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Verdienste des Gesandten um die Vertiefung der deutsch-ungarischen Freundschaft zum Ausdruck brachten.

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Zur Teilnahme an den englischen Krö- nungsfeierlichkeiten hat der König per­sönlich vier Angehörige des Arbeiter­standes eingeladen, und zwar einen Arbeiter, eine Arbeiterin und zwei Jungarbeiter. Die Arbeiter sind verschiedenen Berufsgruppen entnommen und sollen die Verbundenheit des Königs mit der Industrie ver­sinnbildlichen.

Ministerpräsident Baldwin kehrte aus seinen Osterferien nach Downing Street 10 zurück. Er hat seinen Urlauf beim Unterstaatssekretär Sir Philipp Sassoon in der Nähe von Barnet (Mittelessex) ver­bracht. WieTelegraph" meldet, wird Baldwin nach Aufgabe seines Amtes zum Earl ernannt werden mit dem Titel eines Earl Baldwin of Bewdley.

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Der Sohn des Ministerpräsidenten Baldwin, Oliver Baldwin, ist von der L a b o u r - Partei als ihr Kandidat für die kommenden Wahlen im Bezirk Paisley aufgestellt worden. Oliver Baldwin hatte hier bereits einmal kandidiert, war aber von dem liberalen Kandidaten mit einer Mehrheit von 389 Stimmen geschlafen worden.

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Am 1. Mai wird in Oesterreich eine neue Kraftfahroerordnung Gültigkeit erlangen, die Führerscheine solchen Personen, die einmal im Zuge der politischen Kämpfe der letzten Jahre eine Strafe, und sei es auch nur im Verwaltungswege, erhalten haben, vorenthält. Da die Zahl der poli­tisch Gemaßregelten sehr groß ist, würde ein bedeu­tender Teil der Bevölkerung von der Steuerung eines Kraftwagens ausgeschlossen sein.

Selbstverwaltung.

Staatsmacht und Volksfreiheit miteinander zu versöhnen, ist die Aufgabe des dem Volle dienenden Staates". So heißt es klar und unmißverständlich in dem Preußischen Gemeindeoerfassungs­gesetz vorn 15. Dezember 1933, das der Vorläufer des inzwischen erlassenen Reichs-Gemeindeoerfas- sungsgesetzes gewesen ist. Und dann fährt das ge­nannte Gemeindeoerfassungsgesetz fort:Wo auch der junge deutsche Staatsbürger heranwachse, im Bauerndorf, in der Landgemeinde oder in der Stadt, überall soll er, nicht nur in der den Staat tragenden Partei, sondern auch in der Stadtver­waltung und in der Selbstverwaltung von diesen, Freiheit, Autorität und Verantwor­tung miteinander verbindenden Grundsätzen um­geben sein..." Das. waren auch die Grundgedanken der Preußischen Städteordnung, die der Freiherr vom Stein geschaffen hat ein Werk, das nach dem Willen seines Urhebers nicht eigentlich nurpreußisch", sondern im höchsten und letzten Sinne durchaus deutsch sein und alle moralischen Energien des unter den Schlägen der napoleonischen Kriegskunst aufs schwerste zerrütteten Deutschlands entfachen sollte. Aber damals ging es nicht ganz so glatt. Die an den polizeilichen Obrig­keitsstaat gewöhnten Bürger wußten mit den ihnen von oben her übertragenen neuenFreiheiten" zu­nächst nicht sonderlich viel anzufangen und selbst unter den allezeit besonders Hellen und kessen Ber­linern fand sich kein einziger Kandidat für den Bürgermeisterposten, sondern man wählte einen Vertreter der altpreußischen -Bürokratie".

Auch heute wird nicht überall der wahre Sinn der Selbstverwaltung richtig und voll erfaßt. Er kann mit den angeführten drei Begriffen des Ge­meindegesetzes umschrieben werden:Freiheit, Autorität und Verantwortung". Wir wissen genau, daß auch im privaten Leben diese drei Begriffe, und zwar durch alle Volksschichten hindurch, aufs innigste Zusammenhängen. Je besser ein Mensch sein Metier versteht, will sagen: je mehr er Verantwortung trägt, desto mehr Freiheit und Autorität genießt er eben. Freiheit und Autorität sind noch niemals zu einem wahrhaften Besitz ge­worden, wenn nicht hinter ihnen die Verantwortung stand, die nur durch die Tat geschaffen werden kann. Wo aber Freiheit, Autorität und Verantwor­tung herrschen, dort blüht immer auch persönliches Leben, das aus einem persönlichen Wirken kommt und aus den individuellen Bedingtheiten einer Ge­meinde oder einer Landschaft Eigenständiges und Nützliches zugleich schasst. Das meinte der Reichs­und preußische Minister Dr. Frick, als er dieser Tage bei der Uebernahme der alten Hansestadt Lübeck in den preußischen Staatsverband sagte: Deutsche Selbstverwaltung bedeutet für uns nicht Uniformierung der deutschen Gemeinden, sondern aktivste Auslösung dieser Kräfte nach den besonderen Verhältnissen jeder einzelnen Ge­meinde. Ich halte es für meine vornehmste Pflicht, als Reichsminister des Innern, dem die Betreuung der deutschen Selbstverwaltung zusteht, um des Selbstverwaltungsgedankens willen diese eigen­ständige Entwicklung der deutschen Gemeinden zu schützen und zu fördern."

Neue Reichstarifordnung für das Bankgewerbe.

Berlin, 5. April. (DNB.) Der Reichstreu, händer der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen hat als Sondertreuhänder eine Reichstarif- ordnung für das private Bankgewerbe erlassen, die am 1. April in Kraft tritt. Die neue Reichstarifordnung enthält eine Reihe von Ver­besserungen gegenüber der früheren Regelung. So ist die Haushalts - und Kinderzulage im ganzen Reich einheitlich auf 20 Mark festgesetzt worden. Bei den Gehältern der weiblichen Gefolgschaftsmitglieder findet bereits nach dem 15. Berufsjahr (statt wie bisher erst nach dem 21. Berufsjahr) kein Abschlag mehr gegenüber dem Gehalt des entsprechenden männ­lichen Gefolgschaftsmitgliedes statt. Die Ver­gütung für M e h r a r b e i t ist erhöht worden. Die bisherige Unterscheidung zwischen kaufmänni­schen und gewerblichen Angestellten ist weggefallen. Die Tarifordnung kennt nur noch Gefolgschaftsmit­glieder mit oder ohne kaufmännische Vorbildung.

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irtschastswerbung tut not!

Die Werbemüdigkeit der vergangenen Jahre hat mehrere Ursachen gehabt. Zunächst ist dafür das Chaos verantwortlich zu machen, das sich am Ende der liberalistischen Wirtschaftsepoche gerade auf diesem Gebiet ausgebreitet hatte, so daß ehr­bare Kaufleute, die auf Wahrheit und Lauterkeit Wert gelegt haben, sich von der Wirtschaftswerbung zurückgestoßen fühlten. Das Gegeneinander und Durcheinander auf diesem Gebiet hat ohne Zweifel zu einer starken Beschränkung des Werbeetats in zahlreichen gewerblichen und kaufmännischen Un­ternehmungen beigetragen. Es war deshalb eine verdienstvolle Tat, daß der Werberat der deutschen Wirtschaft zunächst auf dem ge­samten Gebiet der Wirtschaftswerbunq Ordnung geschaffen hat.

Die notwendigen neuen Bestimmungen über die Wirtschaftswerbung, die im Zuge der Neuordnung erlassen werden mußten, haben aber zunächst viel­fach dazu geführt, daß die neue Wettbewerbsrege­lung falsch ausgelegt worden ist. Man ist sich in manchen Kreisen nicht darüber klar gewor­den, daß man durch die neuen .gesetzlichen Bestim­mungen picht die Wirtschaftswerbung an sich, son­dern n U*r deren Auswüchse ausmerzen wollte. Niemand hat ein Interesse daran, die gute Wirtschaftswerbung, die die eigene Leistung ent­sprechend hervor hebt, irgendwie zu beschränken oder in ihrer Entfaltung zu hindern.

Aus dem letzten Bericht des Werberates der deutschen Wirtschaft hat die Oeffentlichkeit mit Be­friedigung entnommen, daß die Neuordnung der Wirtschaftswerbung durchgeführt ist. Der Werberat sieht in Zukunft seine Hauptaufgabe in einer B e - ratung und Unterstützung der Werbe­treibenden. Wie hoch die Kapitalien sind, die für Werbungszwecke ausgegeben werden, geht dar­aus hervor, daß für Schaufensterwerbung schätzungs­weise 350 Mill. RM. ausgegeben worden sind. Die Anzeigenwerbung erforderte im letzten Wirtschafts­jahr einen Betrag von 276 Mill. RM., die Wer­bung mit Drucksachen, Postwurfsendungen usw. 250 Mill. RM., die Werbung durch Vertreter 50 Mill. RM., durch Messen und Ausstellungen 40 bis 50 Mill., die Filmwerbung 26 Mill., die Werbung durch Daueranschlag 16 Mill, und die Verkehrs­

reklame sowie die Werbung durch Bogenanschlag zusammen 30 Mill. RM. Vom Gesamtumsatz der deutschen Volkswirtschaft sind rund Ve v. H. für Werbezwecke verausgabt, während beim Einzel­handel sogar 2 bis 2,5 v. H. des Umsatzes für die Werbung verwandt wurden. Die Anzeigenwerbung, die in den Jahren vorher beträchtliche' Rückschläge aufzuweisen hatte, entwickelt sich seit 1936 wieder nach oben. Gegenüber 1934 hat sich die Anzeigen­werbung in Tageszeitungen um 16 v. H. gehoben und bei den Zeitschriften sogar um 25 v. H.

Die Wirtschaftswerbung ist nicht von den Auf­gaben zu trennen, die der gesamten Wirtschaft durch den Dierjahresplan gestellt worden sind. Ge­rade in der jetzigen Zeit, wo es gilt, die Gute zahlreicher neuer -Artikel und Waren 'hervorzuheben, ist die wirklich gute ideenreiche Leistungs- Werbung nicht zu entbehren. Jeder Kaufmann, der auf diesem Gebiete vorankommen will, kann auf Wirtschaftswerbung nicht verzichten. Auch hier gilt unbedingt, daß im Rahmen der durch gesetz­liche und behördliche Bestimmungen gesteckten Gren­zen dem Einzelnen so viel Freiheit b.ei seiner Wer­bung gelassen wird, daß er nach eigenem Ermessen Art und Umfang der Werbung bestimmen kann. Wenn man vielfach die Meinung vertreten hört Ich kenne mich auf dem Gebiet der Wirtschafts­werbung nicht mehr aus", so ist diese Einschrän­kung keineswegs stichhaltig, denn die zuständigen Stellen des Werberates und der Vertreter der ein­zelnen Werbemittel dürften jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Das erstrebenswerte Ziel für alle Teile ist die gute Leistungswerbung, die zu erhöhtem Umsatz und damit zu einer allgemeinen Belebung. der Volkswirtschaft führt. Neben der individuellen Wer­bung wird die Gemeinschaftswerbung sehr gefördert und geschätzt. Mit der Gemeinschaftswer­bung sind bereits größere Erfolge erzielt worden. Im übrigen dient die Gemeinschcfttswerbung viel­fach der Auflockerung, deren endgültiger Erfolg durch eine nachfolgende Einzelwerbung verbürgt werden muß. Auf alle Fälle heißt es heute für jeden Kaufmann: Beteiligung an der Wirtschafts­werbung ist nicht nur volkswirtschaftliche Pflicht, sondern auch nutz- und gewinnbringend.

Im Urlaub sind die gewerblichen Gefolgschafts- mitglieder ohne kaufmännische Vorbildung, die bis­her einen kürzeren Urlaub hatten, den Gefolgschafts­mitgliedern mit kaufmännischer Vorbildung gleich­gestellt worden. Im übrigen ist der Höchsturlaub für alle Gefolgschaftsmitglieder vom 15. Berufsjahre an um drei Urlaubstage erhöht worden.

Das Wochenende des Einzechändlers

Berlin, 6. April. (DNB.) Im Zusammenhang mit der Aktion zur Durchsetzung des 16-Uhr-Laden- schlusses an Samstagen richtet der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handel einen Au^ ruf an die Hausfrau, dem Kauf­mann und seiner Gefolgschaft ihr Wochenende zu geben. Wenn in absehbarer Zeit alle Geschäfte am Samstag etwa um 16 Uhr schließen würden, so werde das naturgemäß eine Aenderung der Einkaufsgewohnheiten mit sich bringen müssen. Gerade der Samstagnachmittag sei bisher von der Hausfrau mehr als die übrigen Wochen­tage zum Einkauf benutzt worden. Während die überwiegende Mehrzahl der Schaffenden ihren Ar­beitsplatz am frühen Samstagnachmittag schon ver­lasse und anderthalb Tage Freizeit habe, müsse der Kaufmann und das Heer der Verkäufer und Ver­käuferinnen bis 19 Uhr- die dann besonders zahl­reichen Kunden bedienen, und ihr Wochenende be­ginne oft genug nicht vor 20 Uhr. Durch die Vor­verlegung des Geschäftsschlusses solle die Freizeit der weit über zwei Millionen im Handel Tätigen der Freizeit der übrigen schaffenden Volksgenossen ein wenig angenähert werden. Die Hausfrau sei wichtigster Kunde des Kaufmanns, und ihr Verzicht auf die alte Gewohnheit, viele Einkäufe auf den Samstagnachmittag zu verschie­ben, werde jenen Millionen das freie Wochenende ermöglichen. Der Aufruf erwartet schon heute von den Frauen Verständnis für die soziale Notwendig­keit des früheren Ladenschlusses am Samstag.

Wettbewerb für den Neubau eines Berliner Rathauses.

Berlin, 5. April. (DNB.) Generalbauinspektor Professor Speer hat in diesen Tagen zum ersten- mal in die bauliche Gestaltung der Reichs­hauptstadt eingegriffen. Der Verwaltungsbezirk Kreuzberg braucht ein neues Rathaus, das am Blücherplatz an hervorragender Stelle auf einem stadteigenen Grundstück entstehen soll. Der Entwurf soll einem der besten bei der Stadtverwaltung tätigen Architekten vorbehalten bleiben, der im Wege eines Wettbewerbs gefunden werden soll. General­bauinspektor Professor Speer hat ihm ein Vorwort zum Geleit gegeben. Es heißt, Grundlage für die künstlerische Gestaltung des Gebäudes sollen d i e Bauten in München und Nürnberg sein, an deren Form der Führer selbst maßgebenden An­teil hat. Hier ist zum erstenmal seit Jahr­hunderten der Anfang zu einer neuen Stilbildung zu sehen. Es ist eine meiner Aus­gaben, dafür Sorge zu tragen, daß die neuen Bau­ten Berlins in ihrer Haltung dieselbe klas­sische Strenge, Klarheit und Reinheit haben werden wie sie in diesen ersten national­sozialistischen Bauten Münchens und Nürnbergs Ge­stalt gefunden haben. Dabei darf nicht an eine Nachahmung dieser Bauten gedacht werden. In­nerhalb des hiermit gegebenen Rahmens wird ge­nügend Freiheit vorhanden sein, um dem einzelnen Bauwerk seinen eigenen Charakter zu geben, der im übrigen schon allein durch den geeigneten Ausdruck seiner Zweckbestimmung gefunden werden kann.

Die studentische Ehrenordnung

Berlin, 6. April (DNB. Funkspruch.) In Ber­lin trat der Arbeitsausschuß für b t e Ehrenordnung der Reichsstudentenfuhrung unter Leitung des SA.-Obersturmbannführers

Trumpf, Leiter des Verbindungsamtes Berlin der Reichsstudentenführung zusammen. Als Ver­treter des Verfassungsausschusses der Reichsstuden­tenführung nahm Gruppenführer Dr. B e n n e ck e an der Sitzung teil. Die Ehren- und Ver­fahrenordnung kann als fertiggestellt be­trachtet wexden. Heber die Waffen- und Zweikampfordnung wurde dahingehend Klarheit geschaffen, daß man nunmehr endgültig von der seitherigen starren Form der Mensur ab­gehen und die beweglichere sogenannte Sprung­mensur, die wesentlich mehr Schneid und per­sönlichen Mut verlangt, einführen will.

Kunst und Wissenschaft.

Oeh.KonsistorialratAdolfOeißmann't

Der Geheime Konsistorialrat Professor Dr. D. Adolf Deißmann ist in Wünsdorf bei Berlin plötzlich gestorben. Prof. Detßmann war einer der bedeutendsten Vertreter der evangelischen Theo­logie. Jahrelang gehörte er als eine der hervor­ragendsten Persönlichkeiten der Berliner Universität an und war zugleich einer der bekanntesten Vor­kämpfer der protestantischen Einigungsbewegung. Prof. Deißmann war am 7. November 1866 in Langenscheid in Nassau als Sohn eines Pfarrers geboren, studierte in Tübingen, Berlin und am Theologischen Seminar in Herborn, wurde 1890 Vikar in Dausenau (Lahn) und habilitierte sich 1892 an der Universität Marburg. 1897 wurde er zum ordentlichen Professor in Heidelberg er­nannt, 1908 wurde er als Ordinarius für neutesta- mentliche Exegese nach Berlin berufen. 1911 wurde Deißmann Mitglied der preußischen Provinzial- und drei Jahre später Mitglied der Generalsynode. Deißmann war vor allem praktischer Kirchenpoliti- ker und einer der Hauptvertreter der ökumenischen Idee. An dem Zustandekommen der Stockholmer Weltkonferenz hat er . hervorragenden Anteil ge­habt. Auf der Weltkonferenz für Glauben und Kir­chenverfassung in Lausanne 1927 war er ebenfalls führender deutscher Vertreter. Deißmann, der seit 1925 im Ruhestand lebte, war Ehrendoktor der Universitäten Marburg, Aberdeen, St. Andrews, Manchester, Oxford, Uppsala und Wooster (Ohio) und Mitglied der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Eckermann-Ehrung.

In diesen Tagen sind hundert Jahre vergangen, seitdem Johann Peter Eckermann aus 'Winsen a. d. Luhe seineGespräche mit Goethe" veröffent­licht hat. Die Stadt Winsen hat dieses Jubiläum zum Anlaß einer Ehrung Eckermanns genommen. Da seine Wohnstätte nicht genau festzustellen ist und eine Gedenktafel nicht angebracht werden kann, wird in dem von der Stadt hergerichteten Schloß­garten ein Johann-Peter-Eckermann - Denkmal ent­hüllt werden.

Aus alter Wett.

Die Schulbrände in Nelson.

Wie aus Nelson (Britisch-Colum'bien) ergänzend berichtet wird, wurden die vier Schulen und zwei Gemeindehallen durch Brandbomben völlig eingeäschert. Zwei weitere Hallen wurden teilweise durch Feier zerstört. Eine fünfte Schule wurde durch eine Bombe beschädigt. Die Ursache der Feuersbrunst wird auf Brand st iftung der Söhne der Freiheit", einer fanatischen Sekte, zu- rückgeführt, die vor einigen Tagen mit Gewalt­maßnahmen drohten, wenn ihre Kinder gezwungen würden, kanadische Schulen zu besuchen.

60 Aussätzige von chinesischen Soldaten erschossen.

Die chinesische medizinische Vereinigung hat auf einer Tagung in Schanghai gegen b i e E r - schießung von sechzig Aussätzigen in Penugkong in Sübkwantun durch chinesische Sol­

daten protestiert. Das Militär überfiel am Oster­sonntag bas Lepra-Krankenhaus, bas von der Mission der amerikanischen Presbyteria­ner unterhalten wird, und schoß die Kran« len nieder. Das Missionsgebäude wurde nie- bergebrannt. Nur die Kapelle blieb stehen. Die Soldaten verschwanden dann mit ihrer Beute.

Folgenschwere Explosion in Genf.

Eine furchtbare Explosion zerstörte ein fünf­stöckiges Wohnhaus in der Genfer Vorstadt Eaux Vives. Vier Tote sind zu beklagen, sieben Ver­letzte wurden in das Krankenhaus eingeliefert, zahlreiche Personen wurden außerdem leicht ver­letzt. Die Ursache der Explosion ist unbekannt.

Zwei Kinder bei einem Brand umgekommen.

Bei einem Brand in Feilenforst in der Ge­meinde Ernsgaden (Oberbayern) kamen zwei Mäd­chen im Alter von sieben und acht Jahren ums Leben.

Drei Todesopfer einer Vluttak in Dien.

In dem Wiener Stadtteil Ottakring wurde eine grauenvolle Bluttat entdeckt. Ein 79jähriger Kürschnermeister und seine 73 Jahre alte Ehefrau wurden in ihrer Wohnung ermordet aufge­funden. Die 30 Jahre alte Hausgehilfin bes Ehe­paares, die sich in einem Abschiedsbrief der £at beschuldigt, wurde in ihrem mit Leuchtgas ge­füllten Schlafraum ebenfalls tot aufgefunden. Der Anlaß zu der Bluttat konnte bisher noch nicht ge­klärt werden.

Forderungen der Hygiene.

In der Vergangenheit waren wirtschaftliche Dinge derart in den Vordergrund gestellt worden, daß sie die Lebensbedingungen eines Vol­kes regierten, statt daß die natürlichen Lebensbe­dingungen der Wirtschaft ihre Funktionen zuwiesen. Heute ist die deutsche Wissenschaft dazu berufen, diese natürlichen Lebensbedingungen zu erforschen, damit die richtigen Wege zur Gestaltung und Len­kung des Gemeinschaftswirkens zu finden sind.Das internationale Wissen wird so zu einer nationalen zweckgebundenen Wissenschaft", schreibt Professor Kollath, der Rostocker Hygieniker, in feinem BuchGrundlagen, Methoden und Ziel der Hy­giene." Professor Kollath betont, daß es viel leich­ter sei, Gefahren in der Lebensführung zu ver­meiden, als entstandene Schäden zu beseitigen. Hygiene ist Kulturnotwendigkeit, eine Vorbedin­gung eines geregelten Zusammenlebens in der Ge­meinschaft, sie ist deshalb auch die Lehre von der Rücksicht, die man auf ander Menschen nehmen muß. Vor allem aber entstand sie aus dem Wunsch, die erreichten Lebensbedingungen zu verbessern. Letzter Sinn und Zweck der Hygiene wird damit die kulturelle Hochentwicklung ohne Schädigung der naturgesetzlichen normalen Lebens­prozesse beim Einzelnen und der Gesamtheit; dabei ist, wie Professor Kollath hervorhebt, geistige und körperliche Entwicklung gleichwertig zu behandeln.

Gerade in den Bestrebungen der Hygiene feiert der Grundsatz, daß Gemeinnutz vor Eigennutz geht, seine größten Siege; hygienische Maßnahmen haben vor allem das Wohl der Gesamtheit im Auge, sie erziehen den Einzelnen zur Rücksichtnahme auf die berechtigten Interessen der Volksgenossen in Gegen­wart und Zukunft, denn die richtige Lebensführung zeitigt nicht nur augenblickliche Wirkungen, sondern erstreckt sich vorausgreifend auch auf die Lebens- geftaltung unserer Nachfahren. Professor Kollath zieht deshalb auch die Lebensversicherung, dieses Vorbild der Vorsorge, in den Kreis feiner Betrachtung.Denn nicht zu selten sind die Fälle", schreibt er,in denen durch plötzlichen Tod die wirt­schaftliche Lage einer Familie auf lange Zeit hin­aus ruiniert werden kann." Folgerichtig kommt er zu dem Schluß:Die Lebensversicherungen sind in diesem Sinne die segensreichsten Einrichtungen", eine Feststellung, die gerade aus der Feder eines berufenen Führers auf dem Gebiete der Volksge­sundheit von besonderem Gewicht ist.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Warmluft im Verein mit Sonneneinstrahlung ließ am Montag die Temperaturen, vornehmlich in Südost- und Süddeutschland, weiter ansteigen, so daß hier Werte bis zu 20 Grad im Schatten und 4 Grad über dem jahreszeitlichen Regelwerk gemessen wurden. Allgemein herrscht in Deutschland jedoch freundliches Wetter, doch läßt die Wetter­lage flache Tiefdruckrinne über dem Festland noch keine völlige Beständigkeit aufkommen. Ab­gesehen von zeitlich stärkerer Bewölkung mit Schauerneigung wird auch für die Folge freund­licher Charakter vorherrschen, bzw. sich immer wie­der Herstellen.

Aussichten für Mittwoch: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung und nur ganz vereinzel­ten Schauern, tagsüber ziemlich warm, überwiegend südliche Winde.

Aussichten für Donnerstag: Im gan­zen freundliches, aber kein durchaus beständiges Wetter.

Lufttemperaturen am 5. April, mittags 15,6 Grad Celsius, abends: 8,3 Grad; am 6. April, mor­gens: 3,3 Grad. Maximum 17,1 Grad; Minimum, heute nacht, 2,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. April, abends: 10,4 Grad; am 6. April, morgens 6,2 Grad. Sonnenscheindauer 10,6 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig.

WIAGGI

Die gelbe Soßenschüsspl im roten Feld, das ist das Kennzeichen für