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Aus dem Reiche der Frau.

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

KOTÜMPCST!

EIN

chan -

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lastet ist! .

Welche Schädlinge bedrohen unsere Vorräte im Großen wie im Kleinen in den Lagerhäusern wie in der kleinsten Speisekammer? Das lehrt drastisch eine in riesigen Ausmaßen gehaltene Pla­stik einer gut gehaltenen Speisekammer, in der alle Vorräte vergnügte, irische Gesichter machen. Aber um diesen Mittelpunkt herum, wie sieht es da aus! Ein vergessener Käse läuft davon, eine Raupe pickt den schönsten Apfel an, die Milchflasche klagt: Mir ist so sauer und so fort. Riesengroß stehen hier die Sünden vergeßlicher oder bequemer Hausfrauen vor ihren Augen. Haben sie diese Unterweisung ge­sehen, sie werden zu Hause ihren kleinen Bereich mit ganz anderen Augen überprüfen und den Kampf dem Verderb mit ungeahnter Energie auf­nehmen.

Richten sich diese Belehrungen auch vorzugsweise an die städtischen Hausfrauen, so ist doch auch die Landfrau keineswegs vergessen. Für sie werden technische Hilfsmittel gezeigt, die ihr die übermäßige Arbeitslast, unter der sie vielfach leidet, erleichtern. In 98 o. H. der bäuerlichen Hausbaltungen arbeitet die Bauersfrau täglich 13, 17 und mehr Stunden.

Doch Hilfe wächst heran: ein großes Diorama des weiblichen Arbeitsdienstes zeigt die jungen hel­fenden Kräfte bei der Arbeit in Feld und Haus. 250 000 Arbeitsmaiden werden in diesem Jahr ein­gesetzt, um Hilfe zu bringen wo sie nötig ist.

DieGrüne Woche Berlin 1937" ist ein Appell an alle deutschen Frauen: möge er gehört werden.

Kreppel-Zack-Fett.

Don Snöa Aisch, Äad-Nauheim.

Fastnacht ist Volksfest. Ohne Kreppel ist es nicht zu denken. Der dabei so wichtigen Fettbehandlung widmen wir diesmal unsere besondere liebevolle Sorgfalt.

Die erste Frage ist: Was für Fett wollen wir nehmen? Am besten eignen sich Schmalz oder Oel. Auch Tafelfett war viel in Gebrauch. Man kann auch die Sorten mischen. Wer reines Oel ver­wendet, muß es genau kennen. Niemals darf es grünlich aussehen. Im übrigen ist es ganz gleich, welche Art Oel verwendet wird. Jrn Osten nimmt man vielfach Lein- oder Rapsöl. Wir tun gut, es vor dem Gebrauch auszuglühen. Es wird in einen Kochtopf gegossen, eine rohe geschälte Kartoffel und ein Stück Brot hineingetan, langsam wird es so­weit erhitzt, bis das Brot schön braun gebraten ist. Brot und Kartoffel werden herausgenommen. Wir können das Oel jetzt wegstellen

Um zu verhindern, daß die Kreppel zu viel Fett trinken und dadurch ihre Leichtigkeit verlieren, geben wir in das kalte Backfett ein paar Eßlöffel Rum. Während des Backens kommt eine große ge­schälte Kartoffel ins Fett, die durch ihre Feuchtig- keit das allzu schnelle Bräunen des Fetts verhindert. Eine Bäckersfrau, die wegen ihrer Berliner Pfann­kuchen berühmt war, legte die fertig gegangenen Kuchen, ehe sie ins heiße Fett kamen, noch ein paar Minuten vors kalte Fenster. Dadurch bekamen sie eine dünne feste Haut, und das Backfett konnte nicht so eindringen. Wenn wir mit Backen fertig sind, gießen wir das Fett noch heiß durch ein feines Sieb, nehmen es sofort vom Herd, lassen es ab­kühlen, bis es lauwarm ist, gießen eine Tasse war­mes Wasser dazu und lassen es vollständig kalt werden. Dann können wir das klare saubere Fett oben abnehmen und für weitere Zwecke aufheben. Den Bodensatz klären wir noch einmal durch ein Tuch, damit alles Schwarze wegbleibt, und geben es an Gemüse.

einem praktischen Hauskleid, welches auch mal einen Flecken verträgt, viel ansehnlicher aus als in einem unmodernen Kleid, das mit Staub und Flecken viel häßlicher wirkt.

Viel zweckmäßiger wäre es, wenn wir unsere an sich noch guten,'aber unmodernen Kleider der NSV. geben würden. Wenn wir uns selbst die Mühe nicht zu machen brauchen oder wollen, diese un­modernen Kleider zu modernisieren, so gibt es be­stimmt noch viele Volksgenossinnen, die es gern tun. Sie nehmen solche Kleider mit Dank entgegen und manche geschickte Hand hat sich mtt solch einer Aen- derung ein hübsches, neues Kleid geschaffen, das ihr über die Jahreszeit hinweghalf. Auf diese Weise sparen wir und helfen viel mehr, als wenn wir un­sere Kleiderunzweckmäßig" vertragen.

Das Strapazieren im Haushalt halten nur wirk­lich feste Stoffe gut durch, besonders aber die Waschstoffe. Dadurch sehen wir auch immer sauber und frisch aus und dann sind solche Kleider auch viel hygienischer, besonders wenn wir vor dem Kochtopf stehen. v-L-R-

Das drapierte GewandAltertum" ünts ist aus gelblichem Krepp Georgette. Sein Rock ist in Sonnenplissees gebrannt. Dem Saum des Schales sind Blätter aus Goldlame aufgenäht, aus Lame sind auch Gürtel, Sandalen, Diadem und Armspangen.

Das Ren aiss an ce kleid oben rechts ist aus hellblauem Samt, seine Aermelpuffen und die Blenden am Rocksaum sind aus blauem Krepp- Satin. Haube, Schleier und Halskrause sind aus Silbertüll, die kleinen Filigranknopfe aus Silber.

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Bon E Schmitt-Hauser

Aus flieder- und rosafarben gierenbem Taft ist das Rokokokleid mit den Rüschen aus rosa Tüll und den Garnituren aus lila Samt- und Atlasband.

Das Biedermeierkleid ist aus lachsfarbe­nem Tüll, es wird über einem Unterkleid aus wei­ßer, glänzender Seide getragen. Aus schwarzem Samtband sind seine Garnituren. Der B i e d e r - me ier frack ist aus silbergrauem Wollstoff mit Blenden und Aufschlägen aus dunkelgrauem Krepp- Satin. Der Hut isttzaus grauem Filz.

Das Kleid aus der Zeit des C u l de Paris ist aus gelb und schwarz tariertem Taft. Der kleine Hut mit dem schwarzen Schleier ist aus gelbem Stroh. **.

paar Vorschläge für ein Kostümfest zeigt heute unsere Modeskizze.

Noch keine der Berliner landwirtlchaftl.chen Aus- i stcllungen hat (o sehr die B °.r a n t w-> r tl l ch . keit der Frau als Erzeugerin und Verbrauche- i rin von Nahrungsgütern betont, wie die .Brune i Woche 1937". Ja, sie wird geradezu als der Mittel- . punkt der Schau bezeichnet und ihre Aufgaben im . Volksganzen zweifach dargetan: raste- und kultur­politisch und wirtschafts- und ernahrungspolitisch. Da die Ausstellung im wesentlichen den Notwendig­keiten des Dierfahresplanes - Leistungs- steiqerunq, Verbrauchslenkung ufw. gewidmet ist, nimmt naturgemäß auch in der Abteilung, die vor allem die Hausfrau angeht, der ernahrungspoli- tifche Teil gegenüber dem weltanschaulichen den breiteren Raum ein.

Die vom Deutschen Frauenwerk betreute Sonder- schau ,D i e s p a r s a m e H a u s f r a u" spricht aus der Praxis für die Praxis. Lustige Wandbilder geben gute Ratschläge: geschrumpfte Kartoffeln in kaltes Wasser gelegt, lassen sich nach kurzer Zeit sparsam schälen ... Ranzige Butter mit Milch oder Salzwasser durchgeknetet wird wieder wohlschmek- kend; in ernsteren Fällen brät man sie aus unter Zusatz von Schwarzbrotkruste und einer Zwiebel sie ist ein hochwertiges Kochfett. Geknickte Eier sind kein hoffnungsloser Fall in Essig- ober Salzwasser gekocht, läßt ber Knick nichts auslaufen. So reiht sich ein Küchenkniff, humorvoll illustriert, an den andern und bas Wichtigste! sie bleiben im Gebächtnis haften. Eine Vorführungsküche schließt sich an, in ber Meisterinnen ber sparsamen Haushaltsführung ben Besucherinnen jeden Tag etwas Neues vorkochen:Schmackhafte Brotauf­striche",Das warme Abenbbrot",Kartoffeln auf mancherlei Art",Billige Gemüsegerichte", um nur ein paar Kostproben zu nennen, bie an Ort unb Stelle auch versucht werben.

Daß bie sparsame Hausfrau als Mitkämpfe­rin gegen ben Verderb in jeglicher Form sich einreihen muß, wirb burch Wort, Bild unb Plastiken sehr anschaulich gemad)t. Sachgemäße Auf­bewahrung von Nahrungsmitteln, restlose Verwer­tung unb Erhaltung ber Abfälle für bie Tiernah­rung müssen nebeneinander hergehen, soll der Zweck erreicht werben: Nahrungsfreiheit bes beutschen Volkes. Wie groß bie Bebeutung sparsamer Haushaltführung ist, wirb burch bie Tat­sache beleuchtet, baß 70 v. H. bes gesamten Volks­vermögens burch bie Hänbe ber Hausfrauen wan- bern.Nur eine Scheibe Brot" nennt sich eine Sonberfchau in ber Sonberschau: vertrocknet in jebem ber 17 Millionen Haushalte Deutschlands täglich nur eine Scheibe Brot erleidet bie deut­sche Volkswirtschaft ben Verlust ber gesamten jähr­lichen Roggenernte Württembergs! Darum: Brot sachgemäß, 'b. h. trocken, kühl und luftig, aufbewah­ren' Der Brotkasten, von dem viele Hausfrauen glauben, daß er sie vor Brotoerlust schütze, darf nicht in der Nähe des warmen Herdes, sondern muß kühl stehen und muß der Luft Zutritt lasten, soll dos Brot nicht hart oder schimmlig werden. Auch Brotreste geben das zeigt die Vorfuhr- küche schmackhafte Gerichte Nichts fort­werfen! mahnt die riesig", von der Decke hängende Waage, bei der die SchaleVerlust durch Verderb" mit der Last von IV2 Milliarden Mark zu Boden sinkt, während die Schale Lebensmittel­einfuhr im vergangenen Jahr mit 1 Milliarde be-

Das Hauskleid.

VA. Ein wenig beachtetes und doch sehr wich­tiges Problem in der Forderung der Stosser­sparnis ist das Hauskleid. Fast alle Haus­frauen neigen dazu, ihre guten Kleider, die unmo­dern wurden, im Haufe, b. h. bei ber $auscirbßit aufzutragen. Wie oft können wir beobachten daß selbst Seibenkleibchen biesen Weg gingen, weil sie veraltet" waren. Dabei glauben viele von uns Frauen, baß sie bamit sehr sparsam stnb.

Sie finb es aber nicht. Denn wenn wir ganz ehrlich finb, biefe sogenannten guten Kleiber sind im Hause sehr schnell unansehnlich und verbraucht. Es kommt ja auch vielen Hausfrauen weniger dar­auf an, das Kleid nun schnell abzutragen, sondern sie wollen sich vielmehr selbst beweisen daß iie das Kleid wirklich restlos aufgetragen haben.

Das ist ein ganz falscher Standpunkt, womit mir Hausfrauen uns selbst schädigen. Denn erstens ist ein unzweckmäßiges Kleid bei der -ausarbeit mei­stens hinderlich, erschwert uns unsere Arbeit und behindert bie Arbeitslust. Zweitens sehen wir in

Dreiklang des Wohlgeschmacks.

Raffinade, Marmelade. Schokolade...

Im Rahmen bes Vierjahresplanes unb ber mit ihm oerbunbenen Derbrauchslenkung kommt ben Erzeugnissen ber beutschen Zuckerwirt­schaft eine ganz besonbere Bebeutung zu, ist boch ber Zucker als überaus gesundes und wohlschmecken­des Nahrungsmittel geeignet, in weitgehendem Maße Fette zu ersetzen. Um einen aufschlußreichen Einblick in die Produktion und die Vielseittgkeit der deut­schen Zuckerwirtschaft und damit in die hohe Be­deutung für die Sicherung der deutschen Volks­ernährung zu vermitteln, veranstaltete die Prefse- abteilung des Derwaltungsamtes des Reichsbauern­führers dieser Tage eine Pressefahrt nach Tanger­münde mit einer Besichtigung der dortigen Zucker­raffinerie, sowie der Marmeladen-, Fruchtkonserven- und Schokoladenfabrik. An der Veranstaltung nahm auch der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Zuckerwirtschaft, Gustav Behrens, teil, ber bemerkenswerte Ausführungen übet bie not- wenbige, sinnvolle Steigerung bes beutschen Zucker­verbrauchs machte; es ist nämlich nicht Zweck ber Bebarsslenkung, ben Zuckeroerbrauch um jeden Preis etwa berart zu steigern, baß wir anstatt bes einen Stückchens Zucker zum Tee ober Kaffee nun beren zwei nehmen, fonbern bie sinnvolle Verbrauchs­steigerung liegt barin, burch erhöhten Verkehr von Erzeugnissen ber deutschen Zuckerwirtschaft andere

Rohzucker bis zur schneeweißen Raffinade zu schil- bern. Der Begriff Zucker hat eine Vielfalt von Sor­ten unb Arten, bie bie Mannigfalttgkeit ber Ge­schmacksrichtungen wiberspiegelt: Zucker wirb nicht nur mit bem Munbe, auch mit ben Augen gegessen. Daß Kunsthonig unb Sirup ebenfalls zur Zucker­verarbeitung gehören, unb ber Verbrauch biefer Brataufstrichmittel gleichfalls zu verstärken ist, nur nebenbei.

Bei ber Marmelabenherstelluna wirb bas Augen­merk vor allem auf bie verbilligte Marrne - labe gelenkt, beren Herstellung burch bie von ber beutschen Zuckerwirtschaft bereitgestellten Mittel er­möglicht worben ist. Welche Mengen hier vorrätig finb unb auf Verbrauch harren, zeigen bie riesigen Lagerräume, wo sich Fässer auf Fässer türmen. Zu­sammenarbeit von Gartenbau unb Zuckerwirtschaft auf Grunb ber Marktorbnung ist hier ber Motor ber außerorbenklichen Erzeugungssteigerung.

Unb was ben brütensüßen' Ton bes Drei­klanges, bie Schokolabe, betrifft, beren Bestanbteil Kakao ja nicht ber heimischen Scholle erwächst, so hat auch hier bie beutsche Süßwareninbustrie Maß­nahmen getroffen, burch vermehrten Zuckeroerbrauch ber Lage Rechnung zu tragen. Welches Gebiet ber Erzeugung man auch immer betrachtet, aus jedem ist bie hohe Bebeutung bes Zuckers für bie beutsche Vvlksernährung unb Ernährungssicherunb ersicht­lich. Der Verbraucher aber wirb biefer Bebeutung gerecht, wenn er sinnvoll ben Zuckeroerbrauch vermehrt.

Veseelle Haushattsührung.

23on Hilde Ines.

VA. Nie in früheren Jahren hätte man geglaubt, baß bas Amt ber Hausfrau eine solche Bebeutung erlangen könnte wie in unseren Tagen. Es gehörte eben bazu, baß ein junges Mäbchen vor ihrer Eheschließung schlecht unb recht kochen lernte unb sich sonstige hauswirtschaftliche Kenntnisse aneignete, aber ber Beruf ber Hausfrau hatte, man muß es schon sagen, burchaus keinen besonberen Rang. Im Gegenteil, bie außerhalb bes Hauses berufstätige weibliche Jugenb blickte meist mit mehr ober min- ber gemischten Gefühlen, wenn nicht gar mit Ge­ringschätzung auf ihre Bekannten unb Freunbinnen herab, beren Lebenszweck in ber Erfüllung haus- unb küchentechnischer Aufgaben bestaub. Verheira­tete sich eine von ben soUeberlegenen", buchte sie im Hanbumbrehen ber Schwierigkeiten Herr werben zu können, weil sie meinte, bie Führung eines Haushalts sei sozusagen eine selbsttätige An­gelegenheit. Mit frischem Mut unb sehr viel Selbst­bewußtsein ging man darum ans Werk, war im Anfang auch zufrieden mit sich und den Ergebnis­sen der neuen Beschäftigung, aber allmählich, als die Fehler und Mißerfolge sich häuften, die Wirt­schaftskasse vorzeittg geräumt war, mußte man wohl oder übel allerlei Mängel eingestehen Mit Neid sah man aus die Frauen, die mit ihren Ge­richten immer wieder zu überraschen wußten, die selbst mit beschränkten Mitteln glatt auszukommen verstanden, die ihre Kleidung selber anfertigten unb sie ohne frembe Hilfe in Drbnung hielten, bie nie klagten unb jammerten, weil sie bie Haushaltfüh­rung wirklich von Grunb auf beherrschten.

Mögen berartige Mißstänbe nun auch burch bie systematische Erfassung unserer Schulentlassenen nicht mehr in bem Maße zutage treten, wie noch vor einigen Jahren, so hat boch biefe Generation im Augenblick eine ber verantwortungsvollsten Auf­gaben zu erfüllen. Wie sie ihre Angehörigen er­nährt unb pflegt, ist für bie Entwicklung bes gan­zen Volkes von ausschlaggebenber Bebeutung. Weil viele dieser Frauen bie Notwenbigkeit einer Be­lehrung schon selbst richtig erkannt haben, besuchen sie bie Mütterschulungskurse mit Eifer unb Interesse, benn plötzlich wirb ihnen bewußt, wie sehr verbesserungsbebürftig ihre eingefahrenen Geleise sich erweisen, unb sie merken, wie schön es ist, wenn man außer neuen Kochrezepten, Anlei­tung zum Schneibern, zur Säuglingspflege usw. auch ben tiefen Sinn aller Zusammenhänge in wirtschaftlicher unb seelischer Beziehung zu er­fassen vermag.

Ja, viel zu wenig finb wir uns noch immer her­über klar, baß selbst bie mechanischste Arbeit einen besonberen Gehalt in sich birgt, wenn wir sie in einen Rahmen fügen, bem nicht nur bas rein All­tägliche anhaftet. Das will also heißen, daß man sie nicht mürrisch ober gleichgültig bewältigt, son- bern baß man ihr irgenbeinen kleinen Reiz abzu­gewinnen sucht.

Solch eine Stimmüng überträgt sich ebenso auf bie Zubereitung ber Mahlzeiten, unwillkürlich ge­lingt bas Essen vorzüglich unb alle Angehörigen behaupten, baß Mutter sich mal roieber selbst über­troffen habe. Sogar an Tatzen, wenn alles anbere auf ben Tisch kommt, als bie vielgerühmten Leib­gerichte, bie stets im Nu verzehrt zu sein pflegen, ivährenb von Kohlsuppe ober Graupenpubding unb bergl. meist ein Rest übrigbleibt. Hier fühlt man sich an ber Ehre gepackt, unb zwar sv, baß man seine ganze Künstlerschaft in bezug auf bas Kochen bareinsetzt, um allein schon burch den in der Luft liegenden Geschmack das Hungergefühl anzureizen. Man würzt also mit der nie zu entbehrenden Liebe und ruht nicht eher, bis man selber vom Wohlge­schmack überzeugt ist, unb siehe ba von Resten, mit benen man sogar vielleicht gerechnet hat, wirb kaum etwas zu spüren fein. Das Geheimnis besteht nämlich darin, baß auf biefe Weife schon vor bem Essen bie Magensäfte angeregt werben, somit ber Appetit gesteigert unb bie Vertraulichkeit ber Spei­sen gefördert wirb. Natürlich barf man auch bei Tisch keine ärgerlichen Angelegenheiten erörtern, beispielsweise unangenehme Fragen nach Schular­beiten stellen. Dabiirch werben Kinber verstört, sie essen wenig, unb es ist kein Wunber, wenn ihr Gesunbheitszustanb zu wünschen übrig läßt.

Nahrungsmittel, vor allem solche, bie bie beutsche Scholle nicht überreichlich hervorbringt, zu sparen.

So erfuhr man z. B. von gelungenen Versuchen bes Bäckerhanbwerks, burch verstärkte Verwenbung von Zucker Fett zu sparen. Aber nicht nur für ben Privatverbraucher, für bie gewerbliche Wirtschaft spielt bie Frage bes verstärkten Zucker­verbrauchs eine große Rolle feit 1933 hat ber Zuckerverbrauch eine Zunahme von runb 20 v. H. erfahren fonbern auch für bie beutsche Lanb - wirtschaft hat sie außerorbentliche Wichtigkeit. Die Zuckerrübe ist die Hauptstütze der rübenbauen- ben Betriebe, sie gibt ben größten Ertrag vom Hektar, unb bort, wo eine Fruchtfolge mit Rüben­bau möglich ist, fallen bie Brotgetreibeernten bis zu 30 v. H. besser aus als in einer Fruchtfolge ohne Rübenbau. Zucker und Brot stehen also auch er­zeugungstechnisch in nahem Zusammenhang. Aber auch die Nebenprodukte der Zuckergewinnung, Rü­benschnitzel, Melasse und Futterzucker kommen wie- ber ber Lanbwirtschaft als Viehfu11er zugute; Zucker ersetzt nicht nur Fett bei ber menschlichen Ernährung, Zucker schafft Fett bei ber Viehzucht. Wohl selten läßt sich ber Kreislauf unb bie Wechsel­wirkung ber Volkswirtschaft so einbeutig erkennen, wie bei ber Zuckergewinnung unb -Verarbeitung.

Bei ber Besichtigung ber Fabriken fesselte natur­gemäß ber Dreiklang bes Wohlgeschmacks Raf - inabe, Marmelabe, Schokolabe bas Interesse bes Verbrauchers. Unmöglich, in wenigen Worten ben Werbegang bes Zuckers vom gelblichen