Aus der Stadt Gießen.
Serien auf dem Lande
UeberaU da, wo die Frage des Ferienaufenthaltes der Kinder nicht ohne weiteres durch die Landver» fchickung gelüst ist, [ft es ein besonderes Erzlehungs- Problem für die Mutter: wie sorge ich für Beschäftigung und Unterhaltung der Kinder, besonders der kleineren, während des Ferienaufenthalts auf dem Lande? Auch ihr selbst sollen ja die Ferien Ausspannung und Erholung bringen und nicht nur die Fortsetzung der häuslichen Sorge für die Ihren in einem anderen Rahmen bedeuten Das Beste für alle wird sein, wenn sie die Kinder — auch die kleineren — fty viel wie möglich sich selbst überläßt und nicht auf Schritt und Tritt mit Geboten und Verboten hinter ihnen her ist. Der Ferienaufenthalt, sei es auf dem Lande, sei es an der See, bedeutet für das Kind die Entdeckung und Inbesitznahme einer neuen Welt. Die will es sich am liebsten ganz allein erobern. An jedem Ort werden
Verdunkelungszeit
24. Juni von 21.49 bis 4.59 Uhr.
sich Spielkameraden finden, die ihm gemäß sind und mit denen es sich sein Ferienglück suchen kann. Viele Gefahren, die in der Stadt drohen und vor denen das Kind nur durch die unablässige Behütung durch die Mutter bewahrt bleiben kann, fallen aus dem Lande fort, und die Mutter kann es getrost die neue Umwelt allein oder in Gesellschaft ein- heimischer Kinder entdecken lassen. Mehr auf sich selbst gestellt als zu Hause wächst seine Selbständigkeit und kann ftd) ungefährdet entfalten. Jede Selbsthilfe, jedes Selbst-Etwasmachenkönnen löst bei dem normalen Kinde eine große, innere Befriedigung aus und läßt seine kleine Persönlichkeit wachsen.
Schon bei den Vorbereitungen der Ferienreise stelle man sich darauf ein, das Kind für die einfache, ländliche Umgebung auszurüsten. Die „guten" Kleidchen können ruhig zu Hause bleiben, wichtig sind nur derbe, leicht waschbare Sachen, damit nicht jeder Grasfleck oder ein Riß der Anlaß zu Ermahnungen und Schelte sind. Auch in der Auswahl der mitzunehmenden Spielsachen übe man Beschränkung auf einfache Dinge wie einen Ball, Ausschnittbogen, Papier und Buntstifte und ein kleines Gesellschaftsspiel für Regentage. Auf dem Lande gibt es so viel zu sehen und zu entdecken, daß bei dem Kinde das Verlangen nach vielerlei Spielzeug gar nicht aus kommt.
Gerade das verwöhnte Kind sollte während der Ferienreise an Einfachheit gewöhnt werden. Man überlasse es auch getrost dem Umgang mit den ländlichen Spielgefährten, selbst auf die Gefahr hin, daß es in Sprache und Gehaben etwas derber wird, als es zu Hause erwünscht ist. Gerade von diesen kleinen Kameraden kommt den Stadtkindern recht eigentlich das Ferienglück. Sie sind in der Natur und in der Tierwelt heimisch und eröffnen den Ferienkindern den Blick in eine ganz neue Welt. Nur von ferne überwache die Mutter ihre Ferienkinder, ohne sich ununterbrochen um sie zu kümmern. Auch eine Beule ist kein Unglück, vor dem sie ängstlich behütet werden müssen. Die Mutter tut den Kindern — und auch sich selbst — das Beste, wenn sie auch etwas Erzlehungs • Ferien nimmt. Das bedeutet für sie selbst wirkliches Ausspannen und Erholen und für die Kinder das Glück der Entdeckung einer neuen Welt und ihrer eigenen Kräfte. S.
Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Weg ins Freie". •— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Stern von Rio".
Hilf mit!
Die Deutsche Arbeitsfront und das Deutsche Rote Kreuz sammeln am £8. und 29. Juni, den Tagen der 1. Reichsstraßensammlung des 2. Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz. Neben den Sammlern des DRK. iverden die Walter der Deutschen Arbeitsfront, die Warte der NS.-Gemeln- schäft „Kratt durch Freude" und die Angehörigen der politischen Stoßtrupps in den Betrieben mit der Sammelbüchse an euch herantreten. Heckenrosen in vier verschiedenen Ausführungen werden das Zeichen fein, daß jeder Deutsche seine Spende gegeben hat. Aber wir wollen es in diesem Jahr
Die Dominiks.
Roman von Hellmuth M. Böttcher.
12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„So ist es!" muß Nissen zugeben. Zugleich ärgert er sich, daß er nicht schon selber an Professor Erik gedacht hat. Dabei fällt ihm zum ersten Male wieder ein, daß Lietzendorf Assistent von Erik war und eigentlich Bescheid wissen müßte.
Da spricht Brigitte das gleiche aus.
„fioft du denn nicht mal mit Lietzendorf darüber gereoet?"
Er antwortet nicht gleich und bann weicht er aus.
„Ich werde noch heute einen Brief an Professor Erik diktieren. Natürlich ganz allgemein, daß er nicht weiß, worauf ich letzten Endes hinziele. Ihn braucht ja sowieso bloß die chemische Seite der Sache zu interessieren."
Brigitte versteht das Mißtrauen nicht.
„Professor Erik ist doch schließlich ein Mann, mit dem man offen sprechen kann."
Aber davon will Nissen nichts wissen.
Man kennt Erik zu wenig. Man weiß nicht, ob er nicht schon durch eine Anfrage der Dominik- Werft etwa auf Gedanken gebracht wird, die' man besser vor ihm geheim hält. Diese Gelehrten unterhalten viel zu viele Beziehungen nach allen Seiten und Kreisen hin.
Schon daß Erik mit Lind verkehrt, macht ihn verdächtig. Wie nun, wenn er zufällig mit dem Konkurrenten zusammentrifft und ihn ganz arg- los fragt: „Sagen Sie, bei Ihnen in der Stadt gibt es doch noch eine zweite Werft — was interessiert die Leute eigentlich die Frage, wie man aus der Kohlensäure den Sauerstoff zurückgewin- nen könnte — und zwar nicht die Frage etwa bloß nach der theoretischen Seite hin, sondern die Antwort nach den chemotechnischen Möglichkeiten?" Nichts liegt näher, daß Professor Erik so fragt, und über das, was Herr Lind bann tun wirb, braucht man sich bann wohl kaum noch Gedanken zu machen.
Aber es brauchte ja nicht einmal bloß Herr Lind zu fein. Es 'gibt noch genug andere Werften
hindern.
Sonnenbaden — jedoch mit Vorbehalt
Seltsam. —
heißem Atem ein Geheimnis zu.
fragt sie auch etwas. Und allmählich gewinnt sie
ein Bild von... von Friedrich Dominiks Sohn.
Brigitte weih, daß der Vater am nächsten Sonn
Kranke Zahne vermindern unsere Leistungskrast. Wir haben deshalb die Pflicht, die Zähne immer gründlich zu pflegen.
Bund 9 Rpf.
** Deutsches Frauenwerk Gießen« Mitte. Am 26. Juni, um 20 Uhr, findet im „Burg- Hof" der Gemeinschaftsabend statt. Vortrag von Frl. Dr. Block über England.
** Die Hauptversammlung des Ober- hessischen Gebirgsvereins, die wegen der Kriegslage im vorigen Jahre ausfiel, findet in diesem Jahre am Sonntag, 6. Juli, in Gemünden an der Wohra statt.
Gpielvereinigunq 1926 Leihgestern.
Leihgestern l.Jgd. — Niederweisel 1. Jgd. 4:0 (3:0). Leihgestern 2. Jgd. — Niederweisel 2. Jgd. 2:3 (1:2), Leihgestern Schüler — Großen-Linden Schüler 5:2.
Die 1. Jugend der Spieloereinigung lieferte gegen Niederweisel ein gutes Spiel. Dem Spielverlauf wird das Resultat vollauf gerecht. Beide Mannschaf' ten hinterließen einen guten Eindruck. Die in öü 2. Jugend eingestellten neuen Kräfte fanden sich zuerst nicht ganz zurecht, so daß sie gleich mit 0:2 ine Hintertreffen kamen. Nach Halbzeit klappte es bann besser, aber es reichte nicht ganz zu dem verdienten Sieg. — Die Sportdienstgruppe errang in Großen- Linden einen schönen Sieg.
Oie Brandbekämpfung bei Luftangriffen
Ln erster Linie Aufgabe der Selbstschutzkräfte.
falls unter Heranziehung der nachbarlichen Hilfe und anderer geeigneter Personen bas Menschenmäg-
< : r _____ cr> - L - : S. . - Ulf
Doch Nissen will nichts davon wissen.
Brigitte hat Nissen seit ein paar Wochen nicht zu sehen bekommen. Er steckt über beide Ohren in der Arbeit. Aber sie haben wenigstens wohl täglich einmal, manchmal auch öfter, miteinander telephoniert. Dann ist Matthcus Lind dahintergekommen unb hat weitere Unterhaltungen verboten.
Brigitte hat wohl zwei^Tage lang geheult. Am dritten hat sich ein Herz genommen unb mit der Mutter gesprochen.
Nicht von ihrer jungen, traumseligen Liebe. Von der weiß sie ja selber raum. Aber von ihren Ritten unb heimlichen Zusammenkünften mit Nissen. Auch von seiner Arbeit, an der sie schmerzhaft-beseeli- genbe Anteile hat.
„Vater wollte wohl bloß nicht bie viele Tele- phonierorei. Man weiß ja nie, ob nicht bas Frön- \ lein vom Amt zuhört. Unb in unserer kleinen Stabt schwatzen bie Leute gern ... Außerdem hat Nissen Dominik ja noch nicht mal Besuch bei uns gemacht. Martha Lind hörte aufmerksam zu. Manchmal Sag ihm, das solle er nachholen. Vielleicht am an! (U mirk 11 »K zsfT w nkf, 4. nnmutnl f«o SoNNtag ?
8
a&etfi
■A
Uli iw D E in einem
pW
i* »4 Hill«®1“ Jifiertc u ,isP-W , litte MJ L *
fielt tftti Über öi
Beim Sonnenbad ist dringend Vorsicht anzuraten. Nicht gleich zu Beginn der schönen, warmen Jahreszeit darf das Bad übertrieben, zu lange ausgedehnt werden. Auch an die Wärme, an die starken Strahlen der Sonne muß sich der Körper allmählich gewöhnen. Außerdem eignet sich ein langes Sonnenbad nicht für jeden Menschen. Es gehört unbedingte Gesundheit der Organe dazu, denn die Sonne hat nicht nur die Kraft, heilsam zu wirken, sondern man kann auch erreichen, daß Krankheitskeime aller Art unter ihrer starken Einwirkung aufblühen und sich noch mehr verbreiten. Ein bekanntes Beispiel für diese Behauptung ist die Tuberkulose, die bei zu starker Bestrahlung nur noch mehr um sich greift; auch den Tuberkeln bekommt nämlich die Sonne, und unter ihrem Einfluß dehnen sie sich aus, werden kräftiger und damit immer verderblicher für den Menschen. Ferner wird ein schwaches Herzvon der Sonne viel au sehr angestrengt. Alternde Menschen, die unter Arterienverkalkung und zu hohem Blutdruck leiden, vertragen auch nur wenig Sonne.
Wer vollkommen gesund ist, der kann es wohl wagen, sich stundenlang der Sonne auszusetzen, vorausgesetzt, daß er einige dringend notwendige Vorsichtsmaßregeln trifft. Wie lange jedem einzelnen ein Sonnenbad zuträglich fein kann, ist schwer zu sagen; der beste Maßstab dafür ist das Befinden nach dem Bade. Fühlt man sich gestärkt unb wohl, so yat bas Bad seine richtige Wirkung erreicht, bei Schwindel und Schwächegesühl wurde der Körper der Sonne zu lange ausgesetzt.
Auf alle Fälle ist es wichtig, auf bie Augen, die Haut und den Kopf zu achten. Einkremen ober Einölen verlangt jede Haut, wenn schmerzhafter Son- nenbranb vermieden werden soll, der nicht nur unschön aussieht, sondern hohes Fieber Hervorrufen kann. Auch hier kommt es auf den einzelnen Menschen an. Die besonders zarte weiße Haut der Blonden und Rothaarigen erfordert mehr Vorsicht und damit eine kräftigere Behandlung mit einem Schutzmittel gegen Sonenbrand als die Haut brünetter
der Entscheidung nicht bei einer Spende belassen, sondern an bie Opfer an Gut und Blut denken, die untere Soldaten für Deutschland- gegeben haben und immer noch geben. Diesen Männern will das Deutsche Rote Kreuz helfen, .soweit dies nur irgend möglich ist.
Männer und Frauen in der Front der deutschen Arbeit, hier darf uns fein Opfer an Geld unb Gut zu groß sein. Darum beweise durch deine Tat, was dir dein deutsches Volk unb Vaterland wert sind, und hilf durch dein Opfer mit zum Siege in dem uns von den Engländern und Juden aufgezwun- genen Krieg.
Neue Tarifordnungen.
Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen hat, nachdem kürzlich eine Tarifordnung für die Angestellten in den Metallbetrieben erlassen wurde, nunmehr auch für die Angestellten der Industrie der Steine unb Erden durch Tarifordnung die Gehälter unb Arbeitsbedingungen neu geregelt. Die Tarifordnung tritt an die Stelle zahlreicher sehr unterschiedlicher Tarifverträge, die nunmehr durch eine nach einheitlichen Gesichtspunkten
bestehende Ortsklasseneinteilung anderer Gewerbe« gruppen abgestimmt, wobei die Löhne entsprechend' der Wertigkeit der Tätigkeiten des einzelnen Ge-' folgsmannes ebenfalls neu geordnet wurden. Die ■ Bestimmungen über den Urlaub, bie Weiterzahlung 5 des Lohnes bei Arbeitsoersäumnis, insbesondere im Krankheitsfall, unb die übrigen Vorschriften wurden unter Beachtung der Besonderheiten im Holzgewerbe denjenigen angeglichen, die in neueren Tarifordnungen für andere Gewerbezweige bereits festgelegt sind.
Wieder Tanzverbot.
Der Reichsführer jj unb Chef der deutschen Po- lizei hat die Polizeibehörden angewiesen, wegen der i Kampfhandlungen an der Ostfront alle Tanzver« anftaltungen zu untersagen.
Sammelt Familiendokumente de« Zeitgeschehens!
Aehnlich wie sich bereits seit einigen Jahren das Dorfbuch bewährt hat als eine Sammlung und Quelle der Familiengeschichte des Dorfes oder der einzelnen Familien, soll nun auch ein „Deutsches Familienbuch" für bie städtischen Haushaltungen herausgebracht werben. Das Deutsche Dolksbildungs« werk von KdF. hat in Verbindung mit dem Reichs- Heimstättenamt der DAF. bie erforderlichen Dorbe« reitungen getroffen. Obwohl mit der eigentlichen. Herausgabe erst nach dem Kriege zu rechnen ist, wird doch schon jetzt an die.Volksgenossen appel« , liert, in diesen entscheidenden Tagen völkischer Geschichte Familiendokumente des Zeitgeschehens für ihr späteres Familienbuch zu sammeln, so z. B. Feldpostbriefe, Bilder, Zeitungsausschnitte, kurze, stichwortartige Aufzeichnungen usw. Das Familienbuch soll mit beitragen zur bewußten Pflege einer Familien- unb Heimkultur, es soll auch Ratgeber sein in allen wichtigen Fragen nationalsozialistischer Art auf biesen bedeutsamen Gebieten bes Lebens, z. B. bei der Kindererziehung, beim Feierabend Im Heim usw. Entsprechend wird es gestaltet werden.
Gießener Dochenmarktpreise.
* G i e ß e n, 24. Juni. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 47, Wirsing 22, gelbe Rüben, das Bund 20 bis 25, Spinat, V» kg 10 bis 12, Römischkohl 12 bis 14, Bohnen, grün, 45 bis 52, Spargel 30 bis 70, Erbsen 40 bis 70, Mischgemttse 12, Lauch 24, Sel- lerie 21, Blumenkohl, das Stück 80 Rpf. bis 1 RM., Salat 10 bis 12 Rpf., Salatgurken 25 bis 50, Oberkohlrabi 10 bis 15, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das
Wenn sie Brigitte erzählen hört, da verwischt ich vor ihren Augen die Gegenwart. Alle Stunden tehen plötzlich aus, sind wieder voller Leben. Auch ie ist einmal jung gewesen. Auch sie saß so, genau o, einmal bei ihrer Mutter unb flüsterte ihr mit
«ritii
Auf librib, 24.3 U ist am 2 Lammengetre: k Beratungen k & wurde m der Fein kn Reich ur chrochen wi Limba" oeröf Md)« Verla Wehen ist. p deutschen i jfinen e i ■ mürbe Sp iWn aud i'-lltschland f |»U5 eir [ihr, da dc M Machte i Wpa hinlei Mjtenorgan WH abzeic Heck, so sa iitag in Eu fioeber für । M Die S i r dm Aolschi
berung feiner Ausbreitung tun.
Der Einsatz des Feuerlöschdienstes wird also im allgemeinen nur dort erfolgen, wo die Selbstschutzkräfte nicht ausreichen unb wo die Gesamtlage nach den Ueberlegungen der Luftschutzleitung im Interesse des Feuerschutzes lebens- und kriegswichtiger Betriebe dies gestattet. Nur so ist Gewähr dafür geboten, daß die Feuerlöschkräfte dort eingesetzt wer- den, wo sie im Interesse der Gesamtkriegführung am dringendsten nötig sind. Wenn die Gesamtlage es gestattet, werden natürlich auch für die kleinsten. Ärandfälle Feuerlöschkräste zur Verfügung stehen. Bis dahin ist es Pflicht des Selbstschutzes, bie Ausbreitung ejnes etwa entstandenen Brandes zu ver
tag zur Jagd ist. Die Mutter muh das auch wissen. Aber vielleicht denkt sie nicht daran. Oder denkt sie doch daran und macht gerade darum den Vorschlag?
Fünf Minuten später hängt sie am Fernsprecher. Am Automaten des Postamts — da kann Mat- theus Lind nicht mithören wie aus feinem Arbeit«» zimmer, von wo er neulich Brigittes Gespräch belauscht hat.
„Du!"
„Brigitte?"
,Ha! Bloß ganz kurz. Ich hab' mit Mutter ßc sprachen. Du kannst Besuch machen. Am Sonntag. Alles andere besprechen wir heute nachmittag. Du kannst mich abholen. Wir bummeln ein bißchen. Oder magst du nicht?"
Natürlich mag Nissen.
Er hat zwar allerhand Dinge im Kopf. Dor allem die Ausarbeitung eines allgemeinen Infor« matlonsberichtes an den Chef der Kriegsmarine. Das i[t eine gewaltige Arbeit. Eine Broschüre mitt' leren Umfanges. Sie soll von den geheimen Plänen, bie im Archiv eingeschlossen sind und eingeschlossen bleiben werben, vorläufig nichts verraten, aber so viel davon anbeuten, daß die Herren sehen: Aus der Dominik-Werft wird gearbeitet.
Einen guten Teil davon kann das technische Büro ohne Nissen bewältigen. Er gibt feine Anweisungen und Direktiven. Schließlich mag auch Lietzen- Dorf mal beweisen, wofür er fein Gehalt kriegt.
Endlich heult die Sirene.
Nissen sieht, daß er schnell wegkommt. Aber im letzten Augenblick kommt Lietzendorf. Er will Ein- zelhelten wissen. Aber Einzelheiten sollen ja nicht in dem Jnsormationsbericht verraten werben.
„Nun — wenigstens für mich, damit ich nichts Falsches sage."
Wenn Nisten es nicht so eilig hätte, wurde er jetzt vielleicht etwas von seinem Geheimnis verraten. Aber er hat es eilig. Und Lietzendorf ist beleidigt. Er hatte mehr Vertrauen vorausgesetzt.
„Tut mir leid, Herr Lietzendorf. tut mir wirk' sich leid. Aber heute geht's wirklich nicht. Sehen Sie zu, daß Sie allein fertig werden. Schreiben Sie möglichst wenig. Je mehr1 Sie verschweigen, desto mehr können sich die Herren denken."
(Fortsetzung folgt.)
Brigitte ist stiller, in sich gekehrter, als Martha Spreckels es war. Auch klarer, bewußter, sicherer. Sie hat viel von ihrem Vater geerbt, der auch stets klar, stets bewußt, stets sicher ist Sie wird ihren Weg einmal besser finden, als ihre Mutter es tat, und sie wird ihren Weg zu Ende gehen unb nicht auf Halder Strecke zurückschrecken und abbiegen.
Martha Lind hört zu, wie ihr großes Mädel erzählt. Und hat dabei ihre eigenen Gedanken. Sie sieht den jungen Dominik vor sich stehen, sieht ihn schreiten, hört ihn sprechen: ein junger Mensch mit dem glücklichsten Temperament von der Welt — ein Gemisch von Frohsinn und Nachdenklichkeit, von himmelstürmendem Enthusiasmus und behutsamer Besonnenheit, ein Mann, der Dichter unb Rechner zugleich fein könnte...
Und mit einemmal erschrickt Martha Lind vor sich selbst. Denn sie hat an einen gedacht, der auch Dominik heißt, aber nicht Nissen, und der vor dreißig Jahren jung und strahlend und verllevt mar.
„Wir müssen ihn mal zum Tee zu uns bitten", schlägt sie vor und lächelt ein unsichtbares Lächeln.
„Mutter", jauchzt Brigitte, „das wäre fein!" und ist gleich wieder besorgt. „Aber Vater wird es nicht dulden? Er hat mir schon das Telephonieren verboten."
„Hm..."
Die Mutter muß Nachdenken. Es ist nicht so leicht, dem Kinde zu Helsen unb den Vater nicht zu erzürnen. Schließlich schwindelt sie sich selbst eine kleine Notlüge vor.
getroffene Neuordnung abgetöft werden. Unter Beachtung des Grundsatzes, daß für eine gleichwertige Tätigkeit auch das gleiche Entgelt gezahlt werden muß, einerlei, in welchem Betrieb Der Angestellte beschäftigt ist, wurde die neue Tarifordnung eng an die genannte Regelung für Metallbetriebe angelehnt. Neben den Bestimmungen über Arbeitszeit, Urlaub, Mehrarbeit, Kündigung, bringt bie Tarifordnung eine genaue Aufgliederung der Änestellten nach Tätigkeitsmerkmalen. Die Gehälter find entsprechend der Berufsausbildung, Tätigkeit und bes Lebensalters abgeftuft. Die Ortsklasseneinteilung entspricht der Einteilung in der Metallindustrie. Die Tarifordnung tritt am 1. Juli 1941 in Kraft.
Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen hat ferner durch eine neue Tarifordnung die Arbeitsbedingungen der Gefolg- schattsmltgli^er in der Holzindustrie unb im Holz- handwerk im Wirtschaftsgebiet Hessen nunmehr einheitlich geregelt. Die bisherige Uneinheitlichkeit in der Ortsklasseneinteilung sowie der Unterschieb in der Entlohnung im Holzhandwerk und in der Holzindustrie ist durch diese Neuregelung beseitigt worden. Das Ortsklassenverzeichnis wurde auf bie schon
in Deutschland, auch solche, die U-Boote bauen. Mit Lind wär's vielleicht noch nicht einmal bas Schlimmste. Denn er hat feine Erfahrung auf diesem Spezialgebiet. Aber wenn bie Schichau-Werft oder Blohm & Voß, ober die Vulkan-Werft von Professor Erik mit der Nase Darauf gestoßen werden — die Leute wissen auch, wozu sie auf der Welt sind. Und gewisse technische Aufgaben liegen In der Luft. Sogar in der Fachpresse unb in den Nachschlagewerken wird schon davon geschwafelt: „Die Entwicklung einer Einheitsantriebmaschine ist bisher noch nicht gelungen. An dem Problem wird aber fortgesetzt gearbeitet." Sogar im Lexikon kann man’s schon lesen. Gewisse technische Aufgaben liegen eben manchmal in der Luft. Es kommt nur Darauf an, zuzupacken. Der inDuftrieüe Fortschritt hat seine eigenen Gesetze, bie nichts aufhalten kann. Wenn die Zeit für bie Lösung eines neuen Problems reif ist, Dann finD Die Erfinder meistens schneller Da als man meint unb ihnen gegenseitig lieb ist. Auch Werften gibt es genug auf der Welt, in Deutschland und überall sonst, Werften, Deren Inhaber unb Direktoren ähnliche Ziele vor Augen sehen mögen wie Friedrich Dominik, der Deutschlands U-Boot-Siege miterfochten hat.
Darüber grübelt Nissen .
Unb Brigitte gibt ihm recht.
„Ich glaube, du solltest doch mit Lietzendorf sprechen. Er ist doch eigentlich Der Nächste dafür/
folgen.
Auf Grund der ihr von den Polizeirevieren zu- gehenden Meldungen erhält bie örtliche Luftschutz- lei tun« einen Ueberblick über die Gesamtlage unb setzt ihre zur Verfügung stehenden Feuerlöschkräste zunächst dort ein, wo lebens- und kriegswichtige Interessen gefährdet sind.
Die Bekämpfung von Brandschäden geringerer Art nach Luftangriffen Ist Aufgabe des Selbst- K. Die Selbstschutzkräfte müssen auf Grund laltenen Ausbildung und Anweisung nötigen-
Menschen. Kind er haut aber ist stets besonders zart und empfindlich und verlangt oftmaliges und reichliches Einfetten. Zu beachten sind vor allem die Stellen des Körpers, die der Sonne besonders aus- gesetzt werden, wie Schultern, Nasenrücken, Oberschenkel. Nicht ein besonderer Krem ist notwendig, wenn man ihn nicht zur Hand hat, auch tierisches Fett kann genügen, wenngleich handelsübliche Mittel das Bräunen der Haut beschleunigen, während alle Fettarten einen schmerzhaften Sonnenbrand verhindern.
Den Augen sind grelle Sonnenstrahlen sehr schädlich, weshalb es keinesfalls genügt, sich mit geschlossenen Augen der Sonne auszusetzen, ja, nicht einmal die Sonnenbrille genügt, sobald die Sonne senkrecht die Augen bescheint. Ein Tuch über Die Augen gelegt, ober ein grünes Blatt verhindern, daß durch bie Augenlider ein zu greller Schein fällt.
Auch das Haar kann meist nicht soviel dieser intensiven Strahlen vertragen, denn es wird im Laufe Der Zeit zu trocken, spröde und verfärbt sich. Vor allem aber decke trian die Stirn unb bie Schläfen mit einem kalten nassen Tuch zu, ehe man das Sonnenbad beginnt, Denn Hitzschlag und Sonnenstich sind gefährliche Begleiterscheinungen.
Man versäume nie, diese Vorsichtsmaßnahmen anzuwenden, Denn wenn man auch bie beste Absicht hat, nicht zu lange In der Sonne zu liegen, schon nach kurzer Zeit wieder einmal den Schatten aufzusuchen, so ist damit noch lange nicht gesagt, daß man auch zur Ausführung dieser Absicht kommt. Gern überrascht uns in lähmender Sommerhitze der Schlaf, und ohne die schützenden Mittel kann ein Sonnenbrand, ein Hitzschlag während des Schlafes seine verheerende Wirkung begonnen haben.
Auch auf die mitgenommenen Lebensmittel zum Bad in Luft und Sonne muß man achten und sie im Schatten unterbringen, denn im Nu können Fleisch und Wurst durch die Hitze verderben und uns die gefährlichste Vergiftung zufügen. H. v. L.
Es ist zwecklos, bei Luftangriffen in größeren
Städten die Feuerlöschkräfte Durch Die üblichen.-------- n—o------s m
Feuermelder herbeizurufen. In allen Fällen, in siiche zur Bekämpfung Des Feuers unD zur Verhin- Denen durch Feindeinwirkung Brände entstanden sind, hat die Schadens- unb Feuermeldung fernmündlich oder durch Melder in möglichst knapper Form nur bei dem zuständigen Polizeirevier zu er-
•Ä1« ha bÄ
tet
LI •
&
Bs ? fc hot# en tft M 3U1
M24.5ui Mistigen t torgifdjc beut ■Meuten Ü ”8 üeulschll ^Slillur tä p eutopaifd RQnien uni ’m diesen K S ^chen!
Monbers fta L wo bet
Ä? h°- । Ochers
-1le Nx > hätten r” °vigen
Mchi plt'Dlädjte


