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ltt.51 Erstes Blatt

181. Jahrgang

Dienstag, 2. Marz 1957

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Deutschlands Recht auf Kolonien.

Botschafter von Ribbentrop spricht auf der Leipziger Mesie über die deutsche Stellung zur Weltwirtschaft.

Deutschlands Kamps für wahren Frieden.

Die Pariser Vorortoerträge waren diktiert von einem demokratischen Imperialismus, unter dessen Ideen die Mächte der Entente im Weltkriege gefoch­ten hatten und die vor allem durch das Versailler Diktat den überraschten Völkern zeigten, daß, wirt­schaftlich und politisch betrachtet, die Raubpolitik triumphierte und die demokratischen Illusionen eines Wilson dagegen von dem Tisch der Diktatoren ge­fegt wurden. Gleichzeitig mit dieser Höchstblüte des Imperialismus begann aber auch seine Zersetzung, und die Zersetzung dieser absoluten Machtpolitik und des Eigennutzes ist in den letzten Jahren soweit fortgeschritten, daß der sogenannte Geist von Ver­sailles heute als reichlich antiquiert anmutet. Bot­schafter von Ribbentrop hat in seiner großen Leipziger Rede alle die Folgen von Versailles scharf beleuchtet und gleichzeitig gezeigt, wie Deutschland sie überwand, was noch zu überwinden übrig bleibt und welche Neuordnung der Welt dar­aus hervorgehen muß, wenn die Welt in einem wahren Friedensgeist leben will.

Die Wende brachte das Wiedererwachen Deutsch­lands. Die anderen Mächte hatten aus liberalisti- schem Geist heraus die Nationen in Besitzende und Nichtbesitzende geteilt, sie hatten Deutschland aus dem Weltwirtschaftsprozeß ausgeschaltet und ihm nicht nur riesige Tribute auferlegt und ihm mili­tärische Ohnmacht vorgeschrieben, sondern ihm auch die Kolonien genommen. Es verdient festgestellt zu werden, daß keine Bitte des darniederlirgenden deutschen Volkes um demokratische Gerechtigkeit von den Ententemächten gehört wurde. Jahr um Jahr wurde der Zerfall Deutschlands sichtbarer; alle Ver­suche, Deutschlands Politik und Wirtschaft nach Tendenzen des demokratischen Auslands zu ordnen, blieben ein vergebliches Werk, da das Ausland uns feindselig blieb. Erst der Durchbruch des National­sozialismus brachte eine radikale Aenderung. Der Klassenkampf verschwand, alle deutschen Kräfte gingen einmütig an das Werk des Wiederaufbaues, und gerade durch die Haltung der übrigen Welt wurden wir gezwungen, zu versuchen, aus eigener Kraft uns emporzuarbeiten.

Man hat vom Vierjahresplan als dem einer autarkifchen Wirtschaft gesprochen, man hat ge- meuit, der große deutsche Wirtschaftsraum wolle sich der Welt gegenüber abschließen, und der eng­lische Außenminister Eden hat gesagt, der Plan widerspräche allen Bestrebungen, die Weltwirtschaft wieder zu ordnen. Botschafter von Ribbentrop hat dem gegenüber nachdrücklich darauf verwiesen, daß Amerika und Frankreich sich zunächst ab­schlossen, daß England durch die Beschlüsse von Ottawa tatsächlich die Autarkie in seinem Wirt­schaftsraum unter Benachteiligung aller anderen Wirtschaftsnationen durchgeführt hat. Der Vierjah­resplan fei also Deutschland von dem Auslande geradezu aufgezwungen worden. Diese Be­weisführung ist nicht zu widerlegen, und damit sind auch die politischen Ergüsse der fremden Staatsmänner gegen den Vierjahresplan überflüs­sig und schädlich. Wir arbeiten daran, den Lebens­standard des deutschen Volkes zu heben, unsere Eigenerze-ugung zu sichern, aber darüber hinaus auch natürlich mit der Weltwirtschaft in Verbindung zu bleiben. Botschafter von Ribbentrop betonte, es möge sein, daß einige große Oel-, Gummi- oder Baumwollgesellschaften etwas schlechtere Geschäfte mit Deutschland machten, aber das fiele welthan­delsmäßig kaum in die Wagschale. Soll aber das Interesse dieser Gesellschaften die Politik gegen Deutschland bestimmen? Das wäre gerade der Triumph des Eigennutzes einzelner über die Inter­essen nicht nur des arbeitsamen deutschen Volkes, sondern der ganzen Welt der Arbeit!

Der Wille zum Welthandel, die Freiheit der Zu­gänge zu den Rohstoffgebieten ist gerade durch Versailles sabotiert worden. Verantwortlich dafür - sind die Regierungen, die die Politik des Eigen­nutzes soweit getrieben haben, daß sie unter demo­kratischen Phrasen Deutschland die Kolonien Weg­nahmen. Der Versailler Friedensvertrag hat Deutsch­land in den Artikeln 118 bis 127 genötigt, auf alle Kolonien zu verzichten. Die Entente folgte dem eng- i üschen Prinzip, das der Handelsminister Runciman bereits im November 1915 aussprach, wonach Deutschland wirtschaftlich verelendet, seiner Kriegs­und Handelsflotte und Kolonien beraubt werden müsse. Die deutschen Kolonien in Afrika umfaßten 2 707 300 Quadratkilometer (das mehr als Fünf­fache an Umfang des Deutschen Reiches) mit 13 977 000 Einwohnern; die Südseekolonien er­streckten sich über 245 053 Quadratkilometer mit 696 350 Einwohnern. Der Völkerbund teilte diese Kolonien auf und gab England den Hauptanteil, beteiligte weiter Frankreich, Belgien, Japan. Für die Ententemächte als Urheber des Versailler Frie- I densvertrages kommt jetzt der entscheidende Augen- ! blick der Bewährung. Wollen sie den Raub ewig behalten oder wollen sie dem Drängen Deutschlands nach Rohstoffgebieten Platz geben?

Solange Deutschland seiner Kolonien beraubt bleibt, ist ihm nicht nur der Zugang zu den Roh­stoffquellen versperrt, sondern es ist diskriminiert. Daran ändern alle Erklärungen der demokratischen Staatsmänner Englands und Frankreichs nichts. Daß die Welt heute die Kolonialschuldlüge erkennt

und weiß, daß ein so von Rohstoffgebieten ausge­schlossenes gewaltiges Wirtschaftsgebiet wie Deutsch­land politisch unbefriedigt sein muh, ist wohl ein Zeichen der Wandlung der Geister. Aber die Staatsmänner der Entente haben noch nichts ge­tan, um diese Geisteswandlung auch in ihre Politik zu übertragen. Mit Recht sagt Botschafter von Ribbentrop, eine bessere Garantie für die Aufrecht­erhaltung von Ruhe und Ordnung als ein zu­friedenes und gesättigtes Volk könne es gar nicht geben. Weshalb verweigern die Staatsmänner der Entente jeden Schritt auf der Bahn des Friedens und der Gleichberechtigung? Die veralteten Ideen von Versailles, die Folgen der Raubpolitik und ihre Frucht, der Bolschewismus, werden durch das geeinte Deutschland immer bekämpft werden. Wir wollen nichts anderes als unser Lebensrecht und wenden uns nachdrücklich gegen jeden Versuch, dieses deutsche Lebensrecht zu sabotieren.

Rationalsozialismus und Weltwirtschaft.

Die Kundgebung in Leipzig.

Leipzig, 1. März. (DNB.) Die Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., die alljährlich im Rahmen der Leipziger Messe die wirtschaftspoli­

tische Arbeit und Kampfrichtung der Partei darlegen läßt, hatte ihre diesjährige Kundgebung unter das ThemaW ille zum Welthandel" gestellt. Neben den führenden Männern der Partei, des Staates und der Wirtschaft aus dem ganzen Reich waren auch namhafte Vertreter der ausländischen Wirtschaft, namentlich aus England, sowie das Diplomatische und Konsularkorps in großer Zahl erschienen.

Der Gauwirtschaftsberater des Gaues Sachsen, Staatsminister Lenk, begrüßte die Teilnehmer in­mitten der Leipziger Mesie. Die Messe sei das Spie­gelbild nationalsozialistischer Erzeugung der ersten vier Jahre im Dritten Reich. Der Nationalsozialis­mus habe zwar anerkannt, daß ein ausreichen- derExpvrtfür die Stetigkeit der wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands unbedingt erforderlich ist, allein nur von einer planmäßigen Ausfuhr fei ein positiver Gewinn für unsere National­wirtschaft zu erwarten. Nicht mehr der Ge­danke der lleberoorteilung, sondern der Gegenseitig­keit, d. h. der Ergänzung des Bedarfes der nationalen Wirtschaften, sei die wirtschaftspoli­tische Grundlage der Handelsbeziehungen. Die Ex- portuntemehmungen seien Mitglieder der natio­nalen Wirtschaftsordnung, die dem Gesamtwohl der Nation zu dienen haben. In diesem Sinne sei das nationalsozialistische Deutschland beseelt von dem Willen zum Welthandel.

Mandel.

Botschafter von Ribbentrop führte dann nach einem kurzen Ueb erblick über die Entwicklungsgeschichte der Leipziger Messe u. a. aus: Es ist das unsterbliche Verdienst unseres Füh­rers und der Nationalsozialistischen Deutschen Arbei­terpartei, auch auf dem Gebiete der Wirtschaft einen radikalen Umschwung in Deutschland her­beigeführt zu haben. Der Grundsatz des Führers, das Kapital hat der Wirtschaft zu dienen, und die Wirtschaft dem Volke und nicht umgekehrt, wirb mit der Machtergreifung oberster Leitsatz für die neue deutsche Wirtschaftsgestaltung. Ich glaube, daß man heute ruhig sagen kann, daß die deutsche Wirt­schaft selbständig in der Lage ist, das deutsche Volk zu erhalten.

Unser Führer ist aber stets bestrebt gewesen, neben der wirtschaftlichen Sicherung der nackten Existenz des deutschen Volkes eine Erhöhung des allgemeinen Lebens standards herbeizuführen, um damit erweiterte Möglich- keiten des kulturellen Schaffens für sein Volk sicherzuslellen. Zu diesem Zwecke hat die deutsche Wirtschaftsführung in den letzten Jahren ge­waltige Anstrengungen unternommen, um das deutsche Handelsvolumen mit dem A u s l a n d e auf dem Wege des normalen Güteraustausches zu erhöhen. Die Tatsache, daß dies durch die kurzsichtig ablehnende Haltung wirtschaftlich starker Länder nur z. T. gelang, und ferner die Erkenntnis, daß das weitere Umsichgreifen des Bolschewismus in der Welt die Gefahr einer weiteren Schrumpfung des deutschen Außenhandelsvolumens (siehe Spa­nien) mit sich bringen könnte, hat den Führer veranlaßt, völlig neue Wege zu beschrei­ten. Der Vierjahresplan ist Deutschland von dem Auslande geradezu aufgezwungen worden. Er ist daher nur eine natürliche S e l b st h i l f e Deutschlands und alle Kritik des Auslandes kann uns nur in unserer Auf­fassung bestärken, daß wir aus dem rich­tigen Wege sind.

Versailles hat Deutschland, einst einen der wohl­habendsten Staaten der Erde, in die Front der Besitzlosen gedrängt. Man hat Deutsch­land seinerzeit unoernünftigerweife seine gesamten mobilisierbaren Werte genommen und so eine Un­gleichheit des Besitzstandes auf allen Gebieten ge­schaffen, die niemals von Dauer sein kann, und die heute für ein gut Teil der Unruhe in der Welt ver­antwortlich zu machen ist. Es liegt aber im Inter­esse aller Staaten, diese Unruhe in der Welt zu b e- fettigen, und daher einen Ausgleich zwischen den besitzenden und den besitzlosen Nationen zu finden. Nach Lage der Dinge ist dieser Aus­gleich nur auf zwei Gebieten zu finden, nämlich: 1. durch eine Lösung der Frage der Rückgabe des ehemaligen deutschen Kolonial­besitzes, und 2. durch die eigene Kraft des deutschen Volkes selber.

Deutschland beansprucht grundsätzlich das Recht auf Kolonialbesitz, wie dies auch jeder anderen, selbst der kleinsten Ration der Welt, zusteht, und muh jegliche Argumentation, die ihm dieses Recht streitig machen will, in aller Form zurückzuweisen.

Deutschland mit seiner auf engstem Raum zu­sammengedrängten großen Bevölkerung braucht Kolonien mehr als irgendjemand. Ausgerechnet Deutschland aber soll keine Kolonien

besitzen? Ebenso abwegig aber wie die Gründe, mit denen Deutschland die Kolonien weggenommen wurden, ist auch 'die Begründung, wonach Deutsch­land eine imperialistische Kolonialpolitik treiben und seine Kolonien zu strategischen Stützpunkten ausbauen würde.

Nun jur wirtschaftlichen Seite: Hier sind es hauptsächlich drei Punkte, die imiE wieder unter­strichen werden müssen:

1. Die R o h st o f f r a g e, d. h. die Notwendig­keit für Deutschland, Gebiete zu besitzen, in denen mit eigener deutscher Währung Roh- stoffquellen erschlossen werden können und aus denen ebenfalls mit deutscher Währung Rohstoffe für die Versorgung der deutschen Indu­strie zu kaufen sind. Heute stehen Deutschland die Rohstoffquellen der Welt zwar offen, aber nur gegen Bezahlung in Devisen, die wir nicht in ge­nügendem Umfange besitzen.

2. Die Kolonien als Absatzmarkt für In- dustrieartikel und als Feld für das deutsche Unternehmertum. Hierbei sind die Aufträge von den kolonialen Verwaltungsbehörden für öffent­liche Arbeiten besonders zu erwähnen. In fremden Kolonien gehen diese Aufträge fast aus­schließlich an die Industrien der Mutterländer, un­ter deutscher Souveränität würde unsere Industrie natürlich das Primat haben.

3. Die Entwicklungsmöglichkeiten in den Kolonien. Die Kolonien werden von dem heu­tigen Deutschland in eine viel großzügigere und langfristigere Wirtschaftsplanung mit ihnen durchgeführt werden können als dies bei unserer früheren freien Wirtschaftsführung möglich war. Es besteht kein Zweifel, daß auf diese Weise nach einigen Jahren der Entwicklung aus den Kolonien ein erheblich größerer Prozentsatz des gesamten deutschen Rohstoffbedarfs gedeckt werden kann als vor dem Kriege, und zwar unter ausschließ­licher Inanspruchnahme deutschen Ka­pitals, also deutscher Währung.

Wir hoffen, daß gesunder Menschenverstand und Wirtschaftskrisen auch auf diesem Gebiet obsiegen und baldigst eine gerechte Lösung finden werden. Die im Auslande wachsende Einsicht über die Deutschland widerfahrene Ungerech- t i g k e i t in der Behandlung der Kolonialfrage wird hoffentlich die Mandatsmächte veranlassen, hier einmal von sich aus die von uns erwartete großzügige Geste freiwillig zu machen, was für eine endgültige Bereinigung der Atmosphäre von größter Bedeutung wäre.

Ich glaube, Deutschland kann diese Geste sogar verlangen, denn: bei dem Prozeß der Wiedereingliederung Deutschlands in die Reihe der Besitzenden ist Deutschland freiwillig bereit, zur Befriedigung seiner Bedürfnisse durch eine erneute ungeheure kraftansirengung des gesam­ten deutschen Volkes die Hauptlast wie­derum auf seine eigenen Schultern zu nehmen. Dies bedeutet nämlich praktisch der Vierjahresplan. Es geht daher nicht an, daß die Welt auf der einen Seite fagt, das materiell unzufriedene Deutschland sei gefährlich, und auf der anderen Seite nicht gewillt ist, Deutsch­land zu helfen, sondern sogar vieles tut, um zu verhindern, daß wir satt und zufrieden werden. Ich glaube, daß die Außenwelt an dem Gelingen und an der schnel­len Durchführung des Vierjahresplanes fast genau in demselben Masse interes­siert sein müßte, wie Deutschland es selber ist. Denn: hat es jemals in der Geschichte eine bes­sere Garantie für Ruhe und Frieden gegeben

als ein zufriedenes und saturiertes Volk? hier liegt nach meiner Auffassung die große außenpolitische Bedeutung unseres

Vierjahresplanes.

Deutschland hat heute als Großmacht feinen na­türlichen Platz unter den Nationen wieder ein­genommen. Es ist einig unter der Führung Adolf Hitlers, es ist stark durch das Wiedererstehen feiner Armee, und es ist im Begriff, sich auch wirtschaft­lich unabhängig zu machen. Diese einfachen Tat­sachen scheinen aber für gewisse Kreise des Aus­landes genügend Grund zu sein, um nach wie vor gegen Deutschland zu hetzen. Ich weiß aus Erfahrung, daß diese Hetze zumeist nicht der wirklichen Einstellung der fremden Völker entspricht, sondern daß landfremde und von dunklen Mächten abhängige Elemente aus Abneigung, Neid, Miß­gunst Deutschland schädigen wollen. Es ist nun eine bedauerliche Tatsache, daß diese internationalen kommunistischen Hetzer immer wieder Hel­fershelfer in den verschiedenen Ländern fin­den. Diesen nahen sie sich meistens unter dem Mantel der Demokratie und erklären, der Bolschewismus sei eine nationale demokratische An­gelegenheit Rußlands und damit der westlichen Demokratie nahe verwandt, die einzige-Gefahr aber für die Demokratien seinen Nationalsozialismus und Faschismus. Nur infolge dieser konstanten und aus unzähligen Kanälen immer wieder neugespeisten Hetzpropaganda gegen Deutschland und gegen die NSDAP, ist es zu verstehen, daß man heute im Auslande oft den seltsamsten Unterstellungen be­gegnet, die immer auf einen Zweifel an Deutsch­lands Friedensliebe hinauslaufen. Dabei sind die Ziele des deutschen Volkes durch die großen Reden des Führers viel eingehender vor der Welt fest­gelegt worden, als dies überhaupt je durch einen anderen Staatsmann geschah.

Ein weiterer beliebter Angriffspunkt der Pro­paganda der Komintern ist d i e deutsche Auf­rüstung. Niemand weiß besser als wir selbst, was das deutsche Heer im Weltkrieg geleistet hat und was das deutsche Volk den Männern zu ver­danken hat, die in den letzten Jahren die neue deut­sche Armee aufgebaut haben. Die Anerkennung des Auslandes hierfür ist für uns sehr schmeichelhaft, aber ich glaube, daß hier ein offenes Wort über die Rüstungsgeschichte der letzten vier Jahre von­nöten ist. 14 Jahre lang mußte das deutsche Volk gewärtig sein, daß jederzeit jeder Nachbar ins deut­sche Land einmatschiere, wenn Deutschland irgend­eine Handlung vornehme, die ihm nicht paßte. Während dieser Zeit waren sämtliche anderen Län­der meist hoch gerüstet und in der Lage, jederzeit ihr Land gegen einen etwaigen Eindringling zu beschützen. Der Führer erklärte der Welt mit der Machtergreifung, daß er diesen Zustand nicht weiter dulden würde. Er verlangte die Gleichberechtigung durch Einlösung des Abrüstungsversprechens der anderen, Deutschland erklärte, bis zum letzten Maschinen­gewehr abrüsten zu wollen, wenn die anderen das­selbe täten. Als es klar wurde, daß die Welt nicht daran dachte abzurüsten, und auch nicht daran dachte, Deutschland die Gleichberechtigung zu geben, als ferner alle Angebote des Führers zur Rü­stungsbegrenzung gescheitert waren, handelte der Führer und stellte durch die Wieder- etschaffung der deutschen Armee das Gleich­gewicht und den Zustand her, in dessen Genuß die anderen Nationen schon immer waren. Die Reaktion auf diese Maßnahme, durch die Deutsch­land sich lediglich in den Verteidigunaszustand ver­setzte, in dem die anderen Länder selbstverständlich immer waren, bestand in Angriffen gegen die an­geblichen Absichten.

Als Antwort auf die deutsche Aufrüstung, burrfi die ia die deutsche Armee völlig neu geschaffen werden mußte, reagierte man nun mit weiteren gewaltigen Auf - r ü st u n g e n. Deutschland reagierte nicht mit Angriffen auf diese gewaltigen Mehrrüstungen, sondern mit der Erklärung, daß das Maß sei­ner Verteidigung jedes Land selbst be­stimmen könne. Run kommt das Seltsame: Man nimmt diese Haltung Deutschlands als das Selbstverständlichste von der Welt zur Kenntnis, hetzt aber seinerseits ge­gen die deutsche Aufrüstung ebenso tapfer weiter. Deutschland versieht eine solche Haltung nicht und lehnt sie scharf ab. Man er­kennt hieran wieder deutlich die Gift­mischerei der dunklen Mächte, die nichts als Unruhe und Unheil in die Völker hineintragen wollen, weil sie nur von Unheil und Unfrieden leben können.

Die Abrüstung und Rüstungsbegrenzung hat be­dauerlicherweise versagt. Das einzige Abkommen einer Rüstungsbegrenzung ist das deutsch-englische Flottenabkommen. Wenn keine weiteren Schritte in dieser Richtung folgten, wenn die großen Be­mühungen des Führers zu einer Rüstungsverstän- digung mit Frankreich in den letzten Jahren nicht zum Erfolg führten, wenn es auch nach diesen Er­fahrungen der letzten Jahre unendlich schwer scheint, eine allgemeine Rüstungskonvention in dieser Welt zustande zu bringen, so glaube ich doch nicht an ein uferloses Wettrüsten. Ausschlaggebend ist immer der tatsächliche Wille der Negierungen zum Ausgleich, zur Verständigung. Daß das neue'Deutsch- land diesen guten Willen hat, haben die großen politischen Angebote des Führers an die Welt in­nerhalb der letzten vier Jahre und die Vereinba­rungen mit unseren Nachbarn zur Genüge bewiesen. Der Vierjahresplan ist ein erneuter Beweis hier­für auf dem Gebiete der Wirtschaft. In demselben Maß, in dem es durch den Vierjahresplan gelingt,