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bare Germ,

trichen wir!

Der neue deutsche Unternehmertyp

Kleine politische Nachrichten

eine Maus mitgebracht, und die irot!"

Flugplatz belderOaseGiarabuban. Sämt­liche Bomben lagen in den befohlenen Zielen, unb heftige Explosionen konnten beobachtet werden. Die- er Erfolg ist um so höher zu bewerten, als jeglicher Ausfall von Kriegsgerät auf dem 250 Kilometer Luftlinie vom Meer entfernten britischen Wüsten- tützpunkt und Flugplatz nur sehr langsam über die mehr als 300 Kilometer lange Sandpiste von den britischen Nachschublagern ersetzt werden kann.

OereiserneRmgumLemngrad

stehenden erstaunt, als wäre eine Maus ohne Brot zu essen weiter nichts Verwunderliches.

Mit Brot", hauchte die Hausfrau.

Wenn's ihm schmeckt", meinte Herr Lederer aus Wien.

Maus mit Brot soll wohl Ihr markenfreies Stammgerlcht werden, wie?" sagte Herr Ieschke aus Berlin, der natürlich die List der Hausfrau durch­schaute.

Ich habe immer schon im stillen etwas ähnlich Unheimliches von ihm vermutet", gestand Fräulein von Fels bebend, während der Agent Herr Sikora, ein Mann, der mit allen Belangen Bescheid wußte, erklärte, daß es sich um einen religiösen Brauch handle. Kurden seien durch ihren Glauben verpflich­tet, von Zeit zu Zeit eine Maus mit Brot zu essen.

Prachtvoll, diese unverbildete Wildheit!" flüsterte Heideluise, die sechzehnjährige Tochter der Hausfrau, mit leuchtenden Augen.

Auch schon was!" sagte Herr Lederer zu dem ro­mantischen Fräulein.Wenn ich einen von Ihren Pud­dings essen soll, dazu gehört bestimmt mehr Mut!"

In diesem Augenblick öffnete sich die Tür, und der Kurde trat auf den Gang, mit einem erstaunten Lächeln die Ansammlung vor seinem Zimmer mu­sternd.

Er hielt ein rotes Wörterbuch in der Hand.Nix essen mit Brot, Frau Hausfrau", erklärt« er fröh­lich,füttern!"

gekauft habe, daß die Mannschaft zwar die meisten Schisfskatzen retten, aber leidernoch viele Ka­narienvögel an Bord zurücklassen" mußte. Den Höhepunkt dieser Schmokerei erreicht ein angeblicher Augenzeugenbericht, der vertellt:Einer der Zer­störer kam längsseitig und nahm unter Lachen und Scherzen die Besatzung derArk Royal an Bord." Wir geben diese Stilblüten nur zur Ber- anschaulichung einer bestimmten Geistesrichtung wieder, deren wesentlicher Charakterzug eine offen-

Gruppenführer beauftragt, die vor- und nachmilita- rische Wehrerziehung in Zufammenarbeit mit der Wehrmacht durchzuführen. Bei Kriegsausbruch rückte er als Oberst wieder ins Feld. Erst vor zwei Monaten hatte ihm der Führer das Ritterkreuz verliehen.

Unerbetene Einmischung zurückgewiesen.

Berlin, 16. Nov. (DNB.) Die mexi ka- nische Gesandtschaft in Berlin hat letzt­hin dem Auswärtigen Amt Mitteilungen ihrer Re­gierung zugehen lassen, die sich auf die Frage der Repressalien wegen der Ermordung von zwei deut- schen Wehrmachtsangehörigen durch bolschewistische Agenten m Frankreich bezogen.. Das Auswärtige Amt hat der Gesandtschaft daraufhin mitteilen lassen, daß es nicht gewillt ist, mündliche oder schrift­liche Erklärungen dritter Staaten zu dieser Frage entgegenzunehmen.

Staatsbegräbnis für General Hunhiger.

Dichy, 16.November. (DNB.) Am Samstag- vormittag fand in B i ch y in Anwesenheit des fron- zösischen Staatschefs Marschall P 6 t a i n, der frort- zösischen Regierung sowie Vertretern der franzosl- schen Wehrmacht das Staatsbegräbnis für den bet einem Flugzeugunfall tödlich verunglückten Krteas- mmister General H u n tz i g e r und seiner mit ihm

München, 15. Nov. (DNB.) Reichswirtschafts- Minister Funk erklärte auf einer Kundgebung der Wirtschaft des Traditionsgaues: Deutschland hat ein neues Wirtschaftsethos und mit ihm einen neuen Unternehmertyp geschaffen. Der Unternehmer ist nicht mehr einem anonymen Kapital, sondern der gesamten Volkswirtschaft verpflichtet und muß sich den großen Aufgaben, die die Staatsführung der Wirtschaft stellt, unterordnen. Das Gewinn­st r e b e n des Unternehmers bleibt ein weiteres wesentliches Element unserer Wirtschaftsordnung, weil wir darin eine Triebkraft des Fort­schritts zugunsten des Dolksganzen sehen. Wir sprechen aber all den Gewinnen die sittliche Berech­tigung ab, die ausschließlich oder vorwiegend aus der Ausnutzung einer wirtschaftlichen Machtstel­lung oder einer Not- oder Mangellage beruhen. Gewinne gibt es im Kriege nur noch insoweit, als sie sich in den Rahmen einer kriegsverpflich-

geschwiegen.

DieArk Royal" ist nunmehr der dritte Flug- , zeugträger, den Großbritannien im Laufe dieses 1 Krieges eingebüßt ^hat. Die britische Admiralität 1 muh sie jetzt mit den beiden FlugzeugträgernG l o- r i o u s" und C o u r a g e o u s" , die am 17.9.1939 und am 8. 6.1940 durch deutsche Unterseeboote und Ueberwasserstreitträfte versenkt wurden, auf die große Verlustliste setzen. Das Schiff war der mo­dernste Friedensbau unter den britischen Flugzeua- trägem. Es wurde erst 1938 ftrtiggestellt, hatte 22 600 Tonnen Wasserverdrängung und eine Ge­schwindigkeit von 36 Knoten. Normalerweise nahm es 60 bis 70 Flugzeuge an Bord. Seine Besatzung belief sich auf 1600 Mann, also rund 300 mehr als der bei Island versenkte Schlachtkreuzer ,Food", Englands größtes Kriegsschiff, hatte. Die Luftab- wehrwaffen derArk Royal" waren sehr stark und zahlreich. Dieses besonders kampfkräftige Schiff wurde von der englischen Seekriegsleitung überall da eingesetzt, wo für die Flotte das Zusammenwir. ken mit Flugzeugen von Bedeutung war. So ope­rierte dieArt Royal" in der Nordsee, im Atlantik und mehrmals im Mittelmeer. Während des deut­schen Norwegen-Unternehmens war sie vor Narvik. Bereits am 26. September 1939 hatte sie bei einem Luftangriff einen Bombenvolltreffer erhalten, der das Schilf nötigte, für einige Monate zur Repara- tur ins Dock zu gehen. Die Beschädigungen waren sehr schwer, wie später durch neutrale Augenzeugen, die den Flugzeugträger in Auslandshäfen besichtig- ten, bestätigt wurde.

Zusammen mit dem Erfolg der Versenkung des Flugzeugträgers wurde, wie schon erwähnt, auch das britische SchlachtschiffMalaya" so schwer beschädigt, daß es in den Hafen von Gibraltar ein- gescyleppt werden mußte. Dieses britische Schlacht­schiff, das derMalaya"°Klasie seinen Namen gab, wurde Dock'den Briten als eine besonders geglückte Konstruktion bezeichnet. Es wurde der brittschen Marine von den malayischen Staaten zum Geschenk gemacht. DieMalaya" lies im März 1915 vom Stapel und wurde dann 1925 und 1926 umgebaut. Das Schlachtschiff hat eine Wasserverdrängung von 31100 Tonnen, eine Geschwindigkeit von 25 Knoten -und eine Besatzung von 1120 Mann an Bord. Sie ist bestückt mit acht Geschützen von A8-Zenttmeter- Kaliber, zwölf Geschützen von 15,2. und acht Lust­abwehrgeschützen von 10,2-Zentimeter-Kaliber.

Die englische Flotte verfügt über sieben moderne Flugzeugttäger. Von ihnen ist dieArk Royal versenkt, die FlugzeugträgerFormidable" und Illustrions" sind zu Wiederherstellungsarbei- ten in amerikanischen Werften. Die englische Flotte verfügt zur Zeit also nur über vier aktive und moderne Flugzeugttäger; zwei weitere sollen im nächsten Jahr fertig werden. Der Flugzeugttäger ist das Gegenstück zum Großkampfschiff, das er be­gleitet. DasGroßkamvfschiff hat nur etwa 3 bis 5 Flugzeuge an Bord, die zur Aufklärung dienen. Der Flugzeugträger liefert dem Großkampfschiff die Aufklärungs- und Bombengeschwader, die sowohl das Großkampfschiff schützen wie auch ihrerseits die Angriffskraft des Großkampfschiffes unterstützen. Sowohl Großkampfschiff wie Flugzeugttäger müßen durch zahlreiche Zerstörer und kleine Kreuzer ae- sichert werden. Es ergibt sich ein kompliziertes System überschneidender Funktionen der einzelnen Schiffstypen. Ohne Flugzeugttäger sind Großkampf­schiffe in küstennahen Gewässern ungemein empfind- lich. Im Mittelmeer kommt noch der besondere Um­stand hinzu, daß England, außer Gibraltar, Malta, Zypern und Alexandrien, über keine Fluqstühvunkte verfügt; und die genannten Flugstützvunkte sind eng- räumig und ihrerseits luftempfindlich. Dr. Ho.

©er Lustangriff auf Giarabub.

Berlin, 16. Nov. (DNB.) Am 15.11. griff ein Verband deutscher Kampfflugzeuge unter dem Schutz von Jagdflugzeugen und Zerstörern den britischen

tetenWirtschast einfügen. Das ist keine wirt- schastliche, sondern eine moralische Abgrenzung. So­lange unser Volk in einem Existenzkampf steht, ar­beitet der Unternehmer nicht mehr um des Gewin­nes willen, sondern aus nationaler Pflicht. Damit ist der Gewinn als Motor der Wirtschaft nicht ausgeschaltet, aber eng begrenzt. Es ist auch im Kriege in Ordnung, wenn der tüchtige Unter­nehmer mehr verdient als der mittelmäßige, aber niemand darf sich am Kriege bereichern. Von der politischen Neuordnung und Befriedung Europas wird auch die neue Wirtschaftsepoche ihren Ausgang nehmen, bei der die neuen gewaltigen Energien, die diese Zeitenwende größten Ausmaßes ausgelöst hat, zur Ordnung und zum Aufbau eingesetzt wer­den. Alle Arbeitskräfte werden mobilisiert und die reichen Rohstoffgebiete des osteuropäischen Raumes erst richtig für Europa erschlossen werden. Darum wird Europa reich und frei sein.

Berlin, 16.November. (DNB.) Während die < deutschen Truppen auf der Krim weiteren Boden ; gewinnen, hält der eiserne Ring um Leningrad allen Versuchen der eingeschlossenen Bolschewisten, sich Entlastung zu verschaffen, stand. Auch der Emiatz von Panzern und Flugzeugen zur Unterstützung der sowjetischen Heereskräfte läßt die Sowiets nicht ; um geringsten Erfolg kommen. Täglich verbluten ich die immer wieder vorgetriebenen Bolschewisten oty: den starken deutschen Stellungen und büßen Material ein, das für die umklammerten Truppen kaum noch zu ersetzen ist. Auch am 15.11. unter- nahmen die Sowjets neue Angriffe gegen die Ein- chließungssront von Leningrad, die wiederum von Danzern und Flugzeugen unterstützt und durch star­kes Artilleriefeuer vorbereitet waren. Die Angriffe wurden unter schwersten blutigen Verlusten für die Sowjets abgewiesen. Zum Teil wurden sie schon in der Entwicklung durch deutsche Artillerie zerschla­gen und dabei den Bolschewisten so schwere Verluste zugefügt, daß sie ihren Angriff nicht fortsetzen konnten.

Auch im mittleren Abschnitt rennen Vie Sowjets immer wieder erfolglos gegen die deutschen Linien an und lassen zahlreiche Gefallene und Ver­wundete sowie umfangreiches Kriegsmaterial auf dem Kampffeld zurück. In einem deutschen Korps- abschnitt warfen deutsche Truppen am 15.11. an der mittleren Ostfront angreifende sowjetische Jnfanten- ften, die von Panzern unterstützt wurden, in hef­tigen Gegenstößen zurück. Die Sowjets hatten hier­bei wiederum schwere blutige Verluste und verloren erneut 14 Panzer. In einem anderen Korpsabschnitt wurden bei Kampfhandlungen 10 weitere Sowjet­panzer vernichtet, darunter vier mit einem Gewicht von 34 Tonnen. Eine Batterie eines deutschen Flak- Regiments setzte bei diesen Kampfhandlungen 25 sowjetische Fevdbunker außer Gefecht. In zwei Ta­gen verloren die Sowjets bei völlig wirkungslosen Gegenangriffen im mittleren Frontabschnitt msge- samt 68 Panzerkampfwagen.

Neuer Generalstabschef der italienischen Lustwaffe.

Rom, 16. Nov. (DNB.) Luftgeschwadergeneral Francesco P r i c o l o tritt von seiner Stellung als Generalstabschef der Luftwaffe und als Unterstaats- fekretär der Luftfahrt zurück, um ein anderes Amt zu übernehmen. An seine Stelle tritt sowohl als Generalstabschef der Luftwaffe wie auch als Unter- ftaatgfetretär der Luftfahrt Luftgeschwadergeneral Rino Corso F o u g i e r.

©aS Niit rf euz für Nachtaufklärer.

Berlin, 16. November. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleut­nant Krueger, Beobachter in einer Aufklärungs- sta'ffel, der bei kühn durchgeführten Tag- und Nacht­einsätzen hervorragende Leistungen vollbracht und vor allem in der Nachtaujklärung bahnbrechende Er­folge erzielt hat. Trotz stärksten Abwehrfeuers hat er oft im Tiefflug die befohlenen Erkundungen durchgeführt.

Ritterkreuzträger Oberst von Neufville gefallen.

Berlin, 15. November. (DNB.) Am Z.No-vem- der 1941 fiel im Kampf gegen den bolschewistischen Weltfeind der Oberst und Regimentskommandeur Georg von Neufville, SA.-Gruppenstihrer im Stabe der Obersten SA.-Führung. Neufville wurde 1883 i n Frankfurt a. M. geboren. Im Weltkrieg führte er ein Bataillon und gehörte von 1916 ab als Hauptmann dem Generalstab an. Nach f dem Zusammenbruch stellte er als Major das Frei- 1 korps von Neufville auf, das sich im Kamvf gegen Spartakus und Kommunismus in Berlin sowie im Main- und Ruhrgebiet hervorragend schlug. Nach dem Kriege schloß sich Neufville sofort der Bewe- i gung Adolf Hitlers an. Don 1920 bis 1923 war er t Führer derSchwarzen Garde" und desBraven i Heyderich". Im Jahre 1939 wurde er als SA.-

ums Leben gekommenen sechs Mitarbeiter statt. An der Trauerfeier nahmen als Vertreter der Reichs- regierung Botschafter A b e tz, als Vertreter der deut, schen Wehrmacht der Vorsitzende der Waffenstillstands, kommission, General der Artillerie Vogl, teil. Fer. ner waren die Mitglieder des diplomatischen Korps anwesend.

Botschafter Kurusu in Washington.

Washington, 16.5100. ($5133.) Der sapa- nische Sonderbotschaster Kurusu ist am Samstagnachmittag in Washington eingetrof- fen. Er wurde auf dem Flugplatz von dem japa­nischen Botschafter Admiral Nomura und Ver­tretern des U8A.-Staatsdepartements empfangen.

Neuer Sonderbeauftragter Roosevelts

Washington, 15. Nov. (Europapreh.) Der Vorsitzende des USA.-Fincmzausschusses und zugleich demokratisches Mitglied des Repräsentantenhauses, Snyder, wird sich über Lissabon nach Eng­land begeben. Snyder reist in einem Sonderauf­trag des nordamerikanischen Kriegsministeriums und soll einen persönlichen Brief Roosevelts an Churchill übergeben. Eine Aeußerung über den Inhalt des Briefes Roosevelts lehnte Snyder ab. Auch Averill Harriman wird mit dem Clipper Inach Europa fliegen. Harriman war der Leiter der nordamerikanischen Mission auf der Dreierkonferenz in Moskau.

durch Bombenwurf versenkt, während zwei weiters große Frachter und ein Bewacher beim Angriff auf einen Geleitzug ostwärts der Humberrnündung be­schädigt wurden.

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Bei britischen Einflugversuchen am Kanal schoß die deutsche Flakartillerie Samstag nachmittag brer Jagdflugzeuge vom Muster Spitfire ab.

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In Ostafrika brachen die heftigen Angriffe des Feindes gegen vorgeschobene Stellungen an der Gondar-Front zusammen. Vor den hartnäckig ver­teidigten Stellungen ließ der Feind Hunderte von Toten zurück. Weitere schwere Verluste wurden dem Feind bei offensiven Vorstößen italienischer Abtei­lungen zugefügt.

ch

Zu der Versenkung des britischen FrachtersNot. tingham" durch deutsche Marinesttettkräste wird in Neuyork mitgeteilt, daß das 9000 BRT große Schiff eine fiabung Whisky für die USA. an Bord hatte und für die Rückfahrt nach England eine Ladung Kriegsmaterial übernehmen sollte.

ch

Der Grieche S a r a n t o s, der in Bukarest in der Nacht zum 18.Januar den deutschen Major Do» ring auf offener Straße erschoß und vor einigen Tagen vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt wor­den ist, wurde hingerichtet.

In Bergen wurde ein deutsches Theater er­öffnet, das der Truppenbetteuung dient, aber auch für Norweger offensteht. Neben dem Schauspiel sind auch Ballettabende, Dorttäge, Konzerte und Film­vorführungen vorgesehen.

ch

Oer Marimsabend.

Eine Anekdote, demWendunnmth" nacherzählt von Paul Alverdes.

Ein Kaufmann zu Lübeck, der mit seinem Ehe- weib keine Kinder hatte, war von einem ae- fälligen Fräulein mit einer kleinen Tochter be- schenkt worden, die er zärtlich liebte, als wäre sie sein eigenes Kind, und in seinem Hause aufzog; doch als sie ungefähr sechzehn Jahre alt gewor- den war, sehr hübsch von Gestalt und Gliedmaßen, hob sie an, in die Fußtapfen ihrer Mutter zu treten. An einem St. Martins-Abend, an welchem, da ihr Vater viel Gäste ins Haus geladen, sie es am besten meinte unbemerkt zu vollbringen, hatte sie hinten im Hof in einer Badestube einen kleinen Tisch mit leckeren Speisen und süßem Weine herae- richtet und auch eine Lampe aufgestellt. Dort sollte zu einer gewissen Stunde der Schreiber eines Kauf- Herrn mit ihr sich fröhlich machen. An diesem Abend kam aus dem Mecklenburgischen her em armer Schlucker in die Stadt gewandert, der mit feinen Kleidern in jedem Falle hätte tauschen kön­nen, ohne etwas dreinzugeben, und suchte hin und wieder, ob er denn irgendwo eine Bleibe fände. Weil er aber seine Herberge überall um Gottes Willen haben wollte, so merkten die Leute gleich, daß er kein Geld in der Tasche hatte, und schickten ihn weiter mit dem Dorgeben, leider sei bei ihnen alles schon belegt und man könne ihn nicht mehr unterbrmgen. Zitternd vor Frost und schwach vor Hunger lief er also in der Stadt umher, und es wurde dunkler und kälter.O heiliger und milder Herr St. Martin", sprach er mit schlagenden Zähnen,an deinem Feste freut sich alt und jung, laß das an diesem Abend mich auch erleben, denn ich habe es bitter nötig, und du sollst dafür ein schönes Lied von mir haben, das ich dir zum Lobe anstimmen will." Unter solchen Gedanken zog ihm die finstere Nacht herauf und er machte sich in einen engen Mauerwinkel hinein, damit ihn die Wache nicht aufstöbern und als verdächtig mitnehmen sollte. Dort wurde er des Lichtes gewahr, das die Kaufmannstochter in das Stübchen gestellt hatte, und da sich nichts regte und rührte ringsherum, so , -mte er am Ende ein Unterkommen für die Nacht

sah vom persönlichen Schrecken ganz zu schwei­gen ihr Unternehmen bereits zugrunde gerichtet, wenn es nicht möglich war, strengste Diskretion zu beobachten. Eine Maus in einem ihrer garantiert insektenfreien Zimmer!"

Was werden Sie mit der Maus machen?" flü­sterte sie und starrte auf das zierliche Tier im gläsernen Käfig.

Ich werde sie essen mit Brot!" erwiderte der Kurde unbefangen.

Hu!" schrie da die Dame des Hauses auf, fo laut und schrill, daß an Diskretion nicht mehr zu benten, war, und sie stürzte schreckensbleich aus dem Zimmer dieses kannibalischen Menschen.

Der Schrei lockte andere Gäste auf den Gang.

Der Kurde", lallte die Wirtin. Und dann log sie

listig:Er hat sich will er essen mit B

Eine Maus mit Brot?" wiederholten die Um-

zu finden, drückte an die kleine Pforte, sie gab nach, er tappte hinein und stand in dem Stübchen. Es war leer, und da ihn hungerte und dürstete, so langte er herzhaft zu, letzte und sättigte sich von Grund auf an allem, was er da fand. Plötzlich huschte das Mädel zur Tür herein und setzte sich an den Tisch, erschrak aber nicht wenig, als sie jeman- den vor sich sah, den sie nicht bestellt hatte. Wer ihn denn hergewiesen, wollte sie hören, nachdem sie Ihn eine Weile wortlos angestarrt hatte. Es sei, entgegnete der Geselle, niemand anders als St. Martin selber gewesen, und jetzo, wie er gelobt habe und wie es sich gebühre, werde er seiner mit fröhlichem Gesang nicht vergessen, rückte den Teller von sich, schob das Messer ein und wollte anstimmen. Mein lieber Freund", sagte sie eilig und legte ihm die Hand auf den Arm,das laßt Ihr bleiben, oder Ihr kommt nicht mit heilen Knochen aus dem Haus."Wie soll ich nicht singen", erwiderte er, wenn ich es gelobt habe? Ich will an dem lieben Heiligen zu keinem Lügner werden."Schon gut ', sagte das Mädchen schmeichelnd,Ihr singt ein andermal, aber jetzt seid mir still mit Euerm Ge» fang, Ihr sollt ein ländisches Hosentuch bafüf haben", ging über ihres Vaters Kleiderkasten und brachte es ihm.Hoho", sagte der Geselle,mein ehrenreicher und frommer St. Martin! Erst hast du mich herrlich gespeist, herrlicher, als ich es je begehrt, darnach auf den Winter mit Kleidern versorgt, und ich sollte mich nun undankbar finden lassen? Wür­dest du mich jemals wieder erhören nimmer­mehr!" unb wollte sich wiederum vernehmen lassen. Lieber Gott", jammerte das Mädchen,ich bitte Euch von ganzem Herzen, Ihr wollt Eure Lieder auf andere Oerter versparen und mich hier nicht zu Schanden fingen."Wie kann ich", sagte der Fremde,wie kann ich an anderen Oertern singen, wenn mich niemand beherbergen will, weil ich kein Geld habe? Darum muß ich es tun, wo es sich ge­rade schicken mag."Hier , sagte die Jungfrau, fielst ab in St. Martins Namen", langte sechs Gulden aus ihrem Beutel, drückte sie ihm in die Hand und brachte ihn mit vielen guten Worten endlich zur Tür hinaus; eine schwere Bürde fiel ihr vom Herzen. Aber der Geselle war noch viel fröh­licher. Wo er die meisten Lichter sah, beim besten Wirtshaus in der Stadt forderte er Quartier, denn wie er laut genug erklärte, sei er keiner von denen,

lgschätzung des Leserpublikums ist. Unter- cd dies dadurch,-daß die Admiralität die djro'ere Beschädigung derM a I a 9 a" nickt einge- landen hat. Dieses Großkampfschiff, dessen ton- truktive Eigenschaften bekannt sind, ist inzwischen in Gibraltar eingelaufen. Weil es nicht sank, wird

Maus mit Brot.

Von Otto Hofmann von Wettenhof.

Wissen Sie, wo Kurdistan liegt? Selbstverständlich, das liegt dort, dort unten holt, Dort hinten bei Klein­asien, in der Nähe von Iran oder Irak, jedenfalls dort drüben, mehr rechts, östlich mit einem Wort.

Richtig, dort liegt Kurdistan.

In Kurdistan kommen die Kurden vor, aber nicht nur in Kurdistan, sondern auch in der Pension Asta". Hier allerdings bloß in der Einzahl.

Herr Gurian, oderder Kurde", wie er kurz von den anderen Pensionsgästen und von der Schöpferin dieses wirklich empfehlenswerten Etablissements ge­nannt wurde, unterschied sich in nichts von den übrigen Insassen derAtta" vielleicht war seine Haut ein wenig gebräunter, so wie die von Fräulein Lilly, wenn sie am Sonntag vom Baden und vom Nußöl kam, sonst hätte er einer der unseren sein können, ein Mensch wie wir, mit Flanellhose und tariertem Rock und zwei Fleischmarken zum Abend- essen.

Gomm Sie", sagte er eines Tages in seinem nur aus ganz kleinen Stückchen bestehenden Deutsch so gebrochen war es nämlich und zog die Pen­sionswirtin in sein Zimmer.

Dort saß eine Maus unter einem Wasserglas, in das sie der gewandte Kurde mit fakirhafter Geschick- lichkeit gebracht hatte, wie unter einer Käseglocke, schnupperte munter und unbefangen und war sich in keiner Weise ihrer kompromittierenden Existenz bewußt.

Mein Gott und Herr!" tief die Wirtin, himm- lischen Beistand herabflehend, und schlug die Hände vor das verstörte Gesicht.

No, no , machte der Kurde begütigend und schüttelte ein wenig sein Haupt, weil er diesen Auf- wand von Entsetzen über ein im Grunde sehr kleines Ereignis nicht verstand.

Mausel", meinte er dann und zuckte wie ent­schuldigend mit den Schultern.

w6tne Maus", bestätigte die Hausfrau tonlos, und

Wie amtlich in London mitgeteift wird, sind im Oktober durch deutsche Luftangriffe 262 Personen in England ums Leben gekommen. Die deutschen Verluste durch englische Bombenangriffe auf das Reichsgebiet betragen in derselben Zett 292.

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Bei Luftangriffen auf Catania, Acireale und Brindisi wurden. Spreng- und Brandbomben abae- worden. Einige Wohnhäuser wurden beschädigt. In Catania sind 17 Tote und 12 Verwundete, in Aci­reale 12 Tote und acht Verletzte zu beklagen. Die Bevölkerung verhielt sich mustergültig.

Im östlichen Mittelmeer wurden zwei feindliche Dampfer von italienischen Aufklärungsflugzeugen mit Bomben getroffen und versenkt. Im mittleren Mittelmeer schossen italienische Jagdflugzeuge zwei Flugzeuge vom Wellington-Tnp ab. Ein Torpedo­flugzeug versenkte einen vollbeladenen 10 000-BRT.- Dampfer.

Im Verlauf der vergangenen Wocke verlor die englische Luftwaffe im Mittelmeer, wie das Halte- nische Nachrichtenbüro Stefani meldet, insgesamt 49 Bomber unb Jagdflugzeuge.

Im Anschluß an die Bekanntgabe, daß bisher über 500 0000 Tonnen feindlichen Handelsschiffs- raumes durch italienische U-Boote im Atlantik ver­senkt wurden, kommtGiornale d'Italia" zu der Feststellung, daß bisher insgesamt 1193 000 Ton­nen britscher Handelsschiffsraum durch italienische Streitkräfte versenkt worden sind..

In der Nacht zum 16.11. wurde ein britisches Handelsschiff von 5000 BRT. ostwärts Peterhead

"ble ihre Zeche nicht bezahlen konnten. Dort faß er die ganze Nacht und den anderen Tag und sang Martinslieder, und als er weiterzog, hatte er von feinen sechs Gulden nicht mehr viel in der Tasche.