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Gesundheitspflege auf dem Lande.

ZdR. Ihrer eigenen Gesundheit stehen die Men­schen meist sehr verschieden gegenüber. Die einen treiben ein leichtsinniges Spiel mit ihr, schädigen sie durch eine unnatürliche Lebensweise und leicht­fertigen Lebenswandel und sinden in mehr oder minder starken Genußgiften immer wieder ihre Erholung". Die anderen verhalten sich gleichgültig gegenüber ihrer Gesundheit. Sie betrachten sie als ein selbstverständliches Besitztum, das ihnen genau so zukomme und.zufalle, wie tausend andere Dinge des täglichen Lebens. Erst wenn sie von Siechtum und Krankheit befallen sind, werden sie sich des vollen Wertes der Gesundheit bewußt. Die dritte Art von Menschen war früher wenig zahlreich, hat sich aber in den letzten Jahren erfreulich vermehrt. Es sind die Menschen, die bewußt ihre Gesundheit schätzen, sie pflegen und sich um eine gesunde Lebensführung bemühen. Zwischen diesen drei ver­schiedenen Einstellungen finden sich alle Uebergänge.

Gesundheit ist aber keine Angelegenheit, zu der jeder einzelne seine persönliche Einstellung haben kann, sondern die Gesundheit jedes einzelnen ist einer der kleinen Bausteine, aus denen sich einer der Grundpfeiler völkischen und staatlichen Lebens, die Volksgesundheit, aufbaut. Die Geschichte zeigt uns deutlich genug, wie in früheren Jahr­hunderten Krankheit und Seuchen staatliches, völ­kisches und kulturelles Leben behindert, zurückge­worfen und vernichtet haben. Früher galt einmal das Wort vomRecht, das man auf den eigenen Körper hat". Es war mitverantwortlich für den Geburtenrückgang, der die Gefahr des biologischen Volkstodes nahe genug gerückt hat. Man wollte ein Recht zum Sichausleben haben und lief dabei Gefahr, nicht nur die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen, sondern auch die Volksgesundheit zu­grundezurichten. So war man daran, diesen Grund­pfeiler völkischen Lebens zu zerstören, der Träger der Wehrkraft, Arbeitsfähigkeit und der schöpfe­rischen Leistung eines Volkes ist. Dieser Auffassung vomRecht auf den eigenen Körper" steht heute die Forderung gegenüber:Gesundheit ist Pflicht!" Sie betrifft den Arbeiter genau so wie den Bauern; sie will nicht gesprochen werden, son­dern verlangt die Tat.

Gesundheit, die man von der Natur geschenkt be­kommen hat, will gehütet und gepslegt und immer neu erworben sein. Wir wollen aus dem großen Gebiet der Gesundheilsführung auf dem Lande nur einige Beispiele herausgreifen: Warum sterben auf dem Lande mehr Säuglinge als in der Stadt? Man hat doch immer geglaubt, daß Landluft viel gesünder als Stadtluft fei! Tatsächlich aber sterben auf dem Lande 10 Säuglinge, wenn in der Stadt nur 8 sterben. Wer einmal die gar nicht seltenen Fälle gesehen hat, wo die Bäuerin den Säugling in unzählige Tücher und Windeln tief im Kinder­wagen vergraben hat und während ihrer Arbeit I

den kleinen Erdenbürger in einer dunklen Stube zurückläßt, statt ihn in den lichten Garten zu stellen, wer die vielfach einseitige Ernährung so vieler Säuglinge auf dem Lande beobachtet hat, der wird über die erhöhte Sterblichkeit der Säuglinge auf dem Lande nicht mehr erstaunt sein. Falsche Pflege und falsche Ernährung sind die wesentlichsten Ur­sachen dieser Säuglingssterblichkeit. Licht, Luft, Sonne und eine sachgemäße Ernährung mit Fruchtsäften und Gemüse schützen den Säug­ling und das Kleinkind vor frühzeitiger Krankheit, insbesondere auch vor der sogenannten Englischen Krankheit. Das HilfswerkMutter und Kind" und die Mütterschulungskurse der NSV. und Frauen­schaft werden hier viel Gutes stiften und Leben und Gesundheit erhalten können.

Auf viele andere Fragen der Gesunderhaltung auf dem Lande kann nur kurz hingewiesen werden: Auf die Tuberkulose st erblichkeit, die durch rechtzeitige Absonderung der Kranken und rechtzeitige Hinzuziehung eines Arztes wesentlich eingeschränkt werden könnte; auf die F u ß l e i d e n, insbesondere den Plattfuß, den man durch eifriges Barfußgehen im Kindesalter, durch ein gutes Schuhwerk und durch entsprechende Gymnastik ver­meiden kann, und auf die Ernährung, die in der Regel viel zu fleischreich ist. Gemüsereiche Er­nährung schützt vor vielen Krankheiten, enthält viel Vitamine und macht den Körper dadurch wider­standsfähiger. Schließlich feien auch die Zähne nicht vergessen! Wie viele Bauern plagen sich mit Zahnschmerzen und all ihren Folgen. Schlechte Zähne können leicht zum Ausgangsherd für ge­fährliche Krankheiten werden, können an Nieren­entzündungen ebenso schuld sein wie an Gelenk­rheumatismus und Herzfehlern. Schließlich läuft man vor lauter Schmerzen doch noch zum Zahn­arzt und ist dann über die hohen Kosten erstaunt. Bei rechtzeitiger Behandlung wären nicht nur die hohen Kosten, sondern auch die langdauernden Schmerzen erspart worden. Regelmäßige Zahn­pflege mit guter Zahnbürste und regelmäßige halb­jährliche Untersuchungen schützen vor Zahnschmerzen und hohen Rechnungen.

So gibt es auf dem sogesunden" Lande manche Frage der Gesundheitspflege. Aber was nützt die Anregung ohne die Tat! Hier ist es notwendiges Erfordernis, daß jeder einzelne zunächst an sich selbst arbeitet und sein Leben und sein Verhalten so einrichtet, daß er der Krankheit vorbeugt und zum Vorbeugen sich auch des sachverständigen Rates des Arztes bedient. Er erweist sich selbst und seiner Familie damit den größten Dienst.

Verlängerte Arbeitsdienstzeit zur Sicherung der Ernte.

Berlin, 1. Sept. (DNB.) Ein Erlaß des Reichsminister Dr. Frick gibt bekannt:Der Be­auftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat durch Erlaß vvm 6. August 1937 auf Grund der Verordnung zur

Durchführung des Vierjahresplanes angeordnet, daß die Dienstzeit für den Sommerhalbjahrgang 1937 des Reichsarbeitsdienstes bis 2 4. Oktober 1937 verlängert wird. Das Dienstamt der Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes hat hierzu verfügt, daß der allgemeine Entlassungstag der 2 3. Oktober 1 9 3 7 ist; vorzeitig wer­den am 20. September 1937 jene Arbeitsdienstpflich­tigen entlassen, die als Bauernsöhne und Landarbeiter aus der Landwirtschaft stammen oder längere Zeit in der Landwirtschaft tätig waren und auf Grund der Weisung des Reichsarbeits­führers vom 29. Juni 1937 zur Einbringung der Ernte beurlaubt wurden, und weiter jene Re­kruten der Wehrmacht, die sich der F ach- lau f b a h n zugewendet haben."

Kunst und Wissenschaft.

Das Beileid des Führers 3um Tode Adele Sandrocks.

Der Führer sandte an die Schwester der ver­storbenen Schauspielerin Adele S a n d r o ck, Frau Wilhelmine Sandrock, Berlin-Charlottenburg, fol­gendes Telegramm:Zu dem schweren Verlust, den Sie und wir alle durch den Tod dieser großen deut­schen Künstlerin erlitten haben, spreche ich Ihnen mein aufrichtigstes Beileid aus.

(gez.) Adolf Hitler." *

Die Fachschaften Bühne und Film gedenken der verstorbenen Künstlerin am Samstag mit einer Trauerfeier im Theater in der Saarland­straße in Berlin. Es werden Generalintendant Eugen Klöpfer und Produktionsleiter Hans Z e r l e t t sprechen. Bei der Ausgestaltung der Feier wirken das Orchester der Volksoper unter Intendant Orthmann, das Sedding-Quartett und Frau Hermine Körner mit.

Das Wetter vom 2. bis 11 September, herausgegeben von der Forfchungssielle für lang­fristige Witterungsvorhersagen des Reichswetter­dienstes in Bad Homburg am 1. September abends.

In den nächsten drei bis fünf Tagen ist leicht unbeständiges Wetter zu erwarten. Das Witte­rungsgepräge wird zwar überwiegend freundlich fein, doch wird es zeitweise leichte bis mittlere Regenfälle geben. Es ist möglich, daß um das Wo­chenende oder zu Beginn der nächsten Woche die Unbeständigkeit des Wetters sich verstärkt und daß Bewölkung und Niederschläge vorübergehend zu- nehmen. Die Temperaturen werden im Westen be­reits in den nächsten Tagen, im Osten des Reiches etwas später zurückgehen.

In der nächsten Woche kann jedoch im allgemei­nen wieder mit vorwiegend heiterem und warmem Wetter gerechnet werden, das aber zeitweise durch gewittrige Störungen unterbrochen wird.

Meistenorts wird es etwa an der Hälfte aller

Tage des zehntägigen Zeitraums zu Regenfällen kommen, doch werden diese häufig nur unbedeu­tend sein. In Südüeutschland wird die Gesamt- Sonnenscheindauer 60 Stunden überschreiten.

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des Reichswetterdienskes. Ausgabeort Frankfurt.

Der vom Atlantik oorgestoßene Sturmwirbel hat seinen Wirkungsbereich über Skandinavien vorge­schoben. Für uns hat er zunächst die Zufuhr sub­tropischer Warmluft in der Höhe verstärkt, so daß nennenswerte Störungen des Schönwettercharakters noch nicht eingetreten sind. In den Deutschküsten­gebieten hat sich Schauerneigung eingestellt. Der Ein­fluß der über Nordeuropa hinwegführenden Wirbel­tätigkeit wird noch weiter südwärts greifen, aber sich vorerst bei uns über eine leichte Unbeständigkeit hin­aus nicht fortwirken.

Aussichten für Freitag: Im wesentlichen freundlich, zeitweise Bewölkungszunahme und Nei­gung zu vereinzelten, teilweise gewittrigen Schauerst. Tagestemperaturen um 20 Grad, südwestliche bis westliche Winde.

Lufttemperaturen am 1. September: mittags 25,1 Grad Celsius, abends 15,8 Grad; am 2. September: morgens 15,1 Grad. Maximum 26,2 Grad, Mini­mum heute nacht 13,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. September: abends 26 Grad; am 2. September: morgens 17,6 Grad. Sonnenschein­dauer 7,4 Stunden.

Kinderlähmung in Kanada und in Australien.

Die Behörden des kanadischen Staates O n t a r i o sind über das Umsichgreifen der Kinderlähmung außerordentlich beunruhigt. In Toronto sind über 276 Personen an Kinderlähmung erkrankt. 29 Per­sonen sind seit Juni an Kindelähmung gestorben. In der ganzen Provinz werden 727 Fälle verzeich­net. Auch aus Ottawa werden 66 Kinderläh­mungsfälle gemeldet. Die Behörden haben Maß­nahmen getroffen, um ein weiteres Umsichgreifen der Krankheit zu verhindern. In Australien ist gleichfalls eine Epidemie von Kinderlähmung ausgebrochen. Mehrere Schulen werden vorüber­gehend geschloffen. Gegen den Beschluß, sie wieder zu öffnen, haben die Eltern Einspruch erhoben.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauvtschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blurnschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange. K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs« preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

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Nach kurzer Krankheit verschied heute unser lieber Vater, Schwieger­vater, Großvater und Urgroßvater

Die Trauerfeier findet Samstag, vormittags 11 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: August Ziegler.

M 8

Herr Philipp Ziegler im 82. Lebensjahr.