abgekippt. Wir folgen als zweite Maschine hinterher. Tiefer und Tiefer geht der Sturzflug, rasender, immer schneller wird die Fahrt. Da sehen wir, wie sich der eiferne Morgensegen, den wir den Briten in Kandia zugedacht haben, von der Maschine des Kapitäns löst. In höchster Spannung verfolgen wir den rasenden Flug der Bomben.
Getroffen, wunderbar getroffen! In die Mitte der Bastion, ins Herz der Zitadelle, sind die B o m ben gefallen, und aus den schweren Steinmauern und den hohen Türmen, aus den stark befestigten Werken schält sich langsam, dann rasch dicker und voller werbend, schwerer stickiger Rauch, der in dichten Schwaden nach oben steigt.
Längst sind auch wir über das Ziel hinweggerast, haben auch wir uyMe Morgengabe dargebracht. In einer Steilkurv^hreht Feldwebel R., mein Flugzeugführer, die Maschine wieder hoch, und während wir um neunzig Grad verkantet zur Erde fliegen, sehe ich, wie sich drüben in Kandia immer mehr Rauchpilze hochranken. Es ist das so oft erlebte und doch immer wieder faszinierende Bild der schweren Wirkungen eines Bombenangriffs. Ich kann gerade noch dieses Bild in die Kamera einfangen, da kommt schon der Befehl des Flugzeugführers: „Kanonen durchladen!"
Jetzt geht es also gegen Erdziele, und es ist allen flar, daß wir jetzt der Flak, dis uns vorhin so belästigt hat, einen Denkzettel mitgeben werden, den sie ewig in Erinnerung behalten wird. Doch jetzt, da wir im Tiesflug die ganze Gegend nach den Batterie-Stellungen absuchen, schweigen die Herren da unten plötzlich. Jetzt, wo es ihnen an den Kragen geht, wollen sie sich nicht durch das Mündungsfeuer ihrer Geschütze verraten. Doch das hilft ihnen nicht viel, der Staffelkapitän hat sie trotzdem schon herausgefunden.
„F l a k st e l l u n g erkannt!" kommt die Meldung im Funksprechgerät, durch das alle Maschinen miteinander verbunden sind, an die anderen Besatzungen. Dann folgt die genaue Bezeichnung des Standortes und dann die Aufforderung „Mir nach!"
Einem friedlich scheinenden Olivenhain geht es entgegen, doch beim Näherkommen geht der friedliche Charakter des Wäldchens verloren. Im Gegenteil, vier oder fünf Mündungsrohre, die uns drohend entgegenragen, machen das Bild durchaus kriegerisch. In Sekunden sind wir an die feindliche Stellung heran. Ganz tief nimmt der Flugzeugführer die Geschütze an, und jetzt gibt es ein leises Rütteln in der Maschine: Die Kanonen haben ihre Arbeit begonnen! Im Bruchteil von Augenblicken ist das Knattern der Schüsse zu hören. Wie sie gesessen haben, kann ich kurz hinterher feststellen, als sich unten leise blaue Rauchwölkchen hochkräuseln. Nun, da sie sich erkannt wissen, feuern die Burschen plötzlich wieder. Aber das soll ihnen schlecht bekommen! Zum zweiten Male jagt unser Karren im Tiefangriff auf die feindlichen Stellungen los. Noch schwerer, noch vernichtender als das erste Mal wird die Batterie jetzt getroffen. Leutnant S., der diesmal vor uns fliegt, hat seinen Feuersegen anscheinend in das Munitionslager prasseln lassen und unten schlagen plötzlich mehrere Flammen hoch. „Hier brauchen wir nichts mehr hinzuzufügen", funkt mein Flugzeugführer, drängt im letzten Augenblick die Maschine etwas nach links und nun rasen unsere Granaten haargenau gezielt in die feindliche Batterie.
Jetzt rührt sich unten schon nichts mehr. Doch wollen wir ganz sicher gehen. Noch ein drittes Mal wird der Feuerkampf entfesselt. Furchtbar sind seine Wirkungen. Bis zu unserem Flugzeug hinauf werden die Geschütz brocken und Trümmer st ücke hochgewirbelt, tanzen wie trunken in der Luft, um ganz leise wieder nach unten abzusacken. Diese Flakstellung ist von unserem Schwarm im buchstäblichen Sinne zerhackt worden.
„ Als wir nach Westen weiterfliegen und darauf über die deutschen Linien kommen, sehen wir unten die Kameraden in wilder Begeisterung winken und Tücher schwenken. In überschäumender Freude danken sie uns. Wir haben ihnen den Kamps etwas erleichtert, und sie mögen fühlen, daß sie nicht au] einem verlorenen Posten kämpfen, sondern datz über ihnen ständig der schützende Arm der deutschen Luftwaffe wacht.
Eine andere, weiter westlich liegende Gruppe von Fallschirmjägern können wir ebenfalls durch mehrere Tiefangriffe gegen britische Artilleriestellungen beii ihrem schweren Kampf wesentlich unterstützen.
Am Strand der Insel entlang fliegen wir über die Suda-Bucht, in der zehn größere feindliche Schifte liegen, von denen sechs mit Sicherheit als ab gesackt anzusehen sind, während die restlichen wahrscheinlich auch alle schon einen Knax abbekommen haben, und über Chania, das bereits von den deutschen Truppen genommen ist, nach Hause.
Der italienische Bericht.
r. Kon1'™28- Mai. (DNB. Funkspruch.) Der ita- liemsche Wchrmachtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut:
In der Nacht zum 28. Mai haben Einheiten der Luftwaffe die Stützpunkte von M a l t a bombardiert.
3n Nordafrika haben an der Sollum-Front italienische und deutsche Streitkräfte in einem siegreich durchgeführten Unternehmen, das zur Eroberung einer wichtigen, vom Feinde gehaltenen Stellung führte, Gefangene gemacht und neun Geschütze sowie sieben Panzerwagen erbeutet.
Am 26. Mai haben italienische und deutsche Fliegerverbände zahlreiche* englische Flotten- e ml) eiten ungefähr 100 Seemeilen östlich von Demo bombardiert. Ein Kreuzer, ein Flugzeugträger, ein Zerstörer und vier Dampfer erhielten Treffer. Auf einem weiteren von Bomben schweren Kalibers getroffenen Kreuzer wurde eine heftige Explosion beobachtet.
Andere Flugzeuge bombardierten die Hasenan- lagen von Tobruk und dort liegende Schisse.
Im O st a s r i k a wurden feindliche Angrifte an der Nordfront im Gebiet von Galla^Sidamo überall abgewiesen. In den Kämpfen der letzten Tage im Gebiet der Seen fand an der Spitze seiner Bataillone Oberst de Cicco den Heldentod.
Im Gebiet von A m a r a hat die italienische Besatzung von Uoldchesit, die seit einiger Zeit eingeschlossen ist, erneut die Aufforderung zur Uebergabe zurückgewiesen.
Dor einem Lahr.
Am 29. Mai 1940 geht die Schlacht in Flandern und im Artois ihrem Ende entgegen. Englisches Expeditionsheer flüchtet in völliger Auflösung zum Meer Südlich der Linie Poperinghe—Cassel vereinigen sich unsere von Osten und Süden angreifenden Armeen. An der unteren Somme feindlicher Panzerangriff abgewiesen. Die Luftwaffe führte Angriffe auf den Feind, durch, der an der Kanalküste zu entkommen versuchte. Ueber 60 Schifte wurden getroffen, davon 3 Kriegsschftse und 16 Transporter versenkt.
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Die schnellsten und neuesten Zerstörer
Berlin, 28. Mai. (DNB.) Die vier englisch e n Z e r st ö r e r, die die britische Admiralität bisher in der See- und Luftschlacht bei Kreta als uft , angegeben hat, gehören mit zu • den । ch n el lsten und n e u e ft e n Einheiten der e^Ächen Zerstorerflotte. Die drei Zerstörer,Huno", „Kelly" sind erst in den Jahren 1938 bis 1939 vom stapel gelaufen und haben eine Wasserverbrangung von 1690 Tonnen. Abgesehen non der sehr starken Armierung der Zerstörer, die le eine Einheit zehn Torpedoausstoßrohre haben, besitzt diese Klasse mit 36 Knoten Geschwindigkeit — k>a2 sind fast 67 Kilometer je Stunde — in ihrer Schnelligkeit eine außerordentlich gefährliche Waffe
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Oer Heldenkampf der „Bismarck"
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stoß versetzen konnte, stellt vor aller Welt die überlegene Leistung unserer „Bismarck" unter Beweis. Flottenchef, Kommandant und Besatzung haben sich mit der Versenkung der „Hood" ein unvergängliches Ruhmesdenkmal gesetzt und ihre Namen alle Zeiten in die Seekriegsgeschichte und in Herzen aller Deutschen eingeprägt.
Stukas versenken Britenkreuzer.
Feindlicher Flotienverband nördlich Kreta vernichtend geschlagen.
Von Kriegsberichter Karl-Heinz Holzhausen.
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Ä gliche
Der Kreuzer „Gloucester", dessen Verlust Churchill eingestand
„prinfc cf Wales" beschädigt.
Stockholm, 28. Mai. (Europapreß.) Die britische Admiralität gibt in einem Bericht über die Verfolgung des deutschen Schlachtschiffes „Bismarck" bekannt, daß das englische Schlachtschiff „P r i n c e o s Wales" in der Schlacht bei Island beschädigt worden ist. Die „Prince of Wales" gehört zur „King George"-Klasse. Das Schlachtschiff hat 35 000 Tonnen Wasserverdrängung und entwickelt eine Geschwindigkeit von 30 Knoten. Seine Besatzung beträgt 1500 Mann. Es ist 'mit zehn 35,6cm-Geschützen, sechzehn 13,2cm=ßuftab-- wehr-Geschützen und 32 4cm-Flak ausgestattet. Es hat vier Flugzeuge an Bord.
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Südfront: Unsere nationalen irregulären Truppen haben die feindlichen Truppen bei Maa- k a l und C h o u e i b a angegriffen, wobei sie dem Gegner schwere Verluste zufügten. In der Nähe von Maakal wurde von unseren Truppen ein feind- liches Flugzeug abgeschossen.
Luftwaffe: Unsere Flugzeuge führten Erkun- dungssluge über den feindlichen Stellungen aus. Die feindliche Luftwaffe führte einen Angriff auf einen unserer Flugplätze im Norden des Landes durch, jedoch ohne Schaden angurichten.
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DNB. ..., 28. Mai. (PK.) In letzter Stunde wollte ein starker britischer Flottenverband dem bedrohten Kreta zu Hilfe eilen. Mit einem Schweren und zwei Leichten Kreuzern sowie einigen Zer- törem versuchten Einheiten der Alexandrien- Flotte nördlich Kreta in die Kämpfe auf Kreta einzugreifen, wurden jedoch schon auf dem Wege dorthin von der deutschen Luftwaffe gestellt und mit Bomben stärksten Kalibers getroffen.
Südlich der Insel M y l o s sichtete die erste Kette der Sturzbomber die britischen Kriegsschiffe. Mit hoher Fahrt liefen sie auf südwestlichem Kurs auf Kreta zu, an der Spitze einige Zerstörer. Aus allen Rohren feuernd versuchten die Kriegs- chisse sich zu schützen. Unbeirrt fliegen die ersten Sturzbomber ihre Angriffspositton und stürzen sich trotz rasendem Abwehrfeuer der Schiffe auf den SchwerenKreuzer. Mit fortwährend wechselndem Kurs zickzackten die stählernen Kolosse auf dem Meere dahin und waren sichtlich bestrebt, aus dem Hexenkessel herauszukommen, in den sie sich da unvermutet zwischen den griechischen Inseln um Kreta gedrängt sahen. Unablässig feuerten die Geschütze, Uhren die schlanken Rohre der Flakartillerie herum. Hatten jedoch bei dem beständig neuen Kurs schweres Zielen.
Bei klarster Sicht und hellem Mittagslicht stürzten sich die nächsten Ju auf den Schweren Kreuzer und trafen ihn mittschiffs mit einer 500- Kilo-B o m b e. Der Treffer verursachte eine Ex- Boston. Für Sekunden verschwand der Kreuzer hinter einem Nebel, dann verzog sich der Qualm und gab die Sicht auf das nunmehr gestoppt liegende Kriegsschiff frei. Aus höchster Fahrt lag es plötzlich regungslos mit Schlagseite da, hatte sein Abwehrfeuer eingestellt und schien schwer getroffen worden zu sein.
Nach dem Abfanaen des ersten deutschen Sturzkampfbombers griff der nächste unverzüglich das gleiche Schiff an und warf eine schwere Bombe cbarf backbord und die zweite steuerbord ab, die unerhörte Sprengkraft der Bomben riß die starken Panzerungen auf und fügten dem Schweren Kreuzer neue Wunden zu. Auf dem Schiff entwickelte sich ein Brand, der es in eine immer dichter werdende Qualmwolke hüllte.
Dann stürzten sich die Stukas abermals auf den Britenkreuzer. Fünf-, sechsmal blitzten die Flammen neuer Bombenexplosionen überall an Deck des mkenden Kriegsschiffes auf. Der vordere Drehturm wurde von einem Volltreffer zerstört bas Heck ebenfalls von Bomben getroffen, die dicken >vtahlwande waren schon längst aufgeriffen, durch bie das Wasser gurgelle. Das Schicksal des Schiffes war besiegelt.
Die anderen Kriegsschiffe des Flottenverbandes
tinien mußte, dem Zwang der Verhältnisse folgend, Kredite im Gesamtbetrag von 110 Millionen Sol« lar von Washington nehmen, die kleineren ©taaten & rj( konnten sich noch viel weniger dem nnr b am er i tani« (
scheu Einfluß und den politisch-strategischen Ziel« WM- setzungen Washingtons entziehen, aber bei all die«» jen verwickelten Problemen zeigte es sich doch deutzK lieh, daß die Erinnerung an die Jahre 1914 bis 1918 nicht verschwunden ist, daß gerade die größten ibero-amerikanischen Länder aus den Entwicklungs« krisen junger, durch Revolutionen erschütterter Staaten herausgetreten sind, und daß sie imnwj stärkeren und bewußteren Anteil an den weltpolsi tischen Problemen nehmen.
Sie tun das auf eine Art, die weder auf der ßini( Londons noch der des großen Erbonkels in Washing« ton liegt, wie die sehr deutlich oorgebrachten Ansprüche Argentiniens auf die Falklandinseln
beweisen. Diese Frage ist zwar seit dem 17 Jun» 1833 akut, an dem der damalige diplomatische Vett) treter der „Vereinigten La-Plata-Provinzen" (mij die heutige argentinische Republik damals hieß) iii London gegen die widerrechtliche Besetzung der Falk« lmb-Jnseln durch England protestierte, aber die Bei gründung zeigte schon damals deutlich, daß man bie GiDudsätze der Panamerikanischen Konferenzen in Jbero-Amerika anders auszulegen gewillt ist, als Washington dies für richtig hält. Man weiß aber, daß für Herrn Roosevelt diese Grundsätze, wie er durch die einseitige Uebemahme englischer Stütz« punkte bewiesen hat, ohnedies nur auf dem Papier stehen.
Was den wirtschaftlichen Druck Washingtons an*] geht, so mußten zwar die meisten der Länder, bie] von ihrer Ausfuhr nach Europa abgeschnitten sind, amerikanische Kredite annehmen, aber die vielfachen Hinweise aus diesen Ländern, daß man keine Anleihen, sondern Märkte brauche, zeigen schon, wie' wenig die USA. wirklich imstande sind, das Witt- schaftspwblem Jberoamerikas zu lösen. Außerdem hat die Stützpunktpolitik Roosevelts in Jbero-Amerika Ueberlegimgen ausgelöst, die durchaus nicht den Zielen Washingtons entsprechen, was schon auf der argentinisch-uruguayischen Konferenz vom Dezember Des Vorjahres deutlich wurde. Die La-Plata-Länder offenbaren immer deutlicher das Bestreben, Wirtschafts g «spräche unter sich in Gang zu bringen. Das hat schon M einem Handelsvertrag zwischen Argentinien und Kolumbien geführt, wie auch Brasilien und Argentinien bereits ein Abkommen abgeschlossen haben. Immer stärker zeichnet sich die Entwicklung zweier geschlossener Wirttchastskreise in Jbero-Amerika offi! bie unter der Führung Argentiniens und Brasiliens j eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit deutlicher Spitze gegen die Hegemonieansprüche Washingtons \ anstreben. Die Verwirklichung all dieser Pläne
hatten weder Zeit noch die Möglichkeit gehabt, dem Schweren Kreuzer nach dem ersten Dollttefter zu Hilfe zu kommen. Sie wurden von immer neuen Stukas, die der Himmel auszuspeien schien, bedrängt und flüchteten vor dem drohenden Unheil. Zwei Zerstörer mußten ebenfalls ihre Fahrt stoppen, als sie von Bomben getroffen worden waren. Die beiden Leichten Kreuzer fuhren, ständig feuernd, in großer Kurve einmal auf nördlichen, dann wieder auf Gegenkurs davon.
Als die Sturzkampfbomber nach wenigen Stunden mit neuen Bomben über der Kampfstätte erschienen, war an jener Stelle, wo der Schwere Kreuzer vorhin noch sinkend beobachtet worden war, nur ein großer schimmernder Oelsleck, schwammen auf dem Wasser einige Trümmer. In kurzer Zeit mußte der Schwere Kreuzer gesunken sein, während der andere Teil der zerschlagenen Flotteneinheit in wilder Flucht von Kreta weg nach Alexandrien sein mußte. Aber auch diese Schiffe entgingen ihrem Schicksal nicht.
Abermals gestellt, wurden die brittschen Kriegsschiffe erneut von den Sturzkampfbombern angegriffen, wurde ein Sieg über schwere englische Flotteneinheiten im östlichen Mittelmeer vollendet, wie dies der Erste Lord der brittschen Admiralität in seinen düsteren Ahnungen nicht^voraussehen konnte.
An einem einzigen Tage verlor die Alexandrien- Flotte in Kämpfen um Kreta drei moderne Kreuzer und Zwei Zerstörer. Die deutsche Luftwaffe zeigte mit diesem Erfolg erneut der -ffielt ihre Ueberleaenheit über die englische Flotte, auf deren Stärke sich das britische Empire aufbaut unb das mit ihrem Untergang ebenso untrennbar verbunden ist.
Das Schlachtschiff „B i s m a r cf", das in völlig manövrierunfähigem Zu st and das Opfer einer gewaltigen englischen Uebermacht geworden ist, hat burch seinen Sieg über den englischen Schlachtkreuzer „H o o b" unsterblichen Ruhm an seine Flagge geheftet und ist dadurch für alle Zeiten zu einem hehren Vorbild deutschen Heldentums zur See geworden.
Unter Führung des Flottenchefs Admiral Lüt- jene war der Flottenverband am 23. Mai abends in ben Gewässern umIslanb mit feindlichen Seestreitkräften in Berührung gekommen. Das Schlachtschiff „B i 5 m a r ck" stieß o erb ei am 24. Mai morgens auf ben brittschen Schlachtkreuzer „H o o b" und ein Schlachtschiff ber „King Georg V."-Klasse. Trotz dieser feindlichen Ueberlegenheit ging „Bismarck" sofort zum Angrift über und eröffnete um 6 Uhr morgens auf eine Entfernung von etwa 20 Kilometer das Feuer auf bie „Hooo", währenb der Feind das Feuer seiner beiden Schlachtschiffe auf die „Bismarck" zusammenfaßte. Die außerordentlich wirkungsvollen Salven der „Bismarck" hatten zur Folge, daß bie ,L)ood" in ber fünften Minute des Kampfes in bie Luft flog. Nunmehr lenkte „Bismarck" fein Feuer auf das Schlachtschiff ber „King Geora V."-Klasse, auf bem schon nach einigen Salven schwere Treffer mit Sicherheit beobachtet wurden. Das feindliche Schift entfernte sich unter starker Qualmentwicklung und blieb mehrere Stunden außer Sicht. Die „Bismarck" hatte ihren Sieg mit sehr geringem Munitionsverbrauch von nur 91 Schuß ber schweren Artillerie errungen.
Die beiben Schlachtschiffe gerieten gegen Abenb erneut in kurze Gefechtsberührung. „Bismarck" mußte infolge eines Treffers im Vorschiff mit leicht herabgesetzter Geschwindigkeit fahren. Die Nacht brachte bann von einem feindlichen Flugzeugträger aus feinbliche Fliegerangriffe auf bas beutsche Schift, jeboch hatten einige Torpebotrefter keine nennenswerte Auswirkungen auf den Gefechtswert des Schiffes. Der 25. Mai verlief kampflos.
Am 26. Mai würbe bas beutsche Schlachtschiff mieberum durch feindliche Flieger angegriffen. Im Laufe der Nachmittagsstunden wurden die feindlichen Flugzeuge burch einen schweren Kreuzer verstärkt, ber sich allerdings in sicherer Entfernung von dem beutschen Schlachtschiff hielt. Bei bieser Lage war es dem Feind möglich, Torpedoflugzeuge von einem Flugzeugträger aus gegen bie „Bismarck" einzusetzen unb mit zwei Lufttorpebos Treffer zu erzielen, von benen einer in ber Wirkung belanglos blieb, ber andere jeboch bie Schrauben- und Rubereinrichtung befchäbigte. Dieser Zufallstreffer machte gegen 21 Uhr bas Schift manävrier-
pnfähig, fo baß ber Flottenchef, Abmiral Lüt- jene, sich zu feiner bekannten Melbung an den Oberbefehlshaber ber Kriegsmarine genötigt sah.
Der Feind hatte inzwischen zahlreiche schwere Seestreitkräfte herangebracht, die noch in der Nacht zu wiederyolten Gefechtsberührungen mit bem manövrierunfähigen Schift kamen. Die artilleristische Ueberlegenheit der „Bismarck" bekam ber Feind auch dabei wieder zu spüren. Trotz ihrer starken Uebermacht wagten die Engländer nach ihren Erfahrungen vom Samstag noch immer nicht, sich ber bewegungsunfähigen „Bismarck" zum Entschei- bungskampf zu nähern, sie zogen vielmehr immer weitere Einheiten heran und warteten bereu Eintreffen ab. Erst nachdem sie das beutsche Schlachtschiff mit brei Schlachtschiffen, zahlreichen Kreuzern unb Zerstörern umstellt und noch einen Flugzeugträger f) er angeführt hatten, fiihllen sich die Engländer stark genug zum entscheidenden Angriff. Heldenmütig leistete bie „Bismarck" Widerstand, aber bie Ueberlegenheit ber Zahl war zu groß, so baß sie ein Opfer bieser Uebermacht würbe.
Nachdem bie „Bismarck" das größte Schlachtschiff ber Welt, bie „Hoob", in fünf Minuten vernichtet hatte, brachten es bie Wechselfälle des Seekrieges mit sich, baß bas siegreiche deutsche Schiff burch einen unglücklichen Zufallstreffer lahmgelegt unb in biefem Zustand ein Opfer bes Feindes wurde. Die Tatsache, daß der Feind erst mit insgesamt 16 Kriegsschiffen ber „Bismarck" ben Tabes-
Englands Blockade gegen Frankreich.
Stockholm, 28. Mai. (Europapreß.) Schiffen mit Bestimmungsort im unbesetzten Frank« reich werben feine englischen Navycerts mehr erteilt, gab Churchill am Dienstag ;m Unterhaus bekannt. Diese Mitteilung hat in Vichy lebhaftes Befremden ausgelöst. Man weist an bin ' zuständigen französischen Stellen darauf hin, daß England sich schon bisher trotz der Hergabe von Navycerts durchaus nicht verpflichtet gefühlt habe, die betreffenden Schiffe auch wirklich passieren zu lassen.
Syrien und Libanon „vom Feinde besetztes Gebiet".
N e u y o r k, 28. Mai. (DNB., United Preß meldet aus London eine Verfügung des britischen Handels- und Blockadeministeriums, wonach Sy« r i e n unb Libanon als „vom Feinde besetztes Gebiet" betrachtet wird. Damit dehnt Englanb feine unmenschliche Hungerblockade, die in Deutschland bank vorsorglicher Maßnahmen unb planvoller Organisation wirkungslos geblieben ist, auf weitere am Kriege gänzlich unbeteiligte Ge« biete aus, bie noch dazu unter Manbatsherrschast feiner früheren französischen Bundesgenossen stehen.
(Snahfdjer Lustangriff auf algerische Hafenstadt.
Vichy, 29. Mai. (Europapreß.) In Vichy traf Qm Mittwochabend die Meldung ein, daß englische Flugzeuge den Hafen von S f a x in Tunesien vom barbiert haben. Getroffen wurden ber im
Frachtdampfer „Rabe« Iai5 (4999 BRT.) und bie Büros ber Französischen Phosphatgesellschaft. Einige Personen wurden oer« letzt.
Oie Lage im Irak.
Damaskus. 29. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das Hauptquartier der irakischen Strettkräfte gab am Mittwoch bekannt:
W e st f r o n t: An der Wesffront ist keine Aende« rung ber militärischen Lage eingetreten. Die Ope« haben sich auf gegenseitiges Geschützfeuer beschrankt. Bei Habbaniyah haben unsere Panzerelnhelten ben Kampf gegen motorisierte feindliche Verbanbe ausgenommen. Der Feinb wurde zerstreut unb erlitt dabei schwere Verluste an Gefallenen.
Lbero-Amerikas Weg. g an - - 8
Wer bie Vorgänge auf bem ibero-amerikanischen' Kontinent mit Aufmerksamkeit verfolgt hat, muj feststellen, baß trotz ber wirtschaftlichen Zwangslag in ber sich bie Staaten Jberoamerikas befinde trotz aller angelsächsischen Agitation sich dort Bestr düngen geltend machen, die denen Washington- kraß jumiberlaufen, ja, daß ber Druck ber Ver« einigten Staaten aus biese Länder zu Reaktionen gei führt hat, bie man in Washington gewiß nicht aus« lösen wollte.
Vorweg muß festgestellt werben, baß man weder in Argentinien noch in Brasilien auch nur einen Augenblick jene Washingtoner Version von ber „Uneigennützigkeit" bes „guten Nachbarn" zu übafluh %ni nehmen gewillt ist, fonbern mit größtem Mißtraue^ ja mit offener Enttäuschung ben Weg Washingtons t l verfolgt, ber zu rein imperialistischen Zielen führt P^^as unb rücksichtslos über alle Beschlüsse ber Panameri» IN konischen Konferenzen hinweggeht. Gewiß, Argen«
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