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Rom, 4. Sept. (DNB.) Der bevorstehende Besuch des Duce beim Führer und das Interesse der ganzen Welt an diesem einzigartigen Ereignis werden in den römischen Abendblättern an erster Stelle be­handelt. In Seiten füllenden Berichten werden der Willkommgruß der deutschen Presse unter ausführ­lichster Wiedergabe der ersten Berliner Blätterstim­men und zugleich das erste Auslandsecho verzeichnet. Die große Begeisterung, die die Ankündigung des Besuches Mussolinis beim deutschen Volke hervor­ruft, findet stärkste Beachtung und wird von der ita­lienischen Presse und dem italienischen Volke aufs herzlichste erwidert. Das Hauptthema der redaktio­nellen Kommentare der römischen Zeitungen, die auf der ersten Seite auch Bilder des Duce und des Führers veröffentlichen, bildet die Solidarität der beiden großen revolutionären Bewegungen und ihre Bedeutung für den europäischen Frieden und die europäische Kultur.

Italien und Deutschland sind, so betont das G i o r n a l e d ' I t a l i a" entschlossen, ihre neuen sozialen Systeme, in denen sie einen höheren Grad der kulturellen Entwicklung und die sicherste Ga­rantie zum Schutze der gemeinsamen europäischen Kultur sehen, mit jedem Mittel und gegen jeden Gegner zu verteidigen. Sie sind aber auch ent­schlossen, sich nicht im Rahmen ihrer individuellen Regime von der Welt abzuschließen und daraus keinen Gegenaltar zur Bekämpfung irgendeines anderen Regimes zu machen. Was sie bei einer internationalen Zusammenarbeit allein ablebnen müssen, geht den Bolschewismus an. Diese ihre Einstellung ist keineswegs offensiver, sondern lediglich defensiver Art. Die einzige Voraussetzung der Zusammenarbeit mit den gesund gebliebenen demokratischen Völkern Europas ist das Vorhan­densein eines Mindestmaßes von Solida-

Tokio, 5. Sept. (DRB.) Der japanische Mi­nisterpräsident, Fürst Konoe, erklärte im Reichstag, daß der Grundsatz der japanischen Politik gegem über China unverändert sei und daß Japan auch weiterhin von der Nanking-Regierung die Aufgabe des japanseindlichen Kurses fordere.Sollte die chinesische Regierung mit aufrichtigem Ernst ihren Standpunkt hinsichtlich der Herstellung eines siche­ren Friedens in Fernost revidieren, so ist Japan bereit, nicht weiterzugehen. Augenblicklich aber steht Japan der Notwendigkeit gegenüber, durchschla­gende Mittel bis zur Vernichtung des Kampf- willens der chinesischen Armee anzuwenden." Außen­minister Hirota sagte, die Nanking-Regierung habe versäumt, die ihr gebotene Gelegenheit zur Schlichtung des Konfliktes wahrzunehmen, und durch ihre Haltung die japanfeindliche Bewegung noch gefördert, so daß schließlich das Leben und Eigentum der japanischen Staatsbürger in China gefährdet worden sei. Kriegsminister Sugijama bezeichnete als Ziel der gegenwärtigen japanischen Aktionen die chinesischeArmee zu strafen.

Anschließend berichtete Marineminister Y o n a i über die Flottenaktionen in den chinesischen Ge­wässern vor Schanghai. Bis auf die Verwundung des britischen Botschafters habe man auf japanischer Seite internationale Komplikationen bisher erfolg­reich vermeiden können. Trotz des Anhaltebefehls gegenüber chinesischen Schiffen werde Japan bemüht bleiben, den Handel dritter Staaten nicht zu stören. Finanzminister Kaya legte dem Reichstag die Sonderhaushalte für Heer und Marine in Höhe von 2,022 Milliarden Yen sowie die Zusatzausgaben in Höhe von 42 Millionen Yen vor, wie sie in An­betracht der Entwicklung in China notwendig ge­worden seien. Zur Aufbringung dieser bedeutenden zusätzlichen Lasten müsse die finanzielle ebenso wie die wirtschaftliche Lage den Ausnahmezu­ständen angepaßt werden. Daher lege die Regierung ein besonderes Gesetz über die Kapital­bildung und -investierung, ferner Gesetze zur Rege-

Oie römische presse zum Deutschland-Besuch Mussolinis.

r i t ä t der europäischen Nationen gegen die un­heilbaren, der Zerstörung zutreibenden Strömun­gen. Die Achse Berlin-Rom ist unzerstörbar, laßt aber anderseits freundschaftliche Beziehungen mit allen anderen Staaten guten Willens zu. Unter diesen wesentlichen Voraussetzungen besteht für Ita­lien kein Problem der Wahl zwischen einer eng- landsreundlichen und einer deutschfreundlichen Ein­stellung. Die Verständnis mit dem einen schließt die Äerständigung mit anderen Staa­ten nicht aus, sondern verstärkt sie vielmehr m ihren allgemeinen Aufgaben der Klärung und der Zusammenarbeit in Europa. /y

Abschließend erinnertGiornale d'Jtalia daran, daß die Begegnung Hitler-Mussolini auf dem festen Boden vollständig geklärter ideologischer und poli­tischer Beziehungen erfolgt. Die deutsch-italienischen Vereinbarungen vom 24. Oktober 1936 und das deutsch-österreichische Abkommen vom 11. Juli 193b haben in allen Problemen, die die Beziehungen zwischen Rom und Berlin unmittelbar betreffen, vollkommen Klarheit geschaffen.Sie 1101161111(1)6 Nation grüßt in Reichskanzler Adolf Hitler nicht nur den großen unermüdlichen Begründer der neuen deutschen Machtstellung, sondern auch den Kämpfer und Helden, der niemals verzweifelt ist und niemals, auch nicht in den trübsten Tagen des deutschen Volkes, den Mut verloren hat. Die ita­lienische Nation sieht in seinem Zusammentreffen mit dem Duce die Bekräftigung d e r n e u e n Verbrüderung der beiden jugendlichen Na­tionen, die Bestätigung ihrer unantastbaren Macht und das Unterpfand für neue Vereinbarungen, die den Schutz ihrer lebenswichtigen Interessen und den Aufbau eines starken und gerechten Friedens in Europa bezwecken."

Japans finanzielle Rüstung.

lung der Ausfuhr und Einfuhr und zur Bekämp­fung des Wuchers vor.

Ausdehnung der Ueberwachungszone an der chinesischen Küste.

Schanghai, 5. Sept. (DNB.) Die Oberbefehls­haber der II. und III. japanischen Flotte haben mit­geteilt, daß die Ueberwachungszone über die chine­sische Schiffahrt im Norden von dem mandschurisch­chinesischen Grenzhafen Tschingwangtao bis Pakhoi im Golf von Tongking ausgedehnt werde. Ausgenommen von der Ueberwachung feien lediglich Tsingtau, die britische Kronkolonie Hongkong und die übrigen zu den Pacht- gebieten dritter Mächte gehörenden Ge­wässer. Die Bestimmungen beträfen alle Fahrzeuge der chinesischen Schiffahrt, während auslän­dische Schiffe ungehindert in die Ueberwachungszone ein- und aussahren könnten.

Neuer japanischer Vorstoß geeen Schanghai.

Heftiges Artillerie-Duell im Norden der Stadt.

London, 6. Sept (DNV. Funkspruch.) Me aus Schanghai gemeldet wird, haben die Japaner in den Morgenstunden des Montags ihren angekün­digten neuen großen Vorstoß gegen Schanghai eröffnet. Das japanische Flakschiff I d z u m 0" hat mit seinen Geschützen das Feuer eröffnet. Ein heftiges Artillerie-Duell wird zwischen den chinesischen Geschützen in kiangwang und den japanischen Batterien im Jangtsepu-Gebiet aus- gefochten. Die Stadt wird durch Explosionen und Bombeneinschläge ununterbrochen erschüttert.

Eine neue Front beginnt sich abzuzeichnen, eine Weltfront, deren Einheit in der Entschlossenheit be­ruht, der bolschewistischen Gefahr überall entgegen­zutreten.

Der Idee, die heute in dieser Front lebendig ist, dient auch diese Ausstellung. Wir haben hier das ganze furchtbare Anklagematerial, das wir feit Jahr und Tag gegen den Bolschewismus Vorbringen, zu­sammengefaßt und in sichtbarer Form dem Beschauer vor Augen geführt. Es bringt die Wahrheit über die paradiesischen" Zustände in Sowjetrußland und zeigt in erschütternden Bildern das Los der vom Bolschewismus Verratenen. Es enthält weiter den verbrecherischen Plan, dieses furchtbare Los auch allen übrigen Völkern aufzuzwingen. Es zeigt die tausend Machenschaften der bolschewistischen Draht­zieher in allen Ländern, ihre geheime Wühlarbeit, ihre hinterhältige Hetze, ihre offenen Umsturzvor­bereitungen und schließlich den blutigen Rotmord, Brand und Terror, mit dem der entscheidendeGe­neralangriff" erfolgt. Es zeigt, wie ein Volk, das zu spät die Gefahr erkennt, der rücksichtslosen Vernich­tung anheimfällt, und schließlich enthüllt diese Aus­stellung den verhängnisvollen Zusammenhang zwi­schen der bolschewistischen Seuche und dem Juden­tum, auf den wir Nationalsozialisten unermüdlich hinwiesen. Die Köpfe, die von den Wänden herab­schauen, beweisen diesen Zusammenhang eindrucks­voller, als es mit Worten geschehen kann. Dies Ant­litz, tausendfältig und doch immer wieder das gleiche, ist das Antlitz des Weltfeindes.

Die ausländischen Diplomaten aus dem Reichsparteitag.

Berlin, 4. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat auch in diesem Jahre die ^Chefs der ausländischen Missionen in ^Berlin als seine persönlichen Gäste zur Teil­nahme am R e i ch s p a r t e i t a g in Nürn­berg eingeladen. Ihr Erscheinen während des Reichsparteitages haben zugesagt: die Bot­schafter von Frankreich, der Türkei, von Polen, Japan, Italien, Chile, China, Brasilien, Argenti­nien, Großbritannien, Spanien; die Gesandten von Dänemark, Aegypten, Rumänien, der Schweiz, von Oesterreich, Griechenland, des Irischen Frei­staates, von Finnland, Portugal, Columbien, Uru­guay, Haiti, Cuba, Irak, Lettland, Siam, Jugosla­wien, Unaarn, Belgien, Nicaragua, der Domini­kanischen Republik, von Venezuela, Estland, Bo­livien, Panama, Schweden, der Niederlande, von Bulgarien, Guatemala und Mexiko, sowie die Ge­schäftsträger der Vereinigten Staaten von Amerika, von Litauen, Afghanistan, der Tschecho- stowakei, von Iran, der Union von Südafrika und Luxemburg.

Den Diplomaten werden zwei Schlafwagen-Son- derzüge zur Verfügung gestellt, die sie am Montag nach Nürnberg führen werden. Während der An­wesenheit in Nürnberg sind verschiedene Ausflüge vorgesehen, u. a. nach dem Schwarzwald. Der Son- derzug trifft am 14. September wieder in Berlin ein. Auf der Reise werden die Diplomaten von dem Chef des Protokolls, Gesandten von Bülow- Sch w a n t e, Legationsrat B 0 l tz e und Legations­sekretär von Reichert sowie von einer aus sprachkundigen SS.-Männern bestehenden Mann­schaft begleitet werden. Zum Kommandanten des Sonderzuges ist SS.-Oberführer Stenger, Stabsleiter des Verbindungsstabes der NSDAP., be­stimmt worden, dem NSKK.-Standartenführer von I b n e von der Privatkanzlei des Führers sowie SS.-Standartenführer Brantenaar zugeteilt sind.

Eine Flaogenverordnung.

Berlin, 4. Sept. (DNB.) Die seit einiger Zeit bestehenden Zweifel, welche Flaggen und Fahnen von Privatpersonen gezeigt werden dürfen, sind jetzt vom Reichsminister des Inneren durch eine Verordnung zum Reichsflaggengesetz geklärt worden. Die Verordnung ist am 4. September 1937 in Kraft getreten. Sie bestimmt:

An regelmäßigen allgemeinen Beflag­gungstagen sowie an Tagen, an denen zu einer allgemeinen Beflaggung besonders aus- ge fordert wird, setzen Privatpersonen nur d i e Reichs- und Nationalflagge. Aus­nahme bestimmt die zur Anordnung einer allgemei­nen Beflaggung zuständige Stelle. Regelmäßige all­gemeine Beflaggungstage sind: der Reichsgrün­dungstag (18. Januar), der Tag der nationalen Er­hebung (30. Januar), der Heldengedenktag (5. Sonn­tag vor Ostern), der Geburtstag des Führers und Reichskanzlers (20. April), der nationale Feiertag des deutschen Volkes (1. Mai), der Erntedanktag (1. Sonntag nach Michaelis).

Allgemein verboten ist Privatpersonen das Setzen der gegenwärtigen oder einer früheren Reichskriegsflaqge oder sonstiger Flaggen und Fahnen der Wehrmacht, der gegenwärtigen oder einer früheren Reichsdien st flagge oder einer früheren Landesdienstflagge, einer frühe­ren Reichs- oder Landesflagqe, einer Kirchenflagge. Von der ersten Bestimmung kann der Reichskriegsminister im Einvernehmen nut dem Reichsm'nister des Inneren im Einzelfall Aus­nahmen zulassen. Bei kirchlichen Feiern können Pri­vatpersonen nur die Reichs- und Nationalflaage zeigen. Den aufgeführten Flaggen stehen solche gleich, die mit ihnen verwechselt werden können.

Die Reichs- und Nationalflagge darf nicht ge­setzt werden, wenn der Anlaß oder die Begleitum­stände der Flaaqensetzuna der Würde dieses Sym- boles nicht entsvrechen. Das Verbot des Setzens von Flaggen umfaßt zugleich das Verbot des Zei­gens der entsprechenden Farben.

Japanischer Prinzenbesuch in Deutschland.

Berlin, 4. Sept. (DNB.) Der Bruder des Kai­sers van Japan, Prinz Chichibu, wird in der kommenden Woche Deutschland einen etwa ein = wöchigen Besuch abstatten. Er trifft am 7. September in Friedrichshafen ein und uegibt sich mit dem Flugzeug nach Düsseldorf, wo er die AusstellungSchaffendes Volk" besichti­gen wird. Anschließend fliegt der Prinz nach Ber­lin. Hier wird er am Ehrenmal einen Kranz niederlegen und danach als Gast der Reichsluft­waffe Gatow besuchen. Die Deutsch-Japanische Gesellschaft gibt im Hotel Esplanade einen Tee. Der 10. September ist einer Spazierfahrt über den Wannsee nach Potsdam vorbehalten. Dann wird Prinz Chichibu das Reichssportfeld besichti­gen. Für den 11. September ist eine Fahrt nach Jena zur Besichtigung der Zeißwerke geplant und anschließend ein Besuch in Bayreuth. Prinz Chichibu trifft dann am 13. G'ntember in Nürn­berg ein und beabsichtigt noch am gleichen Abend

nach Hamburg weiterzufliegen. Von dort aus wird er eine Reise nach Amerika antreten.

Das rote Ll-BootE 4" griff dieHavock" an.

San Sebastian, 4. Sept. (DNB.) Wie ein hier aus Frankreich eingetroffener Spanier aus Ge­sprächen mit Besatzungsangehörigen des roten U-BootesC 4", oas im französischen Hafen Verdon bei Bordeaux eingetroffen ist, ent­nommen hat, ist die schwere Bombenbeschädigung derC 4" nicht wie angegeben durch eine Fliegerbombe, sondern durch eine Wasser­bombe erfolgt. DieC 4" war im Mittelmeer stationiert. Im letzten rotspanischen Häfen an der spanischen Nordküste, Gijon, lag in den letzten Wo­chen kein U.-Boot mehr, so daß dieC 4" aus d e m Mittelmeer nach Bordeaux gefahren sein muß, um sich zu tarnen, da beim Anlaufen eines Mittelmeerhafens das Boot sofort als Ur­heber des T0rped0angri f f es auf die H a v 0 ck" erkannt worden wäre. Es dürfte also nun kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß das rotspanische U.-BootC 4" den Torpedoangriff auf den englischen ZerstörerHavock" unternommen hat und dabei durch Wasserbomben beschädigt wor­den ist, mit denen dieHavock" den bolschewistischen Angriff erwiderte. Zu den Behauptungen desKom­mandanten", fein Boot sei auf der Höhe von Gijon von einem nationalspanischen Flugzeug bombar­diert und getroffen worden, wird von nationalspa­nischer Seite erklärt: Nationalspanische Flugzeuge haben in den letzten Wochen rotspanische U.-Boote an der kantabrischen Küste nirgends mehr ge­sichtet und auch Feinen Eingriff auf ein rot­spanisches U.-Boot unternommen.

Die Mittelmeerkonferenz.

Paris, 5. Sept. (DNB.) Der Quai d'Orsay hat die Liste der zu der Mittelmeerkonferenz einzu- lad end en Mächte fertiggestellt. Neven Ber­lin und Rom wurden die Regierungen von Athen, Ankara, Belgrad, Bukarest, Kairo, Mos­kau, Sofia und Tirana eingeladen. Wie ver­lautet, soll die Konferenz in Nyon, zwischen Genf und Lausanne, am 10. Septem­ber stattfinden. Die französische und die englische Regierung seien der Ansicht, daß das Problem der U-Boots-Angriffe im Mittelmeer eine beschleunigte Regelung erfahren müsse. Es fei daher wünschens­wert, diese Konferenz vor der Dölkerbunds-

versammlung abzuhalten, die andernfalls durch diese schwierige Frage ungünstig belastet werden könnte.

Nach Ossietzky Azana.

Salamanca, 4. Sept. (DNB.) Wie man nach einer Meldung aus Valencia annehmen muß, hat die Heberheblichkeit der spanischen Bolschewisten eine neue Blüte getrieben. Die Zeitungen der roten Residenz" fordern den Nobel-Friedens­preis für den Häuptling der Valencia-Bolsche­wisten Azana. Die ZeitungCorrespondencia" begründet diese Sortierung damit, daß Azana nach der Beschießung von Almeria (die Vergeltungs­maßnahme für den Bombenüberfall auf das Pan­zerschiffDeutschland") durch einen deutschen Kreu­zer Deutschland nicht den Krieg erklärt, sondern großmütig im Interesse des Weltfriedens" auf Repressalien verzichtet habe (!). An und für sich könnte man diese geistige Hysterie der Valencia- Bolschewisten mit Achselzucken übergehen. Be­merkenswert erscheint jedoch der Hinweis, wie rich­tig deutscherseits schon die Verleihung des Nobel­preises an Ossietzky beurteilt wurde, mit der Feststellung, daß eine derartige Mißachtung eines Friedenspreises" keine Wertschätzung mehr, sondern nur eine völlige Entwertung bedeuten kann.

Oer angebliche Spionage-Fall in Moskau.

London, 6. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auf die Vorstellungen der britischen Botschaft in Moskau bei den sowjetrussischen Behörden wegen der Ver­haftung ties Engländers Bell hat die Sowjetregie­rung bis jetzt nur mitgeteilt, daß die Untersuchung der Anklage gegen Bell wegen Spionage im Gange sei.Daily Expreß" berichtet, daß zwischen dem sowjetrussischen Staatsanwalt Wischinski und dem Außenkommissariat Meinungsverschiedenheiten wegen des Vorgehens gegen Bell entstanden seien. Wischinski versuche einen Prozeß gegen den Engländer zustande zu bringen, während das Autzenkommissariat im Hinblick auf die englisch-sow­jetrussischen Beziehungen wünsche, daß Bell ohne Prozeß aus Sowjetrußland ausgewiesen werde. Die vorläufige Beschuldigung gegen Bell gehe dahin, daß er angeblich Einzelheiten über das Telephon- und Telegraphensystem der roten Armee an eine ausländische Macht verkauft habe.

Peter II.

Zum 15. Geburtstag des Königs von Jugoslawien.

Don unterem £>r. Hr.-Äenchterstatter.

Belgrad, September 1937.

König Peter II. von Jugoslawien tritt mit feinem diesjährigen Geburtstage am 6. September in Den entscheidenden Lebensabschnitt ein, in dem er so eigentlich die letzte Vorbereitung für seinen kundi­gen hohen Beruf erfahren soll. Am 6. September 1941 soll er aus der Hand ties Prinzregenten Paul die Krone empfangen, die sein Vater, Alexander I., trug. Alle Hoffnungen des jugoslawischen Volkes sind mit dem jungen König verknüpft. Seine ganze Ausbildung ist deshalb darauf gerichtet alle seine Fähigkeiten und Anlagen so zu entwickeln, daß er

(Scherl-Bilderdienst-M.) ein würdiger Vertreter der Dynastie Karadjordje» witsch auf dem jugoslawischen Thron werde. Pe­ter II. besitzt eine außergewöhnliche Intelligenz, gepaart mit Lerneifer, Pflichtgefühl und einer hohen Auffassung von den Aufgaben des Lebens. Seine Erziehung, die von einem bekannten jugo­slawischen Pädagogen geleitet wird, berücksichtigt ebenso die Ausbildung der geistigen wie der kör­perlichen Fähigkeiten und insbesondere des Gemein­schafts- und Kameradschaftsgefühls, der Verbunden­heit mit feinem Volke. Alexander I. hat, als er dem jugoslawischen TurnerverbandSoko l" durch Ge­setz eine wichtige Aufgabe für die Erziehung der jugoslawischen Jugend und für die körperliche Er­tüchtigung des jugoslawischen Volkes übertrug, sei­nen erstgeborenen Sohn Peter zum Führer des Sokol" bestellt. Peter II. tritt seitdem bei allen öffentlichen Anlässen in Sokoluniform auf. Da der Sokol" die größte nationale jugoslawische Organi­sation ist, wird damit sichtbar 3um Ausdruck ge­bracht, daß die Ziele derSokol"-Bewegung auch zu den Grundlagen des jugoslawischen völkischen Aufbaues gehören.

Die körperliche Ertüchtigung und die Erziehung im Geiste der Volksgemeinschaft, die derSokol" auf Grund seines Programms durchführt, gehört zu den wesentlichen Bestandteilen der Ausbildung des jungen Königs. Schon als sechsjähriger Thron­folger begann er mit Öen Turnübungen nach dem System desSokol". Diese Hebungen wurden in der Folgezeit immer weiter ausgebaut und zu Ge­meinschaftsübungen mit gleichaltrigenSokol"- Kameraden ausgeftattet. Fünfmal wöchentlich kommt eine Gruppe von fünfzehn jungenSokoln" aus allen Schichten der Bevölkerung nach Schloß De- dinje bei Belgrad, wo Peter II. mit ihnen, der gleichen Turndisziplin unterworfen, dem Turnsport obliegt. Auf Schloß Dedinse wurde zu diesem Zwecke ein wunderschöner Uebungsplatz im Aus­maße von 100 mal 100 Meter für alle Zwecke der Leichtathletik und des Turnens geschaffen. Daneben liegt ein Fußball- und ein Hockeyplatz. Unter der Leitung eines erfahrenenSokol"-Turnpädagogen übt hier Peter II. mit feinen Altersgenossen alle Turn- und Sportarten tiesSokol"-Systems aus. Diese Hebungen werden ergänzt durch andere sport­liche Betätigungen, wie Reiten, Schwimmen und Skilaufen.

Während feines Sommeraufenthaltes am idylli­schen Veldeser See in Slowenien freut sich Peter II. besonders auf das Lagerleben an der Save, das er mit Altersgenossen durchführt. In diesem Lager, in dem die Teilnehmer alle Arbeiten, vom Einschlagen der Zeltpflöcke angefangen, selbst verrichten müssen, herrscht Ordnung und Disziplin. Der Lagerbefehl sieht für den jungen König ebensolche Arbeiten vor, wie für alle anderen. Auf diese Weise wird in ihm der Geist der Volksgemeinschaft entwickelt. Dieser Geist ist in ihn auch entsprechend der Tradition der Dynastie Karadjordiewitsch schon von feinem Vater gepflanzt worden. Man kann deshalb wohl schon heute sagen, daß Peter II. im besten Sinne ein König feines Volkes werden wird, das mit ganzer Liebe an ihm hängt.

Dechos fordert Zusammenarbeit im Dienste des Friedens.

Paris, 6. Sept. (DNB. Funkspruch.) Außen­minister Selbes hielt am Sonntagabend bei einem Bankett in Versailles eine Ansprache, in der er auch kurz auf die Außenpolitik einging. Er sprach von demtragischen Kreislauf" zwischen wirtschaftlicher Unordnung und Not auf der einen Seite und politischen Unruhen und Kriegs­gefahren auf der anderen Seite. Aus diesem Kreis­lauf könne man nur ganz herauskommen, nrnri man mit dem gleichen guten Willen und der gleichen Hartnäckigkeit zur Organisierung der Wirt­schaft und zur rechtlichen und moralischen Or­ganisierung des Friedens sich aufraffe. Nirgends in der Welt fei augenblicklich der Krieg e r k l ä r t worden, und doch feien seine Greuel mit allen ihren Gefahren eines Umsichgreifens in zwei Erdteilen f e ft 3 u ft eil en. Es fei höchste Zeit, daß das Gewissen der Völker und der elementare Selbsterhaltungs­trieb wieder erwache. Es sei Zeit, daß eine durch­greifende Aktion zur W i e b e r b e f e ft i g u n g des Friedens unternommen werde, die eine wahre Zusammenarbeit aller Völker verlange. Die