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Eine Zierde des britischen Parlaments. Dem englischen Unterhaus gehört em gewisser Alfred Barnes an. Er sitzt auf den Bänken der Arbeiterpartei. Wie seine Kollegen rechts und links von ihm, so erhebt auch er, der auf das M. P (Member of Parliament) auf seiner Visitenkarte ganz besonders stolz ist, Anspruch darauf, als ehren­wertes Mitglied dieses Hauses angesprochen und be­handelt zu werden. Er gehört also, kurz gesagt, einem Kreis an, der sich, so meinen wir und mit uns sicher auch mancher gute Brite, aus den besten Männern der Nation zusammensetzt. Wenn wir auch schon seit geraumer Zeit leise Zweifel hegen, ob wirklich im Unterhaus die Elite des englischen Volkes zusammengeschlossen ist, so dürfen wir heute die Feststellung treffen, daß davon, soweit der oben erwähnte Mr. Barnes in Frage kommt, keine Rede mehr sein kann. Denn dieser Herr hat es für richtig gehalten, in einer öffentlichen Kundgebung in Eastham bei der Behandlung der deutsch-italienischen Zusammenarbeit Ausdrücke zu gebrauchen, die jedem gesitteten Menschen die Schamröte ins Gesicht treibt. Er hat sich benommen, daß einem die Worte fehlen, um dieses Verhalten richtig zu kennzeichnen. Wenn er den Führer und den Duce mit Gangsters, mit den oerabscheu- unswürdigsten Elementen der Chikagoer Unterwelt, auf eine Stufe stellt, dann kann man nur den Ver­fall der guten Sitten in England bedauern.

Wenn aber einer von den Besten der britischen Nation dieses unglaubliche Verhalten an den Tag legt, so muß man sich fragen, wie es um diese Nation selbst bestellt ist. Wir sind weit davon ent­fernt, verallgemeinern zu wollen, wir können aber nicht umhin festzustellen, daß das englische Volk selbst die Schuld daran trägt, wenn auf seinem Boden fremde Staatsoberhäupter und Staatsmän­ner in geradezu unbeschreiblicher Weise beleidigt werden können. Es hat bis heute nichts ge­tan, um jenen Elementen das Handwerk zu legen, die in Wort und Schrift Deutschland schmähen und sich obendrein noch überheblich hinstellen und uns Anstandsregeln beibringen und Derhaltungsmaß- nahmen erteilen wollen. Ein Ruhmesblatt in der englischen Geschichte sind die Jahre seit 1933 nicht. Sie haben Ausschreitungen gesehen, die geradezu erschütternd sind. Und jetzt erkühnt sich ein Par­lamentsmitglied, den Führer und den Duce in der unflätigsten Weise anzugreifen, in einer Tonort, wie sie nur unter dem Abschaum der Menschheit üblich ist. Fürwahr, in England haben Sitten Platz gegriffen, die wir trotz allem, was wir bisher er­lebten, für unmöglich hielten Was uns im Augen­blick interessiert, ist, ob England diese Zierde des britischen Unterhauses so zurechtweisen wird, daß auch allen anderen Schimpf- und Hetzaposteln an der Themse die Luft wegbleiben wird Wird man drüben das unerhörte Verhalten des Arbeiterpartei- lers Barnes einfach übersehen, dann sind wir leider genötigt, das als eine Billigung dieses Kaschemmen- tones zu betrachten, womit dann die Situation für uns hinreichend geklärt wäre. D. S.

Erpresser.

Nachdem Frankreich und England auf der Kon­ferenz von Nyon, zu der man sich ein Dutzend Staaten als dekorative Statisten bestellt hatte, die sowjetrussischen Kriegstransporte auf jener west- östlichen Mittelmeerstraße gesichert hatten, um die England sonst einen solchen Aufwand an Besorg­nis treibt, haben die beiden Westmächte jetzt eine Kollektivaktion" gegen Italien unternommen. Die­ser neue Schritt läuft darauf hinaus, die Italiener nicht etwa die Sowjetrussen! zur Zurück­ziehung ihrer Freiwilligen aus Spanien zu zwin­gen, und zwar mit der doppelten Drohung, daß man im Fall einer italienischen Ablehnung erstens den Völkerbundsrat einberufen und zweitens die französische Pyrenäengrenze dem ungehinderten Waffen- und Menschenimport nach Rotspanien öff­nen werde. Dabei ist als besonders bemerkenswert hervorzuheben, daß England für diese Grenzöffnung bereits seine Zustimmung in Paris angekündigt hat.

Entscheidend an der französisch-englischen Aktion ist die Tatsache-, daß das sowjetrussische Heer in Spanien in Stärke van etwa 50 000 bis 60 000 Mann überhaupt nicht erwähnt, sondern ausschließlich von den Freiwilligen I t a - l i e n s gesprochen wird und daß damit die sowjet- russische Kriegführung in Spanien nunmehr in aller Form die englisch-französische Billigung erhält!

Das Ganze wird in der sattsam bekannten Genfer Manier alsVölkerbundsmaßnahmen" aufgezogen. Es ist noch nichts darüber bekannt, wie sich die übrigen etwa 50 Dölkerbundsstaaten zu diesem neuen englisch-französisch-sowjetrussischen Ver­such stellen werden, das Prestige des Völkerbundes nach der schweren Niederlage im anti-italienischen Sanktionskrieg mit einem neuen Skandal größten Ausmaßes zu belasten.

Man braucht sich gewiß nicht darum zu sorgen, daß Italien nicht die richtige Antwort auf eine freundschaftliche Einladung" finden würde, die im Ton eines Ultimatums mit einem Vierteldutzend Bedingungen vorgebracht wird und die gleichzeitig auf Grund der engen englisch-französisch-sowjet- russifchen Zusammenarbeit die Fernhaltung bfr Freiwilligen-Diskussion aus dem LondonerNicht- einmischungs"-Ausschuß zum Ziele hat. Für die Umwelt ist bestimmend lediglich die Tatsache, daß England und Frankreich selbst vor einer offenen Unterstützung des sowjetrusstschen Eroberungskrieges in Spanien unter Anwendung von schärfsten poli­tischen Druckversuchen gegenüber Italien nicht zu­rückschrecken, wenn es gilt, in der Südwestecke ' Europas den Sowjets eine Angriffsbasis mit dem Ziel der gemeinsamen Niederhaltung der beiden europäischen Ordnungsstaaten zu verschaffen. Auch dies also nennt man in der westlichen Diplomatie Nichteinmischung", von der der englische Land­wirtschaftsminister soeben in einer öffentlichen Rede behaupten konnte, sie habe sichein Jahr lang auf­rechterhalten" lassen, ohne daß er von seinen Zu­hörern ausgelacht wurde. B- R-

Der Regierungswechsel in Ankara.

Der Rücktritt des türkischen Ministerpräsidenten Ismet Jnönü und seine Ersetzung durch den gegenwärtigen Wirtschaftsminister Celal Bayar hat in der europäischen Öffentlichkeit großes Auf­sehen erregt. Denn Ismet Jnönü ist einer der äl­testen und aktivsten Mitkämpfer des Präsidenten Atatürk, des Schöpfers der neuen Türkei, und leitete feit 1925 ununterbrochen das Kabinett von

3m Dienste der NG-Dolkswohlfahrt.

Vereidigung von NG -Schwestern des Gaues Hessen-Nassau.

LPD. Darmstadt, 1. Oft Im Saalbau fand die feierliche Vereidigung von 48 neuen NS. - Schwestern des Gaues Hessen-Nassau durch Gauleiter Sprenger statt. Nach Begrüßungs­worten des Gauamtsleiters Bürgermeister Haug umriß Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d die ebenso schwere wie hohe volkspolitische Aufgabe, die sich die NS.-Schwestern gesetzt haben, und der sie mit ihrem Schwur in Treue und Glauben zum Führer un­erschütterlich dienen wollen. Die Generaloberin der NS.-Schwesternschaft, Käte Böttger, gab ihrer Freude Ausdruck, gerade am heutigen Tage in Darmstadt weilen zu können, wo sie vor genau 19 Jahren ihr erstes Examen als Säuglingsschwe­ster abgelegt habe. In klaren Worten umriß die Rednerin kurz die Arbeit von damals und zeichnete das Bild der NS.-Schwester von heute und der Zu­kunft. Ihr müßt, so rief die Generaloberin den jungen NS.-Schwestern zu, wirklich dieMutter des Dorfes" werden, die wie eine Flamme leuchtet und erwärmt. Reichsfrauenführerin Frau Scholtz- Klink begrüßte die jungen Schwestern im Füh­rerorden der deutschen Frauenarbeit und sprach den NS.-Schwestern an Hand der Eidesformel in Herz und Gewissen, sie schloß mit der Mahnung: Es gibt ein Volk auf dieser Erde, das mußt du über alles lieben / Es gibt ein Volk auf dieser Erde, das ist

dir fest ins Herz geschrieben / Es gibt ein Volk auf dieser Erde, von dem kannst du dich niemals tren­nen / Du kannst nur eins und das allein: dich glühend für dies Volk verbrennen.

Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger unter­strich, daß die braunen Schwestern gerade im Gau Hessen-Nassau schon eine Tradition haben, denn der Wille, eine NS.-Schwesternschaft zu schas­sen, sei so alt wie der Gau selbst. Trotzdem kommen wir, so sagte der Gauleiter, nur langsam vorwärts. Bisher haben wir erst zwei Krankenhäuser im Gau mit NS.-Schwestern besetzt Vergegenwärtige man sich die Zahl der übrigen Krankenhäuser, dann er­kenne man die Größe der Aufgabe. Das Ziel bleibe: Jeder Gemeinde ihre Schwester und alle Kran­kenhäuser besetzt von NS. - Schwestern. Der Gauleiter verwies auf das Aufgabengebiet der NS.-Schwester und knüpfte daran die Mahnung, lebensfroh und lebensbejahend zu blei­ben, dann würden sie ihre Aufgabe recht erfüllen im Dienste an unferm Volk. Der Gauleiter sprach dann die Eidesformel vor und verpflichtete die Schwestern durch Handschlag, di" Generaloberin heftete ihnen die Brosche an. Mit dem von Gau­amtsleiter Haug ausgebrachten Sieg-Heil auf den Führer und den deutschen Hymnen schloß die Feier­stunde.

Das Zakob-Sprenger-Haus der ASV.

Viele Tausende von Volksgenossen und Abord­nungen her Gliederungen der Partei nahmen vor dem NSV.-Verwaltungsgebäude, dem früheren Main-Neckar-Bahnhof, Aufstellung. Gau­amtsleiter Haug dankte allen, die es ermöglicht haben, daß die NSV.-Verwaltung des Gaues dieses schöne und ausreichende Heim erhalten habe, der Reichsbahnverwaltung, die mit großem Entgegen­kommen das Gebäude überlassen habe, sowie den Leitern des Umbaues, vor allem aber Gauleiter Sprenger, der die NSV.-Arbeit stark fördere. Ober­bürgermeister W a m b o l d t dankte dem Gauleiter für die Verlegung der Gauamtsleitung der NSV. Hessen-Nassau nach Darmstadt.

Gauleiter Sprenger unterstrich, daß die Städte im Kranz um Rhein-Main als gleich­berechtigt angesehen werden. Keine könne das Gefühl haben, daß ihr etwas genommen würde, sondern daß ihnen allen im Reiche Adolf Hitlers noch gegeben werde. Darum erfülle es ihn mit besonderer Genugtuung, daß Darmstadt, das in der Notzeit mit andern hessischen Städten so un­geheuer gelitten habe, sichtbar beteiligt sei im Rah­men der Partei. Die NSV. habe eine der schwer­sten, aber auch herrlichsten Ausgaben zu erfüllen, nämlich Betreuer des Volkes zu sein, die Kameradschaft praktisch zu üben und zu pflegen. Nachdem der Gauleiter Pg. Haug für seine schöp­ferische Arbeit in der NSV. seinen Dank ausge­sprochen hatte, erklärte er sein Einverständnis, daß dies Haus seinen Namen trage, womit jedoch die

Verpflichtung verbunden sei, daß die Arbeit, die in diesem Haus geleistet werde, stets sein und bleiben müsse der praktische Ausdruck des Wil­lens unseres Führers, wie er im Rahmen der Aufgaben der NSV. gestellt ist. Während sich die Fahnen hoben, fiel die Hülle von der Inschrift des Gebäudes, das in goldenen Lettern kündt Jakob-Sprenger-Haus" und darunterNSV.".

Im schön hergerichteten Sitzungssaal des Ver­waltungsgebäudes fand dann für die Ehrengäste und Amtsträger, Helfer und Helferinnen eine mu­sikalisch umrahmte Feier statt. Dabei umriß der Leiter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt H i l - genfeld die Aufgaben der NSV. und des Win­terhilfswerks. Im Vordergrund stand die Bedeu­tung des Hilfswerks Mutter und Kind für die Zukunft der Nation. Wir stehen hier erst am Anfang. Die Säuglingssterblichkeit haben wir schon auf 6,55 v. H. gesenkt, aber wir wollen in wenigen Jahren schon mindestens 4 bis 3,5 v. H. erreichen. Das Winterhilfswerk wird in Erweiterung feiner Arbeit auf fürsorgerischem Ge­biet weiter ausgebaut werden. Wir haben die Absicht, alle deutschen Gemeinden mit einer NS. -Schwesternstation zu versehen, so daß mindestens auf 3000 Menschen eine Schwester kommt. Mit der Errichtung von Kindergärten auf ,dem Lande wollen wir der Bäuerin und ihren Mägden Entlastung für andere Arbeit brin­gen. Mütterverschickung, Kinder-Landverschickung, Schulzahnpflege usw. stehen als Ausgaben vor uns.

Denken wir dazu an die 600 000 Schwachsinnigen und ungefähr 800 000 tuberkulosekranken Menschen, die infolge von Fehlern der Vergangenheit betreut werden müssen, dann tritt uns die Größe der Auf­gabe vor Augen. Die NSV. hat jetzt die Zahl von acht Millionen Mitgliedern überschritten. Hier drückt sich die Opferbereitschaft deutscher Männer und Frauen sichtbar aus. Es ist keine Arbeit der Schwäche und des Mitleids, sondern eine Arbeit der Kraft und des Dienstes an der Nation. Wenn wir uns so einsetzen für die Nation, sind wir wahr-

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hafte Sozialisten der Tat und erfüllen den Wunsch des Führers, Garanten des sozialistischen Willens der NSDAP, zu sein.

Gauleiter Sprenger gab der Erwartung Aus­druck, daß alle Volksgenossen, die irgend­wie dazu in der Lage sind, als Mitglied in das wunderbare Werk der NSV. eintreten. Demnächst werde im Gau eine große Werbeaktion für die NSV. durchgeführt, damit Hessen-Nassau stets an der Spitze marschiere. Gauleiter Sprenger, Hauptamtsleiter Hilgenfeld, die Reichsfrauenfüh­rerin Scholtz-Klink, Staatsrat Reiner, Gaupropa­gandaleiter Stöhr, sowie zahlreiche Gauamtsleiter der NSV. aus dem Reich unternahmen mittags eine Besichtigungsfahrt durch die Mütter­heime Alsbach, Schönberg und Lindenfels, sowie zum Knabenübungslager Rimdidim. Nachmittags wurde die Schweinemast-Musteranstalt des Ernährungs-Hilfswerks in Darmstadt an die NSV. übergeben. Nach Fertigstellung der in Bau befindlichen oder projektierten Anlagen in Hessen- Nassau werden alljährlich 20000 Sch weine gemästet werden können. Der Reinerlös der ver­kauften Schweine wird dem Hilfswerk Mut­ter und Kind zugeführt.

Ankara. Die türkischen Kommentare, die das sen­sationelle Ereignis begleiteten, lassen bis jetzt den eigentlichen Grund des Regierungswechsels nicht klar erkennen, Sie widersprechen sich vielfach, indem sie einerseits behaupten, Ismet Jnönü sei wegen seiner außenpolitischen Bindung an Mos- t a u abberufen worden, und andererseits die Lage so darstellen, als ob die Bevölkerung aus grund­sätzlichen Erwägungen allmählich an die Füh­rung neuer Männer gewöhnt werden müsse. Außerdem sei die politische Lage so weit konsolidiert, daß man nun mit verstärkten Kräften an den in­neren Ausbau der Türkei gehen könnte, und dazu wäre ein Wirtschaftsfachmann an leitender Stelle gerade recht.

Wie dem auch sei, jedenfalls hat sich der zurück- getretene Ministerpräsident um das Land und um die türkische Revolution so hohe Verdienste er­worben, daß es wenig wahrscheinlich ist, daß man ihn wegen einer bloßen Meinungsverschiedenheit in die Wüste geschickt hat. Nach hervorragenden Lei­stungen im Weltkrieg wurde General Ismet neben Kemal Pascha einer der wichtigsten Führer der nationalistischen türkischen Bewegung in Klein­asien. Er organisierte dann als Generalstabschef die neue türkische Armee und schlug mit ihr 1921 und 1922 die in Kleinasien eingedrungenen Grie­chen aufs Haupt. Aber auch als Diplomat zeichnete er sich schon frühzeitig aus. Seiner Zähig­keit und Geschicklichkeit hat die Türkei den Lau - sanner.Friedensvertrag von 1922 zu verdanken, in dem der neue Staat von allen ein­schränkenden Bestimmungen mit Ausnahme der ent­militarisierten Dardanellenzone befreit wurde. Is­met wurde darauf zum Ministerpräsiden- t e n gewählt und hat seitdem, mit einer kurzen Unterbrechung im Jahre 1925, dies Amt dauernd bekleidet.

Als die Türkei nach dem Weltkriege ihren Neu­aufbau begann, waren politische Freunde knapp. Ismet aber glaubte, ohne eine kräftige Rücken­deckung nicht auszukommen und wandte sich deshalb nach Moskau, an das die Türkei noch heute durch einen langfristigen Freundschafts- und Han­delsvertrag gebunden ist. Später suchte Ismet diese einseitige Orientierung dadurch auszugleichen, daß er mit den B a l k a n v ö l k e r n in nähere Be­ziehungen trat. Die Frucht dieser Bemühungen war der Bälkanpakt von 1934, durch den die Sicherheit der bestehenden Grenzen von Jugoslawien, Grie­chenland, Rumänien und der Türkei im europäischen Südosten garantiert wurde. Einen neuen Abschnitt der türkischen Außenpolitik leitete der von Italien siegreich durchgeführte abessinische Krieg ein. Ismet suchte der neuen Machtkonstellation im Mittelmeer dadurch zu begegnen, daß er einerseits mit ben Engländern, anderseits aber auch mit den Italienern eine Annäherung fand. Dieser Sicherung nach her europäischen und sowjet­russischen Seite hin entsprach die friedliche Ausdeh­nung der türkischen Einflußzone auch nach Süden über die mohammedanische Welt, die im vorder­asiatischen Pakt Gestalt gewann. Das poli­tische Lebenswerk Ismet Jnönüs wird durch seine Abberufung nicht im geringsten geschmälert. Ev.

Ausnahmezustand in Brasilien.

Neu York, l.Okt. (DNB.) Das brasilianische Kriegsministerium gab bekannt, daß der General­

stab eine Geheimkorrespondenz der Ko­mintern auffing, die die brasilianischen Kommu­nisten anwies, einen A u f st a n d für den 27. Okto­ber vorzubereiten. Die Anweisungen gingen dahin, alle Regierungsbeamte, besonders die Offiziere, die die kommunistische Bewegung bekämpften, zu be­seitigen. Kriegsschiffe sollten torpediert, Mili- tärflugftlder, Flugzeuge, Kasernen und öffentliche Gebäude durch Dynamit zerstört werden. Präsident Vargas hat den Ausnahmezustand erklärt, um die Komintern-Agenten gründlich be­kämpfen zu können.

Neuer Oberbefehlshaber der Roten Flotte.

Moskau, 1. Okt. (DNB.) Der Armeekommissar zweiten Ranges Smirnow ist zum st e l l v e r - tretenden Kriegskommissar ernannt

Zuspitzung i

Oer Schlag gegen den

London,!. Okt. (DNB.) Eine Verlautbarung des englischen Kolonialministeriums gibt bekannt, daß das arabische Hochkomitee und alle nationalarabischen Ausschüsse in Palästina als ungesetzlich ver­boten wurden. Fünf Personen sollen aus Pa­lästina ausgewiesen werden. Zwei von ihnen, der Bürgermeister von Jerusalem, Dr. C h a l d i, und der Sekretär des Arabischen Hochkomitees seien bereits verhaftet worden. Der Großmufti von Jerusalem, Fuad, sei seines Amtes als Präsi­dent des Obersten Mohammedanischen Rates ent­hoben worden.

Der Groß-Mufti, welcher bisher alle Macht in­nerhalb der arabischen Bewegung in religiöser, po­litischer und finanzieller Hinsicht als gleichzeitiges Haupt von Kirche, Gerichten, Vermögensverwaltung auf sich vereinigte, bleibt nunmehr nur noch Mufti von Jerusalem, also religiöser Vorsteher des mo­hammedanischen Kirchenwesens nur in der Stadt Jerusalem mit einem kleinen Monats­einkommen von wenigen Pfund. Somit dürfte sein Einfluß gebrochen sein. Es ist noch unklar, ob der D b e r ft e Moslemische Rat ebenfalls aufgelöst werden wird, oder unter einem neuen Lei­ter fortbesteht. Ein solcher dürfte aber unter den Arabern schwer zu finden fein. Vielleicht wird die mohammedanische Vermögensverwaltung mit ihrem riesigen Vermögen unter britische Kon­trolle gestellt.

Freitag früh traf in Haifa das englische Schlacht­schiffSussex" ein und am Samstag kommt in Austausch mit bisher in Jerusalem stationierten Truppenteilen das Black Watch-Regiment, dem ein besonderer Ruf vorausgeht, nach Jerusa­lem. Hunderte von Soldaten umgeben die heiligen Stätten,. wo anläßlich des mohammedanischen Feiertages, unter der Führung des Großmufti Tausende von Arabern zu den traditionellen Freitagsgebeten versammelt sind. Die Erregung in der ganzen Stadt ist sehr groß, da man Zu­sammenstöße befürchtet, wenn die Gläubigen das Gebiet der Großen Moschee verlassen.

DieTime s" hebt hervor, daß in der jüngsten

worden. Er verdankt seine Karriere wohl in erster Linie der Beseitigung der Tuchatschewski-Gruppe. Zur selben Zeit, als die früheren Armeeführer er­schossen wurden, erhielt Smirnow seine Ernennung zum Ches der politischen Verwaltung der Roten Armee als Nachfolger des ebenfalls angeschuldigten und durch Selbstmord geendeten Armeekommissars ©umarmt Don großer Bedeutung ist die Absetzung des Oberkommandierenden der Roten Flotte, O r» l o w. Bis jetzt schien im Strudel der Verhaftungen der Oberste Kommandostab der Flotte noch intakt geblieben zu sein. Gerüchte meldeten zwar schon vor Monaten, daß gegen den bisherigen Chef der roten Pazifikflotte Viktorow eine Untersuchung im Gange sei. Inzwischen wurde er jedoch zum Nachfolger Orlows bestimmt.Flottenflagg- mann ersten Ranges" (Großadmiral) Orlow ge­hörte zu der kleinen Anzahl der sowjetischen Mili­tärs, die als Offiziere bereits in der zari­stischen Flotte gedient hatten.

n Palästina.

»roßmusti von Jerusalem.

Zeit verschiedene gemäßigte Araber von Ter­roristen getötet oder angegriffen wurden. Alle diese Männer seien Gegner des Mufti gewesen.Daily Telegraph" meldet, man halte es in Jerusalem für richtig, daß die Regie­rung den Mufti nicht verhaftet und ausgewiesen habe, weil er sonst in den Augen seiner Anhänger nur zum Märtyrer gestempelt worden wäre. Der sozialdemokratischeDaily Herald" glaubt, daß Damaskus jetzt zum Mittelpunkt der arabischen Organisationen werden dürfte. Daily Mail" sagt, das englische Kabinett habe mit seinen Anweisungen erkennen lassen, daß die bri­tische Autorität unter allen llmftän- den aufrechterhalten werden müsse.

Oer Führer eröffnet am Dienstag das WHW. 1937/38.

Berlin, 1. Off. (DNB.) Das Winterhilfswerk 1937/38 wird am Dienstag, dem 5. Oktober, durch den Führer und Reichskanzler in der Deutfchlandhalle eröffnet Die Kundgebung wird durch den stellvertretenden Gauleiter und Staats­rat G ö r l i h e r eingeleitet. Reichsminifter Dr. Goebbels erstattet dann den Rechenschaftsbericht des abgeschlossenen Dinterhilfswerkes 1936/37. Alle deutschen Sender werden die Veran­staltung übertragen.

Oie Hindenburg-Spende bringt 425000 RM. zur Verteilung.

Berlin, 26. Sept. (DNB.) Die Hindenburg» Spende nimmt auch den bevorstehenden 9 0. Ge­burtstag Hindenburgs zum Anlaß, um, wie regelmäßig seit 1927, zum 2. Oktober not­leidenden Kriegsbeschädigten, Kriegs­hinterbliebenen und Veteranen zu hel­fen. Es kommen 425 000 RM. zur Ausschüttung,