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tung wurden Ase Meudtner, erste Solotänzerin der Staatsoper Berlin, und Emil Kühne der bekannte Vortragsmeister, verpflichtet.

Am kommenden Sonntag, 23. Februar können die Eheleute fieinnd) Mank das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Heinrich Mank, der lange Jahre al- Leiter der Kapelle Mank tätig mar ist durch sein musikalisches Können weit über unseren Hei- matort hinaus bekannt geworden. Dem Jubelpaar gilt unser Gluckwunsch. v

OdenwälderHeimatvereinigungSießen 3n der Veranstaltung der hiesigen Odenwälder Heimatveremlgung, die am Dienstag imHotel Köhler" stattfand und stark besucht war hatten die Mitglieder die> Freude, ihren Vorsitzenden Hauptmann d. R. Dr. Michel, der z.Z. einen Urlaub in Gießen verbringt, begrüßen zu können. Die Schilderungen, die er über seine Kriegserleb­nisse bot, wurden mit größter Spannung verfolgt Weiter trugen noch zur Unterhaltung der Erschie­nenen bei Direktor Hartmann mit dem Vortrag von mundartlichen Gedichten und Studiendirektor Dr. Walter mit Ausführungen über Kriegskosten der Gemeinde Lengfeld i.Da,im Jahre 1813.

Frühjahrsversammlung der Gießener Imker.

Die Ortsfachgruppe Gießen der Bienenzüchter hielt imHotel Hindenburg" ihre 1. Frühjahrsversamm­lung ab, die sehr stark besucht war. Der Drtsfach- gruppenoorsitzende B odenbender berichtete über den Stand der Völker. Soweit allgemein festgestellt werden konnte, sind die einzelnen Bienenvölker im «ergangenen Winter besser durchaekommen als im Vorjahr; auch scheinen die Verluste nicht sehr hoch zu sein. Der Vorsitzende gab weiterhin Anweisungen zur Weiterbehandlung der Bienenvölker im Laufe Des Frühjahrs bis zum Einsetzen wärmerer Witte­rung. Dor allem ermahnte er die Mitglieder, die Bienenvölker vorläufig in Ruhe und wie im Laufe Des Winters verpackt zu lassen, damit die von den Bienen erzeugte Wärme besser zusammengehalten _md die Entwicklung der jungen Brut weiter degün- 'ligt wird. Weiter machte er auf die evtl, im Früh­jahr auftretenden Krankheiten der Bienen aufmerk- 'am. Alle Anzeichen dieser Krankheiten wurden be- prochen, besonders behandelt wurde eine Darm- Erkrankung, die der Fachmann Nosema nennt, sowie Die Faulbrut. Diese beiden Erkrankungen fallen unter das in Hessen bestehende Seuchengesetz und -nässen seitens des Imkers beim Erkennen sofort der Ortspolizei gemeldet werden.

Als weiterer Dünkt der Tagesordnung wurde das Versicherungswesen der Imker behandelt. Durch den Zusammenschluß aller Imker in einem Versicherungs- Verein sind die Mitglieder in verschiedener Hinsicht legen Schäden geschützt, z. B. Schäden dArch Feuer, Wasser,,Diebstahl und Frevel. Außerdem kann er ich freiwillig gegen einen Gesamtschaden in seiner Zucht und seine ihm helfenden Familienangehörigen yegen Unfall versichern. Den Imkern wird die Mög- ichkeit geboten, Fruchtmehl, ein Ersatz-Pollenmehl, u beziehen. Dieses Fruchtmehl soll ein teilweiser Ersatz für den aus den Weidenkätzchen gewonnenen Zlütenstaub sein. Die Imker wenden sich erneut an **ie Oeffentlichkeit mit der Bitte, bei den Spazier- ängen in den nächsten Tagen die Weidenkätzchen ii'icht abzureißen, sondern sie für die Bienen stehen u lassen, die aus den geringsten Kätzchen noch wert­volle Nahrung für den Aufbau der Bienenvölker gewinnen. Wer dagegen handelt, schadet dem Volke!

Wintersalate bereichern Den Tisch.

Als gesunde Ergänzug winterlicher Kost reichen Dir jetzt Salate, die möglichst Rohkost darstellen. Allenfalls können wir sie z. T. auch mit gekochten Zutaten mischen, z. B. mit Sellerieflocken, abaekoch- §n weißen Bohnen und Kochfleischwürfeln und ähn- chem. Auch gekochter Sellerie mit rohen, gehobel- an Kohlrübenflocken ober zum Sellerie rohe, ge-

hobelte rote Rüben (gleich in Essig stellen, um die Farbe zu erhalten) ergeben pikante Salate. Chicoröe und Fenchel sind zur Zeit billige Bestandteile von Rohsalat. Bei ersterem muß em drei Zentimeter langer Strunk ausaedreht werden (mit spitzem Mes­ser), um den Sitz Der stärksten Bitterkeit zu entfer­nen. Chicorsesalat wird von den gelösten Blättern befreit und wie Endivien geschnitten zubereitet. Es ist keine Verschwendung, wenn außer Gemüse heute noch Salat gegessen roirb. Salate sind die gute Er­gänzung schwerer Winterkost. Rote Rüben zu kochen, ist völlig unnötig. Feingehobelt und eine Weile in leichtem Essig mit Zucker mariniert, geben sie den feinsten und besten Salat, wenn etwas geriebene Zwiebeln und glatt gerührter Quark dazukommen. Salz nur nach Bedarf. Auch Del kann fehlen. Reiz­voll ist es, mehrere Salate getrennt anzumachen und dann auf einer Platte anzurichten: Gekochter Sellerie mit viel Petersilie (vitaminreich!), roher Roterübensalat, Chicoröe und goldgelber Kohlrüben- salat. Auch von rohen oder gekochten gelben Rüben ist orangefarbener Salat zu bereiten. Oder man kocht sehr dicke Pferderüben gar, teilt sie in zwei- fingerdicke Scheiben, höhlt sie zu Schalen aus (Apfel­ausstecher), mariniert sie in Salattunke und ordnet sie zwischen Feldsalat oder Endivien, um als Be­hälter für die übrigen Gemüsesalate zu dienen. Die ziemlich dünn ausgehöhlten Rübenschalen sehen sehr

hübsch aus. Das Ausgehvhlte kann zierlich zu Salat zerschnitten werden.

** Handelsschüler an den Landwirt­schaftlichen Fachschulen und der Deut­schen Kolonialschule. Nach einem Erlaß des Reichskultusministers vom 14.1.1941 E V 6031/ 204 E IVc können Absolventen der zweijährigen Handelsschulen in die Höheren Landbauschulen, die Bauschulen für Wasserwirtschaft und Kulturtechnik und die Deutsche Kolonialschule Witzenhausen aus­genommen werden, wenn sie sich einer Aufnahme­prüfung in Physik und Chemie unterziehen. Dar­über hinaus müssen sie den Nachweis erbringen, daß sie alle übrigen Zulassungsbedingungen erfüllen.

Wieder ein Kind mit heißem Gaffer verbrüht.

LPD. Marburg, 18. Febr. In einem unbe- wachten Augenblick stürzte ein zwei Jahre alterJungein Bottendorf in einen Topf mit heißem Wasser, das zur Bereitung von Schweinefutter bereitgestellt war. Der Junge erlitt so schwere Verbrühungen, daß er kurz nach feiner Einlieferung in die Chirurgische Klinik in Marburg st a rb.

Wirtschaft.

Glitte Börse.

Frankfurt a. M., 20. Febr. Die Aktien­märkte verkehrten in der Berichtszeit im allge­meinen recht still. Es überwogen kleine Abgaben der Kundschaft, die angesichts der starken Zurück­haltung der Aufnehmerkreise meist nur auf er­mäßigtem Niveau abgenommen wurden. Anregun­gen zu einer regeren Geschäftstätigkeit fehlten, da­gegen wurde die Zurückhaltung verstärkt durch ver­schiedene Momente. Die Rede des Reichsbankvize­präsidenten Lange wurde stark beachtet, da sie die Notwendigkeit der Börse unterstrich, allerdings aber auch erneut Warnungen vor allzugroßen Kurs­schwankungen enthielt. Maßnahmen, die an der Prager Börse erörtert werden, wurden ebenfalls beachtet und mahnten zu Zurückhaltung. Sonder­bewegungen waren selten. Das Kursniveau hat sich allgemein etwas gesenkt, besonders Autoaktien, Bauwerte, aber auch Chemieaktien gaben z. T. mehrere Prozente nach. In Aktien der Eisenbahn­bank kam es nach der Steigerung auf 6,40 v. H. und mehrtägigem Ausfetzen der Kursfeststellung zur Wiedernotierung bei 6,13 v. H., nachdem seitens der Verwaltung eine Aeußerung herauskam, wo­nach mit einer Goldmarkumstellung 16 ober 17:1, kaum aber in günstigerem Verhältnis zu rechnen sei. Kahlgrundaktien gaben auf 74 nach, da die Aussichten auf Derreichlichung der Kleinbahnen weniger optimistisch beurteilt werden, jedenfalls nur in wenigen Einzelfällen vorgenommen werden dürf­ten. Am Einheitsmarkt lagen Brauereiwerte schwan- kend, mehrprozentigen Abschlägen wie bei Schäffer- Hof standen vereinzelt auch Kursbesserungen gegen­über. Aber auch hier waren die Umsätze stark zu­sammengeschrumpft.

Am Rentenmarkt stehen Reichsschätze und Reichsanleihen weiter im Vordergrund des Inter­esses. Altbesitz lagen schwankend. Steuergutscheine I erfuhren von ihrem Höchststand von 111.75 einen stetigen Abbau und blieben zuletzt mit 109,75 an- geboten. Jndustrieobligationen im Grunde freund­lich, doch ebenso wie Stadtanleihen fast still. In Pfandbriefen hat die Nachfrage nachgelassen, die Umsätze waren bei Materialknappheit wenig um­fangreich und vereinzelt gaben die Notierungen wieder leicht nach. 4,5 prozentige Pfandbriefe sind allerdings fast ausnahmslos geftr. Geld.

Im Freiverkehr zeigte sich ebenfalls Ge­schäftsstille. Häher gefragt blieben Rastatter Wag­gon. Die Kupferbergaktien sind jetzt in den amt­lichen Verkehr überführt worden, wobei der Kurs um 175 leicht schwankte. Tagesgeld blieb die Woche über mit 1,75 v. H. unverändert. Schn.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 20. Febr. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 41 bis 42,5, c) 35 bis 37,5, Bullen a) 43 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, Kühe a) 43,5 bis 44,5, b) 38 bis 40,5, c) 30 bis 34,5, d) 18 bis 25, Färsen a) 44,5 bis 45,5, b) 39 bis 41,5, c) 34 bis 36,5, Käl- ber (Sonderklasse) 65 bis 70, andere Kälber a) 59, b) 54 bis 59, c) 44 bis 50, d) 35 bis 40, Hämmel b2) 48 bis 51, c) 32 bis 44, Schafe a) 42 bis 44, b) 38 bis 40, c) 20 bis 32, Schweine a) 57,5, bl) 57,5, b2) 56,5, c) 54,5, d) 51,5, e) 49,5, gl Sauen) 57,5. Marktverkauf: alles zugeteilt.

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Briefkasten der Redaktion.

Ein Sportfreund. Bei der Prüfung Ihrer Zu­schrift haben sich verschiedene Gesichtspunkte er­geben, die es wünschenswert erscheinen lassen, mit Ihnen persönlich über die in Ihrem Briefe ent­wickelten Gedanken zu sprechen. Wir bitten Sie daher, an einem der nächsten Tage, am besten zwi­schen 15 und 17 Uhr, bei der Schriftleitung vorzu- sprechen, uns aber möglichst vorher mitzuteilen, an welchem Tage Sie uns besuchen wollen, damit wir uns die Stunden für Sie frei halten können.

HI.-Gebietsmeisterschasten im Boxen.

Am kommenden Sonntag werden im großen Saal der Stadthalle in Hanau die Gebietsmeisterschaften der HJ.-Boxer ausgetragen. Hierzu treten 45 Nach- vuchsboxer, die besten aus 18 Bannen, in zwei Leistungsklassen welche je in 12 Gewichtsklassen eingeteilt sind an. In der Leistungsklasse 1 kämp­fen Jugendliche, die bereits mehr als 10 Siege ge- gewannen, während zur Leistungsklasse 2 nur fünf Siege gehören. Die Leitung liegt in Händen des Gebietsfachwartes, Obergefolgschaftsführer Dr. Busch. Die stärksten Banne sind Darmstadt (115), Hanau (98), Frankfurt (186), Wiesbaden (80) und Mainz (117), welche auch zahlenmäßig am stärksten ver­treten sind.

Hessen« Turnerinnen in Passau.

Von den zwei hessischen Turnerinnen, die zu den 2. Deutschen Gerätmeisterschaften der Frauen am kommenden Sonntag in Passau zugelassen sind, wird nur die hessische Bereichsmeisterin Käte Kre­ge l i u s (Kassel) antreten. Marie-Luise Kling (Hanau) steht in der Reifeprüfung und.muß des­halb auf die Teilnahme am Meisterschaftskampf verzichten. An den Reichswettkämpfen der Nach­wuchsturnerinnen, die gleichzeitig in Passau aus­getragen werden, nehmen vom Bereich Hessen teil: Anneliese G r i e s i n g (Kassel-Wilhelmshöhe) und Ilse Schmidt (Kassel).

Oer kommende Handballsonntag.

Nach Erledigung der Pflichtspiele in den oberen Klassen ist nur noch die Jugend auf dem Plan. Aber auch dort werden in Kürze schon die Staffel­sieger feststehen, so daß bald die Entscheidungsspiele beginnen. Am Sonntag stehen an:

Tv. GKrbenteich Tv. Lich

Mtv. Gießen Spvgg. 1900 Gießen

To. Katzenfurt 1. Metzlar-Niedergirmes

Zum ersten Freundschaftskampf treffen sich in Garbenheim To. Garbenheim und Tv. Wetzlar. Man darf gespannt sein, wie dieses Spiel enden wird. Garbenheim wird sich gewiß strecken müssen.

Zugendfußball.

Lollar 1. Jugend Daubrlngen 1. Jugend.

Am kommenden Sonntag bestreitet die 1. Jugend von Daubringen ihr letztes Spiel um die Sann-

Meisterschaft in ihrer Gruppe. Beide Mannschaften treten in stärkster Ausstellung an. Im Vorspiel blieb Daubringen mit 9:0 Sieger. Ob es diesmal zu einem so hohen Siege reicht, ist fraglich.

V. Internationale Wintersportwoche.

Das Eishockey-Länderturnier der 5. Internatio­nalen Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen wurde am Mittwochnachmittag mit dem Treffen zwischen der Schweiz und Jugoslawien eingeleitet. D?e Schweizer siegten nach durchweg überlegen ge­führtem Spiel mit 13:0 (3:0, 6:0, 4:0) Toren. Nach dem Spiel empfing der Reichssportführer die am Turnier beteiligten neun Mannschaften.

Für die Abendveranstaltung der Internationalen Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen war das Olympische Eisstadion nahezu ausverkaust, als das Eishockey-Länderturnier mit zwei Spielen fort­gesetzt wurde. Die deutsche Mannschaft konnte ihr erstes Spiel gegen die im Eishockey unterschätzte Slowakei erst in letzter Minute mit einigem Glück 3:2 (1:0, 0:0, 2:2) gewinnen, nachdem die Slowaken sogar 2:1 geführt hatten. Das vorausgegangene Spiel Schweden Rumänien brachte einen klaren Sieg der Schweden mit 6:0 (2:0, 1:0, 3:0), doch drückt das Ergebnis den zähen Widerstand der Ru­mänen nicht aus.

Auch am Donnerstag stand bei der V. Internatio­nalen Wintersportwoche von Garmisch-Partenkirchen das Eishockeyspiel am höchsten in der Anteilnahme der Zuschauer. Das Länderturnier wurde mit drei Spielen fortgesetzt, von dem das abendliche Treffen zwischen Italien und Schweden am meisten inter­essierte.

Als erste Begegnung wurde am Vormittag das Treffen zwischen Jugoslawien und der Stadt- mannschaft von Amsterdam als der Vertretung Hollands abgewickelt. In dem Spiel siegten die Jugoslawen dank ihrer guten Kombination verdient mit 4:2 (2:0, 2:0, 0:2).

Wesentlich besser als tags zuvor die deutsche Na- ttonalmannlchast wurde Ungarn mit der Slo­wakei fertig. Die Ungarn siegten am Nachmittag glatt 6:0 (4:0, 1:0, 1:0).

Das letzte, Spiel des Donnerstags führte am Abend die Nationalmannschaften von Schweden und Italien zusammen. Das sehr schnelle und schöne Spiel endete mit einem überraschend hohen schwedischen Sieg von 10:3 (1:1, 4:1, 5:1) Toren.

Umwege -es Herzens

Renton von H.H. Hansen

Copyright by Prometheus-Verlag Dr. Eidtadcer - Gröbenzell

ill Fortsetzung (Nachdruck verboten.)

Dagegen hatte Frau Koßmann in ihrer Derneh- nung von vornherein erklärt, sie verzichte auf die Möglichkeit, als Verwandte die Aussage zu ver- t eigern und hatte ohne Schonung ihrer selbst alles Reichtet, den Verkehr mit Kühlitz und die Ge­krache mit ihrem Mann. Einzelheiten ihrer Aus- : gen konnten durch Besichtigung der Wohnung des klrschosfenen sowie Aussagen von dessen früherer luushälterin gestützt werden.

Nirgends ergab sich der geringste Widerspruch zwischen den Ermittlungen von Polizei und Staats- enwaltschast auf der einen sowie der Aussagen ^ßmanns auf der andern Seite. Zufrieden nut Mer Feststellung beschloß Doktor Hirte, ungesäumt Mtbeschwerde einzulegen, die er damit begründete, d: ß weder Fluchtverdacht noch Verdunkelungsgefahr ü: rliege und zudem die Annahme eines Verbrechens Nicht mehr gegeben sei, da Notwehr vorliege.

'Es verging mehr als eine Woche, bis die Ent- fo-eibung über die Haftbeschwerde vorlag. ®ie de- biiutete einen Schlag für den alten ^u^Arat lieg R*6mann aber völlig unbewegt. In der Abweisung I bttr Haftbeschwerde wurde zur Begründung ange- i fort, daß dringender Verdacht eines Derbrechens D.irliege, und daß Koßmann seine genaue Kenntnis Hier Umstände vielleicht dazu benutzt habe, um eine schickte Erklärung zu geben. . öf. ti.ÄW

Als Doktor Hirte Daraufhin zu seinem Klienten kicke, unterbrach dieser die Darlegungen seines zin- viilts mit der Feststellung:Das ist doch ganz Eensächlich, Herr Justizrat. Wir müssen uns b s irr Verhandlung in Geduld fassen. Bitte gehen Sie nM Ihrer Haftbeschwerde nicht weiter. Das ver- jcgert nur unnütz den Verlauf Der Voruntersuchung

Wenn Sie Darauf bestehen, tue ich Das gegen niine bessere Ueberzeugung, Herr Koßmann. Jeoen- als weiß ich aber, daß die Geschworenen ai|f alle falle zu einem Freispruch kommen werden.

«Unö das ist die Hauptsache."

.Damit haben Sie recht, Herr Koßmann, aber rcktzdem ..." . »

JBitte, kein Aber mehr. Wir wollen warten.

Hirte hielt es für besser, Koßmann mcht über alles Muflären, was er über die Aus agen von dessen $ou wußte. Denn sein Klient sah schon Erschreckend ns. Er verabschiedete sich nach einigen mchtssagen- se i Worten und beschloß, sich jetzt nur Der Sorbe« e ung einer gründlichen Verteidigung zu widmen, iiti) wenn er keinen Moment daran zweifelte, einen fallen Freispruch zu erlangen.

Frau d'Oleron war entsetzt darüber, daß ihr

Schwiegersohn voraussichtlich noch Wochen in Haft bleiben müsse, fügte sich aber schließlich ebenfalls dem Wunsch Koßmanns. Sie stellte ihr eigenes und Das Zeugnis ihres Sohnes für die Verhandlung zur Verfügung, obwohl sie Widerwille und Das Gefühl unendlicher Schande überkam, wenn sie Daran Dachte, was sie als Mutter in einer Zeugenaussage alles angeben müsse.

Ihr Wunsch, noch einen zweiten Verteidiger, und zwar den besten, den man überhaupt bekommen könne, heranzuziehen, wurde von Hirte ohne Der- stimmung aufgenommen.Selbstoerftändlick), wir 'Dürfet! nichts versäumen, was im Interesse von Herrn Koßmann liegt." Man einigte sich, über die Person Des zweiten Anwalts, und Frau d'Oleron schied mit dem mageren Trost, daß durch das Unter­lassen weiterer Haftbeschwerden die Angelegenheit nur beschleunigt würde.

Koßmann brachte die Wochen seiner Haft ruhig hin. Er fügte sich widerspruchslos und willig Der Anstaltsordnung und beschäftigte sich meist mit Lesen. Die Ruhe und Einsamkeit in der Zelle taten seinen Nerven sogar wohl. Zwar nahmen ihn die ständigen Grübeleien stark mit, aber er fühlte sich nach einiger Zeit wohler als in den Tagen vor der Verhandlung gegen Korn und sah mit Zuversicht dem Kommenden entgegen. Besuche seiner Ange- hörigen verbat er sich ebenso wie Berichterstattung durch seinen Direktor über die Lage im Werk. Er anroortete auch auf Briefe, die an ihn gerichtet waren, nicht, Und suchte jede persönliche Verbin­dung mit der Außenwelt zu vermeiden, solange er in Haft war.

Als ihm die Anklageschrift zuaestellt wurde, nahm er gefaßt davon Kenntnis, daß sie auf Totschlag lautete. Die Begründung überflog er nur flüchtig und war nicht im geringsten davon beeindruckt, daß einige seiner Angaben angezweifelt wurden. In den Zeitungen las er nur die Ueberschriften der Mel- düngen, die sich mit ihm und seiner Verhaftung beschäftigten, nicht aber deren Inhalt. Er fühlte sich sogar einigermaßen vor Neugier, Zudringlich­keit, falschem und lästigem Mitleid sowie in seiner häuslichen Schmach geschützt hinter den Mauern des Untersuchungsgefängnisses und gestand sich, daß ihm dieser Zustand lieber sei, als wenn er in Frei­heit ständig der Gefahr ausgesetzt wäre, Aeußerun- gen des Bedauerns oder der Schadenfreude zu hören.

Nach fünf Wochen wurde ihm mitgeteilt, daß die Verhandlung vor dem Schwurgericht gegen ihn am 28. September stattfinden werde. Dann würde er sich rund sieben Wochen in Haft befinden. Der Tag schien ihm als eine Erlösung. Ungewißheit und Zweifel mußten schwinden, soweit sie seine Freiheit berührten. Im übrigen verschwendete er keinen Ge­danken mehr an alles, was er zurückzulassen ent­schlossen war. Sobald er wieder außerhalb der Ge­fängnismauern stand, würde er sofort mit seinen Angehörigen Berlin verlassen und alle Derhandlun-

gen wegen des Verkaufs der Fabrik Hirte und Direktor Wissel übergeben.

Am Morgen des Verhandlungstages gegen Koß- mann, Die in dem gleichen Saale stattfand, in dem nicht ganz zwei Monate vorher Der Wilderer Korn verurteilt wurde, hatte ein regelrechter Ansturm auf den Zuschauerraum eingesetzt. Die meisten Plätze waren jedoch schon durch Kartenzustellung vergeben, so daß eine Menge Neugieriger keinen Zutritt mehr finden konnte. Der Prozeß gegen einen bekannten Industriellen war zur (Senfation geworden, zumal die Zeitungen bisher über die Hintergründe der Tat fast nichts veröffentlicht hatten, was die Spannung noch vermehrte.

Als der Angeklagte feinen Platz einnahm, spürte er förmlich die ausdringliche Neugier von einigen hundert starrenden Augen. Er saß vornübergeneigt und hatte den Blick zu Boden gesenkt. Dann kamen seine Verteidiger. Die Begrüßung zwischen Koß­mann und den Anwälten war kurz und förmlich.

Nachdem das Zeremoniell des Eintritts der Rich­ter und Geschworenen und die Formalitäten erledigt waren, wurden die Personalien des Angeklagten festgestellt. Es ergab sich, daß er ein Realgymnasium bis zur mittleren Reife und dann eine Maschinen- baulehranstalt besucht hatte. Mit zwanzig Jahren stand er als Techniker im Betriebe seines Vaters, in dem damals fünfzig Menschen beschäftigt waren. Vier Jahre später rückte Koßmann ins Feld. .Zwei­mal lehnte er Reklamationen ab und bat, an der Front bleiben zu dürfen, obwohl feine Anwesenheit in dem mit Rüstungsarbeiten bedachten väterlichen Unternehmen, das inzwischen annähernd tausend Mann Belegschaft erreicht hatte, ebenfalls dem Da- terlande dienlich gewesen wäre.

Nach Kriegsschluß wurde Koßmann als Leutnant der Reserve entlassen, hatte sich eine Reihe von Aus­zeichnungen erworben, eine schwere und zwei leich­tere Verwundungen erlitten und tat noch einmal als Freikorpssoldat Dienst, um in Oberschlesien gegen die Polen zu kämpfen. Don 1921 an war er bis zum Tage feiner Verhaftung ununterbrochen in seiner Fabrik tptig gewesen, Die er geschickt über die Klippen Der Nachkriegszeit und Inflation hin­wegsteuerte.

Dann begann die Vernehmung über die zur Ver­handlung stehende Tat. Auf Befragen des Vorsitzen­den gab Koßmann einen lückenlosen Bericht, ber durch keine Zwischenfragen gehemmt wurde. Er sprach deutlich,, aber mit verhaltener Stimme, die Augen ständig zu Boden gesenkt. Als er auf die Ver­fehlungen seiner Frau zu sprechen kam, wurde die Stimme so leise, daß er ermahnt werden mußte, lauter zu reden.

Im Zuschau^rraum, und auf der Geschworenen­bank folgte man seinen Darlegungen mit angespann­ter Aufmerksamkeit.

Als er geendet hatte, war etwa eine Mnute voll­

kommene Sttlle in dem Raum. Dann stellte der Vor­sitzende einige Fragen.

Sie hatten also, wie Sie selbst erklären, die Ab­sicht, Kühlitz zu töten?"

Jawohl."

Wenn Kühlitz sich nun geweigert hätte, sich zum Zweikampf zu stellen?"

Dann hätte ich ihn so erschossen."

Das wäre Mord gewesen."

Mir blieb kein anderer Weg."

Das Gesetz gibt Ihnen Möglichkeiten, eine durch Untreue zerbrochene Ehe zu losen und gegen die Ehe­brecher Strafantrag zu stellen. Wenn jeder Mensch, Der seinen Ehegatten auf einer Untreue ertappt, gleich zur Waffe greifen wollte, hätten wir ja über­all Mord und Totschlag. Das ist ein unmöglicher Standpunkt."

Ich habe dazu weiter nichts zu erklären, als daß ich auf keinen Fall die Oeffentlichkeit darauf auf­merksam machen wollte."

Nun ist das Resultat noch schlimmer, als wenn Sie den gesetzlichen Weg gegangen wären."

Koßmann zuckte nur mit den Achseln.

Nach Ihrer Darstellung haben Sie alles getan, um keine Spuren Ihrer Anwesenheit in Ihrem Jagdrevier zu hinterlassen. Sie bezweckten damit an-, geblich, unter allen Umständen die Ereignisse in' Ihrer Familie geheimzuhalten. Und nun erklären Sie, daß Sie Kühlitz aufgefordert haben, mit Ihnen ohne Zeugen einen Zweikampf auszutragen. Als Kühlitz Einwendungen erhob, hätten Sie sich herum- gedreht, um die Entfernung von fünfzig Meter für Den Kugelwechfel abzufchreiten. Hatten Sie denn überhaupt Abmachungen über die Art des Kugel- Wechsels getroffen? Wer sollte den ersten Schutz haben ober sollten beide zu gleicher Zeit feuern?" .Abmachungen waren nicht getroffen. Kühlitz ließ sich ja auf Das Gespräch nicht weiter ein."

Also kann man es auch so auffassen, daß der Er­schossene sich unmittelbar bedroht fühlte und Ihnen nur zuvorkomrnen wollte."

Man kann es auch so auffassen, aber als Mann von Ehre habe ich darüber eine andere Meinung. Ich Hütte Kühlitz den ersten Schuß gelassen."

Das ist nicht recht glaubhaft. Kühlitz war Ihnen doch aus persönlicher Erfahrung als guter Schütze bekannt."

Daß Gefahr auch für mich bestand, war zweifel­los. Ader damit habe ich von vornherein gerechnet." x

-Wie erklären Sie es sich Denn, daß ein so guter Schütze wie Kühlitz Sie zweimal auf eine Entfer­nung von dreißig Meter gefehlt hat? Daß von ber Schrotstreuung nur brei Körner Sie trafen, muß doch als Fehlschuß bezeichnet werden."

Vielleicht war er aufgeregt, vielleicht ließ ihm bas schlechte Gewissen die Hand zittern."

Möglich. Ihre Darstellung geht offensichtlich von dem Bestreben aus, bas Recht Der Notwehr geltend zu machen. Wollen Sie sich darüber äußern?"

(Fortsetzung folgt.)