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Das Aeiwilligenproblem im spanischen Krieg.

Dor Italiens Antwort auf den Vorschlag einer Dreierkonferenz.

iir in Aussicht genommenen Arbeitskräfte mit einer o knapp wie möglich bemessenen Rente abspeisen ollte. Erst unter Der Wirtschafts- und Sozialauf­assung des neuen Deutschlands haben wir das rich­tige Verständnis dafür gewonnen, daß Arbeits­kraft Vergeudung in mancher Hinsicht viel ver­derblicher ist als Kapital Vergeudung, und daß selbst eine erst nach Jahren oder Jahrzehnten zu erwartende volkswirtschaftliche Rentabilität etwas Erstrebenswertes ist. Wenn man die wirtschaft­lichen Grundanschauungen der Zeit vor und nach dem Umschwung von 1933 charakterisieren will, so kann man sagen: Damals wandte man große Sum­men auf, um die Wirtschaft mit Halbdampf, heute um sie mit Volldampf laufen zu lassen.

Derneue Plan" der Außenhand els- k o n t r o l l e und der straffen Devisenbewirt­schaftung, der am 24. September 1934, also fast genau vor drei Jahren, in Kraft gesetzt worden ist, war eine Maßnahme der Sparsamkeit auf außenwirtschaftlichem Gebiete. Bis dahin fand man sich mit der Tatsache ab, daß die Belieferung des deutschen Konsums nach Art und Größe dem Er­messen der Händler überlassen sein müsse. Wenn gesagt wurde, daß man die auf diesem Gebiet herrschende, für ein verarmtes Volk geradezu un­erträgliche Anarchie bekämpfen müsse, hieß es, daß man den Unwillen des Auslandes heraufbeschwö­ren würde und auf kredit- und schuldenpolitischem Gebiet das, was man auf rein handelspolitischem Gebiet allenfalls erreichen könne, vielfach einbüßen werde. Der Fehler dieser Denkweise liegt darin, daß man sich nicht traute, die Gesamtheit der einschlägigen Fragen aufzurollen. Die Außenhan­delslenkung vom September 1934 kam, nachdem die Leitung der deutschen Wirtschafts-. Währungs- und Schuldenpolitik einige Monate zuvor in den Hän­den von Dr. Schacht vereinigt worden war und Deutschland den Widerwillen der ausländischen Gläubiger gegen eine Schuldenrevision mit der Verhängung eines einjährigen Teilmoratoriums für Ueberweisungen beantwortet hatte.

Die Konstruktion desneuen Planes" ist die, daß die Zentrale in großen Zügen die verfügbaren Devisen für die verschiedenen Verwendungszwecke e i n t e i l t, es dann aber den berufsständischen Organen überläßt, wie die Mittel im Einzelnen zu­geteilt werden. Rach den allerstrengsten Grund­sätzen der Sparsamkeit läßt sich aber selbst unter dieser Ordnung nicht verfahren, da manche entbehr­liche Ware hereingenommen werden muß, weil das liefernde auswärtige Land dafür hochwertige deutsche Jndustrieerzeugnisse bezieht. Auch müs­sen wir uns damit abfinden, daß gewisse Länder Warenposten nur dann abnehmen, wenn wir den Erlös deutschen Vergnügungs- und Erholungs­reisenden für Fahrten in das betreffende Land zur Verfügung stellen.

In der Rede, die Dr. Schacht in Essen gehalten hat, wird zugegeben, daß sich die deutsche Schul- d e n l a st in den letzten Jahren durch Aufbau und Rüstung erhöht hat. Es wird aber hinzugefügt, daß die Schuldenlast in Großbritannien und den Ver­einigten Staaten von Amerika auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet wesentlich höher sei. Der nationalsozialistische Staat nimmt Vorgriffe auf künftige Wirtschaftserträge vor, indem er die Ersparnisse des Volks f ü r d e n Auf - bau in Anspruch nimmt und dafür die Verpflich­tung eingeht, diese Summen später ungekürzt wie­der zurückzuzahlen. Darum ist die Auf­rechterhaltung der Währung, die Schacht in Essen erneut proklamiert hat, eine wichtigere Sicherung als die Angabe des Rückzahlungstermins und des Rückzahlungskurses der Anleihen. Schacht hat aber den Anlaß wieder benutzt, um vor einer Unterschätzung des uferlosen Notendrucks zu war­nen. Es wäre allerdings kläglicher Selbstbetrug $u glauben, das Fehlen einer täglichen Dollarnottz, an der der Währungsschwund abgelesen werden kann, sei ein Zeichen dafür, daß Notendruck und Inflation ungefährlich geworden seien. Zum Schluß seiner Rede hat Dr. Schacht versichert, daß sich der nationalsozialistische Staat in voller Kenntnis aller Schwierigkeiten befinde, und daß er sich stark genug fühle, sie zu meistern.

Erfolge der Kapiiallenkung.

Em Bortrag des Reich sfinanzrninisters.

Hamburg, 7. Okt. (DNB.) Der Reichsminister der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk hielt vor der Hamburgischen Verwaltungsakademie eine Rede, in der er folgendes ausführte:

Die bisher erreichten wirtschaftlichen Erfolge seien das Ergebnis einer zielbewußten staatlichen Jnve st itions Politik, die sich in ihrer ersten Phase die Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch Arbeitsbeschaffung auf den verschiedensten Gebieten, in der zweiten Phase die großen natio­nalen Aufgaben der Wehrhaftmachung und des Vier Wahres planes zum Ziel gesetzt habe. Die Finanzierung sei durch Kurzkredite er­folgt, die teils durch erhöhte Etatsein­nahmen abgedeckt, teils in langfristige Kredite umgewandelt wurden. Die steigenden Reichssteuereinnahmen, die 1937 mehr als das Doppelte des Jahres 1932 betragen würden, hätten es ermöglicht, einen immer größe­ren Prozentsatz an Ausgaben wieder auf den ordentlichen Haushalt zu übernehmen und die Abdeckung von Krediten in der vorgesehenen Weise durchzuführen. So würden 1938 die Steuer­gutscheine und die Arbeitswechsel der ersten Ar­beitsschlacht planmäßig abgedeckt sein. Die fortschreitende Besserung der Wirtschaft, die zu­nehmende Steuerehrlichkeit und die Verfeinerung der Steuertechnik ließen auch für die Zukunft noch eine weitere Zunahme der Steuerein­nahmen ohne Steuererhöhung erwarten, so daß der bisherige Weg fortgesetzt werden könnte, denn selbstverständlich dürfte kein Pfennig mehr an Schulden ausgenommen wer­den als unbedingt erforderlich sei. Und ebenso selbstverständlich sei, daß alle Dienststellen, Sparkassen, Versicherungen und einzelne Sparer, die ihr Geld dem Reich für seine Konsolidierungs­zwecke zur Verfügung gestellt hätten, die Sicher­heit haben müßten, und unter Adolf Hitler auch haben könnten, daß ihre Spargroschen sich nicht wieder, wie in den unseligen Nachkriegsjahren, entwerten würden. Die bisherigen Erfolge in der Konsolidierung der Reichsanleihen seien ein Er­gebnis der Kapitallenkung gewesen, die notwendigerweise mit einer starken Beschränkung für andere Anleihesuchende verbunden sei. Diese Arbeitsmarktpolitik sei aber nur ein Teil der Kon- zentrierungspolitik, die zur Durchführung der großen Aufgaben eine bestimmte Reichsordnung beim Ar- beits-, Rohstoff- und Geldeinsatz nötig mache.

Rom, 7. Okt. (DNB.) Der englische Botschafter und der französische Geschäftsträger haben im Auf­trage ihrer Regierungen um baldige Ertei- lunader italienischen Antwort auf den von Paris und London gemachten Vorschlag von Dreierbesprechungen über die spanische Frage und Zurückziehung der Freiwilligen gebeten. In Rom wird erklärt, die Antwort Italiens werde wahrscheinlich noch in der laufenden Wpche er- olgen.

Popolo d'Jtalia" betont nachmals sehr deutlich, daß es am Anfang gerade Italien war, das vorgeschlagen hatte, die Anwerbung von Freiwilligen zu unterbinden. Nicht Italien sei darum dafür verantwortlich zu machen, wenn das Einmischungsverbot nicht von Anfang an auch auf die Freiwilligen ausgedehnt worden sei. Erst durch diese Unterlassung Englands und Frankreichs sei die militärische Einmischung Moskaus und die Anwer­bung der sog. internationalen roten Brigade mög­lich gemacht worden, worauf dann das Eintreten von Freiwilligen auch in das Lager der Nationalen erfolgte. Valencia habe im Völkerbund jede Zurück­ziehung oder Verabschiedung von roten Freiwilligen ür ausgeschlossen erklärt. Das System der Teil- ?rörterungen würde nur zu neuen Verwicklungen ühren. Es sei also vorauszusehen, daß Italien an Zusammenkünften, zu denen nicht auch die deutsche Regierung eingeladen sei, nicht teilnehmen werde. Die Angelegenheit könne nach allen ihren Gesichtspunkten im Londoner

Ausschuß erörtert werden, der dazu die nötigen Vollmachten besitze.

Englands 3ntereffe.

London, 7. Okt. (DNB.) In Scarborough wurde die konservative Parteikonfe­renz eröffnet. Der Unterstaatssekretär Lord Ply­mouth, der Vorsitzende des Nichteinmischungsaus­schusses, meinte,daß die Entwicklung in Spanien ganz anders verlaufen wäre, wenn jede der im Nichteinmischungsausschuß vertretenen Mächte ihre Verpflichtungen dem Buchstaben und dem Geiste nach immer so eingehalten hätte wie England. Die Einladung zu der geplanten Dreierkonferenz sei ein Beweis dafür, daß England und Frankreich die Mitarbeit Italiens auch in Fragen weiterer Bedeutung wünschten. Die Spanienfrage habe einen engen Zusammenhang mit den englisch­italienischen Beziehungen. Der britische Minister­präsident habe es klargemacht, daß England den außerordentlich starken Wunsch Hube, die guten Beziehungen, die vor dem abessinischen Krieg zwischen England und Italien bestanden hätten, wieder aufzunehmen. Trotz aller Bemühun­gen aber seien diese guten Beziehungen noch nicht ganz wiederhergestellt, und nach seiner Ansicht sei es die spanische F r a g e, die mehr als etwas anderes sich gegen die Herbei­führung dieses Zieles auswirke.

meinschaft und mit deren Autorität. Weitab von dieser nationalsozialistischen Anschauung liegt daher b i e russische Tschekamethode, in der der einzelne nur das Objekt der Willkür brutaler Macht­haber werde. Für uns bestehe die Macht des Rechts nicht nur in der Autoritätsanwendung gegenüber dem Uebeltäter, sondern vor allem darin, daß das R e ch t s s i ch e r h e i t s g e f ü h l der Volks­gemeinschaft in der Rechtshandhabung im­mer mehr gesteigert werde.

Der Minister erklärte weiter, daß die Strafrechts­pflege nicht im Augenblick des Urteils ende, sondern einer ihrer wesentlichsten Bestandteile sei auch die Strafvollstreckung. Dabei müsse oberster Grundsatz bleiben, daß verhängte Strafen auch voll­streckt würden. Der Minister behandelte schließlich das Gebiet des Frauen- und Jugendstrafvollzugs und stellte als Ergebnis feiner Ausführungen drei große Aufgabengebiete des Strafvollzuges heraus: Unschädlichmachung des gemeinen Verbrechers, Be­strafung des straffällig Gewordenen und Erziehung des gestrauchelten Besserungsfähigen. So sei auch der Strafvollzug des Dritten Reiches eine große Tat im Dienste der Erhaltung der Gemeinschaft.

In Dortmund fand die Jahrestagung der FachgruppeNahrungs- und Genuß- mittel" der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel statt, in deren Mittelpunkt dieReichsausstellung 1937 für Nahrungs- und Genußmittel" in der West­falenhalle stand. Bei der Losung der großen Auf­gaben, die der Vierjahresplan auf dem Gebiete Der Sicherung der Volksernährung gestellt hat, und die durch die Begriffe Erzeugungsschlacht, Markt­ordnung, Preisstaoilität und bodenständige Ernäh­rung gekennzeichnet werden, kommt der Tätigkeit desM annes hinter dem Ladentische", des Lebensmittelhändlers, besondere Bedeutung zu. Auf der Kundgebung wurde einmal die Bedeutung des Lebensmitteleinzelhandels für die Sicherstellung der Versorgung der Verbraucherschaft mit den not­wendigen Lebensgütern, und zum anderen die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Bauer und Kaufmann, zwischen Erzeuger, Händler und Verbraucher betont. Dr. Merkel vom Stabsamt des Reichsbauernführers kennzeichnete die große Rolle, die der Lebensmitteleinzelhandel innerhalb der Er­nährungswirtschaft spielt, und die sich daraus er­gibt, daß sein Gesamtumsatz jährlich auf an­nähernd 20 Milliarden Mark geschätzt wird. Der Leiter der Hauptabteilung III des Reichsnähr­standes, Küpper, hob hervor, daß es Pflicht und Aufgabe des Einzelhandels sei, der Hausfrau zu sagen, daß wir uns in Deutschland mit den Er­zeugnissen der eigenen Scholle begnügen müßten.

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Die in Münster abgehaltene Tagung des deutschen Siedlungswesens brachte in erster Linie einen bemerkenswerten Vortrag des Kommerzienrates Röchling über die Siedlungslei­stung des Saargebietes, der naturgemäß unter Grenzlandgesichtspunkten besondere Bedeutung zu­kommt. Darüber hinaus stand die Tagung unter dem Zeichen einer einheitlichen Ausrichtung der Siedlungspolitik, die bisher von den verschiedensten staatlichen Stellen betrieben und erst kürzlich durch reichseinheitliche Vorschriften zentral zusammen­gefaßt ist. Nachdem die Zersplitterung Der Gesetz­gebung auf dem Gebiete des Wohnungs- und Sied­lungswesens auf diese Weise gemildert worden ist, sind nunmehr auch die Voraussetzungen für eine gedeihliche Arbeit der Länder und der Gemeinden gebessert. Die Länder haben die Aufgabe, die ein­heitliche Siedlungspolitik durchzusetzen und durch­zuführen. Bei der Hergabe der Siedlungsträger des Bauplatzes, Der Überwachung Der Kostengestaltung hat Die Arbeit Der Gemeinden zu beginnen. Die Abgrenzung Der ZustänDigkeit von Reich, Ländern und Gemeinden, wie sie auf der Tagung von Mini- fterialrat Dr. Schmitt bargelegt wurde, wird sich vor allem zugunsten des Siedlers auswirken, der im stärksten Maße an einer Vereinheitlichung feines Siedlungsplanes interessiert ist.

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In der Textilindustrie hat es 1934 bis 1936 gelegentlich Kurzarbeit gegeben. Die einge­schränkte Versorgung mit Spinnstoffen aus Dem Auslande war besonders empfindlich. Inzwischen hat die Textilindustrie aber stark aufgeholt, wenn diese Verbesserung auch nicht völlig gleichmäßig ist. Wo für Den Export gearbeitet werden kann, bezahlt die Ausfuhr die Einfuhr und gerade in den In­dustriezweigen, wo die Umstellung am schwierigsten war, ist der Drang zur Ausfuhr am lebhaftesten. Aber das wesentliche ist doch, daß der Anteil aus­

ländischer Spinnstoffe im Monatsdurchschnitt des ersten Halbjahres 1934 noch 56,3; im Sommer 1937 aber nur noch 33,6 Millionen Kilogramm be­trug. Dagegen haben im Monatsdurchschnitt dersel­ben Dergleichszeiten die heimischen Spinnstoffe 8,5 bzw. 23,4 Millionen Kilogramm beigetragen. Die Eigenversorgung von Flachs und Wolle einheimi­scher Herkunft ist von 0,8 auf 3,2, der Zellwolle von 0,6 auf 8, der Kunstseide von 3,6 auf 5,2 und der Reichsspinnstoffe von 3,5 auf 7 Millionen Ki­logramm im Monatsdurchschnitt gestiegen! Wir Ste­hen also vor einem Erfolg, wobei allerdings'zu beachten bleibt, daß wir uns in einer Uebergangs- zeit befinden, die dadurch charakterisiert wird, daß Die verbesserte Versorgung Der verschiebenen Zweige Der Textilindustrie nicht gleichmäßig ist.

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Die Deutsche Reichsbahn, die mit ihren Beförderungszahlen zu den besten Wirtschaftsbaro­metern zählt, hatte auch im August eine weitere Steigerung des Verkehrs in beiden Perkehrssparten. aufzuweisen. Im Personenverkehr erreichte der Urlaubs- und Ferienoerkehr im Fernverkehr seinen Höhepunkt. In Der zweiten Monatshälfte ebbte Der Fernverkehr mit Dem Nachlassen Des Rückreise- Verkehrs aus BäDern unD Sommerfrischen etwas ab. Wenn dabei die Einnahmen aus dem Urlaubs- und Ferienverkehr stärker zurückgingen, als dies nach dem Umfang des Verkehrs anzunehmen war, so ist dies darauf zurückzuführen, daß sich der Rück- reiseverkehr in der Hauptsache auf Urlaubs- karten vollzog, die zur Hin- und Rückfahrt be­reits im Vormonat gelost waren. Der Berufs­verkehr war ebenfalls unvermindert stark. Die Nachfrage nach Netz- und Bezirkskarten sowie Ar­beiterwochenkarten stieg zum Teil weiter an; im Zusammenhang mit Der Steigerung Des Berufsver­kehrs machte sich auch ein zunehmender Muster- kofferverkehr bemerkbar. Der außerordentlich hohe Beschäftigungsgrad in fast allen Groß- und Kleinbetrieben infolge umfangreicher Behordm- aufträge, des wachsenden Bedarfs an Derbrauchs­gütern aller Art und des steigenden Auslands­absatzes machte sich trotz des da und dort bestehen­den Rohstoffmangels und der Bindung vieler Ar­beitskräfte durch Die Erntearbeiten in einem, wenn auch nur geringen weiteren Anstieg Des Güterver­kehrs bemerkbar. Die steigenden Anforderungen an den Wagenpark führten bei verschiedenen Wagen­gattungen zu gewissen Verknappungen und erfor­derten bereits verschiedenerlei Maßnahmen zur Beschleunigung des Wagenumlaufs, zumal auch Den AnforDerungen Der Heeresverwaltung für Manooertransporte Rechnung getragen roerDen mußte. Im einzelnen waren Die Betriebsleistungen im PersonenzugDienst 5,7 v. H., im GüterzugDienst um 0,27 o. H. stärker als im August Des vorigen Jahres

Die Deutsche Bank und Diskonto-Ge- s e l l s ch a f t ist durch Generalversammlungsbeschluß wieder zu ihrem alten und einzigen Namen Deutsche Bank" zurückgekehrt, was sich Daraus schon logisch ergab, Daß Das Diskontgeschäft nur einen Bruchteil Der übrigen Bankgeschäfte ausmacht. Am 4. Oktober hat nun die DresDener Bank, Die zweite Der Großbankengruppen, in einer Auf­sichtsratssitzung festgestellt, Daß sie völlig re­privatisiert sei unD daß sich, nachdem Die letzten 30 Millionen Aktten aus Dem Besitz Der Golddiskontbank in private Hände übergegangen waren, fein Anteil mehr in der öffentlichen Hand befindet. Die Reprivatisierung der Commerz» und Privatbank war bekanntlich schon vor längerer Zeit vollzogen worden. Als infolge Der Zurückziehung Der Auslandskredite 1931 die Banken in Schwierigkeiten gerieten, mußte Der Staat ein­greifen, um Schlimmeres, d. h. Den Zusammen­bruch Der mit BankengelDern arbeitenDen JnDustrie, zu verhüten. Selbstverständlich hat Die staatliche Beteiligung bei Den Banken auch zu einer sehr komplizierten Kontrollierung geführt. Ferner wur­den spezielle Vorschriften in Der Verwertung Der Geschäftsgewinne, z. B. in Der DiviDendenpolitik, gemacht. Zum erstenmal konnte Die DresDener Bank roieDer eine Dividende von 4 v. H. im Jahre 1935 verteilen. Die Belebung Der Wirtschaft f)at Das Ver­trauen in Die Bankenpolitik gesteigert unD so gingen allmählich in kleinen Paketen rund 120 Millionen Mark Aktien Der Bank aus Der öffentlichen in Die private HanD über.

Die Goldverluste Der Bank von Frank­reich seit Dem Jahre 1935 roerDen jetzt, obgleich noch keine einmanDfreie Statistik vorliegt, auf nicht weniger als 55,4 Milliarden Auriol-Franken ange­geben; nach Der jetzigen Parität also auf rund 85 MilliarDen Franken. Nunmehr haben Leonard Rist unD Philippe Schwob für 1936 versucht, Die Kapitalflucht einzuschätzen, Die merfroürbiger« weise in Den französischen Statistiken niemals an­gegeben rourbe. Für 1935 schätzen sie Die Kapital­flucht auf 16 Milliarden Poincare-Franken, für 1936 auf 25,6 Milliarden Auriol-Franken. In die­sen beiden Jahren ist also ein Betrag von 48 Mil­liarden gemäß einem Pfupdkurs von 105 aus Frankreich geflüchtet. 1937 sind mindestens 12 Mil­liarden Franken weiter Den Weg ins Ausland ge­gangen, so daß also rund 60 Milliarden Franken bei einem Pfundkurs von 105 zu berechnen wären. Nach dem jetzigen Franken-Wert, der bei 150 liegt, entspricht Das einer Summe von 90 Milliarden Franken. Es hat sich also gezeigt, daß alle behörd­lichen halben Maßnahmen, Die geflüchteten Franken wieder zur Rückkehr zu bewegen, vergeblich gewesen sind. Hinzu kommt aber noch, daß der Fehl­betrag Der Zahlungsbilanz zugenommen hat, und zwar von 70 Millionen Poincare-Franken im Jahre 1935 auf 4 Milliarden Auriol-Franken im Jahre 1936, und voraussichtlich wird in diesem Jahr das Defizit 5 Milliarden Bonnet-Franken aus­machen.

Jüdisch-kommunistische Volksfront­bestrebungen in Lettland.

Riga, 8. Okt. (DNB. Funkspruch.) Vor dem Rigaer Bezirksgericht fand wiederum ein Prozeß gegen eine geheime kommuni st isch-mar- xistische Organisation statt, wobei sämt­liche 10 Angeklagten Juden sind. Neben Der geheimen Kommunistischen Partei LettlanDs arbeiten noch zahlreiche kommunistische unD marxi­stische Organisationen, die sich sechs Monate nach Der Einführung Der autoritären Staatsführung in LettlanD, von Der alle kommunistischen unD marxi­stischen Organisationen verboten wurden, zu einerVolksfront" zusammenschlossen. Die Juden bildeten eine eigene Gruppe innerhalb Def marxistischen Organisation, wobei sie in den in jüdischer Sprache verfaßten Flugblätterndie jüdi­schen Volksmassen aufrufen, als Pioniere der lettt- scheu Volksftont tätig zu sein"»

Strafe und Strafvollzug Rechtsmaßnahmen der Gemeinschaft.

München, 8. Okt. (DNB.) Die Deutsche Gesellschaft für Gefängniskunbe hielt eine Arbeitstagung ab, in Der ihr Ehrenpräsident, Reichsminister Dr. Frank, über die Probleme der Strafrechtspflege und des Sttafvollzugs sprach. Dr. Frank führte aus:Wir gehen als National- ozialisten an die Fragen des Strafvollzugs als Wahrer des Rechts und damit im letzten Hinblick auch als Wahrer Der Voiksdelange heran. Als ein Ergebnis Der Erfahrungen Der letzten vier Jahre möchte ich als ersten Grundsatz Herausstellen: Die Strafe kennt Der nationalsozialistische Staat nur als Folge Des Richterspruches. Wir treten Damit Der Meinung Des AuslanDes schärf - tens entgegen, Daß Das Dritte Reich außerhalb >er richterlichen ZustänDigkeit Strafvollmach­ten erteilt hätte an nicht unmittelbar Der Rechtswelt angehörende Faktoren.

Weiter stellte Dr. Frank heraus, daß Die Strafe eine Rechtsmaßnahme Der Gemeinschaft Darstelle, Die nur in einem rechtlich georDneten Ber­ühren bewirkt roerDen könne. Freiheit, Ehre, Beruf und Leben seien höchste Güter Der Gemein- chaft, und niemand Dürfe sie verlieren, es sei Denn in einem rechtlichen Verfahren im Namen Der Ge-

Wie sieht es in der -

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irtschast aus.

Wie alljährlich gibt Die Reichsanstalt für Ar­beitsvermittlung unD Arbeitslosenversicherung einen Rechenschaftsbericht heraus, Der einen aufschluß­reichen Ueberblick über Die Entwicklung auf Dem Arbeitsmarkt vermittelt. Dieser Bericht, Der gleich­sam Den Schlußstrich unter einen vierjährigen Kampf Des Nationalsozialismus gegen Das Massen­elend Der Arbeitslosigkeit Darstellt, behandelt Die Zeit vom 1. April 1936 bis zum 31. März 1937.

Als am Beginn Des nationalsozialistischen Auf­bauwerkes Der Führer Die Losung von Der Vor- Dringlichkeit Der Beseitigung Der Arbeitslosigkeit ausgab, waren bei Den Arbeitsämtern mehr als 6 Millionen Volksgenossen arbeits­los gemeldet. Seitdem sind mehr als vier Jahre vergangen. Das letzte Jahr hat mit einem Erfolg geendet, Der in Anbetracht Der Zusammensetzung Der Schicht Der nach Drei Jahren eines stürmischen wirtschaftlichen Aufschwunges noch arbeitslos ge­bliebenen Volksgenossen mindestens ebenso hoch zu bewerten ist wie Die am Ende Des ersten Jahres erreichte besonders große Abnahme Der Arbeits­losigkeit. Die Abnahme Der Zahl Der Arbeitslosen war im Berichtsjahr nicht nur absolut (minus 691 782), sondern auch anteilmäßig mit 35,7 v. H. roieDerum größer als im Vorjahr (minus 464 769 ober 19,4 v. H.). Diese Erscheinung ist um­so bemerkenswerter, als Die im Laufe eines wirt­schaftlichen Aufschwunges noch zurückbleibenDen Ar­beitslosen sich immer aus solchen Personen zu­sammensetzen, Deren Unterbringung auf Schwie­rigkeiten sozialer und beruflicher Art stößt, mit anDeren Worten, Daß Der Anteil Der nur schwer in Arbeit vermittelbaren Arbeitskräfte an Der Gesamtzahl Der Ar­beitslosen bei sinkender Arbeitslosenziffer steigt. Da­neben machte sich schon 1935/36 und noch stärker im Berichtsjahr in einer steigenden Zahl von Be­rufen ein Mangel an Facharbeitern be­merkbar. Auf Dem Wege über Den zwischenbezirk- lichen Ausgleich und die beruflichen Bildungsmaß­nahmen (Umlernung in Lehrgängen, betriebnahe Einzelausbildung) konnten zahlreiche Volksgenossen aerobe Den ausgesprochenen Mangelberufen zuge­führt werben.

Ueber bie Bebeutuna Der Facharbeiter­frage sprach kürzlich Der Präsibent Der Reichs­anstalt für Arbeitslosenoermittlung unb Arbeits­losenversicherung Dr. S y r u p. Ein planvoller Ar­beitseinsatz sei Die wichtigste Voraussetzung für bas Gelingen des Dierjahresplanes. Auch die Nach­wuchsfrage sei stark zu beachten. In der Me­tallindustrie müßten besonders viele Lehr­linge ausgebildet werden, Da diese Industrie viele Nachwuchskräfte später an andere Berufsgruppen abgebe. Das gelte auch für die O p t i k u n d Fein­mechanik. Mit Massenartikeln könne Deutschland auf dem Weltmarkt keine Rolle spielen, lediglich mit Spezialerzeugnissen. Die Ausbildung Der Lehr­linge müsse mit größter Sorgfalt geschehen. Damit diese Nachwuchskräfte bann bie Qualitätsarbeit liefern konnten, die noch immer auf bem Weltmarkt gefragt sei. Hinsichtlich ber Bauwirtschaft be­tonte Dr. Syrup, daß ber Bau von Wohnungen für Landarbeiter vorbringlichste Aufgabe sei. Er schloß seine bemerkenswerten Ausführungen mit ber Feststellung, baß der Staat eine gut beschäftigte, von großen Schwankungen freie und innerlich ge­sunde Wirtschaft wolle.