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Volksfronipläne in Prag.
Moskaus Instruktion
für die tschechischen Kommunisten.
Warschau, 1. Dez. (DLB.) Die Polnische Tele- graph-nagentur lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Versuch der tschechischen Kommuni st en, sich in die Regierungskoalition einzuschleichen, um dadurch sozusagen „salonfähig" zu werden und wie in den „Volksfronten" anderer Länder ohne Störung durch die Polizei ihr Zersetzungswerk fortführen zu können. In Prag soll auf Veranlassung der Moskauer Komintern-Zentrale eine Versammlung der bolschewistischen Oberbonzen in der Tschechoslowakei stattgefunden haben, in der die Aenderung der kommunistischen Taktik besprochen wurde. Als Hauptziel sei ganz offen die Einführung des Sowjetsystems in der Tschechoslowakei bezeichnet worden. Den tschechischen Kommunisten seien folgende Richtlinien gegeben worden: 1. Eintritt in die Regierung unter Ausnutzung der bolschewistischenfreundlichen Einstellung eines Teils der marxistischen Parteien: 2. Schaffung einer „Volksfron t". Der Abgesandte der Moskauer Komintern-Zentrale gab Anweisungen für die Verstärkung der Wühlarbeit in der tschechischen Armee und empfahl Spaltung und Zersetzung der tschechischslowakischen bürgerlichen Parteien. Hierbei will man besonders die Personen als Aushängeschild benutzen, die dem Komitee zur Feier des Jahrestages der bolschewistischen Oktoberrevolution in der Tschechoslowakei angehörten.
Die veiden letzten evangelischen Geistlichen Gowjetrußlands verhastet.
Moskau, 1. Dez. (DNB.) Aus Leningrad wird gemeldet, daß die beiden letzten evangelischen Geistlichen in der Sowjetunion, die deutschen Pastoren R e i ch a r t, Vater und Sohn, von der GPU. verhaftet worden sind. Während bis zur bolschewistischen Revolution auf dem heutigen Gebiet der Sowjetunion 192 evangelische Pfarrer im Amte waren, ist heute für die etwa 1% Millionen zählende protestantische Bevölkerung der Sowjetunion (darunter sind ungefähr 1,2 Millionen Deutschstämmige) kein einziger protestantischer Geist- kicher mehr vorhanden. Nicht nur die protestantischen deutschen, sondern auch ihre lettischen, estnischen und finnischen Glaubensgenossen haben ihre sämtlichen Pfarrer verloren. Bereits vor einem Jahre waren Pastor Streck in Moskau, Pastor Vogel in Odessa und der lettische Pastor Miklas in Leningrad verbannt worden.
Praxis der Mmderheitenpolitik in Ostoberschlesien.
Leider gibt es in Polen verschiedene Stellen, die die Abmachungen ihrer Regierung in bezug auf die Behandlung der deutschen Volksgruppe mißachten. So schreibt z. B. der „Oberschlesische Kurier": Trotz der deutsch-polnischen Minderheitserklärung, die über die Staatsverfassung hinaus allen fremdstämmigen Staatsangehörigen, ohne Unterschied ihrer Volkszugehörigkeit, das Recht auf Arbeit zusichert, hat erst in der vergangenen
Woche wieder die Verwaltung der Königshütte (Pilsudskihütte) in Chorzow zehn deutschen Fabrikarbeitern das Arbeitsverhältnis gekündigt. Es sind durchweg kinderreiche Familienväter, die bereits Jahrzehnte zur Zufriedenheit in der Hütte gearbeitet haben.
Wie wir weiter hören, sind in O ft - O b e r s ch l e- sien deutsche Weihnachtsveranstal- Jungen verboten worden. Damit dokumentiert der Wojewode Grazynski, der dieses Verbot veranlaßt haben soll, seine regierungsfemdliche Einstellung. Er hat auch die Amtsenthebung von Pastor Koderisch (Schwientochlowitz) veranlaßt, die erste auf Grund des neuen Kirchengesetzes in Oberschlesien. Sicherlich haben die Zentralbehörden eine rücksichtsvollere Anwendung des Gesetzes geplant, zumal sich Pastor Koderisch einer besonderen Beliebtheit in seiner Gemeinde erfreut haben soll.
Meine politische Nachrichten.
Der Führer besuchte mit seiner Begleitung das Metropol-Theater in Berlin, in dem zur Zeit die Ausstattungsoperette „Maske in Blau" aufgeführt wird. *
Der Führer und Reichskanzler empfing den von Berlin scheidenden kaiserlich japanischen Botschafter Graf Mushakoji zur persönlichen Verabschiedung, ferner den auf einer Europareise befindlichen ehemaligen japanischen Kultusminister Jchiro Hatoyama, Mitglied des Unterhauses, und den zu Studienzwecken in Deutschland weilenden japanischen Wirtschaftler Admiral a. D. Dr. Takuo G o d o , früheren Wirtschaftsminister.
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Ueber das Befinden General Ludendorffs ist am Mittwochabend folgender Bericht ausgegeben worden: „Das Befinden General Ludendorffs ist zur Zeit unverändert. An dem Ernst der Lage hat sich dementsprechend n i ch t s geändert."
Auf Einladung der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft wird Reichsminister Dr. Frick am Samstag in Stockholm einen Vortrag über die deutsch- schwedischen Beziehungen und das neue Deutschland halten. Vor dem Vortrag ist ein Empfang durch König Gustaf vorgesehen.
Als Nachfolger des verstorbenen Chefs der Heeresbeamtenabteilung im Reichskriegsministerium, des Heeresintendanten Lau, ist Heeresintendant Wandersleben, bisher Korpsintendant des III. Armeekorps, getreten. Zum Gruppenintendanten 1 ist der bisher dem Reichskriegsministerium angehörende Ministerialrat Reich ernannt worden und zum Gruppen- i n t e n d a n t 4 der bisherige Korpsintendant Dr. Pelin beim V. Armeekorps.
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Der Präsident der Deutsch-Englischen Gesellschaft, der Herzog von Sachsen « Coburg und Gotha stattete der Königinmutter Mary von England einen Besuch ab.
Der südslawische Ministerpräsident Stojadino- witsch wird am Sonntag in Rom eintreffen und bis zum 9. Dezember bleiben. Vor den Besprechungen wird der jugoslawische Gast an den
Königsgräbern im Pantheon, am Grabmal des Unbekannten Soldaten und am Ehrenmal der gefallenen Faschisten Kränze niederlegen. Dom italienischen Regierungschef wird im Palazzo Venezia ein Essen mit anschließendem Empfang gegeben werden.
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Die australische Bundesregierung hat beschlossen, wegen der Erdbebengefahr die Hauptstadt des Neuguinea - Mandatsgebietes von R a b a u l nach einem anderen Ort, wahrscheinlich nach Salamaua, zu verlegen.
Aus aller Wett.
Vom Schachwellmeisterschaftskampf.
Die 23. Partie im Schachweltmeisterschaftskampf Euwe —Aljechin in Rotterdam endete nach 50 Zügen remis. Der Stand lautet mithin: Aljechin 13*72, Euwe 9*/2 Punkte.
Alpenvereinsfchuhhaus eingeäschert.
Das erst vor kurzem erbaute Schutzhaus der Alpenvereinssektion Neuland München in Jnneral- pach im Unterinntal wurde ein Raub der Flammen. Die Branhursache konnte noch nicht festgestellt werden. Dem Feuer fiel das ganze Haus mit allen feinen Einrichtungen zum Opfer.
Italienische Flieger verbessern Rekorde.
Vom Flughafen Guidonia aus unternahmen italienische Flieger erfolgreiche Rekordversuche. Die Piloten B a c u l a und d ' A m b r o s i s verbesserten auf einer dreimotorigen Maschine mit 2000 Kilogramm Nutzlast den erst seit zehn Tagen bestehenden Geschwindigkeits - Klassenrekord von Oberst B i s e o und Leutnant Bruno Mussolini über 1000 Kilometer von 430,622 auf 444,115 km/st. Auf einer Maschine mit 5000 Kilogramm Nutzlast erreichten Lucchini-Tivegna über eine Strecke von 1000 Kilometer einen Stundendurchschnitt von 401,965 Kilometer.
Rätselhafter lleberfall auf eine Familie.
In der Einöde Aumühle bei Nassenfels (Mittelfranken) wurde ein schweres Verbrechen verübt. Als das Ehepaar Hollinger und ihre Hausangestellte sich im Wohnzimmer befanden — der Sohn hatte eben das Zimmer verlassen — wurde plötzlich durch das Fenster ein Schuß auf sie abgefeuert, der jedoch fehlaing. Während die Bewohner aus dem Zimmer flüchteten, krachten weitere sieben Revolverschüsse durch das Fen st er ins Zimmer, die das Ehepaar und die Hausangestellte trafen. Die Hausgehilfin, ein 13jähriges Mädchen, wurde in den Unterleib getroffen und erlitt schwere Verletzungen. Obwohl sofort die Ueberführung ins Krankenhaus nach Eichstädt veranlaßt wurde, ist das Mädchen dort nach einer Operation und einer Blutübertragung seinen Verletzungen erlegen. Das Ehepaar Hollinger kam mit verhältnismäßig leichten Verletzungen davon, obwohl beide von je drei Schüssen getroffen wurden. Die Staatsanwaltschaft Eichstädt und die Mordkommission aus Nürnberg haben sofort die Ermittlungen ausgenommen. Von dem Täter fehlt vorerst noch jede Spur.
Das Wespennest im Schlafzimmer.
Im Schlafzimemr einer Wohnung in Trier brach vor einigen Tagen die Decke an einer Stelle durch; durch die Oeffnung kamen ab und zu Wespen geflogen. Die Insassen der Wohnung wehrten die lästigen Besucher zunächst mit Fliegenklappen ab. Als die Belästigung kein Ende nahm, ließen sie die Decke untersuchen. Dabei stellte sich heraus, daß sich ein
Wespennest darin befand. Um die unerwünschten Mitbewohner zu beseitigen, mußte die ganze Decke abgebrochen werden.
Unter dem Verdacht des Giftmords verhaftet.
Vor mehreren Monaten wurde die Verhaftung eines Ehepaares in Rheinbach bei Bonn bekannt, das in dem dringenden Verdacht steht, den ersten Mann der Frau durch Gift umgebracht zu haben. Die Leiche des bereits 1929 gestorbenen Mannes wurde ausgegraben, und eine Untersuchung der Leichenteile ergab einwandftei das Vorhandensein des gleichen Giftes, das in den Giftmordprozessen gegen die Angeklagten B r o d e s s e r und Frau Johannesberg in Bonn, sowie gegen die Frau Vogel aus Mainz eine verhängnisvolle Rolle gespielt hatte. Die Berichte über diese Prozesse hatten Verwandte des Verstorbenen in ihrem Verdacht bestärkt, daß dieser durch Gift ums Leben gebracht worden sei. Auf Anzeige bei der Bonner Staatsanwaltschaft wurde das Ehepaar verhaftet, das jedoch jede Schuld abstritt. Vor kurzem hat nun die Staatsanwaltschaft den inzwischen wieder freigelas- senen Ehemann erneut verhaftet. Den Bemühungen der Landeskriminalpolizei war es gelungen, eindeutig nachzuweisen, daß sich zur Zeit der Tat das betreffende Gift in dem Haushalt befand, dem damals schon der jetzt verhaftete zweite Mann angehörte. Trotz dieser neuen Belastung haben die Ehegatten bis jetzt kein Geständnis abgelegt.
Das kinderreichste Dorf Deutschlands.
Der etwa 2000 Einwohner zählende Ort Freisen bei Baumholder (Rheinprovinz) ist nach den statistischen Feststellungen der kinderreichste Ort Deutschlands. Der größte Teil der Einwohner hat eine Kinderzahl von mehr als vier.
Wetterbericht
des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Bei noch anhaltendem Luftdruckfall liegt ganz Mitteleuropa im Bereiche milderen Wetters. Eine zunächst in der Höhe einsetzende leichte Abkühlung wird uns Schauerwetter bringen, bei dem die Be« wölkung zum Aufbruch kommt.
Aussichten für Freitag: Wechselnd be* wölktes Wetter mit teilweise kräftigen Regen- schauern, bei stetig auffrischenden Winden zunächst noch mild.
Aussichten für (Samstag: Noch unbe- ständiges Wetter, zu Regenschauern geneigt.
Lufttemperaturen am 1. Dezember: mittags 3,9 Grad Celsius, abends 4,3 Grad; am 2. Dezember: morgens 5,5 Grad. Maximum 4,5 Grad, Minimum heute nacht 3,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Dezember: abends 3,5 Grad; am 2. Dezember: morgens 3,9 Grad. — Niederschläge 1,4 mm.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A X. 37: 10 031. Druck und Verlaa: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange, K -G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr.
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