Nr.Zl Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Samstag, 6. zebruar M7
unferm Lebensgesetz und Werden beten» Erreichen und dem
den Völkern! Einst Spengler in seinem
dem nordischen Gedanken als zustrebend, uns zum Wachsen nen, und uns nicht mit dem Sein beanügen.
Das Gleiche gilt auch von nahm man, wie auch Oswald
geschrieben:
Am Sonntag, 7. Februar, wird das Programm der letzten Karnevalstage mit einer lustigen Morgenfeier „Eine Stunde Schmunzeln" eröffnet. Der Intendant Hermann Schultze-Griesheim hat für die zehnte Morgenveranstaltung das neue Spiel von Heinz S t e g u w e i t „Diogenes" oder: „Das Urteil nach dem Augenschein" zur Uraufführung erworben. Die Spielleitung führt Günter Winkel. In Anbetracht der Bedeutung des Tages wurden die Eintrittspreise um ein Geringes erhöht. Für unsere Platzmieter ist der Eintritt frei. Anfang der Morgenveranstaltung pünktlich 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Am Abend findet ein „Großer lustiger Abend" statt. Claire W a l d o f f parodiert, singt, lacht und unsere Mitglieder machen mit. Paul Nieren, der die Gesamtleitung hat, hat sich ferner die Mitarbeit sämtlicher Kapellmeister, Negisseure, technischer Vorstände, einige Mitglieder der Oper, Operette, des Schauspiels, aller Orchester-
Betr.: Iugendfilmstunde.
Zu der am Sonntag im Lichtspielhaus 11 Uhr morgens stattfindenden Jugendfilmstunde, in der
Stadtheater Gießen.
Heute abend findet eine Wiederholung des Schauspiels „Wasser für Canitoga" von Georg Turner statt. Die Spielleitung führt Anton Neuhaus. Die Vorstellung findet als 8. Vorstellung für den Theaterring der N^.-Kulturgemeinde statt. Anfang der Vorstellung 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Der Stadtheater-Spielplan vom 7. bis 14. Februar.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns folgendes
Die Theaterkasse bittet, die vorbestellten Karten beizeiten abzuholen. — Anfang des lustigen Abends 19 Uhr, Ende 21 Uhr. — .
Dienstag, 9. Februar, Anfang 20.11 Uhr, Ende 22.30 Uhr großer bunter Faschingsabend „Kampf dem Verdruß". Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Gesamtleitung: Paul Nieren. — Außer Miete. —
Mittwoch, 10. Februar, Anfang 19.30 Uhr, Ende 2145 Uhr „Wasser für Canitoga" Schauspiel von G. Turner. Spielleitung: Anton Neuhaus. Mitt- woch-Miete. 19. Vorstellung.
Freitag, 12. Februar, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. Zum letzten Male „Prinzessin Nofretete" Operette von Nico Dostal. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul W r e d e. Freitag-Miete. 20. Vorstellung.
Samstag, 13. Feberuar, Vorstellung für NSG. „Kraft durch Freude" „Wasser für Canitoga" Schauspiel von G. Turner. Spielleitung: Anton Neuhaus. — r„
Samstag, 13. Februar, Vorstellung für N^>G. 22.15 Uhr „Carmen" Oper von G. Bizet. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Der Intendant. Außer Miete. —
Hitler-Zugend Bann 116 Gießen.
Dr. Alland stand — eine unbewegliche weiße Gestalt — noch immer neben dem Jnstrumententisch, als ginge ihn das alles nichts an. Er schien plötzlich selbst bedrückt, beinahe abwesend. Der Ausdruck seines Gesichts hatte etwas grüblerisch Horchendes. Die Schwestern warfen einander heimlich erstaunte Blicke zu. Was heute nur los war! Erst dieser komische Patient, und jetzt war der Doktor selber so sonderbar.
Der alte Portier hatte die drei Herren nicht aufhalten können, die eben aus dem Auto gesprungen und dann gleich in großer Eile an ihm vorbei die Treppe zum ersten Stock hinaufgestürmt waren. Aergerlich lief der Alte hinter den dreien her:
„Aber das geht doch nicht! Wo wollen Sie denn hin, die Herren ..
Er keuchte vor Aufregung und mußte auf dem ersten Treppenabsatz stehenbleiben, um zu Atem zu kommen.
Die drei merkwürdigen Herren schienen gut Bescheid zu wissen, zielbewußt eilten sie den Gang entlang, der zum Operationssaal führte. Einer Schwester, die ihnen erstaunt entgegentrat, warf einer von ihnen die Frage hin: „Dr. Alland schon im Operationssaal?"
„Ja, aber da darf doch jetzt auf keinen Fall gestört werden!"
Die Stimme der Schwester schnappte vor Ent- rüstung über. Man hatte sie einfach beiseitegeschoben, ohne auf ihren Einspruch zu achten. Da — unglaublich —, rissen sie wahrhaftig einfach die Tür zum Operationssaal auf ...! Na, das würde einen schönen Krach geben! Wenn der Herr Doktor es mit der Wut bekam ...
Aber der Herr Doktor drehte sich merkwürdigerweise nicht einmal um bei dem scharrenden Geräusch der Tür. Er scheint noch immer auf etwas zu hör- chen, aber es ist jetzt deutlich, daß er mehr nach innen lauscht als auf irgendein Geräusch der Außenwelt. Als sich eine Hand plötzlich auf feinen Arm legt, weicht er rasch mit einer unwillkürlichen Be- roegung zurück und ist sofort wieder bei der Sache. Aergerlich braust er auf:
„Wie können Sie mich ohne Handschuhe anrüh- ren? Sie sehen doch, ich bin schon steril!"
Aber wie er ausblikt, sieht er in unbekanntes Gesicht. Was wollen diese Leute hier ...?
(Fortsetzung folgt!)
Einstichen der Jnjektionsnadeln. Das Gewebe wird an diesen Stellen zunächst mit Chloräthyl vereist und bann ..." ,
Aber Herr Kühlmann hörte gar nicht mehr zu. Die genaue Schilderung schien ihn erst recht ängstlich zu machen.
„Und — und —stammelte er, glauben Sie, daß es lange dauert — ich meine, daß viel zu schneiden sein wird ...?"
Herr Kühlmann begann immer unruhiger von einem Fuß auf den andern zu treten, und in feinen etwas hervorquellenden blauen Augen stand unverhohlene Todesangst.
Alland hätte beinahe Lust gehabt, über diesen Feigling zu lachen, aber er mußte ja erst recht ernst bleiben, um seinen Zweck zu erreichen. Und so fuhr er fort, scheinbar geduldig, aber mit grausamer Genauigkeit dem Patienten die einzelnen Phasen der Operation zu schildern.
„Vor allem werde ich die Nase m Angriff nehmen, deren Knorpel mit dem Skalpell neu geformt und etwa um die Hälfte reduziert wird..."
Herr Kühlmann wurde langsam grün, aber er schien sich noch immer nicht zu dem Entschluß durchgerungen zu haben, die Operation einfach aufzugeben. Er murmelte nur etwas von „einen Moment Luft schöpfen" und trat zum Fenster, dessen untere Hälfte aus Milchglasscheiben bestand. Ehe man ihm noch sein seltsames Gehaben verweisen konnte, hatte er schon einen Flügel geöffnet und steckte den Kopf hinaus. _ .
Von drunten klang eben das Geräusch eines vor der Anfahrt haltenden Autos herauf. Man hörte ein kurzes Quietschen der Bremsen. Dann schloß Herr Kühlmann wieder das Fenster.
Die frische Luft hatte ihm offenbar wirklich gut getan. Er war auf einmal überraschend ruhig, und zwar nicht, weil er auf die Operation verzichtete, wie Alland einen Augenblick gehofft hatte — im Gegenteil. Der Patient schien jetzt völlig entschlossen.
Also gut", sagte er, indem er Rock und Weste auszog und den weißen Kittel überstreifte, „den ihm die Schwester reichte. ..Dann also los ...!"
. Ganz von selber legte er sich auf den Operationstisch wo ihn die Schwester, sichtlich erleichtert, mit ein paar raschen, geübten Griffen festschnallte: erst die Beine — rechter Arm, linker Arm. Dann alles sauber mit sterilen Tüchern abgedeckt und das Gesicht mit alkoholgetränkten Wattebäuschen abgerieben. bis die Haut wie poliert glänzte
WA-
mHgtieber, Öerrian3gruppe uni) bes gesamten Sljor- Ser «Um „Der Reiter von Deutsch-Ostafrika" läuft, Personals gesichert. Der ganze Abend ist auf Froh- sind noch einige Karten Ur die Sondereinheiten sinn, Heiterkeit und Fasching eingestellt. Paul N i e- vor Beginn der Jugendfilmstunde im Kmo zu ren'sagt an. Der Abend ist bereits ausverkauft! haben.
5. ReichsstraßensaniiWiig des MW. 1936/37
Zeder trägt am 6. und 1. Februar das Bernsteinabzeichen!
stark auf den Operationstisch aufprallten und den ganzen Raum mit beinahe unwirklicher Helle erfüllten.
Die Operationsschwester, die es sogar in dem weißen Operationsanzug noch irgendwie fertigbrachte, hübsch auszusehen, hantierte mit anmutigen Bewegungen an dem Jnstrumententischchen wie eine junge Hausfrau, die ihr gesamtes Silber nachzählt. Nur daß es sich hier um eine unendliche Auswahl von merkwürdig geformten Häkchen, Zängchen, Pinzetten, Klammern, Skalpellen handelte.
Herr Kühlmann schien bei dem Gedanken daß man alle diese Instrumente an seinem Gesicht in Tätigkeit setzen wollte, von einer Art stummer Panik ergriffen. Er stand — der einzig störende dunkle Fleck in dieser Symphonie oon[ ®eifern Seinen und poliertem Metall — offensichtlich ratlos noch immer neben dem Operationstisch, auf dem er programmgemäß längst reglos hatte liegen sollen.
Allands unheimliche Erscheinung brachte ihn offenbar noch um den letzten Rest ferner Selbst- beherrfchung. Er wurde ganz weiß um die Nase herum, und fein Gesicht lief feucht an wie eine -be. schlagene Fensterscheibe. Ungeschickt suchte er nach seinem Taschentuch, um sich die Stirn zu wischen.
Alland ließ ihn ruhig gewahren musterte ihn dabei aber streng und erstaunt, so daß der Patient vor Verlegenheit erst recht zu schwitzen begann
Schließlich brach der Arzt das Schweigen und sagte in spöttisch-vorwurfsvollem Ton:
„Gestern schien Ihnen |o viel an der Operation zu liegen, und heute — sieht es mir beinahe so aus, als hätten Sie ihren Entschluß geändert wie? Warum stehen Sie hier noch herum achtatt sich auf den Operationstisch zu legen, wie die Schwester Sie angewiesen hat?
Herr Kühlmann wurde rot bis hinter die Ohren und stotterte wie ein ertappter Schuljunge:
„Durchaus nicht, Herr Doktor, durchaus mch . Ich habe meinen Entschluß durchaus nicht geändert, nur — ich möchte noch vorher em paar Kleinigkeiten mit Ihnen besprechen Zum Beispiel — Sie machen das Ganze doch in Narkose ...?
Narkose . ? Wie stellen Sie sich das vor? Denken Sie,' man kann eine Gesichtsoperation machen und dabei dem Patienten die Chloroform- maske auf Mund und Nase lassen? Nein, kommt natürlich nur Lokalanästhesie in Frage, örtliche Betäubung mit Hilfe von Einspritzungen. Sie werden kaum etwas davon spüren, nicht einmal von den
Aus der Provinzialhauptstadt.
Aon der Zugend.
Jugend ist eine Haltung, mit der man geboren wird und mit der man stirbt.
Baldur von Schirach.
Fast scheint es unabänderlich zu sein, daß zwischen der Jugend und dem Alter ein Gegensatz bestehen muß.
Immer wieder können wir beobachten, wie zwischen beiden Lebenszeiten bald ein stiller, bald ein lauter Kampf geführt wird. Das Alter schilt die Jugend „unerfahren" und „naseweis"; während die Jugend dem Alter vorwirst, daß es „stehen geblieben" und „verkalkt" sei.
Müssen wir diesen beobachteten Gegensatz als Naturgesetz hinnehmen?
Wir sind heute in unserem Urteil, ob diese oder jene Erscheinung im menschlichen Leben „naturgesetzlich bedingt" ist, vorsichtiger geworden. Zu dieser Vorsicht treibt uns die neue (ober auch: wiedererweckte) Erkenntnis vom Wesen des Blutes und der Rasse. Aus dieser Erkenntnis heraus sehen wir manche „Tatsache" wanken.
So wird uns auch immer deutlicher, daß die Frage, ob jemand jung oder alt ist, nicht von der Zahl der zurückgelegten Lebensjahre abhängt, sondern vom Blut, das wir in uns tragen. Wir wissen auch: es gibt sowohl greisenhafte Jünglinge wie auch jugendliche Greise. Manch einer ist noch Jüngling im schneeweißen Haar.
Wir beobachten demnach neben dem Gegensatz zwischen Alter und Jugend auch ein einträchtibes Zusammengehen von alt ung jung, dann nämlich, wenn Alter und Jugend in Übereinstimmung den großen Zielen des Lebens zustreben.
Unsere Stellung zu den großen Zielen und Gedanken des Lebens hängt von der inneren Haltung ab, die wir zu ihnen einnehmen. Diese innere, aus gleichem Blut erwachsene Haltung hebt, wenn wir es nur wollen, den angeblich naturbedingten Gegensatz zwischen Alter und Jugend auf.
Auch wir selbst altern nicht, wenn wir unserer inneren Haltung treu bleiben, das heißt: wenn mir,
Vas fremde GeW.
Roman von Garen.
36 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
„Lassen Sie den Mann ruhig in Frieden, wenn Sie nicht fertig mit ihm werden, Schwester. Vielleicht hat er es sich im letzten Moment anders überlegt. Ich komme gleich."
Damit beugte er sich wieder über das Waschbecken, als gäbe es im Augenblick überhaupt nichts anderes auf der Welt als diese endlose Reinigungs- prozedur, die zur Einleitung jeder Operation gehört.
Mein Gott — wenn der Kerl vielleicht wirklich Angst vor dem Messer bekommen hätte! Das wäre ein Glücksfall sondergleichen. Männer sind ja in der Beziehung manchmal feiger als jedes Weib... Ich werde ihm die Sache nicht gerade erleichtern...
Nachdenklich schrubbte der Arzt weiter auf seinen Händen und Armen herum, die unter dem dicken Seifenschaum fast verschwanden, während eine Wolke heißen, scharfriechenden Wasserdampfs sein Gesicht in Nebel hüllte.
Als die Schwester ihm in den Operationsmantel half und mit der Pinzette die sterilen Gummihandschuhe reichte, lächelte Alland geistesabwesend vor sich hin. Vielleicht — vielleicht, daß diese unverhoffte Wendung ihn doch noch von der erzwungenen und verhaßten Aufgabe befreien würde...!
Endlich war er fertig. Die weiße Operations- masfe, die von dem ganzen Kopf nur Augen und Nase freiließ, gaben ihm ein etwas gespenstisches Aussehen: „Halb wie ein Beduinenscheik, halb wie ein mittelalterlicher Femrichter" ging es ihm durch den Sinn, als er zufällig einen Blick in den Spiegel warf. Noch nie hatte er daran gedacht, wie eindrucksvoll diese Vermummung eigentlich war, und wie geeignet, schreckhaften Patienten Angst einzu- jagen.
Ein flüchtiges Lächeln der Befriedigung erhellte seinen Blick, als er, die Hände sorgfältig vom Körper abgespreizt, um nur ja die Sterilität der rötlichen Gummihandschuhe nicht zu beeinttächtigen, aus dem Nebenraum in den Operationssaal trat.
Es war wie immer alles tadellos vorbereitet. Weißer Lack, weiße Tücher, Glas und Nickel, alles spiegelte und blitzte in dem überstarken Licht der elektrischen Lampen, deren Sttahlen fast körperhaft
„Untergang des Abendlandes", als Naturgesetz hin, daß jedes' Volk früher ober später sterben muß. Heute haben wir aus der Erkenntnis vom Wesen der Rasse erfahren: Unser deutsches Volk bleibt jung, wenn es seiner inneren Haltung treu bleibt, indem es fein Blut und feine Rasse rein erhält. Diese Erkenntnis, daß das deutsche Volk jung bleiben kann, wenn es will, schenkt uns die Gewißheit vom Ewigen Deutschland!
Bornoiüen.
Tageskalender für Samstag.
Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Wasser für Canitoga". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Jäger von Fall". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Spiel an Bord". — Platzkonzerte für das WHW.: 14 bis 15 Uhr auf dem Kreuzplatz durch die Regi- nvmtsEapeUe des Jnf.-Rgt. 116: 16.30 bis 17.30 Uhr nm Selterstor durch den Musikzug der SA.- Standarte 116. — Bauerscher Gesangverein: 20.11 Uhr Maskenball in den Räumen des Gesellschaftsvereins. — Turnverein von 1846: 20.01 Uhr Turner-Maskenball in der Turnhalle, Steinstraße. — Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Gießen: 20.11 Uhr Maskenball im Cafe Leib.
Tageskalender für Sonntag.
Hitler-Jugend, Bann 116: 11 Uhr Jugendfilmstunde im Lichtspielhaus: „Der Reiter von Deutsch- Ostafrika". — Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr 10. Morgenfeier „Diogenes, das Urteil nach dem Augenschein"; 19 bis 21 Uhr „Lustiger Abend mit Claire Waldoff". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Jäger von Fall". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: (Spiel an Bord". — Vortrag über Nahrung und Ernährung von Prof. Dr. Bürker: 11.30 Uhr im Physiologischen Institut.
Kreisfeuerwehrtag in Gießen.
Am Sonntag, 14. Februar, findet in Gießen der diesjährige amtliche Kreisfeuerwehrtag statt. Nach dem Fußexerzieren am Vormittag von 10 bis 12 Uhr wird am Nachmittag von 14 Uhr ab die Tagung im Katholischen Vereinshaus folgen, an die sich weiterhin die Tagung des Kreisoerbandes Gießen der Freiwilligen Feuerwehren anschließen wird.
Achtung,
Eigentümer von Kraftfahrzeugen!
Der (Eigentümer eines Kraftfahrzeugs muß der Zulassungsstelle Anzeige erstatten, wenn er seine Wohnung wechselt, das Fahrzeug veräußert, es umbaut ober außer Betrieb setzt. Zieht er mit dem Fahrzeug in ben Bezirk einer anberen Zulassungs- stelle, so hat er sich bei ber einen abzumelden und bei ber anderen anzumelden. Wechselt er seine Woh- nung im Bezirk der gleichen Zulassungsstelle, so sind die Angaben über die Wohnung im Kraftfahrzeugbrief und -schein und in den amtlichen Karteien zu berichtigen. Es ist auch der Zulassungsstelle zu melden, wenn technische Aenderungen am Fahrzeug vorgenommen werden, z. B. der Motor ausgewechselt, der Ausbau geändert, zu einem Kraftrad ein Beiwagen beschafft wird. Dabei ist immer ber Kraftfahrzeugbrief vorzulegen. Wird das Fahrzeug — nicht nur vorübergehend — außer Betrieb gesetzt, so sind Kraftfahrzeugbrief und -schein abzuliefern.
Ohne pünktliche Erfüllung dieser Verpflichtungen durch die Eigentümer der Kraftfahrzeuge ist die richtige Führung der Kraftfahrzeugkartei bei den Behörden nicht möglich. Nachlässigkeit der Kraftfahrzeughalter bei diesen Obliegenheiten wird daher mit Geldstrafe bis zu 150 RM., ober mit Haft bis zu sechs Wochen bestraft. Jeber deutsche Eigentümer eines Kraftfahrzeugs sollte aber aus eigenem Antrieb diese Verpflichtungen gegenüber dem Staat, der den Kraftverkehr vielfältig fördert, erfüllen.
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 6. Febr. Auf dem heutigen Wachenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasses 13, Klasse 812, Klasse C 11^, Klasse D 10)4, ungezeichnete 10, Wirsing, % kg 10 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, Vio kg T ' ;s 12, kg 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 60 Pf., ebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schnn. urzeln 25 bis 35, Kartoffeln, )4 kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, J4 kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 40, Birnen 15 bis 25 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf.
*
** ABC-Schützen anmeld en ! Das Stadt- schulamt Gießen gibt in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte die Termine für die Anmeldung der mit Beginn des neuen Schuljahres schulpflichtig werdenden Kinder bekannt. Die inter- esiierte Elternschaft sei auf diese Bekanntmachung besonders hingewiesen.
** D i e Anmeldung von Schülern für die höheren Schulen betrifft ein Bekanntmachung der Schulleitungen der höheren Lehranstalten in Gießen. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.
** Rehleins Ende. Am Donnerstagabend sprang im Walde zwischen Gießen und der Ganseburg, in der Gemarkung Annerod, ein Reh plötzlich vor das Auto eines Kraftfahrers aus Frankfurt am Main. Bei dem heftigen Anprall fand das Reh
Kriegsblinde rufen auf zum Opfer!
3000 deutsche Kriegsblinde, die im Kampf und Not ihr Bestes, ihr Augenlicht, für das Vaterland und damit auch für dich, deutscher Volksgenosse, opferten, Helsen bei der 5. Reichsstraßensammlung am 6. und 7. Februar dem Führer im Kamps gegen Hunger und Kälte. Sie rufen dir zu: Laß deine Spende zum Winterhilfswerk an diesen Tagen nicht Almosen, sondern Opfer fein, dann wird kein deutscher Volksgenosse mehr Not leiden!
Martens,
Leiter der NSKOV., e. 23., Fachabteilung Bund erblindeter Krieger e. 23.
Oer Reichslustschutzbund einsahhereii!
Der Landesgruppenführer der Landesgruppe Hessen-Rheinland-Süd und des Reichsluftschutzbundes erläßt zur 5. Reichsstraßen- sammlung des WHW. folgenden Aufruf:
NSG. Die im Reichsluftschutzbund tätigen Männer und Frauen arbeiten nicht nur an der Vorbereitung des Selbstschutzes der Bevölkerung, sondern sie dienen auch mit ganzer Hingabe dem vom Führer gewollten Winterhilfswerk. Die fünfte Reicks- straßensammlung des WHW. sindet den Reichsluftschutzbund erneut zum Einsatz für Volk und Reich bereit.
. Polizeioberst a. D. Oldenburg.
Fremde Münzen für die Sammelbüchse.
Die Nationalozialistische Kriegsopferversorgung, Gaudienststelle Hessen-Nassau, macht zur 5. Reichsstraßensammlung des WHW. alle Frontsoldaten auf folgendes aufmerksam:
NSG. In vielen Haushalten werden bestimmt noch alte, längst vergessene, ausländische Münzen aus dem Kriege vorhanden sein, die für den einzelnen wertlos, aber in der Gesamtheit einen beachtlichen Wert darstellen.
Frontsoldaten! Bei der Straßensammlung am 6 und 7. Februar ist Gelegenheit gegeben, diese Münzen in die Sammelbüchsen eurer Kameraden zu legen!
Es ist der Stolz jeder großen Organisation oder Gliederung, einmal im Laufe des Winters auch aktiv als Sammler für das Winlerhilfswerk des deutschen Volkes aufgerufen zu werden. Das $e- bruar-Bernfleinabzeichen sehen am heutigen Samstag und morgen Sonntag die Männer des Weltkrieges ab: die Männer der Nationalsozialistischen kriegsopferversorgung, die Männer des Deutschen Reichskriegerbundes (kyffhäuser), die Männer des Reichsluftschuhbundes und da, wo vertreten, der NS.-Studentenbund und der Reichsluftfporlverband. Auch sie sehen in dieser übertragenen Ausgabe die ehrenvolle Verpflichtung, diese Tage zu einem großen Erfolg für das WHW.» das große Werk deutscher Volksgemeinschaft, zu gestalten.
Die Kreisführung Wetterau des WHW. kann mit Genugtuung feflftellen, daß die Volksgenossen unseres Gebietes den Führer verstanden haben, als er im Oktober 1936 zur Eröffnung des WHW. sagte: „Ich erwarte von jedem Deutschen, der Anstand und Lharakter hat, daß er mitmarschiert!"
Darum trage jeder das Bernstein-Abzeichen als erneuten Beweis, daß er mitkämpft gegen hunger und Kälte. Ihr ward bisher opferbereit! Ihr werdet es auch heute und morgen — Ihr werdet es für alle Zukunft fein.
Kreisführung Wetterau des WHW.
Für Deutschland! — Denkt daran!
Der Gauamtsleiter des Kriegsopferamtes erläßt für die Reichsftraßensammlung den nachstehenden Ausruf:
NSG. Auch in diesem Jahr sammeln wieder die kriegsbeschädiaten Frontsoldaten und die Hinterbliebenen unserer gefallenen Kameraden für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes.
Einsatzbereit marschieren sie am 6. und 7. Februar auf zum Kampf gegen Hunger und Kälte.
Sie haben ein Recht, Geldopfer zu fordern, diese Männer, die im großen Weltringen auf den Schlachtfeldern bluteten, und diese Frauen, die ihre Männer und Söhne opjerten: Für Deutschland! Volksgenossen! — Denkt daran!
Ziegler, Gauamtsleiter.


