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ge­

sichert.

an

Vorjahr zeitweise aufgetretenen Lieferschwierigkei-

Er-

scheinung.

nerlei Schwankungen gegenüber der »Vorwoche

zustellen.

falls, bei Kälbern mittel und bei Schafen gut. Das

ge- des

Rückständiger Urlaub aus dem Zahre 1941.

und Papierschmuck an! Die Flamme eines Lichtes kann einen gefährlichen Brand verursachen.

4. Beginne beim Anzünden der Kerzen mit den obersten und beim Ablöschen der Kerzen umge­kehrt, damit deine Kleidung nicht in Gefahr gerät, Feuer zu sangen.

5. Laßt Eure Kinder nicht unbeaufsichtigt beim brennenden Weihnachtsbaum! Verwahrt in diesen Tagen besonders sorgfältig alle Streichhölzer vor Kinderhand! ,

6. Stellt in die unmittelbare Nähe des Weih­nachtsbaumes stets ein mit Wasser gefülltes Gefäß zum Löschen bereit!

rischastlickeMarktbeobachier

Entsprechend der bereits in den Vorjahren troffenen Regelung sieht eine Anordnung Reichsarbeitsministers, die im Reichsarbeitsblatt 1941 Nr. 35/36 veröffentlicht wird, vor, daß der rückständige Urlaub aus dem Jahre 19 41 'in der privaten Wirtschaft noch bis zum 3 0. Juni 1 942 gegeben werden kann. Falls in- olge der Kriegsverhältnisse ausnahmsweise der Urlaub auch bis zu diesem Zeitpunkt nicht mehr erteilt werden kann, ist ab 1. Juli 1942 seine Ab­geltung zulässig. Jugendlichen Gefolgschaftsmit- qliedern ist jedoch in jedem Falle Urlaubsfreizeit zu gewähren, ebenso sonstigen Gefolgschaftsmrtglle- dern, falls sie für das Jahr 1940 . keine Urlaubs»

bischen Vorkämpfers Lagarde vor den Hörern er­stehen ließ. Oberspielleiter Wilhelm Michael Mund vom Theater der Universitätsstadt Gießen brachte ausgewählte Proben aus Lagardes Werk zum Vor­trage, die das in der Rede entwickelte Bild seiner Persönlichkeit eindrucksvoll beleuchteten. Das Bann- orchester unter der Führung von Pg. Braun gab der Feierstunde mit seinen Darbietungen einen würdigen musikalischen Rahmen. Kreisleiter Back­haus schloß die Veranstaltung mit dem Gruß den Führer und an unsere tapfere Wehrmacht.

ten bestehen nicht mehr.

Auf dem Gemüsemarkt besteht noch wie vor ein reichliches Angebot an Weißkohl. Daneben tre- ftn auch Wirsing, Grünkohl und Endivien in Er-

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j-einung.

In der Milchbewirtschaftung sind kei- ---- v m.......' ? sest-

Schwelnecmgebot ist bemerkenswert lebhaft. DK Bedarfsdeckung der. Feiertagswoche ist überall

Kußball im Reich.

Erste Niederlage von Schalke 04.

Aus dem kleinen Kreis der noch unbesiegten deut­schen Fußballmannschaften ist am Sonntag der Westfalenmeister Schalke 04 ausgeschieden, der von der Arminia Bielefeld vor 4000 Be­suchern mit 2:1 (1:1) Toren bezwungen wurde. Bei denKnappen" war die Jugend unter sich; das Fehlen von Szepan und Kuzorra machte sich doch stark bemerkbar. Eppenhofs konnte wohl den Füh­rungstreffer schießen, aber der energiegeladene Gast­geber glich noch vor Seitenwechsel aus und schoß später auch das Siegestor. Schalkes Spitzenstellung ist aber trotz dieser Niederlatze vollkommen unge*

Weihnachtsfreude für unsere Verwundeten.

Das Oberkommando der Wehrmacht führte in der vergangenen Woche in Verbindung mit der NSG. .Kraft durch Freude" wieder mehrere unterhaltende Veranstaltungen in den Lazaretten durch. So ver­anstalteten die Jungmädelgruppen des BDM. unter Leitung der Führerinnen Faber und F l o e r k e in zwei Lazaretten eine vorweihnachtliche Feier, welche den Verwundeten sichtlich Freude bereitete. In einem Lazarett brachte die NSG.Kraft durch Freude" mit der VortragsfolgeVom Rhein zur Donau" einen frohen Nachmittag. Rosemarie und Ditta Dühring erfreuten mit Tänzen, Otto Tank, Paul Kielbock und Max Schilling bestritten den musikalischen Teil als Hauskapelle und zeigten ihre Kunst als Solisten. Herr Sch i l - ling sang die Schlagerlieder. Ines Decastro er­freute mit Operettenmelodien. Wiener Lieder gab zur Freude der Ostmärker ihr Landsmann Fritz Stadler mit der Schrammelkapelle zum Besten. Die rheinischen Lieder sang Lisa Faßbender, welche auch mit verbindenden Worten Humor spen­dete. Reicher Beifall dankte für die fröhlichen Stunden.

Wichtig

für K iegSbeloldungSempfänger.

Ablieferung der Lohnsleuerkarten.

NSG. Die Lohnsteuerkarten 1942 werden durch die Gemeindeverwaltungen, soweit dies nicht be­reits geschehen ist, in den nächsten Tagen ausge­stellt bzw. zugestellt. Uebersendet die Lohnsteuer­karten sofort nach Erhalt der Standortgebührnis- stelle, die euch die Kriegsbesoldung zahlt. Die Stand- ortgebührnisstellen benötigen die Lohnsteuerkarten 1942 schon jetzt, weil sie wegen der Feiertage bereits in den nächsten Tagen mit der Berechnung der Januarbezüge beginnen müssen. Soweit die Lohn­steuerkarten in den nächsten Tagen nicht von Amts wegen zugestellt werden, sind diese bei den Steuer­ämtern der Gemeindeverwaltungen zu beantragen.

Bemüht euch unaufgefordert um die Lohnsteuer­karten 1942 für eure zum Wehrdienst einberufenen Angehörigen. Ihr erspart den Standortgebührnis- stellen viel Zeit und Arbeit und vermeidet Ueber- zahlungen von Lohn- und Bürgersteuer.

Verhütet WeihnachiSbaumbrände!

NSG. Die Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung hat folgende Brand­verhütungsregeln für die Weih­nachtsfeiertage zusammengestellt:

1. Schraube den Baum in einen massiven Stän­der fest ein, und befestige den Ständer sorgfältig, daryit der Baum nicht durch spielende Kinder um- gerissen werden kann.

2. Stelle den Baum nicht ans Fenster in die Nähe leicht entflammbarer Gardinen und Vorhänge, sondern in eine geschützte Ecke.

3. Ordne die Kerzen nicht dicht unter Zweige

fährdet.

Es gibt nun in der obersten deutschen Klasse nur noch fünf unbesiegte Mannschaften, und zwar:

Kickers Offenbach (Hessen-Nassau) RSG. Borussia Fulda (Kurhessen) Stadt Düdelingen (Moselland) Dresdner Sport-Club (Sachsen) L S V. Pütnitz (Pommern).

Der Dresdner SC. stand am Sonntag dicht am Rand einer Niederlage, aber schließlich behauptete er sich gegen den Riesaer SV., auch mit ersatz­geschwächter Elf 1:0. Eine fleine Ueberraschung gab es am Niederrhein, wo der bisherige Tabellenführer Rotweiß Essen von der Düsseldorfer Fortuna, die Kvbierski im Sturm stehen hatte, mit 2:0 besiegt wurde. Rotweiß verlor dadurch die Spitze an Hamborn 07. In Niedersachsen begannen die Endspiele, Werder Bremen wartete dabei mit einem 6:0 (2:0)-Sieg über den VfL. Osna­brück auf.

Aordmark und Ostmark siegen in der Reichsbundpokal-Zwischenrunde.

In den beiden restlichen Zwischenrundenspielen um den Fußball-Reichsbundpokal gab es die er« warteteg Sieger. Während aber in Hamburg die Nordmark recht eindeutig mit 6:0 (3:0) Toren gegen Köln-Aachen gewann, behauptete sieb die Ostmark in Halle nur knapp mit 3:2 (2:2) über die starke Vertretung des Bereichs Mitte. Dieletzten Vier", die am 8. Februar zur Vor­schlußrunde antreten werden, sind demnach Nieder­rhein, Berlin-Brandenburg, Ostmark und Nord­mark.

Fuhball-Meisterschastsspiele.

Tv. Burgsolms LSV. Gießen 2:1; Gießen 1900 TSV. Naunheim 1:1. 1

1900 Naunheim 1:1 (0:1).

Bei diesem Spiel hatten die Blau-Weißen die Möglichkeit, mehr als ein Unentschieden zu erzie­len. Daß es nicht dazu kam, könnte man z. T. auf die Leistung der Gäste zurückführen; die Haupt- ursache lag jedoch bei den Plaßbesitzern. Erstmals mit der vorgesehenen Mannschaft antretend, liefer­ten die Blau-Weißen ein Spiel, das an vergangene Zeiten erinnerte, bei dem mir eins fehlte die Erfolge. Die wollten sich nicht einstellen, obwohl genügend Möglichkeiten vorhanden waren.

Bereits in der zweiten Minute führten die Gäste durch ilfren Halblinken 1:0. Beim ersten Gegen­angriff hatten die Blau-Weißen die Chance zum

Die Eingänge von Kartoffeln sind besser geworden. Der Handel ist in der Lage, den Be­darf der Bevölkerung ausreichend zu decken. Auch die Lagerhaltung konnte weiter vergrößert werden.

Die Bedarfsdeckung mit allen Viehgattun - gen war überall sichergestellt und konnte unter Berücksichtigung der in der Weihnachtswoche aus­fallenden oder kleiner zu haltenden Märkte ent­sprechend verteilt werden. D>e Dualitäten waren

NSG. Die Versorgungslage in Weizen- und Röggenmehl ist zufriedenstellend, ebenso in Teiawaren, Grieß und Haferflocken. Ir.-......- ---

Die Zuteilung von H ü l s e n f r ü ch t e n als Son- bei Großvieh mittel bis gut, bei Schweinen eben- derzuteilung wickelt sich reibungslos ab. Die im f"_, ! :u'f "**s

weihnachtlichen Bestimmung zugefuhrt wurden. Im Rahmen der Sammlung für das Knegs-Win- terhilfswerk hatte außerdem die Sportdienstgruppe Reiten der HI. wiederum, wie schon früher, den Kindern Gelegenheit zum Reiten geboten. Es ist also zu erwarten, daß die letzte Reichsstraßensamm­lung dieses Jahres wiederum ein glänzendes Ergeb­nis bringen wird.

Dem Andenken Paul de Lagardes.

Am gestrigen Sonntagvormittag war eine Feier­stunde der NS DA P. in der Aula der Universität dem Andenken des großen deutschen Gelehrten und völkischen Vorkämpfers Paul de Lagarde ge­widmet, dessen für die Gegenwart bedeutendes Wir- ken bereits in einem längeren Beitrage in unserer Samstagausgabe gewürdigt wurde. Jrn Mittel­punkt der Feierstunde stand die Gedenkrede von Professor Dr. B o l l n o w , Gießen, der ein packen- des Bild vorn Leben und Schaffen des großen völ-

Ausgleich, der Bombenschuß von Ludolph traf je­doch bU Latte. Kurz darauf war es Schuck, der von Weniger geschickt freigespielt wurde. Allein fein Schuß ging neben den Pfosten. Die Gälte blieben auch nicht untätig. Die Verteidigung der Platz­besitzer hatte ebenfalls alle Hände voll zu tun, und Wenz mußte manchen Schuß unschädlich machen. Nach dem Wechsel drückten die Blau-Weißen noch mehr auf das Tempo, mit dem Erfolg, daß die Gäste zeitweise ins Wanken gerieten. Hinsichtlich der Torerfolge blieb alles Mühen jedoch vergeblich. Die Gäste führten immer noch 1:0. Da kam endlich die Gelegenheit. Bei einem Gedränge erwischte der nach innen gewechselte Sittner das Leder und konnte es über die Linie bugsieren. Jetzt lebte der Kampf noch einmal auf; zu Erfolgen kam es jedoch nicht mehr, es blieb bei einem Unentschieden, das für die Gäste recht glücklich war.

Naunheim hatte eine Elf zur Stelle, die eine aus­geglichene Leistung bot. Der Sturm, sonst für mehrere Tore gut, fand diesmal eine Verteidigung vor, die nicht so leicht zu überwinden war. 1900 in der Aufstellung Wenz, Schäfer, Goß, Carstens, Kraft Bötz, Sittner,. Schellhaas, Schuck, Weniger, Ludolph zeigte eine achtbare Leistung. Wenz im Tor holte sich für manche Leistung Sonderbeifall. Schä­fer und Goß ergänzten sich mit Kraft zu einer Ab­wehrlinie, die nicht zu überwinden war. Carstens und Bötz mußten viel Kleinarbeit verrichten. Der Sturm litt unter einer Verletzung von Schuck und einer gerade überstandenen Krankheit Sittners. Schiri Post (Wieseck) hätte etwas beweglicher am­tieren dürfen, bann wären wohl verschiedene Rekla­mierungen unterblieben.

NSRL.-Führertaguna in Gießen.

In Verbindung mit einer Großveranstaltung der Leibesübung findet am 3. und 4. Januar 1942 in Gießen eine Führertagung des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen statt, zu der die Gauführung des neuen Sportgaues Hessen-Nassau alle Arnts- träger der NSRL.-Kreise Gießen, Friedberg, Als- fekd-Lauterbach, Wetzlar und Dillenburg-Biedenkopf einberufen hat. Mit der Vorbereitung der Tagung und den geplanten Veranstaltungen wurde von der Gauführung Sportkreisführer Handelsstudienrat Stein (Gießen) beauftragt. Sportgauführer SA.- Obersturmbannführer Rieke (Frankfurt a. M.) und feine Mitarbeiter werden auf der Tagung in wichtigen Referaten zu den Aufgaben des NSRL. und feiner Fachgebiete Stellung nehmen.

Leistungsschulung der Turnerinnen.

Im neuen Sportgau Hessen-Nassau ist die grauen- turnwartin des bisherigen Bereichs Hessen, Luise Schwarz (Friedberg), zur Gaufrauenturnwartin berufen worden. Als erste Aufgabe auf dem Ge­biete des Frauenturnens hatte sie die Leistungs­schulung der besten Nachwuchsturnerinnen (unter 22 Jahren) durchzuführen. Den Abschluß der an drei Wochenenden durchgeführten Schulung bildete der vom Reichsfachamt Turnen vorgeschriebene Gerät- Sechskampf, an dem auch die Gießener Jungturne- rin Edith Küthe teilnahm; sie wurde 14. Siegerin. Die besten hessen-nassauischen Turnerinnen werden in der Gaugruppe Südwest weitergeschult mit dem Ziel, die Teilnehmerinnen der Reichskernmannschaft i zu ermitteln.

reizest erhalten konnten.

Verkehrsunfall in Gießen-Klein-Linden

Am Samstagabend ereignete sich in Klein-Linden in der Frankfurter Straße ein Derkehrsun - a l I. Ein in Großen-Linden beheimateter Kraft­wagen fuhr in der Dunkelheit an der abschüssigsten Stelle der Straße gegen zwei Personen, bie die Straße in der Richtung Gießen passierten. Die Sanitätsbereitschaft Gießen brachte die beiden Ver­letzten in die Chirurgische Klinik. Die angefahrene Frau hatte eine klaffende Wunde am Hmterkopf, die vernäht werden mußte. Der angefahrene Mann hatte eine Gehirnerschütterung und Verletzungen am Körper erlitten.

** Ein 82jähriger. Herr Georg Reh, Katharinengasse 14 wohnhaft, ein alter, treuer Leser des Gießener Anzeigers, begeht heute, am 22. De­zember, seinen 82. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische. Wir gratulieren herzlich.

** Die städtischen Dienststellen bleiben auf höhere Anordnung zum Zwecke der Kohlen- ersparnis in der Zeit vom 24. Dezember 1941 bis zum 4. Januar 1942 geschlossen. Unaufschiebbare An- gelegenheiten können während dieser Zeit an ein­zelnen Tagen und zu gewissen Stunden erledigt werden. Näheres ist aus der heutigen Bekannt­machung zu ersehen.

425 Jahre Quellenforschung.

= Bad-Nauheim, 21. Dez. Im Jahre 1816, also vor 125 Jahren, wurde in dem ddmals kur­hessischen Salinenort Nauheim der erste Bohrver­such auf kochsalzhaltige Quellen durch den Salzamts­assistenten G. A. Wille unternommen. Das war der Anfang einer Entwicklung, die mit weiteren er­folgreichen Bohrungen zunächst zur Eröffnung der Solbadeanstalt 1835 und dann, nachdem in der stürmischen Wintersonnwendenacht 1846 der Große Sprudel aus einer aufgegebenen Bohrung uner­wartet emporgestiegen war, zum Aufstieg des jun­gen Solbades zum Herzheilbad der Welt führte. Bemerkenswert ist, daß die mit dem Jahre 1816 einsetzende Quellenforschung in Nauheim die noch junge geologische Wissenschaft und die geologische Forschung in Oberhessen in weitgehendem Maße fruchtbringend beeinflußt hat.

Vorzügliches Samm'lergebnis.

--- Butzbach, , 21. Dez. Eine Spitzenlei­stung, die einzig dasteht im gesamten Kreis Wetterau und darüber hinaus wohl auch im Gau Hessen-Nassau, hat die 60 Schüler zählende Volks­schule Fauerbach v. d. H. vollbracht. Die Schule hat 35 7 Kilo getrocknete Heilkräuter und 235 Kilo Hagebutten abgeliefert. Das sind pro Schüler fast 6 Kilo Trockengut und 4 Kilo Hagebutten, also mehr als das Zehnfache dessen, was als Mindestleistung in diesem Jahre pro Schü­ler gefordert wordem ist. Ein geringer Teil dieses vorbildlichen Ergebnisses wurde an zwei Wochen­tagen eingebracht, alles andere in der unterrichts­freien Zeit. Als beachtliche Einzelleistung in der diesjährigen Heilkräutersammlung ist zu vermerken, daß die Schule Gambach im Rahmen eines sehr guten Gesamtergebnisses das äußerst mühsame Sammeln von Mutterkorn auf x die erstaunliche Menge von 6,5 Kilo gebracht hat. __________________

Explosion in Raum5

Roman von H.C. Hansen

Copyright by Prometheus-Verlag Dr.Eldiodcer, Gröbenzell b.MOndren

19. Fortsetzung (Nachdruck verboten.)

Dann wollen wir uns gemütlich in diese Ecke dort setzen." Sie deutete auf bequeme Sessel, die um ein kleines Tischchen standen.Wollen Sie einen Kognak, eine Tasse Kaffee oder Tee ober ein Glas Wem, Mosel, Rhein, Portwein?"

Arn liebsten alles." Theo Karnrnin strahlteIch schätze alle guten Gaden, die uns der liebe Gott beschert"

Welche am höchsten?"

Das kommt auf die Gelegenheit an. Diesmal erbitte ich einen scharfen Schnaps, nur nichts Süßes, und eine Zigarre dazu."

Gewiß, mein Herr. Sie sollen sofort bedient werden."

Karla -huschte davon und kam innerhalb einer halben Minute mit einer Flasche, zwei Gläsern und einer Kiste Zigarren wieder, goß ein, wartete, bis ihr Gast sich die Zigarre angezündet hatte, hob ihr Glas leicht gegen ihn und trank einen kleinen Schluck, während er bedächtig und genießerisch den ganzen Inhalt über die Zunge laufen liefe.

Herr Kriminalkommissar Karnrnin", begann Karla in völlig verändertem Ton, der die Mitte zwischen lehrhafter Ueberlegenheit und Spott hielt, Sie haben einen ungeheuren Fehler bei Ihrer Untersuchung in Sachen Wand begangen."

Was habe ich?" Alles hatte Karnrnin erwartet, nur nicht ein erneutes Aufgreifen dieser Geschichte.

Einen riesigen Fehler begangen. Darf ich zu­nächst einmal fragen?"

Ja. Aber ich antworte nur, wenn ich kein Dienst- geheimnis verletze."

Einverstanden. Die Untersuchung in Sachen Wand ist eingestellt?"

Das zu sagen, liegt außerhalb meiner Besug- ^,Jch darf wohl voraussetzen, daß die richtige Antwort auf Ja lautet."

Nur bedingt, Fräulein Kobelt. Vielleicht ergeben ich neue Gesichtspunkte"

Die haben sich schon ergeben." Karla betonte das Wort haben.Aber erst die zweite Frage: Einen bestimmten Verdacht haben Sie nicht mehr?"

Nein!" sagte Theo Karnrnin zögernd.Einen ganz bestimmten zur Zeit nicht."

Dann will ich Ihnen auf die Beine helfen, Herr Kriminalkommissar. Ihr Hauptverdachtsmoment gegen Herrn Kaspar ist doch die Tatsache gewesen, dafe er sich kurz vor dem Explosionsunglück in der Fabrik aufgehalten haben soll, während er in dem Prozeß aussagte, er fei schon um einhalb sechs Uhr nach Hause gegangen."

Woher wissen Sie das?"

Von Herrn Kaspar selbst. Folgende Tatsachen stehen fest: Die Ursachen der Explosion können nicht geklärt werden. Verdacht einer böswilligen Hand­lung von dritter Seite besteht. Herr Kaspar hat durch eine Menge Zeugen einwandfrei nachge­wiesen, daß er sich von 17.45 bis um 19.30 Uhr in seiner Wohnung aufhielt. Dem steht die Eintragung des Pförtners gegenüber. Sie besagt, daß Herr Kaspar um 18 Uhr erneut das Werk betreten und erst um 18.45 Uhr wieder verlassen hat. Ich weiß die Zeiten nicht genau, aber es ist nicht so wesentlich, ob sie um einige Minuten differieren. Wie erklären Sie sich diesen Widerspruch?"

Ein Irrtum des Pförtners." Karnrnin versuchte, von dem heiklen Thema abzulenken.

Das glaube ich nicht. Irgend jemand hat Sie darüber informiert, daß sich Herr Kaspar zwischen sechs und halb sieben Uhr in ber Fabrik aufge­halten hat. Hab' ich recht?"

Hm...!"

Genügt mir auch. Also eine Person, Mann oder Frau, jedenfalls nicht der Pförtner machte Sie darauf aufmerksam. Darauf prüften Sie das Pfört­nerbuch nach und sanden die Aussagen der mir nicht bekannten Person-bestätigt. Sie verhafteten 1 Herrn Kaspar auf Grund dieser Tatsachen und mußten feststellen, daß er ein einwandfreies Alibi hat. Wie erklären Sie es sich, daß nicht nur der Pförtner (ein sehr zuverlässiger Mann, der Herrn Kaspar seit vielen Jahren kennt) sich zweimal, son­dern auch noch die andere Person sich einmal irrte?

Das kann nicht einfach mit dem Begriff Irrtum abgetan werden."

Ich bin erstaunt, welchen Spürsinn Sie ent­wickeln", sagte Theo Karnrnin.

Sehr richtig, Herr Karnrnin. Ich stelle zunächst fest, daß ich meine Wette gewonnen habe, denn Sie sind zweifellos jetzt in arger Verlegenheit. Und weiter möchte ich meine Gedanken zu Ende spinnen: An zwei Stellen kann kein Mensch zu gleicher Zeit sein.' Behaupten aber glaubwürdige Zeugen, daß sie denselben Mann zur gleichen Minute an räum- lich weit auseinanderliegenden Orten gesehen haben, bann ist die einfachste Erklärung nicht etwa ein Wunder, sondern ein Doppelgänger, der in der Maske von Herrn Kaspar in bas Fabrikgelände eingedrungen ist."

Karnrnin blickte Karla bewundernd an.Fein ausgeknobelt! Woher haben Sie bas?"

Das Mädchen mußte lachen.Käppchen Käpp­chen, Herr Karnrnin! Ob von Vater ober von Mut­ter, weiß ich nicht genau. Außerbem war es gar nicht schwer, biese Schlüsse zu ziehen. Sie geben sich geschlagen, Wettpartner?"

3a." Er zückte bie Brieftasche unb schmunzelte im Gebanken an ben vormittäglichen Felbzugsplan, den er mit Crusius geschmiebet hatte.Hier ist bas Opfer für einen wohltätigen Zweck." Als kluger Psychologe wußte er, baß er Karlas ganze Sym­pathie gewinnen würbe, wenn er vor ihr kapitu­lierte. Unb es blieb ein (östliches Gefühl, bieses kluge Mäbchen überlistet zu haben. Also spielte er weiter ben Ueberraschten unb genoß mit vollen Zügen bie Genugtuung, daß sie ihn mit unleugbarer Sympathie betrachtete. Ihre Ueberzeugung war es, daß ein wirklicher Mann nicht nur selbstbewußt, sondern auch bereit sein muhte, ohne Wimperzucken eine Niederlage einzugestehen.

Unb was muß ich sonst noch erfüllen?" fragte er forschenb.

Das, Herr Karnrnin, wollen wir einem noch nicht angebrochenen Tag überlassen. Jetzt haben Sie Wichtigeres zu tun, als bie Launen eines un­nützen Mädchens zu erfüllen."

Hm, unnütz. Ich weiß nicht." Er schmunzelte. Wissen Sie, Fräulein Karla, ich habe in den letzten Tagen eine erstaunliche Wandlung burchgemacht

unb kam schon mit ber Absicht her, Ihnen bäumt unverblümt Kunbe zu geben. Ich '"

Nun war sie an ber Reihe, verlegen zu werben. Ihre Wangen färbten sich mit leichtem Rot.WaS wirb Herr Kriminalbirektor Doktor Ball baxu sagen, von bem ich soviel Rühmliches gehört habe?"

Theo Karnrnin war unzufrieden, daß er mitten in ber schönsten Rebe unterbrochen würbe, und be­gann eine Absicht dahinter zu wittern. So waren bie Weiber. Erst verbrehten fie einem ehrlichen Kerl ben Kopf, lockten ihn auf recht schlüpfriges Eis, bei bem er glücklich bie Balance verlor und sich ins Abenteuer stürzte, bann schütteten sie ge­mütvoll und listig Asche auf bie heimtückische Flache, beobachteten vergnügt, wie ber schwankende Mann mieber festen Boben gewann, und sprachen habet von abgelegensten Dingen.

Aber Ball war immerhin eine Angelegenheit, bte überlegt zu werden verdiente. Wie spät war es eigentlich? Halb zehn Uhr. Noch keine nachtsch!^ sende Zeit. Der Kriminaldirektor war sicher noch auf. Man müfete ihn anrufen.

Kann ich einmal bei Ihnen telephonieren, Frau­lein Kobelt?"

Aber gewiß." Sie führte ihn zu dem Apparat, der neben ihres Vaters Schreibtisch stand. Der Korn- missar wählte die Nummer unb mußte eine Weile mallen, bis sich jemand meldete. In diesen Sekun­den ging ihm eine neue Erkenntnis auf. Vor ein paar Tagen hatte er an Heiraten nicht im gering­sten gedacht. Dann irrlichterte Karla Kobelt um ihn herum, machte ihn nervös, übellaunig und ver­dreht, und fein Empfinden wandelte sich so schnell wie bei einem Jüngling, der heute weltschmerzlich das Ewig-Weibliche verächtlich ablehnt und andern Tages verrückte Liebesgedichte schreibt. Karla Kobelt wettete mit einem Kriminalkommissar, fie werde ihn in Verlegenheit bringen, und er benutzte bie Gelegenheit zum entscheidenden Dorstofe auf ihr Herz; denn einmal gefaßte Entschlüsse liebte er so­fort auszuführen. Sie lenkte geschickt ab. Jetzt stans er an einer Strippe, die ihn mit bem Vorgesetzten verband unb bireft von bem Mädchen weg in Re­gionen führte, die ihm augenblicklich fast lästig vor- kamen, obwohl sie bislang das A und O fernes Lebens gewesen waren.

(Fortsetzung folgt.)