3n der Etappe unserer Lebensmittelversorgung.
Ein Blick in die Organisationsarbeit hinter dem Berkaufstisch
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das Wasser im Sonnenlicht. An dem steilen
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die eine süddeutsche Schule zierte. (Ob sie heute noch
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zueinander. Auch wenn man ihn noch so auf!
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Nachdruck verboten.
Schluß.
sogar an Versöhnung.
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Vielleicht hat sie sogar recht?
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Acht Tage großen Fortschritts auf der ganzen Linie — das ist das erfreuliche Kennzeichen des bisherigen Verlaufs der Spinnst o f f s a m m l u n g in unserer Stadt. Konnten wir am Donnerstag voriger Woche berichten, daß in den Sammelstellen der verschiedenen Stadtbezirke die gespendeten alten Kleider und Lumpen sich zu Bergen häuften, so können wir heute die erfreuliche Tatsache verzeichnen, daß diese Berge mittlerweile um das mehrfache angewachsen sind. Große Packen vom Lumpen sieht man zusammengeschnürt ausgestapelt zum Abtransport bereit liegen. Daneben häufen sich die bisher noch nicht sortierten Mengen an Spinnstoff-Altmaterial aller Art. Man sieht, viele unserer Gießener Hausfrauen haben bereits gründlich Musterung in ihren Schränken und Schubkästen gehalten. Und was ist dabei alles zutage gefördert worden! Es ist schlechthin unmöglich, im einzelnen hier aufzuzählen, was alles da aus der Tiefe des Vergrabenseins in den Haushaltungen hervorgeholt wurde. Es sind nicht nur Flicklumpen und ähnliche Abfälle,'die im Haushalt keinerlei Verwendung mehr finden können, es sind auch vielerlei andere Sachen, von denen man bisher geglaubt hatte, daß man sie nicht entbehren könne. Und nun hat man doch die Ueberzeugung gewonnen, daß sie durch die Spinnstoff-Sammlung einem besseren Zweck zugeführt werden, als wenn sie daheim im „Stoffgrab" weiter liegen würden. Auch die Männer haben die Sichtung in ihren alten „Herrlichkeiten" umfassend vorgenommen, und sie hab-n dabei namentlich an ausgedienten Kragen und Krawatten, verbrauchten Stoffhandschuhen, unausbesserlichen Strümpfen urfb ähnlichem eine Fülle von Zeug zusammengebracht, das durch die Sammelstellen seinen richtigen Platz zur Wiederverwendung finden wird.
Der Besuch der spendenden Frauen und Mädchen, der sammelnden Buben und aller übrigen Spender in den Annahmestellen der Spinnstoff- Sammlung ist im Verlaufe der letzten acht Tage ständig stärker geworden. Es geht geradezu wie am laufenden Band. In einer einzigen Annahmestelle konnten gestern im Verlaufe einer kurzen Zeit annähernd 50 Spender fast im Gänsemarsch hereinspazieren, ihre stattlichen Lumpen- und Altkleiderpakete abgeben, die festgestellte Gewichtsmenge ihrer Spende vernehmen und dann voll Befriedigung über ihren Beitrag zur Förderung unserer Kriegswirtschaft und damit zur Erringung des deutschen Sieges die Sammelstelle verlassen. Die Jugend ist weiterhin mit Eifer bei der Sammlung dabei; zwischen den in unserem Bericht am vorigen Donners-
bigkeit:
„Und dann — morgen — morgen — fangen-
Namen.
Die Jugend hat viel vor uns Alten voraus.
Sie kann hoffen. Sie darf auch noch glai^
Transportwagen finden.
Durch das bisherige Ergebnis der Spinnf Sammlung Huben, viele Gießener Hausfrauen wiesen, daß sie auch bei dieser Sammelaktion der das Herz auf dem rechten Fleck hatten urfi verständnisvoller Weise dem Ruf des Führer; folgt sind. Diejenigen Hausfrauen, die bisher keine Zeit und Gelegenheit gefunden hatten, Spende für diese Sammlung abzugeben, um sicherlich die kommenden Tage benutzen, um ihre Gabe im Dienste für Volk und Vaterland, Rufe des Führers entsprechend, noch beizusteri Soweit sie dazu Erleichterung und Hilfe braun sind die NS.-Frauenschaft und die Hitler- zu jeglicher Hilfeleistung stets bereit. Deshalb die Parole: Nur ausräumen, was e behrlich i st, und alles fort zu den S® melstellen!
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Lind läßt das Papier sinken.
Seine Augen finden sich zum erstenmal mit denen Nissens zusammen.
So stehen sie eine Weile. Es ist wie em Bündnis.
Friedrich bemerkt es. Sein Blick verfinstert sich.
Zu viel gelitten hat er im Leben unter diesem Manne, um ihm vertrauen zu können.
Ein Mann wie Mattheus Lind lernt nicht mehr um!
Der fängt den Blick auf.
Aber er läßt sich nicht irritieren.
Er schaut einfach an Friedrich vorbei.
Und sagt zu Nissen: „Da werden wir also in Zukunft viel miteinander zu tun haben."
Er bringt das in einer so scharmanten, einladenden Art, daß Nissen aufhorcht.
„Ja!" sagt er. Nichts weiter. Es ist ein Bekenntnis.
Sollte es doch einen Weg geben, den Konflikt zwischen den beiden Häusern zu begraben?
Gibt es vielleicht doch einen Sinn in Lietzendorss so sinnlos erscheinendem Tod?
Lind scheint ähnliches zu denken.
„Wir müssen das alles ausführlich durchsprechen", meint er. „Auch mit Ihrem Vater." Um seinen Mund spielt ein neues, seines Lächeln.
„Ich spreche nicht bloß als Aufsichtsrat der Dominik-Werst ich spreche von der Zukunft meines Schwiegersohnes!"
Der Staatsanwalt hot inzwischen die Toten fort- schaffen lassen. Nun versiegelt er die Werkstatt.
„Bis die Untersuchungen abgeschlossen sind", erklärt er. Er wendet sich an Dominik. „Macht es Ihnen was aus, Herr Direktor, wenn Sie mich mit Ihrem Wagen zum Gerichtsgebäude mitnehmen? Ich habe sehr viel Zeit versäumt."
Friedrich überlegt eine Sekunde.
Jedoch ehe er antworten kann, hat Lind schon entschieden. „Sie können meinen Wagen haben. Ich fahre mit Herrn Dominik. Wir haben noch Geschäfte."
Er betont das letzte Wort besonders und dreht sich zu seinem alten Gegner um.
Der steht mit verschlossenem, abweisendem Gesicht.
Er glaubt nicht an den Frieden. So sehr er sich danach auch sehnt. So schnell vergißt man nicht die bittere Lehre eines ganzen langen Lebens in Feindschaft.
Die Dominiks.
Roman von Hellmuth M. Böttcher.
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Verdunkelungszeit
23. August von 20.32 bis 6.13 Uhr.
24. August von 20.29 bis 6.15 Uhr.
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vorhanden ist?)
Hier lehret man die Jugend in Gottesfurcht und Tugend; verbläuet auch den Hintern den ungezognen Kindern und zieht daraus mit Müh und Not fein täglich Brot.
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Lumpenberge wachsen in Gießen
Besucher am laufenden Band. - Alle räumen und bringen!
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findet man ein Marterl:
Hier ist ertrunken Barbara ßentner, sie wog mehr als dritthalb Zentner, Gott geb ihr in der Ewigkeit nach ihrem Gewicht die Seligkeit.
Auf einem Grabsteig in Nesselwang (Allgäu) kann man lesen:
Allzufrüh seiner tiefbetrübten Witwe, mähte der Allmächtige den Lebensstengel dieses Mannes ab.
Ein Marterl im Oetztal verkündet:
Wanderer, steh und weine.
Hier ruhen meine Gebeine.
Ich wollt', es wären deine.
anderes:
Christliches Andenken an Josef Hierlinger, der ohne menschliche Hilfe ums Leben gekommen' ist. (Tauferertal.)
Hier ruht in Gott Franz Söllhuber, 26 Jahre lebte er als Mensch, 37 Jahre als Ehemann.
(Grabstein in Ober-Audorf.) schönste Inschrift dürfte aber wohl die sein,
Der Junge hat gut reden, denkt er. Aber ar®-, ’Jtefy wird man jetzt wenigstens wieder können.
Und keine Majorität wird einen dabei mehr ' .7^ §
In der Ferne tauchen die Schornsteine minik-Werft in den Himmel. Um sie herum M die Hellinge ihr Netz aus Balken und Spanten. Versperrungen, aus Kranen, Drähten und Sei -'.
Ein Dröhnen liegt in der Luft: Musik der M Das da, was da wartet — das ist sein Leben Also — hat der Junge vielleicht doch rechte
reiche andere Jungen pilgern in vorbildlicher <mr satzfreude in den Straßen von Haus zu Haus ui holen dort die von den Hausfrauen bereitgeleH Lumpen und alten Kleider ab, um sie zur Sanurti h tuen* stelle zu bringen. In verschiedenen anderen nahmestellen geht es ähnlich zu, auch dort ist Jcr 3 ie au Betrieb ständig in Fluß, so daß die von der M j ebner mit der Annahme der Spenden beauftragten M z
Mattheus Lind antwortet nicht. L™«
Aber als Riffen genau hinschaut, scheint es als senke er für eines Blickes Länge die Lider.
„Nissen!" denkt Friedrich Dominik. Nur den
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umfassenden und weitblickenden Voraussicht von oben in Gemeinschaft mit der verantwortungs- bewußten Mitarbeit bis herab zu den Männern und Frauen hinter den Verkaufstischen, einwandfrei klappt. Wenn wir auch unter der Auswirkung der englischen Hungerblockade gegen unser Volk auf einige Dinge verzichten müssen, die wir in Friedenszeiten jederzeit zu kaufen gewohnt waren, so ist das durchaus kein Unglück, weil es sich dabei fast durchweg nur um solche Waren handelt, die man ohne Schwierigkeiten und Nachteile entbehren kann. Entscheidend ist immer, daß die zum Leben und für die Gesundheit des Volkes unerläßlichen Nahrungsmittel in ausreichendem Maße zu haben sind und dadurch der englisch-amerikanische Aushungerungsplan gegen uns scheitern wird. In mancherlei Hinsicht — z. B. bei den Teigwaren — haben wir sogar noch eine reichhaltige Auswahl in verschiedenen Warenarten, die es gestattet, den Wünschen der kaufenden Hausftauen weitgehend entgegenzukommen. Und wenn — um noch ein anderes Beispiel zu nennen — beim Kauf von Käse einmal eine bestimmte Sorte gerade nicht vorhanden ist, auf die man des Gaumenkitzels wegen gelegentlich „fcharf"
ihre eigene Zukunft geht! ptifl
Aber Versöhnung zwischen ihm und Lind? » Dann müßte man das Leben noch einmal w* Wsen dürfen! Von Anfang an. Ä
In dem Augenblick setzt Nissen seine Redei k vorhin fort und sagt in seiner wunderbaren Ifrigei
ein neues Leben an." - AFr
Mattheus Lind blickt zum Fenster hinaus. ’ Je de er zu sagen hatte, ist gesagt. Es war vielleicht ? ojüs y zu viel.
Friedrich Dominik starrt ein Loch in den "«'je u hoben. Jr'ihj
Aber seine geballte Faust geht langsam auf. JJlten llnb dann hebt er das Gesicht. Es ist durW" ’N)
Wie die kämpfende Front im Feindesland in der Etappe ihre Nachschublinien besitzt, so hat auch unsere gesamte Dersorgungswirtjchaft, am ausgeprägtesten unsere Lebensmittelversorgung, ihre „Etappe" in vielfachen Lieferwegen, die zwischen den Produktionsstätten und dem Verkaufstisch im Ladengeschäft arbeiten. An diese Etappe unserer Versorgung mit den Notwendigkeiten des täglichen Lebens denken beim Einkauf wohl nur die wenigsten Hausfrauen. Wenn sie mit ihren Einkaufstaschen und der Mappe mit den Lebensmittelkarten versehen ihre Wünsche am Verkaufstisch äußern, sehen sie es mit Recht als eine Selbstverständlichkeit an, daß ihnen für ihre Lebensmittelmarken termingerecht die zustehenden Lebensmittel ausgehändigt werden. Ihre Gedanken sind dabei vor allem auch darauf gerichtet, nach Maßgabe ihrer Lebensmittelkarten den Einkauf möglichst gut und vielseitig zu gestalten, wozu auch heute noch, nach fast zwei Jahren Kriegswirtschaft, durchaus die Möglichkeit besteht; ganz im Gegensatz zu jener Zeit im Weltkriege 1914/18, wo schon das zweite Kriegsjahr vielerlei Hemmungen und Schwierigkeiten in der Lebensmittelversorgung und auch auf den anderen Gebieten der Bedarfsdeckung brachte. Daß aber vor dem Erscheinen der Waren auf dem Verkaufsttsch bereits ein langer Weg der Arbeit und der mel- seitigen Vorsorge liegt, daran zu denken kann man der Hausfrau im Augenblick des Kaufes ja auch nicht gut zumuten. Jedoch von diesem langen Arbeitsweg hängt es sehr wesentlich ab, daß der Verkauf pünktlich und reibungslos oonftatten gehen kann. Auf diesem Wege müssen der Kaufmann und seine Mitarbeiter eine Unsumme von Arbeit vollbringen, die niemand am Verkaufstisch sieht, von der man nur beim Ernährungs- und Wirtschaftsamt als der mitbeteiligten Stelle Kenntnis besitzt und die dem Außenstehenden nur durch einen Blick „hinter die Kulissen" sichtbar wird. Wir haben in den letzten Tagen in einem großen Lebensmittelgeschäft in der Stadtmitte, in einigen mittleren und kleineren Geschäften dieser Branche sowie in einer Bäckerei und in einer Metzgerei diesen „Blick hinter die Kulissen" getan.
Unsere Unterredungen mit den Geschäftsinhabern und ihren Mitarbeitern haben erneut die erfreuliche Tatsache bestätigt, daß unsere Versorgung mit den lebensnotwendigen Nahrungsmitteln durchaus gesichert ist und der Verteilungsapparat, dank der
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Und dann — wie um die Vernunftlosigkeit voll zu machen, tritt gleich darauf auch noch der Tob dazwischen und zerstört die letzte Hoffnung, vernichtet einen genialen Mann, reißt zwei Menschen auseinanber, bie Freunde hätten werden müssen — müssen, wenn dieses Leben und dieser Tob einen Sinn besäßen.
lieber Nissens Gesicht zuckt es.
Weiter sinnt er nach über ihre gemeinsame Arbeit. Er benkt an bie wenigen reichen Stunden ihres Planens und Schaffens, und er denkt an alles, was vorher war, und was nachher ist.
Für Lietzendorf war kein Glück darin, daß er gerade in die Dominik-Werft gekommen ist.
Schade! Schade für ihn, und schade um die Dominik-Werft.
Schabe um alles und alle!
Nissens Hand fährt leise über die Decke, die man fürsorglich über den Toten gebreitet hat.
Der Gerichtsarzt tritt leise näher.
„Ich habe den Durchschlag eines an Sie gerichteten Schreibens bei dem Verstorbenen gefunden", berichtet er. „Vielleicht blicken Sie einmal hinein!"
Mit umflorten Augen kommt Nissen wieder ins Freie.
Da draußen steht fein Vater und Lind, drei Schritte voneinander getrennt — meilenweit fern einer vom andern.
„Lietzendorf hat mir seine Papiere hinterlassen", berichtet er halblaut.
Ohne es zu wollen, tritt Lind näher.
Nissen reicht ihm bas Blatt Papier.
Da steht es geschrieben:
„Ich habe mit Herrn Lind wegen bes Verkaufes meines Anteils an unserer gemeinschaftlichen Erfindung in Verbindung gestanden und gebe Ihnen und Herrn Lind den dringenden Rat, diese Verbin« düng weiter zu pflegen. Sie sind der einzige, der ein Anrecht auf die Erfindung hat und als Ingenieur in der Sage, sie zum Ende zu bringen. Und Herr Lind ist der einzige mir bekannte Kaufmann, dessen Genialität ihr zu ihrem Siegeszug verhelfen wird..
sucht.
Nur um Nissens Mund spielt ein feines ßäo In seine Augen kommt es wie ein Licht von üirs
Es braucht ja nicht alles am ersten Tagz glücken, sinnt er. Man hat doch Zeit. Soviel 3Ci'L ! • •
„Kann Mutter nicht noch weiter bei uns bleiten!
bittet er. „Wenigstens vorläufig." Sein Blick Men Lind an. „Sie gehört doch jetzt zu uns. Genau 0 Mr Jen Sie. Wir sind eine einzige Familie. Mutter ® ’Nspe Vater, Brigitte und ich und ..." Er zögert eine 9 künde. Und bann sagt er es noch einmal. „Und 6«
Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
•
Oder:
Hier liegt der Bote Michel, er fiel mit seiner Kraren, . brach sich die beiden Haxen, die wurden amputiert, das hat ihn sehr scheyiert, bann kam ber Brand dazu!
Gott schenk ihm die ewige Ruh? (Tauern.) Und dort rauscbt ein Bach vorüber, silbern glänzt
leben, sein Merkbüchlein hervorziehen und sich eine Inschrift oder ein Berschen aufschreiben, um bann zu Hause diese Reiseandenken zu „genießen".
Am Eingang eines Waldes ist zu lesen:
Dieser Weg ist kein Weg. Wer ihn betritt, bekommt 5 Mark — oder 14 Tage Arest. (Ostmark.) Weiterhin:
Das Sammeln von Bären in diesem Walde ist bei Strafe verboten.
Ober:
Hunde an der Leine führen! Wer fernen Hund frei herumlaufen läßt, wird erschossen.
Der Bürgermeister.
Es gibt noch immer unachtsame Menschen, die über Wiesen und Aecker laufen. Da müssen sich bann die Besitzer selber helfen. Ein Bauer hat auf ein großes Brett geschrieben:
Der Weg geht weiter links vorn, das ist kein Acker mit Korn, daß du's weißt, du Ochsenhorn!
Liegt nicht auch Humor darin, wenn ein anderer ein Schild anbringt:
Das Betreten ber Wiesen ist nur dem Rindvieh erlaubt.
In ber nördlichen Schweiz kann man lesen:
Privatwald. Das Betreten ist bei 20 Fr. Buße verboten. Der Anzeiger erhält die Hälfte der Buße.
Merkwürdig, was?
Man braucht aber gar nicht in die Schweiz zu fahren. Schon in Frankfurt a. M. findet man etwas Drolliges. Die Freilichtspiele am Römer machten es notwendig, baß die Stadtverwaltung für einen gewissen Ort Sorge trug. Und so findet man in einem Seitenbau die tröstende Inschrift: Oeffentliche Bedürfnisanstalt. Das ist weiter nicht auffallend. Betrachtet man aber die alte Inschrift, die in dem Sandstein über der Eingangstür noch erhalten ist, bann muß man doch schmunzeln; denn da steht:
Heraus mit dem Tröpfchen!
Früher, im 18. Jahrhundert, war hier nämlich eine Weinstube.
Man versäume auch nicht, alte Friedhöfe und sog. Marterln zu betrachten und zu lesen. Da finden sich ost bie merkwürdigsten Reime und Stilblüten.
Hier ruht der Brauerfepp, Gott Gnad für Recht ihm geb! Denn viele hat, was er gemacht, frühzeitig in das Grab gebracht. Da liegt er nun, der Bierverhunzer, bet, 0 Christ, fünf Vaterunser!
(Oberbayern.)
Aus der Stadt Gießen.
Reiseandenken.
Von jeder Reise bringt man etwas mit, und seien es nur einige Ansichtskarten. Alle Erlebnisse aber sind im Herzen eingegraben, sie sind oft bie schönsten Erinnerungen. Daß man so nebenbei noch Andenken mitschleppt, ergibt sich von selbst. Jedes Land, fast jedes Dorf hat feine Eigenheiten, und die Fremden- inbuftrie will auch leben.
Heute soll aber von solchen Reiseandenken gesprochen werden, bie man nicht mit nach Hause nehmen kann, die aber doch wert sind, daß man sie einmal erwähnt.
Ueberall in deutschen Landen stehen Tafeln mit besonderen Inschriften, überall ist irgend etwas verboten, überall wird man gewarnt, überall ist dafür Sorge getragen, daß man nichts verkehrt macht. Manchmal find es der Tafeln gar zu viele, die dort in den Tälern, auf Bergeshöhen, oder im Walde stehen. Immerhin, wer sich die Mühe macht, überall sorgfältig zu lesen, wird manche Ueberraschung er-
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„Es ist dir doch recht, wenn ich zu euch komme?" fragt Lind nochmals.
Dominik steht da und knurrt etwas Unverständ- liches. Das kann alles mögliche heißen.
Lind läßt sich's nicht verdrießen.
„Haft schon recht, Brummbär! Wenn's noch dir ginge, müßte erst einer von uns beiben auf der Nase liegen, ehe Frieden geschlossen wird. Was bann nachher geschieht — dir ist es gleich."
Er wartet nicht auf eine Antwort, sondern steigt voran in den Wagen. Die beiden Dominiks folgen.
Als der Fahrer anrückt, hott Lind einen Brief aus der Tasche und zerreißt ihn in kleinste Fetzen. Die übergibt er dem Winde.
„Nach ber Norddeutschen Werft!" befiehlt Friedrich Dominik.
Lind fällt ihm ins Wort.
„Nein! Zuerst nach Haus Dominik?"
Vorsichtig schiebt er das Fenster nach dem Vordersitz zu. Der Fahrer braucht nicht gerade zu wissen, was sie im Wagen verhandeln.
„Wir haben viel zu besprechen", sagt er dann. „Schon wegen der Kinder."
Friedrich Dominik sitzt da mit gebeugtem Kopf. Es zuckt ihm um Augen und Mund.
„Wegen der Kinder!" wiederholt er dann. Kein Wort weiter.
„Und vielleicht auch von Versöhnung?" bittet Nissen.
Des Alten Hand zuckt und fährt zusammen, als umschließe sie etwas Unsichtbares.
„Versöhnung!" sagt er dann. Es klingt müde und hoffnungslos. Und bittet. „Was ihr Kinder euch da wohl so vorstellt!"
Sie fahren eine Weile schweigend.
Dann hat Friedrich sich doch noch zu einem Wort durchgerungen.
„Und was soll aus Martha werden?" drängt er. Es ist eine Frage, aber es klingt wie eine Forderung.
Da ist wieder der Trotz! Da ist die unüberwindbare Klippe, die unüberbrückbare Kluft.
Friedrich Dominik drückt das Kinn gegen die Brust.
So braucht er niemanden anzusehen. So kann ihn niemand ansehen.
Versöhnung? denkt er. Worte! Haha!
Ohne Martha ist eine Versühnung nicht möglich. Jedes Wort ist umsonst.
Mattheus Lind fühlt dasselbe. Es gibt keinen Weg
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ist, so ist bas auch kein Unglück angesichts der fache, daß Käse mit reichem Nährstoffgehalt jeb^ zum Verkauf bereitsteht und bie Versorgung b™ im Rahmen der zuständigen Menge durchaus u, währleistet ist. Oder sollte einmal in irgendein Geschäft eine bestimmte Lebensmittelware geifr nicht verfügbar fein, weil vielleicht auf dem port vom Erzeuger zum Großverteiler ober :t:1 diesem zum Ladengeschäft eine Verzögerung ei.n(, treten ist, fo kann man auch darin noch kein Un^ erblicken, denn jedesmal wird beim Kaufmann stimmt eine andere vollwertige Ware vorrätig H die in den meisten Fällen ebenso gute Dienste fcj die Ernährung leistet. Kluge Hausfrauen werben iq daher niemals auf eine ganz bestimmte Ware steifen, wenn sie ihr Ziel, die Bereitung eines । Essens, gelegentlich einmal mit einem anderen I erreichen müssen. Von besonderer Bedeutung jst' dabei die Tatsache, daß unsere Nahrungsmittels, schäft und -industrie auf der Grundlage umi^. reicher wissenschaftlicher Forschungen über den W loriengehalt der verschiedenen Lebensrnittel heftet ist, nährstoffhochwertige Waren zu liefern, so der Verbraucher diesmal nicht wie seinerzeit H
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tag genannten beiden Jungen, Rubi Wagner^gfkW Wolfgang Fleck aus dem Seltersweg, hat fidjjffr n “* ' gar eine Art Sammler-Wettbewerb entwickelt, $. 6 bei einer den anderen im Sammeln alter tzM § fachen übertreffen will. Diese beiden und noch A j reiche andere Jungen pilgern in vorbildlicher Infor lp o jf hei
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