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3. USA.-Militarmission in Tschungking. Orel tt deutsä-er Hand.

4. Der Führer spricht zur Eröffnung des Kriegs- rinterhilfswerks.

7. Umfaffun-gsschlacht nördlich des Asowfchen »eeres.

m 10. Roosevelt verlangt Bewaffnung der Handels-

6 shiffe.

Hl 16. Javanisches Kabinett Konoye zuruckgetreten. in venera! Tojo bildet neue Regierung. Rumänische fl. | Sruppen in Odessa.

ij; 19. Dopelschlacht von Brjansk und Wjasma.

i 21. Sowjetreglerung rückt nach Samara ostwärts. Stalino im Donez-Becken genommen.

22. Dago genommen

127. Deutsche Sturzkampfbomber versenken hn Nittelmeer einen britischen Kreuzer.

30. Oberlauf des Donez erreicht.

November.

1. Im Oktober 441 300 BRT. feindlichen Handels- ] fhiffsraumes vrsenkt.

\ 3. Japan entsendet Botschafter Kurusu nach den | bereinigten Staaten.

8. Führerrede in München.

12. General Huntziger tödlich verunglückt.

12. Schwarzmeerrüste südlich Kertsch erreicht.

* 15. Im Mittelmeer der britische Flugzeugträger \ .Art Ronal" durch deutsche U-Boote versenkt, j kchlachtschiffMalaya" schwer beschädigt.

17. Kertsch genommen. Roosevelt fordert wei- 1 tire 6687 Millionen Dollar für die Armee.

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18. Die Vorlage zur Bewaffnung und Ent- fnduna von Handelsschiffen in die Kriegszone tritt b Kraft.

20. In Nordafrika neue schwere Kämpfe.

21. General Weygand tritt in den Ruhestand.

23. USA.-Regierung sendet Truppen nach Hol- lcndtsch-Guayana.

25. Beitritt Bulgariens, Dänemarks, Finnlands, Lroatiens, der Slowakei und Chinas zum Anti- tminternpakt.

28. Gondar in Ostafrika aufgegeben.

Dezember.

1. Seit Beginn des Feldzuges im Osten betrug he Gesamtzahl der Sowjetgefangenen 3 806 865, 5 391 Panzer, 32 541 Geschütze und 17 322 Flug-

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1. Im November 231 870 BRT. feindlichen Han- tlsschiffraums versenkt.

1. Unterredung zwischen Göring und PStain.

2. Kämpfe südostwärts Tobruk.

2. Britischer Kreuzer vor Tobruk durch italienische Torpedoflugzeuge versenkt.

3. Der australische KreuzerSydney" wird von hn deutschen HilfskreuzerCormoran" vor der «istralischen Küste versenkt.

'3. Die Sowjets räumen Hanko (Hangö).

5. Kriegserklärung Englands an Ungarn, Rumä- ren und Finnland.

6. Schwere Kämpfe in Nordafrika.

8. Japan erklärt England und den USA. den lrieg.

8. Japanische Truppen landen auf der Malayen- frlbinsel. Auf Hawai werden fünf Schlachtschiffe jir amerikanischen Pazifik-Flotte versenkt.

9. Der Führer empfängt den Großmufti von Pa- Iclina. Japaner landen auf den Philippinen. hneralfeldmarschall von Böhm-Ermolli gestorben.

10. USA.-Stützpunkte auf Guam und Wake von ki Japanern besetzt. Japanische Torpedoslug- zcuae versenken die britischen SchlachtschiffeRe- p;lle" undPrince of Wales" .

1t. Kriegssitzung des Reichstags. Kriegszustand ir t den USA. Abkommen zwischen Deutschland, Folien und Japan.

11 SäMtz' und Trutzbündnis zwischen Japan und Mailand.

14. Reichsminister Kerrl gestorben.

15. Japanische Landung auf Britisch-Borneo. Der- liier Sondertagung der Dreierpaktmächte.

16. Britischer Kreuzer vor Alexandria durch Kitsches U-Boot versenkt.

17. Uebergang zum Stellungskrieg der Winter- wnate an der Ostfront. Schwere Abwehrkämpfe vstlich Tobruk.

18. Javaner auf Hongkong gelandet.

20. Die Insel Penang von den Briten geräumt.

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24 Fortsetzung

(Nachdruck verboten.)

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Roman von H.G. Hansen

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Aach einer endlos erscheinenden halben Stunde i)en Aenne Barkow sowohl mit ihrem Kaffee wie j hi der Zeitung fertig zu sein. Sie erschien im 1 in gang zu der Terrasse und schlug einen Weg - ir, der von den beiden Freunden wegführte. So­in eilten sie im Geschwindschritt hinterher. Kurts 1 Knierad machte, daß er neben die junge Dame in, betrachtete sie ausgiebig von der Seite, grüßte a n mit lächelnder Ueberlegenheit und begann aus e einzusprechen. Nur den Bruchteil eines Augen- lifs stockte ihr Fuß. Sie musterte den zudring- iöen Menschen, der sich eine solche Dreistigkeit i^usnahm,-warf empört den Kops hoch und be­ruhigte ihre Schritte.

^verdrossen blieb aber dieser Bursche, der sie i ihr der Straße belästigte, neben ihr und bat flehent- *4 sie möge doch nicht so kühl und abweisend sein, ür verspreche, sich sehr artig zu benehmen, wenn n sne nur begleiten dürfe. Dabei wandte er inner- von zwei Minuten den gesamten Phrasen- feaU auf, von dem er glaubte, daß er bei solchen ^«egenheiten angewandt wurde, und tat bann

pört, als plötzlich Kurt zwischen ihm und Aenne k-kow auftauchte, korrekt grüßte und mit schnei- Mer Stimme erttärte: _.

3d) beobachte schon eine geraume Zeit, daß Sie je Dame belästigen. Machen Sie, daß Sie fort- turnen, sonst1"

^er Klassenkamerad verzog das Gesicht, gnnste hii-erschämt und blieb zurück. Aenne stellte mit lirwm Seitenblick fest, daß ihr Beschützer ausge- Mnet aussah, groß, kräftig, sportlich, mit sehr ^apathischem Gesicht.Verzeihen Sie, gnädige

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- Britischer Ueberfall auf Timor.

21. Der Führer übernimmt das Oberkommando I« Heeres. Aufruf zur Sammlung von warmen L vierfachen für die Ostfront.

22. Britischer Flugzeugträger von deutschem U«Boot im Atlantik versenkt. Fortschreiten der jw anischen Offensive auf Malaya und den Philip­pen.

27. Erbitterte Abwehrkämpfe an der Ostfront. Hongkong kapituliert.

28. Mißglückter britischer Handstreich auf die norwegische Küste. Die Stadt Jpoh auf Malakka wi den Japanern besetzt. _________________

Derdunkelnngszeil:

30.12. von 17.14 bis 9.31 Uhr.

Aus der Giadt Gießen.

Dor der Jahreswende.

Die Zeitspanne, die wir jetzt durchleben, hat ihre eiaene Note. Zwar ist der Alltag wieder einge­kehrt, doch zwischen dem Weihnalytsfest und dem neuen Jahr scheint die Besinnlichkeit einen stärkeren Wirkungsgrad zu besitzen als zu anderen Zeiten. Das Werktagsgetriebe hat einen stilleren Klang, es ist, als ob das ganze Leben eine gemächlichere Tonart anschlage. Man könnte meinen, daß das 3ur Rüste gehende Jahr die letzte Frist, die ihm gegeben ist, nach dem WortEile mit Weile" be- däcbtig auskosten möchte.

Und doch jaaen sich draußen die Geschehnisse, steht die Welt im Zeichen gewaltiger Ereignisse. An den Fronten gibt es kein Ausruhen, keine Atempausen ber Besinnung. Es ist ein Jahr schicksalsooller Ent- scheidungen, das binnen kurzem im Ozean der Zeit

versinken wird, um von einem neuen abgelöst zu werden, das an Bedeutsamkeit wahrscheinlich noch überragender sein dürfte. Das Gesetz desStiro und Werde" aber, das der Gegenwart so sichtbar seinen Stempel aufdrückt, besitzt gerade in den Tagen um den Jahreswechsel seit altersgrauen fei­ten für unser Volk eine besondere Bedeutung. Nach altgermanischem Glauben kamen vor allem in den Nächten, die man auch Rauhnächte nannte, die loten zu den Ueberlebenden. Dieser Vorstellung lag der durchaus richtige Gedanke zugrunde, daß ja die loten zu den Lebenden gehören, daß beide erst ge­meinsam das große Volk bilden, das sich aus feinen ewigen Quellkräften immer wieder neu verjüngt, xßir spüren heute wieder, wieviel Ehrfurcht und wieviel gesundes Empfinden in dieser Anschauung wurzelten.

Es ist bezeichnend, daß die sogenannten Zwölf­ten, die man die zwölf Rächte zwischen Weihnach­ten und dem 6. Januar nennt, in den Überliefe­rungen des Brauchtums viel Geheimnisvolles an sich haben. Was man in diesen Nächten träumte, sollte in Erfüllung gehen. Wer sich darauf verstand, das Wetter in dieser Zeit richtig zu deuten, sollte den Witterungscharakter der kommenden zwölf Mo- nate Voraussagen können. Aber auch für die Er- forfchuna des Schicksals waren die Zwölften über­aus günstig. Mancherlei Orakelspiele erinnern daran, und wenn wir uns in früheren Jahren am Sil­vesterabend dem Bleigießen widmeten, dann taten wir im Grunde nichts anderes als die Mädchen der bäuerlichen Bevölkerung, die einen Schuh mit dem Fuß über den Kovf warfen, um aus der Stel­lung des Schuhes zu sehen, ob sie im kommenden Jahre heiraten würden.

Daß die Erscheinungen der Natur das Schicksal des Menschen in starkem Maße mit bestimmen, kommt uns in diesen Tagen mehr als sonst zum Bewußtsein, wenn wir uns auch von manchen Vorstellungen unserer Vorfahren entfernt Haven und mehr unserer eigenen Kraft vertrauen. Ein neues Jahr steigt herauf, es soll uns für alle großen Aufgaben gewappnet finden. H. W. Sch.

*

** Die Versorgung mit Winterkar­iös f e l n betrifft eine im heutigen Bekannt­machungsteil veröffentlichte Anordnung des Ernah- rungsamtes der Stadt Gießen. Die Anordnung wird zu allgemeiner sorgfältiger Beachtung emp­fohlen.

** 85 Jahre alt und 60 Jahre Sänger. Der In weiten Bevölkerungsschichten, Insbesondere in Sängerkreisen Gießens und Umgebung bekannte frühere Inhaber der GaststätteZum Schipkapaß", Jean Arnold, kann am 1. Januar 1942 feinen 85. Geburtstag feiern. Seit 1882 gehörte er der deutschen Sängerbewegung an und nimmt noch heute an den Singstunden und gesanglichen Ver­anstaltungen des GesangvereinsHeiterkeit" regel­mäßig teil. In dankbarer Würdigung dessen und seiner großen Verdienste um seineHeiterkeit" ist er mit allen Ehrungen, von ber Ehrenmitaliedschaft seines Vereins bis zum Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes ausgestattet worden. Auch in der Feuerwehrbewegung hat Herr Arnold fast 60 Jahre lang feine stetige Hilfsbereitschaft im Dienste der Nächstenliebe tatbereit zum Ausdruck gebracht: ebenso war er jahrzehntelang im Dienste des hessi­schen Waisenschutzes gemeinnützig tätig. Der noch sehr rüstige alte Herr, der sich allseits großer Wertschätzung erfreut, unternimmt täglich seine aus­gedehnten Spaziergänge in die heimatlichen Fluren.

** Arbeitsjubiläum. In diesen Tagen sind 30 Jahre vergangen, seit der Kutscher Heinrich H a u s s a ue r bei der Firma Ernst Niemann in

Frau, daß ich hier auf der Straße diese Szene herbeiführte. Ich glaubte aber, in Ihrem Interesse zu handeln." Er spielte den Verwirrten, der beim Anblick eines bezaubernden Gesichtes die sonstige Gewandtheit verliert, stammelte einige unzusammen- hängende Worte und verbeugte sich bann, wobei er murmelte:Gestatten Sie, mein Name ist Kurt Niehaus."

Aenne Barkow amüsierte sich. Begonnen hatte es zwar mit einer Szene, die sie verabscheute. Aber eg war direkt köstlich, wie schnell sich Herr Niehaus wandelte. Zuerst energisch und drohend in seinem »eramt, dann verwirrt wie ein Jüngling lick in die Augen einer Frau. ,Das ist ein ganz unverdorbener, sehr gut erzogener Junges dachte sie befriedigt und neigte zum Dank für die Vorstellung den Kopf.

Ich danke Ihnen, Herr Niehaus.

Wenn es Ihnen nicht aufdringlich erscheint, möchte ich Sie noch bis zur nächsten Ecke begleiten, gnädige Frau. Es könnte ja sein, daß dieser

Das glaube ich kaum", antwortete sie schnell. , Der Herr hat sicher genug. Und bitte sagen Sie nicht gnädige Frau, ich bin nicht verheiratet.

Dh" meinte er gedehnt und betrachtete sie noch intensiver, ats fei diese einfache Feststellung für ihn eine Offenbarung. .

Noch ehe sie die nächste Ecke erreicht hatten, war ein fröhliches Gespräch zwischen ihnen im Gange. Kurt begann schon, den eigentlichen Zweck biejer Bekanntschaft zu vergessen, und war auf dem besten Weae statt der Rolle eines Kriminalisten die eines Bewunderers zu spielen. Das trug nurdazu bei, sein ganzes Benehmen natürlich zu gestalten und in Aenne Barkow jedes Mißtrauen auszuloschen

Sie strebte einem Restaurant zu, m dem sie zu essen pflegte, und verhielt sich durchaus nicht ab- lehnend, als ihr Begleiter fie.bat i^n an ihrem Tische zu dulden, da er sonst sein Mahl einsam und nerfo fen einnehmen müßte. Bevor sie spater' den letzten Löffel mit Kompott zu ftd) genommen batte wußte er auch ihren Namen und strahlte, als sie

Dienst getreten ist. Herr Hausiauer ist ber Dienst­älteste von den 40 Gefolgschaftsmitgliedern und hat sich in diesen 30 Jahren als ein stets zuverlässiger und fleißiger Arbeiter erwiesen, wofür ihm bereits an seinem 25jährigen Jubiläum, wie auch jetzt wie­der die Anerkennung feines Arbeitgebers zuteil wurde.

** Pferbevormusterung 1942. Eine Be­kanntmachung ber Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil weift die Pferbehalter auf bie Pferde- oormufterung 1942 für den Stadtkreis Gießen hin. Das Nähere ist aus ber Bekanntmachung zu ent­nehmen.

Wo»-, pelz- und Winlersachen für die Fronl!

Oer Dank der Heimat sei die Tat!

Die Partei ist angetreten, um dem Dillen des Führers entsprechend zu Weihnachten 1941 eine große Sammelaktion von Doll - und Winter- fachen für die Iront als Weihnachts­geschenk der Heimat für unsere Sol­daten zur Durchführung zu bringen.

Volksgenossen und volksgenoffinnent Diesmal wird kein Opfer von Luch gefordert! Lure Spende bedeutet lediglich (Erfüllung einer selbstverständlichen Pflicht!

Das wird gesammelt?

Alle Arten von Pelzen, Doll- und Pelzdecken, warme Handschuhe aus wolle oder mit Pelz­futter, Leibbinden, warme Socken, desgleichen Strümpfe, Doll- und Petzwestcn, Pullover, warmes Unterzeug, warme Schals, Brust- und Lungenfchüher, Kopf- und Ohrenfchüher, Puls­und Kniewärmer, Wollfäustlinge

und alles, was dazu dient, den Kampf gegen d I e Winterkälte erfotgrench zu führen!

Alle Spenden fallen fofort Verwendung«- fähig, alfo sauber und evtl, gewaschen fein!

Die Sammlung erfolgt vom 27. Dezember 19 41 bis zum 4. Januar 1 942. Die Gegen­stände werden von Beauftragten ber NSDAP, in den Wohnungen gegen Quittung abgeholt, können aber auch in Gießen an folgenden Sammel- stellen täglich (auch sonntags) von 9 bis 11 und 15 bis 17 Ahr abgegeben werden, und zwar:

Ortsgruppe Mitte: Goelhefchule, parL, Ortsgruppe Bord: Schlllerfchule, pari, Ortsgruppe O ft: Ortswaltung der DAA., Cid)er

Straße und der Gefchäftsstelle der TlSDAp^ äalferaUee 6,

Ortsgruppe Süd: Ckbigbau, I. Stock, Zimmer 5.

Ausgezeichnetes Sammelergebnis in Gießen.

Es muß aber noch viel mehr werden! Besuch in einer Wollsammelstelle.

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Gießener Bevölkerung alle Ehre. Schon jetzt kann ein großer Waggon mit warmenSachen an die Front abgehen. Aber es versteht sich, daß dies bei weitem noch nicht genügt, und daß die Sammeltätigkeit in den kommenden Tagen bis zum 4. Januar 1942 einschließlich mit allem Nachdruck fortgesetzt und gesteigert wenden muß. Es wird jedes Stück gebraucht, und jeder einzelne unter uns ist aufgerufen, alles für die kämpfende Front zu geben, was er irgend entbehren kann.

Zum Schluß sei eine dringliche Bitte von zustän­diger Stelle an die spendende Bevölkerung weiter­geleitet: Gebt, wo es irgend möglich ist, in erster Linie und vor allem instandgesetzte, fertige Sachen ab, die keine weitere Behandlung und Verarbeitung bedürfen; die Nähstuben und Jnstandsetzungsstellen bedürfen bei dem außerordentlichen Arbeitsanfall dringend der Entlastung; kleinere Reparaturen und Instandsetzungen sollen also nach Möglichkeit schon vor der Abgabe bei der Sammelstelle zu Hause oorgenommen werden.

llngegerbte Kaninchen- und Hasenfelle für die Woll. und Pelzsammlunq.

Auch bie ungegerbten Kaninchen- und Haienfelle sollen durch die Woll- und Pelzsammlung für die Front erfaßt werden. Sie liefern nach ihrer Ver­arbeitung ein gutes Pelzfutter für Militärmäntel. Die unbearbeiteten Felle sind an bie zuständige Ortsgruppe der NSDAP, abzuliefern, wo sie der Bearbeitung zugeführt werden.

Zur Abgabe von Skiern und Skistiefeln.

Zur Abgabe von Skiern und Skistiefeln gibt ber Reichssportführer im Einvernehmen mit den zuständigen Wehrmachtsstellen folgende tech­nische Erklärungen:

Abgegeben werden sollen Tourenskier mit Bindungen, mit und ohne Stahlkanten. Arn besten zu gebrauchen sind solche ohne Stahlkanten. Länge zwischen 1,70 und 2,15 Meter. Nicht zur Abliefe­rung kommen sollen Spezial-Sprungskier, Spezial- Abfahrtsskier und Spezial-Langlaufskier, wie sie im allgemeinen nur für Wettbewerbe gebraucht wer­den. Gebraucht werden außerdem alle Stöcke über 1,20 Meter lang in beliebiger Ausführung. An Skischuhen werden gebraucht alle normalen Tourenskischuhe von Größe 41 an auswärts, jedoch keine Spezial-Abfahrts, und Spezial-Langlauf- schuhe.

Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß von der Abgabe nur ausgenommen werden

Dor ber Turnhalle der Goethe-Schule, ber Sam­melstelle der Ortsgruppe Mitte, stehen die Fahr­zeuge der Wehrmacht bereit, die in der Turnhalle aufgestapelten Spenden zur Woll- und Pelzsammlung für unsere Soldaten aufzunehmen. Die Sachen werden von hier aus un- mittelbar zur Bahn gebracht und dort in einem großen Waggon ohne Aufenthalt an die Ostfront transportiert. In der Turnhalle selbst sind Arbeits- kommandos der Wehrmacht damit beschäftigt, die Spenden zu sortieren, zu bündeln und zu verladen. Bei unferm Besuch am gestrigen Vormittag hatte sich bas Chaos schon erheblich gelichtet, da inzwi­schen bereits starke Bestände zum Abtransport ver­laden werden konnten. Immerhin kann man sich auch jetzt noch bei einem Rundgang ein Bild da- von machen, was bereits in den ersten beiden Tagen der Sammlung, also am letzten Samstag und Sonntag, an freiwilligen Spenden zusammengekom. men ist.

Es ist natürlich ganz unmöglich, hier auch nur im Ueberblirf alles Einzelne aufzuzählen. Dicke wollene Strümpfe türmen sich zu kleinen Bergen. In einer Ecke ift Pelzwerk aller Art aufeinander- geschichtet, Bettvorleger und Umhänge, Muffe, Be­satz und Reste in den verschiedensten Farben, For­men und Größen. In einer anderen Ecke liegen sauber geschichtet Wolldecken, Steppdecken und Mäntel, Pullover und Westen, Hemden und Unter­hosen in dicken Bündeln, gefütterte Handschuhe und Ohrenschützer. Auch Skier und Skistiefel sind be­reits ab geliefert und zum Abtransport bereitgestellt. Alles dies sind Dinge, die ohne weitere Verarbei­tung auf dem schnellsten Wege an bie Front ge­schickt werden können. Eine Menge anderer Sachen werden, wiederum in kürzester Frist, in den Näh­stuben von aeschickten Händen instandgesetzt und hergerichtet. Als praktisches Beispiel zeigt man uns eine gewöhnliche alte Herrenweste, die mit ver- schiedenen Pelzstücken mollig ausgefüttert ist und oem Soldaten, der sie erhalten wird, einen gediege­nen Schutz gegen bie russischen Kältegrade geben wird.

Schon jetzt kann gesagt werden, daß die Gieße­ner Bevölkerung den an sie gerichteten Appell im Aufruf Aur Sammlung von Wintersachen für un­sere Soldaten an der Ostfront vollauf verstanden und beherzigt hat. Das Sammelergebnis, wie sich nach oen ersten beiden Tagen darstellt, darf vorzüglich genannt werden. (Einige Zahlenangaben mögen dies verdeutlichen. So wurden neben vielem anderen, was hier im einzelnen nicht aufgeführt werben kann, In den vier Gießener Ortsgruppen allein bis zum Sonntag einschließlich zusam­mengebracht: 395 Wolldecken, 1360 Pullover, 2050 Paar Strümpfe, 2040 Schals, ungefähr 900 Hem­den, 700 Unterhosen, 20 Pelzmäntel, 1000 Ohren­schützer und 500 Kniewärmer. Auch an Filzschuhen, Pelzkragen und Muffen war die Ausbeute bisher erfreulich groß. Das Sammelergebnis macht ber

feinen Vorschlag, sich abends zu treffen, nach einigem Zögern annahm. Man würde hinaus aus der Stadt in ein Gartenlokal fahren, in dem eine anerkannt gute Kapelle gastierte. Erft vor der Haustür Aennes wurde Abschied genommen, und sie ließ die letzten Bedenken angesichts seines jugend­lichen Feuers untergehen, das sie langsam zu er­wärmen begann.

Angeregt kam Kurt nach Hause. Die Vorwürfe seiner Eltern, daß er erst um halb drei Uhr zum Essen komme, prallten wirkungslos an ihm ab. Er zog sich mit Bärbel und Michel in ein Zimmer zurück und aab einen ausführlichen Bericht von den Erlebnissen des Vormittags.

Seine Schwester staunte unmäßig.Das hätte ich dir nie zugetraut." Etwas Verlegenheit, etwas Be­sorgnis und ein großer Schuß Bewunderung lag in der Feststellung.

Tja, Mädchen", protzte Kurt.So muß man es anfangen. Aber das ift jetzt Nebensache. Es handelt sich nicht um eine Liebesgeschichte, sondern um einen Kriminalfall. Und da muß ich nun doch ge­stehen, daß sie durchaus nicht den Eindruck einer Komplizin von Schwerverbrechern mackt."

So? Du bist mir gerade ber Rechte für eine solche Aufgabe!" Unverkennbarer Hohn sprach aus jeder Silbe, die von Bärbels Lippen kam.An­scheinend braucht eine Frau nur ein Allerwelts­gesicht und keine Verbrecherphysiognomie zu haben, um dich sofort für sie zu begeistern. Und so etwas studiert Jura!"

Laßt jetzt bas Hanken!" Michel fürchtete, es komme zu Auseinandersetzungen, die feinem Plan durchaus nicht förderlich waren.Sie macht tat­sächlich keinen schlechten Eindruck. Aber das spricht ebensowenig für sie wie ein böses Aussehen gleich als Beweis für einen niedrigen Charakter genom­men werden kann. Glaubst du, daß sie bei näherer Bekanntschaft aus sich herausgeht und vielleicht manches erzählt, was uns nützlich ist?"

Das kommt nur auf ben Bekannten an." Kurt

konnte es nicht lassen, sich auf den Unwiderstehlichen hinauszuspielen.

Fröhlich und guten Mutes eilte er abends über die Straße, sobald Aenire aus dem Hause trat. Er begrüßte sie eben 0 höflich wie betont glücklich und brachte es fertig, ie auf dem Wege zu dem Garten­lokal in eine hei ere Stimmung zu bringen, über die sie sich selbst wunderte, weil sie sonst eher zu trüben als zu ausgelassenen Stimmungen neigte. Der Abend verlief, wie er begonnen hatte. Die beiden unterhielten sich großartig, summten manche der gespielten Melodien mit, tränten eine lieblich schmeckende Bowle und traten den Heimweg erst nach Mitternacht an. Kurt war unterwegs zwar von heftiger Versuchung geplagt, das Mädchen in die Arme zu nehmen und zu küssen, behielt aber einen Rest von Ueberlegung, der ausreichte, um ihn von einem solchen Vorgehen abzuhalten. <

Ihr Abschied war diesmal viel vertrauter als am Mittag, und es machte Kurt feinerfei Schwierig­keiten, von Aenne die Zusage au einem neuerlichen Beisammensein am folgenden Abende zu erlangen.

Vorsichtig schlich er um ein Uhr morgens auf den Zehenspitzen die Treppe hinaus, schloß leise die Korridortür auf und vermied jedes Geräusch, um niemanden zu wecken. Im letzten Augenblick unter­drückte er in seinem Zimmer einen Ausruf des Erstaunens, denn Michel stand vom Sofa auf, reckte sich und gähnte. Er hatte auf die Heimkehr des Schwagers gewartet und war begierig, alles zu er­fahren.

Mensch, warum hast du sie nicht geküßt?" fragte er am Schluß des Berichtes erstaunt.

Das ... das konnte ich nicht. Es mtberftrebte mir, mit solchen Mitteln zu arbeiten."

Wenn du Skrupel hast, bann laß die Finger davon. Was ist denn schon dabei, einem Mädchen einen Kuh zu geben."

lieber Geschmacksfragen kann man nicht strei­ten", stellte Kurt überlegen fest.

Will ich auch nicht. Aber denke mal darüber nach, was rid)tiger ist." (Fortsetzung folgt.)