Einzelbild herunterladen

Marsch!". Gehorsam setzten sich die Kulis wieder in Bewegung, das Tau spannte sich, der Kahn löste sich vom Ufer, das Tau begann zu vibrieren wie eine Geigensaite, machte plötzlich ganz unmotiviert Peng" und zerplatzte

Also die gleiche Geschichte wie mit dem Floh im Märchen, der als letzter noch auf ein überladenes Boot gesprungen war und es zum Absacken ge­bracht hatte. Wir Presse-Flöhe waren ich gebe es zu von dieser ganz neuen Lage mehr als peinlich berührt, denn die Strömung hatte den Kahn gepackt und mit immer größerer Geschwin­digkeit trieb er steuerlos, um sich selbst trudelnd, den Kanal hinunter, in der gleichen Rich­tung, aus der wir schweißtriefend gekommen wa­ren. Die Ladung bestand aus einigen Tausend Schrapnells, von denen erst neulich in Tientsin ein paar losgegangen waren, als eine Kiste von einem Lastwagen gefallen war. Wenn wir jetzt mit dem Kahn, der eine immer größere Geschwindig­keit bekam, gegen irgendeine Brücke oder Schleuse sausten, konnte man sich auf allerlei gefaßt machen.

Aber hoch klingt das Lied vom braven Mann: ein japanischer Piomeroffizier sprang sofort in voller Uniform ins Wasser, zerrte die abgerissene Strippe hinter sich her, schwamm an Land,' wo die Kulis schreiend mit dem andern Ende angerannt kamen, und im Handumdrehen waren die beiden Enden wieder zusammengeknotet. Uns fiel ein Stein leider zu früh vom Herzen, denn wieder spannte sich das Tau, summte und zitterte ein bißchen, machte nochmalsPeng" und war von neuem geplatzt. Wieder wurde es ge­flickt und diesmal gelang es der Besatzung mit Staken und Stangen den Kahn erst mal vorsichtig an Land zu bringen, wo das Tau gründlich ver­knüpft und dann der Marsch kanalaufwärts lang­sam, ganz langsam wieder angetreten wurde. Als wir endlich am Ziel angekommen waren, schickte sich die fahlgelbe Sonne gerade zum Untergang an, nur als matte Scheibe war sie noch durch die dichte Staub-Dunstschicht zu erkennen, und in der Natur lag eine unendliche Traurigkeit. Beinahe lautlos rollten die leise im tiefen Lehmstaub schotternden Kanonen in nicht abreißender Kette an uns vorbei, Pferde und Fahrer bis zur Unkenntlichkeit mit Staub und Schweiß und Dreck verkrustet, irgendwo entdeckten wir eine kleine Lücke zum Hindurch­schlüpfen, noch ein paar Schritte und wir standen wieder vor einem geöffneten Stadt­tor. Denn alle chinesischen Städte sind ummauert auch die größeren Dörfer und noch heute werden jeden Abend die Tore geschlossen wie im deutschen Mittelalter, eine Maßnahme, die im Hinblick auf die ewige Räuber- und Banditengefahr auch heute noch ihre volle Berechtigung hat. Müde und zerschlagen von der langen Reise, dem vielen Gelaufe, der Last unserer Koffer marschierten wir der unverwüstliche Rittmeister Satoh an der Spitze ins Städtchen ein wir glichen eher einem Haufen von Arrestanten als Pressemännern, und die meisten Soldaten haben uns auch wohl für irgendwie erwischte Verbrecher gehalten.

Mslem-protest gegen Englandspalästina-polttik

London, 7. Okt. (DNB. Funkspruch.) Wie Reuter aus Bagdad berichtet, hat die irakische Moslem Hidaya- Gesellschaft in einem Telegramm an die britische Gesandtschaft in Bag­dad gegen den Abtransport der Mitglieder des ara­bischen Oberausschusses aus Palästina protestiert. Sie wendet sich scharf dagegen, daß der Mufti seiner religiösen Aemter enthoben worden ist. Diese Maßnahme stelle einen gewalt­samen Angriff auf die Religionsfrei­heit dar. Großbritannien wird gewarnt, daß eine Verfolgungspolitik in Palästina in der gesamten moslemitischen Welt auf st arten Widerstand stoßen werde.

Nach zuverlässigen Nachrichten stammt der Mör­der des britischen Distriktkommissars in Nazareth, dessen Tat die Auflösung des arabischen Komitees, die Entsetzung des Mufti, die Verbannung der Araberführer zu Folge hatte, nicht, wie vermutet wurde, aus Araberkreisen. Vielmehr handelt es sich um einen kürzlich aus Amerika nach Syrien gekommenen armenischen Kommu­nisten, der sich vor Arabern gern hochtrabend armenischer Wolf" oderarmenischer Löwe" titu­lierte und direkte Beziehungen zu Mos­kau hatte. Seine Mordtat, die er in arabischer Kleidung gemeinsam mit fünf Kommunisten verübte, soll nur der Zerstörung der englisch-arabi­schen Beziehungen gegolten haben, die Moskau um jeden Preis trüben wolle.

Kleine volitifche Nachrichten.

Bei der Reichsbahn sind die Einnahmen in den neun Monaten Januar bis September d. I. gegenüber den gleichen Monaten des Vorjahres um rund 1 0,5 v. H. gestiegen. Gleichzeitig hat aber der Mehrverkehr an den Betrieb verstärkte Anforderungen gestellt und zu vermehrten Be­triebsausgaben geführt. *

Am 22. Oktober wird der finnische Außenmini­ster Dr. H o l st i zu einem kurzen Aufenthalt nach Berlin kommen. Er wird dem Reichsminister des Auswärtigen Freiherrn von Neurath seinen Besuch abstatten. Der Minister beabsichtigt, sich über Riga nach Finnland zurückzubegeben.

Zu Ehren des Staatssekretärs, General der Flie­ger Milch, gab der Generalkommissar der Welt­ausstellung im Museum der modernen Kunst einen Empfang. Hieran nahmen der französische Luftfahrt­minister Pierre Cot, Frau Francois-Poncet, der Chef des Stabes der französischen Luftfahrt Aubö, der Kommandant der zivilen Luftfahrt Corbin, Bot­schafter Graf Welczek, Generalleutnant Kühlenthal, Reichskommissar Dr. Ruppel, der Präsident der deutschen Lufthansa, Staatsrat von Stauß, und die Begleiter des Generals Milch teil Luftfahrtminister Pierre Cot brachte einen Trinkspruch auf General Milch und die deutsche Luftfahrt aus.

Nach dem enb gültigen Wahlergebnis in Argen­tinien erhielten der konservative Präsident Or- t i z und Vizepräsident C a st i l l o 1 097 226 Stim­men, während die Kandidaten der Liberalradikalen,

Expräsident Alvear und Mosca 814 727 Stim­men auf sich vereinten. 248 Wahlmänner waren für ihn, 128 für Alvear.

*

Der italienische Regierungschef Mussolini ist am Mittwoch von seinem Landsitz Rocca delle La­minate nach Rom zurückgekehrt.

Einführung des neuen Kreisleiters in Darmstadt.

NSG. Im Rahmen eines Kreisappells eröffnete der Gauleiter am Mittwochabend in Darm­stadt die Uebergabe der durch die Umorgani- I a t i o n zusammengelegten und damit vergrößerten Kreise an die neuberufenen Kreisleiter. Diese Einführunaen, die sich bis Anfang des nächsten Monats hinziehen werden, sind auch zugleich Dankesfeiern für die nun abschiednehmenden Kreis­leiter, die fortan in den Verwaltungsdienst über­treten werden. Der Gauleiter erinnerte an die Tat­sache, daß am Anfang der Partei die kühne Tat stand. Niemals sei die Organisation Selbstzweck ge­wesen.Ueberall wurden nach der Uebernahme der Macht bewährte Nationalsozialisten in Stellen des Staates gebraucht. Doppelstellungen waren daher nicht zu umgehen. Die Verbindung von Staat und Partei war zunächst auch richtig, die Personalunion habe sich hundertprozentig bewährt. Dennoch sei die Anforderung an die Spannkraft des einzelnen auf die Dauer unerträglich gewesen. Die Führung hes Volkes, die der Führer der Partei übertragen habe, beziehe sich auf alle Lebenslagen. Die Kirchen haben sich getreu ihres Auftrages auf die Seel­sorge zu beschränken. Die kirchlichen Würden­

träger müßten bereits vor einem irdischen Richter die Augen niederschlagen. Wie müsse es mit diesen kirchlichen Führern dann vor dem himmlichen Richter bestellt sein. Der Nationalsozialismus könne sich vor Gott und der Welt sehen lassen. Der Gauleiter wandte sich bann an den neuen Kreis­leiter Dr. med. Schiling. Mit ihm bekomme Darm­stadt einen Mann, der sich während der Kampfzeit m jeder Beziehung bewährt habe. An die Partei­genossen gewendet, schloß er seine Rede mit den Worten:Nationalsozialisten marschieren, wenn es befohlen ist. Der Marschtritt wird noch gefestigter denn je, zum Nutzen von Partei und Staat und damit zum Nutzen des deutschen Volkes."

OieAeugestaliung deutscher Großstädte

Berlin, 6. Okt. (DNB.) Das Gesetz über die Neugestaltung deutscher Städte schafft die gesetz­lichen Grundlagen für die Ausführung der vom Führer und Reichskanzler wiederholt kundgegebenen Absicht, einige große Städte des Rei­ches baulich neu ge st alten zu lassen. An der Spitze roiro die großzügige Ausgestaltung der Reichshaupt st adt stehen: zu diesem Zweck ist bereits ein Generalbauinspektor (Prof. Speer) eingesetzt worden. Es soll weiter der Ausbau der Haupt st adt der Bewegung, der Stadt der Reichsparteitage und der Stadt Ham­burg folgen. Für die Durchführung so großer städtebaulicher Maßnahmen war es notwendig, um eine einheitliche und geschlossene Durchführung der Maßnahmen sicherzustellen, neue gesetzliche Hand­haben zu schaffen. Das Gesetz findet nur für die großen städtebaulichen Maßnahmen Anwendung, die der Führer und Reichskanzler anordnet.

Aus aller Welt.

Oer neue Volksempfänger.

IM

r-;........5-

******

-

In den Rundfunkgeschäften steht der neue Volks­empfänger, der die TypenbezeichnungVE 301 Wn" führt, bereit. Der neue Empfänger weist eine be­sonders leichte Handhabung der Bedienung, eine Erhöhung der Klangqualität sowie die Erreichung einer größeren Empfindlichkeit, insbesondere beim Tagesempfang, und schließlich eine Steigerung der Betriebssicherheit und eine Verbilligung um 11 RM. gegenüber dem ursprünglichen Volksempfänger auf Das neue Gerät kostet trotz aller technischen Ver­besserungen nur 65 RM. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Acht Millionen

fuhren mitKnast durch Freude^.

Der Zustrom von Teilnehmern zu den Kraft- durch-Freude-Reisen und -Wanderungen nimmt auch weiterhin unvermindert zu. 1937 nahmen bis zum 15. September an 67 000 KdF.-Reisen und -Wan­derungen rund acht Millionen Volksgenossen teil. Deformerer Beliebtheit erfreuen sich die Hochsee- Fahrten nach Norwegen, an denen bis zum 15. September fast 125 000 Urlauber teilnah- men. Da die KdF.-Hochseefahrten erstmalig den ganzen Winter über durchgeführt werden, ist damit zu rechnen, daß ein Jahresergebnis Zustandekom­men wird, wie es bisher noch nicht erreicht wurde.

Drei deutsche Schulschiffe gehen in See.

Am 11. Oktober 1937 laufen die Schulschiffe KreuzerEmde n", LinienschiffSchlesien" und LinienschiffS ch l e s w i g - H o l st e i n" zu ihren halbjährigen Auslandsausbildungsreisen aus. Der Reiseweg der Schulschiffe wird folgende Länder berühren: KreuzerEmden": Italien, Griechen­land, Britisch-Jndien, Niederländisch-Jndien, Ita­lienisch-Eritrea, Jtalienisch-Tripolitanien. Linien­schiffSchlesie n": Kanaren (spanisch), Cap Ver­den (portugiesisch), Brasilien, Argentinien, Chile, Panama, Dominica, Azoren (portugiesisch). Li­nienschiffSchleswig-Holstein": Kanaren (spanisch), Cap Verden (portugiesisch), Westafrika- Goldküste (britisch), Nigeria (britisch), Südafrikani­sche Union, Ostafrika (portugiesisch), Seychellen (bri­tisch), Arabien (britisch), Italien, England.

Das Winterhilfswerk der Deutschen Transvaals.

Pretoria, 5. Okt. (DNB.) Mehrere hundert Deutsche versammelten sich in Tzaneen in Nord­transvaal in derWilhelm-Gustloff-Halle", die von deutschen Farmern im freiwilligen Arbeitsdienst er­baut wurde. Das neue Winterhilfswerk begann mit einer Spende von 120 Pfund als erste Rate einer freiwilligen Abgabe, zu der sich die Farmer im Ausmaße von 5 v. H. des Ertrages der Orangen­ausfuhr erbötig gemacht hatten. Ferner über­mittelte die Versammlung aus Fürforgegeldern eine

Spende für die HilfsorganisationArme Weiße" in Transvaal, um ihre Solidarität mit der weißen Bevölkerung Südafrikas zu bekunden. Der Deutsche Tag schloß mit einer Weihestunde, in der eine Totenehrung durch Entzündung einesWilhelm- Gustlosf-Feuers" im afrikanischen Busch stattfand.

Der Deutschlandsender im Dienste des WHW.

Der Deutschlandsender wird auch während der Dauer des WHW. 1937/38 feine Wunschkon­zerte durchführen. Die Reihe dieser Sendungen beginnt am Sonntag, 24. Oktober, um 17 Uhr mit einer fünfstündigen Veranstaltung, in der bekannte Orchester sowie namhafte Solisten unter der Leitung von Heinz Goedecke mitwirken werden. Durch die bisherigen Wunschkonzerte, in denen etwa 445 000 Hörerwünsche erfüllt wurden, konnte der Deutschlandsender dem Winterhilfswerk mehr als 127 000 Mark überweisen.

Zunahme der Lehrlingsausbildung im Handwerk.

Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat auf Grund der Lehrlingsrolle, die die Handwerkskam­mern führen, die Zahl der Handrvehrslehrlinge für Mitte 1937 feftgefteüt. Es waren am 30. Juni 617 877, davon 559 292 männliche und 58 585 weib­liche Handwerkslehrlinge. Die starke Steigerung der handwerklichen Lehrlingsausbildung sieht man aus folgenden Zahlenvergleich:

Ende 1933 419 000 Handwerkslehrlinge

Mitte 1936 577 000

Ende 1936 588 000

Mitte 1937 618 000

Zunahme f. 1933 198 000 = 32 v. H.

618 000 Lehrlinge Mitte 1937: das ist um 50 000 mehr als die Zahl der Lehrlinge, die Industrie und Handwerk zusammen 1933 hatten (564 000). Die Zunahme der Handwerkslehrlinge würde noch stär­ker in Erscheinung treten, wenn nicht inzwischen die Buchdrucker und die Cdelsteinschleifer in die In­dustrie-Organisation übergeführt wörden wären. Im Sinne des Vierjahresplanes hat das Handwerk die Zahl der Lehrlinge besonders stark in den Bau - Handwerken, den Baunebengewerben und den metallverarbeitenden Hand­werken gesteigert, es trägt damit zur Beseiti­gung des Facharbeitermangels bei.

Volks-,

Berufs- und Betriebszählung -1938.

Berlin, 6. Okt. (DNB.) Die Reichsregierung hat durch Gesetz für 1938 eine allgemeine Volks-, Berufs-, gewerbliche und landwirtschaftliche Be­triebszählung und damit eine umfassende Be­standsaufnahme von Volk und Wirt­schaft angeordnet. Die letzte derartige Zählung hat im Jahre 1933 für das Saarland im Jahre 1935 stattgefunden. Der Tag der Zählung wird noch bestimmt werden. Zur Vereinfachung des Zählungswerkes ist vorgesehen, die Bodenbe - Nutzungserhebung des Jahres 1938 mit der Zählung der landwirtschaftlichen Betriebe zu ver­binden. Um einen möglichst großen Nutzeffekt aus der Zählung zu gewinnen, sind Probe-, Vor- und Nacherhebungen in Aussicht genommen. Die Durchführung der Zählungen, deren Urmate- nal durch das Statistische Reichsamt bearbeitet wird, ist Aufgabe der Gemeinden. Die Zählungen erfolgen mittels Fragebogen, in denen nach Personen- und Familienstand, Religion, Staatsan­gehörigkeit, Volkszugehörigkeit, blutmäßiger Ab­stammung, Muttersprache, Grundstücks-, Wohnungs-, Berufs- und Betriebsoerhältnissen gefragt werden darf. Eindringen in die Vermögens- und Einkommensverhältnisse ist aus­geschlossen. Der genaue Umfang der Erhebun­gen wird durch den Reichswirtschaftsmmister fest­gesetzt. Wegen der Bedeutung der Zählungen für die Erkenntnis der Volks- und Wirtschaftsstruktur kann mit Gefängnis bestraft werden, wer eine Frage, zu deren Beantwortung er verpflichtet ist, wissentlich wahrheitswidrig beantwortet oder sich weigert, eine solche Frage zu beantworten.

Tagung der Luiher-Akademie in Sondershausen.

Die 28. Tagung des apologetischen Seminars der Luther-Akademie begann im Schlosse zu Sondershausen mit einem Vortrag über das Be­kenntnis Luthers zu Schmalkalden. Beim Be­grüßungsabend ergriff auch der Literaturhistoriker Professor Dr. Ermatinger (Zürich) das Wort.

Als Ausländer und Freund Deutschlands betonte der Gelehrte den Wert der persönlichen Anschauung des neuen Deutschland. Ebenso sanden bei den vor­ausgehenden Arbeitsberichten die Stimmen des Auslandes zur letzten ökumenischen Hochschultagung der Luther-Akademie besondere Erwähnung. In ihnen ist durchweg ein Ton aufrichtigen Verständ- nisses für die gegenwärtige Entwicklung in Deutsch­land zu spüren.

Reichskagung der Deutsche Christen nationalkirchliche Bewegung".

B e r l i n, 6. Okt. (DNB.) Vom 8. bis 11. Oktober findet in Eisenach die vierte Reichstagung der Deutsche Christen nationalkirchliche Bewegung" statt, die erste Tagung nach dem Zusammenschluß der wesentlichen deutsch-christlichen Gruppen zu einer einheitlichen von Oberregierungsrat Leffler (Weimar) geführten Bewegung. Die Tagung steht unter dem ThemaVolk, Staat, Kirche", sie will eine ebenso deutsche wie christliche Antwort auf die noch in unangenehmer Erinnerung befind­licheBotschaft" der sogenannten Oxforder W e l t k i r ch e n k o n f e r e n z" an die deutsche evangelische Kirche geben.

Ausländische Forstleute in Deutschland.

Nachdem erst vor kurzem zu der Haupttagung des Deutschen Forstvereins eine große Zahl aus« ländischerForstleut e i n Deutschland weilten, sind in dic'm Tagen wiederum über 30 führende Forstwissenschaftler aus der ganzen Welt nach Deutschland gekommen, um, veranlaßt durch den anerkannt hohen Stand der deutschen Forst-- Wissenschaft, in Hwei Arbeitstagungen besonders wichtige Fragen der Ertragskunde und der forst­lichen Rassenkunde zu beraten. Den Vorsitz der einen Tagung, die im Reichsforstarnt ftattfinbet, hat Prof. Dr. Loennenroth (Finnland), die an­dere Tagung im Harnack-Haus leitet Professor Dr. Schmidt (Eberswalde). Es werden eine Reihe hervorragender Staats- und Privatwaldreviere, u. a. das Lehrforstamt Freienwalde, ferner Hohen- lübbichow, der Besitz des Staatssekretärs General- forstmeifter Dr. v. Keudell, dann das weltbe­kannte Bärenthoren und zwei forstlich interessante' Harzreviere, die Forstämter Kupferhütte und Lo­nau besucht. Außerdem werden zahlreiche Pro­venienz-Versuchsflächen besichtigt.

Euwe gewinnt die erste Partie im Weltmeisterschaftskampf.

Die erste Partie im Schachweltmeister- k a m p f Euwe Aljechin wurde nach dem 50. Zug von Euwe gewonnen.

Schwere Unwetter in Italien.

Italien wird derzeit von einer neuen Unwet­ter w e l l e heimgesucht, die in verschiedenen Ge­genden große Verheerungen anrichtete und auch einige Todesopfer forderte. Vier Personen firfb in den Fluten des Hochwassers ertrunken. Bei SanPellegrino überschwemmten die Wassermassen ein Haus, das zusammenstürzte und die Bewohner, ein Ehepaar mit zwei Kindern, unter den Trüm­mern begrub. Die Leichen der vier Opfer wurden mehrere Kilometer weit von den Fluten davon- getragen. Bei Piteccio überschwemmte das Hoch­wasser eine Papierfabrik. Im Bologneser Appenin trat der Fluß Reno aus den Ufern und verursachte schwere Beschädigungen.

Die Unwetterverheerungen in Südfrankreich.

Die Unwetter sch äd en in den französischen Pyrenäen stellen sich als viel schwerer heraus, als man ursprünglich angenommen hatte. Der sintflut- ähnliche Regen setzte so überraschend ein, daß Hilfe­leistungen meistens zu spät kamen und es nicht mehr möglich war, irgendwelche Schutzmaßnahmen zu treffen. Man spricht von einer Katastrophe. Die Täler der Flüsse Salat und Saison bieten einen trostlosen Anblick. Bäume sind entwurzelt, elektrische Leitungsmaste abgebrochen, Häuser und Brücken zu­meist eingestürzt, und die Zufahrtsstraßen stehen kilometerweit unter Wasser. Die Bewohner muß­ten in der Nacht unter Mitnahme nur des Aller­notwendigsten flüchten. In der Gegend von Pau sind zwei Todesopfer zu verzeichnen. Außer einer 80jährigen Frau, die von den Wassermassen überrascht wurde, ist die Leiche eines Bauern ge­funden worden, der sich bis zuletzt geweigert hatte, Haus und Hof zu verlassen. Im Tal der Ariöge ist die Lage nicht besser. In dem kleinen Dorf Salau, das 110 Einwohner zählt, sind 30 Wohnhäuser zer­stört worden. Ein Einwohner der Ortschaft fand den Tod. Der Schaden geht in die Millionen. Die französischen Behörden haben bereits Hilfsmann­schaften ausgerüstet.

Wetterbericht

des Reichswellerdienstes, Ausgabeort Frankfurt.

Das Schlechtwettergebiet, das am Mittwoch vor­nehmlich Südwest- und Süddeutschland landregen- artige Niederschläge brachte, hat erheblich an Aus­dehnung und Einfluß verloren, so daß heute früh fast überall in unserem Bezirk wieder freund­licheres Wetter herrschte. Da das nordländische Hoch­druckgebiet unter Verflachung ostwärts zurückweicht und ausgedehnter Luftdruckfall die Ausdehnung der Tiefdruckstörungen vom Mittelmeer und Frankreich her nach Mitteleuropa ungünstig beeinflußt, muß auch bei uns wieder mit neuerlicher Verschlechte­rung gerechnet werden.

Aussichten für Freitag: Wieder lieber« S zu unbeständigerem Wetter mit Regenfall, _ stemperaturen etwa 10 bis 15 Grad, anfäng­lich noch östliche Winde.

Lufttemperaturen am 6. Oktober: mittags 12,4 Grad Celsius, abends 10,1 Grad; am 7. Oktober: morgens 6 Grad. Maximum 13,3 Grad, Minimum heute nacht 5,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Oktober: abends 11,1 Grad: am 7. Okto­ber: morgens 8,7 Grad. Niederschläge 0,1 mm . Sonnenscheindauer 2,8 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

PALM O LIVERasiercreme lSkL& Sl£

In Normaltuben RM 0.50 In großen Tuben RM i.10