, daß ein Volk zurückgesunken ist in die erbärmlichste Sklaverei, wie sie nur in den frühasiatischen Staaten ihr Gegenstück findet. Jeder Kilometer dieser Kanäle uno Eisenbahnen ist gekennzeichnet von Tausenden von verhungerten und gemordeten politischen Gegnern, die sich irgendwie noch gegen die Sklavenhalter in Moskau empörten ober auch nur verdächtig waren bie Zerstörer ihrer Heimat nicht zu verhimmeln. Schon bieses eine Beispiel zeigt, wie unverfroren jenes Gleichsetzen von Deutschland und der Sowjetunion etwa des Oxforder Kirchenkongresses gewesen ist. Den Herren, die derartige Resolutionen fassen, mangelt offenbar jedes Verständnis für die Dinge dieser Welt, und auch hier haben sie vor allen Völkern unter Beweis gestellt/ daß sie in ihrer heutigen Verfassung unfähig sind, ein läuterndes und erlösendes Wort an die Menschheit zu richten.
War früher der Kamps der große Auslefefak- tor der nationalsozialistischen Bewegung, so ist es heute die Arbe't geworden. Arbeit, die jeder von uns an seinem Platz zu leisten hat, die dann als die Leistung des einen ober anberen basteht und die Achtung bei den anderen ebenso findet, wie man selbst Respekt haben muß vor jeder Leistung irgendeines Menschen in Deutschland. Das Zusammenwirken zwischen einem starken Instinkt und einem Hellen Bewußtsein einer inneren Wahrhaftigkeit Gegenüber dem Schicksal unserer Zeit ift durchfuhr- var nur in kameradschaftlicher Arbeit. Das ist ein Wert, den wir pflegen müssen im Bewußtsein dessen, daß die Sendung des Nationalsozialismus, die wir viel früher schon als groß empfunden haben, gerade in der jetzigen Epoche zu neuer Macht sich fortentwickelt hat zum Segen Deutschlands, Europas und der Welt.
Denkmäler der Selbsthilfe im Dritten Reich.
Mit herzlichen Beifallskundgebungen begrüßten die Zuhörer sodann Hauptamtsleiter Hilgen- feldt, der als nächster Redner das Wort nahm.
Wir haben im Winterhilfswerk nicht an das Mitleid des Volkes appelliert, sondern an seine Kraft. Wir haben von ihm nicht Almosen geben, sondern Kameradschaft verlangt. Unsere Aufgabe ist es, jeden für den Lebenskampf zu stär- k e n unb bereit zu machen. Diesen Erziehungsgrundsatz haben wir angewandt, wenn wir von dem Bedürftigen fordern, daß er seinen Dank an die Volksgemeinschaft für die ihm zuteil gewordene Hilfe dadurch wieder zurückerstattet, daß er seine Kräfte freiwillig in den Dienst der Gemeinschaft stellt. Denn das Recht an die Volksgemeinschaft kann niemals größer fein als die Pflicht gegenüber dem Volke selbst. Der Größe unserer sittlichen Forderungen als dem Geist unserer Arbeit entspricht auch die Größe des Erfolges. Gegenüber dem ersten Winterhilfswerk Adolf Hitlers mit einem Ergebnis von 357 Millionen Reichsmark schließt das Winterhilfswerk des letzten Jahres mit dem stolzen Betrag von 422 Millionen Reichsmark ab. Die Größe Der Selbsthilfe des deutschen Volkes wird verständlich, wenn man sich vorstellt, daß das Opfer der Nation in vier Wintern mit rund 1,5 Milliarden dem Goldbestand Dänemarks, Norwegens und der Schweiz entspricht. Mit dem
Gesamtaufkommen der vier Winterhilfswerke könnten wir das ganze deutsche Volk eine Woche auf „KdF."-Urlaub schicken. Neben denen, die durch ihre materiellen Opfer das Werk ermöglichten, gilt unser Dank besonders dem Millionenheer ber namenlosen Helfer unb Helferinnen biefer unbekannten Soldaten des Führers in der Armee der Sozialisten der Tat. Neben ihrem Einsatz im Winterhilfswerk und der Fortsetzung dieser Arbeit im Hilfswerk „Mutter und Kind" wird nun auch von ihnen der Einsatz im Ernährungshilfswerk gefordert. Im Kampf um die Nahrungsfreiheit der Nation wurde dieses Hilfswerk vor wenigen Monaten durch den Pg. Göring ins Leben gerufen und arbeitet heute bereits in rund 200 deutschen Städten. Gegen Ende dieses Jahres werden aus den Abfällen, die früher in den Müll wanderten, bereits 100000 Schweine gern ä ft et fein. In zweieinhalb Jahren werden wir jährlich bereits eine Million Schweine aus Abfällen mästen können unb damit aus ben Mülleimern den Kartoffelertrag des Landes Baden und den Gerstenertrag der Provinz Westfalen gewinnen. Am Ende des Vierjahresplanes rechnen wir damit, daß durch das Ernährungshilfswerk jährlich wenigstens 1,5 Millionen Schweine der Volksernährung zugeführt werden können und daß wir damit dem deutschen Volke wertmäßig weit


