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* Alsfeld, 27. Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 77 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten 7 bis 8 Wochen alte Tiere 18 bis 20 RM. Handel flott, kein Ueberftand.
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besuchen zu können, fällt die Nachmittagsvorstellung „Liebe in der Lerch eng ässe“ aus und die Aufführung von „Carmen“ wird auf 17 Uhr vorverlegt.
Die Intendanz macht weiter darauf aufmerksam, daß ab heute die Vorstellungen aller musikalischen Werke um
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folgenschwerer Unfug mit Schußwaffen.
Sin junger Mann tödlich verletzt.
(D Alsfeld, 27.Oktober. Am Sonntagnachmit- tag brachte eine leichtsinnige Schießerei, die von jungen Leuten auf freiem Felde in der Nähe unserer Stadt veranstaltet wurde, schweres Leid über eine hiesige Familie, indem durch sie em blühendes Menschenleben vernichtet wurde. Mehrere Jungen hantierten mit einer Luftpistole und einem F lodert- gewehr herum und schossen nach Vögeln. Aus Uebermut legte einer der Jungen auf einen aderen, den 16 Jahre alten Ernst Hartmann, das Flobertgewehr an, obwohl ihm zugerufen wurde, daß die Waffe geladen sei. Plötzlich krachte em Schuß und das Geschoß traf den jungen Hartmann so schwer in die linke Brustseite, daß starke innere Blutungen eintraten. Der schwerverletzte Junge wurde sofort mit dem Krankenauto der hiesigen Dienststelle des Deutschen Roten Kreuzes der chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt, es gelang aber auch dort nicht mehr, sein Leben zu retten. Der bedauernswerte Junge st a r b noch am Sonntagabend, trotz sofortiger Operation, infolge des starken Blutverlustes; sogar eine sofort oorgenommene Bluttransfusion konnte ihn nicht mehr retten. Gericht und Polizei haben alsbald den Tatbestand festgestellt.
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Vorn- hui, hinien pfui!
Das ist ein altes, volkstümliches Sprichwort und kennzeichnet treffend die Verächtlichkeit des leeren Scheins. Wenn wir ein Haus sehen, das zur Straße hin eine prächtige Fassade hat, wahrend es zur Hofseite hin verfallen ist, so finden wir für den Hausbesitzer wenig schmeichelhaste Worte. Mit der Verdunkelung ist es nicht anders. Wer nur die zur Straße hin gelegenen Wohnräume ordentlich ver. dunkelt, nicht aber die nach hinten hinaus ge. legenen, der ist ebenso oberflächlich. Selbstoerständ« lich darf überhaupt kein Licht nach außen bringen, weder zur Straße noch zum Hof hin. Es kommt nicht darauf an, daß die Straßenpassanten einen guten Eindruck bekommen, sondern daß der feindliche Flieger kein Bombenziel hat. Jeder sollte die Verdunkelungsvorrichtungen vor den zur Hofseite gelegenen Fenstern daraufhin einmal prüfen.
Giehener Vochenmarktpreise.
• Gießen, 28. Ott Auf dem heutigen Wochen- markt' kosteten: Molkereibutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 40, Wirsing, kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 7, Meerrettich 70, Lauch 17, Sellerie 15, Feldsalat, i/10 10 Salat, das Stück 10 bis 12, Endivien 10 bis 15,'Oberkohlrabi 12 bis 16, Rettich 6 bis 10 Rpf.
Gloria-Palast: »Leichte Muse".
Was Paul Lincke mit „Frau Luna" recht war, ist Walter Kollo mit der „Leichten Muse" billig. Die populärsten seiner Schlager, noch immer'gefällig und zündend, illustrieren das etwas ausführlich geratene Drehbuch von Kurt Heuser: es schildert Armut und stürm.schen Erfolg, geschäslliche und häusliche Misere, Wiederaufstieg und spätes Glück des volkstümlichen Schlagerkomponisten P. P. Mül- mer in Berlin um die Jahrhundertwende. „Untern Linden, untern Linden", „Es war ein kleiner Finkenhahn", „Das ist der Frühling von Berlin", „Was eine Frau im Frühling träumt", „Es war in Schöneberg" und „Immer an der Wand lang" —: das sind die Melodien, die P. P. Müller in jeder Lebenslage spielerisch aus dem Aermel schüttelt, und die das bewegte Auf und Nieder seines Daseins sinnvoll illustrieren. Der Regisseur Arthur Maria Ra den alt, früher am Hessischen Landescheater, hat die Geschichte, nicht ohne emige scharfe Kontraste, m'tt viel Sinn für gewisse reichshauptstädtische Spezialitäten, für Betrieb und Stimmung, für typisch berlinerische Situationen, Redensarten und schlagfertigen Mutterwitz in Szene gesetzt Willy Fritsch spielt den Komponisten P. P. Muller zwischen unwiderstehlichem Leichtsinn und bösem Katzenjammer so, daß man immer den guten Kern herausspürt. Seine Frau Lisbeth ist Adelheid Seeck: neuer Marne, neues sympathisches Gesicht; nicht nur hübsch, sondern offenbar auch eine echte Begabung, die man wohl nächstens vor größere Aufgaben gestellt sehen wird. W.lly Rose, Jacob T i e d t k e, Gerhard Sammann, Paul Bildt und Ewald Wenck stellen eine Reihe drollig-urwüchsiger Berliner Volkstypen. Anja E l k 0 f f als pikanter Operettenstar Marion. Paul Hoffmann, Erich P 0 n t 0 und Fritz Dbemar zeichnen sich tm großen Ensemble mit seriöseren Umrissen, fast aus den Bereichen bes Charakterfaches, aus. An der Kamera stand Mlly Winterstein. — (Terra.)
Im übrigen Programm läuft die sehr packende neue Wochenschau, die hier schon besprochen wurde. In der Bühnenschau fand ein Schlangenmensch mtt seinen Darbietungen freundlichen Beifall. Außerdem gibt es „Lili Marleen", die beliebteste Melodie dieser Tage, als Zugabe. Hans Thyriot.
$ür un ere Verwundeten.
Am Dienstag fand eine Veranstaltung unter dem Motto: „Aus deutscher Romantik" in einem Lazarett ftaü. Else Larnprnann sang mit guter Altstimme Lieder von C. M. v. Weber und Franz Hubert Heinz Schröter am Klavier begleitete die'Lieder und spielte aus den „Albumblättern" von Robert Schumann, sowie Kompositionen von C. M. v. Weber und Franz Schubert in vorzüglicher Weise. Der Sprecher Wolfgang Büttner las aus Werken von Clemens von Brentano, v. Eichendorfs und Achim von Arnim. — Am Freitag wurden die Verwundeten in zwei Lazaretten durch die Vorführung des Filmes: „3 Unteroffiziere" mit der Wochenschau zwei Stunden lang angenehm unterhalten. — Durch die Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterm, Pgn. W r e b e , lieferten bie Ortsfrauenschaften in Trais- Horloff, Utphe und Inheiden eine große Zahl schmackhafter Kuchen, welche den Dank der Verwun-
unh Laden zur Sicherung des Sieges sowie die großzügige Bemessung der Familienunterhattsbel- Häfen setzen Millionen von Famllien in die Lage, regelmäßig kleinere oder größere Betrage zu erübrigen und auf Sparkonto einzuzahlen. Die Zunahme der Sparkonten bei Banken und Sparkassen um mehr als 30 0. H. in einem Jahr zeigt, daß diese Möglichkeit für die Angehörigen, Vorsorge für die Zeit zu treffen, in der bet' Gatte, ber Sohn ober ber Verlobte nach glücklichem Äriegsausaang zurückkehrt, wirklich in der Heimat überall verstanden und aufgegriffen worden ift Denn um eine Vorsorge für den Frieden handelt es sich, wenn em Geldbettag, sei er klein oder groß, für bie bann unser harrenden Aufgaben auf bie ,chohe Kante gelegt wird. „
Die Sparleistung ber Heimat ist somit ein Vorgang, ber ben Soldaten unmittelbar angeht. Auch er kann aber durch Miteinzahlen auf ein Sparkonto seinerseits dazu beitragen, die Sparleistung seiner Angehörigen in ber Heimat zu unterstützen, so daß auch mitten im Kriege ein neues Band gemeinsamer wirtschaftlicher Leistung zwischen Soldat und Familie, zwischen Front und Heimat geknüpft wer-
Der Deutsche Spartag am 30. Oktober 1941, zu dem die Sparkassen, Banken und Genosienschasten vereint aufrufen, ist der rechte Anlaß für jeden einzelnen, sich diesen besonderen Sinn des Sparens im Kriege zu vergegenwärtigen und durch tätiges Mitsparen Volk und Familie die Zukunft zu sichern.
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Landkreis Gießen.
z Steinbach, 26. Ott. Heute,26. Oktober, konnte der Schuhmachermeister Philipp Haas VI. fernen 80 Geburtstag feiern. Der alle Herr, dessen Gattin vor 12 Jahren verstarb, erfreut sich für sein hohes Atter einer befriedigenden Gesundheit und nimmt an dem großen Geschehen unserer Zeit noch lebhaften Anteil. Dem Jubilar gilt unser herzlicher Glückwunsch. .
* Treis tu d. Lumda, 25. Oktober. Werkmeister L R. Heinrich Grau, Hauptstraße 88, beging heute, am 25.Oktober, seinen 82. Geburtstag. Wir gratulieren. ,
Kreis Alsfeld.
* Homberg, 25.Oktober. Der jüngste Kalte Markt, ein Schweine- und Krämermarkt, hatte nur geringen Besuch aufzuweisen. Der Auftrieb be-
beteit fanden, ht die hiesigen Lazarette. — Der Ge, : angverein „Harmonie" Großen-Linden unter Lei- । tung seines Ehrenchormeisters Wilhelm Sch a t t - l e r gab am Sonntag in einem Lazarett ein Konzert. Die Dorttagsfolge brachte Lieder von Kreutzer, Schrader, C. M. v. Weber in gutem Gesang. Die Verwundeten spendeten reichen Beifall. — In einem anderen Lazarett brachte die Veranstaltung „Geheimnisvolle Vorgänge um Meister I" den Verwundeten eine angenehme Unterhaltung. Die Künstler: Meister I, Artistische Angelegenheiten, Gitta Stief, Dorttagskünstlerin, Gretel Schubert, Elastikakt und Tanz, am Klavier begleitete Robert Piller, der sich auch als guter Akkorbeonsolist zeigte, erfreuten die Besucher. Reicher Beifall dankte den Künstlern.
Gchülerkonzert mit Mozartfe»er bei 6'äre Schlesier-Altmann.
Am Sonntagnachmittag veranstaltete bie Schule für Klavierspiel von Frau Cläre Schlesier-Altmann vor Ettern und Angehörigen der Schüler und vor Freunden ber Schule ein Schülerkonzert. Der pädagogische Wert eines solchen Konzertes steht außer allem Zweifel. Es ist, im musikalischen Alltagsleben des Schülers ein Höhepunkt, eine Abwechslung und gestaltet dadurch den Unterricht lebensvoller. Das Musizieren vor der Oeffentlichkeit bedeutet für den Schüler eine besondere Aufgabe, bie zu erledigen von ihm erhöhten Fleiß und intensivere Arbett fordert. Es gewöhnt ihn schon früh an unbefangenes, selbstsicheres Musizieren vor Zuhörern. und der „Erfolg" seines Auftretens erweckt in ihm erneute Freude an der Musik und spornt ihn und vielleicht noch manchen jugendlichen Besucher zur musikalischen Arbett an. Das Konzert ist schließlich geeignet, die Verbindung zwischen Elternhaus und Schule enger zu gestalten und zeigt den Eltern beim Vergleich der einzelnen Schüler- leiftungen deutlich ben Leistungsstand ihres Kindes. Diese Gedanken mögen auch für das Zustandekommen dieses Dorspielnachmittages bestimmend gewesen sein.
Der erste Teil der Dortragsfolae, bie Darbietungen der verschiedensten Schwrerigkeitsgrade enthielt, brachte u. a. Werke von Schumann, Corelli, Burg- müller und Händel. Bei fast allen Schülern konnte man einen exakten Anschlag, gute Fingertechnik und rhythmische Genauigkeit feststellen. Die besonders für 4-händige Stücke notwendige Taktfestigkeit war vorhanden. Erfreulicherweise wurde viel auswendig musiziert, wobei der verständnisvolle Vortrag durchaus nicht auf etwaigen Drill schließen ließ.
Der zweite Tell ber Dorttagsstunde war dem Gedenken Mozarts gewidmet. Der 150. Todestag des großen Meisters, den wir am 5. Dezember dieses Jahres begehen, war begründeter 2lnlaß für diese Feierstunde, welche die Zuhörer in ihren Bann schlug. Die bargebotenen Sonatinen und Sonaten zu 2 Und 4 Händen, der 1. Satz aus „Eine kleine Nachtmusik" und bie c-moll-Fantasie zeigten durchweg freudiges Spiel und liebevolle Hingabe zu den Werken. Besondere Erwähnung verdient die Leistung eines Jungen, der nach einjährigem Schulbesuch eine Wiener Sonatine mit gutem Vortrag zu Gehör brachte. Diese Tatsache ist wie der erfolgreiche Ablauf der Dorttagsstunde überhaupt ein beredtes Zeugnis für den emsigen Fleiß der Schüler und für die ziel- und verantwortungsbewußte Arbeit der Lehrerin. D.
Front und Heimat vere 'nt beim Sparen.
Wenn wir heute von Sparen sprechen, so denken wir zunächst an die Pflicht ber Heimat, sparsam im Verbrauch von Rohstoffen und Verbrauchsgütern zu sein; denn bei allem wirtschaftlichen Handeln muß immer und zuerst daran gedacht werden, den vordringlichen Bedarf der Front sicherzustellen. Die dadurch bewirkte Einschränkung in ber Belieferung der Heimat mit minder notwendigen Bedarfs- und Genußgütern erleichtert es den Zurückgebliebenen, zum Geldsparen überzugehen.
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Pg. Dr. Georg Scheer Ass.-Arzt an der Chirurg. Univ.-Klinik Gießen. Sein zukunftsreiches Leben vollendete sich mit 80 Jahren. Durch seinen Opfertod im Kampf gegen den Bolschewismus ist er eingegangen in die Reihen derer, die unsterblich sind. Wir gaben mit ihm unser Liebstes.
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