XV
andervorschlä'ge für den Sonntag.
Gießen — Kinzenbach — Schwalbenbachtal — Bubenrod — Altenberg — Hohensolms — Bieber.
Wir beginnen unsere Wanderung am Neustädter Tor und folgen schwarzen Dreiecken, die uns an der Heuchelheimer Mühle vorüber nach dem Hochliegenden Kinzenbach leiten. Nachdem mir das ansehnliche Dorf durchschritten haben, führen uns die Zeichen aufwärts zum Wald, an dessen Rand sich ein hübscher Ausblick nach den höhen des Vogelsbergs und des Taunus erschließt. Durch prächtigen Hochwald gehend, gelangen mir, nachdem mir die Grube Morgenstern passiert haben, in das anmutige Schmalbenbachtal und in diesem aufmärts schreitend nach Hof Bubenrod. Wir verlassen jetzt unser seitheriges Zeichen und steigen hinter dem Anmesen hinauf zum bemaldeten Bleidenberg, mo mir rote Striche antreffen, die uns nach dem turmbekrönten Altenberg meisen. hier oben bietet sich uns eine herrliche und meite Rundschau, besonders nach der Gießener Gegend. Unser Zeichen bringt uns hinüber nach dem hochgelegenen Hohensolms mit guter Einkehr. Auf guter Landstraße steigen mir abwärts über Königsberg, wo sich die Besteigung der Ruine der schönen Aussicht wegen lohnt, und weiter durch das Biebertal nach unserem Endziel Bieber. Wanderzeit 5Vr Stunden.
Gießen — Krofdorf — Aohnbachlal — Krofdorfer Forst — Dünsberg — Bieber.
Dom Neustädter Tor, dem Anfang unserer Wanderung, gehen wir die Krofdorfer Straße entlang nach Krofdorf. Bei der Friesschen Wirtschaft beginnt die blaue Strichmarkierung, die uns, nachdem wir einen Teil des Ortes passiert haben, nach dem lieblichen, von Waldbergen umsäumten Fohnbach- tal bringt. Wir gehen das Tal aufwärts, genießen an einer Wegbiegung einen hübschen Rückblick zum Gleiberg und verlassen bei einem großen Steinbruch unser seitheriges Wegezeichen, indem mir das Tal überschreiten, um jenseits in das große Waldrevier des Krofdorfer Forstes zu gelangen. Auf einsamen Wegen, immer geradeaus gehend, treffen wir nach einiger Zeit gelbe Striche, die uns nunmehr das Geleite geben. Nachdem mir die Frankenbacher Straße überquert haben, bringt uns das Zeichen an den Fuß des Dünsbergs und auf bequem ansteigenden Pfaden, später mit roten Strichen gemeinsam, auf den Gipfel des Berges. Nach genügender Erholung und Augenweide vom Aussichtsturm lei« ten uns schwarze Punkte hinab nach unserem Endziel Bieber. Dauer der Wanderung 4Vz Stunden.
Die Ausstellung „Alarm" in Frankfurt.
Eröffnung durch den Gauleiter.
NSG. Im Rahmen eines festlichen Aktes wurde am Donnerstagnachmittag durch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger die Ausstellung „Alarm" im Bürgersaal des Römers zu Frankfurt a. M. eröffnet.
Im festlich geschmückten Bürgersaal des Römers der Gauhauptstaüt hatten sich am Donnerstagnachmittag zahlreiche Vertreter der Partei, des Staates, der Wehrmacht, der Behörden und des Luftschutzes eingefunden, um der feierlichen Eröffnung der in den Römerhallen stationierten Ausstellung „Alarm" durch den Gauleiter beizuwohnen.
Der Gauwalter des NS.-Bundes deutscher Technik, Gauamtsleiter Dr. K r ä n z l e i n, betonte in einer Ansprache u. a., Sinn und Ziel dieser Ausstellung sei es, den Abwehrkampf des deutschen Volkes während des gegenwärtigen Krieges zu stärken, es tatkräftig darin zu unterstützen und zu schützen sowie seine Opfer auf ein Mindestmaß zu beschränken.
Ein anschließendes Referat des Oberbaurates S t a ch o w i tz, Berlin, diente vor allem dazu, in das Wesen der Ausstellung einzuführen und ihre grundlegende Bedeutung klar herauszustellen. Oberbaurat Stachowitz betonte, daß der NS.-Bund deutscher Technik sofort an die Ausschreibung eines großzügigen Preisausschreibens ging, als der Führet im November des vergangenen Jahres das So- fort-Programm für den Luftschutz verkündet hatte. Und wie die Partei in jeder Hinsicht die Betreuung des deutschen Menschen in Krieg und Frieden zu einer ihrer Hauptaufgaben gemacht hat, so ver
anlaßte sie auch hier das verstärkte Zusammenwirken aller Kräfte, um an die Lösung der Lust- schutzvrobleme tatkräftig heranzugehen. Durch dieses Preisausschreiben der Fachgruppe Bauwesen im NS.-Bund deutscher Technik wurde zunächst in dieser Hinsicht eine richtungweisende Grundlage geboten. 1100 Einsendungen mit annähernd 2000 Mitarbeitern krönten trotz zahlreicher Einberufungen zur Wehrmacht den Wettbewerb und bewiesen eindeutig, wie rege dieses Interesse an diesem brennenden Problem der Gegenwart ist. Die Vorschläge, die an die Voraussetzungen konstruktiver Planmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, künstlerischer Art und vor allem auch Nutzbarkeit im Frieden gebunden waren, waren von überraschender Vielseitigkeit. Hoch- und Tiefbunker zeigten sich in mannigfacher Gestaltung. Der Reihenbau war ebenso vertreten wie der Turmbau, der Zeilenbau wie der Bau im Siedlungsstil. Der bombensichere Treppenhauskern zeigte seine praktische Aufgabe ebenso wie die ideale Luftschutzzelle der Vierzimmerwohnung. Auch der Hochbunker für die Baulücke des Stadtbildes wurde wirkungsvoll aufgezeigt. Jeder einzelne Entwurf bewies feines Abgestimmtfein auf die landschaftliche und bauliche Umgebung.
Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger eröffnete anschließend die reichhqltige Ausstellung, die an Hand ihres lebendigen Anschauungsmaterials die Tatsache noch mehr unterstrich, welch dankbare Aufgaben dem Architekten der Zukunft erwachsen, zumal ihr gesamtes Bauschaffen für alle Zeiten unter Berücksichtigung des Luftschutzgedankens stehen wird. E. R.
In manchen Gegenden sind sie glücklicher. Da ist
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Dornotizen.
Tageskalender für Freitag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Stukas", f elhaus, Bahnhofstraße: „Ein Mädchen fcra".
Verdunkelungszeit
22. August von 20.34 bis 6.11 Uhr.
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Gedankenlosigkeit und mangelnde? Verantwortungsgefühl vor sich selbst haben fast immer die
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sehen. Diel schlimmer aber noch sind die Folgen in Gedankenlosigkeit, die der einzelne nicht sieht: Zrm Beispiel die Gedankenlosigkeit in der Wieder- ttrroerhmg von Spinnstoffabfällen!
Weil so viele Menschen gedankenlos sind, liegen h Millionen deutscher Haushaltungen ungeheure Wallroerte lest: Alte und neue Reste ober Abfalle loi Spinnstoffwaren aller Art, Lumven und foirfen aus allen möglichen Stoffen, alte Strümpfe, Mlvoer, Unter- und Oberkleidung, Hauswasche,
Aus der Stadt Gießen.
Dant an den Wald.
Den grünen Wald haben wir allezeit gratis Jetzt h der Sommer langsam zu Ende geht' sollten mir ins bet ihm bedanken. Er hat uns viel geholfen ftsonders in Zeiten wie diesen.
Ei ja, werden die prosaischen Gemüter sagen da pben wir manche Last Holz herausgeholt, auch Leeren und Mze! Gewiß, aber ich meine, wir hiben noch mehr geholt. Wandern und lagern ein par andere Gedanken, ein paar wundervolle Atem- zige, und immer wieder hat uns der Wald qe- z-igt, daß es noch Freuden gibt, die das Leben vert machen. Es dringt aus dem Walde eine zähe j-ste, trefe, stille Liebe zum Dasein in uns. Fabrik md Kontor sind eiserne Klammern, die wir sehen fühlen, anheben, prüfen, zuletzt ja wohl auch ein-
Sittoe, A ehrhäM 5iäbr.3im? inenHem u lern. Ui
Heil )arvemög. öoün. > Gis tty.ZM nt.02764as liehen. An
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Es wird nochmals darauf hingewiesen, aß an m Spinnfloffabfäüen keine festen Teile, wie topfe, Schnallen usw^ fein dürfen.
Professor Abendroth in Gießen.
Die Gießener Konzertring der NS.-Gemeinschaft Jraft durch Freude" kündigt für den kommenden Hinter drei Orchesterkonzerte des Rhein-Mainischen Lndesorchesters und einen Solistenabend an. Für bts erste Konzert wurden Generalmusikdirektor Zw i ß l e r vom Stadttheater Mainz und als Solist * rofessor Metzmacher (Violoncello) gewonnen. 1 le beiden folgenden Konzerte stehen unter Leitung bekannten Gewandhauskapellmeisters Professor Hrmann Abendrot h. Als Solisten sind Pro- Tor K ulenkampff (Violine) und Tiana Lemnitz von der Staatsoper Berlin (Sopran) ange- Uadigt. Den Solistenabend gestaltet Frau Professor Ay Ney (Klavier) mit ihrem hervorragenden 5rnn<m.
~cöer seine eigene Wochenschau!
JTtii Spannung erwarten wir von einem zum orderen Mal die Bilder, die uns Männer der Pro- Mganda-Kompanien in den Wochenschauen über Mutschlands gewaltiges Ringen vor Augen führen. Ktr allzufchnell fliegen sie vorüber. Sie sind Aus- Hnitte aus Kampfesphafen der letzten Zeit. Wer ! litte nicht gerne als eigenen Besitz Bilder, die einen Überblick über einen ganzen Feldzug darstellen? (In kleines, abgeschlossenes Erinnerungswerk, das UT5 selber gehört? So etwas können wir uns er- [ miben. Zur eigenen Freude und um dem Deut- sten Roten Kreuz zu helfen, für unsere verwun- ! Uten Soldaten immer noch besser zu sorgen. Die ffnf Heftchen, von denen je eins den Feldzug in , V'lgien, in Holland, in Norwegen, in Frankreich mb den Kampf zur See zeigt, werden uns bei der feiten und letzten Reichsstraßensammlung des IAiiegshilfswerks für das Deutsche Rote Kreuz am 6imstaq und Sonntag angeboten. Denken wir an Misere Soldaten! Denken wir auch an später, wo Dir und unsere Kinder so eine kleine wertvolle etnnerung an die große Zeit de? Freiheitskrieges |t voll werden würdigen können!
egenden der Wald schon bedenklich wird. Bald :rb der Herbst einfallen, die Kühle, die Nässe, ch, was für einen Sommer haben wir gehabt Da frben wir Vorrat fasten müssen. Und nun wird es i(b und rot und braun werden, der Abend wird üher einfallen, die Häuser werden uns näher lhen.
Das ist nun gar nichts gesagt, werden manche ffünen. Aber die so denken, sind undankbar, und tik Mißvergnügen ist ihr gerechter Lohn. Wir andren denken anders. Wir bedanken uns beim Walde
«er-.
lhen, anerkennen, billigen müssen, denn diese Welt ! so, daß ohne dem nicht geht ... Aber der Wald - der Wald!
irb freuen uns auf die andere Zeit im Walde, ll'nn er sein Winterkleid trägt. Soviel wir auch Aldustrie betreiben ober Handel ober Transport, st sehr sind wir immer doch Geschöpfe der Natur trb wollen sie nicht vergessen, damit sie auch uns licht vergißt. F. R.
töpidje, Gardinen, Säcke usw.
Das sind die Millionenwerte, die aus Gedanken- Ngfeit dem Kreislauf der Rohstoffe entzogen wer- kn. Sie gehören irt die Sammelstellen der Reiws- hnnftoffsammlung! Dort wirst du zur Ablieferung iu’er Spinnstoffabfälle erwartet.
Die Annahmestellen in Gießen.
Ortsgruppe Gießen-lNitte: 1. Bahn- sostraße 63, gegenüber der Grabenstraße: 2. Markt-
Ortsgruppe Gießen -Nord : Röhstube, (de Dernerwall (gegenüber Denninghoff).
Ortsgruppe Gießen - Ost: Licher Straße, vimsistelle der DAF. (Hinterhaus).
Ortsgruppe Gießen-Süd: 1. Bergwerk, Üvkerhof: 2. Crednerstrahe, Ecke klintksiraße: 3. £U- Wrahe 63 (Autohalle 6).
Ortsgruppe Gießen-Klein.Linden Eckhaus, Steinstraße.
Ortsgruppe Gießen-Miefeck: Sihungs- hl, Schulsirahe. h
Die Sammelstellen der Ortsgruppen Mttte, Koro, Lfl und Süd sind montags, mittwochs und freitags »m 17 bis 20 Uhr geöffnet, die von Klein Lmden n» wiefeck mittwochs und fomstags von 18 v,s
Ser Sieg und die Feldpost.
Es gibt Eltern und Ehefrauen und Kinder, die den letzten Feldpostbrief mit dem Datum von Ende Juli erst jetzt erhalten haben. Es hat sich inzwischen die Gewohnheit herausgebildet, im gegenseitigen Verkehr Briefe, Karten und Päckchen zu numerieren. Der Empfänger soll wissen, ob irgendein Schreiben noch unterwegs liegt, während er vielleicht einen später abgefanbten Brief schon von vorn nach hinten und von hinten nach vorn eifrig und liebevoll studiert. Niemandem sind diese Unbequemlichkeiten unliebsamer als der Feldpost selbst, die den natürlichen Ehrgeiz hat, in ihrem Bereich genau so das Beste zu tun wie die Eisenbahnpioniere ober wie die Baubataillone in ihrem anderen Bereich. Das ist ganz selbstverständlich. Aber ein Trost und etwas Schönes ist doch selbst mit diesen Mißlichkeiten verbunden. Wenn der Empfänger in der Heimat einen Frontbrief von Ende Juli empfängt, so kann er sich — sagen wir an dem Südflügel — auf Grund der damaligen Meldungen der Wehrmachtberichte ein ungefähres Bild machen, wo der Sohn oder der Bruder oder der Gatte oder der Vater gestanden haben mag. Das ist aber ein ganz weites Stück hinter der jetzigen Stellung unseres Sud- flügels. Damals ist ja auch schon in den Zeitungen gelegentlich das Stichwort vom Dnjeprbogen oder vom Schwarzen Meer gefallen. Aber Ende Juli war es von dem vermuteten Standort des Briefschreibers im Felde bis zum innersten Dnjeprbogen oder bis zu den großen Hafenstädten des Schwarzen Meeres noch ein weiter Weg von ellichen hundert Kilometern. Jetzt find die Söhne und Väter, die Brüder und Gatten durch diese etlichen hundert Kilometer schon hindurch. Der Sieg hatte Flügel. Der Feldpostbrief hatte keine Flügel. Beides gehört zusammen. Wenn der Vormarsch in schnellem Tempo weitergeht, verlangsamt sich zwangsläufig die Verbindung nach rückwärts. Der Sieg schreitet, mit stürmender Hand über alle Hindernisse hinweg, der Feldpostbrief ist an alle Widerwärtigkeiten eines neuen, langen Etappenweges gebunden. Für die Feldpost ist der Weg von Schitomir oder Berditschew ober Uman nach Dnjepropetrowsk oder nach Nikolajew sehr viel weiter und unbequemer als der Weg von der allen galizischen Grenze nach Ostpreußen, Westfalen ober Baben.
Oie Sanitätsoffizierslaufbahn im Heer
Schüler höherer ober diesen gleichgestellter Lehranstalten, die die 8. Klasse besuchen ober im Juli 1942 in die 8. Klasse versetzt werden, Abiturienten von Vollanstalten und Medizinstubenten, die die aktive Sanitätsoffizierslaufbahn (Heer) erstreben, können sich ab sofort um Einstellung bewerben.
Meldezeit für die voraussichtliche Einstellung im Januar 1942: ab sofort bis 20.11.1941. Hierfür kommen Schüler in Betracht, die zu dieser Zeit b:e 8. Klasse besuchen oder schon im Besitze des Reifezeugnisses sind, ferner Medizinstudenten.
Meldezeit für die voraussichtliche Einstellung im August 1942: bis 15.5.1942. Hierfür kommen diejenigen Schüler in Betracht, die im Juli 1942 in die 8. Klasse versetzt werden oder zu dieser Zeit im Besitze des Reifezeugnisses sind, ferner Medizinstudenten.
Anfragen sind ebenso wie die Bewerbungsgesuche an den örtlich zuständigen Wehrkreisarzt zu richten, und zwar für den Wehrkreis IX an den Wehrkreisarzt IX in Kassel, Schlieffenplatz, Fernspr. 35271, Nebenapparat 436. Frühzeitige Einreichung der Bewerbungsgesuche liegt im Interesse der Bewerber.
Soldaten (Abiturienten von Dollanstalten und Medizinstudenten) bis zum FeldwebeDienstgrad können fick in der Zeit vom 1.11.1941 bis spätestens 15.1.1942 bei ihrem zuständigen Truppenteil zur Uebernannte in die aktive Sanitätsoffizierslaufbahn melden.
Merkblätter für die Sanitätsoffizierslaufbahn im Heere sind bei den Wehrkreisärzten, Wehrbezirkskommandos und Wehrmeldeämtern erhälllich.
Mr unter Feldpost schreiben!
Ost schreiben Angehörige von verwundeten und kranken Soldaten an diese unter Ortsangabe des Lazarettes an Stelle der Feldpost-Nummer. Dadurch wird die Briefzustellung verzögert. Denn derartige Sendungen müssen aus'dem normalen Feldpostoer- kehr herausgenommen werden. Sie durchlaufen erst verschiedene Dienststellen, ehe sie mit der Feldpost- Nummer versehen und dem Empfänger zugeleitet werden können. Ist das nicht möglich, dann gehen sie an den Absender zurück. Es liegt daher im Interesse des Absenders wie des Empfängers, daß auch an verwundete und kranke Soldaten in Kriegs- und Feldlazaretten nur unter der Feldpost- Nummer geschrieben wird. Dann erreichen die Sendungen am schnellsten ihr Ziel.
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** 8 7. Oe b u r t 5 ta g. Auguste Prasch- Grevenberg, die vor mehr als sechzig Jahren ihre Laufbahn als Schauspielerin begann, hat' sich vor wenigen Monaten von Bühne und Film zurückgezogen und lebt jetzt im Emmy-Göring- Stist in Weimar, wo sie am 23. August ihren 87. Geburtstag feiert. Frau Prasch-Greoenberg, die Mutter des früheren Gießener Stadttheater-Jn- icnbanten Rolf Prasch, hat vor einigen Jahren wiederholt in unserem Stadttheater als geschätzter Gast die Gießener Theaterfteunde erfreut und sich deren Wertschätzung erworben.
** Ehrengaben für den Gießener Turn - und Sporttag, der voraussichtlich am kommenden Sonntag durchgeführt wird, sind in einem Schaufenster der Firma Kaeß Nachf., Inh. Wllh. Horn und Sohn, Kreuzplatz, zur Besichtigung ausgestellt. Stifter der Ehrengaben sind der Oder- bürgermeifter unserer Stadt und die Landräte von Gießen und Dillenburg.
Amtsgericht Gießen.
Am gestrigen Freitag hatten sich, teilweise unter Ausschluß der Oeffentlichkeit, die Marie W. und die Helene R., beide aus Gießen, vor dem Amtsgericht zu verantworten. Die W. war des Diebstahls und der Kuppelei, die R. der Hehlerei und der llebertretung der Verbrauchsregelungs-Strafordnung angetlagt. t
Die W. hatte im Frühjahr 1940 bei einem Gießener Metzaermeister, wo sie beschäftigt war, wiederholt Fleischmarken und Wurst gestohlen und beides der Mitangeklagten R. ausgehändigt, die davon Gebrauch machte. Ferner hat sich die W. der Kuppelei schuldig gemacht, indem sie wiederholt jungen Frauen und Mädchen und deren Freunden Gelegenheit gab, ihre Wohnung als Treffpunkt zu intimen Begegnungen zu benutzen. Wegen der gestohlenen Fleischmarken gab die W. an, die R. habe die Fleischmarken von ihr gefordert und einmal auch zugesehen, wie sie die Marken unbefugt entnommen habe. Die R. dagegen bestritt jegliche Schuld und behauptete, Fleischm'arken nur für die Zell verlangt zu haben, in der die W. bei ihr gewohnt und gegessen habe.
Der Vertreter der Anklage bezeichnete die W. als eine moralisch und geisttg ttefstehende Person, wie ihr ganzes Vorleben beweise, er hob aber hervor, daß sie nach seiner Ansicht hier die Wahrheit bekundet habe. Dagegen erklärte er, daß die R. nach seiner Ueberzeugung die Unwahrheit gesagt habe. Er beantragte gegen die W. wegen Diebstahls und Kuppe.lei eine Gesamtgefängnisstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten, gegen die R. wegen Hehlerei eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Das Gericht verurteilte die W. zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis unter Anrechnung von fünf Wochen Untersuchungshaft, die R. antragsgemäß zu drei Monaten Gefängnis. Der Angeklagten W. wurden trotz ihrer Vorstrafen weitgehend mildernde Umstände zugebilligt, bei der Angeklagten R. wirkten die Vorstrafen straferschwerend.
Aus der engeren Heimat.
Schweinemarkt in Homberg.
-.-Homberg (Ohm), 20. Aug. Auf dem heuttgen Schweinemarkt waren 167 Ferkel zum Verkauf gestellt. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 12 bis 18 RM., 8 bis 10 Wochen alte 15 bis 22 RM., 10 bis 12 Wochen alte 22 bis 29 RM. das Stück. Bei schleppendem Handel verblieb geringer Ueberstand.
Kreis Alsfeld.
—Homberg, 20. Aug. Die Dreschmaschine hat am Montag ihre Druschtätigkeit im Freien wieder begonnen. Soweit sich schon jetzt ein lieber» blick über den Ernteertrag gewinnen läßt, kann der diesjährige Ernteausfall als gut bezeichnet werden. — Zur Zeit ist man im benachbarten Nieder-Ofleiden mit der Durchführung der Kanalisation beschäftigt. Die Pläne für diese Arbeit lagen schon längere Zeit vor.
Kaufgeschäfte mit Kriegsgefangenen sind verboten.
Lpd. Marburg, 21. Aug. Recht teuer wurden einem Einwohner aus dem Kreise Ziegenhain zwei Hemden, die er einem Kriegsgefangenen für zehn Reichsmark abgekauft hatte. Seine Ausrede vor dem Amtsgericht, daß er die Hemden benötigte, konnte ihm nichts nützen, denn mit Kriegsgefangenen darf man derartige Geschäfte nicht machen, und außerdem ist es verboten, diesen deutsches Geld auszuhändigen. Das Gericht erkannte auf drei Wochen Gefängnis.
Männer mit fooo Bärten!
Lpd. Eine Gaststätte in Sossenheim bei Höchst am Main bzw. deren Wirt, sieht sich mangels Masse gezwungen, den zur Neige gehenden Apfelwein in beschränkten Quantitäten abzugeben. Jeder
Zeigt Euch der Opfer unserer Soldaten würdig! Gebt freudig und reichlich zur 2. Straßensammlung, der letzten Sammlung des 2. krlegshilfs- wertes für das Deutsche Rote kreuz, am kommenden Samstag und Sonntag. Jedes Opfer trägt zum Endsieg bei!
Gast erhält drei Schoppen des edlen Erzeugnisses. Dieser Tage tarnen einige Männer aus Höchst, bei denen sich auch der immer findige Bastel befand. Sie waren dem Wirt keine unbekannten Gäste und schlürften bald mit Behagen den goldgelben Trank. Als sie ihr „Kontingent" von drei Schoppen hinter der Binde hatten, nahmen sie freundlich grüßend Abschied. Es dauerte vielleicht zehn Minuten, als in der Gaststätte einige unbekannte Männer mit stattlichen Bärten, wie man sie heute nur noch selten sieht, erschienen. Sie sahen sich, wie es bei Fremden üblich ist, in der Gaststube neugierig um, nahmen an einem Tische Platz und bestellten Aepfelwein. Mit Kennermiene und vielsagendem Augenaufschlag kosteten sie und schienen mit der Qualität äußerst zufrieden. Bald wurde an ihrem Tisch viel gelacht, die bärtigen Männer schienen neue Witze zu kennen! Und dabei tranken sie ihren zweiten Schoppen und vernahmen auch so nebenbei und mit großem Erstaunen, daß man hier nur drei Schoppen pro Mann erhalten könne und daher mit Bedacht trinken müsse. Beim dritten und letzten Schoppen aber platzte einer der Bärtigen heraus, er konnte es nicht länger hinter feinem Vollbart zurückhalten, und lachte fein urwüchsiges Lachen, nach dem jeder der Anwesenden geschworen hätte, der Bastel aus Höchst fei noch anwesend. Und es waren auch der Bastel und seine Freunde, die sich nach ihrem ersten Besuch draußen die falschen Bärte, die sie sich geliehen hatten, anklebten, um dann als „Fremde" noch einmal in den Genuß von t>rei; Schoppen zu kommen. Es ist ihnen gelungen und ihre Idee hat ihnen niemand übel genommen, auch nicht der Wirt ...
G. A.-Sport.
Schwerathletik in Gießen.
Am kommenden Sonntag hätt das Fachamt Schwerathletik einen weiteren Lehrgang für Kampfrichter ab. In Verbindung damit wird gleichzeitig in der Halle des VfD.-Reichsbahn am Aulweg ein Turnier im Bantam und Leichtgewicht durchgeführt, das hauptsächlich der Werbung für den Ringkampfsport dienen soll. Ringer aus dem Bereichsgebiet werden hier wieder ihre Kräfte und ihr können unter Beweis stellen können. Es starten im Bantam: Allmeroth und Rode, Kassel; im Leichtgewicht: Wissel, Reißing und Neumeyer, Hanau, Schwalm, Braun und Stock, Alsfeld. VfB.-Reichsbahn Gießen kann sich hierbei nur auf seine Nachwuchskräfte stützen. Es starten für Gießen: Bantam: Lorenz und Rabow; Leicht: Müller.
!?uhball im Tv. Alkendorf (£ofm).
Allendorf (Lahn) 1. 3gb. — Sladtjugend Gießen 0:3.
Am Sonntag standen die Allendörfer Jungen vor einer schweren Ausgabe. Ihr Gegner war die genannte Gießener Mannschaft, die durch einige aktive Spieler verstärkt war. Von Anfang an entwickelte sich ein schnelles Spiel. Kurz vor der Pause gingen die Gäste durch ihren Mittelstürmer in Führung. Nach Seitenwechsel wurde die Gastmannschaft vorübergehend in ihre Hälfte gedrängt, ohne daß es die einheimischen Stürmer verstanden, die zahlreichen Torchancen auszunutzen. Gießen hingegen konnte durch zwei weitere Tore den Sieg sicherstellen. Allendorf versuchte durch resllosen Einsatz jedes Spielers das Resultat zu verbessern, jedoch das große Schußpech seiner Stürmer sowie die massierte Verteidigung der Gäste ließen keinen Erfolg mehr^ zu.
ADOX WV


