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Das junge Deutschland" gibt eine Verfügung des Chefs des Personalamtes der HI. bekannt, wo­nach die Reichssieger des 4. Relchsbe ° rufswettkampfes in Anerkennung ihrer her­vorragenden beruflichen Leistungen, soweit sie Mit­glieder der HI. sind, um einen Dienstgrad in der Hitlerjugend befördert werden.

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NSKK.-Gruppensührer Herzog von Coburg stattete auf seiner Besuchsreise deutscher Kriegerkur­häuser und Heilanstalten in Genf dem Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Professor Dr. Max Huber, einen Besuch ab. Der deutsche Generalkonsul gab zu Ehren des Herzogs einen Empfang, zu dem die Spitzen der Behörden des Kantons Genf und die Mitglieder des Inter­nationalen Komitees geladen waren. Am Sonntag­nachmittag nahm der Herzog von Coburg an dem alljährlich zum Besten des deutschen Heims statt­findenden Sommerfest der Genfer Ortsgruppe der NSDAP, und der deutschen Kolonie teil.

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In Berlin begannen Besprechungen zwischen einer deutschen und einer türkischen Delegation, deren Ziel es ist, gewisse Fragen zu klären, die mit der Durchführung der im vorigen Jahr abgeschlos­senen deutsch-türkischen Vereinbarun­gen auf dem Gebiete des Waren- und Zah- l-ungsverkehrs Zusammenhängen.

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Zwischen der deutschen und der Königlich Bel­gischen Regierung ist ein Abkommen über den deutschen Reiseverkehr nach Belgien und dem Großherzogtum Luxemburg abgeschlossen worden.

Der belgische Ministerpräsident van Zeeland.l der von der englischen und von der französischen Negierung mit einer Untersuchung über die Ver­besserung der internationalen Wirtschaft beauftragt worden war, traf nach seinem Besuch in Washing­ton in Southampton ein, um in London seine Wirtschaftsbesprechungen fortzusetzen. Dan Z e e - land hatte mit Ministerpräsident Chamber­lain und mit Außenminister Eden Besprechungen

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In Eger wurde der Hauptschulungsleiter der Sudetendeutschen Partei Dr. Suchy ver­haftet. Gegen iyn ist eine Untersuchung auf Grund des tschechoslowakischen Staatsschutzgesetzes eingeleitet worden. Dr. Suchy gehört zu dem eng­sten Kreise um Conrad Henlein. In der west­böhmischen Stadt Tachau wurde der Bezirkssekretar der Sudetendeutschen Partei Kanhäuser ver­haftet. Bei Kanhäuser hatte eine Haussuchung statt­gefunden. Die Gründe der Verhaftung sind unbe­kannt.

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Wie das amerikanische Schatzamt bekannt gibt, schließt das Rechnungsjahr mit eine Gesamt­staatsschuld d. 36 425 Mill. Dollar (90 000 Mil­lionen Mark) gegenüber 33 778 Mill. Dollar im Vorjahr ab. Das Defizit betrug im abgelaufenen Rechnungsjahr 2707 Mill. Dollar (68 000 Millionen Mark) gegenüber 4361 Mill. Dollar im Vorjahr. Die Einkommensteuern beliefen sich auf 2157 Mill. Dollar, das sind 52 Millionen mehr, als Roosevelt im April vorausgesetzt hatte.

Oie Achema-Ausstellung in Frankfurt.

In Frankfurt wurde die Achema VIII, Ausstellung für chemisches Apparatewesen, eröffnet. Unser Bild zeigt einen Blick auf eine der Ausstellungshallen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Nach der Einnahme von Bilbao.

Von unserem Gch.-Sonderberichierstaiier.

Nachdruck verboten!

Bilbao, Juli 1937.

Acht Tage nach der Einnahme der baskischen Hauptstadt wickelte sich das öffentliche Leben der schwergeprüften Bevölkerung bereits wieder in nor­malen Bahnen ab. Die Produktionstätigkeit ist fast in sämtlichen Gruben und Fabriken wieder ausge­nommen, die Hochöfen, das Wahrzeichen des indu­striellen Reichtums des Baskenlandes, sind nicht ausgegangen, die Straßen- und Eisenbahnen haben ihren fahrplanmäßigen Verkehr wieder ausgenom­men, die Hochspannungsnetze und Wasserrohr­leitungen sind ausgebessert, über den Nervion, der die Stadt in zwei Hälften teilt, geht der Fahr- und Füßoerkehr auf stabilen Notbrücken. Die Geschäfte sind zum größten Teil wieder geöffnet, die dürftigen Bestände der Warenläger werden laufend aufge- frischt; als Zahlungsmittel gelten die von der natio­nalen Regierung yerausgegebenen Banknoten; die im Besitz der Bevölkerung befindlichen alten Noten der Bank von Spanien werden umgetauscht, so daß den Basken, die fast ein Jahr unter der separatt- ftisch-bolschewistischen Knute gestanden haben, der Schmerz einer Geldentwertung oder eines völligen Vermögensverlustes erspart bleibt. Nur die von der roten Regierung Aguirre ausgegebenen Not­geldscheine, die teilweise die handschriftliche Zeich­nung von irgendwelchen roten Despoten tragen, sind wertlos.

Das Hotel Carlton, in dem Aguirre mit seiner Umgebung hauste, ist wieder wohnlich hergerichtet, die vielfachen Sandsackauflaaen in den Fenster­öffnungen, die zentimeterdicken Eisenpanzerungen an den Wänden sind beseitigt und nur die Stahl­kammer im Erdgeschoß des Gebäudes, wo der rote Baskenkönig mit seinenMinistern" aus Furcht vor Attentaten seiner eigenen Leute und vor etwaigen Fliegerangriffen nächtigte, wird den Besuchern noch als Kuriosum gezeigt. An einzelnen Häuserwänden kleben noch die Reste bolschewistischer Propaganda­plakate, deren technische Vollkommenheit und Wirk­samkeit unschwer die Michilfe bewährter Praktiker des Weltbolschewismus verraten. Die Militärbe­hörden geben durch Maueranschläge ihre Verord­nungen bekannt und politische Aufbauorganisatio- nen der Falanga Espanola Tradicionalista de las Ions vermitteln durch Werbeplakate der an marxi­stische Schlagwörter gewöhnten Bevölkerung die Grundbegriffe der neuen Staatsauffassung. Die Menschen atmen allmählich auf.

In den ersten Tagen nach dem Einzug der natio­nalen Truppen fanden sie sich in der neuen Umge­bung nur schwer zurecht. Nur mit Zögern er­hoben sie den Arm zum nationalen Gruß. Mit der Behebung der Nahrungssorgen kehrte dann schnell das Vertrauen ein. Lastwagenzüge bis zu dreißig Autos treffen täglich mit Hunderten von Zentner Lebensmittel in der Märtyrerstadt ein, darunter große Mengen von spanischen Bauern und von der Bevölkerung nationaler Provinzen gespendeter Er­zeugnisse. Um die Mittag- und Abendzeit werden

Idie Kinder auseinandergerissener baskischer Familien und Einwohner, die durch den Krieg ihre ganze Lebensgrundlage verloren haben, in sauber herge­richteten Speisesälen von den freiwilligen Helferin­nen des sozialen Hilfwerkes kostenlos bewirtet. Aus den fiebrigen Augen ausgehungerter Menschen, denen die Kleider schlapp am Leibe hängen, leuchtet wieder Freude und stille Dankbarkeit.

Wenn Bilbao sich von den Schrecken einer elfmo­natigen separatistisch-bolschewistischen Diktatur so überraschend schnell erholen konnte, so ist das nicht nur dem guten Funktionieren der mit dem Wieder­aufbau beauftragten und von der Bevölkerung un­terstützten nationalen Organisation zu verdanken, sondern hat seinen Grund in erster Linie in der mit vorbildlicher Schnelligkeit und Gewandtheit durchgeführten militärischen Operation. Diese führte zu einer völligen Ueberrumpelung des Gegners und ließ ihm keine Zeit mehr, seine verbrecherischen In­stinkte, die ihn an allen spanischen Fronten kenn­zeichnen, voll zur Auswirkung zu bringen. Praktisch ist ihm nur die Sprengung sämtlicher über den Nervion führenden Brücken gelungen, die seit Wo­chen vorbereitet und das Werk von wenigen Minu­ten war. Alle übrigen Gewaltakte größeren Stils sind durch das vorzeitige Eintreffen der nationalen Truppen verhindert worden. Die baskischen Separatisten und ihre Milizen, die Gudaris, auf deren Konto die Hauptschuld an der Tragödie des baskischen Volkes kommt, sind in letzter Stunde von Reue gepackt worden, sie liefen in Scharen zu den nationalen Befreiern über und verhinderten ihre kommunistischen Bundesgenossen aus Asturien mit der Waffe in der Hand an der Ausführung vieler Freveltaten. Die Schießereien, die sich bis zur letzten Stunde vor der Einnahme Bilbaos zwi­schen den Gudaris und den plündernden Anarcho­bolschewisten in den Straßen der Stadt abspielten, sind das traurige Zeichen einer zu fpätent (Erfennt« nis und das Eingeständnis eines politischen Irr­tums mit feinen unsagbar tragischen Folgen.

Wie wirkt sich der Fall Bilbaos auf die Entwick­lung des spanischen Krieges aus? Die Vermutung, mit der Einnahme von Bilbao würde die gesamte Nordfront zusammenbrechen, hat sich bis jetzt nicht verwirklicht. Der Feind zieht sich an allen Abschnit­ten ohne ernsthaften Widerstand zu leisten zuruck, auch die im Westen Bilbaos gelegenen Befestigun­gen des sogenannten Eisengürtels sind ohne Schuß gefallen, die Zahl der Gefangenen und Ueberlau- fer geht in die Tausende, nur noch wenige Quadrat­kilometer fehlen, dann ist auch die letzte baskische Provinz wieder dem spanischen Vaterland zurück- gemonnen. Aber ergeben haben sich die baskischen Bataillone noch nicht. 30 000 bis 40 000 Mann sind bis in die Provinz Santander zurückgewichen. Von einem Kampf für dasbaskische Vaterland kann nicht mehr die Rede sein; die baskischeRe­gierung" sitzt ohne Staat und Untertanen in San­tander genießt das Gastrecht derNachbarrepublik" I unb versucht, nach den letzten Verlautbarungen, mit

Spiel im Freien.

Mannigfache Formen des deutschen Naturtheaters.

Von Or. Paul Gerhardt Dippel.

Mehr als zweihundert Freilichtbühnen spielen in diesem Sommer in allen Gauen des Reiches. Wei­ßenburg und Zoppot gelten unter ihnen als die repräsentativsten musikalischen Festspielstätten, Hei­delberg, Frankfurt a. M., Marburg und die Harzer Spiele sind die Höhepunkte des Freilichttheaters überhaupt.

Anlage, Aufgabe und Leistung dieser Stätten kulturellen Wirkens sind scharf voneinander zu trennen. Während im 19. und 20. Jahrhundert das Laienspiel örtliche Erinnerungen aus der Stadt­geschichte brachte (wie in Rothenburg, Dinkelsbühl, Nördlingen), ist das älteste Naturtheater neuerer Zeit das (1903 eröffnete) Naturtheater bei Thale im Harz, wo bereits Klopstock an eine Auffüh­rung seines Hermannsschlacht-Stoffes gedacht haben soll. Hier wurden denn auch zuerst in künstlerischer Weitsicht Berufsschauspieler in fester Spielzeit und in Stücken eingesetzt, die der ungebundenen Natur­umgebung des Harz entsprechen.

Die als reichswichtig bezeichneten Spiele im Heidelberger Schloß können vor einer brei­ten Spielfläche inszeniert werden. Geschlossenheit des Raums liegt hier vor, obwohl das Zerfallen in Teilbühnen oft unterschiedliche optische und aku­stische Wirkungen hervorruft. DemSommernachts­traum" kommt neben der wuchtigen Schloßfassade die natürliche Baumgruppe des Hofes zugute. Vor allem aber ist es die Wirkung des Lichtes und der Beleuchtung man spielt hier meist bei Abend die künstlerische und psychologische Wirkung erzielt.

Besondere Gunst der Anlage yat auch die Stätte der Frankfurter Römerberg-Fe st spiele. Eine gute Schallwand und ein großflächiger Hin­tergrund ergeben szenische Wirkungen von fesselnder Großartigkeit. Stufen, Balkone, Hallen, Fenster gestatten eine vielseitige Abwicklung der Handlung und ermöglichen im Zusammenhang mit den wink­ligen benachbarten Gassen die schnelle Entfaltung und Auflösung von Massenszenen. Von prunkvollen Aufzügen und dekorativ-sinnbildhaften Erscheinun­gen gibt der Theater-Raum der Römerbergspiele überraschende Eindrücke.

Besonderen Wert auf den Spielplan legt Dr. Budde bei feinen Marburger Freilicht- spielen. In der Gestalt der Marburger Bühne mit der terrassenartigen Gliederung und der orga­nischen Dreiteilung des ganzen Baus haben wir den Typ einer Bühne, in der sich Natur- und Kunsttheater fruchtbar vereinen. Bild und Sinn­bild dieser in Größe und Einfachheit wohltuenden

Bühne will auf eine innere Ueberroinbung des Guckkastentheaters hinaus. Hoch oben auf dem Schlohberg entfaltet sich, vom ragenden Schloß geschützt, der Theaterraum, den die hessischen Berge abschließen und wo Baumgrün ringsumher oergef- jen läßt, daß es sich um ein kunstvoll durchdachtes Bühnenwerk handelt. In drei gotischen Bögen faßt sich das Gesetz jeglicher Dramatik (These, Antithese, und Synthese) äußerlich zusammen. Diefe Bühne gewährleistet die Plastik der Handlung und vermit­telt eine Poesie, die vor allem den in einen größe­ren Naturraum ragenden Dramen Shakespeares zugute kommt. Neben den dramatischen Werken Spillers, Goethes und Kleists bestätigten auch neuere Stücke die Allgemeingültigkeit dieser Bühne.

Wie das Freilichttheater auch aus der Landschaft und zwar der märkischen entwickelt werden kann, das zeigen die Dietrich-Eckart-Bühne beim Reichssportfeld und das Naturtheater Friedrichshagen, im Osten Berlins. Dort eine gewaltige Arena-Bühne mit amphitheatralisch ge- gliebertem Zuschauerraum in antik-klassischer Form, hier bas liebliche Runb ber Stufen, bie auf bie un­ter Kiefern liegenbe Walbbühne münden. Dort das Theater der Zwanzigtausend, in ber Mitte bie kreis­runde Orchestra, bie eine unbegrenzte Fülle von Massenauftritten gestattet hier, eingebettet in ge­heimnisvolle Wölbung ein Bühnenraum von natur- haft romantischer Prägung. Auf ber Dietrich- Eckart-Bühne kann sich im Steinring des Raumes das Gemeinschaftserlebnis einer politisch vertieften Dramatik (wie in E. W. MöllersFranken­burger Würfelspiel") entfalten, in Frieb- richshagen erlebt der Kunstfreund bei stimmungs­mäßiger Mitwirkung der umgebenden Natur ein Ineinander von Drama und Landschaftsraum, wie es in diesem Jahr besonders in der von Heinrich George geleitetenSommernachtstraum"-Aus- lührung die Hörerschaft begeistert. Ist hier die Na- tur Bestandteil der Bühne, so erscheint sie in der Luisenburg bei Wunsiedel als alleiniger Aus- druckshintergrund. Aehnlich ist es im Harzer Berg­theater.

Der Aufführungsstil der einzelnen Naturtheater ergibt sich aus den Eigentümlichkeiten ber Mittel. Chor, Tanz unb Musik spielen hier eine weit grö­ßere Rolle als im geschlossenen Bühnenraum. Um­bauten finb nicht möglich, jebes Stück kann pausen­los burchgespielt werben. Jebe Aufführung muß eine fließenbe Bewegung haben, in ber sich ber auflösenbe Raum immer roieber konzentriert.

General Franco einengünstigen" Frieden zu schließen.

Da bie nationale Heeresleitung in Anbetracht ihres überroäüigenben Sieges unter keinen Um­ständen gewillt ist, von Vaterlandsverrätern Bedin­gungen zu akzeptieren, die darauf hinauslaufen, das Leben und Eigentum der Hauptschuldigen zu scho­nen, wirb bamit zu rechnen sein, daß auch in der Provinz Santander der Feldzug militärisch bis zum Ende ausgefochten wird. Diese Entwicklung kann beschleunigt werden durch ein Ueberlaufen feind­licher Truppenteile in noch stärkerem Maße als bisher. Es wird aber wegen des Unterschieds, den die nationale Heeresleitung zwischen Verführern unb Verführten macht, nicht zu umgehen sein, baß jeber Berg, jeder Wald unb jebes Dors auch bann einer grünblichen Säuberung burch bas Militär unterzogen werben muß, wenn sich eine ber politi­schen Gruppen ergibt ober bie rote Armee in völlige Auslösung übergeht. Es werben immer Kompanien ober ganze Bataillone bleiben, bie sich wie z. B. bie meisten asturianischen aus eingefleischten Kommunisten und Berufsverbrechern zusammen- setzen, die über ihr Schicksal im Falle ber Ausliefe­rung vollständig im Klaren sind, unb bie sich baher als organisationslose Räuberbanben noch möglichst lange am Leben zu halten versuchen. Also auch für den Fall, daß ber nationale Vormarsch in Nord­spanien mit demselben Tempo weitergesührt wird, dürften bis zur endgültigen Rückgewinnung des roten Nordens noch einige Monate verstreichen.

Don einer Rückwirkung des Falles von Bilbao auf das Valencia-Spanien ist bis jetzt noch wenig zu merken, da die rote Regierung mit allen Mit­teln verhindert, daß die Wahrheit über bie Ereig­nisse im Baskenland durchdringt. Die Heeresberichte von Valencia sprechen mit einer verräterischen Un­klarheit über die Operationen an der Vizcaya- Front" und versuchen, durch leere Redensarten die tatsächliche Lage zu verschleiern. Da trotz der 23er» drehungskünste der Machthaber von Valencia bie Wahrheit boch allmählich durchdringt, wird sie dazu beitragen, die Unzufriedenheit unter den hungern­den Massen zu steigern, bie Kriegsmübigkeit ber durch militärische Fehlschläge zermürbten bolschewi­stischen Armee zu erhöhen unb bie Opposition ber politisch in ben Hintergrunb gebrängten Anarcho­syndikalisten zu stärken. Da ferner die Nordfront durch die Rückeroberung des Baskenlandes um über 100 Kilometer gekürzt worden ist, können etwa 1020 000 Mann, ein großer Teil der Artillerie und fast die ganze, im Abschnitt Bil­bao eingesetzte Luftwaffe an anderen Fron- t e n verwendet werden. Es ist daher anzunehmen, daß die Initiative des Angriffs, die während der letzten Monate besonders im Sektor Madrid, An­dalusien, Soria und Huesca beim Gegner gelegen hat, nun langsam wieder auf die Truppen Francos übergehen wird.

Ein maßgebender Einfluß auf bie Gesamtentwick­lung fällt bem Auslanb zu. Wenn En gla ub ben logischen Grundsätzen, auf denen es angeblich feine Weltpolitik aufgebaut hat, nicht untreu wird, so muß es die bislang vorzugsweise alsRebellen" bezeichnete nationale Partei in Spanien als krieg­führende Partei anerkennen. Aehnliches gilt von Frankreich. Verpassen diese Länder, politisch be­trachtet, den richtigen Zeitpunkt, so kann es passie­ren, daß sie auch den wirtschaftlichen Anschluß an den neuen spanischen Ordnungsstaat versäumen und mit einer Organisation noch Beziehungen pflegen, die längst den Konkurs angemeldet hat. Durch eine, wenn auch nur bedingte, Anerkennung Francos durch England und Frankreich würde Valencia eine moralische Stütze verlieren die der Todesstoß für das unechte Staatengebilde fein könnte. Der Vor­wand, Franco werde mit einer Anerkennung durch England unb Frankreich nicht zu rechnen haben, so­lange er nicht über bie wichtigsten spanischen Stäbte und über den größeren Gebietsteil verfüge, hat feine Stichhaltigkeit schon seit geraumer Zeit verloren. Don den elf spanischen Städten mit einer Einwoh­nerzahl von über 100 000 stehen sechs unter natio­naler Verwaltung, bas finb Sevilla, Malaga, Bil­

bao, Zaragossa, Corboba unb Granaba. Von ben fünfzig Provinzhauptstäbten gehören vierunbdreißig zu Franco, was ungefähr zwei Dritteln an spani­schem Boben entspricht. Außerbem stehen bie Kolo­nien unb Schutzgebiete von Marokko, Jfni, Rio de Oro, bie Inseln am Golf von Guinea unter na­tionaler Regierungsgewalt. Es besteht ferner die Tatsache, daß bas nationale Heer seit Kriegsbeginn sechs Provinzhauptstädte, eine große Anzahl mitt­lerer, aber wirtschaftlich bedeutender Städte erobert unb umfangreichen Lanbgewinn mit unzähligen Flecken unb Dörfern zu verzeichnen hat, wogegen die bolschewistische Armee weder eine Provinzhaupt- ftabt, noch irgendeine Mittelstadt von Bedeutung einzunehmen vermochte. Leider haben diese Tat­sachen, die nichts an Klarheit zu wünschen übrig lassen, in der internationalen Politik noch nicht den Widerhall gefunden, ber ihnen zukommen sollte.

Der nationale Heeresbericht.

Salamanca, 5. Juli. (2)3123.) Im nationalen Heeresbericht vom Montag heißt es: Unsere Trup­pen haben den Vormarsch ander Grenze zwi­schen den Provinzen Biscaya und Santander fortgesetzt und den 800 Meter hohen Berg Castrole, wo der Feind versuchte, Widerstand zu leisten, eingenommen. Nationale Truppenabtei­lungen vor Leon und A st u r i e n haben gemein­sam burch eine Umgehungsbewegung den Sa­mi e b o p a ß umzingelt. Ein feindliches Ba­taillon wurde völlig aufgerieben. Die Stellungen, die der Gegner bei Somiedo besetzt hielt, befinden sich nun in unserem Besitz. Ein gegnerischer An­griff aus der Landstraße bei der Casa bei Campo wurde unter großen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Ein heftiger Angriff bei Cuesta de la Heina, der von 14 sowjet­russischen Tanks eingeleitet wurde, konnte gleichfalls aufgehalten werden. Ein Tank fiel in unsere Hände, einer wurde vernichtet. Ein zweiter Angriff, begleitet von 16 sowjetrussischen Tanks, auf die gleichen Stellungen wurde ebenfalls zurückgeschlagen.

Tilly Fleischer heiratet.

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In diesen Tagen wurde in ber Peterskirche in Frankfurt a. M. bie Olympiasiegerin im Speer­werfen Tilly Fleischer mit Herrn Dr. Häuser getraut. Das glückliche Paar beim Verlassen ber Kirche im Ehrenspalier ber Sportkamerabinnen. (Scherl-Bilberbienst-M.)