Donnerstag, 18. September 1941
Gietzener Anzeiger
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General-Anzeiger für Gberhessen
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hen nach Osten fort. In den erfolgreichen Kärnp- tn wurden auch an diesem Tage zahlreiche Ge-
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Das Eichenlaub für Oberleulnani Aordmann
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: General-
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Ernste Besorgnisse in London
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(H. Jahrgang Nr. 222 erscheint täglich, außer bonntags und feiertags
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Berlin, 17. September. (DNB.) Während der Kämpfe in den Verteidigungsanlagen vor Leningrad gelang es einer deutschen Infanteriedivision, nach hartem Kancpfe in einen von den Sowjets stark befestigten Park einzubrechen. Durch konzentrisches Artilleriefeuer und Einsatz schwerster Panzerkampfwagen versuchten die Bolschewisten das weitere Vordringen der deutschen Truppen aufzuhalten. Sämtliche bolschewistischen Gegenangriffe wurden jedoch unter schwersten blutigen Verlusten, für die Sowjets abgeschlagen. Die
kriege aushungern zu können. Kübel von Spott und Hohn ergossen sie über uns, als wir mit Lebensmitteln und Rohstoffen von Anfang an haushälterisch umgingen. Der Erfolg war aber, daß Deutschland der Hungerblockade trotzte. Dafür hat der deutsche Handelskrieg den Engländern eine andere Ueberrafchung gebracht. Sie, die jede deutsche Einsparungsmaßnahme mit hämischen Schmährufen begleiteten, müssen sich heute genau so einschränken wie wir — ja auf manchen Gebieten haben sie weniger zuzufetzen als wir Deutsche.
Nach einem Stimnrungsbild über das Londoner Alltagsleben, das in Göteborgs Handels- und Schifffahrtszeitung erscheint, herrscht in der englischen Hauptstadt größter Mangel an Eiern, Milch und Butter. Gewisse Sorten von frischem Obst, wie z. B. Apfelsinen und Bananen, fehlen völlig; in den Gaststätten ist kaum mehr Käse zu bekommen. In den Restaurants bekommt man nur ein Gericht. Zigaretten sind meistens nicht zu haben, auch Pfeifentabak ist gerade zu Ende, wenn man danach fragt; Zigarren sind sehr teuer und meist auch aus- oerkaust. Schokolade und Keks sind nur schwer zu haben. Wenn man eine Zeitung haben will, muß man sehr früh aufstehen. Die Rationierung trifft am meisten die privaten Haushalte; infolgedessen suchen die Leute in den Restaurants ihre Rationen aufzufüllen, aber vor den billigen Gaststätten muß man sehr lange Schlange stehen, um überhaupt einen Platz zu bekommen. Die Preissteigerung macht sich auch in den Lokalen immer mehr bemerkbar. Nur der Standard der Luxusrestaurants ist wie in Friedenszeiten. Hier könne man Austern sowohl wie auch Froschschenkel bekommen.
Deutsche Fernkampfartillerie nahm in der Nacht zum 17. September Schiffe eines britischen Geleitzuges vor Dover unter Feuer. Die Schiffe hatten versucht, im Schutze der Dunkelheit den Kanal zu passieren. Das Feuer zwang sie, mit hoher Geschwindigkeit in Richtung der britischen Küste abzudrehen.
Krüger" verfolgen. Sondern: wenn hier in diesem Zusammenhänge von Kultur, von Kunst, von den schönen Dingen und den lieblichen* Gefühlen die Rede ist, dann denken wir nicht zuerst oder im Be- sondern an Schöpfungen, die, auf welchem künstlerischen Felde es auch sein mag, kämpferisch, zeitgemäß oder sonst irgendwie, auf das gegenwärtige Kriegsgeschehen bezogen, bedeutungsvoll oder womöglich unentbehrlich genannt werden können. Wir denken vielmehr an die Kunst unseres Volkes überhaupt und allgemein, sie sei uns nah oder fern, klassisch oder gegenwärtig, wenn sie nur die untrüglichen und zeitüberdauernden Echtheitsmale schöpferischen Wesens uni) Wirkens an sich trägt.
Denn es ist zu bedenken — und gerade heute nützlich und nötig, sich dessen zu erinnern —, daß man das, was Kunst heißt, die reichste und edelste Blüte der Kultur eines Volkes also, nicht einfach vergessen und verwelken lassen kann, während die Nation zum Kampfe um Sein oder Nichtsein angetreten ist. Kunst ist nicht etwas, dessen man sich für eine Weile entäußern, worauf man, wie auf den Luxus, für kurz oder lang verzichten kann, weil es uns gegenwärtig nicht besonders wichtig oder zeitgemäß vorkommt. Kunst — wofern sie nur echt und unbezweifelbar iift — kann nicht über Nacht ihres ewigen Sinnes und Wertes im Leben eines Volkes entkleidet werden.
Viele der Besten, die heute im harten und siegreichen Kampfe stehen, können, so lauge sie kämpfen, nicht daran teilhaben. Aber der Kampf wird ja nicht zuletzt um die Verteidigung und Erhaltung jener Werte und Lebensmächte geführt, die wir die deutsche Kultur nennen, — auch um die deutsche Kunst also, die deutsche Dichtung, die deutsche Musik. Das kann uns in keiner Phase dieses Krieges eindringlicher und erschütternder zum Bewußtsein kommen als in den Tagen, da die deutsche Wehrmacht zur entscheidenden Auseinandersetzung mit dem im tiefsten Grunde kulturfeindlichen, kulturzerstörenden Bolschewismus angetreten ist.
Es kommt heute mehr denn je zuvor darauf an, in der Kunst, statt sie kurzsichtig und verständnislos als unzeitgemäßen Luxus zu betrachten, den unerschöpflichen und unzerstörbaren Brunnquell zu wissen, aus dem sich die besten und reichsten Kräfte der deutschen Seele speisen und fort und fort erneuern. Hier ist jener ewige Vorrat, aus dem wir immer wieder das Bewuß'fein unseres Wesens und unseres Wertes schöpfen, hier wurzelt unlöslich die beglückende, stärkende Verbindung mit der großen Vergangenheit, hier gründen sich Verpflichtung vor
fren Heeres warfen auch am 16.9. die Sowjets »Iwärts des Dnjepr und setzten ihr Vor-
Die Vorausabteilung einer deutschen Jnfanterie- oision brach in den Kämpfen am 14. September
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dürfte, da man dort genau weiß, daß auf diese Weise nicht einmal ein Bruchteil des sowjetischen
Kriegsbedarfs geschafft werden kann. Und viertens ist die brutale Offenheit, mit der den Sowjets die „unangenehme Schwächung" ihrer Kriegsmaschinerie vorgerechnet wird, bemerkenswert. Sie wird dem Genossen Stalin und seinen Spießgesellen sicher nicht sehr angenehm in den Ohren klingen. Im übrigen darf aber London ebenso wie Moskau versichert fein, daß die deutsche Wehrmacht inzwischen nicht erlahmen wird, die bolschewistische Kriegsmaschinerie weiter „unangenehm zu schwächen".
Ein ungarischer Bericht.
Budapest, 17. Sept. (Europapreß.) Zur Lage an der ungarischen Front wird festgestellt, daß ein
major weiß, Kommandeur eines Infanterie- Regiments. Generalmajor der Polizei, ff-Brlgabe- führer Christian Schulze. Regimentskomman- deur in der ^-Pollzel-Divifion, Oberst Sieler, Kommandeur eines Infanterie-Regiments, Oberst Dr. Beyer, Kommandeur eines Infanterie-Regiments, Hauptmann Brux, Bataillons-Kommandeur in einem Schützen-Regiment, und Oberfeldwebel Hengst!er, Zugführer in einem Gebirgsjäger- Regiment; ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe an: Oberleutnant Eckardt, Gruppenadjutant in einem Rachtjagergefchwader, und Oberleutnant Lent, Staffelkapitän in einrin Nachtjagergefchwaders; ferner auf Vorschlag des Heeres an: Oberleutnant Steinhopf, Oberleutnant Beyer, Leutnant G e i f f h a r d t, Leutnant h u p p e r z und Feldwebel Schmidt.
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Mellgebichr „ -.25 udb bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern itfolge höherer Gewalt
weren blutigen Verlusten für die Sowjets zu- mmen. Im Südabschnitt der Ostfront durchbrachen
3m Seegebiet um England beschädigten kaimpfflugzeuge in der vergangenen Rächt in Tiefangriffen zwei große Frachter schwer, weitere Luft- oigriffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Moslküste der 3nsel fowie gegen mehrere Flug-
Berlin, 17. September. (DNB.) Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 17.9. mit gutem Erfolg kriegswichtige Anlagen und militärische Ziele in der Südukraine an. Die Anlagen mehrerer Häfen an der Küste des Asowschen Meeres wurden erfolgreich bombardiert. Starke Brände dehnten sich rasch aus. Die Schäden find sehr erheblich. Im Schwarzen Meer wurde ein Sowjettransporter von 3000 BRT. schwer beschädigt Ein weiterer von 4000 BRT. und ein Handelsschiff von 4000 BRT. erhielten Volltreffer und blieben manövrierunfähig liegen. Auf einem sowjetischen Schlachtschiff der Marotklasse (23 600 BRT.) wurden drei Volltreffer erzielt. In der Dnjepr-Mündung wurden zwei Handelsschiffe von zusammen 10 000 BRT. durch Bombenvolltreffer in Brand geworfen. Bei Nachtangriffen auf einen sowjetischen Geleitzug im Westteil des Asowschen Meeres versenkten Kampfflugzeuge einen Transporter und trafen zwei Handelsschiffe von zusammen 2500 BRT. sehr schwer.
Bei Operationen auf dem Ladogasee erhielt ein Handelsschiff von 8000 BRT. starke Beschädigungen. Ferner wurde ein Transporter ver- entt und drei weitere in Brand geworfen. Bei
ihren Fortgang, der bisherige Raumgewinn ist bedeutend. Speziell vor der Front der Honvedttup- pen hat der Feind in den letzten Tagen unter Inanspruchnahme auch der Zivilbevölkerung in fieberhaftem Tempo feine »efe ft igungs ar bette n f ortzus etzen versucht. Zuletzt ließ sich aber dabei eine gewisse Stockung und Unsicherheit feststellen. Kraftlose Unternehmen des Feindes wurden von den Honvedverbänden ausnahmslos vereitelt.
Einbruch in befestigten park vor Leningrad.
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tj ^Berlin, 17. Sept. (DNB.) Truppen des deut- im Kreml als blanker Hohn ausgelegt werden ben Heeres warfen auch am 16.9. die Sowjets ---L —lc* f v*aU
Berlin, 18. Sept. (DRB. Funkfpruch.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat dem Oberleutnant Rordmann in einem Jagdgeschwader das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit folgendem Telegramm verliehen: In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf um die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 59. Luftsieges als 35. Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, gez. Adolf Hitler.
Das Ritterkreuz.
Berlin, 17. Sept. (DRB.) Der Führer Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres
>ren.
Oer Wehrmachtbericht.
DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 1. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m 0 ft e n entwickeln sich die Angriffshandlun- jin zu - einer Operation größten Ausmaßes.
Anterfeeboote versenkten im Rordaklantik schs feindliche Handelsschiffe mit zusammen 27 000 $RI.
Anuabme von Anzeigen für die Mittagsnummer viS8'/,Ubr des Vormittags
Anzeigeu-Preiie:
Anzeigenteil 7 Rps. je mm bei 22 mm Zerlenbreite, Tertteil 50 Rrtt. te mm bei 70 mm Seilenbrette
Nachlässe:
Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschritt (vorherige Vereinbarung) 25°/» mehr
tadt Gl* Charakteristisch für die Auffassung Dien ist eine Meldung des englische,
-eptewdk bj,nftß5, folgendes enthält: „oe I b ft wenn Uhr bi? Sowjets noch vor dem Winter Moskau, ßemn- , HalbmieV ■ giero unb das Oel des Kaukasus verloren und P-Lp D?nn ihre Armee bis zur Wolga zuruckg^rangt mfcvt Vrd, so wird es immer noch möglich sein, rteii^* 9:31 den USA. und Großbritannien aus a n a e = tehär • messens Hilfe nach der ©orojetumon zu sen- {70 bis ;btn unb auf die Kriegsindustrie im Ural und auf »it Hilfsquellen in Sibirien.zuruckzugr°n-n. Der
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erulvreckanschluß 2251 Druck und Verlag:
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2 deutschen Truppen in kühnem Sturm ausge- j frute Stellungen. 800 Gefangene wurden gemacht mb mehrere sowjetische Geschütze erbeutet.
Mars und die Musen.
„Das Kriegsgeietz, das weiß ich wohl, soll herrschen,
Jedoch die lieblichen Gefühle auch ..
Kleist, „Prinz Friedrich von Homburg".
Vor einigen Tagen ist eine Notiz durch die Zeitungen gegangen, daß die Große Deutsche Kunstausstellung in München in diesem Jahre bereits sieben Wochen nach der Eröffnung mehr als 350 000 Besucher zu verzeichnen gehabt habe. Das ist eine Rekordziffer; sie bezeugt, daß eine solche Ausstellung mitten im Kriege dem deutschen Volke ein Herzensbedürfnis ist. Der Tatbestand, der da aus München gemeldet wird — es fei auch an die große Zahl kleiner Schilder unter den Bildern erinnert, welche die schon getätigten Ankäufe bezeichnen —, darf beispielhaft genannt werden: was sich in der Münchener Meldung ausdrückt, gilt in gleichem Sinne auch für die minder repräsentativen Ausstellungen im Reiche, es gilt für das Theater, das Kon- zert, das Buch, den Film (man lese die Berichte von der Kriegs-Biennale in Venedig) — es gilt für die Kunst im weitesten und allgemeinsten Umkreise. Ein Wort des alten Cicero aus seiner Rede „Pro Milone” lautet „Silent leges inter arma“: im Waffe nlärm schweigen die Gesetze; der Satz ist später meist nicht mehr aus die Gesetze, sondern auf die schönen Künste angewandt worben, auf die Kultur schlechthin, die im Kriege zu verstummen habe. Dieses Wort hat heute seine Gülttgkeit verloren, ja man darf sagen, daß es geradezu eine Umkehrung erfahren habe: keineswegs schweigen die Musen im Kriege, und die berühmten Verse aus dem „Prinzen von Homburg", die wir an den Anfang dieser Bettachtung gestellt haben, erhalten heute eine schlechthin programmatische Geltung, wenn wir die „lieblichen Gefühle" nicht so ausschließlich-persönlich beziehen, wie es die Prinzessin Natalie von Dräniert dem Kurfürsten von Brandenburg gegenüber tut, sondern auf die im Zeichen des Mars von den Musen gehütete und von ihnen regierte Welt übertragen.
Es bedarf gewiß keines ausführlichen Nachweises, baß heute, umschrieben ausgebrürft und aus dem Umkreise der Tageszeitung gesehen, der Wehrmachtbericht allemal den Vorrang vor dem Theaterbericht hat. Gewiß ist ferner, daß dem, der an der Front steht, wenig oder gar keine Zett bleibt für die „lieblichen Gefühle", weder Neigung noch Muße, sich mit Kunst zu beschäftigen — ausnehmend oder gar schöpferisch, gleichviel. In der Kanzel des Kampfflugzeuges, im Panzerturm, hinterm MG. und am Sehrohr des U-Bootes find Herz und Sinne auf andere Dinge gerichtet als auf ein Bild, eine Oper oder ein Gedicht. Das versteht sich von selbst. Aber es wäre dennoch falsch, zu sagen, daß im Kriege die Musen schwiegen; verfehlt zu glauben, daß die Kunst im Waffenlärm keinen Raum, keine Daseinsberechtigung und keine Mission habe. Sie hat, im Gegenteil, vielleicht niemals eine höhere und ernstere Mission zu erfüllen gehabt als gerade heute. Wir denken dabei nicht einmal in erster Linie an die von der deutschen Romanttk geprägte Vorstellung von der „Poesie als kriegführender Macht" in dem betonten und erweiterten Sinne, daß auch die Kunst „mitzukämpfen" habe und einzusetzen söi im großen Ganzen eines mit alleO physischen Ünd moralischen Kräften um feinen Bestand, feine Freiheit und feine Zukunft ringenden Volkes; nicht an eine „Tendenz", wie sie etwa zu Napoleons Zeiten „Die Hermannsschlacht" besaß oder heute Filme wie „Sieg im Westen", .Kampfgeschwader Lützow", „... über alles in der Welt" oder „Ohm
Genf, 17. September. (Europapreß.) Die Beurteilung der Lage der Sowjets durch die britische Presse wird täglich pessimisttscher. In der Presse Londons wie der Provinz fragt man sich, ob bie Moskauer Konferenz die Lage überhaupt noch zu retten vermöge. Besonders großen Eindruck — vor allem in neutralen Beobachterkreisen in London — hat ein Leitartikel der „Times" gemacht, weil er äußerst besorgt der Entwicklung in den nächsten Wochen entgegensieht. Der Aufsatz stellt fest, daß, wenn die Moskauer Konferenz auch langfristigen Dispositionen dienen solle, vor allem u n - mittelbare. Entlastungsaktionen sowie schnellste Materiallieferungen an die Sowjetunion notwendig feien. Die Presse fürchtet eine baldige Krise an der Ostfront und setzt ihre Hoffnung darauf, daß der Widerstand verschiedener Städte der ganzen Front genügend Halt gebe, auf daß letztere nicht gänzlich ins Wanken käme.
Cyril Laykin erklärte im Londoner Nachrichtendienst, nichts wäre mit der Leugnung der Tatsache gewonnen, daß die Sage der Sowjets an allen örei Abschnitten kritisch sei. Es habe nie in der Geschichte in einem so kurzen Zeitraum derartige Verluste gegeben wie in diesem Feldzug, in dem die um jede Elle kämpfenden britischen Verbündeten zu- rückgedrängt würden. Durch den Vorstoß der Deutschen sei auch Kiew ernstlich gefährdet. Kiews Einschließung habe begonnen, als der deutsche Vorstoß auf Gomel die Sowjets zur Räumung Tschernikows veranlaßt habe. Besonders ernst seien die an mehreren Stellen durch bedeutende deutsche Streitkräfte durchgeführten Ueberschreitungen des Dnjepr, wodurch nicht nur die Kriegsindustrie, sondern auch die Krim bedroht sei. Wenn die Deutschen Erfolge hätten, würde die ganze britische Stellung im mittleren Osten bedroht sein.
Aus dem Londoner Alltag.
Berlin 17. September. (DNB.) Als England uns vor zwei Jahren den Krieg erklärte, glaubten die Londoner Drahtzieher, Deutschland wie im Welt-
iillchewistischen Wirtschaft ist bereits . W Schaden zugefügt werden. Sie ha> mit Krtwoi Rog biei Fünftel ihres Mangans und zwei Fünftel des Aluminiums und, wenn Leningrad fallt, drei FU s- te: des Aluminiums verloren und rst in lyrer Kriegsmaschinerie unangenehm geschwächt moroem
Aus dieser Meldung ist verschiedenes zu entneh- I inen. Fürs erste rechnet man in London noch vor bim Winter mit schwersten Entscheidungen an der ‘ front. Fürs zweite hat man sich bereits auf das o-rsprechen einer „angemessener Hilfe zu- ftckgezogen und die uneingeschränkte Häse fallen g.- lasen, wohl weil die leeren Der^rechungen m . Dastau bereits böses Blut gemacht haben, und v?il man in London keine Moglichkei. sieht, sie z ralifieren. Statt dessen verweist marf drittens ö,e f Eomjets auf ihre Kriegsindustrie im Ural unb aut I diz sibirischen Hilfsquellen, ein Hmwns, der aber
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i wurden auch an diesem Tage zahlreiche Ge- ngene gemacht. 18 sowjetische Panzerspähwagen, - Zugmaschinen und 25 Lastkraftwagen wurden srnichtet oder erbeutet. Durch Artilleriebeschuß jrben auf dem Dnjepr drei sowjetische Monitore irfentt. Ein sowjetisches Bombenflugzeua, das sich in deutschen Truppen näherte, wurde durch In- -iterieroaffen abgeschossen. Am Unterlauf des ijepr versuchten die Mlschewisten im Laufe des t. September die ungarischen Stellungen
neuer Operationsabschnitt begonnen hat, nachdem die Verbündeten in den letzten zwei Wochen alle Vorbedingungen geschaffen haben, die- zu großangelegten Operationen nötig waren. Diese Bolschewisten verloren zahlreiche schwerste Panzer- Operationen nehmen mit präziser Planmäßigkeit' kampfwagen.
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l.K.M Lüßel. Karl H« el. Tum-
Angriffen auf 20 kleinere Küstenfahrzeuge versenkten die deutschen Verbände ein sowjetisches Schnellboot und vernichteten einen Schlepper und vier Motorboote.
Oer Fehlschlag der Ron-Gtop-Offensive.
Madrid, 17. Sept. (Europapreß.) Der Fehlschlag der britischen Nan-stop-Luftoffensive ist seit Tagen das Thema der englischen Zeitungen. Wie der Korrespondent des „ABC" aus London berichtet, umschreibe man den Mißerfolg mit Betrachungen über die zunehmende Unwirksamkeit der Luftangriffe auf große Städte. Als Trost erörtere man die Möglichkeit, die man mit der Luftwaffe auf dem Schlachtfelde habe. Die britische Luftwaffe werde sich nun immer stärker auf die Zusammenarbeit mit den Erdtruppen spezialisieren und die unheimliche Wirkung der Sturzkampfbomber nutzen müssen. Man befürchtet trotzdem in den kommenden langen Nächten deutsche Luftangriffe. Infolgedessen hätten sich bereits die Theater, Kinos, Geschäfte und der gesamte Verkehr auf den Dier-Uhr-Nachmittags- Schluß eingestellt.
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i Südabschnitt in kühnem Vorstoß zähen bolsche- i-1. I " ■ * .......
-stischen Widerstand und stieß dabei auf einen eldflugplatz der Sowjets, der noch im letrieb war. Bei dem plötzlichen Auftauchen der ivtschen Soldaten versuchten die Jäger zu starten. ?r Vorausabteilung getana es, drei der Maschinen izuschießen und zwei weitere am Boden zu zer-
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3n Rordafrlka griffen deutsche kampfflug- Item : Jfuge am 15. September britische kraftwagenan- bleibt.fr:’ jvmmlungen an der libysch-ägyptischen Grenze an nbung ei'» nb zersprengten sie durch Beschuh mit Bordwaffen, t bas frc * tei einem Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf mb albt Z'ugp'°h Heliopolis bei Kairo in der flacht zum 16. September entstanden große Brande lib Explosionen in Flugzeughallen und Munitions- iggeblick't ^rn.
och gut j>» h ' Der Feind warf in der letzten Rächt mit fchwa- gebrairii Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und > Puheifttz Brandbomben auf einige Orte in Südwesldeutfch- len auMß lmd. In Wohnvierteln entstanden Gebaudeschäden. ‘ u, j fiarineartmerie schoh zwei, Flakartillerie einen 6rt- enFatl Echen Bomber ab.
gebrauch' Oie „angemessene Hilfe".
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damitE Von unserer Berliner Schriftlertung.
7. Vor den neuen deutschen Erfolgen und ihren * bet b«' möglichen Auswirkungen wird nicht nur den bolsche- , Dienst! » stischen Machthabern blümerant vor den Augen, sondern auch die englischen Bundesgenossen befurch- —' p. ten bereits schwere Schlappen und bereiten
bcs englische Volk und die Welt m weiser Vorsicht hrf diese schlimmen Eventualitäten vor. Um aber kb*3 befer Aufklärunasmethode den Beiaeschmack, den erSesund |i- nun einmal hat, zu nehmen und andererseits .1 acch die bolschewistischen Freunde zu hfvsten, legen Schm16 [it natürlich gleichzeitig die Walze von der „Hilfe ;bus auf,, die den Sowjets zuteil werden wurde. Da diese rhnjidt ilstlfsversprechungen, die bisher ohne Verwirk- x lihung geblieben si»d und von den Bolschewisten- raßel)» [ ^uptlingen sicher nicht geglaubt werden. Da man 941 ,- in London selbst weiß, daß die zugesagte Hilfe irauentiji’-: t-if dem Papier geblieben oder, sofern sie durch bm Rundfunk versprochen wurde, „im Winde ver- v?ht" ist, ist man aber auch hierin etwas oorsich- TIE® L geworden und schränkt die Ankündigung ; der Lage im


