ilke zu umfassender Zusammenarbeit.
Oer ReichSauhenminister über seine Besprechungen in Rom.
Rom, 5. Mai. (DRV.) lieber die deulsch-ilalie- nischen Besprechungen der letzten Tage wird von der Agenzia Stefan!.folgende amtliche italie- nlfche Verlautbarung veröffentlicht:
„Reichsauhenminister Freiherr von Reurath Hal mit dem Duce und mit dem Auhen- minister Grafen Galeazzo L i a n o eine Reihe herzlicher Unterredungen gehabt, bei denen die großen politischen und wirtschaftlichen Probleme, die Deutschland und Italien angehen, geprüft worden sind. Der Gedankenaustausch hat noch einmal die ganze Parallelität der Interessen und die Uebereinstimmung der Absichten der beiden Länder bestätigt. Dementsprechend ist der Wille der beiden Regierungen von neuem bekräftigt worden, in allen großen Fragen auch weiterhin eine übereinstimmende Politik auf dem Boden und im Geiste der im Oktober vergangenen Jahres in Berlin unterzeichneten italienisch-deutschen Protokolle zu verfolgen, deren aktive Anwendung für Italien und Deutschland zur Zufriedenheit ausgefallen ist und zugleich einen praktischen Beitrag für die Sache des Friedens geliefert hat. Die Besprechungen haben außerdem den beiden Regierungen Gelegenheit gegeben, von neuem ihren klaren willen zu bekräftigen, auch in Zukunft jede Anstrengung zu machen, die zu einer umfassenderen Zusammenarbeit auch mit den anderen Mächten führen könnte und die Europa die wesentlichsten Voraussetzungen für eine größere und sichere politische und wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten vermöchten."
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Reichsaußenminister Freiherr von Neurath hat einem Vertreter der Agenzia Stefani vor seiner Rückreise nach Berlin u. a. folgende Erklärungen abgegeben: In der Atmosphäre der Freundschaft und Sympathie, in der ich diese kurzen römischen Tage verbringen konnte, habe ich mich persönlich davon überzeugt, wie sehr das gegenseitige Sichoerstehen unserer beiden Völker bereits zu einer Tatsache geworden ist, die für die politische Zusammenarbeit der beiden Regierungen in der Ab wehr gegen Bolschewismus und A n a r ch i e, die Europa bedrohen, die besten Voraussetzungen schafft.
In der Zeit einer neuen Hochflut von Verdächtigungen gegen Deutschland wie gegen Italien flehe ich nicht an zu erklären: Es wäre ein Glück, wenn die Waffe der Verleumdung begraben würde und die internationale presse ihre wichtigste Auf
gabe darin sehen wollte, die Völker einander näherzubringen. Ich weiß mich in dieser Auffassung vollkommen einig mit so verantwortungsslarken Männern wie Mussolini und Hitler und weih, daß auch andere Regierungen eine Entgiftung der internationalen Atmosphäre, wie sie zum heil Europas notwendig ist, als eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Erzielung eines wahren Friedens begrüßen würden, um den Europa seil bald
20 Jahren bangt und ringt.
Freiherr von Neurath gab ferner einem Vertreter des „Giornale d'Jtalia" folgende Erklärung ab: „Ihr Chefredakteur Gajda korrigiert sehr richtig die erkünstelten Deutungen, die gewisse ausländische Blätter dem Inhalt und Zweck meiner Unterredungen in Rom zu geben versuchen. Solche Versuche verfälschen die Tatsachen, sie sind aber darüber hinaus als sehr bedauerlich zu bezeichnen, weil sie immer neues Mißtrauen und Unruhe schaffen und so den Interessen einer europäischen Aufbaupolitik schaden. Die Linie der deutsch-italienischen Zusammenarbeit und ihre Ziele sind so klar, daß es wahrhaft ungerechtfertigt erscheinen muß, ihr geheime und dunkle Absichten zuzuschreiben. NierUals hat diese Zusammenarbeit ausschließenden Charakter gehabt, sondern sich vielmehr aus das höhere Ideal des europäischen Aufbaues eingestellt, in deren unsicheren und verwirrenden Erscheinungen die Freundschaftsbeziehungen zwischen Rom und Berlin eine klärende und festigende Rolle spielen. Der friedliche Aufbau setzt voraus, daß die geschichtlichen und natürlichen Lebensrechte der europäischen Völker mit gegenseitigem Verständnis behandelt und berücksichtigt werden, hierin geben Italien und Deutschland ein verheißungsvolles Beispiel, das hoffentlich in nicht allzuferner Zeit in seinem wahren Wert gewürdigt werden wird.
So kennt auch der deutsch-italienische Standpunkt in der spanischen Frage kein anderes Ziel, als die geschichtlichen und kulturellen Güter Europas zu schützen und damit das Recht auf Selbstbestimmung des spanischen Volkes zu ermöglichen. Irgendwelche verborgenen egoistischen Absichten liegen uns fern. Dieselben Grundsätze leiten uns in der Donaupolitik, wofür die deutsch-österreichischen Vereinbarungen und die Abkommen zwischen Italien und Jugoslawien einen klaren Beweis bilden. Es handelt sich darum, jedem Volk die Entfaltung seiner natürlichen Möglichkeiten zu sichern. Auch in der West- pakt frage wird diese Auffassung von Italien und Deutschland geteilt. Sobald die belgische Frage geregelt ist, wird es darauf ankommen, die natürlichen Interessen der übrigen beteiligten Mächte in einer möglichst klaren und einfachen Form zu vereinen.
Botschafter von Ribbentrop bei Eden.
Protest gegen tendenziöse englische preffeberichte.
London, 5. Mai. (DRB.) Amtlich wird mif- gefeiU: „3m Zusammenhang mit der heutigen Verlautbarung des Richteinmifchungs- ausfchuffes suchte der deutsche Botschafter von Ribbentrop am Rachmittag den englischen Außenminister Eden auf und lenkte dessen Aufmerksamkeit auf die B er i cht er st a t t un g in gewissen englischen Zeitungen über die gestrige Sitzung des Hauptausschusses des Richteinmischungsausschusses, die, wie er feststellte, gänzlich unrichtig und irreführend sei. Der Botschafter würdigte die korrekte Haltung, die Lord Plymouth damit eingenommen hat, ba& er diese Behauptungen in der heutigen Sitzung des Richteinmischungsausschusses richtig stellte und wies erneut darauf hin, daß die Behauptungen über den Mangel einer deutschen Bereitschaft, einen Appell zur Verhinderung des Bombenabwurfes auf offene Städte in Spanien zu unterstützen, frei erfunden feien. Er erklärte, daß er sich z u- g un ff en eines solchen Appells auf der Sitzung des Richteinmischungsausschusses am Dienstag ausgesprochen habe, auf der im übrigen aus- schließlich die Methoden eines Herantretens an die beiden Parteien in Spanien zur Beratung gestanden habe, und erklärte weiter, daß angesichts der früher im Bürgerkrieg begangenen Grausamkeiten er eine Erweiterung des Appells zur Vermenschlichung (Humanisierung) der gesamten Kriegsführung in Spanien vorgeschlagen habe. Wie verlautet, wies Eden auf die Erklärung hin, die Lord Plymouth im Richt- einmischungsausschuß abgegeben hat und der er auf Grund der ihm berichteten Tatsachen völlig zu ffimm e.“
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Die DRB. hierzu ergänzend hört, lenkte Botschafter von Ribbentrop bei seinem Besuch beim englischen Außenminister des weiteren die Aufmerksamkeit auf die falschen und tendenziösen Behauptungen, die von gewissen Teilen der britischen Presse und im Unterhaus über die angebliche Zerstörung der spanischen Stadt Guernica aufgestellt worden sind. Demgegenüber verwies der Botschafter auf die Berichte anderer ausländischer Agenturen und Zeitungen, die auf den Aussagen von Augenzeugen beruhen und mit dem Ergebnis deutscher Rach
fragen übereinffimmen, wonach die Stadt Guernica von den Bolschewisten in Brand gesteckt worden ist. Der Botschafter gab feinem starken Bedauern über die obenerwähnte falsche und tendenziöse Berichterstattung Ausdruck, die, wie er erklärte, notwendigerweise höchst bedauerliche Auswirkungen haben mühte, falls sie fortgesetzt würde.
Hetze im Unterhaus.
London, 6. Mai. (DNV.) Die beiden Häuser des englischen Parlaments vertagten sich am Donnerstag für die Krönungsfeier. Im Unterhaus fand eine Aussprache über Spanien statt. Wie schon so häufig, haben sich dabei Liberale und Labour Party als Schildknappen der spanischen Bolschewisten hervorgetan. Grenfell tischte die tendenziös entstellten Berichte über die Zerstörung von Guernica auf und verlangte eine Untersuchungskommission. Der Oppositionsliberale Mander hatte die Unverfrorenheit, sogar die Greuellüge zu wiederholen, daß „deutsche Flugzeuge" (!) Guernica zerstört hätten. Der konservative Abgeordnete Donner wandte sich energisch gegen die Lügenpropaganda. Wenn General Franco den spanischen Bürgerkrieg gewinnen werde, dürfe man sich nicht wundern, falls das neue Spanien infolge diefer Propaganda eine feindselige Haltung gegenüber England einnehme. Die Hauptaufgabe der Franco-Regierung sei es, wieder Ruhe und Ordnung in dem von den Bolschewisten verwüsteten Spanien herzustellen. Die Behauptungen, daß Deutschland und Italien die spanische Politik beherrschen würden, wenn Franco gewinne, seien unsinnig. Die sowjetrussische Einmischung in Spanien habe bereits 1917 begonnen in Form von kommunistischer Propaganda unter dem spanischen Volk. Er erinnerte an eine Moskauer Rundfunksendung vom 19. August letzten Jahres, in der die Regierung Caballeros aufgefordert worden war, alle Priester in Spanien z u töten. Seine Worte wurden von den Regierungs- bauten mit Beifall ausgenommen, während die Oppositton Protestrufe ausstieß. Der einzige kom- munisttsche Abgeordnete Gallacher erhob sich wütend und erklärte, daß es sich um eine ausgesprochene Lüge handele. Der Sprecher des Unterhauses wies den Kommunisten zurecht. Lloyd George erging sich in' denselben Verleumdungen Deutschlands und Italiens wie schon vorher seine Kollegen von der liberalen Oppositton und wollte wissen, welche Schritte die englische Regierung unternehmen wolle, um gegen einen Bruch des Nichteinmischungsabkommens zu protestieren.
„Der puls des Re^ Freitag, i.m« 1937
Eine bedeutsameRede desReichsdramatt— '
NSG. Wiesbadens Maiwochen wurden durch den Besuch des Reichsdramaturgen und Präsidenten der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Dr. Rainer Schlösser, ausgezeichnet. Oberbürgermeister Dr. Mix begrüßte den Präsidenten herzlich. Gaupropagandaleiter und Landeskulturwalter Müller- Sch e l d überbrachte die Grüße des Gauleiters und hieß dann Dr. Schlösser im Gau Hessen- Nassau willkommen.
Wmstmalrat Dr. Schlöffet
führte u. a. folgendes aus: Wenn wir heute vom Reich sprechen, so ist dieser Begriff für uns ein tieferer, als für bas vergangene Jahrhundert. Das Reich, empfinden mir, manifestiert sich nicht bloß in Aeußerlichem, sondern verkörpert sich vor allem und 3 u e r ft in uns. Es ist sowohl der Apparat des Staates als auch der einzelne Volksgenosse. Wo immer ein Deutscher steht — immer ist er des Führers und daher zu seinem Teil das Reich. Das Reich ist ein physisch-metaphysisches Gebilde. In unserer Sehnsucht, das Aeußerste umeiner Idee willen uns selbst und allen Gewalten abzutrotzen, beginnt das Reich erst recht eigentlich zu sein.
Die Substanz des Reiches ist Las lebendige Leben, das sich wiederum am eindringlichsten und vornehmsten in der Kunst äußert. Denn hier sind die Sänger jener Sehnsucht, die mir das Reich nennen, am Werke, die Begnadeten, die uns, vom Führer geführt, dem emigen Deutschtum zuführen. Nach Lieser Vorbemerkung begreift es sich, mas es bedeutet, menn der nationalsozialistische Kulturpolittker, wie man früher sagte: Provinz, und wie mir heute bekennen: Reich im Herzen trägt. Er verschanzt sich nicht in den Metropolen des Landes.
Er kennt nicht Rorb ober Süb, kulturpolitisches kernlanb unb kulturpolitisches Sibirien — nein, fein fuchenbes Auge durchdringt bie Dauern ber Mietskasernen ber Millionenstädte, ebenso wie diejenigen idyllischer Villen in Universitätsnestern, weil er weiß, der Puls des Reiches schlägt überall, wo unser Volk wohnt, vielleicht hier erregter unb bort geruhsamer, aber immer im gleichen Grunbrhythmus: Deutschland Deutschlanb, Deutschlanb!
Es ist also kein Zufall, menn uns die Aufgabe, die Reichsminister Dr. Goebbels uns anver- ttaute, immer wieder in die einzelne Gau führt. Was auch könnte einen Diener an der Kunst mehr entzünden, als das gewordene Reich allerorts rnei- ter werden und wachsen zu sehen. Und gar hier, in einem Bezirk, den man den Goethe-Gau nennen darf. Was tun mir, menn mir uns in diesem Augenblick auf das Symbol Goethe ver- schrnören?
Wir bekennen uns damit zu ber unvergleichlichen Verbichtung beutscher Innerlichkeit, welche biefen unseren größten Dichter zu einem in
FC. Nürnberg 9:4 (2:2) durch. Die MTSA.
-ipzig schreitet in Gruppe IV auf ihrem Sieges-
fort. Diesmal unterlag Altenstadt 6:10. Der er Schwanheim schließlich schickte den MSV. tton.nz mit 7:4 (2:1) geschlagen nach Hause.
-r uns Die Entscheidungsspiele und bid*n Kreisbesten der Jugendklasse. bettek^u?end die Termine für die Handball-End- fann Hie^reis VIII. lieber die Austragungsformen bares das die einschlägigen Bestimmungen sind völkischen und Vereine unterrichtet. Die Kürze der Alltag nichts sich strengstens an die Termine das Wunder der Gbflal. nicht ^VSZllch ist, den Kreis-
Was wäre das Reich, wenn nid)‘t pi57ni“™l.,.v., wollten, daß es ist und sagten, was es "t."^Jch meine, unsere Zeit und alle Zeiten mären nicht, menn die Schöpferischen nicht an ihnen geschaffen hätten. Wir sprechen so viel von der Unsterblichkeit der großen Dichter. Aber daß sie ihren Namen, das Stück Persönlichkeit für die Nachwelt gesichert haben, das ist das wenigste an ihnen, mas sie taten. Sie haben nicht nur sich, sie haben die Welt, ihr Volk, mit einem Wort das Reich, das alles ist, unoergeßttch gemacht; sie sind es, die das sterbliche Leben unsterblich machen.
Wir Nationalsozialisten haben das begriffen unb so empfinden mir ganz tief, mie menig es für uns noch eine Frage des Beliebens fein fann, sich im Theater erschüttern oder erheitern zu lassen. Das ist nicht eine Frage der rnillkürlichen Entscheidung, sondern unsere Pflicht vor Gott und unserem geliebten Führer Adolf Hitler.
Diese Gebankengänge sollten vor Augen stellen, bah es für ben Rationafsozialismus ben Begriff bes Politischen als eines Begriffes neben unteren nicht mehr gibt. Infolgedessen gibt es keinen Staat an sich mehr, keine sogenannte objektive Wissenschaft, keine Kunst für bie Kunst, sondern nur ben Staat, bie Wissenschaft, bie
Kunst für bas Volk.
Das Wunder der politischen Machtmiedergeburt schenkt uns das kulturelle Ermachen und damit endlich den Anbruch des Jahrhunderte über ersehnten, tausendfach erhofften Reiches der Deutschen. Wie sich Deutschland aus eigener Kraft politisch zur Großmacht erklärt hat, ist auch sein Wille ermacht, sich kulturell rnieder als Geistesgroßmacht zu be- mähren, nachdem mir uns auch hier von schmählichen Fesseln der Überfremdung frei gemacht haben. Eines von vielen Kennzeichen ist die festliche Wiesbadener Woche. Auch mit ihr bemährt sich das Reich, mie mir es verstanden missen mollen. Es i st uns geblieben. Nicht aber durch geringes Verdienst, sondern durch die Tat eines einzigen. Und so muß auch dieser Augenblick ausmünben in den Dank an den, dem mir alles danken, in den Dank an den Führer.
Gittlichkeitsverbrechen in katholischen Erziehungsheimen und Klöstern.
Paderborn, 3. Mai. (DNB.) Die Strafkammer des Landgerichtes in Paderborn verurteilte den Franziskanerbruder Wendelin (Stefan Huber) megen Unzucht mit Kindern unter 14 Jahren zu Zuchthaus von zmei Jahren. Der jetzt 62jährige Angeklagte entstammt dem Mutterhaus Waldbreitbach des Ordens vom Heiligen Franziskus. Er hatte im Jahre 1933 die landwirtschaftliche Leitung aller von Franziskanerbrüdern geführten Gutsbetriebe in Welda in der Nähe von Warburg übernommen. Den Bewohnern der Umgebung mar schon feit langem bekannt, daß die auf dem Gut beschäftigten Elemente, Herumtreiber, die auf der Straße aufgelesen mürben, ihren anormalen Neigungen auf sittlichem Gebiet nachgingen. Vor der Strafkammer sagten einige jugendliche Zeuginnen aus, daß sich Bruder Wendelin durch kleine Geschenke das Zutrauen der Kinder zu ermerben gesucht hatte. Wenn ihm dies gelungen war, lud er die Mädchen zu Spaziergängen im Walde ein. Bei diesen Gelegenheiten versuchte er dann, den Mädchen näherzukommen, Die Hauptbelastungszeugin, ein damals 13jähriges Mädchen, hat der Angeklagte des öfteren in feinem Zimmer empfangen.
In der Urteilsbegründung heißt es, daß der Fall besonders schwer ins Gewicht falle, weil der Angeklagte Ordensbruder gewesen sei. Das Volk habe bisher Achtung vor dem Ordenskleid gehabt. Diesen Respekt habe der Angeklagte in der g e - mein st en Weise mißbraucht und sich ehrlos betragen, indem er das Vertrauen der Bevölkerung, der Eltern und Angehörigen und das der Kinder gröblichst getäuscht habe. Wenn die ©träfe etwas milder wie der Antrag des Staatsanwalts ausfalle, der drei Jahre Zuchthaus ver- langt hatte, so sei das auf die Verdienste zurückzufuhren, die der Angeklagte sich im Kriege als Soldat und in seinem Beruf als Drbensbruoer um bie Besserung der Landstreicher erworben habe.
Koblenz, 5. Mai. (DNB.) Dor der Dritten Großen Strafkammer in Koblenz wurde die Verhandlung gegen ben 21jährigen Barmherzigen Bruber Friebrich Weber, genannt Bruber Lorgius, burchgeführt. Der Angeklagte trat 1934 ber Genossenschaft der Barmherzigen Brüder in Montabaur bei, wo er als Krankenpfleger ausgebildet wurde. Er ist angeklagte, mit den schwachsinnigen Pfleglingen widernatürliche Unzucht begangen zu haben. Trotz der belastenden Aussagen der Pfleglinge unb trotz feines bei der Voruntersuchung abgelegten teilweisen Geständnisses versuchte der Angeklagte jede Schuld hartnäckig in Abrede zu stellen. In seiner
Anklagerede unterstrich der Staatsanwalt die seltsame Hartnäckigkeit, mit der der Angeklagte alle Verfehlungen ableugnete, wobei er insbesondere auf den merkwürdigen Umstand hinwies, daß lediglich von den Barmherzigen Brüdern von Montabaur diese Ableugnungstaktik angewandt werde. Das Urteil lautete auf eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei Jahren. In bet Begründung wies der Vorsitzende ebenfalls auf den Widerspruch zwischen dem häufigen Ableugnen des Angeklagten und seinen Geständnissen bei der Vernehmung hin unb gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Strafkammer es für möglich halte, daß hinter dem Leugnen des Angeklagten noch andere Gründe stünden. (!) Die Eigenschaft als Erzieher unb Krankenpfleger habe ber Gerichtshof nur in einem Falle als gegeben angesehen. Außerdem seien dem Angettagten mit Rücksicht auf seine große Jugend mildernde Umstände zugebilligt worden, um ihn vor dem Zuchthaus zu bewahren.
Wetterbericht
des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Eine vom Atlantik her ostwärts vordringende Störung hat auch auf das Festland übergegriffen und am Freitagvormittag über Frankreich unb Belgien weitere Niederschläge gebracht. Durch ihre weitere Verlagerung wird sie auch unserem Bezirk stark bewölktes Wetter unb zeitweise Regenfälle bringen Nach ihrem Durchzug im Verlause bes Freitag wird sich in ber nachstoßenden kühleren Meeresluft noch wechselnd bewölktes und zu Schauern geneigtes Wetter einstellen.
Aussichten für Samstag: Heiter bis wolkig, zu schauerartigen Niederschlägen geneigt, im ganzen noch kühl, mäßige westliche bis nordwestliche Winde.
Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Vlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags
15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
nichts Besseres!


