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Samstag, 3. Zuli 1957

Gtehener Anzeiger (General-Anzeiger für OberWen)

111.152 viertes Blatt

100 Lahre Gießener Realanstalten

Das Realaqmnastum, von der Ludwigftratze aus gesehen.

WWWMMWM

(Nachdruck verboten.)

31. Fortietzung.

Pinsk?'

Fortsetzung folgt.

Vornan von Walther Kloepffer

Lipyright 1936 by August Scherl G. m. b. 5)., Berlin.

Die Tatsache eines lOOjäbngen Bestehens einer Oiganisation eines Instituts ober irgend einer über guten sich erstreckenden Erscheinungsform unseres uqemein vielfältigen völkischen Lebens könnte leiht zu einer geschichtlichen Rückschau verleiten J)i? erinnernde Rückschau liegt bei solchem Anlaß ntie, ja sie ist häufig genug zweckmäßig, um Ge° ho'te und Formen der Gegenwart verständlich er- feinen zu lassen. Aber diese Rückschau ist an dieser

kunst derjenigen jungen Menschen abfjing, die in den Schulsälen saßen. Schwierigkeiten traten aus Raumnöten auf, so daß es nicht immer leicht war, in den oft stark besuchten Klassen den erwünsch­ten Lehrerfolg zu erzielen Aus d^m ersten Schul­haus in der Weibengasse führte der Weg über das Schulhaus in der Gartenftraße (die heutige Bür­germeisterei) in das Haus an der Ludwigstraße und nach der Teilung der Realschule in Oberrealschule und Realgymnasium schließlich auch in das Haus an der Stephanftraße.

In mancher Gießener Familie und in den heute älteren ehemaligen Angehörigen der Schulen ist noch der Name des Geheimen Schulrats Rausch in lebendiger Erinnerung, der der letzte Direktor der vereinigten Schulen war, und unter dessen sorgfäl­tiger Vorarbeit die aus vielen Gründen notwendige Trennung durchgeführt wurde. Er hatte die An­stalten fast ein viertel Jahrhundert geleitet und zu einer außerordentlichen Blüte erhoben Die verdiente Anerkennung war ihm nicht versagt geblieben.

In der jüngsten Vergangenheit hat es an Erschüt­terungen nicht gefehlt Der Krieg griff hart ein in die Geschichte der Schule. Die Nachkriegszeit brachte viel Unruhe in die Schulsäle. Viel Wechsel gab es damals in den Lehrkörpern und die Tendenzen der Weimarer Verfassung trugen wenig dazu bei, eine ruhige und sichere Aufbauarbeit leisten zu können. Zwar bringt die Gegenwart der Oberrealschule aber­mals eine Handlung, indem das Jubelpaar der Schule gleichsam ihr Schlußjahr ist, denn sie wird in ihrer seitherigen Gestalt nicht weiterleben, sondern ein­gehen in die Form der deutschen Oberschule. Frei­willig und gerne verzichtet die Schule auf ihr Son­derdasein, weil sie weiß, daß die neue Schulform die Weltanschauung des Nationalsozialismus reiner verkörpert und den jungen Menschen zielsicherer bilden wird. Die Schule wird in der Schule des Dritten Reiches eine höhere Auferstehung erleben. Auch für das Realgymnasium bringt der Umbau des deutschen Schulwesens mannigfache Aenderung mit sich.

Das Leben an unseren beiden hiesigen Real­anstalten ist in seiner Auswertung nach national­sozialistischen Erziehungsgrundsätzen vielfältig. Kör­perschulung, Charakterschulung und Geistesschulung sind die Eckpfeiler. Die Schüler der Anstalten stehen den Ereignissen unserer Gegenwart unmittelbar nahe. Sie stehen fast ausschließlich in den Reihen der Hitler-Jugend. Sie nehmen regsten Anteil an unserem völkischen Leben. Sie stehen im Dienste der HI., sie dienen der Sache des VDA., der Sache des Jugendherbergswerkes, sie alle finden sich in der Schule oder charakteristischer für unsere Zeit im Schullandheimaufenthalt zu einer verschworenen Kameradschaft. In Exkursionen lernt die Jugend die Heimat und ihre geschichtlichen Besonderheiten ken­nen; auf groben Ferienfahrten stoßen die Schuler weiter hinaus über die Grenzen der angestammten Heimat. Besuche im Grenzland vertiefen den Blick für unsere völkischen Notwendigkeiten. In der Schule

Hheimer Schulrat R a u s ch, der letzte Direktor der vereinigten Anstalten.

(Aufnahmen (3) aus Privatbesitz, (2) Neuner.

Gießener Anzeiger.)

Die Gießener Realan- HlcEten hatten es nicht Wcht in diesem ersten I Schrhundert ihres Beste- | jms. Krisen blieben nicht erpart. Gegen Vorurteile urD offensichtliche Feind- fdaft war anzukämpfen jcton in der ersten Zeit ie> Bestehens der Real- aiftalten, die gegründet icrrbe zu einer Zeit, da iii Stadt erst noch 7000 Cnwohner hatte. Es galt mBerechtigungen" zu impfen, die für die 6£)ule wichtig waren, Di il davon zum Teil ihre -Bedeutung für die Zu­

Oberstudiendirektor Leonhardt (Leiter der Ober« realfchule).

selbst, im Unterricht, steht die Leistung-über allem. ' In charakterlicher Auslese, einer besonderen Forde- ( rung der Schule des Dritten Reiches, scheidet sich die Spreu vom Weizen. Nicht die Fülle des aufgenom­menen Wissensstoffs entscheidet über den einzelnen, onbern die Gesamtreife. In würdigen Feiern wer- : den den Schülern der Anstalten immer wieder die . Heroen des kämpferischen Einsatzes und die Heroen deutschen Geistes vor Augen geführt. Neben der Arbeit in der Schule geht für die jüngeren Schu­ler die Bastelarbeit am Segelflugzeugmodell einher, die die Sinne schärft für besondere Aufgaben der Gegenwart. Durch die Zusammensetzung der Schüler­schaft in beiden Anstalten ist übrigens eine glückliche Mischung von Stadt- und Landbevölkerung gegeben.

Die Lehrerschaft steht neben dem Schuldienst nicht we­niger intensiv im Dienste der Gemeinschaft unseres Vol­kes. Mancher dient unmittelbar der Partei, steht in den Gliederungen, arbeitet mit in den Fachschaften des NSLB. und mancher Angehöriger des Lehrkörpers der einen oder anderen Schule trat mit viel beam­teten Veröffentlichungen wissenschaftlicher Arbeiten hervor. Mehrere Lehrkräfte wirken an der Universi­tät mit. Andere stehen im Musikleben der Stadt und des Kreises. .

Die Schulen sind in das Volksganze hmemgestellt, heute mehr denn je, sind aber niemals Standes- schulen, sondern stets Sammelbecken der Jugend aufstrebender Volkskreise gewesen. Die großen natio­nalen Feiern sehen die Schulgemeinschaften immer wieder in unverbrüchlicher Verbundenheit, die weit über die Schulzeit hinausreicht. Die Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Realgymnasiums ist lebendiger Beweis dafür.

Zielbewußte Arbeit bestimmt das Wirken der Schulen. Für das Realgymnasium trägt Ober­studiendirektor Angelberger, für die Oberreal­schule Oberstudiendirektor Leonhardt die Ver­antwortung.

Daß die beiden ehemals vereinigten und aus der ursprünglich kleinen Realschule hervorgeaange- nen Anstalten trotz der Aufteilung enge freundnach­barliche Beziehungen unterhalten, erweist schon allein die Tatsache der gemeinsamen Durchführung der Jubelfeier. In mancher gemeinsamen Sitzung wurden die Vorbereitungen für die festliche Veran­staltung getroffen und in der harmonischen Durch­führung wird die kameradschaftliche Verbundenheit beider Schulen ihre Bestätigung finden.

Ihrem Revolver... Zu dumm, daß dieser Tutschek noch immer nicht vernehmungsfähig ist.

Kerzinger! Wo stecken Sie denn, Kerzinger r Rufen Sie mir noch einmal den Wachtmeister her, bitte! befahl Br. Jung, unterbrach fein Aufuud- abaehen und fetzte sich wieder hinter den-Lisch Mit den Akten Tutschek. Er stützte den Ellbogen auf die Platte und das Kinn in die hohle Hand, den kleinen Anger elegant abgeknickt; er trug wegen der bevorstehenden Abreise bereits seinen faltigen dunklen Mantel und sah, dies zusammengenommen, wie ein Ratsherr der florentinischen Signona aus.

Häberlein trat ein und stand vor seinem Vor­gesetzten stramm. £ ...

Wir müssen Geduld haben, Wachtmeister.

,'Jawohl, Herr Landgerichtsrat."

Eine Inhaftnahme des hiesigen Arztes erscheint mir vorerst nicht angezeigt. Er lauft ja nicht davon Der Verwalter ist nicht transportfähig und braucht Behandlung. Das also auch. Wir wollen erst noch ein bißchen zuwarten und spekulieren. Und Sie werden die Augen aufhalten, verstanden. Wacht meister?"

"Jch^schicke vor allem eine zuverlässige Kranken­pflegerin die auf den Patienten achtgibt. Wenn Besserung eintritt ober wenn sonst etwas vorfallt, telephoniert ihr."

glaube, das wäre alles. Packen Sie zu­sammen^ Kerzinger", wandte er sich an feinen Schreiber.

Verdacht" ist nichts Halbes und nichts Ganzes nickts Greifbares und nichts Abwendbares Und Verdacht" ist zugleich etwas ungeheuer Betrieb­sames Lähmendes und Krankendes.Verdacht ist, Kn tüe ßeute dich scheel und mitleidig ansehen, wenn sie die Köpfe verdrehen, statt zu grüßen, wie Lin die Fürstin Marie Auguste von Hol-wa- Weißensee wenn der Gendarm das Kinn m den Kraaen steckt und eine Amtsmiene macht, wenn man hinter dir herwispert und sich Zeichen macht, wenn dein Anfchen fchwindek. wenn die Praxi- I unteriefem Zustand, wenn er es

; allerdings, zu dem neuerdings auch

Oberstudiendirektor Angelberger (Leiter des Realgymnasiums).

Teil auch aus der Hand von Schülern, gestatten einen Einblick in das vielfältige Leben der Sd)u« len. Bildeinschaltungen tun ein übriges, die Fest- chrift zu runden. Selbstverständlich ist in würdig- ter Form auch der gefallenen Helden des Welt­krieges gedacht, die von der Schulbank oder vom Lehrstuhl fort ins Feld der Ehre zogen.

Die Feiern des heuttgen Samstags und des mor­gigen Sonrftags stellen die Oberrealschule und das Realgymnasium unserer Stadt in den Lichtkegel der breitesten Öffentlichkeit. Aus allen Teilen des Lan­des und des Reiches werden sich ehemalige Schüler einfinben, um ihre herzliche Verbunbenheit mit ben Stätten ihrer Erziehung, aber auch mit ben Lehr­kräften zu beweisen, benen mancher boch vieles zu verbauten hat.

Die Jubiläumsfeier wirb manche alte Bindung neu erstehen lassen, sie wird die ältesten faßbaren und die jüngsten Semester miteinander vereinigen und ihnen allen wird die Gemeinsamkeit bewußt menten, die aus den Traditionen einer, wenn auch nicht unwandelbaren, so doch nach großer Linie ausgerichteten Erziehung im Verlauf eines ©atu- Iums erwächst N-

Für die Jubelfeier wurde übrigens von jeder der Anstalten eine Festschrift herausgegeben, die, ent­standen in einer ungemein sorgfältigen Arbeit, alles enthält, was aus der hundertjährigen Geschichte der Gießener Realanstalten als wissenswert betrachtet werden darf. In feinen Schilderungen sind die Cha­rakterbilder kraftvoller Persönlichkeiten gezeichnet, die den beiden Anstalten mit zu ihrer heutigen Be­deutung verhalfen. Lebendige Schilderungen, zum das Mädchen Anna gehörte, war über jeden Zweifel erhaben. Nehmen wir einmal den Fenzl her. Der schwingt Reden in der Graphitgrube, die eitel Zorn und Spott und Hohn sind.So einen Mann ver­dächtigen, ihr Schafsköpfe! Die Finger solltet ihr euch abschlecken! Da rackert sich der von früh bis spät ab, kuriert eure Weiber und eure Kinder, tut ich die Plage mit der Grube auf, und dann, zum Dank, bringt ihr ihn in einem Atem mit dem Böhm daher... Das kostet mich nur einen Lacher."

Oder den nächsten, den Wirt Kern. Als eine von seinen Töchtern auf den Foga anspielte, hat er ihr eine 'runtergehauen und geschrien:Laß mich das nicht noch mal hören! Was weißt denn du, du Rotznase!"

Der Gsodmair hingegen macht bas alles viel feiner unb ruhiger ab. Er überzeugt bie Zweifler unb bie Schwankenben mit gemäßigten Worten unb erreicht mit biefer Sachlichkeit mehr als bie anberen mit ihrem Gebrüll. Dafür ist er aber auch ber Bürgermeister unb eine Amtsperson.

Der Ameifer kann sich biefer Schutz- unb Trutz­aktion leiber nicht anschließen; er hat sich auf einem Dienstweg erkältet, liegt seit etlichen Tagen zu Bett, fiebert, schlägt sich mit einer Lungenentzunbung herum unb hat mit sich selbst genug zu tun

Bleibt noch bie Anna. Nun, Die hat allen Grunb, nett zu Dr. Fogg zu fein. Aber auch.sie braucht man nicht zu beneiben. Sie wirb wie em Bällchen hin unb her geworfen zwischen Angst vor dem Gericht unb Gewissenspein unb stürmischem Mit­leid mit Josi. Sie hat das Kindhafte und Unbe­fangene abgestreift, sie hat vom Baum der Erkennt­nis genascht, und der Blütenstaub ist weg, sie ist stiller geworden und besonnener, und sie hat wieder zu ihrem Beschützer Fogg zurückgefunden Sie sorgt nach Kräften dafür, daß Josi daheim dieser ver­korksten Geschichte nicht allzusehr nachhangt; sie plaudert und redet unb fragt unb hat herausge- funben baß solche Manöver noch bas beste Ab­lenkungsmanöver finb.

So forschte sie auch jetzt nach bem Abenbbrot:Ist mit Tutschek was Neues los?" Sie staunte selber, : wie anftanbslos ihr ber Name jedesmal von ben Lippen glitt.

, Der hat seit heute eine neue Pflegerin aus der Stadt. Dr. Jung hatsie anscheinenb besorgt.

I. Ganz angenehme unb verständige Person. Der Ver-

,.,Also, meine Herren, ich hätte gern so eine Art Lmmundszeugnis von Ihnen. Sie kennen den tzi'sigen Arzt doch sicher recht gut? Wie ist das mit bim?"

.Wir kennen ben Josef von Kindsbeinen an, ft rr Untersuchungsrichter", erwiderte der Bürger­meister bedächtig.Später war er mit uns zweien b Feld. Und sodann haben wir ihn aus Amerika Molt, mehr brauch' ich wohl nicht zu sagen. Der F»gq-Josef ist ein Mannsbild. Wenn er mit dem lutschet was gehabt hätte, würde ers auch emge= sichen. Das ist unsere Meinung."

Dr. Jung seufzte, weil diese Untersuchung immer- st im Kreise herumging. Sjatte man endlich einen Punkt, wo man einhaken zu können glaubte, Dann entkräfteten ihn die Leute. Gewiß, nicht von der fjnnb zu weisende Tatsachen belasteten den Arzt, a? er wenn man die Schellenberger hörte, war er i): rmlos wie ein Posaunenengelchen. Dr. Jung jinbierte:Er und Tutschek sollen nicht gut mit= Manber gestanden fein?"

Möchf wissen, wer mit dem Böhm gut steht, (cmaufte wegwerfend der Kern.

Der Untersuchungsrichter stellte noch diese und jene Frage an die beiden, knöpfte sich Fogg noch fnmal kurz vor, um ihn dann nach Hause gehen xx lassen, frühstückte unb hörte privatim ein bißchen m Ort herum, kurz, er tat alles, was ein Richter ir so einem Fall tun kann. Aber bie Sache Tutschek hieb nach wie vor verzwickt unb lag keineswegs sc klar, wie biefer Häberlein in feinem Bericht hm- g stellt hatte. Indizien waren recht schön, gewiß, djier der persönliche Eindruck unb bie Dolksrneinung zc hlten schließlich auch ein wenig. Man benke nur, ein Arzt, ein bei ber Bevölkerung beliebter Mann, ein Felbzugsteilnehrner mit bem E. K. I unb bislang n»ch unbescholten... also, mein lieber Häberlein, \o einfach ist das wirklich nicht mit Ihrer Kugel um)

Die Oberrealschule in der Stephanftraße.

walter fall hin und wieder schon lichte Augenblicke haben. Zum Reden hat sie ihn allerdings noch nicht bringen können. Na, ich bin ja gespannt, was da herauskommt. Wirst sehen, wir bringen ihn durch. Der Schuß war nicht einmal so gefährlich, aber halt das Eitern hinterher unb bie Blutvergiftung. Pech. Den solltest bu jetzt mal sehen. Der ist schon vom Fleisch gefallen. Bloß Haut unb Knochen noch, aber ein Herz wie Oskar. Sonst könnte er bas gar nicht burchreißen", berichtete Fogg.

Was macht benn bie Grube?"

Denk bir, heute haben wir ein Pfunbsmalheur gehabt. Haut ber Fenzl eine Wafferaber an, unb ber halbe Schacht ersäuft! Die Leute haben werkeln müssen wir die Milben; aber jetzt haben roirs ge- schafft. Hoffentlich hält bie Verschalung. Der Kern hat uns bie Feuerwehrspritze geliehen, hättest uns sehen sollen."

Solcherart waren biefe Gespräche, bie Anna krampfhaft unterhielt wie ein kleines Feuer in einer stürmischen Nacht, wo man alle nasenlang hinein­blasen unb frischen Brennstoff nachlegen muß. Fogg hatte einen Maßkrug neben sich unb goß bas vierte Fläschchen hinein; in letzter Zeit brauchte er Alkohol zum Einschlafenkönnen. Bei ber Anna ging es auch so; benn bie war jeben Abenb zum Umsinken mube unb ging ben Weg in ihre Kammer schon im Halbschlaf. Sie machte auch jetzt winzige Augen unb fragte nur noch aus reinem Pflichtbewußtsein:

Du, Josi, was ich schon immer fragen wollte: Erzähl boch mal, wie bu Mutter kennengelernt hast. Aber nicht so hubriwubri, wie bamals in Hamburg, sonbern schön genau unb ausführlich, ja?"

Hm. Gib mal bie Tabakskiste her; benn ich muh mir nämlich eine frische Pfeife stopfen. Also genau willst bu's wissen? Meinetwegen." Unb er berichtete ihr von ber bamaligen Stellung, von Pinsk, von bem Kosakenangriff, von ben Karne- raben. Es gelang ihm, bas alles so plastisch vor bie zuhorchenbe Anna hinzustellen, baß ihr Schlaf ver­flog. . v

/Mutter war so tapfer?" sagte sie mit glanzenben Augen. .

Ich habe noch nie eine so mutige Frau ge* troffen. Unb sie hat viel burchgemacht im Leben.

Ja, unb bann? Nach bem Schützengraben, nach

C?lle vielleicht nicht notroenbig! Aus berufenen Fe­dern würbe bie Geschichte ber Gießener Realanstal- te auch in ben Spalten biefer Zeitung schon ein- gc enb bargetan. Unb zu ben Feiern, bie ber heu- 6(2 unb ber morgige Tag bringen wirb, werben ai-rmals berufene Männer in straffer Zusammen- fc ung bie Entwicklung ber Gießener Realanstatten P schilbern wissen.

Hält man sich vor Augen, baß bie beiben statt- 1fr en Schulhäuser an ber Lubwigstraße unb an le Stephanftraße all bas, was in Jahrzehnten erungen, erarbeitet, aufgebaut, auf Vergangenem jusenb, in bie Zukunft ausgerichtet, enthalten ist, inn werben auch bem Fernstehenben einige Ge- Infen kommen, bie sich um Dinge bewegen bie sfr ben einzelnen, wie für bie Gesamtheit unseres B lkes so wichttg finb. De Gebauten werden hkgelenkt zu Fragen der Sigenderziehung, die hier, \ijn zu einerGeschichte k Jugenderziehung" ge­rn: eben finb.