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Nr. 282 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Zreitag, 3. Dezember |YZ?

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Nicht Renten, sondern Kinder sichern die Zukunst unseres Volkes. Erste Verleihung des Ehrenbuches für die kinderreiche Familie.

Berlin, 2. Dez. (DNB.) Der Reichsbund der Kinderreichen veranstaltete aus Anlaß der ersten Verleihung des Ehrenbuches für die deutsche kinderreiche Familie an 200 Kinderreiche aus den Reihen seines Ehren­ringes und des Landesverbandes Berlin eine Feier­stunde. Der Reichsamtsleiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Groß, überbrachte die Glückwünsche der Partei. Ministerialdirektor Dr. G ü t t übermittelte die Grüße des Reichsministers des Innern. Er stellte die erzieherische Bedeutung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuch­ses und insbesondere des Ehegesundheits- und Blut­schutzgesetzes für das deutsche Volk heraus. Die Er­ziehung des Volkes zu gesundem Denken und Rasse­bewußtsein könne sich aber nur dann ungehemmt auswirken, wenn die gesunden Menschen frühzeitig heiraten können und ihnen die Aufzucht von Kindern auch wirtschaftlich ermöglicht wird. Der Redner zeigte, was in dieser Hinsicht schon geschehen ist. Der Erfolg geht hauptsächlich darauf zurück, daß unsere Mütter wie­der den Mut haben, weiteren Kindern das Leben zu schenken, daß sie den Glauben an unsere Zu­kunft wieder gewonnen haben!

Aber wir kommen darüber nicht hinweg, daß auch heute noch durch die Geburt weiterer Kinder und so mit jedem Kinde zunehmend die Eltern, die Familie, die übrigen Kinder wirt­schaftlich und sozial gegenüber Kinder­losen oder Kinderarmen der gleichen Schicht benachteiligt sind. Das kann nur der begreifen und verstehen, der wirklich meh­rere Kinder hat und nun gezwungen ist, z. 23. mit fünf, aber sechs KinderH als Arbeiter oder Angestellter mit demselben Lohn auszukommen wie ein anderer, der unverheiratet oder kinder­arm ist. Ilicht Renten sichern die Zukunft des Volkes und die Versorgung im Alter, f o n- dern zahlreiche Kinder. Der national­sozialistische Staat wird daher hier gründlich Wandel schaffen. Beim letzten Parteitag in

Nürnberg hat Staatssekretär Reinhardt verkündet, daß an dem Ausbau der Reichs- familienausgleichskaffe herangegan­gen werden wird, sobald die Finanz- und Wirk- schaftslage des Reiches dies gestatten. Die schon jetzt gewährten Kinderbeihilfen für Familien mit geringem Einkommen seien daher nur ein Anfang. Der kinderreich ist, der ist auch bereit, zu opfern und zu entsagen; denn er erlebt andererseits auch das Glück und die Freude, die zahlreiche Kinder bereiten, aber wir müssen nun endlich den Mut haben, an­zuerkennen, daß die Eltern in jeder Schicht, in jedem Beruf mit jedem Kind, das sie grohzuziehen haben, in Prozenten des Einkommens gerechnet, mehr zum Leben brauchen als andere, die kinderlos oder kinderarm find. Kinder sollen und werden im­mer ein Opfer bedeuten, aber das Opfer muh tragbar gestaltet werden. Wir Kinderreichen wissen, daß das Leben Kampf bedeutet, und wir wollen diesen den Eltern nicht abnehmen, aber wir wissen auch, dah die Gefahk des Aussterbens unserer besten Fami­lien so groh geworden ist, daß der Staat dieser

Entwicklung nicht weiter Zusehen darf.

Reichsbundesleiter S t ü w e erklärte: Nach einem Hinweis darauf, daß der Reichsbund der Kinder­reichen nur deutschblütige, erbgesunde kinderreiche Familien aufnehme, die ein geordnetes Leben führen, daß das Ehrenbuch geschaffen worden sei, um für alle Zeiten den Be­griff des Kinderreichtums zu einem Ehrbegriff zu machen und um in unserem Volke das Bewußt­sein dafür zu wecken, daß es nur weiterlebe, wenn es in seiner Gesamtheit wiederum zum Kind-erreick- tum zurückkehre. Hierauf kündeten Fanfaren die Uebergabe der Ehrenbücher durch 400 BDM.-Mädel an die mit dem Ehrenbuch ausgezeichneten Väter und Mütter an, darunter auch an den Reichsstatt­halter in Thüringen Gauleiter S a u ck e l.

Neue Wege nationalsozialistischer Volkswohlfahrt. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt spricht vor Diplomatie und presse.

Berlin, 2. Dez. (DNB.) Das Außenpolitische Amt der NSDAP, setzte die Reihe seiner Empfangs­abende für die Diplomatie und Presse im Hotel Adlon mit einem Vortrag des Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk, Hauptamtsleiter Hilgen­feldt fort. Die Angehörigen des Diplomatischen Korps, führende Persönlichkeiten aus Partei, Staat, Wehrmacht, sowie die Mitglieder der in- und aus­ländischen Presse bekundeten ihr Interesse an diesem Vortrag. Aufschlußreiche Lichtbilder aus der Tätig­keit der NSV. und des WHW. bildeten eine will­kommene Ergänzung zu den lebendigen Ausführun­gen des Reichsbeauftragten, der u. a. folgendes aus­führte:

Bei der Machtübernahme hätten wir in Deutsch­land eine Säuglingssterblichkeit von 7,9 v. H. ge­habt und der Gesamtoerlust in dem Zeitraum von 1919 bis 1935, also in 17 Jahren, betrage nicht weniger als 1310 000 Kinder. Diese Kinder seien nur dadurch gestorben, daß die Mütter nicht wuß­ten, wie sie die Kinder richtig ernähren und pflegen sollten. Der Kampf, der bald nach der Machtübernahme durch die NSV. und den Reichs­mütterdienst ausgenommen wurde, zeige heute be­reits den Erfolg, daß die Säuglingssterblichkeit im Reichsdurchschnitt auf 6,59 o. H. zurückge­gangen ist und dem deutschen Volke 140 000 Jungen und Mädel erhalten geblieben sind. In seinen 194 Mütterschulen und mit seinen 1750 Wanderlehrerinnen wirke der Reichsmütterdienst auf die deutschen Frauen ein durch hauswirtschaft­liche, durch erzieherische und durch pflegerische Kurse. 22 048 Hilfsstellen und 1887 Beratungsstellen spann­ten sich heute netzartig über das ganze Deutsche Reich und ständen den Müttern mit Rat und Tat zur Seite. Kinderwagen, Säuglingskörbe und Säug­lingsausstattungen im Gesamtwert von rund 20 Millionen Mark kämen zur Verteilung. Den Müt­tern diene die NSV. durch ihre Verschickung in Mütter-Erhplungsheime, den Kindern durch örtliche

Erholungspflege, durch Kinder-Land- und Heim­verschickung. Von größter Wichtigkeit ist die ge­nügende und richtige Ernährung. Dieser Aufgabe dienten die Kinderspeisungen, von denen in den Jahren 1936/37 49 478 837 durchge­führt wurden.

Es sei klar, daß die nationalsozialistische Wohl­fahrtspflege ihren besonderen Einsatz dort machen müsse, wo die Not am arößten sei. So wur­den in erster Linie die Gebiete der Bayerischen Ostmark, der Rhön und Schlesien vorgenommen. Bisher seien von der NSV. 2 2 4 6 neue N S.- Schwestertzstationen errichtet, in 1 275 330 Sprechstundenbesuchen und 7 200 907 Hausbesuchen, insgesamt 2 407 148 Personen von der NS.-Schwe­sternschaft betreut worden. Der Einsatz der Natio­nalsozialistischen Dolkswohlfahrtspflege richte sich aber auch auf die Sorge für das Klein­kind, das Kind im vorschulpflichtigen Alter. Im zweiten bis sechsten Lebensjahre erwerbe das Kind die Schäden, die es nachher im Leben belasteten. Dem Kleinkind dienten vor allen Dingen die Ernte- und Dauer-Kindergärten. Be­standen vor der Machtübernahme 8300 Kindergärten im gesamten Reich, so hatte sich die Zahl im Okto­ber 1937 auf bereits 16 000, also f a st doppelt so oiel, erhöht.

Das Tuberkulose Hilfswerk der NSV. schließe die Lücke der Sozialversicherungen. Die Ein­weisungen, die Ende 1935 rund 1500 betragen hatten, seien im Oktober 1937 auf 14 000 gestiegen. Die neuen Wege, die die NSV. einschlaqe, seien nach der Erkenntnis ausgerichtet, daß Geschichte nicht in Tagen und Jahren gemacht werden kann, daß sie Aufgabe und Arbeit von Generationen ist. Jede Generation wird weiterleben in den Wer­ken, die sie hinterlassen hat. Nicht aus der Schau der Gebundenheit eines Lebens, sondern der Schau der Ewigkeit de,s Volkes erhält Nationalsozialistische Volkswohlfahrtspflege ihre Aufgaben."

Deine Spende muß ein Opfer fein.

NSG. Am kommenden Samstag findet wieder der Tag der nationalen Solidarität" statt. An diesem Tage treten die führenden Männer der Partei und ihrer Gliederungen sowie des Staa­tes, namhafte Persönlichkeiten der Kunst, der Wissen­schaft, Wirtschaft, der Presse und des Sportes mit der Sammelbüchse an, um die Groschen für das Win- lerhilfswerk des deutschen Volkes zu sammeln und zeigen, daß sie für ihren Nächsten, für die noch notleidenden Volksgenossen jederzeit eintreten. Für fie ist das Sammeln kein schmerzlich empfundenes Opfer, sondern eine selbstverständliche T a t für die Volksgemeinschaft. Als Vorbild wollen Pe vorangehen. Ihr Einsatz für den Kampf gegen Hunger und Kälte ist der sinnfälligste Ausdruck da- ffür, daß nicht Worte, sondern erst die Tat von echter Solidarität zeugt.

Die Aktion, die hineingestellt ist in die Vorberei- kungszeit auf das Weihnachtsfest, will mehr sein als bloß eine Sammlung. Die Männer und Frauen,

Tun Sie vor allem Ihre pflicht im Gedenken an jene Millionen, die einst ihre pflicht für uns alle getan haben.

(Aus der Rede des Führers zur Eröffnung des WHW. 1937/38)

Die am Samstag auf Straßen und Plätzen an die Dpferfreubigteit der Volksgenossen appellieren wer- nen, so wie sie früher in den Jahren vor der Macht­übernahme um die Herzen der deutschen Menschen warben und kämpften, wollen damit nachdrücklich dokumentieren, daß der Nationalsozialismus keine Schranken des Standes und des Besitzes und keine Klassen kennt. Alle haben wir für den notleiden- !ien Bruder einzustehen, alle sind zuerst zum Oien st für dieGemeinschaftverpflich- e t, die über dem eigenen Ich und seinen Wünschen leht. Das will derTag der nationalen Solidari- Ät" allen sagen. Denn, die in wirtschaftlich gesicher- isn Verhältnissen ein frohes Fest vorbereiten und ieiern können, ruft er aber zu: Denkt auch an ! i e M i t b ü r g e r , die für sich und die ihren zu Weihnachten nichts kaufen können. Sollen sie, wenn überall die Lichter an den Christbäumen brennen, traurig in dunkler, kalter Stube sitzen? Sollen iore Kinder, die jetzt auch an den hell erleuchteten Schaufenster stehen und ihre kleinen Wünsche für i®n Weihnachtsmanndanmelden, mit leeren Händen imsgehen?

DerTag der nationalen Solidarität" sagt uns indringlich: Nein! Wir alle, die es können, wollen ibis mit den Brüdern und Schwestern, die an der tot des Lebens, die traurige Nachkriegsjahre un- isrschuldet über sie brachten, noch tragen, solidarisch irklären. Nicht mit schönen Worten, auch nicht mit einer kleinen Gabe, es muß mehr sein. Der Führer hat Opfer gefordert, nicht Spenden, als r das Winterhilfswerk eröffnete. Jeder Einzelne fll am Samstag dieses Opfer bringen. Nicht an i*m soll einer sein Opfer messen, was er schon «geben hat und was der einzelne vielleicht für sich rrnch an Weihnachtsgaben an bedrängte Nächste aus= tiiilen wird, sondern an dem, was das Winterhilfs- HierE braucht.

Wenn daher am Samstag die Sammler auf den Lliraßen und Plätzen an die Volksgenossen heran- heten, dann vergleiche jeder seine Lage mit der b:r anderen Arbeitskameraden und richte danach die fäöhe seines Opfers ein. Nur wenn sich jeder binrd) die Tat mit den hilfsbedürftigen Volks- g>-noffen solidarisch erklärt, wird derTag der na­tionalen Solidarität" das Ziel erreichen, das ihm Nicht nur materiell, sondern auch ideell gestellt ist: 2®izutragen zum Aufbau einer wahren, engen 2plksgemeinschaft.

Berlin am ,Taq der nationalen Solidarität"

»Göring und Goebbels sammeln wieder Unter den Linden.

Berlin, 2. Dez. (DNB.) Auch diesmal werden sicg amTag der nationalen Solidarität' alle füh- Irciben Männer des Staates, der Partei und ihrer $ ieberungen, ber Kunst unb Wissenschaft, ber i-effe, ber Wirtschaft und des Sportes an der gro-

Straßensammlung des Winterhilfswerkes be- j tätigen.

4 Ministerpräsident Göring und Reichsmmlster, Dv. Goebbels werden auch diesmal wieder in

Straße Unter ben Linden vorder Passage jilb vor dem Hotel Adlon sammeln. Generaloberst 3«ring wird dann schon vormittags in ber Ber­lin e r Wertpapierbörse gesammelt haben.

! b» Reichsminister Dr. Lammers, Dr. Ohne- 'c:r g e, Graf Schwerin-Krosigk unb 15s I b t e unb bie Staatsminister Dr. Meißner

:rD Dr. Popitz werben ebenfalls wie die Reichs- itber Bouhler, Hier! und Rosenberg mie­te ihreStammplätze" beziehen. Der Stab des Mährers sammelt in der Nähe des Brandenburger Znes. Die Korpsführer des NSFK. und NSKK, i.ii r i ft i a n f e n und Hühnlein, und Reichs- iilrtführer v. Tschammer unb Dften finb im 3: ft en. Der Reichsbauernführer, Reichsminister hirre, sammelt mit seinen engeren Mitarbeitern n Reichsernährungsministerium und im Reichs- :ä,rstanb In der Reichst,auernstodt Goslar.

Gauleiter Sprenger eröffnet den Neichsberufswettkampf.

NSG. Zur Eröffnung des Reichsberufs­wettkampfes aller schaffenden Deut­schen findet am 11. Dezember indenHeddern- Heimer Kupferwerken in Frankfurt a. M. in der großen Halle des Preßwerkes eine Kund­gebung statt. Ganz bewußt ist diese Veranstaltung in diesem Jahre mitten in einen Betrieb gelegt, wo ber Arbeitskarnerab bireft an feinem Arbeitsplatz bleibt. Nach Begrüßungsworten bes Gaubeauftrag­ten für ben Reichsberufswettkampf aller fcfjaffenben Deutschen, Gauberufswalter Stein, gestalten Werk­

scharmänner eine Feier st unbeVo l k an ber Arbei t". Der Gauobmann ber Deutschen Arbeits­front, Willy Becker, gibt einen Rechenschaftsbericht über ben Reichsberufswettkampf im vergangenen Jahr. Gauleiter unb Reichsstatthalter Sprenger spricht über bie großen Aufgaben unb bie Bebeutung bes Reichsberufswettkampfes aller fchaffenben Deut­schen, ber von ber Deutschen Arbeitsfront in bieser Form in diesem Winter zum erstenmal zur Durch­führung gelangt. Die Gaukundgebung ist der Auf­takt zu einer großen Propagandaaktion. Am 13. Dezember finden in allen Kreisstädten große Appelle statt. Gleichzeitig we ben zahlreiche Betriebsappelle durchgesührt.

Meffehtesin derMrtfchasiaus?

Der Präsident der Berliner Börse, Staatsrat Friedrich Reinhart, hat in einem Vortrag über die mögliche Leistung der Börsen sich durchaus für den Ausbau der Börse eingesetzt. Reinhart be­tonte, die Börsenbesucher selbst seien im neuen Staat nicht die eigentlichen Träger derverwerflichen Fi­nanzspekulationen" und prägte den Satz:Die Tendenzen der Börse, ein häufiger Gegenstand des Anstoßes, entstehe nicht durch die Geschäfte des berufsmäßigen Handels, sondern alle Bewegungen entstehen im Grunde nur durch die zu bestimmten Zeiten massiert auftretenden Kauf- unb Verkaufsan-- träge bes Publikums; ber berufsmäßige Bör- senhanbel ist nur ber Vollstrecker bes Willens, den die breite Masse des Effekten besitzenden Publikums ihm zudiktiert. Solche Bewegungen seien auch nicht unerwünscht. Der berufsmäßige Handel sei nur in den seltensten Fällen tonangebend für die Tendenz." Gewiß ist aber, daß in den Staaten, die keine staat­liche Kontrolle über die Börse ausüben, die Tendenz häufig vom berufsmäßigen Handel gemacht wird. Schließlich sprach Präsident Reinhart noch unbedingt für die Wiedereinführung des Zeitgeschäft s, um die Funktionsfähigkeit der Börse in ihrem frü­heren Umfange wiederherzustellen". Aber gerade das Zeitgeschäft an der Börse, ein doppelseitiges Kredit­geschäft, bei dem der Verkäufer die versprochenen Effekten erst zu einem späteren Termin zu liefern, der Käufer sie erst zu einem späteren Termin zu bezahlen braucht, wobei Menge, Zeit, Abwicklungsverfahren ein für allemal feststehen und nur über den Preis eine Verständigung zwischen den Konttahenten er­folgen muß, dieses Zeitgeschäft gehört zu den um­strittensten Kapiteln und die Frage selbst, ob das Zeitgeschäft wieder eingeführt werden soll, ist noch längst nicht spruchreif.

Wehrmachtsbauten, Autobahnen, Bau von Fa­briken, Arbeiterwohnungen, Kulturbauten und ber Umbau von Berlin, Hamburg, München unb Nürn­berg nach ben Richtlinien bes Führers stehen im Mittelpunkt ber großen Aufgaben, bie ber Bau« wirtschaft im Rahmen bes Dierjahresplanes ge­stellt finb. Sie kann ihnen nur gerecht werben burch eine planvolle Losung ber Arbeiter- unb Material­fragen. In einem Vortrag von ber Forschungsstelle für Sieblungs- unb Wohnungswesen an ber Uni­versität Münster kennzeichnete Generalbirektor Dr. Eugen Vogler (Essen) ben hohen Stanb ber bau­wirtschaftlichen Leistung unb mies Wege zu ihrer weiteren Entwicklung unb Steigerung. Von einer eigentlichen Mangellage könne bei wichtigen Bau­stoffen, wie Bruchsteinen, Ziegelsteinen. Zement unb Kalk, nicht gesprochen werben, ba biefe Jnbustrien zum Teil nur bis zu 70 v. H. ausgenutzt seien. Eine Steigerung ber Erzeugung lasse sich z. B. in der Ziegelinbustrie burch Vereinbarungen mit ber Bau- inbustrie erreichen, bie es ber Ziegelinbustrie ermög­lichen, in ben absatzschwachen Wintermonaten auf Lager zu arbeiten. Dr. Vögler erinnerte baran, baß bas Eisen erst vor hunbert Jahren in großem Um­fange in bie Bauinbustrie eingebrungen sei, baß man auch vorher schon schöne, zweckvolle unb bauerhafte Bauten errichtet habe.

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Auf ber am 2. unb 3. Dezember stattgefundenen Arbeitstagung der deutschen Elektrizitäts­wirtschaft wurde ein Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Jahr gegeben, das mit dem Ener­giewirtschaftsgesetz im Rahmen des Vierjahres­planes eine Vereinheitlichung erstrebte und eine Fülle von Aufgaben zur Erörterung stellte. Die Stromerzeugung ist von 16,6 Milliarden Kilowattstunden im Jahre 1929, dem letzten Jahr der Scheinkonjunktur, sprunghaft infolge ber Ar­beitsbeschaffungsprojekte usw. auf 24,5 Milliarden Kilowattstunden im Jahre 1936 gestiegen, und diese Entwicklung hält noch weiter an. Der Anteil von Wasser unb Braunkohle an der Ge­samterzeugung war im Jahre 1936 wesentlich hoher als in ben Jahren vorher. Der Stromver­brauch ist nach Kleinverbrauchern, Mittelverbrau­chern und Großabnehmern geteilt, und zwar erhöhte sich die Zahl der städtischen Verbraucher vom Jahre 1932 bis 1936 von 7,96 Millionen auf 10,31 Mil­lionen, die ländlichen Kleinverbraucher stiegen von 3,04 auf 4,07 Millionen. Die Stromabgabe für die ländlichen Kleinverbraucher stieg von 1935 auf 1936 um 17,4 v. H., für die städtischen Kleinverbraucher nur um 8,9 v. H. Die Verbilligung der Strombe­zugskosten für Kleinabnehmer wird, soweit sie für bie Industrie wirtschaftlich tragbar . ist, mit allen Mitteln erstrebt. Für die Landwirtschaft ist dieses Problem besonders wichtig, da im Zeichen des Landarbeitermangels eine Intensivierung von ber technischen Seite her erfolgen kann und durchaus möglich ist.

Die nunmehr veröffentlichten Ergebnisse der Schweinezählung vom 3. September bestäti­gen den erwarteten und bekannten Rückgang ber Bestände von Sauen und Ferkeln. Nach den Erläu­terungen, die der Vorsitzende der Hauptvereinigung der Viehwirtschaft Zu dieser Entwicklung gibt,ent­spricht der zu erwartende Nachwuchs bei weitem nicht mehr den Bedarfserfordernissen". Um den ungünstigen Rückwirkungen des abnehmenden Schweinebestandes auf bie Fleischversorgung ent­gegenzuarbeiten, hat man aber gleichzeitig bekannt- gegeben, daß erstens der Preis für Fett- f ch w e i n e, der vor einem Jahr wegen der Futter­knappheit herabgesetzt worden war, vom Januar 1938 ab wieder erhöht wird, und daß zweitens durch den Abschluß von Mastoerträgen in einem besonders großen Ausmaße gewisse Marttlieferungen, dem Versorgungsausgleich dienen können. Im übrigen wird die Erhöhung des Schlachtgewichts des Einzelschweins durch eine Prämie für Dollnus«