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Seim Generalstabschef einer Armee während her großen HerbMlachl im Osten.

Von Kriegsberichter Dr. Fritz Meske.

DNB.......16. DEL (PK.) Am dritten Tage

der großen Herbstschlacht im Osten begab ich mich zum Chef des General st abes unserer Ar­mee, um von ihm einen ersten zusammensassenden U eb erblick über den Verlauf dieser riesigen Operationen zu bekommen. Ich brauchte nicht zu be­fürchten, in diesem Augenblick mit einigen knappen Feststellungen abgefunden zu werden: denn es ist eine alte Tatsache, daß hohe militärische Führer niemals über mehr freie Zött verfügen als bei Be­ginn eines Krieges oder einer Schlacht. Wenigstens im deutschen Heere ist dies eine wohlbegründete Ueberlieferung. Moltke klappte an dem Tage, da der deutsch-französische Kriege erklärt wurde, seine Akten zusammen und ging spazieren. Alles, was nun zu geschehen hatte, war unter seiner Leitung in jahrelanger Generalstabsarbeit durchdacht und befohlen worden, und der Generalstabschef hatte alle Gewähr dafür, daß nun im ganzen Heere ent­sprechend gehandelt wurde. Moltke hat dann auch während seiner größten Schlacht bei Sedan, die haargenau nach seinen Plänen ablief, jede Nacht seine gewohnten sieben Stunden geschlafen.

In so unheimlichem Maße ist die Gedankenarbeit der hohen militärischen Führung zeitlich abgesetzt von dem Geschehen auf dem Schlachtfeld. Auch heute wieder schlägt der Generalstab seine Schlach­ten, lange bevor die Truppe oder das Volk oder gar der Gegner eine Ahnung, haben, daß die Schick­salsuhr zu ticken begonnen hat. Vor 4 Wochen, als die Vorbereitungen für die Herbstschlacht im vollen Gange waren, wäre eine längere Unter­redung mit dem Chef des Generalstabes schwerlich möglich gewesen. Damals hatte der Oberst keine Minute Zeit. Nun aber läuft die Schlacht bereits drei Tage genau nach demDrehbuch", wie der Operationsbefehl des Armeeoberkommandos in Generalstabskreisen bezeichnet wird, und nicht in einem einzigen^Augenblick war bisher ein Eingrei­fen der Führung nötig. Nicht einmal eine Rück­frage der Truppe hat es seit dem schicksalsvollen 2 Oktober gegeben. Selten waren die Feldfernspre­cher in den Geschäftszimmern des AOK. so ruhig, und selten haben wir den Chef so aufgeräumt und ohne jede Hast gefunden, wie an diesem Tage, da eine Armee unter seiner Verantwortung eine Ent­scheidungsschlacht dieses Krieges schlägt. An Hand der zu den befohlenen Zeiten einlaufenden Trup­penmeldungen verfolgt man auf der Karte den planmäßigen Verlauf der Operation. Stein um Stein fügt sich zusammen, und so vollendet sich die Schlacht wie ein kunstvolles Gebäude, das ein Architekt in arbeitsreichen Nächten entwarf, lange bevor die Maurer und Zimmerleute ans Werk gingen.

Nachdem in den vorbereitenden Besprechungen mit der Heeresgruppe und dem Oberkommando des Heeres das Angriffsziel und die anzusetzenden Kräfte festgelegt worden waren, hat es etliche Tage inten­

siver Generalstabsarbeit bedurft, um die Einzelhei­ten des Unternehmens durchzuarbeiten und den ge­waltigen Mechanismus der Armee zunächst einmal gedanklich m der zweckmäßigsten Form auf das Ziel auszurichten. Der Ansatz der Truppen, die Wahl der Schwerpunkte, die Möglichkeiten des Kampfes und der Bewegung in dem anzutreffenden äußerst wegarmen Gelände, die mit der Länge der Nach­schubwege immer schwieriger werdende Versorgung, die Art des Zusammenwirkens zwischen Luftwaffe, Panzer- und Infanteriekorps das alles mußte reichlich durchdacht, und es mußten völlig klare Lö­sungen gefunden werden,.bevor an die Truppen Be­fehle ergingen.

Dann folgte sine Zeitspanne, die angefüllt war mit Marschbewegungen und vielfältigen praktischen Vorbereitungen aller beteiligten Truppen. Die Di­visionen rückten in ihre Ausgangsräume, der Ober­quartiermeister setzte alle verfügbaren Versorgungs­truppen zur Einrichtung neuer Versorgungsstütz­punkte ein, die Bautruppen brachten die Nachschub­straßen in Ordnung, und die Nachrichtentruppen er­richteten jetzt schon, nahe am Feind, das Nachrich­tennetz für die Führung der bevorstehenden Ope­rationen.

Inzwischen feilte das Armeeoberkommando an dem Operationsbefehl, der den gesamten Ablauf des Unternehmens regelt, letzte Rückfragen wurden er­ledigt, und schließlich erwartete die ganze Armee vom Oberbefehlshaber bis zum jüngsten Kradmelder in selbstsicherer Ruhe das Losbrechen des Tai­funs.

Als am 2. Oktober die strahlende Sonne am blauen Himmel heraufstieg, war es wirklich ein Un­gewitter von der Urgewalt eines Taifuns, das auf die überraschten Bolschewisten hereinstürzte. Die In­fanterie überrannte in einem beispiellosen Sturm­lauf die starken feindlichen Feldbefestigungen und war überhaupt nicht mehr aufzuhalten, auch als der Feind sich gefaßt und zu stärkerem Widerstand fest­gesetzt hatte. Ein ungeheurer Drang nach vorwärts beseelt die ganze Armee. Der Gegner ist an vielen Stellen nicht mehr der alte. Zwar schießt seine Ar­tillerie weiter gut, aber die Infanterie hat sich nach den ungeheuren Verlusten der letzten Wochen in mancher Hinsicht verschlechtert. Zudem scheint die Führung nach den schweren Schlägen, die unsere Luftwaffe bei Angriffsbeginn auf die feindlichen Hauptquartiere führte, weitgehend ausgeschaltet zu sein. So ist es .wohl zu erklären, daß eine ganze motorisierte Division der Bolschewisten ahnungslos in nordsüdlicher Richtung marschierte, als ihre Marschstraße längst von deutschen Panzerkräften überschritten war?

Der wuchtige deutsche Sturm vom 2. Oktober hat den Gegner bereits erschüttert, doch wird uns auch weiterhin kein Sieg ohne Opfer und Mühen in den Schoß fallen.

aber für den Bolschewismus, das endgültige Urteil der Geschichte über sich selbst vollstrecken, denn die Schuld wenn überhaupt dieses Wort einen Sinn haben soll liegt in der Seelenlosigkeit des mar­xistisch-bolschewistischen Denkens, in dem höllischen Streben, den Materialismus üben eine Welt zur Herrschaft zu bringen, in der es nur noch Verwe­sung und Tod geben könnte. Diese gewaltige bolsche­wistische Kriegsmaschine konnte zwar als Vernich­tungsinstrument das Chaos herbeiführen, aber in dem Augenblick, da ihr ein Genie zuvorkam, das die Verantwortung vor Europa 3ur Richtschnur sei­nes Handelns machte, wurde sie schwerfällig, plump, es fehlte ihr die Beseelung, die einzig und allein so gewaltige Armeen in Instrumente verwandelt, die jedem Druck und jedem Zug des Meisters gehor­chen. Der Materialismus, der Ungeist der toten Zahl, der die gigantische Anhäufung von Vernich­tungsmaschinen gleichsetzte mit dem Willen zur Welt­beherrschung, hat vor dem richtenden Gott der Ge­schichte nicht bestanden. Das ist es, was unser Ahnen und Wissen heute erfüllt und was auszudeuten künf­tigen Geschlechtern überlassen bleiben muß.

Ein Jahr vorher hat die Geschichte bereits ein gleiches Urteil gefällt, als den Franzosen mit der Maginotlinie jener Traum vonSicherheit" zer­brach, der nicht mehr Ausfluß der Lebenskraft eines Volkes, sondern aus der Angst geboren war, alles das zu bewahren, was zu tragen die französischen Schultern bereits viel zu schwach waren. Damals begann der Vorteil der inneren Linie vielen Köp­fen zu dämmern, die bisher Europa nur unter dem Gesichtswinkel britischerGleichgewichts"-Politik be­trachten konnten. England glaubt, dieser Strategie dadurch auch in diesem Krieg begegnen zu können, daß es wieder diejenige des Hinterhalts und roirt'-' schaftlichen Drucks durch Blockade anwandte. Mit welchem Erfolg, das wird auch dem dickblütigsten Engländer, in dessen Vorstellung der Begriff Nie­derlage bisher keinen Platz fand, klar. Denn die erfolgreiche Strategie der inneren Linie wird getra­gen nicht nur von dem Ordnungsgedanken eines ganzen Volkes, sondern sie erhält ihre Stoßkraft vor allem durch die geistigen Impulse, die heute von den Ideen des Nationalsozialismus ausgehen, und sie wird verwirklicht von der besten Wehrmacht der Welt.

Napoleon, der unter anderen Voraussetzungen kämpfte, aber nicht Ordnung oder ein neues orga­nisches Weltbild, sondern nur Befriedigung seiner Herrschsucht anstrebte, war Zum Scheitern verurteilt, weil er Europa nicht als Einheit dachte, sondern ein napoleonisches Europa, das ihm im Geistigen die Mitarbeit versagte. Heute aber stehen wir vor der Tatsache, daß die meisten Völker Europas sich in das kommende Weltbild einzufügen bereit sind, und daß die Strategie der inneren Linie eine Stärke, Biegsamkeit und Stoßkraft besitzt, vor der England als der verbrecherische Anstifter dieses Krieges zu­rückschaudert, weil es weiß, daß diese Strategie als Ausdruck eines neuen Zeitalters unbesiegbar ist.

Bkn.

Das Kabinett Konoye zurückgetreten.

Tokio, 16. Okt. (Europapreß.) Der japanische Ministerpräsident Für st Konoye teilte am Don­nerstag den Mitgliedern seiner Regierung mit, daß das Kabinett zurücktreten werde. Nachdem die Minister dem Ministerpräsidenten ihre Zustimmung zu seinem Entschluß gegeben hatten, suchte Konoye den kaiserlichen Palast auf und machte dem Tenno Meldung. Konoye ist dem parlamentarischen Brauch entsprechend vom Tenno mit der Weiterführung der Regierungsgeschäfte bis zur Neubildung der Regie­rung beauftragt worden. In politischen Kreisen ent­hält man sich jeder Kombination.

Japan und LlGA. am Scheidewege.

Tokio, 16. Oktober. (Europapreß.) Der Spre­cher des Marineministeriums, Hauptmann H i - raide, erklärte, die Beziehungen zwischen Japan und den USA. gingen einer entscheidenden Wen­dung entgegen. Japan habe aber seine Vor­bereitungen getroffen, um jeder Lage die Stirn bieten zu können. Troß den Anstrengungen der japanischen Regierung sei die Lage an einem Scheidewege angelangt. Das Schicksal des japani­schen Kaiserreichs hänge von Dingen ab, zu denen man sich in jedem Augenblick entscheiden müsse. Ge­genwärtig sei die Kriegsmarine der USA. nicht ausreichend für Operationen in zwei Ozeanen, die Vereinigten Staaten beschleunigten daher einen

Karin Grunelius

Noman von GuiöoK.Veanö

3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Im gleichen Augenblick gerät die Stimmung an allen Tischen ins Wanken. Alle sehen sich gegen­seitig an, dann richten sich alle Augen auf Günther! Irgendwo fängt einer ein höllisches Gelächter an, Ilse Wengeroth schreit vor Vergnügen hell auf, Kwikuru entfernt sich entsetzt, als er die Wirkung seiner Ueberraschung bemerkt... Aus dem Gram­mophon ertönt das uralte deutsche Lied:Schier dreißig Jahre bist du alt..."

Er hat es sich so wunderschön gedacht, der alte Askari, der um die Wende des Jahrhunderts ein­mal in Berlin war und sich in die Melodie verliebt hatte. Immer wieder hat er sie gesungen, ob im Weltkrieg am Lagerfeuer, am Tanganjika oder in der Tembe draußen im Busch, ehe ihn Bwana Merck holte. Und jetzt ist jäh sein Traum zerstört, den sich sein einfaches afrikanisches Gehirn als Ge­schenk für dey jungen Herrn ausdachte.

Günther selbst erfaßt mit der ihm anerzogenen Selbstsicherheit die Situation und singt laut den Text in das Gelächter hinein. Glücklicherweise ist auch die Platte mit der einen Strophe zu Ende. Da aber Ngaba nicht inehr am Apparat steht, son­dern Kwikuru ängstlich gefolgt ist, wimmert die Nadel in ein paar endlosen Rillen weiter, bis Ka­rin aufsteht und sie abhebt.

Noch lange bildet dieser Zwischenfall ein Ge­sprächsthema, bis es abgelöst roirt) von einem Vor­schlag Wengeroths, ein Autorennen in den Busch hinein zu veranstalten. Zuerst liegt Verblüffung über den schon erhitzten Gesichtern der jungen Men­schen, dann wird alles Für und Wider erregt de­battiert. Langsam formt sich eine .Ausschreibung": sechs Wagen sind es, sechs Lose entscheiden über die Reihenfolge der Starts. Zweimal wird die Strecke vom Herrenhaus aus bis zu einer Wendemarke Günther bezeichnet die Kreuzung der Straßen von Arusha an den Manjaraste und von Norden nach Uganda als die günstigste befahren, von dort ist

umfassenden Ausbau ihrer Flotte. Es dürfe jedoch nicht übersehen werden, daß auch die japanische Marine ständig stärker werde. Im Falle eines Krie­ges zwischen Japan und Amerika sei ausschlagge­bend, daß die Gegenseite weit entfernt von ihren Heimathäfen werde kämpfen müssen, der Ausgang könne daher niemals zweifelhaft fein.. Die Flotte sei sich ihrer Mission klar.

Das Demarkationsabkommeu zwischen Mandschukuo und der Außenmongolei.

Honolulu, 15. Okt. (Europapreß.) Die japa­nische Presse begrüßt die in Hsingking erfolgte Un­terzeichnung des Demarkationsabkommens zwischen Mandschukuo und der Außenmongolei.Japan Times" schreibt, daß die Unterzeichnung ein Erfolg der gegenseitigen Zugeständnisse sei. Dank der Be­mühungen der gemischten Kommissionen sei eine freundschaftliche Regelung der zweihunderftährigen Grenzstreitigkeiten zwischen der Mandschurei und der Mongolei erreicht worden.

Das Begräbnis des Hauptschristleiters Lazrovfky.

Prag, 16. Oktober. (DNB.) Im Prager Krema­torium fand das Begräbnis für den am 11. Oktober an den Folgen eines heimtückischen mörderischen

als Zeichen, daß man richtig gewendet hat, ein vom ersten Fahrer niedergelegtes Messer mitzubrin- gen. Da di6 Wagen ziemlich gleichwertig sind, gibt es keine Vorgabe.

Nach einigen Überlegungen gewinnt der Plan daß Gesicht eines Autorennens mit allen Schikanen. Ein oder das andere soll noch erschwert werden, Punktverluste sollen bei Außerachtlassung bestimm­ter Vorschriften eintreten,, die schließlich alle darauf hinauslaufen, daß GünHers Wagen gehandicapt wird.

Eine feierliche Handlung ist das Ziehen der Lose. Günther bittet, ohne zu überlegen, Karin, für ihn in den Topf zu greifen. Mit aller Kraft wünscht er sich die Startnummer sechs. Glänzende Augen, glühende Wangen beugen sich schweigend Über den Tische als Escherich mit gewaltiger Stimme Die Reihenfolge verkündet: Wengeroth Nummer eins! Gustl Hochberg und er sind die nächsten. Alles ist gespannt... Günther Merck hat Nummer sechs!

Mit einigem Erstaunen und verzeihendem Kopf- schütteln haben die Väter und Mütter diese Vor­gänge beobachtet. Aber niemand nimmt sich die Mühe zu widersprechen. Selbst der alte Merck nicht, der unterdessen eingetroffen ist und sich ohne viel Umstände zwischen die anderen gesetzt hat und sich seinen eigenen Kaffee schmecken läßt.

Das Ganze ist doch gegen mich gerichtet!" sagt plötzlich Günther zu Karin. Es liegt durchaus nichts Gekränktes in seinem Ton. Im Gegenteil. Er fühlt diese Herausforderung als eine herrliche Gelegen­heit, den anderen wieder einmal zu zeigen, was er leisten kann.

Karin erschrickt, weil sie seine Gedankengänge errät. Deshalb kann sie auch nicht so unvoreingenommen dabei sein, so fröhlich und herzlich lachen wie ihre Freundinnen, die fiebernd an den Vorbereitungen teilnehmen. Schon werden unter ihnen die Chancen abgewogen, schon glaubt jede von ihnen in dem Wagen zu sitzen, der sich später als Sieger heraus­stellt. Doch niemand wagt, Karin das Recht ftreitig zu machen, mit Günther zu fahren.

Minuten später heulen die Motoren auf, dämpfen wieder, mit Ausnahme von Wengeroths Wagen, zurück. Wie ein Pfeil schnellt der erste aus dem Tor, Escherich, der sich zum Schiedsrichter aufgeworfen

Anschlages verstorbenen Hauptschriflleiters des Ceske Slooo", Karl L a z n o v s k y , statt. Der Pressechef des Reichsprotektors, Ministerialrat Dr. Frhr. von Gregory, legre in Vertretung des Obergruppenführers und Generals der Polizei Heydrich und des Reichspressechefs Dr. Dietrich am Sarge Kränze nieder. An dem Begräbnis nahm in Vertretung des Staatspräsidenten Dr. Hacha der stellpertretende amtierende Ministerpräsident Dr. Krejci teil. Ferner sah man die Protektoratsre­gierung sowie zahlreiche deutsche und tschechische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. An dem blumengeschmückten Sarg hielten Bergknappen aus Kladno die Ehrenwache. Die Trauerrede wurde von Oberst a. D. Moravec gehalten, der die Persön­lichkeit des Verstorbenen und die verbrecherischen Machenschaften der Londoner Emigrantenclique an- prangerte.

Das Prager Rudolphinum dem deutschenKunstlebenzurückgegeben

Prag, 17. Okt. (DNB. Funkspruch.) Am Bon- nerstag wurde in Prag das einst als deutsche Kul­turstätte geschaffene, durch das ehemalige tschechische Regime enteigneteR u d o^l p h i n u in", das bis zum Jahre 1938 als Parlamentsgebäude verwen­det wurde, seiner ursprünglichen Zweckbestimmung zurückgegeben. Der stellvertretende Reichsprotektor

hdt, setzt die Stoppuhr in Gang, und nun legt sich die unheimliche Spannung des Wartens und des gegenseitigen Belauerns auf die Gesichter.

In rasender Fahrt kommt Wengeroth in der zweiten Runde vorbei. Gustl Hochberg, Rolf Zol­linger rechnen hastig die Geschwindigkeit aus, in der Heinz die Strecke zurückgelegt hat. Nur Günther zeigt die gleichgültigste Miene von der Welt. Ihn interessiert das gar nicht. Er ist felsenfest überzeugt, daß er sie schlagen wird. Vielleicht wird er ihnen großzügig eine Vorgabe lassen, denn wie keiner kennt er die Strecke, jebe Unebenheit, jede Biegung, jedes Geheimnis, das der Busch am unteren Teil der Strecke mit Sand zugedeckt hat.

Die Spannung ist aufs höchste gestiegen, als endlich Günther mit seinem Wagen aus dem Schat­ten der Palmen' in die immer noch heiße Sonne hinausprescht. Zum Schutz gegen das grelle Licht trägt er eine dunkle Autobrille, die sein Gesicht in zwei Hälften zerlegt. Niemand kann jetzt in, seine Augen schauen. Nur Karin glaubt hinter den dunklen Gläsern eine jähe Wildheit aufglühen zu sehen! Mit dem dumpfen Gefühl des Sichselbstüber- lassenseins, für Günther nur ein Ballast zu sein, weil sie es sich so ausgedacht haben, sitzt sie neben ihm.

Hinter ihr wölkt sich die weiße Straße, als zöge eine unendliche Karawane durch die Wüste. Das Singen des Motors krallt sich fast schmerzhaft in ihrem Ohr fest. Sie hat das Gefühl für die Zeit verloren und sieht sich kaum hat sie den Merckhof verlassen schon dem Wendepunkt gegenüber, den Günther in engster Kurve ansteuert, bremst, das Zeichen aufnimmt und wieder weiterrast.

Sein Sekundenvorsprung dehnt sich schon in der zweiten Runde zu Minuten aus. Im Hof des Her­renhauses stehen die jungen Menschen in lebhafter Auseinandersetzung und wilder Berechnung.

Das hält der beste Wagen nicht aus!" ruft Heinz Wengeroth dazwischen. Jeder hat einen anderen Grund für Günthers Sieg oder Niederlage.

Günther aber denkt nur an eins. Sein Versprechen, das er Karin geaeben hat, wahrzumachen.

Sein Gesicht ist starr wie eine Maske geworden. Vom Gehirn bis zu den Füßen, die sich auf die Pedale pressen, eine einzige Gespanntheit, schießt

---Obergruppenführer Heydrich umriß die Ge. schichte des Rudolphinums, dessen bauliche Erneue­rung der erkrankte Reichsprotektor Freiherr von Neurath am 11. 4. 1940 anordnete. 1872 beschließt die böhmische Sparkasse damals ein völlig deut­sches Institut anläßlich ihres 50jährigen Be- stehens einder Tonkunst, der bildenden Kunst und dem Kunstgewerbe gewidmetes Gebäude zu errich­ten". 1885 wurde dieses Hpus der Kunst nach dem damaligen Kronprinzen RudolphRudolphinum" genannt und eröffnet. 33 Jahre diente dasRu- dolphinum" deutschen Konzertoeranstaltungen. Männer wie Karl Muck und Emil Nikolaus von Rechnizek nahmen von hier aus ihren Weg. Die Uebernahme der im großen Konzertsaal eingebau­ten Orgel erfolgte durch Anton Bruckner. Wetter diente diese Kulturstätte als Heim dem 1811 vom Verein zur Förderung der Tonkunst in Böhmen" gegründetenPrager Konservatorium", einer der ältesten deutschen Musikererziehungsanstalten dieser Art, ferner der Ausstellung und Sammlung der Kunstwerke der 1796 gegründetenGesellschaft patriotischer Kunstfreunde". Gleich nach der Grün­dung der ehemaligen tschechischen Republik mußte sich derVerein zur Förderung der Tonkunst" zwangsauflösen. Das Prager Konservatorium wurde tschechisiert und vom Staat übernommen. Auch die Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde" mußte das Haus verlassen. Im April 1919 wurde dasRu- dolphinum" beschlagnahmt und zum Abgeordneten­haus bestimmt. 1921 mußte dieBöhmische Spar­kasse" das Gebäude an den tschechischen Staat ver» kaufen. Der große Konzertfaal wurde umgebend* ' die Orgel kam in den Stadionssaal, der Spieltisch,' an dem Anton Bruckner gesessen hatte, wurde mit der Axt zertrümmert, um .einer Büste Masaryks zu weichen.

Das Moorforschungsinstitut in Franzensbad.

In Franzensbad (Sudetengau) wurde das Moor­forschungsinstitut für das deutsche Bäderwesen von dem Staatssekretär für Fremdenverkehr Esser in Anwesenheit des Gauleiters Konrad Henlein eröff­net. Staatssekretär Esser erklärte, im Kriege feien die natürlichen Heilfchätze an erster Stelle für die Soldaten und Kranken bestimmt. Durch Mitarbeit der Aerzte müsse der Erholungs- und Gästeverkehr so gesteuert werden, daß die nakur- lichen Heilmittel vor allem diesen Menschen zur Verfügung gestellt werden. Der Zweckentfremdung der Erholungsstätten müsse gesteuert werden. In der Fähigkeit der natürlichen Heilmittel, den ganzen menschlichen Organismus heilend und belebend zu beeinflussen, liegt ihre wesentliche Bedeutung im Kriege: den Soldaten und Rüstungsarbeitern, die an ihrer Gesundheit gelitten haben, müßten unsere Heilfchätze neue Kraft geben. Aber auch für zahl­reiche spezielle Ausgaben der Kriegsmedizin bieten die Heilbäder wertvolle Hilfsmittel. Deutschland ver­füge über reiche Moorvorkommen und nehme bi der Moorbehandlung eine bedeutende Stellung ein: das Institut als Statte der Prüfung und Forschung sei daher gerechtfertigt. Es werde in Franzensbad als ein Moorbad mit reichen praktischen Erfahrun­gen ein Heim finden.

Kleine politische Nachrichten.

Reichs-Minister Dr. Goebbels empfing im Beisein von Reichskriegerführer General Reinhard die Gau- kriegerführer und Gaupropagandaobmänner des NS.-Reichskriegerbundes und gab ihnen em Bild der politischen und militärischen Lage. General Rein­hard erklärte die Bereitschaft aller dem NS.-Reichs- kriegerbund angeschlossenen ehemaligen Soldaten, mit unermüdlicher Tatkraft an der weiteren Festi­gung der unerschütterlichen Front in der Heimat mitzuarbeiten.

Der Führer hat auf Vorschlag des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den Botschafter S t a h m e r zum deutschen Botschafter in Nanking ernannt

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Im Mittelmeer wurde ein britisches U-Boot von italienischen U-Boot-Jägern versenkt.

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An den Hochschulen werden im Winterhalbjahr 1941/42 die Vorlesungen und Uebungen am Diens­tag, 18. November, beginnen und am Samstag, 12. März 1942, enden. Die Einschreibungen finden vom 20. Oktober bis 25. November statt.

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Der slowakische Innenminister Mach traf in Berlin ein, um auf Einladung des Reichsorganisations­leiters Dr. Ley die Einrichtungen der Deutschen Ar­beitsfront kennenzulernen.

er bei der Rückkehr zur Wende über die Kreuzung hinaus. Atemlos, mit einem erschrockenen Blick streift ihn Karin. Das Lachen, das unterhalb der Brille über den Lippen liegt, sieht wie ein breites grausames Grinsen aus.

Ich habe fünf Minuten Vorsprung!" schreit er in den Wind und gegen den donnernden Motor an.Ich bringe den anderen etwas aus dem Flußbett mit!"

Weiter rast der Wagen. Dampf quillt schon aus dem Kühler. Verbissen fährt Günther in den Busch hinein. Wie ein Brodeln glaubt Karin den glühen­den Atem der Wüste zu spüren, die hier, unbe« berührt von Menschenhand, unter dem stahlgrauen Himmel brütet. Plötzlich hat sie das Gefühl, der Wagen hüpfe mehr, als daß er über den Sand jage. Sie sieht Günther verzweifelt mit dem Steuer­rad kämpfen, das scheinbar nicht mehr gehorchen will. Die Handbremse knirscht, unter- der Haube gurgelt der Motor, ein lauter Fluch zersplittert die unheimliche Stille, die plötzlich eintritt.

Der Wagen rührt sich keinen Fingerbreit von der Stelle. Günther hat die Wette verloren! Er braucht erst gar nicht nachzusehen, was passiert ist.

3.

Die Geburtstagsgesellschast auf dem Merckhof wird unruhig. Escherich starrt auf die Stoppuhr, die schon längst über die Zeit hinausweist, in der Günther hätte zurück sein müssen. Erst 'wird dieses Ausbleiben bewitzelt: Horst, der bisher die beste Zeit herausgefahren hat, wird schon beglückwünscht. Heinz Wengeroth holt sein Fernglas aus dem Autokoffer und sucht die Straße ab. Nirgends kann er etwas von dem Wagen entdecken. Plötzlich spürt er, daß er gar nicht so sehr Günther sucht, sondern Kann.

Und dann sagt jemand unvermtttelt in das schon aufkommende Schweigen hinein:Vielleicht ist ihnen etwas zugestoßen?"

Keiner will daran glauben. Sie schließen sich wie in einer stillen Verabredung zu einem Kreis zusammen, aus dem dieser schreckliche Gedanke nicht entweichen soll zu den Alten, die sorglos auf der Veranda die Minuten an sich vorbeirinnen lassen.

(Fortsetzung folgt.)