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fliegendes britisches Flugzeug «m Mittag nach Ucberfliegen der Deutschen Bucht zur Notlandung gezwungen und die Besatzung gefangengenommen. Damit haben die Briten im Laufe des Mittwoch nach bisherigen Meldungen zwölf Flugzeuge verloren. Alle diese Kämpfe haben die Ueberlegen- beit der deutschen Besatzungen, Flugzeuge und Waffen erneut bewiesen! kein deutsches Flugzeug gkNg verloren.

Anschlag auf Laval und Deal.

Bei der Abfahrt

der Legion gegen den Bolschewismus.

Vichy. 28.August. (DJIB.) Wie die französische Nachrichtenagentur 053. meldet, wurde am TNitt- wochnachmittag nach der Zeremonie, die in Ver­sailles anläßlich der Abfahrt des ersten Frei­willigenkontingents der französischen Legion gegen den Bolschewismus flattfand. ein Attentat gegen den ehemaligen französischen Ministerpräsi­

denten Pierre Laval und Marcel D6al, den Führer der Neosozialisten und ehemaligem Luft- fahrtmlnlsler, heute Chefredakteur des ..Oeuvre", verübt. Sie wurden beide verwundet. Ihre Ver­letzungen scheinen nicht lebensgefährlich zu sein. Der Attentäter wurde festgenommen. Cs handelt sich um den 29jährigen Paul Colette aus Caen.

Auch Oberst D u v r y . der das erste Kontingent der Legion französischer Freiwilliger kommandieren sollte, wurde nach einer Ligenmeldung derFrank­furter Zeitung" verwundet. Laval wurde mitten in die Brust getroffen und brach in den Armen eines Begleiters zusammen, als er mit anderen Vertretern der Zivil- und Militärbehörden, darunter auch dem Botschafter de Brinon, das Tor der Ver­sailler Kaserne Borguis-Desbordes betreten hatte, in der die Zeremonie der Verabschiedung der Legion stattfinden sollte. Laval muhte sich einer Operation unterziehen, über deren Verlauf noch nichts bekannt geworden ist.

Keine Chancen für eine Landung in Europa.

Italienische Betrachtungen.

Rom, 24. Aug. (Europapreß.) England und USA. legen sich wechselseitig die Notwendigkeit einer Landung in Europa als einzige Mög­lichkeit zur Niederringung der Achse nahe. General Wavell und sein Nachfolger haben USA. diese Landung empfohlen. Die Presse Nordamerikas hingegen eifert England an, eine Landung an der Südkuste zu versuchen. Seit einigen Tagen wird mit besonderem Nachdruck eine Landung in Ita­lien und auf seinen großen Inseln empfohlen. Dazu schreibt Gayda imGiornale d'Jtalia", die Geschichte der Landungen des englischen Heeres werde durch ein ununterbrochene Serie von auf­sehenerregenden Rückzügen auf die Schiffe gekenn­zeichnet. England und die USA seien sogar z u - sammen nicht in der Lage, eine Landung von auch nur Halbwegs ausreichenden Landstreit­kräften an irgendeinem Punkt Europas durchzu­führen. Fünf Millionen BRT. Handelsschiffsraum feien im Weltkrieg zur Landung eines auch nur eine Million Mann starken nordamerikanischen Heeres notwendig gewesen. Zur Landung sei ein volles Jahr benötigt worden. Dazu komme noch, daß das nordamerikanische Heer in aller Ruhe hintet der französischen Front habe zusammenge­zogen werden können. So begünstigt sei gegenwär­tig keine feindliche Landung in Europa. Ein nur

eine Million Mann starkes Heer sei heute nicht ausreichend, um auch nur mit der geringsten Hoffnung auf Erfolg Deutschland und Italien an­greifen zu können. Heute könnten außerdem Eng­land und die USA. nicht einmal über den zum Transport eines Heeres von einer Million Mann erforderlichen Schiffsraum verfügen. Ein der­artiger Versuch wäre nur unter vollständiger Ein­stellung der Kriegsmateriallieferungen an England über den Atlantik und das Rote Meer denkbar. Auch an der erforderlichen Anzahl von Geleit­schiffen würde es mangeln. Im Weltkrieg habe England 62 v. H. der als Geleitschiffe benötigten Kriegsschiffe einsetzen können. Heute aber sei der größte Teil der englischen Kriegsschiffe im Atlantik und im Mittelmeer sowie im Norden zum Schutz der englischen Inseln gebunden. Im Stillen Ozean sehe es für England und die USA. nichts weniger als beruhigend aus, weshalb die USA. unmöglich fast ihre gesamte Flotte zum Zweck des Ausgleichs im Atlantik zusammenziehen könnten. Selbst aus den Berechnungen der englischen und nordameri­kanischen Marinefachleute ergebe sich, daß es nicht möglich sei, zu einem ernsten Landungsversuch an den von der Achse besetzten europäischen Küsten die erforderliche Flotte von Handels- und Kriegs­schiffen aufzubieten und bereitzustellen.

Um eine sowjetischeBurmastraße".

Englands strategische Ziele im Iran.

Stockholm, 27. Aug. (Europapreß.) Im Gegensatz zu dem stark verbreiteten Optimismus, der fh der britischen Oeffentlichkeit über die britisch­sowjetische Invasion in Iran herrscht, warnen eng­lische militärische Kreise davor, zu große Erwar­tungen an diesen Feldzug zu knüpfen. Man solle nicht etwa glauben, daß er schnell und leicht durch­geführt werde. Schon die ersten Kämpfe zeugten von einem gesteigerten Widerstand Irans, der, von ausgezeichneten gebietsmäßigen Vorteilen gestützt, nicht zu unterschätzen sei. In politischen Kreisen unterstreicht man Englands fortgesetzte Be­reitwilligkeit, einen friedlichen Abschluß des Kon­fliktes anzustreben. Als britische Bedingungen nennt man: Ausweisung sämtlicher deutscher Staatsbür­ger, Internierung aller antibritischen Agitatoren und militärische Konzessionen zur Sicherung sowohl der iranischen Oelfelder als auch der Ver­bindungswege für das britische Militär quer durch Iran von Indien nach der Sowjetunion. Die englischen Zeitungen leisten sich im übrigen immer schärfere Angriffe gegen die iranische Neutralitäts­politik und sind der Auffassung,Neutralität be­stehe in einem Lande nicht, in dem sich Deutsche auf freiem Fuß befänden". Der Presse kommt es nur darauf an, daß einesowjetische Burma- Straße" geschaffen wird.Stockholms Tidnin- gen" meint, England habe vorübergehend den Ver­such gemacht, den erwünschten Kontakt mit der Sow­jetunion im hohen Norden zustandezubringen. Dieser Gedanke sei aber jetzt nach dem gescheiterten Angriff auf Petsamo auf gegeben worben.

Erbitterte Kämpfe am pay-i-Tag-paß.

Stockholm, 27. August. (Europapreß.) Ein Times"-Korrespondent, der fich bei den Truppen aufhielt, schildert ausführlich den britischen Einmarsch in den Iran, den er bei der Abtei­lung mitgemächt hat, die längs der Straße Bagdad Teheran mit Kermanshcch als er­stem direkten Ziel operiert. Der Grenzübergung, so berichtet er, fand am Montagmorgen noch in der Dämmerung in der Gegend von GafrJshirin statt und wurde von Abteilungen des indischen Heeres ausgeführt. Sie waren vor Ausbruch der Feind­seligkeiten in Khanaqin rund 150 Kilometer nord­östlich von Bagdad konzentriert worden. Eine i n - dische P a n z e r b r i g a d e , der britische Ka­vallerie zugeteilt war, ging in Richtung auf Kermanshah vor und stieß anfangs nur auf ge­ringen Widerstand. Als sie sich dem Pay-i-Tag-Paß näherte, wo der Weg in rund 3000 Fuß Höhe in die Zagros-Berge führt, kam es zu erbitterten Kämpfen mit den iranischen Truppen, die sich dort verschanzt hatten, eine Abteilung wurde darauf in Begleitung von Gurkhas (indische Infanterie) auf dem alten Karawanenweg gegen Gilan gesandt, von wo aus die Absicht besteht, den Paß zu um­gehen. Diese Operation ist augenblicklich im Gange, während die britischen Streitkräfte vor dem Pay-i-Tag-Paß sich vorläufig etwas zurückge­zogen Haben, um nicht noch größere Verluste zu

Heinrich Wolfgang Geidet.

Zum fimfundsechzigsten Geburtstag des Dichters am 28. August.

Kurz vor dem Weltkrieg machte ein Buch von Heinrich Wolfgang Seidel von sich reden: es ent­hielt neun Erzählungen unter dem TitelD e r Vogel Tolidan" und zeigte bereits alle Merk­male, sowohl der ererbten als auch der eigenen, einer epischen Begabung, die über den Vater Hein­rich Seidel, Fontane und Raabesich selbst" zu­strebte. Der Sohn des Leberecht-Hühnchen-Dichters sah das Leben in größeren Linien, erfaßte alles Geschehen mit einer stärkeren dichterischen Kraft und formte die Schicksale mit einer nicht selten ins Unheimliche vorstoßenden Phantasie, die kaum mehr an die humorige Kleinkunst des Vaters denken ließ. Mit einer aus gütigem Weltoerstehen gewachsenen tiefen Herzens- und Seelenkenntnis suchte der junge Erzähler den Sinn der Dinge hinter den Zufällig­keiten des Tages zu deuten, und zwar nahm er den ihm eigenen Humor au Hilfe, der vom Wohllauni­gen über das Groteske bis in die Bezirke des Ge­spenstischen reicht.

Von dem bunten Leben der Reichshauptstadt, in der Heinrich Wolfgang Seidel aufwuchs, erzählt der RomanDasvergitterteFenste r". Man gewinnt gute Einblicke in die Gesellschaft des alten Westens,' in Museen und Gesandtschaften, in das Treiben der verwinkelten Gassen an der Spree. Der Inhalt dieses Buches hätte zu einem guten Krimi­nalroman gereicht, so spannend ist die Fabel, aber der Dichter stellt die gewaltsamen Ereignisse in das Licht dichterischer Verklärung und leiht damit den schicksalhaften Verkettungen einen höheren Sinn.

Heinrich Wolfgang Seidels Fontanesche Kunst, das Tägliche zum Gegensatz des Alltäglichen hinauf­zuheben, wirkt fich in ihrer ganzen Spannkraft aus in dem RomanGeorge Palmerstöne". Er beginnt zur Zeit der ersten Berliner Eisenbahn und endet mit dem dänischen Kriege 1864. Auf dem Hin­tergründe der alten preußischen Hauptstadt schildert Seidel das mühevolle Leben des kleinen Berliners George Palmerstone, dessen Lebensgefühl einmal in den Worten angedeutet wird:Damals kam in fein Blut das erste Wissen um die Willkür aller menschlichen Ordnungen, die nicht zugleich Gesetze

unseres eigenen Wesens sind." Der Erzähler ideali­siert das immerhin nüchterne Leben Palmerftones nicht, aber er läßt Durchblicke auf über irdische Zu­sammenhänge von Führung und Fügung frei, und überhöht auf diese Weise das auf seltsamen Umwe­gen verwirklichte Leben des kleinen George. Das Werk gehört zu den besten deutschen Entwicklungs­romanen.

Langsam aber stet wuchs mit den Jahren das Schaffen Heinrich Wolfgang Seidels, es zeigte sich markanter noch als in den früheren Erzählungen in*ber Novelle©ent a", die einem Nooellenband den Namen gab. Im Mittelpunkt steht ein bal­tischer Gutsherr, von halbafiatischem Volk um- dröngt, umlauert, der jedoch immer und überall er selbst bleibt, ein schrulliger Gutsherr voll Humor und Lebensklugheit. Die starke ErzählungE l k" aus dem BandeAbend und Morgen" be­schwört dieDämonie der östlichen Landschaft an der Kurischen Nehrung und wird fast mythisch, wenn dort in der unheimlichen Stille des Ur­walds, wo eben noch ein merkwürdiger Wald­mensch hockt, sich das Geweih eines mächtigen Elchs in den Abend hebt.Elk" ist schlechthin eine deutsche Meistererzählung zu nennen.

Wenn Seidel hier und da aus der Freude am Schildern den epischen Gang ein wenig dehnte, so gelang es ihm in seinem letzten großen Roman Krüsemann", die Handlung ungemein zu straffen, und zwar fo stark, daß seine früheren Arbeiten wie Vorstufen wirken. Im Nachkriegs- bcrlin, in jenen trüben Tagen der Not und des Verfalls taucht das gütige Antlitz Ottokar Krüse- manns über dem Haften und Lärmen der Weltstadt auf. Als das Leben dieses Junggesellen keine Auf­gabe mehr zu haben schien, trifft er mit demvon dem Bolschewikenhai verfolgten" Studenten Sege- wold zusammen, der in tiefstes Elend geraten war. Er nahm ihn mit nach Hause, pflegte ihn gesund und erzählte ihm von seinem Leben als Handschuh­macher, das er aufgegeben hatte. Die weiteren Schicksale des ungleichen Paares hat Seidel mit unsagbar dichterischer Feinheit festgehalten, vor allem Krüsemanns väterliche Sorge und Sege- wolds Schuldgefühl. Bald aber zerbröckelt dem Alten die Zeit, er trauert dem Studenten nach in einer wundersamen Art und stirbt in der Liebe zu einem wie einen Sohn gehaltenen Menschen.

erleiden. Gleichzeitig mit dieser Operation über­schritt ein englisches Infanterie-Bataillon den Fluß Na fta Sh ah bei der Stadt Nafta Khan und besetzte nach Kämpfen den iranischen Teil des Del­hi ft r i f 15 , der hier von dem Grenzfluß durch­schnitten wird.

Vierzehn Divisionen rücken im Fran ein.

Mailand, 27. Aug. (Europapreß.) Nach einer Meldung desCorriere della Sera" haben die Sowjets gegen Iran sieben Divisionen ein­gesetzt, und ebenso viele britische Divi­sionen seien an der Küste des Persischen Golfes gelandet worden, um von hier aus in Iran vor- Aubringen. Dazu kämen die aus Belutschistan in Iran einmarschierenden indischen Truppen. Feindliche Flugzeuge hätten die Städte Ardabil, Rescht, Ahwas und andere Ortschaften bombardiert, wobei in den Wohnvierteln beträcht­liche Schäden angerichtet und nur wenige militä­rische Ziele getroffen worden seien. In Täbris habe die Flak ein feindliches Bombenflugzeug abgeschos­sen. Motorisierte sowjetische Truppen seien bis nach Dschufa und Maki vorgestoßen. Sow­jetische Kriegsschiffe hätten im Kaspischen Meer Ope­rationen gegen die iranische Küste ausgeführt. Die iranischen Truppen hätten den Sowjets in der Nähe von Marand auf dem Wege nach Täbris große Verluste zugefügt. Infolge die­ser Kämpfe hätten die Sowjets erst gegen 60 Kilo­meter weit in Richtung auf Täbris vorrücken kön­nen.

Erregung in Aegypten.

Englandfeindliche Kundgebungen in Kairo.

Istanbul, 27. August. (Europapreß.) Der Füh­rer der ägyptischen Wafd-Partei und ehemalige Ministerpräsident Nahas Pascha hielt in einer Parteiversammlung eine Rede, die erstaunlicher­weise auch durch den ägyptischen Rundfunk verbrei­tet wurde. Darm führte Nahas Pascha aus, Aegyp­ten habe zwar mit England ein Bündnis geschlossen, sei aber feit Kriegsbeginn in eine im­mer stärkere politische und militärische Abhän­gigkeit zu Großbritannien geraten. Auch wirt­schaftlich werde Aegypten immer mehr gekne­belt, denn England habe die Ankaufspreise für Baumwolle so niedrig festgesetzt, daß die Erzeuger kaum ihre Produktionskosten decken könn­ten. Auf diese Weise werde das Land dem Ruin entgegengetrieben. Die ägyptischen Nationalisten würden indessen nicht dulden, daß das Land in eine völlige englische Abhängigkeit gerate.

Wegen der Verletzung der Neutralität des Iran kam es laut Meldungen der römischen Morgenpresse zu englandfeindlichen Kundgebungen in der Koran- Universität Azhar, als an einem Bittgebet der Studenten des Iran um Schutz ihrer Heimat im Hofe der tausendjährigen Universität des Islams sich Tausende von Studenten aus der ganzen mo­hammedanischen Welt beteiligten. Ein ägyptischer Student verwies darauf, daß eine Schwester des Königs von Aegypten die Kronprinzessin des Iran fei, jeder Aegypter würde den gegenüber dem Iran begangenen Gewaltakt als gegen das ägyptische Volk und feinen König gerichtet betrachten. Anschlie­ßend wies ein arabischer Student auf das Marty­rium feiner Brüder in Palästina hin. Hierauf kam es im Hofe der Universität zu einer stürmischen eng­landfeindlichen Kundgebung. Von einigen Ulemas (islamischen Geistlichen) war versucht worden, be­ruhigend auf die Studenten einzuwirken und die Ruhe wiedenherzustellen, was ihnen aber nicht ge­lang. Auch Mondo Arabo berichtet aus Tunis über eine große Erregung in den ägyptischen Volks­massen wegen des englischen Angriffs auf Iran. Don den Wafdisten sei in Kairo eine Straßen- kundgebung veranstaltet worden, wobei Hoch­rufe auf den Schah, den Kronprinzen und die Kron­prinzessin des Iran ausgebracht worden feien.

Personenverkehr TürkeiEuropa unterbunden.

I st a n b u l, 27 Aug. (Europapreß.) Die tür­kischen Militärbehörden haben ein generelles Ver­bot erlassen, wonach Ausländern die Durch­reise durch Thrazien ohne besondere Ge­nehmigung des türkschen Großen Hauptquartiers in Ankara verboten ist. Dieses Verbot wurde auch auf den bisher gestatteten Zug- und Autobus­verkehr ausgedehnt, so daß damit praktisch jeglicher

Heinrich Wolfgang Seidels Werk zählt es wäre noch fein treffliches Fontane-Buch zu nennen nicht viele Garben, aber jede ist voller reifer Aehren, und fo darf er zufrieden auf feine bis­herige Ernte blicken. Seidels Werk hat einmal je­mand mit Recht ein'Stück heimliches Deutschland" genannt, von dem, so wäre zu ergänzen, die ein­mal unerbittliche Auslese haltende spätere Zeit das meiste zur wertvollen deutschen Epik rechnen wird.

Die Ehrengabe.

Von Willi Fehse.

Ein Jahr nach der Beendigung des deutsch-fran­zösischen Krieges weilte ein junger Poet, dem ge­rade der erste Lorbeer grünte, bei Fritz Reuter in Eisenach.

Der Mecklenburger hatte nach den bitteren Jah­ren der Not endlich am Fuße der Wartburg fein eigen Hüsung gefunden. Er war Student und nach seiner Festungszeit Landmann, Lehrer und Schrift­leiter gewesen, ehe er zu dem Dichter niederdeut­schen Volkstums reifte, der auch auf dem dunkelsten Schicksalsgewölk noch ein Regenbogenspiel aus Witz und Laune zu entzünden vermochte.

Ehren und Auszeichnungen flössen ihm jetzt im­mer mehr zu. Es war, als wollte die Gegenwart cm dem alternden Manne wieder gutmachen, was die Vergangenheit an seiner Jugend sündigte. Reu­ter freute sich gewiß über den Beifall und Dank, den seine Bücher fanden; denn jedes Echo, pflegte er zu sagen, verstärkt den Hall der eigenen Stimme und läßt chre Rufe vernehmbarer werden. Doch räumte er diesen Dingen keine Macht über fein Herz ein, wie der ruhmsüchtige Jüngling zu tun schien. Vielmehr bewahrte er sich auch im Ruhm die biedere Bescheidenheit, zu der ihn Leid und Svrae erzogen ...

Als er nun mit seinem Gastfreund in seinem Garten saß, fragte dieser, welche von all den Ehrun­gen, die er in seinem Leben empfangen hätte, ihn die wertvollste dünke. Der Ehrendoktor der Universi­tät Rostock? Der Maxirniliansorden des bayerischen Königs? Der Tiedgepreis? Die glodene Medaille für Kunst und Wissenschaft?

Fritz Reuter lächelte und strich sich über seinen grauen Bart.

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Staaten teil ne hm en sollen. Auf dieser Konferenz soll die Zweckmäßigkeit engster Zusammenarbeit

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Die ersten Amazonen haben ihren Dienst schon aiw getreten, vorläufig in der Uniform der schwedische» Lotten. Sie werden aber baldmöglichst eine be* sondere Uniform mit militärischen Rangzeichen er­halten.

Kleine politische Nachrichten.

Anläßlich der 5. Sommerkampfspiele in Breslau fanden Arbeitsbesprechungen zwischen den Fühl' rem der Hitler-Jugend und den ausländischen Dee-

den USA. erörtert werden.

Das LlSA.-Schiffsbanprogramm.

Washington, 27. Aug. (Europapreß.) D« Marineausschuß verhandelt gegenwärtig über bii Herrichtung von 23 weiteren Heilige; auf den bestehenden Werften zwecks Durchführuiv des neuen 1,246 Milliarden Dollar umfaffenbei

Personenverkehr von der Türkei nach Europa urti umgekehrt unterbunden ist.

Verhaftung kubanischer Staatsangehöriger.

Schiffsbauprogramms. Das Programm sieht Neubau von 566 Schiffen vor, wodurch das famtprogramm fich auf 1276 Schiffe erhöht, denen 100 bereits fertiggestellt sind.

Die LlSA.-Militärmission für Tschungking und Moskau.

Washington, 27. Aug. (Europapreß.)

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Berlin, 28. Aug. (DNB.) Wegen ftaatsfeini, , V kicher Umtriebe und Handlungen, die gegen di, : Mm Sicherheit des Deutschen Reiches gerichtet wäre:, ist in den besetzten Gebieten eine Reiht kubanischer Staatsangehöriger in Haft genorm

nordamerikanifche Militärmission, die, wie schoi \ gemeldet, nach China entsandt wird, wird von Brigadeaeneral John Magruder geführt. Jh j ist die Aufgabe gestellt, den Materialbedarf um) die strategischen Kriegsprobleme Chinas zu stu frieren. Roosevelt erklärte Pressevertretern, daß fit im Einklang mit der geplanten U 8 A. - M i s s io u i nachSowjetrußland stehe. Die Ausgaben der Missionen bezeichnet der Präsident als gleich. 1 artig, fügte aber hinzu, daß die Mission nach bet ; Sowjetunion sich nicht mit Hilfsmaßnahmen auf; Grund des Leih- und Pachtgefetzes befassen werde Die China-Mission werde voraussichtlich in vier­zehn Tagen abreisen. General Magruder besitz! langjährige Erfahrungen, da er in China als Mil»

Min leewen Fründ", erwiderte er, während sein! Blick über das sonnenüberglänzte, malfrgrüne Tu! zu seinen Füßen schweifte,n oller Knaster wiit unsereins hat'n armem Geschmack as son jungem Kirl wie Sei ... Sie werden sich wundern, wem ich Ihnen die Ehrengabe nenne, die mir von allem am meisten Freude machte. Wissen Sie, was es war? Eine Gänseleberpastete!"

Eine Gänseleberpastete?" fragte der Jüngling verdutzt.

Eine Gänseleberpastete", wiederholte der Dichteft und hinter feinen Brillengläsern blitzte es schalkhaft auf. ' |

Allerdings", fuhr er nach einer kleinen Kunft' pause fort,hatte es damit seine eigene Bewandt? nis. Ein deutscher Soldat schickte sie mir im vorigen Jahr aus Elsaß-Lothringen ... Sozusagen als Probe aus dem neu errungenen Reichsland, wi« er schrieb. Er hatte im FeldlagerUt mine Festungs- tid" gelesen, wissen Sie, und so kam er darauf Gerade, als die Glocken die Gründung des Reiches einläuteten, kam die Sendung bei uns an. Und nicht wahr, Luising", wandte er sich an seine Frau, bi« jetzt herzutrat und auf das Tischchen zwischen den beiden ein Tablett mit Gläsern niedersetzte,nicht wahr, Luising, das war uns ein Festmal, als wie fie verzehrten? Ich dachte dabei an meine sieben Festungsjahre, und daß sie, wie der Soldat meinte nun ihren Sinn bekommen hatten; denn jetzt Der- wirklichten sich ja die Träume der Jugend, die wie als Burschenschaftler mit dem Kerker büßen muß-' ten ... Den Brief sollen Sie nachher lesen. Danin verstehen Sie vielleicht noch besser, warum mir bis Gabe des Soldaten über alle andern Ehren geht. -

Damit griff der Dichter nach einem der Glases nickte seiner Frau heiter zu und erhob es gegem den Gastfreunfr, der bei feinen Worten sehr nach* denklich geworden war.

Ich trua damals", gestand er später, als er W zu einem bescheidenen und tüchtigen Menschen ent­wickelt hatte,das Schreiben eines berühmten deut­schen Kritikers in der Tasche, das meiner Eitelke» sehr schmeichelte. Ich habe es weder Reuter, uns ich vorhatte, noch irgendeinem andern gezeigt. Was bedeutete es gegen die schlichte Gabe des Soldaten die dem Wirken eines Dichters zugleich aus dem Glück des Vaterlandes antwortete?"

werden sie jedoch in gewissem Umfang auch im MM Waffengebrauch ausgebildet roerbem

men worden. M

Roosevelt will mit den süd- , amerikanischen Staaten konferieren. . ,«

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Der Führer hat dem Geheimen Regierungrm Professor Dr. Dr. e. h. Bruno Tacke in Bremern aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres -in Anerkennung feiner «Verdienste um die neuzeil-? liche deutsche Moorkultur die G o e t h e m ed aill« für Kunst und Wissenschaft verliehen.

*

In Rom ist Admiral v. Hintze, der ehemalig" Staatssekretär im Auswärtigen Amt, auf dem

Washington, 27. Aug. (Europapreß.) Prz. fifrent Roosevelt hat an sämtliche südamerikanische, Regierungen die Anfrage gerichtet, wie sie sich einer Konferenz in Washington stellet,

legationsführern statt. Der bevollmächtigte Vertm

ter des Reichsjugendführers, Stabsführer Möckell e yV. unterhielt sich mit den Führern der Abordnungen aus Portugal, Dänemark, Japan und mit dem Führer der kroatischen Ustascha-Jugend, Professon

tärattach4 tätig gewesen ist.

Amazonen-Abteilungen im schwedischen Heer.

Kopenhagen, 27. Aug. (Europapreß.) Wer Kopenhagener Blätter aus Stockholm melden, hl» man in Schweden beschlossen, Amazonen-Abteilun- gen im schwedischen Heer einzuführen. Man will die Amazonen nicht direkt im Waffengebrauch aus- bilden, sondern sie vornehmlich auf Schreib­stuben in den Kasernen und auch im FelLi als Helferinnen in Stäben und im

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